Auf der Suche nach Wiki, Snorre und dem schrecklichen Sven

    • 2013
    • Und schon kommen die Bilder aus der Altstadt von Aberdeen:

      Der Nachmittag gestaltet sich für uns dann mal ganz entspannt - wir machen eigentlich nichts außer:
      Cappuccino trinken, relaxen, Bilder sortieren :rolleyes: .
      Und um 20 Uhr verlassen wir Aberdeen auch schon wieder bei traumhaften Wetter.

      Wir sind noch nicht lagen unterwegs, da entdecken wir einen Schwarm Delphine, die uns auf unserem Weg Richtung Norden begleiten. Ich habe sie zwar gesehen, doch leider kein scharfes Foto hinbekommen. Ich Dussel hätte den Fotoapparat ja auch mal auf Automatik stellen können :patsch: . Doch andere Paxe haben da wohl mehr Glück, allerdings unter erschwerten Bedingungen, denn die Delphine ziehen es vor, unmittelbar neben dem Schiff zu schwimmen.

      Wir bleiben noch eine ganze Weile an Deck, genießen die Abendsonne und freuen uns auf den morgigen Tag und die Orkney Inseln.
      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Liebe Gisela,

      vielen Dank für die Fortsetzung deines Berichtes und die schönen Fotos. Da hattet ihr wirklich Glück mit dem Wetter und konntet das satte Grün so richtig genießen. Die Tour ist wirklich interessant, da müssen wir auch mal hin :winki:
      Gruß JKmuc

    • JKmuc schrieb:

      da müssen wir auch mal hin
      Genau Jens, kann ich nur empfehlen. Und im nächsten Jahr ist die Tour sogar 4 Tage länger :D . Zwar wird Aberdeen ausgelassen, dafür kommen aber noch die schottischen Inseln im Westen hinzu.
      Günter (bisher immer kontra Schottlandurlaub) hat auch schon überlegt, ob Schottland nicht vielleicht doch für einen längeren Aufenthalt interessant wäre :thumbsup: . Aber das hängt wohl auch mit dem Traumwetter zusammen, das wir hatten. Ich jedenfalls wäre dabei. Und dann vielleicht im September und während der Highland Games. Außerdem gibt`s da auch einen Whisky-Trail, den man machen könnte :whistling: .
      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Bavaria58 schrieb:

      dass das Fotobuch rechtzeitg zum Stammtisch fertig wird
      Du weißt ja, die Hoffnung stirbt zuletzt :) .

      Montag, 27. Mai - Orkney Inseln vormittags


      Heute werden wir die Orkney-Inseln, die nur 9 km vom schottischen Festland entfernt liegen, erreichen.
      Obwohl die Entstehung des Namens relativ unbekannt ist, geht man davon aus, dass im lat. Namen "orcades" das keltische Wort "ork" (junger Eber) steckt; vielleicht ein Stammesname. Die Wikinger sollen, in Anlehnung an ihr Wort "orkn" (Seehund), die Inselgruppe "orkn-eyjar" (Seehundsinseln) genannt haben. Alle wichtigen Inseln haben Namen mit dem Anhang "ay", der sich aus dem altnordischen Wort für Insel ableitet.

      Soviel vorerst zur Geschichte. Wir jedenfalls stehen trotz des heftigen Windes (WS 7) schon früh an Deck. Leider ist das Wetter nicht mehr so schön wie in den letzten beiden Tagen. Es hat sich etwas zugezogen. Bald kommt auch schon der Lotse an Bord und wir erreichen Kirkwall um 8 Uhr.

      Und eine 3/4 Stunde später startet auch schon unser Ausflug nach Scara Brae, dem wohl besterhaltenen Steinzeitdorf der Welt.

      Untersuchungen gehen davon aus, dass das Dorf bereits 3.100 bis 2.600 vor Chr. bewohnt war. Die Anlage umfaßt Teile von Bauten aus der Steinzeit, Eisenzeit bis hin zur Wikingerzeit.

      Zur Anlage gehört ebenfalls das Skaill House, eines der schönsten Familienhäuser von Orkney, dessen Architektur vier Jahrhunderte überspannt.

      Auf der Rückfahrt zum Schiff machen wir noch einen kurzen Halt am "Ring of Brodgar", einem noch recht gut erhaltenen Steinkreis.



      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Ja, auf dem Tisch fehlen eigentlich nur die Rosinenboller :D , nicht war, Jens und Stefan?
      Aber bei Dir, Agnes, war es letzten Sonntag auch sehr lecker. Muccis, Ihr habt was verpasst!!
      Und was den Whisky angeht.... unserer ist noch vorhanden.

      Morgen geht`weiter.
      Gute Nacht
      Gisela
      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Albatross schrieb:

      Orkney würde mich auch interessieren
      Ja, Orkney war nicht schlecht, doch viel besser haben uns persönlich die Shetland- und die Färöer-Inseln gefallen. Doch dazu mehr in den nächsten Tagen.

      Bavaria58 schrieb:

      Rosinenboller sind ja Ehrensache für den Stammtisch, gell?
      :ok: :pflaster:

      So jetzt aber weiter mit Orkney - nachmittags

      Nach dem Lunchbuffet startet unser 2. Ausflug an diesem Tag "Italienische Kapelle und Highland Park Destillerie".
      Auf der Fahrt zur Kapelle geht es über eine Straße mit Blick auf die Bucht von "Scapa Flow". In der Bucht befand sich 1912 die Hauptbasis der britischen Flotte. Nach dem I. Weltkrieg wurden 74 Schiffe der deutschen Hochseeflotte hierher interniert, weshalb am 21.06.1919 die Selbstversenkung der Flotte durch L. von Reuter befohlen wurde.

      Bald darauf kommen wir zur kleinen Insel Lamb Holm, die durch einen Damm mit der Hauptinsel verbunden ist. Hier befindet sich die kleine Italienische Kapelle, die von Kriegsgefangenen, die den Damm "Churchill`s Barriere" anlegten, in ihrer Freizeit errichtet wurde. Erbaut wurde sie aus den Resten von Lagerhütter: Wellblech und Altholz.

      Nach Besichtigung der Kapelle fahren wir zurück in Richtung Kirkwall. Doch ein wichtiger Punkt unseres Ausflugs steht noch aus und der hat etwas mit der "alkoholischen Gärung" zu tun: wir besichtigen die Highland Park Destillerie. Unser Rundgang durch die Brennerei beginnt mit einem kurzen Film über die nördlichste Whisky-Brennerei der Welt. Anschließend werden wir von einem Mitarbeiter durch die Anlage geführt. Er zeigt uns den traditionellen "Malting Floor", den Brennofen und das "Viewing Warehouse", wo wir überall ohne Einschränkungen fotografieren dürfen. Auch die Kupferkessel dürfen wir nur kurz fotografieren, doch mehr aber auch nicht. Das Fotografieren der Räume und Anlagen, in denen der eigentliche Destillationsprozess stattfindet, ist untersagt. Anschließend geht es zurück in das Besucherzentrum, wo uns eine kleine Kostprobe des 12 Jahre alten Whiskys erwartet. Im angrenzenden Laden können wir nicht nur alle verschiedenen Sorten der Destillerie kaufen, sondern wir können auch die teuerste Flasche Highland Park Whisky bewundern: Kostenpunkt 10.000 Euro!

      Ach ja, auch wir erstehen natürlich eine Flasche, die allerdings unter 100 Euro kostet, denn ich weiß nicht, ob Ihr es auch so seht:

      Whisky ist ja eigentlich destilliertes Müsli - gesund, macht Spaß, aber schluckt sich leichter!!!
      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Hallo Gisela,

      vielen Dank für den tollen Bericht bisher und vor allem die schönen Bilder. Schottland & Co. würde mich auch noch reizen, weniger wegem dem Whisky aber die Landschaft dort hat schon was, zum Teil irgendwie mystisches finde ich.
      Mein Bruder war vor einigen Jahren mit dem Auto und B&B (Bed and Breakfast) in Schottland auf dem Whisky-Trail unterwegs und war total begeistert (nicht nur vom Whisky :D ).
      Vor allem die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen dort (beim B&B hat man in der Regel quasi Familienanschluß) hatte ihn sehr beeindruckt.

      Bin gespannt was Ihr noch so alles gesehen habt. :)
      LG Jörg

      02/03-11 Nordkapp 03-14 Lofoten*50*
    • Hallo Gisela,

      vielen Dank für Deine tollen Bilder und den sehr interessanten Reisebericht!! :thumbsup: Ich war vor Jahren auch mal per B&B in Schottland unterwegs und wenn ich Deine Bilder betrachte, bekomme ich auch große Lust wieder dorthin zu fahren. Und dann noch so ein schönes Wetter!

      .... es gibt echt schlechte Alternativen Müsli zu sich zu nehmen ....... :D

      Bin schon gespannt auf die Fortsetzung Deines Berichtes!

      Liebe Grüße
      Claudia
    • So, nun mache ich mal weiter, um das Kapitel Orkney-Inseln zu beenden.

      Auf der Rückfahrt zum Schiff machen wir noch einen Halt an der St. Magnus Kathedrale, die das Zentrum der Stadt Kirkwall darstellt. Sie ist dreischiffig aus rotem Sandstein erbaut und in ihrem Innern befinden sich an den Wänden viele alte Grabplatten.

      Wir steigen anschließend nicht mehr in den Bus ein sondern beschließen, zum Schiff zurück zu laufen, denn wir haben noch ausreichend Zeit bis zum Abendessen und zum Auslaufen. Außerdem wollen wir noch ein wenig von Kirkwall sehen.
      Unmittelbar gegenüber der Kathedrale stehen die Ruinen von Bishop`s- und Earl`s-Palace. Beide Paläste aus dem 16. Jh. wurden im Renaissancestil erbaut.

      Die Mehrzahl der Häuser Kirkwalls ist aus Granitsteinen erbaut und es gibt einige verwinkelte Gassen, von denen viele - genau wie unser Rundgang - am Hafen enden.

      Pünktlich um 21 Uhr verlassen wir dann die Orkney-Inseln und fahren mal wieder in einen wunderschönen Sonnuntergang hinein, der uns für den morgigen Tag hoffentlich gutes Wetter bringen wird.
      Bilder
      • 138.jpg

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      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • hallo Bayerntroll,
      die Reise macht Ihr ja echt 'hurtig' - zumindest mit dem Bericht ;) . Es macht Spaß ihn zu lesen und die Bilder erwecken Neugier in mir. Bei dem 'flüssigen Müsli' muss ich JKmuc zustimmen: morgens unbedingt in der etwas 'festeren' Form. :whistle3: sonst ginge es mir bestimmt so :wacko1:
      Lynghei
      Lynghei

    • Dienstag, 28.05. - Shetland-Inseln

      Und wie sich das Wetter wieder geändert hat: Sonne!!! Heute werden wir also die Shetland-Inseln erreichen. Mh, das einzige was ich bisher davon wußte, ist die Tatsache, dass sie im Norden Schottlands liegen und dass es dort Shetland-Ponies gibt. Also wurde das Wissen mal ein wenig vervollständigt:

      Es handelt sich um eine Inselgruppe zwischen dem 59. und 61. nördl. Breitengrad mit über 100 Inseln. Viele Fjorde erinnern ein wenig an die Küste Norwegens und nirgendwo auf den Inseln ist man dadurch eigentlich weiter vom Meer entfernt als etwa 5 km. Die Inseln sind hügelig und überwiegend mit Moor und Heide bedeckt. Die höchste Erhebung ist mit 450 m der Ronas Hill. Die Geschichte der Insel unterscheidet sich nur wenig von der der Orkney-Inseln. Bereits zur Steinzeit besiedelt, wurden sie um die Zeitwende von den Pikten entdeckt und ab dem frühen 9. Jh. von den Wikingern erobert. 1468 fielen die Inseln dann an Schottland.
      Ähnlich wie die Orkney-Inseln haben auch die Shetland-Inseln bis heute ihre eigene Identität bewahrt. Allerdings sind die Einflüsse der Wikingerzeit nie ganz verschwunden. Die alten Traditionen werden auch heute noch auf den Inseln gepflegt. Das kommt vielleicht auch daher, dass die Sprache der Inselbewohner eine Abwandlung des Altnordischen ist und mit dem Englischen wenig gemeinsam hat. Noch heute findet alljährlich am letzten Dienstag im Januar "up helly aa", das wikingische Lichterfest, statt. Am Abend des Festes gibt es eine Lichterprozession, bei der als Wikinger verkleidete Fackelträger durch die Gassen von Lerwick ziehen, um am Ende ein nachgebautes Wikingerschiff zu verbennen.

      Schon früh stehen wir wieder an Deck, um die Anfahrt nach Lerwick nicht zu verpassen. Der Name stammt aus dem nordischen und bedeutet so viel wie "Schlammbucht".

      Wir erreichen den Hafen um 8 Uhr und machen an der Victoria Pier fest, wo bereits unser Bus für den Ausflug auf uns wartet.

      Wir haben uns für den Ausflug "Jarlshof und Inselrundfahrt" entschieden, der um 8:30 Uhr startet. Zuerst geht es durch den Ort mit seinen engen Straßen und Gassen. Dann fahren wir zum Besucherzentrum des kleinen Ortes Hoswick, wo wir anhand von Displays mehr über die Geschichte und die Kultur von Shetland erfahren. Außerdem können wir alte Spinn- und Webgeräte bestaunen. Im Ort gibt es auch einen kleinen Lalden mit Kleidungsstücken aus original Shetlandwolle. Hier können wir allerdings noch gut wiederstehen.


      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Shetland-Inseln Teil II

      Auf der Weiterfahrt halten wir oberhalb einer kleinen Bucht, in der Robben auf dem Sandstrand "sonnenbaden".

      Weiter geht es entlang der Küste durch landwirtschaftliche Gebiete mit schwarzen und braunen Schafen. Sie grasen, umschlossen von kleinen Steinmauern, nicht weit entfernt von den Meeresengen.

      Nach einiger Zeit kommen wir dann zum Jarlshof, einem der wichtigsten archäologischen Fundstätten Europas (ähnlich wie Scara Brae auf Orkney). Ein Sturm im Jahr 1905 brachte Überreste aus der Steinzeit und Siedlungen aus der Bronze- und Eisenzeit ans Tageslicht:
      - ovale Hütten aus der Bronzezeit
      - einen Broch aus der Eisenzeit
      - Reste eines piktischen Dorfes aus den ersten Jahrhunderten n. Chr.
      - Reste eines Langhauses aus der Wikingerzeit (hier lebten bis zum 13. Jh. vermutlich 12 - 16 Generationen)
      - ein schottisches Laird`s House, das "Old House of Sumburgh" aus dem frühen 17. Jh.
      Seinen Namen erhielt die Stätte durch Sir Walter Scott, der in seiner Novelle "The Pirat" die Örtlichkeiten so bezeichnete. Eigentlich ist jedoch ein Jarl ein Wikingerhäuptling oder Graf. Diese Bezeichnung lebt noch heute im englischen Wort "Earl" weiter.
      Wir haben genügend Zeit, die Anlage auf eigene Faust zu erkunden.

      Und hier können wir uns dann auch die berühmten Shetland-Ponies aus der Nähe ansehen.

      Was wir dann noch auf der Rückfahrt Ungewöhnliches sehen und wie der Abend verläuft, erfahrt Ihr wohl heute Abend.
      Liebe Grüße
      Bayerntroll