Elektromobilität in Norwegen

    • Elektromobilität in Norwegen

      Da laus' einen doch der Affe: In der Zeitung mit den vier Buchstaben steht doch mal ein interessanter Artikel über Elektroautos in Norwegen...

      Edit: tangojoe hat mich eben darauf hingewiesen, dass es in der Berichterstattung zum Thema auch deutlich seriöser geht. Tusen takk :thank_you:
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      BRITANNICUS :)

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    • Zu viele Elektroautos in Norwegen?!?

      Die Anzahl an Elektroautos in Norwegen steigt weiter kräftig an - alleine in der ersten Hälfte dieses Jahres sind weitere 2700 auf die Straßen des Königreichs gekommen, vor allem im Umfeld der großen und größeren Städte. Dabei lockt der Staat die Autokäufer mit attraktiven Steuerbegünstigungen, Mautbefreiung, kostenfreiem Parken auf öffentlichen Parkplätzen, Gratisaufladung der Batterien an den meisten öffentlichen Ladestationen und der Berechtigung, die ansonsten Streng Bussen und Taxen vorbehaltenen Kollektivfahrbahnen zu nutzen und so elegant an den Berufsverkehrsstaus vorbeizuziehen.

      Doch gerade die letzte Regelung wird nun zum Problem, so Vegdirektoratet. Deshalb, so bestätigte die Behörde, denke man nun über eine schrittweise Abschaffung dieses Vorrechts nach, da die stetig steigende Zahl an Elektroautos auf eben jenen Fahrspuren zunehmend zu Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr führe. Es gehe zunächst nicht um eine generelle Abschaffung des Privilegs, das Elektroautobesitzern laut Klimaplan eigentlich uneingeschränkt bis 2017 zugesagt worden ist, sondern um punktuelle Einschränkungen an Orten, wo die Belastung durch Elektroautos besonders hoch sei. Man wolle diese nun im Rahmen von Verkehrszählungen ermitteln, um eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu haben.

      Während auf der einen Seite die Klimafreundlichkeit des Elektroantriebs im Straßenverkehr allseits gelobt wird, zeigen jüngst veröffentlichte Zahlen des Statistisk sentralbyrå aber auch Schattenseiten: Der individuelle Autonutzung von Elektroautobesitzern liege deutlich über der von Fahreren konventionell angetriebener Fahrzeuge, da erstere deutlich weniger zum Fahrrad griffen oder den ÖPNV benutzten. Bereits jetzt sei in den großen Städten eine recht deutliche Verkehrszunahme zu beobachten - und die Anzahl der Elektroautos wächst weiter.
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      BRITANNICUS :)
    • Könnte sein, dass sich das schnell wieder ändert, wenn der Hersteller die Probleme mit den Akkusnicht in den Griff bekommt - die Tests haben wohl eher in der warmen Jahreszeit stattgefunden, denn jetzt stottern die Akkus beim Aufladen in der Kälte.....
      Angeblich soll auch das "sensible" Stromnetzt in Norwegen schuld sein ( " Die von Tesla gelieferte Ausrüstung kann nicht mit der tödlichen Kombination von norwegischen Stromnetz und sehr kalten Temperaturen umgehen." :D ) und das soll nun mit einer neuen Software behoben werden, denn auch die neuen Akkus stottern immer noch beim Aufladen.........
      :lofoten2:

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    • tangojoe schrieb:

      Könnte sein, dass sich das schnell wieder ändert, wenn der Hersteller die Probleme mit den Akkusnicht in den Griff bekommt

      Es sieht aber nicht wirklich danach aus, denn 2013 ist der Verkauf von Elektroautos in Norwegen um nahezu 100% auf 7882 gestiegen (2012: 3950). Und selbst das in dem in #5 verlinkten Artikel genannte Modell findet seine Liebhaber und scheint auch bei starken Minusgraden zu funktionieren - sogar in Finnmarken.

      Jedenfalls berichtet das Finn Helge Lunde aus Kirkenes , der seit letztem Jahr elektromobil ist. Sein Tesla-Modell habe eine Reichweite von 430 km, was selbst für Überlandfahrten in der weiteren Region, z.B. an die Südseite des Varangerfjords, ausreiche und eine Rückkehr ohne Zwischenladen garantiere, selbst bei zwanzig Minusgraden.

      Erst kürzlich sei er mit seiner Familie ins finnische Saariselkä südlich von Ivalo und wieder zurück gefahren, was insgesamt 550 km entspräche und habe kleinerlei Probleme mit dem Auto gehabt. Für den benötigten Strom habe er gut hundert 100 bezahlt (ca. € 12,-), ein konventionell betriebenes Fahrzeug hätte hingegen den sechsfachen Betrag für Kraftstoff benötigt, so Lunde. Überhaupt sei sein Elektroauto gerade bei Kälte in einigen Punkten unschlagbar, da die oftmals Verbrennungsmotoren betreffenden "Kälteprobleme" wie sinkende Viskosität von Schmier- und Kraftstoffen bei einem Elektromotor gar nicht auftreten könnten. Lediglich die Gesamtreichweichweite reduziere sich bei Kälte etwas, da für die Heizung mehr Strom benötigt werde und die Akkus bei Kälte etwas schwächer seien.

      Auch mit dem Aufladen habe er keine Probleme, selbst wenn es von den sechs Tesla-Schnellladestationen in Norwegen, die die Akkus in 30 Minuten füllen könnten, nördlich der Strecke Oslo-Trondheim keine gäbe. Zu Hause habe er einen 32 Ampere-Lader, mit dem er die Akkus in 7-8 Stunden aufladen könne (bei einem "normalen" Stromanschluss dauere das im Vergleich bis zu einem Tag), hoffe aber, dass es bald auch nördlich von Tromsö öffentliche sogenannte "Semi-Ladestationen" gäbe, die die Ladezeit auf drei bis vier Stunden reduzierten. Würden derartige Stationen auch im Norden errichtet werden, so ist Lunde sich sicher, wäre ein großer Schritt in Richtung einer "elektrifizierten" Finnmark getan, da die Reichweitenangst dann kein wirkliches Gegenargument mehr sei.

      Allerdings sieht auch der überzeugte Ebilist Lunde die derzeitigen Grenzen der Technologie: Das Ziehen von Anhängern oder Wohnwagen sei momentan wegen des dann rapide steigenden Energiebedarfs nicht wirklich ratsam und zielführend, da man ja nicht einfach die nächste Tankstelle anfahren und in kürzester Zeit auffüllen könne. Er sei sich aber sicher, so der studierte Ingenieur, dass die rapide Entwicklung der Elektroautotechnologie auch dieses Problem in einigen Jahren lösen könne - zusammen mit dem Ausbau von Ladestationen.

      Übrigens zeigte sich der Generalsekretär von Norsk ebilforening, Snorre Sletvold, von dem massiven Zuwachs des vergangenen Jahres nicht nur erfreut, sondern auch positiv überrascht. Ein Wachstum hätte man zwar erwartet, aber nicht in diesem Umfang. Als Gründe nennt er neben der zunehmenden Modellvielfalt auch die gestiegene Leistungsfähigkeit (also Reichweite), aber auch den sogenannten "Nachbareffekt": Eigene Anschauung und positive Berichte spielten ganz offenbar eine wichtige Rolle im Entscheidungsprozess vor dem Autokauf, so Sletvold.
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      BRITANNICUS :)
    • Aus die Maus?

      Die attraktiven Anreize zum Kauf von Elektroautos in Norwegen könnten bald der Vergangenheit angehören - jedenfalls wenn es nach dem Willen der EU geht. Die hat nämlich auch im Nichtmitglied Norwegen etwas zu sagen, da das Königreich zur europäischen Freihandelszone EFTA gehört. Der Grund: Die Mehrwertsteuerbefreiung für Elektroautos in Norwegen wird als mit den EFTA-Regularien nicht konforme indirekte Subvention angesehen. Sollten die derzeit laufenden Überprüfungen zu eben diesem Ergebnis kommen, müssten die Elektroautos mehrwertbesteuert werden und würden dann zwischen 45.000 Kronen (ca. € 5.500,-) und 150.000 Kronen (ca. € 18.500,-) mehr kosten als bisher.

      Wenn die derzeitigen Verkaufsraten auf dem Elektroautomarkt weiter erreicht würden, könnten bald 20.000 solcher Fahrzeuge pro Jahr in Norwegen verkauft werden, was für den Staat 1,5 Milliarden Kronen (ca. € 185 Millionen) entgangener Mehrwertsteuer bedeuten würde. Und das wären eben die versteckten Subventionen, die die EU moniert. Derzeit befinden sich etwas weniger als 50.0000 Elektroautos auf Norwegens Straßen, was einer entgangenen Mehrwertsteuersumme von gut 463 Millionen Euro entspricht.

      Die Regierung in Oslo ist übrigens gar nicht so undankbar ob der Botschaft aus dem Süden des Kontinents, denn die 2001 beschlossenen finanziellen Anreize für den Kauf von Elektroautos sollen ohnehin spätestens 2017 auslaufen - oder eben wenn das 50.000 Auto zugelassen worden ist, was im nächsten Jahr erwartet wird. Trotzdem dürften Ärger und Verdruss auch bei den "Alteigentümern", die eine Mehrwertbesteuerung nicht mehr kratzen kann, vorprogrammiert sein, denn zu dem Anreizpaket gehören u.a. auch die Erlaubnis, Bus- und Taxispuren zu benutzen, umsonst mit Fähren zu fahren, keine Parkgebühren und keine Maut zahlen zu müssen.
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      BRITANNICUS :)
    • Jubiläumswagen

      Heute ist in Norwegen das 50.000 Elektroauto registriert worden, ein Ereignis, das in Drammen besonders begangen wurde. Norsk Elbilforeningen nutzte die Festlichkeit auch, scharfe Kritik an der inzwischen immer wahrscheinlicher werdenden vorzeitigen Abschaffung der Vorteile für Elektroautos in Norwegen zu üben. Denn - siehe Vorbeitrag - die heutige Zulassung hat die Schallmauer durchbrochen, bei der die Regierung die Vorteile zurücknehmen kann, die die Elektroautos in Norwegen so populär gemacht haben. Die Interessenvertretung der Elektroautomobilisten Norwegens argumentiert damit, dass die elbiler ein Stützpfeiler bei der Erreichung der ambitionierten norwegischen Klimaschutzziele seien. Es sei sehr zu bezweifeln, dass die Verbraucher bereit wären, den wesentlich höheren Preis für die Technologie ohne die derzeitigen Anreize zu berappen.
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      BRITANNICUS :)
    • Hallo,

      ich gebe mich mal als E-Auto-Fahrer zu erkennen. Als Elektroautofahrer findet man die ganzen umliegenden Länder als Paradies. Bloß die Deutschen sind wieder mal zu blöd.

      Wobei ich auch die Benutzung von Busspuren als Quatsch empfinde. Aber in Holland z.B. steht jedem E-Auto-Besitzer eine öffentliche Ladesäule im Umkreis von 200m um seiner Wohnung zu. Das ist beispielhaft. Ich glaube, daß die Idee mit dem Entfall der Mehrwertsteuer eine gute ist, sollte man in D nachmachen (wobei es bei uns jetzt schon zu spät ist, ich bin schon 1 1/4 Jahr und über 21.000 km elektrisch unterwegs.

      Viele Grüße
      Thomas
      Viele Grüße
      Thomas

      2015 MS Lofoten: BGO-KKN-BGO
    • Bei dem Kurztrip nach Oslo sind wir auf dem Weg vom Anleger zur Akerbrygge an einem riesigen Parkplatz vorbei gekommen, auf dem ausschließlich Elektroautos standen. Der Parkplatz war auch hervorragend mit entsprechenden Ladestationen ausgestattet.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Wir haben sowohl in Oslo als auch in Bergen viele speziell ausgewiesene Parkplätze mit Ladestationen gesehen.
      Im Gegensatz zu vielen Deutschen scheinen die Norweger allerdings auch deutlich disziplinierter zu sein. Wir haben in Norwegen keinen falsch belegten Elektroauto-Parkplatz bemerkt :thumbup:
      Wenn ich im Gegensatz dazu daran denke, wie oft auf den 2 mit Ladestationen versehenen Parkplätzen vor unserem Stadtwerkegebäude andere Autos stehen - trotz (eigentlich) unübersehbarem Hinweisschild ;(

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Von Verbrennern zugeparkte Ladesäulen sind wirklich ein Problem. Leider dürfen nur die Betreiber der Ladesäulen etwas unternehmen. Als normaler E-Auto-Fahrer darf ich keinen Abschleppen lassen und das Ordnungsamt hat auch nicht wirklich eine Handhabe wie es bei anderen Parksünden.

      Als eine Bitte an Dich, Noschwefi: wenn bei Euch Falschparker stehen, laßt die Falschparker abschleppen. Ihr als Stadtwerke seid sicher die, die wirklich das Recht dazu haben.

      Und noch ein Lob an Eure Stadtwerke, wenn sie Ladesäulen haben. Unsere Energieversorgung hat nur eine Alibi-Säule, die auch nur mit einer eigenen Karte betätigt werden kann. O-Ton der Verantwortlichen: "Die Elektromobilität ist noch nicht im Alltag angekommen". Bei uns schon, ich habe mit unserer ZOE schon 23.700 km gefahren.

      Viele Grüße
      Thomas
      Viele Grüße
      Thomas

      2015 MS Lofoten: BGO-KKN-BGO
    • @JTK
      Mit "unseren Stadtwerken" meinte ich die, die unsere Stadt versorgen, ich arbeite nicht da.
      Trotzdem danke für die Hintergrundinformation und den Hinweis auf die rechtliche Lücke, die es da wohl noch gibt :S

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Dumm gelaufen

      ist es für den Eigentümer eines Tesla Modell S an der Schnellladestation in Brokelandsheia - nachdem das Auto angeschlossen war, begann es zu brennen und in Folge des Feuers ein Totalschaden. =O Die Ursache für das Unglück ist noch nicht geklärt, die gute Nachricht ist aber, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. Für Tesla-Eigentümer ist der Brand fraglos ein Ärgernis, denn bei der Schnellladestation in Brokelandsheia, die bis auf Weiteres außer Betrieb ist, handelt es sich um die einzige ihrer Art längs der E18 in Aust-Agder. Die nächsten Tesla-geeigneten Schnelllader befinden sich in Skien bzw. Bygland.
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      BRITANNICUS :)
    • Aus EL wird EK

      Noch in diesem Jahr wird damit gerechnet, dass Norwegen die EL-Kennzeichen für Elektroautos ausgehen werden. Derzeit ist bereits das Fahrzeug mit dem Kennzeichen EL 93000 unterwegs, was bedeutet, dass nur noch weniger als 7000 EL-Schilder ausgegeben werden können. Trotzdem werden Elektroautos in Norwegen weiter ein Kennzeichen mit Hinweis auf die Antriebsart erhalten, denn sobald EL 99999 zugelassen worden ist, wird mit EK 10000 weitergemacht - EK wie elektrisk kjøretøy, womit sich die norwegische Bezeichnung gegen das zuerst favorisierte EV für electric vehicle durchgesetzt hat.

      Die weiteren auf die Antriebsart bezogenen Kennzeichen GA (gass) und HY (hydrogen) dürften derweil noch etwas länger halten - für letztere Kennzeichengruppe sind 2015 gerade einmal neun Zulassungen erfolgt.
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      BRITANNICUS :)