Neues von Norwegens Straßen

    • Schnee als Verkaufsschlager

      Sand in der Wüste, Gefriertruhen auf Grönland und Heizungen in den Tropen - die Liste von zweifelhaften Geschäftsideen ist bekanntlich lang. Doch ebenso bekannt ist, dass Ausnahmen die Regel bestätigen - so wie Frode Aronsen aus Junkerdal gerade einmal wieder beweist.

      Er "verkauft" nämlich Schnee an LKW-Fahrer - und das in einer Gegend, wo das weiße Zeugs gerade in Massen herumliegt und eigentlich herrenlos ist.

      Naja, er hat das erst einmal getan, aber der Hintergrund ist durchaus ein ernster, denn ein lettischer Brummichauffeur brauchte dringend Ballast, um Gewicht auf die zwei Achsen seines Aufliegers zu bekommen, bevor es über Saltfjellet nach Mo i Rana gehen sollte. Kurzerhand belud Frode das Gefährt mit drei Tonnen Schnee und rettete dem Lastzug so die Weiterfahrt. Er sei für die Hilfeleistung auch bezahlt worden, so der "Schneehändler von Junkerdal", wolle aber keine Preise nennen.

      Aber auch sonst ist Frode immer wieder damit beschäftigt, Lastzügen zu helfen, erst kurz vor dem "Schneeverkauf" leistete er einem Brummi, der aus eigener Kraft nicht auf Tjernfjellet hinaufkam, mit seinem Traktor Schlepphilfe.

      Auch die Polizei im Distrikt Salten ist froh, das Aronsen immer wieder LKW-Fahrern zu Hilfe kommt, die bei den schwierigen Winterstraßenverhältnissen an der E6 nördlich Saltfjellet hilfsbedürftig werden.
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      BRITANNICUS :)
    • Dass die Norweger manchmal etwas merkwürdig parken, haben wir ja schon in #314 gelesen :mosking: , aber so geht es ja nun auch nicht :x-w00t:
      Nur diesmal haben die Fahrer eigentlich gar keine Schuld, sondern eher das Chaoswetter. Viel Schnee, plötzlich Regen und ein Temperaturanstieg von bis zu 30° haben verheerende Folgen vor allem in Nordland und Troms. Selbstständig hat sich auf dem spiegelglatten Parkplatz in Tromsø ein Auto in Bewegung gesetzt und gleich 5 weitere mitgenommen. Das Ergebnis sieht man auf dem Foto...und nun? :laugh1:
    • BRITANNICUS schrieb:

      ist die neue Kåfjordbrücke im Rahmen des E6-Ausbaus bei Alta, und nun stehen die Arbeiten still. Grund: Das ausführende österreichische Bauunternehmen Alpine Bau hat [...] sich heute Vormittag in Österreich um ein richterliches Vergleichsverfahren bemüht.
      Heute soll die Brücke nach langem Hin und Her nun eröffnet und die E6 damit 7 km kürzer werden.
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      BRITANNICUS :)
    • Großes Schneeräumen

      Etwas aufwendiger als bei uns üblicherweise ist das Schneeräumen auf den Fjellübergängen in Norwegen - wie hier aktuell auf Vikafjellet. Die Straße ist seit dem 23. Dezember gesperrt, heute wurde der letzte Abschnitt durch tweilweise sechs Meter Schnee freigeräumt, hatte aber noch nicht die für den Autoverkehr notwendige Breite. Ob es für die Autos was wird ist übrigens fraglich - es soll heute da oben wieder unwettern und kräftig schneien...
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      BRITANNICUS :)
    • Traurige Jahresbilanz

      Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verkehrstoten in Norwegen stark um 46 auf insgesamt 191 angestiegen. Was genau die Gründe für diese unschöne Entwicklung sind, ist nicht eindeutig geklärt, es herrscht aber Einigkeit darüber, dass sie gestoppt und umgekehrt werden müsse.

      Auffällig ist, dass der Anstieg sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte vollzogen hat, in der die Zahl der Unfalltoten sehr deutlich über der des Vergleichsmonats 2012 gelegen habe. Dabei sei die Mehrzahl der Verkehrstoten über 45 Jahre alt gewesen und habe sich nicht angeschnallt. Während der Anteil der Gurtmuffel auf Norwegens Straßen bei "nur" 5% liege, seien über 40% der Verkehrstoten nicht angeschnallt gewesen. Ebenso, so stellen Experten fest, hätten überhöhte Geschwindigkeit und Fahren unter Rauschmitteleinfluss eine starke Rolle gespielt.

      Zudem rückt der technische Zustand der Autos und der Straßenausbau in den Fokus der Analysten. Im letzteren Bereich sei Nachrüstungsbedarf gegeben, z.B. durch Mittelleitplanken an Unfallschwerpunkten usw.

      Gleichzeitig sollen auch die Aufklärungskampagnen längs der Straßen und in den Medien intensiviert werden.
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      BRITANNICUS :)
    • Kvænangsfjellet soll untertunnelt werden

      Kvænangsfjellet mit dem Aussichtspunkt beim Hotel Gildetun gilt als einer der von der Aussicht her schönsten Fjellübergänge an der E6, wenn nicht gar in ganz Norwegen. Zahllose Touristen genießen sommers den Ausblick über Fjord, Inseln und Fjell auf der Durchfahrt oder Rast oder unternehmen Wanderungen, und winters ist die Gegend um Gildetun ein beliebtes Skigebiet.

      Doch verkehrstechnisch gesehen ist der Fjellübergang bei Gildetun ein Verkehrshindernis, das nun beseitigt werden soll. Nachdem die Vor- und Nachteile von vier Vorplanungen bei Statens vegvesen gegeneinander abgewogen worden sind, stehen nun zwei Möglichkeiten im Raum:

      1. Die "große Lösung" sieht die Untertunnelung des gesamten Fjells mit einem 13,4 km langen Tunnel zwischen Skogstad und Rakknes vor. Diese von Statens vegvesen als beste und sicherste Wegführung für die E6 bezeichnete Lösung würde ungefähr zwei Milliarden Kronen (ca. € 250 Millionen) kosten.
      2. Eine Lösung mit zwei kurzen Tunneln, einem 2,7 km-Tunnel längs der schneelawinengefährdeten Medvollia und einem 3,4 km-Tunnel unter der Passhöhe würde teilweise die bestehende Streckenführung nutzen, wobei die Straße bautechnisch verbessert werden würde, insbesondere die Lawinen- und Erdrutschsicherung müsste optimiert werden. Mit 1,1 Milliarden Kronen (ca. € 138 Millionen) wäre dieses die kostengrünstigere Alternative.

      Die Bürgermeister der Gemeinden Kvænangen und Nordreisa sind grundsätzlich für die ihnen inzwischen zugestellten Ausbaupläne, möchten aber gerne die derzeitige Straßentrasse als Sommer- bzw. Touristenweg beibehalten. Dazu wäre die Zweitunnellösung die geeignetere Alternative, so Nordreisa-Bürgermeister Lidvart Jakobsen. Dafür spräche laut seinem Kollegen aus Kvænangen, Jan Helge Jensen, auch die kürzere Bauzeit, sodass die sichere Straßenverbindung schneller realisiert werden könne.
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      BRITANNICUS :)
    • Auf der Karte in diesem Artikel zum Thema kann man ganz gut sehen, welchen Umweg man fahren muss, wenn die E6 bei Gildetun, die einzige direkte Straßenberbindung zwischen Nord-Troms und der westlichen Finnmark, gesperrt ist: satte 370 km durch Finnland.

      Letztes Jahr war die Strecke übrigens 37 Mal gesperrt und durfte 23 Mal nur in Kolonne befahren werden.
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      BRITANNICUS :)
    • Neben den touristischen Aspekten gäbe es noch einen weiteren Grund, die Straße über den Pass zu erhalten > falls der/die Tunnel mal blockiert oder gesperrt ist/sind - was in jüngerer Zeit andernorts mehrfach vorgekommen ist - stünde diese als Ausweichroute zur Verfügung. :hmm:
      <3 lig hilsen
      Bernhard
    • Hallo,

      hier ist die 2012er Version, entstanden während meiner Reise mit dem Rad ans Ende der Welt:



      So sieht es dort mit dem Hotel Gildetun aus:



      Wenn die Passstraße bei Eröffnung des Tunnels dicht gemacht werden sollte, würde das alles verloren gehen und auch das Hotel kann dichtmachen. Wenn dann der Tunnel für Radfahrer gesperrt wird, bleibt als Alternative nur die Fahrt mit der Hurtigrute von Öksfjord nach Skjervöy oder eben der über 300km lange Umweg über Finnland :cursing: . Alle Bilder können durch anklicken vergrößert werden!
      Gruß

      Jürgen

    • Es geht darum, dass es im Winter überhaupt eine Straße über den Pass gibt. Benutzbar sollte die alte Straße nur im Sommer sein, im Winter braucht sie kein Mensch, wenn es einen Tunnel gibt, und schon gar nicht bei Schneestürmen in der Polarnacht. Gildetun ist nur im Sommer geöffnet. Das Hotel ist auch bei Wanderern beliebt, nicht nur bei Durchgangstouristen als Raststätte und Unterkunft....und denen ist es sicher wurscht, ob die Straße E6, RV, FV oder sonst wie heißt.
    • BRITANNICUS schrieb:

      Und wie auf Bestellung beginnt NRK mit der Ausstrahlung der sechsteiligen Doku-Serie Brøyt i vei über den Alltag der Schneeräumkommandos im hohen Norden des Königreichs. Zu sehen ist das Ganze auch online (zumindest erst einmal die erste Folge).


      Auch die Folgen zwei und drei sind in Deutschland online ansehbar.

      Gestern abend wæhrend der Laufyeit gab Probleme mit dem Ansehen, bei mir jedenfalls, heute war alles gut.