Hügelige Spaziergänge in Hafenstädten

    • Hügelige Spaziergänge in Hafenstädten

      Wir waren vom 4. bis zum 15. September mit der Kong Harald unterwegs – es war unsere erste Fahrt mit einem Hurtigrutenschiff. Nachdem ich vor und während unserer Fahrt von dem profitieren konnte, was sich an Informationen in diesem schönen Forum schon vorfand (oder auf meine Fragen hin beigetragen wurde), möchte ich gern in Gestalt dieses Beitrags ein wenig zurückgeben.
      Von Hurtigruten angebotene Ausflüge habe wir keine gemacht (wir wollten gern selbst bestimmen, was wir in welcher Geschwindigkeit an Land tun). Es war auch nicht unser Ding, die in Reiseführern vermerkten Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Wir wollten uns lieber zügig bewegen (gern bergauf) und nette Ecken kennenlernen. So haben wir uns vor dem Ankommen im Hafen (zumeist am Vortag über das Internet ) orientiert und versucht herauszufinden, wo man gut spazierengehen kann. Nachfolgend möchte ich Euch gern schildern, was sich daraus ergeben hat. Ich nenne die Städte in der Reihenfolge, in der wir sie erlebt haben. Trondheim kommt dabei nicht vor, weil uns der Spaziergang weitgehend zu den allseits bekannten Zielen geführt hat. Die Straßennamen rekonstruiere ich jetzt über im Internet verfügbare Karten – ich habe sie mir nicht notiert und hoffe, dass der nunmehr auch als NSA-Datenlieferant bekannte Suchmaschinenanbieter in seinen Maps die Straßen korrekt bezeichnet.
      Beim Lesen ist zu beachten, dass wir im September (keine Glätte) bei gutem Wetter (kein Regen) unterwegs waren. Um den Artikel nicht zu lang werden zu lassen und endlich mal in die Pötte zu kommen, werde ich den Beitrag in mehreren Teilen liefern. Hier erst einmal Teil I.

      Bergen :
      Wie schon an anderer Stelle geschildert, fanden wir uns nach dem Transport zum Hurtigrutenterminal am Ende einer sehr langen Schlange vor (ca. 170 Menschen in einem Charterflieger ergeben am Ende eine stattliche Schlange – durch massenhaftes Vordrängeln standen am Ende fast alle vor uns). Also haben wir uns, da wir uns um das auf dem Weg zur Kabine befindliche Gepäck ja nicht kümmern mussten, spontan auf den (Fuß-)Weg gemacht. Wir sind direkt gegenüber der Einfahrt zum Hurtigrutenterminal (Richtung SO) in eine schmale Straße gegangen und waren blitzschnell in einem Bereich schmaler, kaum befahrener Straßen, die den Berg hinauf führten. Endstation unseres Marsches nach oben war die Johanneskirken am Sydnesplassen. Wir sind wohl durch Gamle Nøstegaten, Sydnesmauet, Sydneskleiven und Sydnesgaten gegangen – man kann aber auch anders gehen. Kurz nach Passieren der Kirche sind wir rechtwinklig nach links abgebogen und dort die (zunächst aus Stufen bestehende) Straße (Olav Kyrres gate) hinuntergegangen, die direkt in die Innenstadt hinunterführt. Dort sind wir – ungefähr auf Höhe der sich quer auftuenden Sichtachse zwischen Theater zur Linken und Festplassen zur Rechten – umgedreht, weil wir dann wieder zum Anleger wollten. Für den Rückweg haben wir noch mal den gleichen Weg gewählt, weil der Weg schön war und das auf diese Weise erneut zu bewältigende Höhenprofil uns die Hoffnung bot, den Ärger über die dreist-vordrängelnden Mitreisenden hinter uns zu lassen (wir mussten mit diesen ******* ja schließlich noch 12 Tage aushalten …). Aber wer mag, kann natürlich auf direkterem und ebenerem Weg zurückgelangen (z.B. über Håkonsgaten).

      Ålesund :
      Da wir nach dem Sommerfahrplan unterwegs waren (und so den sehr schönen Hjørundfjord erleben konnten), blieb für das schöne Ålesund nicht viel Zeit – nur eine gute Stunde am frühen Abend vor der Weiterfahrt nach Molde . Der Aksla mit seinen 418 Stufen, eigentlich das Topziel für uns Bergaufspaziergänger, fiel somit aus – das ist in der Kürze der Zeit allenfalls etwas für Bergaufrenner, nicht aber für uns. Also haben wir uns ein anderes Opfer gesucht, das es zu erklimmen galt. Ich kannte den Hügel schon vom Sehen, da man ihn auf der Frontkamera der Schiffe erkennen kann, wenn diese am Kai liegen. Das große gelbe Gebäude, das man am Hang liegen sieht, befindet sich dort oben – der Aussichtspunkt ist, vom Schiff aus gesehen, kurz dahinter. Man verlässt also das Schiff, umrundet das große Gebäude am Kai und hält sich rechts, um dem Fußweg zwischen dem Ålesundet und der Straße (erst Skansegata, dann dann einem Rechtsschwenk die Notesesgata) zu folgen. Kurz danach überquert man die Brücke über den Ålesundet und hält sich rechts (Apotekergata). Hier erreicht man einen Platz, der einen netten Blick zurück über den Ålesundet bietet; außerdem beginnt hier der Bereich, der unter dem Blickwinkel Jugendstil(häuser) interessant wird (hier liegt auch das Jugendstilmuseum (Jugendstilsenteret)). Wenn man ein Stück weiter geht, knickt die Apotekergata nach rechts ab (genauer: man trifft in einer T-Kreuzung auf eine Straße, die rechts die Apothekergata ist und links die Kirkegata). Hier finden sich (nach dem Rechtsschwenk) einige interessant Häuser, die gern fotografiert werden. Wir sind dann schon bei der nächsten Gelegenheit nach links in die Bakkegata abgebogen – weil unsere Hauptrichtung ja bergauf war. Dann sind wir gleich wieder links in die Øwregata eingebogen, die auf eine bemerkenswerte (das ist die Umschreibung von: habe von Architektur keine Ahnung, fand den Bau aber interessant) Kirche zuführt. Hinter der Kirche sind wir nach rechts bergauf gegangen (Aspegata) und bei der zweiten Gelegenheit nach links abgebogen (Markvegen). Nach einigen Häusern endet die Bebauung. Von hier aus sieht man aber schon die Fußwege, die auf den (auch schon weiter unten ausgeschilderten) Aussichtspunkt hinaufführen. Von hier aus hat man einen Blick auf das Schiff und die Strecke, die wir vor dem Anlegen gefahren sind. Zurück geht es dann weitgehend auf die gleiche Weise (wir sind noch um das große gelbe Gebäude unterhalb des Aussichtspunktes herum und dann wieder bergab gegangen). Achtung: Auch wenn das Schiff vom Aussichtspunkt relativ nahe ist, ist der Rückweg ebenso weit wie der Hinweg (wenn man dort keine Schlenker eingebaut hat)! Denn es gibt nur eine Brücke über den Ålesundet – der Rückweg ist über dreimal so lang wie die Luftlinie!

      Bodø :
      Für Bodø haben wir uns einen netten Hügel ausgesucht, der vom Hafen in kurzer Zeit (15 min?) erreichbar ist und einen netten Weitermarsch in die Innenstadt ermöglicht. Achtung: In einem älteren Thread des Forums wird der Eindruck erweckt, es handele sich um einen „Berg“ – aber immerhin liegt der höchste Punkt merklich oberhalb des Oberdecks der Hurtigrutenschiffe – und das wohl bei jedem Schiff (für die Kong Harald reichte es locker) und bei jeder Tide …
      Man verlässt das Schiff und geht in Richtung Bug am Schiff entlang – so wie diejenigen, die direkt ins Zentrum unterwegs sind. So gelangt man schon nach wenigen Minuten an die Straße Jernbaneveien, die man überquert. Auf der zu den Eisenbahnschienen gerichteten Straßenseite folgt man dem Fußweg. Um nach links in die Sjøgata zu gelangen, muss man nicht ganz zur Straßenkreuzung vorgehen, sondern kann kurz vorher über den Bahnhofsvorplatz abkürzen. Wenn man über die Treppe an der Sjøgata angelangt ist, folgt man dieser kurz nach links, um sie –(fast noch gegenüber vom Bahnhofsgebäude) zu überqueren und rechts einzubiegen. Die auf diese Weise erreichte Biskop Kroghs gate geht man ein Stück bergauf. Wir sind dann an der dritten Straße (Kongens gate) nach links abgebogen – man kann stattdessen auch eine andere (Parallel)Straße nehmen. Die Kongens gate kreuzt kurz vor ihrem Ende die Straße Parkveien. Von der Kreuzung aus sieht man schon auf der rechten Seite mit dem begrünten Hügel (hier liegt der Rensåsparken), das Ziel des kurzen Spaziergangs. Hier bieten sich viele Rasenflächen, zahlreiche Bäume, Sitzbänke, die Zielkörbe eines Frisbeeparcours – und ein Ausblick auf den Hafen, der uns die schon oben vermittelte Erkenntnis bot, dass wir uns immerhin oberhalb der Oberkante der Kong Harald befinden. Wenn man diesen grünen Ruhepol hinter sich lassen möchte, gelangt man zu Fuß einfach in die Innenstadt – man begibt sich zur Kongens gate zurück (oder wählt zur Abwechslung eine Parallelstraße) und geht sie nun in umgekehrte Richtung. Wir sind dann nach Erreichen der (leider im Regelfall geschlossenen) Domkirke nach rechts Richtung in Richtung der Geschäftsstraßen hinunter, über die Storgata zurück zum Bahnhof und von dort aus auf bekanntem Weg zurück zum Schiff gegangen. Man kann den Spaziergang aber auch ausdehnen, indem man z.B. zum Jachthafen und/oder zum Flughafen weitergeht.

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