FRAM…„Europa in den schönsten Farben“ – Wale, Licht und Hunde „Reloaded“

    • 2013
    • Oh ja - welcher Segelbegeisterte erinnert sich nicht an Peter Blake. seinerzeit einer der grössten Rivalen bei den Hochseeregatten zum Schweizer Pierre Fehlmann. Hätte echt nicht sein müssen dass er von Piraten erschossen wird.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Arctica schrieb:

      dass er von Piraten erschossen wird
      ...ja, sehr traurig - gerade bei so einem friedlichen und sympathischen Typen wie ihm! Das Einschussloch soll wohl immer noch zu sehen sein, so genau haben wir uns die TARA dann doch nicht angeschaut...


      TAG 6: 08.04.2013 „Seetag“ (auf dem Weg nach Sark)

      Flugschau

      Nein, wir haben auf dem zweiten Seetag (leider) keine weiteren Delphine gesehen – aber dennoch ist der Tag (zum Glück) sehr abwechslungsreich, weil sich ständig die Lichtverhältnisse ändern – von „strahlendem Sonnenschein“ bis „finsterer Unwetterhimmel“. Und die Basstölpel geben sich große Mühe, durch ihre Flugshows Aufmerksamkeit zu erheischen. Als uns im Laufe des Tages ein Fischkutter auf Gegenkurs passiert, sind neben hunderten von Möven auch ungefähr 50 Basstölpel in einem riesigen Wirbel zu sehen - es erschien, als ob sie von einem Sog gen Himmel gezogen wurden – fast ein „biblisches Bild“.

      Wissen ist Macht, Nicht-Wissen…

      Insbesondere an Seetagen wird auf der FRAM ein umfangreiches Programm an Vorträgen geboten, deren Themen mehr oder weniger stark mit der Reise oder dem Ort zu tun haben. An diesem Tag im Programm:

      · "Impressionismus"
      · "Dame Sybil of Sark – a life NOT ordinary”
      · "Kein Tsunami in Europa - Beinahe alles über Wellen"
      · "Impressionism "
      · „In die Tiefen der Zeit: Die Geschichte des Planeten Erde“
      · "Bauern, Fürsten und Druiden - die Welt der Kelten"

      Das Feedback zu den Vorträgen, das ich von den Mitreisenden mitbekomme, ist insgesamt sehr positiv. Während meine Frau, wie die meisten Passagiere, fleißig die Vorträge besuchten, habe ich die Freidecks fast alleine.

      Fast wie auf der MS Deutschland

      Abends gibt es noch eine „fantastische Frucht- und Eisschnitzshow“- hier sind die Filipinos wirklich ausgewiesene Künstler!

      Seh-/Seetest

      Die Nacht sinkt herab und alle sind schon aufgeregt wegen des nächsten Tages - die geplante Anlandung auf den Kanalinseln Sark und Guernsey, für viele, so auch für uns der Höhepunkt der Reise. Das Tagesprogramm – die übliche DIN A4 Seite – wird wieder einmal recht spät ausgehängt und ist natürlich sofort umlagert. Hier wird die Praxis auf der FRAM, das Tagesprogramm nur an Suiten-Besitzer bzw. gegen Extrazahlung zu verteilen, richtig „ärgerlich“: das ausgehängte Programm ist so eng bedruckt, das selbst ich es kaum lesen kann, obwohl ich noch keine Brille brauche (- oder deswegen?). Es sind mehr als 20 Termine aufgeführt, da auf beiden Inseln je zwei alternative Programme angeboten werden, mit jeweils unterschiedlichen Treff-/Ausschiffungs-/Start-/ Rückfahrtzeiten… Man kann das Programm auch über das Bordfernsehen anschauen, darauf wird aber nicht so deutlich hingewiesen. Ein Ausdruck in der Tasche ist mir am liebsten, das gibt es doch sogar auf der „normalen“ Postschiff-Tour!

      Wie sich am nächsten Tag zeigen wird, hält Neptun das Programm auch für zu detailliert und packt noch einmal den weiß-blauen Streichstift aus…

      (> Fortsetzung folgt:
      TAG 8: 09.04.2013 „Die Kanalinseln“)


      (Reminder: Fotos zur gesamten Reise liegen unverändert hier: http://fc-foto.de/30750708)
    • Explorer schrieb:

      im Idealfall springt dann ein Delphin „genau ins Bild“.

      :laugh1: Wie viele Idealfälle waren das denn? :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

      Ich bin dann heute in A Coruña mal wieder an Bord gekommen. :mosking:
      Das sind aber superschöne und sehr stimmungsvolle Bilder. Und das Ganze im Bericht noch so passend beschrieben. :thumbsup: Toll! :sdanke:
      Ich freue mich schon auf die Weiterfahrt...
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


      Links zu meinen Reiseberichten: siehe Profil ...
    • Hallo Explorer,
      Vorerst vielen Dank für den Bericht und die schönen Bilder. Bis La Coruna konnten wir in Erinnerungen schwelgen (waren bei der südgehenden Herbstreise dabei), jetzt aber betreten wir Neuland.

      Leider muss ich lesen, dass die Sparerei und die 2-Klassen Gesellschaft auf der FRAM immer schlimmer wird. Im Herbst gab es einen Stapel Tages- und Stadtpläne noch für alle Passagiere kostenlos zum mitnehmen. Schade dass man jetzt Otto Normalverbraucher irgendwie in die Ecke stellt - die Reise ist ja nicht gerade ein Schnäppchen - oder.

      Wie auch immer, freue mich auf die Fortsetzung. Liebe Grüße
      Roswitha
    • Roswitha schrieb:

      Im Herbst gab es einen Stapel Tages- und Stadtpläne noch für alle Passagiere kostenlos zum mitnehmen.

      Bei uns auf der Grönlandtour gab es die auch - sehr klein bedruckt, damit alles auf eine oder höchstens zwei Seiten passt. Darüber haben sich einige Passagiere massiv beschwert.
      Karin hat uns beim Plaudern erzählt, dass es eine Anweisung von Hurtigruten gäbe, die Tagesprogramme gar nicht mehr auszudrucken. Sie würde sich aber über diese Anordnung vorläufig noch hinwegsetzen, weiß aber nicht, wie lang sie das noch kann. Offensichtlich geht das jetzt auch nicht mehr und wer das Papier in der Tasche haben will und mit dem Programm am Bildschirm nicht genug hat, muss extra bezahlen.
      Wenn eine Reise wie unsere € 7000,- pro Person kostet, kommt´s darauf nicht mehr an, aber für Hurtigruten sollten in dem Preis auch noch ein paar kopierte Blätter drin sein.
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Ergänzung zur Diskussion oben über das Thema "Ausdruck": wenn ich mich richtig erinnere, bekommt man für einmalig 40€ extra täglich ein Programm an die Tür geheftet. Den Preis werde ich noch einmal recherchieren. Dafür ist ja dann Kaffee/Tee/Plätzchen auf der FRAM - im Gegensatz zur Postschiffroute - umsonst... Ich bin mir sicher, dass auf JEDEM Feedbackbogen dieser Reise das Thema "Ausdruck" (negativ) erwähnt war, weil es einfach ein "Unding" ist.



      TAG 7: 09.04.2013 „Die Kanalinseln“ [460 + 11 NM]

      Kutschen „goodbye“

      Um 08:30 soll unsere Kutschentour auf Sark losgehen, als Ausbootzeit für diese erste Exkursion ist im Programm 08:00 angekündigt – also stellen wir den Wecker auf 6 Uhr! Als wir aufwachen, wartet die FRAM vor GUERNSEY auf den Lotsen. Aber als wir sehen, wie sich das Lotsenboot durch die Wellen kämpft, wird uns etwas mulmig: die Polarcirkel-Boote sind ja noch viel kleiner, ob das wohl klappt? Vor SARK kreist die FRAM dann einige Zeit vor der Steilküste, man kann fast das Ufer mit der Hand greifen - sobald man in auf Luv- (Wind-) Seite geht, wird man von einer steifen Brise fast umgepustet. Der Anker wird geworfen und der Ankerball dreht sich wie ein Rotor - das sieht nicht gut aus! Entsprechend wird bald der Anker wieder gelichtet und es kommt die Durchsage: "SARK wird gestrichen". Lange Gesichter überall!

      Spritziger Rock’n’Roll

      Die FRAM fährt nun bis kurz vor die Hafeneinfahrt von SAINT PETER PORT, und die Stimmung hellt sich doch zunehmend auf: die Sonne strahlt nun mit voller Kraft die adretten weißen Häuser der Stadt an, das Meer schillert grün und blau. Unten auf der Plattform beginnt ein hektisches Treiben – vier Polarcirkel-Boote werden über einen kleinen Portalkran zu Wasser gelassen.

      Um 09:00 beginnt dann das Ausbooten, in der Regel werden pro Fahrt 8 Passagiere mitgenommen, jede Fahrt dauert entsprechend lange… Um 11:00 sind wir dran – zu diesem Zeitpunkt ist erst ungefähr die Hälfte der Gäste angelandet – es wird decksweise vorgegangen.

      Die Überfahrt selbst ist – für Abenteuerlustige MIT Regenhose – eine arge Gaudi: kaum ist das Boot aus dem „Windschutz“ der FRAM heraus, sind die Wellen gut 1,5 – 2m hoch und die Bootsführer versuchen, sich zwischen den Wellen durchzuschlängeln. Hin und wieder kommt aber dennoch ordentlich Wasser über. Ich sehe den Gesichtern manchem Mitreisenden an, dass nicht alle das Spektakel für einen Hochgenuss halten. Die in den Reiseunterlagen empfohlene Regenhose für die Überfahrt ist wirklich sinnvoll…

      Sonne „hello“

      Da wir ja eigentlich vormittags in SARK sein sollten, war die für GUERNSEY vorgesehene Besichtigungstour mit dem Bus erst um 15:00 angesetzt und wird nicht vorgezogen - wir haben also fast 4 Stunden, um die Insel selber zu erkunden! Unser erstes Ziel CASTLE CORNET gefällt uns so gut, dass wir die meiste Zeit dort verbringen. Die Burg selber und der Ausblick von dort auf Stadt, Meer und die FRAM von dort sind grandios.

      Pop Group FRAM?

      Wir schaffen es noch, einen Schlenker durch die Altstadt zu machen: sehr nett und „typisch Englisch“! Die Stadt wimmelt nun von „Blaumännern“– beim Einchecken in Lissabon verteilte die Crew an jeden Passagier eine hellblaue HH-Expeditionsjacke, die auf den Ausflügen gerne getragen wird. Ein älterer Herr aus Guernsey spricht uns mit typisch englischem Humor an: so viele Leute mit der gleichen Kleidung, ob wir wohl eine Musikgruppe wären? Aber dafür würden wir doch eigentlich etwas zu alt aussehen… :P Wir klären ihn auf.

      Intermezzo/Inventur: „unsere lieben Mitreisenden“

      80% der Passagiere sind über 70, die Nationalitäten verteilen sich laut Log der Hurtigruten © wie folgt

      AUSTRALIA 2
      FRANCE 2
      GERMANY 130
      GREAT BRITAIN 9
      ITALY 1
      NORWAY 52 (Anm.: eine Reisegruppe)
      SWITZERLAND 4
      UNITED STATES 1
      TOTAL 201

      Alle Mitreisenden, mit denen wir sprachen, haben mindestens einmal die klassische Postschiff-Tour gemacht. Viele mehrfach. Die LOFOTEN und VESTERALEN wurden am häufigsten als „Lieblingsschiff“ genannt. Einige waren auch schon mehrmals auf der FRAM mitgereist, Tendenz eher in Europa als in der Antarktis , wir treffen (leider) niemanden, der schon einmal die Grönland- oder Spitzbergen-Tour gemacht hatte. Laut der Mitreisenden aus UK wird die FRAM – im Gegensatz zur „normalen“ Hurtigruten - dort so gut wie nicht vermarktet, was die geringe Anzahl der Teilnehmer von dort erklärt – schade eigentlich.

      Coastal Voyage

      Nachmittags dann machen wir mit einem Kleinbus und einem amüsanten Busfahrer eine Inselrundfahrt. Vom Expeditionsteam ist unser „Liebling“ Arne dabei. Zunächst fahren wir durch viele eng verwinkelte Dörfer und besuchen die „kleinste Kirche der Welt“, später fahren wir länger an der Küste entlang, die sehr an die Bretagne und Südengland erinnert mit ihrer zerklüfteten Felsenlandschaft. Leider fängt es an zu nieseln und im Bus beschlagen die Scheiben so stark, dass man das letzte Drittel nur noch durch freigewischte „Gucklöcher“ nach draußen schauen kann. Insgesamt erscheinen uns die Kanalinseln ein hervorragendes Ziel für einen „eigenen Urlaub“ zu sein – wir kennen schon aus einem vorhergehenden Urlaub mit Tagesausflug von ST. MALO die Insel JERSEY, die uns insgesamt noch „lieblicher“ erscheint als GUERNSEY. Durch Fähren kommt man schnell von Insel zu Insel. So kommen wir vielleicht in Zukunft doch noch mal zu unserer Kutschfahrt auf SARK!

      Das Steuerparadies

      Die Rückkehr mit den Polarcirkel-Booten verläuft ohne Probleme. Interessanterweise erfolgt keinerlei Sicherheits- oder Alkoholkontrolle beim Betreten des Schiffes. Die Crew war auch an Land und ist dick bepackt mit Tüten – auf den Kanalinseln gibt es keine Mehrwertsteuer. Selbst den Kapitän haben wir bei der Busfahrt zufällig mit zwei großen Tüten in der Hand beim Shoppen „erwischt“ :8):

      +/- Polarcirkel Boote

      Es war ein Erlebnis, die Boote mal “live” zu erleben! Die ursprüngliche Planung für den Tag mit Anlandung in SARK und GUERNSEY erscheint uns im Nachhinein als (viel) „zu optimistisch“ – wären wir wirklich in SARK an Land gegangen, wäre es für GUERNSEY vermutlich arg eng geworden.

      Die Nacht der Filipinos

      Als ob der Tag nicht schon ereignisreich genug gewesen wäre, gibt es abends die berühmte Crewshow. Die Filipinos zeigen ein wahres Feuerwerk an Musik- und Tanzvorführungen. Alle sind restlos begeistert!

      (> Fortsetzung folgt demnächst:
      TAG 9: 10.04.2013 „Honfleur“)
    • :D

      Explorer schrieb:

      Dafür ist ja dann Kaffee/Tee/Plätzchen auf der FRAM - im Gegensatz zur Postschiffroute - umsonst...

      Guter Versuch ;) Ist zwar wirklich lobenswert - aber für alle Passagiere so, betrifft somit nicht die erwähnte Zweiklassengesellschaft. Natürlich zahlen die Passagiere der Suiten auch mehr, aber für bessere Kabinen . Das Service und die Handhabung im Speisesaal sollten jedoch gerechterweise für alle Passagiere gleich sein. :)
      Ansonsten finde ich eure Reise, die von unserer teilweise doch abweicht, auch sehr interessant und buchenswert. Deine Fotos sind einsame Klasse, besonders die bei Weltuntergangsstimmung in Lissabon. Ehrlich gesagt, bei diesem Wetter wäre ich eher auf der Flucht als auf Motivsuche. :help:
    • Noch ein Tipp, wenn es den Tagesplan tatsächlich nicht als gedrucktes Papier gibt: Abfotografieren, dann hat man es auf der Kamera für nach der Reise und kann es auch am Tag ggfs. über den Kameramonitor nochmal studieren.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • Bingo, Alfred!
      Du hast meinen Tipp dazu vorweggenommen. :) Ich fotografiere alles, was zu lesen in dem Moment zu lange wäre. Auch Beschreibungen bei Häusern oder Denkmälern usw.
      Ich fand es auch schade, dass es gedruckte Tagesprogramme auf der FRAM nur gegen Bezahlung gab. :thumbdown:
      Klar, man sieht auf dem Bildschirm in der Kabine, was ansteht.
      Aber gerade bei den Vorträgen schaut man vielleicht nochmal nach, ob und wann es eine Wiederholung gibt oder wägt an Deck ab, ob man lieber draussen bleibt weil es grade viel zu sehen gibt oder zu einem informativen Vortrag geht. Wenn man da immer erst in die Kabine oder Cafeteria flitzen muß, um nachzusehen...*pöh*
      @ Explorer: war es bei Euch auch in der Cafeteria bzw Vortragsraum (die Trennwand war bei uns immer geöffnet) der FRAM so arktisch kalt?
      Grüße, Bavaria :)
    • Explorer schrieb:

      Die Überfahrt selbst ist – für Abenteuerlustige MIT Regenhose – eine arge Gaudi: kaum ist das Boot aus dem „Windschutz“ der FRAM heraus, sind die Wellen gut 1,5 – 2m hoch
      Das ist typisch für die Kanalinseln, es kann mit dem Schiff manchmal sehr interessant werden durch die extremen Strömungen und die vielen Riffe. Der Tidenhub ist auch nicht von Pappe.

      Explorer schrieb:

      Insgesamt erscheinen uns die Kanalinseln ein hervorragendes Ziel für einen „eigenen Urlaub“ zu sein. So kommen wir vielleicht in Zukunft doch noch mal zu unserer Kutschfahrt auf SARK!
      Das kann ich nur wärmstens empfehlen! Von St. Peter Port aus sind Herm und Sark übrigens leichter zu erreichen als von Jersey, es gibt mehr Überfahrten. Wenn Ihr halbwegs zu Fuss seid, dann bloss nicht Kutsche fahren, sondern eine gute Karte kaufen (Perry's maps) und die Fußwege nehmen - oder ein Fahrrad mieten...

      Explorer schrieb:

      auf den Kanalinseln gibt es keine Mehrwertsteuer.
      Für Engländer (und Norweger) sind die Alkoholpreise attraktiv, für unsereins nicht so sehr. Zum Teil erheblich günstiger als in D ist aber Parfüm.

      Bavaria58 schrieb:

      Ich fotografiere alles, was zu lesen in dem Moment zu lange wäre. Auch Beschreibungen bei Häusern oder Denkmälern usw.
      Zu der Spezies gehöre ich auch :thumbsup: Dann muss man hinterher nicht immer grübeln, wo/was das denn nochmal war.
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Explorer schrieb:

      Insgesamt erscheinen uns die Kanalinseln ein hervorragendes Ziel für einen „eigenen Urlaub“ zu sein

      Ich bin auch schon mal auf Guernsey in Urlaub gewesen (Familienurlaub als jüngerer Teen). Da das aber mittlerweile schon über 35 Jahre her ist (ach du Sch..., so lange ist das her !), traue ich mich nicht mehr, das auf der Basis zu empfehlen. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass sich da gar nicht so viel verändert hat. Und wenn das tatsächlich so ist, dann kann man das auf jeden Fall empfehlen ! :thumbsup: Mit dem Fahrrad auf den schmalen Sträßchen zwischen Mäuerchen und Hecken. Morgens ist der Strand über 200 m breit, nachmittags gerade noch 2 Meter. Gemüse (Tomaten) und Obst in kleinen Beutel am Gartentor, daneben ein Schale mit dem Geld. Insgesamt ein extrem ländliches, britisches Flair.
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • TAG 8: 10.04.2013 „Honfleur“ [128 NM]

      Im Gezeitenfahrstuhl

      Als wir morgens aufwachen, haben wir ein Erlebnis der dritten Art: direkt vor unserem Bullauge sehen wir nur „schwarz“ – nämlich direkt auf die finstere, vermoste Kaiwand, aber steil über uns sehen uns die Hafenarbeiter mit ihren gelben Warnwesten beim Festmachen des Schiffs in die Kabine.

      Wir können deutlich sehen, wie sich das Schiff hebt, indem wir einen Punkt auf der Kaimauer fixieren – es sieht dann wirklich wie in einem Fahrstuhl in Zeitlupe aus. Als wir zum Frühstück aufbrechen, liegt unsere Kabine schon höher als das Kai - das Schiff hat sich in ca. 30 Minuten schätzungsweise 1,5m gehoben!

      Alle Wetter

      Zunächst sieht es nach typischem „Frühjahr 2013 Europa-Wetter“ aus, nämlich trübe: grauer Himmel, braunes Wasser, am Horizont eine recht trostlose Kulisse mit den Fabriken und Kränen von Le Havre. Aber pünktlich zum Anmarsch auf HONFLEUR lugt die Sonne zwischen den Wolken hervor. HONFLEUR ist eine Stadt „wie hingemalt“ – kein Wunder, dass es Motiv zahlreicher Gemälde ist und viele Maler ihren Staffeleien am Hafenbecken stehen. Recht witzig: an einer Staffelei arbeiten zwei Maler - ein Paar - gemeinsam an einem Bild.

      Sehenswert ist nicht nur die Stadt selber, sondern auch das Kunstmuseum. Blick aus dem 1. Stock: im Vordergrund die Altstadt, dahinter ein „Gürtel“ von Tennisplätzen, dann kommt die Seine wie ein graues Band, der Horizont wird „umrahmt“ durch große Fabriken auf dem gegenüberliegenden Ufer, mit der imposanten Hochbrücke als „Bindeglied“ – es sieht wie eine riesige Fotomontage aus…

      Jedem seine Galerie

      Die Stadt besteht scheinbar nur aus: Kirchen, Galerien, Restaurants und ausgefallenen Lebensmittelgeschäften. Wir fragen uns, wie alle Betriebe überleben können – die meisten sind aber schön rausgeputzt, scheint also zu klappen. Prädikat: „besonders empfehlenswert“!

      Jonny Controlleti

      Honfleur ist die einzige Stadt während der Reise, an der eine Passkontrolle stattfindet – jaja, die Franzosen! Wir erinnere uns an die martialische Aufführung in Bordeaux zur Einholung der Gangway - mit dem eingesetzten Schwerkran hätte man die FRAM selber hochheben können.

      Demo Cabin

      Als wir das Schiff wieder betreten, fallen uns einige Schilder „Demo Cabin“ auf. Neugierig inspizieren wir die entsprechend markierten Kabinen – insgesamt 6 an der Zahl: sie präsentieren quasi alle wesentlichen Kategorien an Bord. Zufällig treffen wir die Kabinen Managerin der FRAM: die Aktion wäre für ein französische Reisebüro gewesen, netterweise schließt sie uns noch ein paar weitere (unbewohnte) Kabinen auf, die sogar noch besser sind als die Demo Cabins...

      Pünktlich zum Auslaufen fängt es wieder an zu regnen.



      TAG 9: 10.04.2013 „Seetag“

      Kein Sehtag

      Wir konnten uns ja über das Wetter bei dieser Reise bisher nicht beschweren, aber am vorletzten Tag fahren wir durch eine graue, kalte, windige, nieselige „Mucke“ – wir versuchen eisern, wenigstens minutenweise „draußen“ zu sein, kommen aber immer wieder durchkühlt in die Observationslounge zurück. Der Fotoapparat ist im Nu klitschnaß. Im Trockenen schmökern wir in der reichhaltigen Bibliothek an schönen und zum Teil auch seltenen Arktis/Antarktis-Büchern, ein willkommener Ausgleich. Insgesamt war die Reise ja so erlebnisreich, dass wir eine Tag Schietwetter „verkraften“ können. Die Bar macht an diesem Tag vermutlich das Geschäft ihres Lebens…

      Ein Jahr auf der FRAM

      Eine der Höhepunkte der Reise wird der Vortrag vom Lecturer Steffen, der mit einer recht einfachen „Knipskamera“ (wie er auch selber immer wieder hervorhebt) während eines kompletten Jahres auf der FRAM wirklich spektakuläre Foto- und Film-Aufnahmen in der Antarktis , aber speziell auch in der Arktis gemacht hat. Besonders der Kurzfilm vom Lummenfelsen in Svalbard bleibt in Erinnerung: was zunächst nach einem Mückenschwarm aussieht, stellt sich beim Hineinzoomen als ein Schwarm von tausenden von Lummen heraus. Wir beginnen, unseren Plan „nächste Reise mit der FRAM geht in die Antarktis “ auf „…nach Spitzbergen“ abzuändern. (Eine weitere Aufnahme zeigt die FRAM umzingelt von ungefähr 200 Walrossen…)

      11 = 9

      Steffen äußert aber unvorsichtigerweise am Anfang seines Vortrags, dass man morgen ja um 9 Uhr in Hamburg ankäme. Hallo!!! Im Programm stand doch bisher „11 Uhr“??? Recht wütende Proteste: viele (wie wir) hatten sich darauf gefreut, die Fahrt über die Elbe nach Hamburg zum Abschluss richtig zu genießen…



      TAG 10: 11.04.2013 Ankunft in Hamburg [522 NM – Summe der Reise: 1927 NM]*

      *nettes Wortspiel eines Foris: FRAMburg ;)

      Nichts mit Genießen?

      Die Kürzung stellt sich aus zwei Gründen als recht unkritisch heraus:

      1) Das Wetter ist so schlecht, dass man vor allem am Anfang der Strecke so gut wie nichts sieht

      2) Obwohl das Schiff gegen 9 Uhr am Kai festmacht, kommen die ersten Passagiere in der Tat erst gegen 11 Uhr an Land. Einen Rekord beim Ausladen der Koffer wird die FRAM wohl nie aufstellen.

      Ab Blankenese hat auch die „Nebelfahrt“ einen gewissen Reiz - die Häuser am Ufer kann man immerhin erkennen. Direkt gegenüber Landungsbrücken liegt die ALBATROS im Trockendock, nicht wie eine „weiße Lady“, sondern eher „zerknittert in Unterwäsche“ Nicht vorzustellen, dass sie eine Woche später wieder „tip top“ auf Tour gehen soll…

      Geduld und Sonne

      Mittags wird dieser Samstag unvermittelt zu einem Frühlingstag, wir können an der Binnenalster draußen das erste Eis essen, so schnell kann sich das Wetter ändern. Da wir uns direkt am Kai für eine Nacht im Hotel eingebucht haben, können wir die FRAM abends noch beim Ablegen beobachten. Nach erstem Anschein sind recht wenig Passagiere an Bord – schade: die Tour durch die norwegischen Fjorde wäre schon was.

      Schön, wieder in der Heimat zu sein

      Da zwei AIDAs am Samstagmorgen angekommen sind, ist der Hamburger Hauptbahnhof entsprechend "geflutet" vor Kreuzfahrern. Die Szenen erinnern z.T. an die U-Bahn in Tokio. Gut das niemand auf die Gleise gefallen ist. Unsere IC-Lok hat eine große Werbung für die Kriminalpolizei?! - ob das eine gute Idee ist (- die Lok bleibt kurz nach dem Hbf wegen "einer technischen Störung" liegen, fährt dann aber bald weiter). Auf dem Gegengleis können wir noch den "neuen" HKX-Express sehen (für 10 Euro von Köln nach Hamburg): die Wagen scheinen z.T. aus dem Eisenbahnmuseum zu sein - DR-Wagen mit 50er-Jahre Look, hätten gut zur Straßenbahn in Lissabon gepasst :thumbsup:

      Fazit

      :heart: Wie man aus der Beschreibung (hoffentlich) erkennt, waren wir insgesamt von der Tour und dem Schiff begeistert. :heart:

      Was uns noch auffiel:

      No Smoking: die FRAM verfeuert wohl hochwertigen Treibstoff, zu keiner Zeit sahen wir auch nur den Hauch einer Abgasfahne – ein Unterschied zu unseren bisherigen Schiffstouren: bei der TROLLFJORD kam z.B. bei starkem Wind die Abgasfahne bis zum Achterdeck hinunter.

      Alfa FRAMeo

      Angestachelt das Urteil in einem Internetbericht „italienischer Billigbau“ haben wir wie die Luchse gesucht, und tatsächlich: der Einbau des Bullauges in unserer Kabine sah „nicht richtig“ professionell aus: ungleiche Fugen, großzügig mit Dichtmittel „ausgeglichen“ – Wasser kam aber keines rein. "Jammern auf hohem Niveau"

      Das ungelöste FRAM-Rätsel

      Einer der Rettungsringe der FRAM (Backbord Achterdeck) stammt offensichtlich von einem anderen Schiff, man kann die Originalbeschriftung noch teilweise lesen „MV S….“ – ich habe mehrere Fotos gemacht und auch mit dem Computer getrickst, habe den Namen aber nicht rausgefunden: hat hier jemand einen Tipp? Interessenten schicke ich das Foto gerne zu…

      Leider müssen wir jetzt erst einmal „eine Runde“ arbeiten – spätestens 2014 "droht" voraussichtlich der nächste FRAM-Beitrag von uns :sclosed:
    • Explorer schrieb:

      Wir fragen uns, wie alle Betriebe überleben können –

      Sie scheinen einen Erfolgsrezept zu haben. Honfleur sieht ja noch genaus so niedlich und schnuckelig aus, wie ich es vor einer gefühlten Ewigkeit kennengelernt habe. Deine geschilderten Eindrücke sind heute noch so wie ich sie damals schon erlebt habe. Savoir-vivre :girl_sigh:

      Explorer schrieb:

      spätestens 2014

      Das Wörtchen spätestens lässt ja hoffen, ....

      ... hoffen darauf, mal wieder einen so schönen und unterhaltsam geschriebenen Bericht von Dir zu lesen. :sdanke:
      ... hoffen darauf, mal wieder sooooooooo schöne Bilder zu sehen. :sdanke: :sdafuer:
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


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    • Lieber Explorer!
      Auch von mir ein herzliches Dankeschön für diesen so toll verfassten Reisebericht. Nachdem ich zu Beginn nur Zeit hatte, die ersten beiden Tage zu verfolgen, habe ich heute den kompletten Rest nachgeholt. Sehr interessant diese Tour und richtig abwechslungsreich! Das war mir auch schon an Bavarias Tour aufgefallen! Liegt aber wohl daran, dass man die klassische Hurtigrutentour schon mehrfach gefahren ist und sich eure Erzählungen weitestgehend um uns unbekanntes Terrain dreht. Und dann noch die tollen Bilder dazu . . . :8o: Wenn mir auch alle ausnehmend gut gefallen haben, so sind meine Favoriten die mit den Delphinen! Wann bekommt man die in freier Wildbahn schon mal zu sehen? Sehr gefallen haben mir auch die zahlreichen Überschriften im Text zu den jeweiligen Tagesabschnitten oder auch die zu den Bildern. Damit hast du dir aber viel Mühe gegeben und ich musste so manches Mal über deine Wortwahl schmunzeln. Alles in allem eine gelungene Reisebeschreibung!!! :thumbsup:

      Es grüßt dich

      Ulli