Im Reich der Dogen und zu Besuch bei Guareschi

    • 2014
    • Süd
    • Im Reich der Dogen und zu Besuch bei Guareschi

      Kaum wieder zu Hause, möchte ich euch einen kleinen Reisebericht meiner Italienreise nicht vorenthalten.

      Mein Resturlaub von 2013 musste weg und da ich nach der letzten Hurtigrutenfahrt ja schon angekündigt hatte, eine kleine Hurtigrutenpause einzulegen, hatte ich mich für ein sehr naheliegendes Ziel entschieden: Italien.

      20.März - Anreise

      Es ist 8:35 Uhr als ich aus der Tiefgarage fahre. Mein heutiges Ziel sollte ich normalerweise in rund sechs bis sieben Stunden erreichen.
      Bis München läuft es erst mal ganz gut, doch der mittlere Ring ist gepflastert mit Baustellen. Staus und stockender Verkehr ist die Folge. Es dauert gefühlt zwei Stunden, bis ich endlich auf der Garmischer Autobahn bin. Ich fahre diese Strecke eigentlich ganz gerne, zum einen spart man sich so das Pickerl in Österreich und zum anderen ist die Route über Garmisch – Mittenwald – Seefeld – Innsbruck landschaftlich sehr schön.



      Kurz vor Garmisch, es ist inzwischen 10:20 Uhr mache ich kurze Rast auf einem Parkplatz. Das Wetter verspricht einen traumhaften Tag. Seit Anfang der Woche wird der Tunnel bei Farchant bearbeitet, daher geht es nur durch eine Röhre mit Gegenverkehr. Ich freue mich, dass es trotzdem zügig durch den Tunnel geht, hatte mit Problemen gerechnet.
      Nun soll man sich ja nie zu früh freuen. Kurz hinter dem Tunnel kommt ein Kreisverkehr und prompt stehe ich hier im Stau. Es geht immer nur 10 m weiter, dann steht man wieder für gut 10 Minuten. Ursache dafür ist eine große Baustelle mit einspuriger wechselseitiger Verkehrsführung am Ortsanfang von Garmisch. Die Ampel lässt immer nur drei, vier Autos durch, bevor sie wieder für lange Zeit auf Rot schaltet.

      So ist es dann auch schon 12:00 Uhr durch, bis ich endlich durch Garmisch durch bin. So hatte ich mir das nicht vorgestellt, schon der halbe Tag vorbei und ich bin noch nicht mal in Österreich.
      Die Strecke bis Seefeld läuft aber jetzt gut, ohne Probleme. Hinter Seefeld, bei Zirl, muss man aufpassen, das man rechtzeitig von der Bundesstraße 177 herunterfährt, sonst landet man unweigerlich auf der pickerl-pflichtigen Autobahn. Die Bundesstraße 171 führt nun neben der Autobahn das kurze Stück bis Innsbruck.

      Hier nutze ich die Gelegenheit und tanke das Auto noch einmal voll, da der kraftstoff in Italien sehr teuer ist. Bei Inssbruck-Süd fahre ich auf die Brennerautobahn, die ihre eigene Maut hat. Man könnte auch über die alte Brennerstraße fahren, aber das dauert ewig und an jeder Ecke wird geblitzt.
      Ich habe zuvor mein Auto für die Videomaut angemeldet. Das funktioniert hervorragend, man kann direkt durchfahren. Das Kennzeichen wird gescannt und schon öffnet sich die Schranke. Für Italiens Autobahnen habe ich mir eine ViaCard für 50 Euro besorgt, das sollte für meine Belange reichen.

      Bis Trento-Nord geht es aber auch nicht so schnell voran, da die Autobahn an vielen Stellen Baustellen aufweist. Vom ADAC hatte ich mir zuvor einen RoutenSet zuschicken lassen. Da stehen immer die neuesten Bestimmungen usw. drin. Dazu gibt es eine Routenempfehlung. Die Routenempfehlung schlug eine Strecke über eine neue Superstrada ab Trento-Nord vor. Also mal ausprobieren dachte ich. Bei google hatte ich zuvor gesehen, dass diese neue Strecke an einem See vorbeiführt und dort ein großer Parkplatz ist. Hier wollte ich meine Pause machen.

      Ich fahre somit in Trento-Nord von der Autobahn und habe gleich das erste Problem, der Mautautomat akzeptiert meine ViaCard nicht. Barzahlung ist angesagt. Hinter Trento lasse ich einen Rastplatz rechts liegen, ich will ja zu dem See.
      Den Parkplatz am See gibt es auch, allerdings ist er komplett mit Ketten abgesperrt, das war es also mit meiner Pause. Die weitere Strecke bietet keinerlei Rastmöglichkeit mehr, da sie durchgängig mit Leitplanken versehen ist. Der erste Teil der Superstrada verläuft auch recht gut, doch der letzte Teil, ab Bassano del Grappa ist eine einzige Katastrophe. Ortschaft an Ortschaft, ständig Ampeln, permanent LKWs vor der Nase und max. Tempo 50 km/h. Ich habe da für ca. 60 km mehr als zwei Stunden gebraucht.
      Bei Padua-Ost konnte ich dann endlich wieder auf die Autobahn fahren und dort die letzten Kilometer bis Venedig in Ruhe abspulen.

      Bei der Mautstelle in Venedig gab es keinerlei Probleme, meine Card wurde sofort akzeptiert. Da war wohl in Trento der Automat defekt.

      Über den langen Steg führt nun der Weg bis Tronchetto. Hier muss ich auf die Fähre zum Lido di Venezia.



      Die eine Fähre fährt mir vor der Nase weg, aber die nächste kommt kurz danach. Auf der Fähre stelle ich das Auto ab und begebe mich aufs Oberdeck. Von hier hat man eine tolle Sicht auf die vorbeiziehende Stadt.



      Zuerst fährt man an den Kreuzfahrtterminals vorbei, die aber zu dieser Jahreszeit noch leer sind. Die Fähre fährt durch den Canale della Giudecca und ich kann schon die Ziele der nächsten Tage in Augenschein nehmen.



      Überall fahren auch schon die Vaporettos herum. Diese Wasserbusse werde ich die nächsten Tage mehrfach nutzen. Dafür habe ich mir im Vorfeld eine 7-Tage-Karte gekauft, die man für alle diese Verkehrsmittel nutzen kann so oft man will.



      Die Route der Fähre führt auch direkt am Markusplatz vorbei, dem Haupttouristenpunkt Venedigs. Ob ich den allerdings besuchen werde, hängt von der Menschenmenge dort ab.



      Um die Insel San Giorgio Maggiore nimmt die Fähre jetzt Kurs auf den Lido.


      Weit voraus sehe ich eine Kirche. In der Nähe dieser Kirche liegt mein Hotel.



      Vom Fähranleger sind es höchstens 100 Meter und schon stehe ich auf dem Hotelparkplatz. Das Zimmer im Hotel Victoria Palace ist sehr schön eingerichtet.



      Alles im alten venezianischen Stil, sieht man von den obligatorischen modernen Details ab. Die Aussicht ist super, ich schaue genau auf Venedig und kann die einzelnen Kirchen und Paläste ausmachen.

      Die Fahrt mit der Fähre hat ungefähr 30 Minuten gedauert und auch wenn ich diese kurze Fahrt sehr erholsam empfand, bin ich doch von der langen und nervigen Autofahrt (immerhin 9 Stunden und gut 30 Minuten) ziemlich geschafft. So beschließe ich mich erst mal auszuruhen und nach einem kleinen Nickerchen einen Abendbummel zu machen.

      Um ca. 19:00 Uhr hingelegt wache ich erst um 0:30 Uhr wieder auf. Den Abendbummel spare ich mir nun allerdings.

      Mal sehen, was der erste Tag in Venedig bringt.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • 21. März – Der Norden Venedigs

      Geschlafen habe ich lange genug und ein erster Blick aus dem Fenster verspricht einen traumhaften ersten Urlaubstag.



      Das Frühstück im Hotel ist sehr gut, es fehlt eigentlich an nichts. Direkt vor dem Hotel fährt alle 20 Minuten ein Bus ab, der direkt zum Anleger der Vaporettos fährt und den ich auch mit meinem 7-Tage-Ticket nutzen kann. Mehrere Vaporetto-Linien fahren hinüber nach Venedig, ich nehme die Linie 1, die vom Lido aus durch den Canal Grande bis zum Bahnhof fährt.



      Die Linie fährt auch direkt am Markusplatz vorbei. Danach biegen wir in den Canale Grande ein. Auffällig viele Gondeln sind heute unterwegs, fast alle besetzt mit chinesischen Touristen. Auf eine solche Gondelfahrt werde ich definitiv verzichten, mir sind 80 € für 40 Minuten Fahrt einfach zu teuer (wenn ich bedenke, dass mein 7-Tage-Ticket 50 € gekostet hat).



      An der Station Riva di Biasio steige ich um in die Linie 5.2, die mich in den Canale di Cannaregio bringt. An der Station Guglie steige ich aus, von hier starte ich meinen Spaziergang durch die nördlichen Regionen der Lagunenstadt.



      Nur wenige Schritte vom Anleger entfernt betritt man durch das Ghettotor das ehemalige jüdische Ghetto. Das Ghettotor kann man allerdings schnell verfehlen, da es vom Kanal aus wie ein einfacher Hauseingang aussieht. Durch mehrere enge Gassen führt der Weg, entlang an ehemaligen jüdischen Synagogen, zur Ponte del Ghetto.



      Über die kleine Brücke gelangt man zum Campo del Ghetto Nuovo, einem belebten Platz und gleichzeitig Gedenkstätte der Judendeportation. Bis hierher haben sich auch viele andere Touristen verlaufen, doch kurz hinter dem Platz wird es zunehmend ruhiger. Über die Ponte del Ghetto Nuovo gelange ich, entlang des Rio della Misericordia in sehr ruhige Stadtteile Venedigs.



      Ich schlängle mich durch enge Gassen und über mehrere kleine Brücken. Den einen oder anderen kleinen Platz überquere ich, wobei mir auffällt, dass fast auf allen Plätzen die schönen Trinkwasserbrunnen stehen, an denen sich jeder bedienen darf.



      Schließlich stehe ich auf dem Campo Sant'Alvise. Der Platz ist benannt nach der Kirche Sant'Alvise. Ich verzichte auf eine Kirchenbesichtigung, da die meisten Kirchen Venedigs ordentlich Eintritt verlangen. Auch ist das Fotografieren in diesen Kirchen strikt verboten.



      Wenige Gassen und Brücken später stehe ich vor der Kirche Madonna dell'Orto, in der einige Werke Tintorettos hängen sollen. Der Maler war hier ganz in der Nähe aufgewachsen und hat der Kirche diese Werke vermacht. Von hier ist es nicht weit bis zum Jachthafen Sacca della Misericordia. Hier hat man schon die Nordgrenze der Stadt erreicht. Ich wende mich also wieder nach Süden, hinein in weitere enge Gassen und Kanäle.

      Teil 2 folgt.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • 21. März – Der Norden Venedigs (Teil 2)




      Mein Weg führt wieder über kleine Brücken, vorbei an verschiedenen Kirchen und Palästen. In der Fondamenta della Misericordia finden sich mehrere nette Lokale direkt am Kanal. Ich entscheide mich für das Lokal mit den weißen Sonnenschirmen und lasse es mir bei Gnocchi quattro formaggi und gegrillten Scampi und Calamari gut gehen.



      So gestärkt gelange ich nach einem kurzen Stück über eine belebte Hauptstraße bald wieder in ruhigere Bereiche. Ab dem Campo Santa Fosca mit der gleichnamigen Kirche bin ich fast wieder alleine, jedenfalls der einzige, der hier mit Kamera herumrennt.



      Längst bin ich in der Gegend gelandet, in der einst Marco Polo aufwuchs. Auffällig ist hier die Kirche Santi Apostoli mit ihrem hohen Kirchturm.



      Bald gelange ich auf einen größeren Platz, den Campo San Giovanni e Paolo mit der gleichnamigen Basilica und dem Reiterstandbild Colleoni. Neben der Basilica kann man noch die schöne Fassade der ehemaligen Scuola Grande die San Marco bewundern.



      Wendet man sich von dort wieder nach Süden, stößt man bald auf den Campo Santa Maria Formosa. An diesem großen Platz kann man neben der gleichnamigen Kirche auch den Palazzo Ruzzini bewundern. Durch viele kleine Straßen und Gassen schlage ich die Richtung zum Canale di San Marco ein und befinde mich bald auf dem Campo Bandiera e Moro, östlich vom Markusplatz.



      Ich mache jedoch noch einen Abstecher in den Norden bis zum Campo della Confraternita mit dem Palazzo Gritti o della Nunziatura und in der Nähe der Kirche San Francesco della Vigna.
      Inzwischen spüre ich meine Füße jedoch sehr und beschließe nun langsam wieder zu einer der Vaporetto-Stationen zu gehen. Dabei lande ich noch am Eingangstor der großen Schiffswerft der Seerepublik, dem Arsenale.



      Als ich den Canale di San Marco wieder erreiche ziehen von Süden tiefe Wolken herein. Vom Lido ist nichts zu sehen und auch die hohen Kirchtürme der Lagunenstadt verschwinden im Dunst. An der Station Giardini besteige ich den nächsten Vaporetto Richtung Lido. Von der wieder mit dem Bus zum Hotel.

      Für den morgigen Tag habe ich mir einen Ausflug zur Fischerinsel Burano vorgenommen.

      Gruß Jobo,

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    • Danke, lieber Jobo, für diesen lustmachenden Bericht, die Lagunenstadt Venedig zu besuchen :thumbsup:. Besonders eindrucksvoll sind die letzten Fotos in #4 - sie zeigen das typische, untouristische Venedig! Danke nochmals für die Schilderung dieses Partes dieser Stadt - irgendwann will ich auch da hin... :thumbup:.
      Bist du gesundheitlich jetzt wieder auf dem Damm?

      LG

      foerdesprotte :)
    • Ja, war nur eine blöde aber heftige Erkältung. Dann fühlt man sich halt nicht so wohl und hat nicht unbedingt Lust was zu schreiben.
      Gruß Jobo,

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    • Jobo wrote:

      der großen Schiffswerft der Seerepublik, dem Arsenale.

      Das konnten wir mal im Rahmen einer Oldtimer Veranstaltung besichtigen, sehr interessant. Leider durfte damals nicht fotografiert werden. :pardon: Anschließend besuchten wir noch das Museo Storico Navale was auch sehenswert ist.

      Dein Bericht zeigt mir das es noch einige Ecken in Venedig gibt die ich noch nicht gesehen hab :search: Auf Burano war ich auch noch nicht, wird wohl wieder mal Zeit für einen Trip in die Lagunenstadt :whistle3:
      Nordlicht :flower:

    • Danke Jobo, dein Bericht kommt mir gerade recht, denn ich werde im November mal wieder 2,5 Tage in Venedig verbringen und möchte auch noch unbekanntere Ecken erkunden :thumbsup:
      :gr-blume: Sandra

      2011 NO * 2012 NN * 2012 LO * 2013 LO * 2014 2x LO * 2015 VA * 2016 2x NX * 2018 Fram, NX, LO
      Reiseberichte im Profil
    • wunderschöne Aufnahmen einer wunderbaren Stadt, lieber Jobo! :sdanke:
      "Verkehrschaotische" und lange Anfahrt: Hättest vielleicht über Kochel/Kesselberg nach Mittenwald fahren sollen, um das GAP-Chaos zu vermeiden,
      oder (aus eigener Erfahrung) mit dem Nachtzug. :imsohappy:
      Morgens ausgeschlafen in Venedig ankommen, kein Auto dabei haben (das man dort eh nicht braucht) und die Rückfahrt wieder über Nacht spart 2x die Übernachtungskosten. Ich empfand das jedenfalls ideal.
      Eines möchte ich anmerken: die größte Wasserstraße Venedigs heißt (=Eigenname) definitv: Canal Grande - ohne "e" :ui: *Gscheidhaferlmodus aus*
      Eine Empfehlung für alle, die nach Venedig fahren: Die Stadt ist besonders ganz früh morgens ein Traum! Z.B.: Die Ent- und Versorgungsschiffe sind unterwegs mit Müll - Obst - Wasserflaschenladungen, je nachdem. Alles, was den touristischen Ablauf stören könnte, muß außerhalb der Zeit geschehen, in der Touristen in der Stadt sind. Und wenn die Leute zur Arbeit eilen und die Touristen noch schlafen oder gerade frühstücken, kann man noch ein Stück "echtes Venedig" erleben. :love: :love: :love:
      Grüße, Bavaria :)
    • Bavaria58 wrote:

      und die Rückfahrt wieder über Nacht
      Tja, für die Rückfahrt brauchte ich allerdings noch unbedingt das Auto, aber dazu später mehr. :whistle3:

      Bavaria58 wrote:

      Canal Grande - ohne "e"
      Richtig, ist auch auf der Karte so, wobei bei allen anderen Canale steht. Ist mir noch nie so richtig aufgefallen. :thumbup:
      Gruß Jobo,

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    • Ich finde es immer wieder spannend, wie ruhig und beschaulich Venedig ein paar Meter abseits der üblichen Touristenpfade sein kann. Und noch schöner ist es am Abend (den frühen Morgen habe ich in Venedig noch nicht angetestet), wenn alle Tages-Touris (einschl. Kreuzfahrer) wieder verschwunden sind. :girl_sigh:
      Ein schöner Bericht mit super-tollen Bildern. :sdanke: :sdafuer:

      Jobo wrote:

      Ja, war nur eine blöde aber heftige Erkältung.
      Weiterhin gute Besserung. Weiß' (auch als Frau ;) ), wovon Du sprichst. ;) War nicht lustig die letzten 2 Wochen... ;(

      Nordlicht wrote:

      wird wohl wieder mal Zeit für einen Trip in die Lagunenstadt
      Wann fahren wir? ;) :laugh1:

      Freue mich schon auf Burano :!:
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


      Links zu meinen Reiseberichten: siehe Profil ...
    • 22.März – Burano


      Am nächsten Morgen haben sich die Wolken wieder verzogen. Nach dem guten Frühstück nehme ich wieder den Bus zur Vaporetto-Station.



      Ich nehme heute die Linie 5.1. Die beiden Linien 5.1 und 5.2 führen jeweils einmal komplett um Venedig herum, die 5.2 im Uhrzeigersinn, die 5.1 entgegen. Die angenehme Fahrt verbringe ich auf dem kleinen Achterdeck des Vaporettos, hier befinden sich je nach Schiffstyp sechs oder zehn Sitzplätze.



      Ich fahre bis zur Station Fontamenta Nuove, vorbei am nördlichen Eingang der großen Werft Arsenale. Auf der anderen Seite ist die Friedhofinsel Isola di San Michele zu sehen. Seit Beginn des 19. Jhs. werden die Verstorbenen der Lagunenstadt mit geschmückten Trauergondel auf diese Insel verbracht und hier begraben.



      In Fontamenta Nuove angekommen muss ich einige Meter bis über eine Brücke gehen, dahinter befindet sich die Station für die Linie 12, die nach Burano fährt. Wir machen noch einen Zwischenstop an der Station Murano Faro und nach Passieren des Canale di Mazzorbo an der gleichnamigen Station. Schon weit zuvor konnte man den schiefen Turm auf Burano erkennen.



      Dann erreichen wir Burano. Die kleine Insel ist weit weniger bekannt als die ähnlich klingende Glasbläserinsel Murano. Die knapp 5000 Einwohner der Fischerinsel müssen ihre Häuser aufgrund der ständigen Feuchtigkeit sehr häufig streichen. Irgendwann hat dann mal einer begonnen sein Haus in bunten Farben zu streichen, vielleicht aus Mangel an „normalen“ Farben. Andere haben nachgezogen und so ist das bunte Bild der kleinen Fischerhäuser heute ein Anziehungspunkt für viele Besucher.



      Da es noch recht früh ist, befinden sich aber jetzt noch nicht viele Besucher auf der Insel. Sehr groß ist die Insel ohnehin nicht und man braucht sicherlich nicht viel mehr als eine gute Stunde um die meisten der kleinen Gassen der Insel abzulaufen.



      Zentraler Punkt der kleinen Insel ist die Piazza B. Galuppi mit der Kirche San Martino, deren schiefer Kirchturm einem schon von Weitem den Weg weist. Baldassare Galuppi war ein auf Burano geborener italienischer Komponist.



      In der Kirche, die man ohne Eintritt besichtigen kann, hängt auch ein Frühwerk Tiepolos, die Kreuzigung. Leider ist diese Seite der Kirche zur Zeit durch Planen abgedeckt, aber auch so vermittelt die Kirche einen schönen Eindruck.



      Von der Piazza zweigt die Via B. Galuppi ab, die Hauptgeschäftsstraße der Insel. Burano ist bekannt für seine traditionelle Spitzenklöpplerei, die nur noch wenige einheimische Frauen beherrschen. Diese echte Burano-Spitze findet man nur noch in wenigen Geschäften zu entsprechend hohen Preisen. Was sonst in den Geschäften angeboten wird, ist meist industriell gefertigte Spitze aus Fernost.



      Ich mache mich wieder auf den Rückweg zum Anleger und esse hier noch eine kleine Pizza. Schnell finden sich die obligatorischen einheimischen Bettler ein. Vom Nachbartisch scheitert der Versuch diese mit einem Stück Pizzarand abzufertigen kläglich.



      Ich versuche der Mieze, mit den Kenntnissen aus meinem „Italienisch Sprachführer“ klar zu machen, dass es von mir auch nichts gibt, bin mir allerdings bis heute nicht sicher, ob sie deshalb wenig später abzieht oder sowieso gehen wollte.

      Auf der Rückfahrt habe ich Glück und erwische eines der großen Vaporettos. Auf dem Achterdeck genieße ich die ruhige Rückfahrt und die Station Fontamenta Nuove taucht viel zu schnell auf. Immer noch Lust aufs Vaporetto fahren steige ich wieder in die Linie 5.1 und fahre komplett um Venedig herum zurück zum Lido.

      Für den morgigen Tag habe ich einen längeren Spaziergang auf dem Lido ins Auge gefasst. Am Sonntag will ich nicht unbedingt in Venedig herum laufen, da sicherlich viele Tagestouristen dort unterwegs sein werden.
      Gruß Jobo,

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    • Na ja, ich war mir dann auch gar nicht mehr sicher, ob die Katze überhaupt richtig italienisch konnte. Als sie ging sagte sie jedenfalls statt Ciao nur Miau .... :hmm:
      Gruß Jobo,

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    • 23.März – Lido di Venezia

      In der Nacht hat es geregnet, allerdings hat der Regen am Morgen nachgelassen. Vor dem Frühstück habe ich noch Zeit mir das Hotel und den Garten dahinter etwas näher anzuschauen.



      Vom Hotel aus sind es nur rund 250 m bis zur Kirche San Nicolò. Hier schwenke ich hinüber zur anderen Seite des Lido. Dabei erwischt mich gleich ein heftiger Regenschauer und ich muss mich trotz Regenschirm und Regenjacke kurz unterstellen.



      An der Uferpromenade ist es besser, die Wege hier sind zum Teil beidseitig unter Bäumen, die einem guten bis sehr guten Schutz vor dem Regen bieten. Die Strände sind fast alle abgesperrt. Um sie nutzen zu können muss man sicherlich Eintritt zahlen. Sauber aufgereiht stehen die kleinen Umkleidekabinen auf den Stränden, während auf der anderen Straßenseite eine schöne Villa neben der nächsten steht.



      Die Adria ist heute ziemlich aufgewühlt. Bald stehe ich vor dem ehemaligen, 1900 erbauten Grand Hotel Des Bains. In diesem Hotel wurde Thomas Mann zu seiner Novelle „Tod in Venedig“ inspiriert. Der gleichnamig Film wurde ebenso in dem Hotel gedreht, wie die Szenen in Shepheard's Hotel in dem Film „Der englische Patient“. Nach einem Brand vor einigen Jahren wurde das Hotel 2010 geschlossen und soll angeblich seit 2011 zu einem Appartement-Komplex umgebaut werden. Auf mich machte der ehemalige Prachtbau eher den Eindruck einer Bauruine.
      Bald erreiche ich die Ecke mit dem Palazzo del Casinò und dem dahinterliegendem Palazzo del Cinema. Der Regen hat inzwischen stark nachgelassen.



      Gleich gegenüber steht ein weiterer historischer Prachtbau, das Grand Hotel Excelsior. Auch an diesem 5-Sterne-Luxushotel wird scheinbar kräftig renoviert. Während der Filmfestspiele logieren hier gerne die großen Filmstars. So haben auch schon Greta Garbo, Marlene Dietrich, Kirk Douglas und Paul Newman genächtigt.



      Von hier aus wende ich mich dem Innern der Insel zu. Immer wieder kann man hier schöne Villen in den Straßen sehen. Der Regen hat nun glücklicherweise ganz aufgehört. Hier und da kommt auch die blaue Farbe am Himmel wieder durch, während ich mich zum Mittagessen in ein nettes Gasthaus begebe. Auf dem Rückweg zum Hotel komme ich noch am Jüdischen Friedhof vorbei. Da Fotografieren auf dem Friedhof unerwünscht ist, begnüge ich mich mit einer Aufnahme von Außen.



      Über Venedig sind noch dunkle Wolken zu sehen. Kurz vor dem Hotel komme ich wieder an der Kirche San Nicolò vorbei. Den Rest des Nachmittags gönne ich mir heute etwas Ruhe im Hotel, von dem aus jetzt deutlich der inzwischen blaue Himmel über der Stadt zu sehen ist.



      Später wird es draußen noch einmal stürmisch. Die Lagune zeigt sich dabei durchaus von einer rauen Seite. Doch nur kurz nach Abflauen des starken Windes bieten sich herrliche Farbstimmungen am abendlichen Horizont.

      Für den morgigen Tag habe ich mir einen weiteren Spaziergang durch Venedig vorgenommen. Diesmal soll es mehr in die südlichen und westlichen Bereiche gehen. Mal sehen, ob das Wetter morgen mitspielt.
      Gruß Jobo,

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    • Übrigens, wer sich die genaue Position ansehen möchte, an der meine Bilder gemacht wurden, kann dies sowohl mit dem InternetExplorer wie auch mit Firefox machen. Meine Bilder enthalten die GPS-Daten in den Exifs.
      Sowohl IE, wie auch Firefox können standardmäßig keine GPS-Daten lesen.
      Beim IE muss mann zuvor einen EXIF-Viewer installieren (z.B. IExif von Opanda ) und beim Firefox ein entsprechendes AddOn (z.B. den Exif-Viewer ).

      Erst jetzt kann man mit den Browsern auf die EXIF-Daten der Bilder zugreifen. Dazu auf das Bild klicken, damit es sich öffnet und dann
      • beim IE - mit der rechten Maustaste aufs Bild klicken und "Locate Spot on MAP by GPS" auswählen.
      • beim Firefox - mit der rechten Maustaste aufs Bild klicken und "Folge Link zu EXIF-Daten" auswählen, in dem nun sich öffnenden Fenster herunterscrollen zum Bereich "Exif GPS IFD" und dort könnt ihr sogar unter "Links zu Onlinekartenwerke" zwischen verschiedenen Karten wählen.
      Auf den sich öffnenden Karten könnt ihr dann die genaue Position der Aufnahme sehen. :thumbup:
      Gruß Jobo,

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