Mit MS Nordstjernen von Bergen zum Grunnlovskonvoi (10.07. bis 17.07.2014)

    • 2014
    • 18.07.2014 Oslo und Landsstevne 2014 (Teil 2)

      Von Bygdoy an Tjuholmen vorbei zum Rathaus.



      Die vor Akershus liegende Royal Princess überragte alles.



      Wieder ging es zurück zur Bjørvika, vorbei an den mobilen Anlegern des Landsstevne und der Oslo Oper.



      Wieder von Bord der Jomfruen gab es eine Waffel als kleinen Imbiss. Die Besatzungen der Schiffe bereiteten sie frisch zu... Die Marine nutzte die Gelegenheit, für sich zu werben.



      Bei dem schönen Wetter wollten wir uns auch nochmal die Buden, Ausstellungen und die vielen Boote und Schiffe ansehen, die am Sukkerbiten lagen.





      Dadurch, dass wir unsere Reiseplanung im Vorfeld etwas ändern mussten, war die verfügbare Zeit etwas knapp und der Rundgang etwas gehetzt. Kurz vor unserer Reise hatte unser Patenkind endlich den Termin für die Party zu ihrem 18. Geburtstag festgelegt. Natürlich genau an dem Samstag, den wir uns eigentlich als Rückreisetag ausgeguckt hatten. Glücklicherweise hatte ich einen passenden nachmittäglichen Flug am Freitag gefunden, der noch bezahlbar war, aber um das Festival tat es mir im Grunde leid, das hätte ich mir gerne noch länger angeschaut.


      Ein paar Bilder hänge ich noch im nächsten Post dran und dann gibt es noch ein Fazit.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • OK, dann bringe ich das hier mal zu Ende. :)

      18.07.2014 Oslo und Landsstevne 2014 (Teil 3)

      Ein paar letzte Bilder habe ich noch. Ein sehr komfortabler Sitz für den Steuermann:



      Auf dem Fjord liefen kleinere Regatten:



      Am Vorabend stand das gehobene Fahrrad noch alleine da, heute haben Kinder ihre Scooter dazugestellt. Eigentlich ziemlich blauäugig, aber in Norwegen funktioniert das ! Sogar in der Hauptstadt. Man stelle sich das mal in einer großen deutschen Stadt bei einem Volksfest vor...



      Auf den letzten Drücker ging es dann im Laufschritt zum Bahnhof. Dabei gefiel mir gerade bei letzten Bild der Kontrast zwischen Historie und Moderne.



      Am Bahnhof Gepäck aus dem Schließfach und zum Flytoget. Leonina gefiel es gar nicht, weil der Zeitplan für ihre Verhältnisse sehr knapp bemessen war. Kann aber gar nicht so schlimm gewesen sein, wir schafften es schließlich sogar noch, die Mehrwertsteuer-Rückerstattung zu erledigen. :)

      Der Rückflug ging glatt und auch die paar Kilometer Heimfahrt im Frankfurter Feierabendverkehr eigentlich kein Problem.

      Als Abschluss gibt es noch ein Fazit. Das muss ich aber erst noch schreiben. :)
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • So, und nun zum Abschluss noch ein Fazit:

      Wetter:
      Das Timing war hervorragend. Überall in Europa, speziell im Süden und auch in Deutschland, war es feucht und kalt. Dafür war der Sommer in Norwegen. Leonina hatte zwar einen riesigen Koffer, aber weder kurze Hosen noch einen Bikini eingepackt. Erstere kaufte sie für teuer Geld nach, letzteres hätte sie zumindest zur Anwendung gebracht. Und das will etwas heißen. Insgesamt hatten wir nur 3 Mal für jeweils eine Stunde Regen.

      Route:
      Von Bergen nach Oslo ist eine völlig andere Erfahrung als die reguläre Hurtigrute. Insbesondere die Strecke zwischen Stavanger und Kristiansand, aber eigentlich auch noch hinein in den südlichen Oslofjord ist relativ reizarm, weil man relativ weit vor der Küste fährt und die Küstenlandschaft wenig abwechselnd ist.
      Die angefahrenen Häfen waren ausnahmslos ein Erlebnis, sowohl die kleineren Orte wie Skudeneshavn, Bekkjarvik, Grimstad und besonders Kragerø, als auch die größeren Ortschaften und Städte (Stavanger, Kristiansand und Sandefjord). Weniger schön waren die teilweise extrem langen Liegenzeiten (Bekkjarvik, Sandefjord) sowie Ankunfts- und Abfahrtszeiten, die die in der Reiseausschreibung angekündigten Highlights und Besichtigungsmöglichkeiten aufgrund der gegebenen Öffnungszeiten ausschloss (Skudeneshavn, Grimstad). Des weiteren wurden Abstecher in Fjorde in Aussicht gestellt, die so nicht stattgefunden haben. Da die Strecke Bergen - Oslo viel kürzer ist als Bergen - Kirkenes , war das Verhältnis Liegezeiten gegenüber Fahrtzeiten sehr unausgewogen. Hinzu kam, dass die Geschwindigkeit kaum über 8 kn hinausging. Dadurch änderte sich die vorbeiziehende Landschaft nur sehr langsam. Und viel wichtiger, es fehlte der kühlende Fahrtwind. :)
      Der eine oder andere zusätzliche Hafen oder landschaftlich schöne Abstecher (Hardanger, Langesundfjord, Inland-Passage) hätten bei einem etwas strafferen Reiseplan locker hineingepasst und hätten das Erlebnis - die Erfahrung Südnorwegens - vergrößert.
      Der eigentliche Anlass der Reise, der Grunnlovskonvoi, war ein Erlebnis, aber der Weg dahin war doch recht lang, speziell die Etappe von Horten nach Oslo war sehr zäh.

      Das persönliche Vorprogramm in Bergen (Lepramuseum) und das Nachprogramm Landsstevne in Oslo waren toll !

      Verglichen mit meiner 2 1/2-Tage Tour mit der Trollfjord im Januar war es ein tolles Erlebnis, die zusätzlichen Häfen und die Küste bei schönem Wetter zu sehen.

      Das Schiff:
      Die Nordstjernen ist sehr fein wieder hergerichtet worden. Man kann die Restaurierung nur als gelungen bezeichnen. Da ist eine ganze Menge Geld reingegangen und die Passagiere wurden gebeten das anzuerkennen. Besonders die Raucher wurden gebeten, ihre Kippen doch bitte nicht auf den neuen Holzplanken auszutreten. Bereits bei der Buchung wurden wir darauf hingewiesen, dass man sich auf dem Schiff noch in der Findungsphase befindet und vielleicht das eine oder andere nicht ganz den Erwartungen entsprechen würde. Diese Ankündigung war wichtig, denn es hat die Erwartungshaltung etwas reduziert, sodass wir uns insgesamt sehr wohl gefühlt haben an Bord. Auch der Hinweis, dass voraussichtlich nur sehr, sehr wenige Ausländer an Bord sein würden und keine Reiseleitung, war wertvoll, aber dass die Küchen- und Restaurantcrew nahezu weder englisch noch norwegisch sprach, sondern wohl vornehmlich aus Polen und Litauen rekrutierte, machte die Verständigung in dem Bereich nicht leicht.
      Viel Spaß hatten wir mit dem Overstyrmann, dem Sildekongen, der uns, die wir oft die einzigen auf der Nock waren immer wieder mal ansprach und bei Fragen gerne zur Verfügung stand. Leider nur wenig auf Norwegisch, aber sein Karmøy-Dialekt war wirklich extrem speziell. :)
      Was aus meiner Sicht gar nicht geht, war, dass wir keinerlei Kabinenservice gehabt haben. Die ganzen 8 Tage sind weder Betten gemacht worden oder zwischendurch einmal Wäsche oder Handtücher gewechselt worden. Letzteres durften wir selbst machen, indem wir die benutzten in einen Sammelbehälter gaben und neue - sofern noch vorhanden - vom Stapel nehmen konnten. Auch das wäre noch OK gewesen, was aber schon allein im Hinblick auf die Hygiene an Bord gar nicht geht ist, dass die Nasszellen (zumindest unsere) nicht ein einziges Mal in den Tagen Besuch von Servicepersonal bekommen hat... :( Definitiv für die Zukunft erheblicher Verbesserungsbedarf.
      Ansonsten kann man aber die Besatzung sehr loben. Immer freundlich und engagiert !

      Unsere Kabine (227) war eine sehr gute Empfehlung, ausgesprochen ruhig und mit dem Vorteil, dass es zwei Bullaugen gab, die sogar beide zu öffnen waren. Das war insofern vorteilhaft, als wir bis auf eine Nacht immer in Häfen gelegen haben zu Schlafenszeit. So konnte zumindest ein gewisser Luftaustausch stattfinden. Da es so warm war, war der Schlaf nicht besonders. Am besten war es in der Nacht mit der Nachtfahrt. Da stellte sich ein bisschen Hurtigrutenfeeling ein.

      Essen an Bord:
      Es gab an allen Tagen zu allen drei Mahlzeiten Buffet. Der Umfang war gegenüber den hier bekannten HR-Buffets deutlich abgespeckt, die Auswahl knapp 2/3 so groß. Die Küche war relativ einfach (leider nur wenig kreativ). Einzige Ausnahme war das Lunjbuffet am letzten Tag, aber da war es wiederum durch Tagesreisende an Bord so voll, dass sie mit dem Auffüllen nicht nachgekommen sind. Beim Frühstück gab es nur ein einziges Mal - und auch nur auf explizite Forderung norwegischer Mitreisender - eingelegten Fisch. Gelegentlich haben Leonina und ich es vorgezogen, das Essen zugunsten der Nock oder eines Stadtrundgangs oder im Fall von Leonina zugunsten eines längeren Schlafs auszulassen. Ein regelmäßiges Highlight gab es aber doch: Jeden Nachmittag wurde ein (!) Waffeleisen aufgestellt und mit viel Liebe und Zeit eine Waffel nach der anderen produziert. Die mussten zwar erstanden (im Wortsinne) werden, aber das hat sich gelohnt !!

      Eine Cafetria zur Versorgung außerhalb der Essenszeiten gab es nicht, an der Bar konnte man Chips und Nüsse und Schokolade kaufen.

      Insgesamt ist beim Essen Luft nach oben und ich hoffe, dass der eine oder andere Spitzbergenfahrer im kommenden Jahr dann besseres berichten kann.

      Mitreisende:
      Wie bereits gesagt, war das Schiff fest in norwegischer Hand und man konnte meinen, dass sich die meisten ewig nicht gesehen haben, so viel und laut hatten sie einander zu erzählen. Die Landschaft und die Fahrt standen, soweit ich das erkennen konnte, nicht im Vordergrund des Interesses. Der Barmann hatte jedenfalls schon früh am Mittag und dann bis spät in die Nacht gut zu tun. :) Die Decks an Achtern vermittelten eher Kreuzfahrtambiente. ;) Auf der Nock war es eher leer. Zumeist waren Leonina und ich allein, erst ab Stavanger hatten wir regelmäßigere Gesellschaft durch ein Schweizerisches Ehepaar (Liebe Grüße, wenn ihr das lest !!) und nur vereinzelt bei den Hafenan- und -ausläufen ein paar weitere Kurzbesucher.

      Zusammenfassung:

      Die Reise war ein tolles und einmaliges Erlebnis. Als ich Leonina danach fragte, ob sie diese Tour wieder fahren würde, antwortete sie, wenn überhaupt, dann im Zweifelsfall nur wieder das Original. :) Was ja aber auch kein Problem ist, weil diese Tour

      mit MS NORDSTJERNEN von Bergen zum Grunnlovskonvoi 2014

      war eine in jeder Beziehung einmalige Sache ! :)

      Danke an alle, die mit so viel Geduld dem Bericht gefolgt sind. Es gab leider ein paar arbeitsstressbedingte Pausen. :)
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • :sdanke: Für Deinen sehr ausführlichen und toll bebilderten Reisebericht. :thumbsup:

      Mich plagt gerade das schlechte Gewissen weil meiner schon seit über einem Monat ruht und das obwohl ich "nur" noch die Bilder aussuchen muss. Aber hier gibt's zur Zeit einfach sooooo viele tolle Berichte zu lesen.
      Gruß Eisbär



      Reiseberichte siehe Profil
    • :sdanke: such von mir, ich habe sehr gerne mitgelesen und die Bilder und Videos sind superschön!
      Das mit dem fehlenden Kabinenservice ist echt krass, hatten sie da etwa noch keine billigen Kräfte gefunden? Ich bin gespannt, wie das nach dem Auslaufen der staatlichen Förderung bei Hurtigruten aussehen wird- hoffentlich nicht auch so, dass vom Service-Personal kaum einer Muttersprachler ist :nono:
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil