Hurtigruten: Neue Märkte, neue Ziele

    • Hurtigruten: Neue Märkte, neue Ziele

      Hurtigruten plant nach Ankündigungen von Konzernchef Skjeldam, Finnmarken als Reiseziel konsequenter zu entwickeln und im Angebot zu positionieren - und wirft dabei seine Netze nach Russland aus.

      Zunächst will man Kirkenes als "Brückenkopf" neuer Ausflugs- und Erlebnisangebote ausbauen, die nicht am Grenzübergang Storskog endeten und so eher den Charakter der Stadt als Wendehafen unterstrichen, statt ihrer und ihrer Umgebung Potenziale gerecht zu werden. Man wolle von Kirkenes aus Ausflüge und mehrtägige Exkursionen nach Russland anbieten. Dabei seien die sich abzeichnenden vereinfachten Grenzprozeduren eine wichtige Voraussetzung, so Skjeldam.

      Zunächst wolle man Tagestouren nach Russland anbieten und habe bereits Pläne für mehrtägige Kurzreisen in das Nachbarland in der Schublade. Als Ziele böten sich die Städte Nikel, Petschenga und Murmansk an. Als Fernziel liebäugelt man sogar mit dem Anlaufen von Murmansk selbst, eventuell zunächst mit der FRAM, aber auch eine Verlängerung der regelmäßigen Route bis Murmansk in der Sommersaison sei nicht auszuschließen.

      Überhaupt, so Skjeldam, sei Nordnorwegen ja ein höchst attraktives Reiseziel - auch für Norweger - und der Tourismus dort ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Region sei eben einfach das Beste, was man zahlungskräftigen Gästen bieten könne, und gleichzeitig sei der Tourismus dort teilweise schon wichtiger als Öl und Gas. Klar sei eine Antarktisreise ein tolles Erlebnis, so Daniel Skjeldam weiter, aber der FRAM gelinge das Überqueren des südlichen Polarkreises vielleicht ein paar Mal in der Saison - der nördliche Polarkreis werde von Hurtigruten aber täglich überquert und liege erst auf der Hälfte der Reise nach Finnmarken. Und das sei, anders als die Antarktis , eben eine bewohnte Region mit lebendigen Gemeinden längs der Küste. Das und der damit verbundene Erlebnistourismus liege derzeit voll im Trend.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)

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    • BRITANNICUS schrieb:

      Zunächst wolle man Tagestouren nach Russland anbieten und habe bereits Pläne für mehrtägige Kurzreisen in das Nachbarland in der Schublade.

      Soll mir recht sein - wer´s mag. Weniger Freude hätten wir wahrscheinlich, wenn die Russen sich in größerer Anzahl auf den HR-Schiffe breit machen würden. Vorsichtig ausgedrückt will ich damit sagen, dass ihre "Mentalität" sich doch von unserer deutlich unterscheidet.
    • Daniel Skjeldam, CEO von Hurtigruten, möchte das Konzept von Hurtigruten erneuern. Die Sanierung der Kabinen und öffentlichen Bereiche könne auch dazu gehören. Ebenso möchte er mehr Schiffe in dem Bereich Expeditionsreisen neben der FRAM einsetzen. dazu sei es auch notwendig neue Schiffe zu kaufen.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Die neuen britischen Eigner von Hurtigruten loten jetzt die Möglichkeiten aus, wie sie Russland in ihr Angebot einbeziehen können. Dabei geht es zunächst um eine Großinvestition in ein neues Expeditionsschiff. Analog zu den FRAM-Reisen in die Antarktis und Arktis möchte man interessierten Passagieren künftig auch bisher unzugängliche arktische Bereiche Russlands anbieten.
      Im Visier stehen Ziele wie z.B. Novaja Semlja und Franz Josef-Land mit beeindruckender Natur und faszinierender Geschichte. Laut Daniel Skjeldam würden bereits gedankliche Vorbereitungen für Expeditionsreisen zu diesen Orten sowie ins Weiße Meer getroffen. Die russischen Behörden zeigen sich durchaus interessiert. Für den Tourismus würden sie nun auch Gebiete wie Novaja Semlja öffnen, die bisher aufgrund der jahrzehntelangen Atomtests für jeglichen Besucherverkehr gesperrt waren.
      Das Konzept besteht darin, dass man wissenschaftliche Vorträge über Natur, Kultur und Geschichte bieten möchte. Die Passagiere würden ausgebootet und an Land gebracht.
      Nordlicht :flower:

    • Novaja Semlya wäre aber eine Destination des allergrössten Risikogrades. Da kennen wahrscheinlich nicht mal die Russen die Ver-
      Strahlung und es gibt wahrscheinlich kaum Dokumentationen wo was wie und wann im Meer versenkt wurde. Absoluter Blödsinn nur daran zu denken
    • Norwegen ist schön. Wenn es jetzt einigen Marketingstrategen ergänzungsbedürftig wird, ist das vielleicht der Tatsache zu verdanken, daß Exklusivität mehr Geld bedeutet. Es gibt offensichtlich Kunden, die den Nordpol mit dem Atomeisbrecher besuchen wollen, es gibt auch Tschernobyltouristen. :sironie: Ab einem bestimmten Alter ist die Verstrahlung ohnehin egal .

      Als Hurtigrutenbegeisterter und Norwegenfreund ü 60 : da simmer dabei (den Refrain kennt jeder aus Kölle) Herzliche Grüße, Birkeland
    • Jetzt lest mal genau - weder die Touristen noch Hurtigruten möchte das, sondern der russische Aussenminister. Als Aussenminister kann man doch mal Ideen einbringen - umsetzen muss sie ja kein Mensch ;)

      Dazu muss man aber auch mal sehen dass an der russisch-norwegischen Grenze fröhliches Zusammenleben herrschte, das sieht man ja auch in Kirkenes , wo die aus dem Boden gestampften Supermärkte voll mit Russen sind. Und wo kommen die her? Sicher nicht alle nur aus dem kleinen Ort Nikel. Leider - muss man nun mal sagen - schleicht sich aber mit der momentanen politischen Lage wieder eine Eiszeit ein, die die Bewohner beider Seiten nicht gerne sehen. Da kann sich so eine Idee des (Wieder-) zusammenwachsen bei einem Politiker schon mal entstehen.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Ich denke, dass es keinen Sinn macht, die eigentliche Hurtigrute zu verlängern, weil dann zusätzliche Schiffe benötigt werden. Ich habe mal nachgemessen (bzw. von MT und Google Maps nachmessen lassen), wie lange die Strecke von Kirkenes via Murmansk zu den Solovetskij-Inseln im Weiße Meer und retour ist und bin dabei auf eine Strecke von ca. 1.440 NM gekommen. :search:
      Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 Knoten dauert die Fahrt alleine genau 24 Stunden 4 Tage. Hinzu kommen die Liegezeiten in den Häfen. Die Gesamtstrecke Bergen - Solovetskij-Inseln - Bergen wäre dann um 5 Tage länger, so dass - bei täglicher Abfahrt - fünf weitere Schiffe benötigt würden. :ilhr: :ilhr: :ilhr: :ilhr: :ilhr:

      Mit dem gegenwärtigen Staatsvertrag wäre eine solche Verlängerung sicherlich nicht machbar. :grumble:
      Ich halte es zudem (gelinde geschrieben) für eher unwahrscheinlich, dass die norwegische Regierung bereit wäre, eine Verbindung nach Russland zu subventionieren. :nono:

      Weil diese erweiterte Hurtigrute dann eine internationale Verbindung ist, wäre es dann wohl nicht mehr ohne weiteres möglich wäre, die Schiffe in den Häfen zu besuchen. :negative:

      Es wäre daher sicherlich realistischer und besser, wenn die Verbindung von Kirkenes nach Murmansk und weiter ins Weiße Meer als eigenständige Route realisiert werden würde. Die Reisenden würden dann in Kirkenes umsteigen. :godtur:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

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    • Es verdichten sich immer mehr die Gerüchte, dass Hurtigruten den regelmäßigen Fährbetrieb im Jahr 2020 (bei Wegfall der staatlichen Subventionen) einstellen wird. Daher werden die Schiffe auch jetzt schon für ein sogenanntes "Explorer-Niveau" umgerüstet. Für das erste Schiff, die MS MIDNATSOL , soll dies bereits in der Werft in Bremerhaven geschehen sein.
      Man darf auf die ersten Bilder aus dem "umgerüsteten" Schiff gespannt sein.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
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