Neues von Norwegens Straßen

    • Geld sparen mit Rechtschreibung

      Gut 12.000 Kronen (ca. € 1.500,-) wird Statens vegvesen die Beseitigung eines Rechtschreibfehlers auf dem Zoll-Hinweisschild an der neu ausgebauten E105 vor dem norwegisch-russischen Grenzübergang Storskog bei Kirkenes kosten.

      Der Grund: Warum auch immer wurde im Englischen CUSTOM statt CUSTOMS geschrieben. Nicht so schlimm? Oh doch - denn so sind es nur zwei Kilometer bis zur Sitte, dem Brauch oder gar der Kundschaft. Denn all dieses (und noch mehr - es ist eben ein vielseitiges Wort ;) ) kann CUSTOM bedeuten, bloß eben nicht ZOLL. Dazu muss CUSTOMS verwendet werden, das wiederum gleichzeitig der Plural von CUSTOM ist. :wacko1:

      Die Vermutung: Möglicherweise war ja ein Englischlehrer am Werk, oder ein übereifriger Schöler, oder das Rechtschreibprogramm... :D
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Schrecklich, so was möchte ich wirklich nicht erleben !!
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

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    • Irgendwie finde ich es schon seltsam, :S dass sich ein ähnlicher Zwischenfall vor einigen Jahren auf der gleichen Strecke (Täter auch afrikanischer Herkunft) ereignet hat. (Siehe Link von Kranich). Da macht man sich schon Gedanken, was die Auslöser für eine solche Tat waren.

      LG

      Ingrid
    • Ein wahrer Autozirkus...

      Vielleicht durften einige von Euch in der Schule noch Theodor Fontanes Ballade vom Jockel auswendig lernen - wenn nicht, ist das aber auch nicht schlimm und Ihr dürft weiterlesen. ;) Bei dieser Geschichte musste ich nur unwillkürlich an eben jenes Werk von Fontane denken:

      Es war einmal ein polnischer Kraftfahrzeugführer, der chauffierte sein polnisches Kraftfahrzeug durch die norwegischen Lande durch die Gemarkung, welche auf den Namen Steigen hört. Dortselbst gibt es auch Straßengräben, die besonders bei weißer Pracht auf dem Fahrdamm besonders verlockend für Automobile sind. Und so fand sich besagter Kraftfahrzeugführer auch bald in einem dieser fiesen Straßengräben wieder.

      Da kam alsbald ein Traktor den Fahrdamm entlang, und der Traktorist erbarmte sich des in Verlegenheit gefangenen Automobilsten und wollte dessen Auto vermittels der Schleppkraft seines Dieselrosses aus der grabenbedingten Zwangslage befreien. Doch - oh Graus - der Traktor solidarisierte sich mit dem Personenkraftwagen, stattete ihm im Graben einen Besuch ab und fand es dort so angenehm, dass er kurzerhand entschied, zu bleiben.

      Nun war guter Rat teuer, jedoch war er nicht weit entfernt, denn ein hochbeladener, tonnenschwerer Schrottlastzug näherte sich den in lauschiger Zweitracht im Straßengraben verweilenden Radfahrzeugen und fühlte sich sogleich bei seiner Ehre gepackt. "Ihr werdet's schon sehen, für mich ist das ein Klacks mit der Wichsbürste!" tönte der Schwertransporter und schickte sich an, das Tête-á-tête im Straßengraben mit großer Zugkraft zu einem Ende zu bringen. Aber das fesche Personenauto und der Traktor im Graben waren in Wahrheit die bei Homer schon warnend erwähnten Sirenen und aus dem Tête-à-tête im Straßengraben wurde flugs eine Ménage-à-trois!

      Dabei ist es auch geblieben, denn ein viertes Kraftfahrteug, ein mit Baumstämmen beladener Lastzug, sah sich außerstande, selbst die Personenkarosse anzuschleppen, war er doch mit leichten "Sommerschuhen" unterwegs und selbst damit ausgelastet, auf der Straße zu bleiben.

      Wie es nun weitergeht? Das steht noch in den Sternen der fast angebrochenen Polarnacht! Der starke Arm des Gesetzes, die Kavallerie der Gegenwart im norwegischen Distrikte Salten, habe wohl von dem Dreier im Straßengraben erfahren, soll aber bislang noch nicht an den Ort des Geschehens ausgeritten sein.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Über diesen "putzigen" Unfall oder diesen können wir ja vielleicht noch lachen, aber die Nordnorweger finden es inzwischen gar nicht mehr lustig. :cursing:
      Nachdem der Winter das Land voll im Griff hat, spitzt es sich auf den Straßen immer mehr zu. "Ausländische LKWs ruinieren unsere Lebensqualität" heißt es in diesem Artikel über das Chaos auf den Straßen. Die Leute sind nicht nur sauer über die ständigen Straßensperrungen mit stundenlangen Wartezeiten, sondern sie haben auch zunehmend Angst. Manche trauen sich mit ihren Familien schon nicht mehr auf die E6.
      Gestern Nachmittag hat Øystein Bentzen aus Mo i Rana eine Facebook-Aktion gestartet: "Volksaktion gegen die Mordanhänger". Zu seinem Erstaunen hatte er nach ein paar Stunden schon mehr als 1.500 Zustimmungen. Inzwischen sind es mehr als 27.000. Seine Aktion sieht er als Unterstützung für die Arbeit der Polizei und der Behörden. Die Menschen seien verzweifelt und wütend. So könne es jedenfalls nicht weitergehen. Außerdem sei es eine moralische Verpflichtung der Auftraggeber und der Kunden für mehr Sicherheit zu sorgen.
      Die Vorsitzende des Landesverbandes der FRP hat sich die Aktion gleich zu eigen gemacht :S Es sei Sache des Verkehrsministeriums einzugreifen, wenn die ausländischen LKWs nicht auf die winterlichen Straßen in Norwegen vorbereitet sind. Das würde zwar der EU nicht gefallen, aber es bliebe ihnen ja nichts anderes übrig... :whistling:

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    • Nerven muss man haben und gelassen sein, wenn man in einem Ort wie Havøysund wohnt und verreisen will. Der Bus fährt ja nicht alle 10 oder 20 Min. wie bei uns :D Gestern jedenfalls standen 8 potentielle Busreisende pünktlich an der Haltestelle. Um 15.20 Uhr sollte der Bus ins 30 Km entfernte Snefjord fahren. Aber der war dort schon angekommen, ohne Fahrgäste, dafür aber im Fahrplan von Donnerstag. Da fährt er nämlich schon um 14.50 Uhr in Havøysund ab:mosking:
      Zum Glück kennt man sich in den kleinen, abgelegenen Orten der Finnmark und so rief einer der versetzten Fahrgäste kurzerhand den Fahrer an und erkundigte sich nach dessen Verbleib :grumble: Uuups, dachte sich der Fahrer und organisierte kurzerhand telefonisch 2 Privat-PKWs, die nun die Fahrgäste schnell nach Snefjord brachten. Vermutlich ist Snefjord an sich für die Leute als Fahrziel nicht sooo spannend, aber von dort fahren die Verteilerbusse nach Lakselv, Hammerfest und Honningsvåg . Deren Fahrer sahen es aber auch gelassen und warteten. So kamen alle Fahrgäste doch noch am Freitag an ihr Ziel :D
      Boreal Transport Nord hatte zunächst keine Ahnung von diesem Vorfall. Der Direktor zeigte sich erleichtert und erklärte, dass es schon mal zu Verzögerungen kommen könne. In ihren "Hochfrequenzbereichen" seien das bis zu 10 Min. In dünner besiedelten Gebieten könne die Wartezeit wegen der Anschlüsse auch länger dauern. ;)
    • Winterführerschein für Ausländer

      Wer dieser Tage die norwegischen Zeitungen durchblättert, sieht allüberall Bilder von Lastkraftwagen in Nöten. Mal liegen sie im Graben, mal lehnen sie gegen eine Felswand, mal zeigen sie, wie "gelenkig" sie sind. Dass da relativ wenig von Verkehrstoten die Rede ist, grenzt schon fast an ein Wunder. Dennoch sind immer wieder Straßensperrungen und Staus die Folge, denn viele dieser Unfälle passieren nicht etwa auf kleinen, engen Nebenstraßen, sondern auf den Hauptstraßen, die ja auch nicht immer den Standard aufweisen, den wir in Mitteleuropa für üblich halten.

      Eines haben die verunfallten LKW aber oft gemeinsam: Es sind ausländische Fahrzeuge oder aber die Fahrer sind Ausländer, die keine Erfahrung mit den Straßenverhältnissen im norwegischen Winter haben. Und vor diesem Hintergrund werden jetzt Forderungen laut, dass ausländische LKW-Fahrer auf norwegischen Straßen einen speziellen "Winterführerschein" erwerben sollen. Dabei soll es sich nach den Worten des neuen Verkehrsministers Ketil Solvik-Olsen nicht um eine wochen- oder monatelange Ausbildung handeln, sondern um einen Kurs zum Fahren auf glatten Straßen, wie sie winters in Norwegen die Regel seien.

      Ein weiteres Problem, das im Kern auch auf mangelnde Sachkunde zurückgeführt werden könne, sei die mangelnde Wintertauglichkeit vieler ausländischer LKW. So fehlten oft Winterreifen und Schneeketten und viel zu oft seien auch die Bremsanlagen nicht wirklich verkehrssicher. Die Ergebnisse von Verkehrskontrollen seien alarmierend.

      Im Verkehrsministerium denkt man deshalb über eine zweigleisige Politik nach: Neben dem "Winterführerschein", der einem für norwegische Brummifahrer bereits obligatorischen Kurs entsprechen soll, sollen die Kontrollen des Schwerlastverkehrs deutlich ausgeweitet werden. Ebenso denkt man im Ministerium darüber nach, die Maut- und Bußgeldprellerei im Güterverkehr zu unterbinden. Ersteres soll durch die Pflicht zur Teilnahme an einem elektronischen Bezahlungssystem erreicht werden, letzteres dadurch, dass die Fahrt nach einer Bußgeldverhängung erst nach vollständiger Zahlung fortgesetzt werden dürfe.

      Man prüfe nun, so Solvik-Olsen, ob die bestehenden Gesetze diese Ziele gestatteten, oder ob Gesetzesänderungen notwendig seien.

      Sowohl die Transportarbeitergewerkschaft Norsk Transportarbeiderforbund als auch die Polizei stehen den Überlegungen im Verkehrsministerium insgesamt positiv gegenüber, da sie der Sicherheit auf Norwegens Straßen dienten.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Norwegen im Geschwindigkeitsrausch?

      Nach der für nächstes Jahr erwarteten Fertigstellung der vierspurigen E18 zwischen Gulli und Kopstad in Vestfold soll dieser Streckenabschnitt versuchsweise die erste Straße in Norwegen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h werden. Bei positiven Erfahrungen soll dieses für norwegische Verhältnisse wahrlich rauschhafte Tempo auf die 80 km lange E18-Strecke zwischen Eik in Buskerud und Bommestad in Vestfold ausgeweitet werden.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)