Zwischen Oevelgönne und Wittenbergen - und ein büschen Hinterland dazu

    • 2013
    • Zwischen Oevelgönne und Wittenbergen - und ein büschen Hinterland dazu

      Zu Beginn des Pfingswochenendes hatte ich im Zusammenhang mit dem Hamburger 17. Mai-Treffen ja mal wieder ein Heimspiel und möchte Euch ein paar Eindrücke abseits der BERGEDORF zukommen lassen, denn ich war auch noch ein wenig in meinen alten Jagdgründen unterwegs.

      Direkt nach der Anreise ging es in den praktischerweise fast vor der Haustür liegenden



      Ursprünglich Eigentum der Reederfamilie Godeffroy und später kurz des Kaufmanns Wriedt, befindet sich die als englischer Garten konzipierte Parkanlage seit 1924 in öffentlichem Eigentum und ist seit 1927 der Öffentlichkeit zugänglich.

      Gleich neben dem Eingang am Mühlenberg liegt das reetgedeckte sog. "Kavaliershaus", das gut 200 Jahre alt ist und heute eine Kaffeewirtschaft beherbergt. Von 1950-59 wohnte in diesem Haus übrigens der bekannte Schriftsteller und Orgelbauer Hans Henny Jahnn.



      Hinter dem "Kavaliershaus" versteckt sich zunächst das heute eine Ballettschule beherbergende, 1789 erbaute Landhaus J.C. Godeffroy, das Sommerhaus der Reederfamilie.



      Dieses bleibt aber zunächst rechter Hand liegen und es geht durch die bekannte Lindenallee



      in Richtung des heute für den Park namensgebenden Hirschgatters.



      In den 1980er Jahren sind dort sogar zeitweilig Rentiere gehalten worden. Bei meinem 17. Mai-Besuch waren aber weder Hirsche noch Rentiere zu sehen. Nur ein eitler Pfau schlug sein Rad:



      Zwischen Lindenallee und Hirschgatter befinden sich einige interessante Solitärbäume, darunter dieser über 200 Jahre alte Bergahorn mit einem Kronendurchmesser von 30-35 Metern und einem Stammumfang von mehr als fünf Metern:



      Einen Steinwurf östlich vom Hirschgatter befindet sich der Ententeich des Parks



      dessen Bewohner sich winters immer in den unterhalb des Hochufers des Parks gelegenen Mühlenberger Jollenhafen verziehen, um nicht "tiefgekühlt" zu werden:



      Von dem oberhalb des Mühlenberger Hafens liegenden Aussichtspunkt hat man heute leider nicht mehr die schöne Aussicht bis zu den Harburger Bergen , da eine nicht unbekannte Flugzeugfirma nach umfangreichen Aufspülungen im Mühlenberger Loch ihre Riesenhalle genau in die Sichtachse geklotzt hat. Zur Entschädigung konnte ich aber von dort aus die Vorbeifahrt des liebevoll restaurierten Hamburger Senats- und Peildampfers SCHAARHÖRN beobachten, die sich schon durch kräftiges Betätigen ihrer Dampfpfeife angekündigt hatte.



      Am Nachmittag verschlug es mich dann - ja warum wohl? ;) - zum Museumshafen Oevelgönne, wo verweilt wurde, bis es aufgrund von außerhalb der Kontrolle von Forumsmitgliedern liegenden Umständen an Bord der BERGEDORF doch etwas ungemütlich würde. Schade, denn eigentlich ist sie eine urige Lokalität, passend zu einem Freundeskreis einer ebenfalls arbeitenden Schifffahrtslinie...



      Besonders gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit dem 1910 gebauten und bis heute kohlebefeuerten Dampfschlepper TIGER, der "Keimzelle" des Museumshafens sowie dem ebenfalls kohlebefeuerten Dampfeisbrecher STETTIN, der in den 1970ern hinter uns im Schulauer Tonnenhafen gelegen hatte und deren Reedereiflagge ich im Flaggenschrank liegen habe.



      Nach der Hitzeschlacht des 17. Mai weckte mich dann morgens der abkühlende, gedämpfte Trommelwirbel des Morgenregens, der sich aber zunächst verziehen sollte, bevor sich nachmittags - schon auf der Rückfahrt ins Exil - die Schleusen endgültig und nachhaltig öffneten:



      Gut gefrühstückt ging es sodann nach Sülldorf, dem letzten Hamburger Geestdorf mit traditionellen Dorfkern, Bauernhöfen, Feldmark und der, soweit ich weiß, letzten S-Bahnschranke Hamburgs. Einen Besuch ist der Flecken immer wert :love:





      Den Abschluss der Tour bildete der Abstecher zum Elbstrand in Wittenbergen:



      Dort verabschiedeten mich die Feeder JORK und MARSTAN, der Mudel AJUG II sowie das ConRo-Schiff ATLANTIC CONVEYOR, Ersatzbau für das 1982 von den Argentiniern vor den Falklandinseln versenkten gleichnamigen Schiffs, vom großen Fluss und bildeten einen netten Schlusspunkt unter eine sentimental journey.





      Takk for oss

      BRITANNICUS :)

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    • BRITANNICUS schrieb:

      Dampfschlepper TIGER
      Ist er nicht schön? ^^ Beim Auslaufen der Queen am Hafengeburtstag lief er dicht an der Bordwand mit starker Bugwelle nebenher und war andauernd am Pfeifen. :laugh1: Leider konnte man über die Webcam das Geräusch nicht hören. Aber abgehängt hat die Queen ihn nicht :good3: Er gehört neben der WOLTMANN und der CLAUS D zu meinen absoluten Lieblingsschiffen im Hafen ^^

      BRITANNICUS schrieb:

      Mühlenberger Jollenhafen
      Da sind wir dran vorbeigelaufen, hast Du uns nicht gesehen? :D

      BRITANNICUS schrieb:

      Nur ein eitler Pfau

      Der hat Dich doch nur begrüßt :)


      Danke für die schönen Bilder :thumbup: