Die „Wünsch Dir was-Reise“ oder „Mit fünf Fories auf der Finnmarken“ im März 2013

    • 2013
    • unvollständig
    • Die „Wünsch Dir was-Reise“ oder „Mit fünf Fories auf der Finnmarken“ im März 2013

      Da ich weiß, wie hier auf Reiseberichte gewartet wird und das Wetter dieses Wochenende wieder einmal nicht zum Verweilen im Freien einlädt, will ich hier einmal einen Anfang setzen. Erwartet bitte nicht, dass ich hier nun zügig einen Tag nach dem anderen einstelle, aber ich will zumindest erste Schritte machen und das Wochenende dafür nützen.

      Wie kann man nach zwei Hurtigruten-Reisen eine weitere buchen? :patsch:

      Diese Frage stellten mir einige meiner Freunde, als ich nach Rückkehr von Tour 2 schon von der dritten Reise sprach.

      Als ich im September 2010 meine erste Hurtigrutenreise für Februar/März 2011 buchte, dachte ich: „Fährst Du einmal. Dann kannst Du das auch von Deiner Wunschliste streichen.“ Bis dahin war ich schon einige Male mit dem Auto in Norwegen unterwegs. Ich liebte dieses Land und seine Menschen. Der Norwegen-Virus war seit meinem 17. Lebensjahr in mir. Die Hurtigrutenreise sollte eine weitere Facette in der Entdeckung dieses Landes sein und ich hätte nie daran gedacht, dass ich diese Reise wiederholen würde.

      Und dann war ich bei denkbar schlechtem Wetter und viel Sturm unterwegs. Die Reise führte daher auch nicht nach Kirkenes , das für mich zu dem Zeitpunkt so etwas wie das Ende der zivilisierten Welt darstellte, sondern nach Alta. Mein Ziel hatte ich also nicht erreicht. Schon das war ein Grund zum Wiederkommen!

      Aber auf dieser Reise hatte ich Menschen kennen gelernt, die diese Reise schon viele, viele Male gemacht hatten und immer noch begeistert waren – trotz des schlechten Wetters. Irgendwann auf meiner ersten Reise ist es passiert und zum Norwegen-Virus hatte sich still und leise der Hurtigruten-Virus gesellt. Bereits am letzten Tag der ersten Tour wurde im Vorschaukatalog für 2012 für eine weitere Reise geplant – gleiches Schiff, gleicher Termin und gleiche Truppe.

      Als dann die Finnmarken aus Australien zurück war und ich hier im Forum so viele begeisterte Einträge über dieses Schiff las, wuchs die Neugier. Und so wurde bereits auf der 2. Tour (man beachte die Steigerung!) ein Termin für eine Finnmarken-Reise berechnet. Der 10. März 2013 war sehr schnell der Wunschtermin.

      Als dann der Katalog 2013 erschien, war erst einmal der Schock über die Preisentwicklung bei Hurtigruten sehr groß. Sehr schnell war klar, es würde keine gemeinsame Tour der Alta-Connection geben. Auch ich zögerte lange, rechnete, machte Kassensturz. Irgendwann der Gedanke: „Pfeif auf´s Geld! Diese Art des Reisens tut Dir gut! Spare an anderer Stelle und buche!“

      Gesagt, getan. Als ich aber meine Wunschkabine 633 buchen wollte, hatte sie mir christianus wenige Stunden vorher weggeschnappt. Meine zweite Wahl war die 533, die ich dann auch buchte und von der ich heute sagen kann, dass es die für mich optimale Kabine war. Danke, christianus, dass Du schneller warst!

      Laut Reiseliste dieses Forums war dann auch bald klar, dass einige Fories dabei sein würden – christianus, Vidar und Christoph. Später streute dann noch ein weiteres Forenmitglied Kommentare, aus denen ich entnehmen konnte, dass hier noch jemand mit von der Partie sein würde. Per PN habe ich da einmal nachgefragt und erhielt eine Bestätigung für meine Vermutung. Elfi, die sich nach dem Wiener Stammtisch als Mitreisende outete, konnte ich in Wien kennen lernen, Vidar und seine Göga hatte ich schon am Berliner Stammtisch kennen gelernt.

      Meine Verrücktheit erfuhr in diesen Monaten noch eine weitere Steigerung. :pillepalle: Ich hatte inzwischen eine Tour mit der Polarlys für September 2013 gebucht. Und dann musste wenige Wochen vor dem Start der dritten Tour auch schon die fünfte gebucht werden – die Jubiläumstour der Lofoten im März 2014, an der ja eine ganze Gruppe aus dem Forum teilnehmen wird.

      Einige Zeit vor Beginn der Reise nahm ich dann mit allen Kontakt auf, wie es denn mit einem gemeinsamen Forentisch aussehen würde. Alle waren interessiert; alle wollten unbedingt einen Tisch in der ersten Sitzung haben – Christoph versprach mir als Belohnung, wenn das gelingt, einen Aquavit Linie. Da ich den sehr mag, war nun mein Ehrgeiz angestachelt. Am 2. März ging eine in norwegischer Sprache verfasste Mail an die Finnmarken mit unserem Anliegen. Es kam auch innerhalb weniger Minuten eine Antwort vom Schiff, dass man sich bemühen wird, unser Anliegen zu erfüllen. Das stimmte zuversichtlich und die Chance auf den Aquavit wuchs! :sekt:

      In gleichem Ausmaß wuchs aber auch die Vorfreude und Aufregung vor dieser dritten Hurtigruten-Reise. Auch wenn das Kofferpacken inzwischen zur Routine wurde – so dachte ich (dazu später) – der Vorfreude konnte ich mich nicht entziehen. Das vergeht wahrscheinlich nie!

      Und ich hatte eine recht lange Wunschliste für diese Reise:
      - viel Spaß mit den anderen Fories
      - endlich strahlender Sonnenschein in Bergen (die Vorschau war sehr gut!)
      - bei Schönwetter auf den Ulriken hinauf fahren
      - arcticGateway und Nicole KKN kennenlernen
      - etwas mehr Seegang als im Februar/März 2012
      - Sonne in Finnsnes
      - Dampf über dem Wasser
      - farbenprächtige Sonnenauf- und –untergänge
      - die winkekonkuranze gegen die Vesteralen und gegen die Polarlys gewinnen
      - Nordlicht, Nordlicht, Nordlicht
      - …

      Wir werden ja sehen, was davon in Erfüllung geht!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „norwegenfan.123“ () aus folgendem Grund: Wunschliste ergänzt

    • Hallo Gerda,

      der Anfang Deines Berichts hört sich ja schon mal vielversprechend an :thumbup: .

      Meine Familie hält mich, glaube ich zumindest, auch bereits für leicht verrückt ;( , denn
      Februar 2012: BGN - KKN - BGN
      Mai 2013: Hamburg - Reykjavik
      2013/2014: TOS - BGN
      und ich denke gerade schon wieder............. Aber wenn schon virusinfiziert, dann richtig!

      Nachdem ich bereits den Live-Bericht verfolgt habe, ist ja sicher, dass sich zumindest einige Deiner Wünsche erfüllt haben :thumbsup: . Jetzt bin ich sehr gespannt auf Deine Bilder- also WEIDA.

      Gisela
      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Schock am Tag vor der Abreise (08.März 2013)

      In meiner Wohnung sieht es schon seit Tagen aus wie in einem Basislager. Es ist deutlich zu erkennen, dass hier Reisevorbereitungen getroffen wurden. Gefühlsmäßig habe ich alles, was ich brauche, beisammen und muss es nur mehr in den Koffer packen. Vor der dritten (mit der Grönlandtour eigentlich vierten) Reise hat man ja schon eine gewisse Routine. So manches Utensil braucht man nur auf Hurtigrutenreisen und es gibt eine eigene Reisecheckliste für diese Art des Reisens. Und die ist abgehakt.

      Also gehe ich in der Früh noch fleißig arbeiten, räume meinen Schreibtisch dann auf und übergebe Büro und Schlüssel an meine Vertretung.

      Dann bringe ich noch mein Auto zum Sommerhaus. Da nach der Rückkehr Palmsonntag ist und wir ab diesem Wochenende eigentlich immer am Stadtrand wohnen, habe ich das Taxi für die Rückkehr so bestellt, dass es mich gleich dort hin bringt. Wer kann denn wissen, dass im Jahr 2013 der Frühling in Österreich ausfällt und wir bis in den April hinein Schnee haben werden.

      Als ich dann gegen 16.00 Uhr endlich in meiner Wohnung bin, werden die vorbereiteten Sachen in den Koffer gepackt. Dann der Moment der Spannung – Kofferwaage! Wie überraschend – der Koffer hat gerade einmal 20 kg. Das freut mich, habe ich doch auch das Gefühl, alles dabei zu haben.

      Im Forum melde ich mich dann in den Urlaubsmodus – man weiß ja, was erwartet wird und hofft selber, auf der Reise begleitet zu werden.

      Dann telefoniere ich mit Sandra und erzähle ihr ganz begeistert, dass mein Koffer nur 20 kg hat. Darauf von ihr ganz spontan die Frage: „Hast Du Dein Stativ mit?“ Mir wird heiß! Das Stativ hatte ich zu Silvester ins Sommerhaus mitgenommen und als der Koffer für die Reise geholt wurde, hat es nicht „Hier“ Ich will auch mit!“ gerufen. Da muss ich für die Zukunft noch ein wenig Erziehungsarbeit leisten! Und auf der Checkliste stand es natürlich nicht, weil die Mitnahme ja selbstverständlich war.

      Nun war guter Rat teuer! Mein Bruder, der nicht weit von mir wohnt, hat ein Stativ, aber das ist viel schwerer als meines. Und wenn ich jetzt in den Garten fahre, muss ich die öffentlichen Verkehrsmittel benützen – das Auto ist ja schon draußen – und das würde jetzt am Abend für beide Strecken sicher fast drei Stunden dauern. Was jetzt tun?

      Sandra hat das gleiche Stativ wie ich und hat mir spontan angeboten, mir ihres zu borgen. Und ich musste nicht einmal zu ihr fahren, um es zu holen! Wir trafen uns auf halber Strecke zur Übergabe. Danke, Sandra! Du zeichnest für so manches meiner Fotos verantwortlich! Ohne Stativ wäre die Reise im Hinblick auf die Fotoausbeute ein einziges Ärgernis gewesen.

      Als ich dann wieder zurück war, wurde das Stativ noch in den Koffer gepackt – und er hatte noch immer keine 23 kg, was günstig für eventuelle Einkäufe war! Dann bin ich sehr bald und entspannt eingeschlafen. Ich ging davon aus, dass mit dem vergessenen Stativ meine Reisekatastrophen abgearbeitet waren und ich jetzt ganz entspannt einer wunderbaren Reise entgegenschlafen konnte. Und im Hinblick auf das frühe Aufstehen am nächsten Morgen war frühes Schlafengehen angeraten! Ich wusste ja, dass der Samstag neben der Anreise nach Bergen auch noch ein schönes Wiedersehen mit einem guten Freund für mich bereit hielt!

      Vor dem Schlafengehen musste aber noch einmal der Wetterbericht gecheckt werden. Für den Sonntag sah es für Bergen ausgezeichnet aus, für den Samstag ab Mittag nicht so übel, aber nicht mehr so schön, wie ich schon vorher erhofft hatte.
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Bayerntroll schrieb:

      Meine Familie hält mich, glaube ich zumindest, auch bereits für leicht verrückt , denn
      Februar 2012: BGN - KKN - BGN
      Mai 2013: Hamburg - Reykjavik
      2013/2014: TOS - BGN
      und ich denke gerade schon wieder............. Aber wenn schon virusinfiziert, dann richtig!



      Du weißt ja sicherlich, dass so ne Virusinfektion lebenslänglich ist. Wie bestimmt schon einige gemerkt haben, bleiben uns die Viren nämlich erhalten und werden dann immer mal wieder reaktiviert, meist wenn die Sehnsucht nach HR unbändig groß wird :)

      @norwegenfan: danke für die bisherigen Berichte.... Auch mehr lesen will.
      LG katia :ilhr:

    • Anreise nach Bergen (09. März 2013)



      Es ist 04.00 Uhr! Was ist los? Mein Wecker! Was will der? Heute ist Samstag, da darf ich länger schlafen! Ach nein! Heute heißt es noch früher aufstehen als sonst! Es geht nach Norwegen zur lang ersehnten dritten Hurtigruten-Reise mit der Finnmarken und fünf Fories!

      Also doch aufstehen, Frühstück machen, anziehen, noch einmal die Wohnung kontrollieren und dann vor die Haustüre, um auf das für 5.00 Uhr bestellte Taxi zu warten.

      In Wien regnet es und es hat 8°C. Ich bin eindeutig zu warm angezogen.



      Das bestellte Taxi wartet schon und in knapp 20 Minuten bin ich am Flughafen. Ich fliege zum ersten Mal von dem letzten Juni eröffneten Check-in 3 (hieß früher Skylink, aber nach dem Korruptionsskandal gab es eine österreichische Lösung – Umbenennung und die Hoffnung der Politiker, dass das Kurzzeitgedächtnis der Österreicher so angelegt ist, dass alle Skandale drum herum gleich wieder vergessen sind.). Nach der Kofferabgabe wanderte ich sehr lange durch die elendslangen Gänge des neuen Flughafengebäudes (Unseres wurde aber immerhin in Betrieb genommen!), bis ich am Abfluggate ankam. Das Boarding begann pünktlich, die Maschine war kaum besetzt und ab ging es nach Frankfurt. Ich flog mit einer Austrian-Maschine und es gab einen köstlich schmeckenden Muffin mit wirklich gutem Kaffee. :gutenmorgen:

      In Frankfurt sollte ich planmäßig gerade einmal zwei Stunden Aufenthalt haben. Als ich auf der Tafel das Abfluggate erkunden wollte, stand dort nur, dass die Maschine Verspätung hätte. Von welchem Gate der Abflug erfolgen sollte, stand dort nicht. Und da der Flughafen in Frankfurt bekanntermaßen sehr weitläufig ist, hielt ich mich in der Nähe der zentralen Anschlagtafeln auf, bis klar war, in welche Richtung ich mich weiter bewegen musste.

      Mit insgesamt 45 Minuten Verspätung startete die Lufthansa Cityline-Maschine nach Bergen . Wir erfuhren, dass die Maschine, mit der wir hätten fliegen sollen, wegen eines Defektes nicht aus Zürich kommen konnte und man erst eine Ersatzmaschine beschaffen musste.

      Begleitet wurde der Flug von einer ausnehmend freundlichen Flugbegleiterin. Als sie im Gespräch erfuhr, dass ich aus Wien käme, versprach sie mir einen besonders guten Kaffee, den sie extra aufstellen würde. Ich bedankte mich und lobte natürlich auch den Kaffee, den sie mir brachte. Wäre ich ehrlich gewesen, hätte ich ihr sagen müssen, dass dieser Kaffee meinen Ansprüchen bei weitem nicht genügen würde. Im Hinblick auf Kaffee bin ich wirklich schwer zufrieden zu stellen, das weiß ich!

      Über den Wolken war herrliches Wetter.
      Als wir dann im Landeanflug auf Bergen waren, war es unterhalb der Wolkendecke nicht mehr so schön, es war trüb und hatte offensichtlich auch gerade geregnet. Na ja, Bergen-Wetter eben! Wie hätte es denn auch beim neunten Versuch anders sein können als die Male davor!



      Am Flughafen ging alles sehr flott. Mein Koffer war der zweite und ich erreichte auch gleich einen Flybussen.

      Im Bus setzte ich erst einmal eine SMS an Georg ab. Georg war ein sehr guter Freund, der zehn Jahre in Bergen gelebt hatte und zufällig dieses Wochenende mit seinem jüngeren Sohn auch in Bergen war. Und weil das noch nicht genug Zufall war, wohnten wir auch im gleichen Hotel – im Thon Hotel Brygge.

      Während der Fahrt vom Flughafen in die Stadt gab es Schneeschauer und Sonne gleichzeitig. Die Sonne hat aber den Kampf gewonnen. Als ich die 200 m vom Bus zum Hotel ging, sah es so aus, als könnte der blaue Himmel sich durchsetzen und es würde vielleicht wettermäßig doch noch ein schöner Nachmittag werden.



      Nach dem Einchecken im Hotel hielt ich mich gar nicht lange auf. Ich packte die Kameras ein und machte mich auf den Weg zur neuen Touristeninformation. Ich wollte mir dort eine Bergen Card kaufen.

      Das Wetter besserte sich zusehends. Ich benötigte weder Kapuze noch Schirm – das hatte es in Bergen noch nie gegeben. Und ich war ganz überrascht, welchen Weitblick ich plötzlich hatte. Und auch in Bergen gibt es eine Spiegelung der alten Häuser im Wasser!



      Auf dem Weg zum Fischmarkt musste ich natürlich auch die engen Gänge der Häuser von Bryggen besuchen. Dort wird an einigen Stellen fleißig renoviert und saniert.



      Gerade, als ich beim Fischmarkt ankam, läutete mein Telefon. Georg und Nils waren auch gleich da. Ich holte mir schnell die Bergen-Card – vom neuen Fischmarkt bin ich enttäuscht, wenn ich auch verstehe, dass für den Verkauf die Halle günstiger ist! Seinen besonderen Flair hat er damit aber verloren!

      Dann geht´s erst einmal ins Bryggeloftet & Stuene. Ich studiere zwar die Speisekarte, entscheide mich dann aber doch wieder für die Fischsuppe, die ich ganz ausgezeichnet und sehr sättigend finde.

      Inzwischen war das Wetter noch besser geworden und wir entschlossen uns zu einer Auffahrt auf den Fløyen . Von oben wieder der wunderbare Blick auf Bergen und auf die Richard With, die uns einen Tag voraus fahren sollte.



      Als wir im Hotel waren, war erst einmal Kinderwunschprogramm angesagt. Nils hatte ein Flugzeugquartett dabei und wollte unbedingt mit mir spielen. Die Regeln des Vierjährigen habe ich bis jetzt nicht verstanden, aber er hatte seinen Spaß dabei! Er wurde dann aber auch bald müde und ging schlafen.

      Georg und ich haben noch ein wenig an einem gemeinsamen Forschungsprojekt gearbeitet – man muss ja bei allem Vergnügen auch dafür sorgen, dass die Moneten für weitere Vergnügen nicht ausgehen! – und dann habe ich mich auch bald in mein Zimmer zurückgezogen.

      Im Forum checkte ich noch, wie es meinen Mitreisenden geht und bin dann bald ins Bett. Ich wusste, mir stand eine anstrengende Zeit bevor und diese Nacht war wahrscheinlich die letzte, in der ich mich ausschlafen könnte. Um 8.00 Uhr war ich mit Georg und Nils zum Frühstück verabredet – und ich wollte morgen unbedingt auf den Ulriken!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „norwegenfan.123“ ()

    • norwegenfan.123 schrieb:

      ... ich will zumindest erste Schritte machen ...

      Die machst Du aber ganz schön flott. ;) Kannst ja jetzt direkt weitere Schritte machen. :whistle3:

      norwegenfan.123 schrieb:

      Ich wusste, mir stand eine anstrengende Zeit bevor

      Das glaub' ich ja nicht. :mosking: Mitleid gibt's jetzt keins. ;) Deshalb hast Du wahrscheinlich auch schon 2 weitere Reisen gebucht? Ich hab's: Du bist wohl nicht nur hurtigruteninfiziert sondern auch noch anstrengungssüchtig. :laugh1:

      Freue mich schon auf Deinen weiteren Bericht. :sdanke:
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


      Links zu meinen Reiseberichten: siehe Profil ...
    • Das hängt doch von Dir selbst ab. Lass es einfach gemütlich angehen. Stress hat man doch Zuhause genug.

      Man sieht es doch schon an Deinem Bericht. immer mit der Ruhe, dann haben alle viel mehr davon. ;)
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • Liebe Gerda,

      immer wieder gerne borge ich dir mein Stativ, wenns dafür diese leckeren Cookies gibt :popcorm2:

      Mein Papa hat heut zu mir schon gesagt, dass er keine Fotos machen wird, nur entspannen :lol: Ich hab ihm die Illusion nicht zerstört :fie:
      :gr-blume: Sandra

      2011 NO * 2012 NN * 2012 LO * 2013 LO * 2014 2x LO * 2015 VA * 2016 2x NX * 2018 Fram, NX, LO
      Reiseberichte im Profil
    • Bergen mit Ulriken – Entern der MS Finnmarken (10.März 2013)

      So, ein Tag geht noch:

      Um 7.00 Uhr läutete der Wecker. Ich war gut ausgeschlafen. Es sollte das für viele Tage die späteste Weckzeit sein, die mein Handy ausrufen sollte. Und was ich bezüglich des Wetters vom Fenster aus erkennen konnte, ließ einen gelungenen Tag erwarten.

      Schnell war ich fertig. Ich hatte bereits in Wien so gepackt, dass ich meinen Koffer im Hotel gar nicht öffnen musste. Alles, was ich brauchte, war im Handgepäck und schnell wieder verräumt.

      Kurz vor 8.00 Uhr war ich beim Frühstück – Lachs, Sild, Leberpastete, … Die wichtigsten Zutaten zu einem norwegischen Frühstück waren da und es konnte nichts mehr schiefgehen. Georg und Nils waren auch schon da und wir hatten viel Spaß beim Frühstück. Von Georg ließ ich mir noch den Weg zum Bus zur Talstation der Ulrikenseilbahn erklären und dann verabschiedete ich mich bis zum Nachmittag. Da würden wir uns noch einmal treffen, da Nils unbedingt das Schiff besichtigen wollte.

      Nach dem Frühstück las ich noch im Forum, dass Christian und Ute, die im gleichen Hotel eingecheckt hatten, inzwischen auch erwacht waren und zum Frühstück wollten. Ich habe dann ausgecheckt und mein Gepäck im Gepäckraum deponiert. Dann schaute ich noch einmal im Frühstücksraum vorbei, ob ich Christian und Ute dort finden würde. Wir hatten kein Erkennungszeichen vereinbart, aber es war wohl auf beiden Seiten schnell klar, wer der jeweils andere war.

      Es gab eine kurze Begrüßung und einen Austausch über das geplante Tagesprogramm. Mein Plan bestand darin, jetzt zum Ulriken zu fahren und dann ab ca. 14.00 Uhr an der Spitze von Nordnes die Finnmarken beim Einlaufen zu begrüßen. Christian und Ute hatten ähnliche Pläne.

      Als ich aus dem Hotel kam, begrüßte mich traumhaftes Wetter. Der Himmel war tiefblau und es war keine Wolke zu sehen. So hatte ich es mir gewünscht. Und so sah das aus:



      Bevor ich mich auf den Weg zum Bus machte, musste ich aber noch den norwegischen Frühling begrüßen.



      Der Bus zum Ulriken fuhr am Sonntag nur alle 30 Minuten. Aber ich hatte Glück und musste nicht lange warten. Von der Bushaltestelle beim Krankenhaus musste man erst über eine Fußgängerbrücke gehen und dann ging es in drei Kehren bergauf zur Talstation. Nach etwa 10 Minuten war ich da, kaufte mir eine Karte für die Berg- und Talfahrt und konnte dann auch gleich mit der nächsten Gondel mitfahren.

      Oben erwartete mich eine traumhafte Aussicht!



      Da es sehr eisig war, war der Bewegungsradius sehr eingeschränkt. Aber die Terrasse des Restaurants lag wunderbar in der Sonne. Ich leistete mir also eine heiße Schokolade und setzte mich in die Sonne, um nichts anderes zu tun, als die Seele baumeln zu lassen und die Aussicht und die Weite zu genießen.

      Nach einiger Zeit kamen auch Christian und Ute. Wir unterhielten uns eine Weile, dann wendeten sich die beiden anderen Aufgaben zu und ich machte mich wieder auf für die Talfahrt. Es war inzwischen 12.00 Uhr und ich wollte ja gemütlich zur Halbinsel Nordnes bummeln.

      Wieder in der Stadt, ging ich erst einmal zur Kreuzkirche. Sie war offen, ich kannte sie noch nicht und bin also erst einmal da hinein.



      Dann schlenderte ich am Kai gegenüber von Bryggen entlang. Bei dem schönen Wetter präsentierten sich die alten Häuser so:



      Dann bin ich bis an die Spitze der Halbinsel Nordnes hinaus spaziert. Bei dem Wetter waren viele Spaziergänger unterwegs. So viele Hunde hatte ich in Bergen noch nie gesehen, aber bisher hatte es ja auch immer geregnet.

      Es war erst 13.30 Uhr und ich dachte, ich hätte noch viel Zeit. Also habe ich mir „in der ersten Reihe“ einen Platz auf einer Bank gesichert und die Sonne genossen.

      Eigentlich sollten ja auch Christian und Ute noch kommen, aber von denen war weit und breit nichts zu sehen. Dafür konnte man schon vor 14.00 Uhr die Finnmarken am Horizont erkennen. Und als ich mich noch einmal umdrehte, um nach Christian und Ute Ausschau zu halten, sah ich zwar nicht diese beiden, aber dafür kam da jemand mit schwarzer Jacke und Fototasche um die Ecke gelaufen. Es war Elfi, die so wie ich die Finnmarken hier begrüßen wollte. Wir hatten nichts vereinbart, aber irgendwie war es klar, dass wir uns hier treffen würden!

      Wir begrüßten uns und brachten dann unsere Kameras in Schussbereitschaft. Elfi fragte: „Wann geht denn eigentlich das Typhon los?“ Darauf ich: „weiß ich nicht, ob das hier schon ist oder erst ein Stück weiter drinnen!“ Gleichzeitig setzte ich die Kamera an und drückte auf den Aufnahmeknopf für den Film. Und es war genau der richtige Zeitpunkt, denn kaum war die Kamera eingeschaltet, ertönte für uns erstmalig auf dieser Reise das wunderschöne Typhon der Finnmarken! Und erstmals auf dieser Reise lief mir die Gänsehaut über den Rücken. Das Video dazu habe ich ja schon hier eingestellt.



      Elfi und ich sind dann langsam und plaudernd zurück zum Fischmarkt geschlendert. Da wir beide bis zu unseren nächsten Verabredungen noch etwas Zeit hatten, gönnten wir uns jeweils einen Kaffee und gemeinsam ein Wienerbrød und einen Rosinenbøller. Wir saßen in der Sonne und ließen es uns gut gehen.

      Dann ist jede von uns zurück zu ihrem Hotel. Ich traf mich dort mit Georg und Nils. Die beiden begleiteten mich mit dem Taxi zum Hurtigrutenanleger. Dort ging es mit der Gepäckabgabe sehr schnell. Bezüglich des Abendessens wusste ich nun zumindest, dass ich einen Tisch in der ersten Sitzung hatte. Später, als ich die anderen traf, war klar, dass es mit dem gemeinsamen Tisch für uns geklappt hatte.

      Während ich noch warten musste, um mir den Film über die Sicherheitsvorkehrungen anzusehen, durften Georg und Nils schon auf´s Schiff. Der junge Mann schilderte mir nachher ganz begeistert, wie gut es ihm gefällt und dass er da unbedingt einmal mitfahren will. Sein Vater hörte diesen Wunsch nicht so gerne, denn die Familie ist nicht seefest und es gab da schon sehr unangenehme Erfahrungen. Leider konnte ich Nils meine Kabine nicht zeigen, da die beiden in wenigen Minuten von einer Freundin abgeholt wurden und die Kabinen noch nicht frei gegeben waren.

      So verabschiedete ich mich von den beiden, ließ meine Cruisecard freischalten, schloss den Coffee deal ab und machte einen ersten Rundgang über das Schiff. Ich war ja im Juni in Trondheim schon einmal da gewesen und war da von cassia herumgeführt worden. Daher war mir jetzt vieles schon vertraut und es gefiel mir genauso gut wie im Juni. Mir gefällt eben der Jugendstil – und davon ist auf der Finnmarken ausreichend vorhanden.

      Auf meinem Rundgang traf ich Elfi und später auch noch Christian.

      Kurz vor 18.00 Uhr konnten wir unsere Kabinen beziehen. Es stellte sich heraus, dass Elfi und ich die Kabinen nebeneinander hatten. In der Kabine erwartete mich auch der Ambassador-Obstkorb.



      Ich habe dann schnell den Koffer ausgepackt. Wer weiß, wann ich sonst Zeit dafür haben würde! Während des Auspackens läutete mein Telefon – da wusste ich, dass nun auch Vidar samt Göga eingetroffen waren. Nur Christoph blieb vorläufig der große Unbekannte!

      Dann meldete sich so langsam der Hunger zu Wort – wohl auch deshalb, weil meinem Verdauungssystem bekannt war, dass es am ersten Abend auf dem Schiff ein wunderbares Buffet gab. Also ab ins Restaurant und das Buffet gestürmt. Es hat wunderbar geschmeckt – und vor allem das Nachspeisenbuffet versprach schon am ersten Abend ganz besondere Leckerbissen!

      Um 20.30 Uhr war im Panoramasalon die deutschsprachige Informationsveranstaltung. Reiseleiterin Aud Ræstad stellte uns Kapitän Kai Albrigtsen, den ich schon von meiner ersten Reise auf der Nordnorge kannte und den Hotelmanager Per Øivind Dahl vor. Außerdem gab es auf der Finnmarken einen Chefkoch und einen Mehlspeiskoch. Besonders letzterer war für uns sehr wichtig und er lernte uns auch sehr schnell kennen, wurde er von uns doch immer, wenn er mit einer neuen Nachspeise ins Restaurant kam, besonders freundlich begrüßt.

      Beim Auslaufen um 22.30 Uhr waren wir natürlich draußen. Noch ein letzter Blick zurück.



      Dann glitt die Finnmarken vom Anleger und fuhr nach Norden.

      Ich blieb noch draußen, bis sie unter der Askøy-Brücke durch war, dann ging ich in meine Kabine. Das Stativ ließ ich in einsatzbereitem Zustand und die Kamera bleib drauf. Man wusste ja nie, was einen erwartete! Ich stellte die Kamera auch noch auf Nordlicht ein und den Wecker auf 05.30 Uhr, denn wir wollten ja am Hornelen Muddi und die Trollfjord begrüßen. Ich sag´s ja, Hurtigrutenreisen sind keine Erholungsreisen, man läuft von Termin zu Termin!

      Wenn man auf der Finnmarken Durchsagen und den Nordlichtalarm in der Kabine hören will, muss man den Fernsehapparat auf dem Informationskanal laufen lassen. Ich habe also den Bildschirm abgedunkelt, aber das Gerät laufen gelassen und bin schlafen gegangen.

      Um etwa 01.00 Uhr schreckte ich hoch von folgender Durchsage: „We have Northern light in front oft he ship! Wir haben Nordlys am Bug des Schiffes!“

      Das gibt es ja eigentlich gar nicht! So weit im Süden! Die erste Nacht auf dem Schiff und schon Nordlicht? Aber es wird wohl stimmen, sonst würden sie es nicht durchsagen!

      Also rein in die Klamotten und in die Schuhe, Stativ mit Kamera gepackt und ins Freie. So skeptisch ich ursprünglich bezüglich einer Kabine auf Deck 5 war, so froh war ich jetzt. Ich war eine der ersten, die draußen war! Und wirklich, vor dem Schiff war ein breiter Streifen Nordlicht!



      Es war nicht das stärkste Nordlicht, das ich gesehen hatte, aber es war das erste auf dieser Reise. Und ich bin immer wieder davon fasziniert! Ich glaube, auch auf meiner zehnten Hurtigrutenreise würde ich dafür aufstehen!

      Etwa 45 Minuten war ich draußen, dann siegte die Vernunft. Immerhin hatte ich ja kurz nach 06.00 Uhr einen Termin am Hornelen !
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „norwegenfan.123“ ()

    • "norwegenfan.123" schrieb:

      Man wusste ja nie, was einen erwartete!

      Solcher Optimismus muss aber auch belohnt werden, dafür habt ihr das Nordlicht direkt in der ersten Nacht wirklich verdient :thumbsup:

      "norwegenfan.123" schrieb:

      Ambassador-Obstkorb

      und wie bei uns auch mit einer halbierten Orange drin. Wer kommt auf so eine Idee? :mosking:

      Vielen Dank für den Reisebericht mit den tollen Bildern! Freue mich schon riesig auf die Fortsetzung :clapping: