Mit MS Nordstjernen von Bergen zum Grunnlovskonvoi (10.07. bis 17.07.2014)

    • 2014
    • Schreib ihm eine E-Mail auf seiner von mir im betreffenden Beitrag verlinkten Website. Und sag ihm einen schönes Gruß. Viel Glück... :D
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • Ja, Stefan, die gibt es selbstverständlich, allerdings hatte ich mir das für das Fazit vorgenommen. Nur soviel vorweg: Es gab zu allen drei Mahlzeiten ein Buffet. Vom Umfang her vielleicht etwa 2/3 der Auswahl verglichen mit einem der kleinen Hurtigrutenschiffe. Was insbesondere zum Frühstück schmerzlich vermisst wurde, war der für Norwegen und HR so typische eingelegte Hering. Aus unerfindlichen Gründen gab es den genau einmal und nur auf nachdrückliche Nachfrage eines Passagiers zum Frühstück. Was dazu führte, dass Leonina zugunsten von mehr Schlaf fast regelmäßig auf das Frühstück verzichtete und dann eher mittags zuschlug, wo der Fisch dann interessanterweise doch serviert wurde.
      Eine Cafeteria wie auf einem HR-Schiff gab es nicht, an der Bar konnte man aus einer kleinen Auswahl Chips, Schokoriegel und Konsorten auswählen (gegen Bezahlung). Highlight waren die nachmittäglich frisch zubereiteten Waffeln (gegen Entgelt). Da mit viel Sorgfalt und Bedacht auf einem einzelnen Waffeleisen gefertigt, musste man für diesen Genuss allerdings Geduld mitbringen. Erst am vorletzten Tag tauchte dann ein zweites Eisen auf. :)

      Und noch ein kleiner Nachtrag zum Anlauf in Bekkjarvik:
      Auf der Nock stehend konnten man sehr gut beobachten, dass die Crew bei weitem nicht so eingespielt und routiniert ist, wie die Crew eines HR-Schiffes, die jeden Tag und bei Wind und Wetter durchschnittlich 3 Häfen anläuft. Alle Häfen, die für die Besatzung mit diesem Schiff auch alle mehr oder weniger neu gewesen sind, wurden sehr vorsichtig und mit extrem kleiner Fahrt befahren, zunächst den reservierten Kai lokalisierend, immer wieder nach allen Seiten sichernd und Abstände zum Kai von der Nock per Zuruf in die Brücke durchzugeben. In Bekkjarvik, unserem ersten Hafen, klappte das noch nicht so perfekt. Trotz aller Vorsicht kam das Schiff etwas zu schräg auf den Kai zu, belastete die Puffer (LKW-Reifen) extrem und lehnte sich sogar etwas über. Beinahe hätten wir den am Kai stehenden Bürocontainer noch mitgenommen. Der darin sitzende Hafenmitarbeiter bekam sichtlich große Augen, als er das Schiff so krängend auf sich zukommen sah. Ist aber alles gut gegangen. Und führte dazu, dass die anderen Häfen noch vorsichtiger befahren wurden.

      OK, nun geht es aber weiter:

      11.07.2014 Bekkjarvik - Skudeneshavn (Teil 1)

      Entgegen unser Befürchtung war die Nacht doch weniger laut als befürchtet. Das Schiff hatte nämlich mit Backbord angelegt und direkt vor unseren Bullaugen befand sich die Kaikanten mit den großen Gummireifen. Zunächst kneterten die ziemlich bei Schiffsbewegungen, was aber im Laufe des Abends/der Nacht nachließ. Die Luftzirkulation trotz offener Bullaugen war allerdings gering, weswegen es ziemlich warm war in der Kabine. Und mir fehlte auch etwas das beruhigende Schaukeln und das Motorengeräusch zu einem richtig tiefen Schlaf...

      Anders als Leonina wollte ich den schönen Morgen nicht verschlafen. Beinahe hätte vergessen, die Kamera mitzunehmen. Leonina meinte noch, nimm mal mit, es könnte ja eine Entenfamilie vorbeischwimmen. Und tatsächlich, da war sie. ^^



      Die Abfahrt aus Bekkjarvik war für 15:00 h vorgesehen. Damit blieb reichlich Zeit, sich noch etwas ausführlicher in Ort und Umgebung umzutun. Erster Gang: Nochmal ins Einkaufszentrum wegen der kurzen Hosen für Leonina. Es war nämlich nochmal wäre heute als am Vortag. Einmal um die Bucht rum auf die andere Seite für Schiffsaufnahmen. Dabei ging es ordentlich steile Straßen rauf und runter und wir kamen ob der Sonne und Wärme - wir hatten bereits deutlich über 25°C. Wieder zurück am Hafen studierten wir den dort stehende Ortsplan. Das Wort Strand zog Leonina magisch an. Bewaffnet mit Getränken, frischen norwegischen Erdbeeren sowie Kirschen (wohl eher nicht aus Norwegen) liefen wir dorthin. Wenn Leonina einen Badeanzug dabeigehabt hätte, hätte sie es sicher mal ausprobiert ins Wasser zu gehen. So beließen wir es bei einem Fußbad und der Beobachtung norwegischer Kinder beim Spiel im Wasser.



      OK, das war nicht tagesfüllend und so beschlossen wir, einen ausgedehnten Spaziergang auf dem schmalen Küstenwanderweg zu machen. Landeinwärts, wo kein Wind mehr war, wurde das vielleicht heiß, aber es war wunderschön. Blumen blühten, Schmetterlinge und andere Insekten flogen umher. Ansonsten wurde die Stille nur durch unser Stöhnen (wegen der Hitze) und gelegentlich vorbeifahrende Motorboote gestört.



      Mit reichlich Zeitpolster waren wir zurück am Schiff - Mittagessen. Und anschließend noch ein paar Minuten am Strand. Da mittlerweile Ebbe war, kam bei Leonina die Biologin durch und die Algenbereiche mit darin lebender Tierwelt wurden inspiziert. Muscheln, Krebse, Krabben, Fische und vor allen Dingen Einsiedlerkrebse in den verschiedensten Größen wuselten umher.

      Rechtzeitig wieder am Schiff hieß es ein paar Minuten vor 15:00 Uhr Leinen los. Ein- und Auschecken ging ähnlich wie HR mit Scannen einer personalisierten Karte, auf die man auch Bordeinkäufe schreiben lassen konnte. Die Rechnung wurde dann am letzten Tag als Sammelrechnung bezahlt (auch per Kreditkarte).

      Die Ausfahrt erforderte die gesamte Aufmerksamkeit der Crew. Einige Motorboote fuhren relativ dicht hinter dem Schiff lang, während des bereits in Bewegung war. Wir verließen Bekkjarvik in gemächlicher Fahrt zunächst in südlicher und dann südwestlicher Richtung um die Insel Selbjørn herum. Ganz in der Ferne im Westen konnte Slåtterøy Fyr an der Grenze zur offenen See ausmachen.



      Aber wir bogen vorher zwischen den Inseln Siglo und Eggøya ab in die Nyleia und den sich anschließenden Stokksund zwischen den großen Inseln Stord und Bømlo. Leider ist der längst nicht so spektakuläre wie der allseits bekannte Stokksund auf dem Weg nach Rørvik . Aber bei dem genialen Wetter waren wir ohnehin nur damit beschäftigt, einen Sonnenbrand zu vermeiden. Was leider nicht ganz gelungen ist. ;)





      Gerade fuhren wir nach Durchfahrt unter der Bømlabrua vor Mosterhamn vorbei, als von links her die MS STAVANGERFJORD auf ihrem Weg nach Hirtshals an uns vorbeirauschte... In respektvollem und zunehmendem Abstand folgten wir ihr auf dem Bømlafjorden zu einem kurzen Stück annähernd offener Seestrecke um Ryvarden Fyr hinein in den Haugesund. Von der Stadt konnte man im Vorbeifahren relativ wenig sehen, da sie von den Hafen- und Werftanlagen auf der vorgelagerten Insel ziemlich verdeckt wurde.



      Der Wind weht kräftig durch den engen Karmsund, aber Bewegung im Schiff war weiterhin absolute Fehlanzeige. Unter der Karmsund Brua, die die große Insel Karmøy mit dem Festland verbindet, ging es hindurch und weiter entlang der Ostküste der Insel Karmøy.



      Ganz am Südende der Insel liegt Skudeneshavn, unser heutiges Ziel. Zuvor passierten wir den markant auf einer Klippe stehenden Leuchtturm Skudenes Fyr. Der dahinterstehende Turm war der Aussichtturm der Lotsen, die nach aus Süden kommenden Schiffen Ausschau hielten, um denen ihre Dienste für die Passage durch den Karmsund anzubieten.



      So liefen wir bei genialem Abendsonnenschein um ca. halb 9, reichlich vor der geplanten Ankunftszeit in Skudeneshavn ein ...
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    • Nachträge zum Teil 1:
      Mit annähernd 22 Stunden war ja die Liegezeit in Bekkjarvik doch ziemlich lang, eigentlich ein bisschen zu lang für das kleine Örtchen. Aber kurz vor der Abfahrt lernten wir auch, warum. Kurz vor der Abfahrt rauschte ein Taxi heran, der erste Offizier entstieg ihm, gekleidet in seiner Sildekongen-Uniform. Er hatte am Vormittag wohl einen externen Termin wahrgenommen. :)

      Gestern Abend habe ich mir Dokus von DVD angesehen. Zufällig wurde da die Sankt-Olavs-Kirche auf Karmøy erwähnt, die ich im vorletzten Bild gezeigt habe, ohne sie zu bezeichnen. Sie ist die größte mittelalterliche Steinkirche in Norwegen und steht an der Wiege des ersten norwegischen Reiches, gegründet von Harald Schönhaar. Direkt links an dem Fenster in der hellen Fassade kann man einen senkrechten Strich erkennen - die sogenannte "Nähnadel Mariens". Der 7 m hohe säulenartige Stein aus heidnischer Zeit lehnt fast an der Wand der Kirche. Aber glücklicherweise nur fast - eine Handbreit fehlt -, besagt die Legende doch, dass wenn der Stein die Wand berührt, geht die Welt unter.

      Aber nun weiter in Skudeneshavn...

      11.07.2014 Bekkjarvik - Skudeneshavn (Teil 2)



      Während des Anlegens informierte unser 1. Offizier, dass für den nächsten Morgen um 09:00 h geplante Abfahrt aufgrund Drängens einiger Passagiere auf 12:00 h verschoben sei. Eine angemessene Verlängerung, wie sich herausstellen sollte, auch wenn samstags viele Lokalitäten (Museum, Kunstgalerie, der Welt kleinstes Café, etc.) um die Zeit gerade erst aufmachten. Aber man konnte sich den hübschen Ort wenigstens in aller Ausführlichkeit anschauen.

      Der alte Ortsteil von Skudeneshavn mit seinen über 200 Holzhäusern zählt zu den besterhaltenen alten Ortszentren Norwegens. Als alter Segler- und Fischerort mit einer sehr geschützten Lage an der Südspitze von Karmøy hat Skudeneshavn eine lange Historie.

      Das Schiff legte direkt unterhalb einer felsigen Wand an in der sich Möwen eingenistet hatten und ihr könnt Euch denken, dass das Schiff natürlich mit Backbord (unsere Kabinenseite) am Kai lag. Hoffentlich gaben die Viecher wenigstens nachts Ruhe, bei unserer Ankunft wurde nämlich noch jede ankommende Möwe mit ohrenbetäubendem Geschrei aus zig Vogelkehlen begrüßt.

      Von hinten herum an die felsige Wand führte unser erster Gang durch einen parkähnlichen verwilderten Wald. Leonina meinte das sähe aus wie bei der Fernsehserie Stargate und wartete eigentlich nur drauf, dass hinter dem nächsten Baum irgendwelche Außerirdischen hervorsprangen. Oben auf dem Felsen hatte man eine tolle Aussicht über den vorderen Hafen von Skudenes. Unter uns die MS NORDSTJERNEN , links hinten die Hafeneinfahrt mit Vikaholmen Fyr. Und in der Ferne (nicht im Bild) konnte man Geitungen Fyr an der äußersten Spitze vor Karmøy ausmachen.





      Im Schein der untergehenden Sonne liefen wir nun durch Gamle Skudeneshavn. Dicht an dicht standen die weißgestrichenen Häuser. Unglaublich viele Rosen, Jasminsträucher und andere Blumen blühten. Schmetterlinge, Schwalben, alles war so friedlich und einladend... Leider war es schon weit nach 21:00 Uhr, so dass die Läden und auch das kleinste Café der Welt schon lange zu hatten.



      Eine kleine Brücke führte auf die im Hafen eingebettete Insel Corneliusholmen, in einem offenen Schuppen am Wasser feierte man - das Wochenende, das schöne Wetter, die Ferien oder auch nur sich selbst...



      Auch Skudeneshavn liegt an Südostküste, sodass wir den Sonnenuntergang nur erahnen konnten. So entschieden wir uns für einen Abendtrunk in der Bar am Hafen, draußen auf der Terrasse am Wasser. Man konnte den Freizeitkapitänen zuschauen, wie sie für den Abend in den Hafen kamen und ihre Boote aneinander vertäuten. Auf anderen Booten war Party im Gange, wieder andere lagen still im Wasser. Und über uns in den Wolken ein Farbenspiel von zartem Rosa und Blau vom Sonnenuntergang - reflektiert nochmals im spiegelglatten Wasser des Hafens.



      Auf der anderen Seite ging bereits der Mond auf, es war Vollmond !!



      Zurück am Schiff, die übliche Teilung, Leonina in die Koje und ich noch etwas mit dem Computer am Deck, und danach einfach nur sitzen und schauen und genießen...
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    • Oh, Du Ärmste. Auch nicht so eine kleine Blumentopfumhäkelung (siehe unten) ? Da wünsche ich mal schnelle und gute Besserung !!


      12.07.2014 Skudeneshavn - Lysefjord - Stavanger (Teil 1)

      Draußen ist es viel zu schön, um ihn in der warmen Kabine zu verschlafen. Ich habe es mir zur Regel gemacht auf der Reise früh (meist um 7 Uhr) aufzustehen und schon vor dem Frühstück (ab 8 Uhr) schon mal eine Runde auf dem oder um das Schiff zu drehen. Leonina nutzte hingegen die Gelegenheit, sich nochmals im Bett umzudrehen.

      Strahlend blauer Himmel, bereits angenehm warm - es war aber auch nachts angenehm - genau richtig für einen weiteren Rundgang durch das Städtchen. Erst auf die gegenüberliegende Kaiseite für ein Schiffsportrait, nochmals zu dem Aussichtspunkt auf dem Felsen.



      Vorbei an der Damå i Parken - der Galionsfigur des Segelschiffes Concordia, die vor fast 90 Jahren hier am Felsen installiert wurde.



      Im Städtchen war es friedlich und absolut ruhig. Leider waren aber auch alle Läden und Geschäfte zu. Von einem weiteren Aussichtspunkt, an dem auch eine alte Kanone stand, konnte man den Leuchtturm Geitungen Fyr sehr gut sehen. Am Horizont fuhr ein AIDA-Schiff vorbei - laut Marine Traffic die AIDA Luna. Der sollten wir heute nochmal begegnen.



      Als ich wieder am Schiff angekommen war, war dann Leonina auch bereit für ihren Rundgang. Aber ich blieb nun am Schiff und beobachtete noch etwas die Möwen in der Felswand.

      Wieder ging es bereits ein paar Minten vor der geplanten Abfahrtszeit um 12:00 Uhr los.





      Gemächlich ging es aus dem Hafen raus und über den spiegelglatten Skudenesfjord Richtung Stavanger. Vor Stavanger bogen wir links ab in den Åmøyfjorden um Stavanger herum zum Høgsfjorden. Dabei passierten wir die riesige teiltauchende Reparaturplattform Hermod.



      Bei Forsand bogen wir links in den Lysefjord, unter der Lysefjordbrua hindurch und ein paar Meilen in den Fjord hinein.



      Bis zum Preikestolen, der bekannten Felsplattform hoch über dem Fjord. Anders als im Januar war es richtig hell und das Wetter war genial. Sogar von unten konnte man zahlreiche Leute auf dem Felsen sehen, die ihre Nase mutig über die Felskante schoben.



      Nach einigen Drehungen des Schiffs unter dem Felsen ging es aus dem Fjord raus zurück Richtung Stavanger...
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • Huhu Alfred,

      da habt Ihr aber eine wunderschöne Tour :love: gemacht, mit der Nordstjernen!

      Und tolles Wetter habt Ihr gehabt, ja, ja, in Norwegen kann es auch warm sein ....................man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Bisher ist uns das noch nicht so wirklich gelungen, aber wir geben die Hoffnung nicht auf :thumbup:

      Ich freu mich auf die Fortsetzung!
      Liebe Grüße
      little.point Claudia

      :ilhr:

      Meine Reiseberichte: siehe Profil
    • lynghei schrieb:

      Deine interne Festplatte müsste doch schon bald Überfüllt sein.

      In dieser Hinsicht hatte das sehr gemächliche Reisetempo auch seine Vorteile. Die interne Festplatte hatte reichlich Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten. Und zudem bin ich ja einige Abschnitte im Januar gefahren, somit war es eine Wiederholung mit anderen Rahmenbedingungen.

      @little.point Man soll die Hoffnung nie aufgeben !!! :)

      Und nun zunächst ein Nachtrag zum Teil 1:

      Ungefähr auf Höhe von Kvitsøy Richtung Stavanger, die See spiegelglatt, Leonina und ich standen auf der Backbord-Nock. Der 1. Offizier stand auf Steuerbord und winkte uns eilig zu sich, wir durften durch die Brücke marschieren, aber leider einen Augenblick zu spät. Statt der Rückenflosse des Wals (vermutlich wohl ein kleiner Minkwal) konnte ich nur noch das zusammenschlagende Wasser festhalten. :(

      So und nun geht es weiter mit:

      12.07.2014 Skudeneshavn - Lysefjord - Stavanger (Teil 2)

      Auf dem Weg zurück vom Lysefjord nach Stavanger stellte ich mir schon langsam die Frage, wie langsam wir denn noch fahren wollten. Wir waren ja 3 Stunden später als im Fahrplan ursprünglich angegeben losgefahren, die dort vermerkte Ankunftszeit um 18:00 Uhr sollten wir locker schaffen. Was hätten wir bloß die ganze Zeit gemacht, wenn wir gleich um 9:00 Uhr losgefahren wären.

      Leonina war sowieso ganz hibbelig. Sie hatte nämlich herausbekommen, dass der Fernseher an Bord der Nordstjernen zwar TV2 zeigte, aber nicht NRK. Und auf dem Sender sollte das Spiel um den 3. Platz heute Abend übertragen werden. Damit machte sie nicht nur mich völlig fertig, sondern auch die ganze Mannschaft. Erst gab es keine Fernbedienung für den Fernseher, Livestream NRK über WLAN ging nicht, weil keine ausreichende Bandbreite. Beinahe unter Androhung schlimmster Gewalt ( :) ) forderte sie den armen Barmann dann ultimativ auf bis zum anderen Tag die Fernbedienung und eine Bedienungsanleitung aufzutreiben. Deutschland im Finale und sie hätte es nicht gesehen - unvorstellbar.

      Für das Spiel um den 3. Platz sollte es sich ausgehen, dass wir rechtzeitig in Stavanger sind. Mittlerweile waren wir wieder in den Schären um Stavanger, vorbei an der Schiffsreparaturplattform und ganz langsam um Hundvåg herum. Nun konnten wir auch sehen, warum die ganze Zeit auf der Brücke telefoniert worden war. Langsam schob sich die riesige "Mein Schiff 2" aus dem Hafen von Stavanger. Ein kurzer Begrüßungstuter der Nordstjernen blieb unbeantwortet - wahrscheinlich hatten die uns einfach nicht gesehen. :)



      Langsam ging es weiter hinein in den Vågen. Am Skansekaien noch ein weiterer Riesenpott, die AIDA Luna, die ich am Morgen schon vor Skudeneshavn in der Ferne gesehen hatte. Das Schiff überragte sogar die Spitze des Valbergtornet - gewaltig. Aber auch schön anzusehen in der Abendsonne. Das gute Wetter hatte uns weiterhin begleitet.



      Wir legten, nachdem ein Schlepper die riesigen Fender, die Mein Schiff 2 gebraucht hatte, abtransportiert hatte, direkt unterhalb von Gamle Stavanger, der Altstadt an. Im Januar hatten hier die MS Sandnes und die MS Rogaland gelegen, aber die waren nun beide nicht da - wie sich herausstellte, beide bereits auf ihren Torns nach Oslo, ebenfalls zum Konvoi.

      Da ich mich ja bereits auskannte, übernahm ich die Führung. Zunächst ein Gang durch Gamle Stavanger, alles wunderbar herausgeputzt und frisch gestrichen, riesige Hortensienbüsche und unzählige andere Pflanzen blühten und leuchteten in der Abendsonne.



      Vom Denkmal für Thore Horve, einen Seeoffizier aus Stavanger während des 2. Weltkriegs, aus konnten wir sehen, dass die ersten Leinen der AIDA Luna gelöst wurden. Da waren wir doch wirklich am idealen Standort, um die Ausfahrt zu verfolgen. Schon gewaltig, so ein riesiges Schiff in so einem kleinen Hafen.



      Eigentlich war nun Abendessenszeit, aber Leonina wollte unbedingt etwas von der Stadt sehen, bevor das Spiel anfing. Ein Gang rund um den Breiavatnet (den Stadtteich) und die Domkirke mit einem kurzen Zwischenstopp zur Stärkung mit einem Sandwich.



      Weiter zum Valbergturm und am Ölmuseum vorbei wieder zum Vågen. Zurück auf dem Schiff quälte Leonina nochmals die Besatzung wegen des Fernsehers, ohne Erfolg.



      Mir war das Spiel egal, so blieb ich auf dem Schiff. Leonina warf sich ins Getümmel am Skagenkai. Es war warm, sonnig und Samstag. Ganz Stavanger schien anwesend zu sein. Irgendwo habe sie eine Stelle mit Blick auf einen Monitor gehabt. In die Bars sei man nur mit Karte gekommen, erzählte sie hinterher. Erst als Betrunkene anfingen, sie anzumachen, ist sie zurück auf das Schiff gekommen. Das Spiel hatte den Aufwand ohnehin nicht verdient.



      Ich habe den Abend ganz entspannt auf dem Oberdeck der Nordstjernen zugebracht. Ab und zu ein Blick auf den Liveticker, aber ansonsten abwechselnd nach Osten auf die Stadt im Sonnenlicht und den anschließend aufgehenden Vollmond, bzw. nach Westen in das wunderschöne Abendrot hinein. Es war einfach nur herrlich !!!



      Insgesamt war es nun voller geworden auf dem Schiff, eine ganzer Reihe neuer Gesichter waren aufgetaucht, die offensichtlich die kürzere Strecke nur von Stavanger bis Oslo gebucht hatten.

      Planmäßige Abfahrt von Stavanger war für Mitternacht vorgesehen und bereits ein paar Minuten vor der Zeit wurde wieder die Gangway auf den Vordeck verladen und verzurrt. Immer noch war im Nordwesten ein Rest Tageslicht zu sehen, während auf der anderen Seite der Mond immer höher stieg und sich im Ententeich spiegelte.



      Ich blieb auch nach der Ausfahrt noch eine ganze Zeit in der Nacht draußen stehen. Es war immer noch mild und absolut ruhig und windstill.



      Heute war unsere einzige Nacht an Bord, in der wir nicht in einem Hafen liegen würden. Und das wirkte sich auch sofort auf zwei Dinge aus, erstens war die Temperatur in der Kabine bei geöffneten Bullaugen extrem angenehm und zweitens wiegte mich das Brummen des Motors sehr schnell in einen tiefen Schlaf.

      Nächster Hafen: Kristiansand...
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Capricorn“ ()

    • Ich geb die Hoffnung ja auch nicht auf :D , deshalb fahren wir ja in 4 Wochen wieder :dance: :dance3:

      Einen wunderschönen Abend hast Du da an Deck verbringen können, trotz Endspiel! Das hätte ich auch gemacht, wo ich doch so gar kein Fußball-Fan bin. Mir reicht auch das Ergebnis,..............wenn überhaupt :mosking:
      Liebe Grüße
      little.point Claudia

      :ilhr:

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    • Ja, little.point, wenn es sich so ergeben hätte, hätte ich auch auf das Spiel verzichtet. Schiff fahren geht klar vor. :)

      Aber Leonina hatte noch nicht aufgegeben...

      13.07.2014 Kap Lindesnes - Kristiansand - Grimstad

      Die Nacht war super, glatte See, milde Temperaturen und schöner Fahrtwind durch die offenen Bullaugen in der Kabine.

      Aber wir konnten ja nicht alle Tage gutes Wetter haben. Am Morgen war es grau und gelegentlich leicht nieselig. Der Wind hatte aufgefrischt und auch etwas abgekühlt. Wir fuhren etwas ab von der Küste, die hier relativ flach war. Gut dafür sich nochmal in der Koje umzudrehen. Aber kurz nauch 8 war ich an Deck und beobachtete die Vorbeifahrt am Kap Lindesnes, dem südlichsten Punkt Norwegens, markiert durch Lindesnes Fyr.



      Über Marine Traffic hielt ich Ausschau nach Großseglern, die vielleicht bereits von Fredikstad auf ihrem Weg nach Bergen sein könnten. Aber die lagen alle noch in Fredrikstad. Aber in unmittelbarer Nähe waren Schiffe unterwegs. Und tatsächlich, sogar ein ehemaliges Hurtigrutenschiff, die MS Gann, vormals MS Narvik, dem Schwesterschiff der MS Vesterålen.



      Aber das müssen die ehemaligen Hurtigrutenschiffe noch besser lernen. Es wäre doch überhaupt kein Problem gewesen, mit einer kleinen Kursänderung eine nähere Vorbeifahrt und ein Ehemaligentreffen zu arrangieren.

      Seit Stavanger waren ja einige neue Passagiere hinzugekommen und nun waren Leonina und ich nicht mehr die einzigen ausländischen Passagiere. Ein schweizerisches Paar - er stiller Mitleser hier - waren genauso nocksüchtig wie wir - es hat Spaß gemacht, Gesellschaft vorne zu haben !!!



      Gemächlich ging weiter entlang der Küste, weiterhin relativ unspektakulär und mit für meinen Geschmack zu großem Abstand, ein Leuchtturm nach dem anderen, bis wir etwa 3 Stunden vor der geplanten Ankunftszeit zwischen den Leuchtfeuern Oksøy und Grønningen in den Østergapet, den Fjord von Kristiansund einfuhren. Am Hafen ein großes modernes Gebäude direkt am Ufer - das Kilden Theater- und Konzerthaus.



      Die Nordstjernen fuhr noch um die Ecke an den ISPS-Kai. Es war Sonntag und wir waren zu früh. darauf war man nur bedingt vorbereitet. Es musste zunächst einmal organisiert werden, dass am Kaizugang eine Wache postiert ist, die den Weg- und Zugang zum Kai bewacht. Unsere Allzweckwaffe Sildekongen, der erste Offizier als Sicherheitsoffizier übernahm das schließlich in Abstimmung mit dem Hafenkapitän. Endlich durften wir losziehen in die Stadt.

      Leonina hatte schon den ganzen Morgen die Besatzung närrisch gemacht, weil sie immer noch nicht aufgegeben hatte, den Fernseher an Bord für NRK gangbar zu machen. Fernbedienung war, eine Bedienungsanleitung nicht aufzutreiben. Und es gelang ums Verplatzen nicht NRK einzustellen. Also mussten wir zusehen, dass wir im abendlichen Hafen Grimstad etwas passendes finden. Aber Leonina war irgendwie auf 80 und konnte das auch auf dem Weg in die Stadt nicht ablegen. Der Fahrer des Rundfahrtbähnchens wollte trotz eindeutiger Handzeichen einfach nicht anhalten und uns mitnehmen - Frechheit !! :) Aber der arme Kerl war noch gar nicht im Dienst, sondern fuhr wie wir später sahen, sein Bähnchen einfach nur zum Startpunktes seines Dienstes in der Rådhusgata.



      Aber auch dort kam Leonina nicht an Bord, entsprechend geladen war sie. Irgendwie war mir das nervig, so gingen wir einfach mal getrennte Wege. Gerade war der Gottesdienst in der Domkirke zu Ende gegangen, eine gute Gelegenheit, kurz in die Kirche hineinzuschlüpfen - eine wunderbare holzdominierte Architektur.



      Weiter führte mich mein Weg die Festningsgata vorbei an der Statue des Stattgründers Christian IV von Dänemark hinunter zur Festung am Hafen. Dort, fand ich heraus, vollzog die Cristianssand Artellerie Compagnie in den Sommermonaten stündlich einen Salutschuss aus der Bronzekanone, ergänzt mit den Erläuterungen zur Historie der Festung. Nur auf norwegisch, aber ich war überrascht, dass ich den Ausführungen ausgesprochen gut folgen konnte. :)



      Und dann komplettierte ich meine Runde durch die Stadt mit einem Gang durch Gamle Kristiansand, das alte Viertel mit zahlreichen Holzhäusern. Beim Rückweg durch die Haupteinkaufsstraße, die mittlerweile deutlich belebter war - auch weil des Wetter etwas aufgehellt hatte -, gönnte ich mir noch ein schönes großes Eis...



      Vor dem Konzerthaus lag mittlerweile ein großes Kreuzfahrtschiff, die MSC Orchestra. Entsprechend belebt war es am Restaurantviertel. Mit einigen Schwierigkeiten gelangten die vor dem Tor des ISPS-Kais stehenden Passagiere wieder auf das Gelände. Die Lichtschranke wollte nicht so, wie sie sollte.



      Kaum zurück kam etwas die Sonne raus, aber es hielt leider nicht lange vor. Und pünktlich wurde wieder die Gangway verladen und wir legten zum zweiten heutigen Etappenteil ab.



      Die Küste wandelte sich langsam zu einer rosa Granitküste, allerdings mussten wir weiter relativ weit vor der Küste fahren. Der Erste zeigte mir das, als ich nachfragte, auch einmal auf dem Monitor. Vor der Küste war ein relativ breiter Streifen mit zahllosen Untiefen ohne erkennbare für das große Schiff geeignete Fahrrinnen.



      Und so ging es relativ weit draußen an immer neuen Leuchttürmen vorbei bis zu den Leuchtfeuern Stangholmen und Rivingen. Die schmale Zufahrtsrinne in den Groosefjorden vor Grimstad. Erfreulicherweise waren wir ausgesprochen pünktlich, etwa 18:30 h.



      Abendessen war entbehrlich. Sofort stürzte Leonina los, ich kam kaum hinter. Erst in die falsche Richtung. Blöderweise fing es auch noch an zu regnen. Plötzlich war Leonina verschwunden. Kurz drauf per SMS die Info, dass sie eine Sportsbar gefunden hatte, die das Endspiel auf der Großleinwand zeigen wollte. Zwei Plätze am Tresen waren von ihr mit Beschlag belegt, als ich schließlich auch ankam. Da es in der Bar tatsächlich nur zu trinken gab, aßen wir umschichtig gegenüber im Kiosk noch eine Grillwurst. Der Abend wurde ja lang.

      Die Bar füllte sich langsam, insgesamt gab es mehr Anhänger für das argentinische Team, aber gute Aktionen beider Teams wurden gleichermaßen goutiert, so wie auch der Siegtreffer und die abschließende Ehrung. Ein besonderes Erlebnis !!! Und Deutschland war Weltmeister. Noch in der Bar erhielt ich von meinem norwegischen Geschäftspartner eine anerkennende SMS.

      Glückserfüllt ging es zurück zum Schiff und in die Koje - mal wieder mit Panoramablick direkt auf die Kaikante - Höhe je nach Tidenstand. :)
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • Die MS Gann scheint wählerisch zu sein, für ihr Schwesterschiff MS VESTERALEN hat sie sich im Februar mehr ins Zeug gelegt :thumbup:
      War doch gut, dass dieses Wahnsinnswetter am Endspieltag eine Pause eingelegt hat- so habt Ihr draussen nicht zu viel verpasst. Ich hab's in Akureyri gesehen und bin immer wieder rausgerannt, weil das Abendlicht so schön war ;)
      Viele Grüsse, Albatross
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