Gestrandet in Alta, kein Nordkap und kalt da!

    • 2012
    • B-K-B
    • Garry wrote:

      War es vielleicht dieses Foto.

      Sicherlich auch sehr schön, aber es war schon viel länger her. Irgendwann Anfang 2011 oder sogar noch 2010. Mal sehen, vielleicht finde ich es ja irgendwann wieder. :search:

      effemuc wrote:

      ständig über das Horn der MS Vesterålen lustig machen!

      Na ja, irgendwie passt das Horn doch zu diesem Schiff. Es ist genauso schräg wie das ganze Schiff und doch irgendwo liebenswert. :thumbsup:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Jobo wrote:

      Irgendwann Anfang 2011 oder sogar noch 2010.

      Ich meine, ArcticGateway kam mal mit dieser Perspektive. Ich glaube das war irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 2011.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

    • effemuc wrote:

      Das sind doch versöhnliche Töne...

      Wieso, hab ja nie was anderes behauptet. Schließlich muss ich es wissen, bin ja eine komplette Tour auf dem gemütlichen Schiff gefahren. :good3:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
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    • 27.12.2013 HarstadTromsø

      Erstaunlicherweise bin ich bereits um 5:30 Uhr wach, mag aber noch nicht aufstehen. So döse ich noch bis 6:05 Uhr vor mich hin und lasse mir auch ausreichend Zeit beim Duschen, sehr zur Freude gewisser anhänglicher Gegenstände in der Nasszelle.



      Um 6:50 Uhr finde ich Renate auf Deck 5 und wir gehen gemeinsam zum Frühstück. Anschließend können wir auf Deck 5 die ankommende MS Nordnorge begrüßen.



      Langsam zieht das Schiff an uns vorbei ins Hafenbecken. Über Harstad leuchtet der Fernsehturm abwechselnd in unterschiedlichen Farben, fast wie eine Kirmesbude.



      Die MS Nordnorge legt sich hinter uns mächtig in die Kurve um zum Kai zu gelangen.



      Endlich hat sie den Kai erreicht und wird vertäut. Da es ja bereits vereinzelte Kritik an meiner Fürsorge für Renate gab, möchte ich darauf hinweisen, dass mich sehr wohl um ihre Gesundheit gesorgt habe und sie aus der Kälte in den beheizten Kabinengang geschickt habe , immerhin hat die Tür ein Fenster und Renate kann so am Geschehen zumindest optisch teilnehmen.



      Als wir ablegen, stellt sich ein Problem für die MS Nordnorge heraus. Die Bugleine des Schiffes hat sich um einen der Fender am Kai gelegt und lässt sich nicht mehr lösen. Wie man dieses Problem gelöst hat bekommen wir aber nicht mehr mit.



      Wir warten noch die Vorbeifahrt an der Trondenes Kirche ab, dann ist Aufwärmen in der Cafeteria angesagt. Renate macht noch einen Abstecher zu ihrer Kabine, um den Kaffeebecher zu holen.



      Sie erzählt mir dann, dass sie weiter hinten im Kabinengang Reinigungspersonal mit Mundschutz gesehen hat. Ein weiteres Indiz für eine Krankheit bei uns an Bord.



      Anschließend schlendern wir noch etwas auf Deck 5 entlang. Man merkt jetzt doch schon, dass man sehr weit im Norden ist. Die Sonne zeigt sich schon gar nicht mehr, sondern bleibt knapp unter dem Horizont.



      Bis Finnsnes bleiben wir noch hier an Deck, bevor wir zum Mittagessen gehen. Danach reicht es nur zu einer kleinen Verdauungsrunde an Deck, bevor wir die Kabinen aufsuchen. Ich merke doch, dass mir noch etwas Schlaf fehlt.



      Erst kurz vor der Ankunft in Tromsø treffen wir uns wieder auf Deck 5. Es ist inzwischen empfindlich kalt, trotzdem hat Jens den Weg zum Kai gefunden und filmt unsere Ankunft.



      Anschließend treffen wir Jens auf dem Kai. Zusammen mit Sumsum und Duck machen wir einen kleinen Bummel am Kai entlang bis zum Polarmuseum. Von dort aus gehen wir Richtung Stadt. Sumsum und Duck verabschieden sich dann, während wir mit Jens weitergehen. Jens möchte mit uns ein Stück weiter die Straßen hinauf, doch Renate verweigert den Anstieg. Seltsam, wo sie doch eigentlich Anstiege mag . Es ist aber auch so schon mühsam genug, da die Gehwege hier teilweise spiegelglatt sind.
      So landen wir komischerweise genau vor den Ølhallen und wo wir nun schon mal da sind … .

      Jens begleitet uns später zurück zum Schiff und wir trinken in der Cafeteria noch einen Kaffee zusammen, bevor wir uns von ihm verabschieden. Er verlässt das Schiff, möchte aber natürlich auch noch die Abfahrt der MS Finnmarken filmen und wartet daher auf dem Kai.



      Der Wind fegt nun mit eisiger Kälte über den Kai, doch wir legen einfach nicht ab. Es ist schon fast 19 Uhr, Renate ist schon ins Schiffsinnere geflüchtet, als Jens aufgibt und sich auf den Heimweg macht. Kurz danach erfahre ich, dass die Busse mit den Ausflüglern von Finnsnes noch nicht zurück sind und wohl erst gegen 19:30 Uhr erwartet werden.

      Als Renate dies hört, zieht sie sich in ihre Kabine zurück, sie fühlt sich auch nicht sehr wohl. Hoffentlich hat sie sich keine Erkältung von dem eisigen Wind eingefangen.

      Die Busse treffen gegen 19:30 Uhr ein und fünf Minuten später legen wir ab. Mit Chriz, Sumsum und Duck sitze ich noch bis 20:30 Uhr in der Cafeteria, dann verschwinde auch ich in die Kabine. Da der WLAN-Empfang in der Kabine gut ist, erstatte ich dem Forum noch Bericht. Währen ich im Forum poste, fährt die MS Polarlys vorbei, an die hatte ich gar nicht mehr gedacht. Gegen 23 Uhr ist aber dann auch für mich Feierabend.





      Renate 27.12.2012

      Irgendwie ist es in diesen Tagen Ende Dezember alles anders als sonst. Ich saß zwar wieder um 6.00 Uhr mit meinem Aufwachkaffee am Heck auf Deck 5 , aber es war stockdunkel bis auf...den herrlichen Mond. Bei der Fahrt durch den Toppsund schien er mir genau ins Gesicht. Es war wieder herrlich ruhig, alles schlief noch oder murkste zumindest in den Kabinen herum. Man denkt an dies und das, hört dem Rauschen der Heckwelle zu, hält ein stummes Zwiegespräch mit dem "brüllenden" Seebär und schaut dem rosa Licht im Osten entgegen, Zeit zum Genießen . Ach nee, rosa Licht war ja diesmal nicht, nur dunkel......
      Kurz vor 7.00 - der Chef erscheint, fröhlich grinsend und vorbei war es mit der Ruhe.
      Nun ging es erst mal zum Frühstück, danach zurück auf Deck 5. Die NORDNORGE drehte elegant rein und für uns war es schon Zeit für die Abfahrt. Dabei gingen mit Jobo wieder die Pferde durch. Er alberte nur mit seiner Kamera herum und mangels anderer Motive bin ich dann das Opfer . Ob die am Kai vertüdelte NORDNORGE noch befreit werden konnte, haben wir leider nicht mehr sehen können. Nach einiger Zeit haben wir uns für einen zweiten Kaffee in die Cafeteria zurückgezogen. Da war es wenigstens warm. Bei einem kurzen Gang zur Kabine machte ich eine merkwürdige Entdeckung. In den 2 nächsten Nachbarkabinen war das Servicepersonal zu Gast - schon wieder mit Mundschutz und Handschuhen. Der Virus hatte das Schiff also erobert, welcher auch immer. Vorsicht war also geboten.
      Nach kurzer Zeit waren wir wieder an Deck. Es war kalt, schön und polarnachthell. Bis Finnsnes hielten wir uns überwiegend draußen auf, gingen dort aber nicht von Bord - nicht mal für das Schokomännchen. Stattdessen waren wir pünktlich beim Mittagessen. Nach einem Spaziergang an Deck machten wir ein Schläfchen und trafen uns vor Tromsø wieder an Deck. Jens wartete schon am Kai. Zusammen mit Sumsum und Duck machten wir uns auf einen Stadtspaziergang. Die wollten nach einiger Zeit aber noch Besorgungen machen. Jens zeigte uns ein paar Wege und Straßen abseits der üblichen Touristenwege. Auch hier erzählte er uns wieder viel über die schöne Architektur Tromsøs bezw. deren beabsichtigte oder bereits vollzogene Beseitigung. Die kleinen Straßen waren zum Teil heftig vereist. Als er dann noch eine steile, glatte Piste hinauf wollte, habe ich gestreikt. "Na gut, dann gehen wir hier runter, da sind gleich die Ølhallen...." Da wollten wir sowieso hin, aber abwärts war es auch höllisch glatt.
      Jens brachte uns zurück zum Schiff. Wir tranken noch zusammen einen Kaffee, bis das Horn ihn von Bord scheuchte. Da wir nicht zum Essen wollten, hatte ich mir ein Smørebrot mit Krabben geholt - eine Frechheit . Unter der Tarnung von geschätzt 8-10 kleinen Krabben verbarg sich ein Berg von ca. 3 Esslöffeln Mayonaise. Den habe ich weggekratzt. Der Rest waren die paar Krabben mit ein bisschen Rest-Mayo, ein Salatblatt und ein trockenes, flaches Brotstück.
      Jens wollte unsere Abfahrt filmen und stand zitternd auf dem Kai . Draußen war es unangenehm kalt, vor allem der Wind. Die Abfahrt verzögerte sich immer weiter. Inzwischen fing ich übermäßig an zu frieren und fühlte mich auch sonst zunehmend unwohl. Zwischendurch habe ich mich immer hinter die Tür ins Innere verzogen. Als es dann noch hieß, wir müssten bis ca. 19.30 Uhr warten, weil unsere Ausflügler Verspätung hätten, habe ich aufgegeben. Diesmal also keine Brückendurchfahrt in Tromsø . Jobo hatte Jens schon energisch des Feldes verwiesen, aber der ist wohl auch freiwillig gegangen.
      In meiner Kabine ging es mir schon so sonderbar vom Magen her, dass ich gleich ins Bett gegangen bin. Was war das bloß? Die Mayonaise hatte ich doch abgekratzt.....Bis ca. 21 Uhr musste ich 3x aufstehen, nix geschah . Gegen 21.30 ging es dann überfallartig los. So was hatte ich noch nie erlebt. Danach bin ich ins Bett getaumelt, war völlig erledigt und bin sofort eingeschlafen.

      Gruß
      Renate


      ….bald geht’s weiter ….........
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • 28.12.2012 Hammerfest – Alta

      In der Nacht habe ich mehrfach die Toilettenspülung aus der Nachbarkabine gehört. Ich befürchte, Renate ging es nicht so gut. Ich treffe sie um 6:30 Uhr auf Deck, wir liegen noch in Hammerfest . Sie scheint sich wohl eher eine Magenverstimmung eingefangen zu haben und hat wohl mehrfach in der Nacht den Elch gerufen .
      Nach dem Frühstück legt sich Renate auch direkt wieder hin, sie fühlt sich total schlapp und ausgelaugt. Ich kann ihr ohnehin nicht helfen, also nutze ich die Zeit zu einem Waschtag. Zumindest wasche ich einige Sachen von Renate mit, das braucht sie dann nicht selber machen. Ich bin auch der erste, der den Waschraum betritt und kann mir eine Waschmaschine aussuchen . Die Bedienung ist denkbar einfach, Wäsche rein, Tür zu, Waschprogramm gewählt (30,40,60 oder 90°) und den Startknopf drücken. Schon wird einem die verbleibende Zeit bis zum Ende des Waschgangs angezeigt und man weiß somit, wann man wieder hier sein muss. Um Waschmittel braucht man sich nicht zu kümmern, das wird den Waschmaschinen automatisch zugeführt.
      Inzwischen sind auch andere Passagiere auf die Idee gekommen und ich muss einem Asiaten zeigen wie man die Tür verschließt und einer Engländerin wie man das Waschprogramm wählt. Während die Waschmaschine arbeitet, gönne ich mir einen Becher Tee in der Cafeteria.

      Pünktlich zum Ende der Waschzeit bin ich wieder im Waschraum, mehrere andere Passagiere warten schon auf eine freie Waschmaschine. Meine Wäsche wechselt also von der Waschmaschine in den Trockner. Dieser ist genauso einfach zu bedienen und ich habe wieder reichlich Zeit, bis der Trockenvorgang beendet sein soll.
      Als ich kurze Zeit später zurückkomme, läuft der Trockner gerade noch die letzten Minuten. Da wird gerade eine Durchsage gemacht, die ich aufgrund der Geräusche der Waschmaschinen und Trockner nicht verstehen kann. Ich verstehe nur ein Wort und das genügt mir auch schon: ALTA.



      Adieu Nordkap, adieu Kirkenes , adieu Vardø (hier wollte ich mir doch das Hexenmonument ansehen), adieu Vinkekonkurranse (aber die hätte die Trollfjord ohnehin verloren).
      Ich bringe die Wäsche in die Kabine und begebe mich auf Deck, inzwischen haben wir Havøysund erreicht. Ja, wir fahren nach Alta. In Havøysund verlassen daraufhin mehrere Schweizer, die mit zwei Leihbussen unterwegs sind, das Schiff. Der Hotelmanager erklärt ihnen noch, wohin sie zu fahren haben um im Konvoi hinter einem Schneepflug weiter zu kommen.



      Um 11 Uhr soll es nun von Havøysund zurück gehen und um 13:30 Uhr soll es eine Infoveranstaltung geben. Offiziell wird von Orkan in der Barentssee gesprochen. Ich werfe anschließend einen Blick in marinetraffic und schaue mir da die Vorschau an, da ist weit und breit kein Orkan in der Barentssee, maximal Windstärke 6-7 wird dort angezeigt. Zudem ist der Wind dort noch ablandig, kommt also von der Landseite. Somit können sich keine hohen Wellen aufgebaut haben. Es ist für mich somit absolut klar, dass das „Orkan“-Argument nur ein vorgeschobener Grund ist. Von unserem befreundeten Paar erfahre ich, dass Robert an Heiligabend Geburtstag hatte und seine Anneliese ihm die Reise ans Nordkap geschenkt hatte. Die beiden sind natürlich ziemlich enttäuscht.



      Nachdem wir Havøysund verlassen haben schaue ich mal nach Renate. Sie ist gerade wieder aufgestanden, fühlt sich aber immer noch nicht gut. Die schlechten Nachrichten die ich ihr bringe, verbessern diesen Zustand auch nicht gerade. Trotzdem schleppt sie sich mit zum Mittagsbuffet.



      Gleich danach legt sie sich wieder hin, während ich unsere Fahrt Richtung Hammerfest - Alta auf Deck beobachte. Mir ist aber jetzt auch schon klar, dass wir vom schönen Altafjord nichts sehen werden, da es bis dahin dunkel ist.



      Die Infoveranstaltung bringt nicht wirklich viel Neues. Das Märchen vom Orkan in der Barentssee, den es ja nachweislich nie gegeben hat, wird nun offiziell verkündet. Man kann der Reiseleiterin Aud aber ansehen, dass sie Schwierigkeiten hat uns dies glaubhaft zu machen. Sie ist sich sicherlich bewusst, dass erfahrene Reisende den vorgeschobenen Grund durchschauen.
      Es werden in Alta mehrere Schlittenhundetouren angeboten. Auch wird es kostenlose Shuttle-Busse geben. Das Eishotel ist aber noch nicht fertig und die Felszeichnungen können auch nicht besichtigt werden, da sie unter Schnee liegen. Die Passagiere für Kirkenes werden mit Bussen dorthin gebracht, da man keine Flugmöglichkeit bekommen hat. Die Fahrt soll gut acht Stunden dauern.



      Renate erscheint gegen 14:45 Uhr noch einmal kurz auf Deck, zieht sich aber bald danach wieder in die Kabine zurück. Hier informieren wir über meinem Netbook noch das Forum mit den aktuellsten Informationen. Wir erreichen Alta um 16:40 Uhr und machen am Kai neben dem Flughafen fest. Gerade startet dort ein Flugzeug.



      Ansonsten kann man schon sehen, dass der Hafen doch in einiger Entfernung zur Ortschaft liegt. Immer wieder kommen nun Durchsagen, dass die Passagiere für die Hundeschlittentouren doch jetzt nicht den Reiseleitertresen belagern sollen, da zuerst die Kirkenes-Passagiere abgefertigt werden müssten. mit anderen Worten, es herrscht ein ziemliches Chaos.
      Um 18 Uhr startet das Nordkap-Buffet, dass ja eigentlich jetzt ein Alta-Nativ-Buffet (Originalzitat mil etter mil) ist.

      Sumsum und Duck sind noch nicht da, also sitze ich alleine am Tisch. Ich möchte mir gerne zuerst ein Getränk bestellen, doch die Bedienungen rennen permanent vorbei und bedienen nur an den Tischen, die die teuren Weinflaschen bestellen. Besonders eine rothaarige Tischkellnerin fällt mir auf, die mehrfach in meine Richtung schaut um mich dann zu ignorieren. Bei mir ist wohl nicht so ein gutes Geschäft zu erwarten.
      Erst als meine beiden Tischnachbarn erscheinen, bemüht sich eine Bedienung um uns und bringt prompt, nach langer Zeit ein falsches Getränk. Ich schicke sie wieder zurück, doch mein Getränk kommt und kommt nicht. Inzwischen bin ich mit dem Essen längst fertig und stehe auf, als sie mir mit dem Getränk entgegenkommt.
      Ich verzichte jetzt auf das Getränk und sie gibt mir die Cruisecard zurück. Im Hinausgehen bemerke ich, dass sie mir nun auch noch die falsche Cruisecard gegeben hat. So dauert es nochmal bis sie endlich wieder erscheint und mir die richtige Cruisecard gibt. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes für heute bedient.



      Ich bringe Renate etwas Brot aus dem Restaurant und Kekse und ein Getränk aus der Cafeteria mit. Nachdem sie etwas gegessen hat geht sie noch mal mit auf Deck. Hier schneit es schon seit 17:45 Uhr heftigst und man kann stellenweise nicht mal mehr das Hafengebäude sehen. Erst gegen 19:30 Uhr lässt der Schneefall etwas nach.



      Um 20 Uhr bringe ich Renate endgültig wieder zu ihrer Kabine, hoffentlich geht es ihr morgen etwas besser. Auf Deck liegt der Schnee inzwischen gut 5 cm hoch, vielleicht auch etwas mehr.



      Es macht schon Spaß so durch den Schnee zu laufen, aber auf See statt im Hafen wäre es mir noch lieber. Die Busse für die Kirkenes-Passagiere treffen auch langsam ein.



      Ich ziehe schnell noch meine Spur durch den Schnee, denn auf Deck 7 ist die Crew bereits beim Schneeräumen.



      Nebenan werden die Startbahnen auf dem Flughafen ebenfalls vom Schnee geräumt. Auf dem Kai hat jemand anderes bereits seine Spuren hinterlassen.



      Da ich auf Deck 7 nur im Wege wäre gehe ich hinunter auf Deck 5 und wandere einmal um das Schiff herum.



      Dabei treffe ich auf eine Mitreisende, die wie ich auch den Vollmond und die Strahlen um ihn bemerkt. Dieser optische Effekt entsteht durch die dünne Wolkendecke zwischen uns und dem Mond.



      Wir müssen uns jedoch vorsehen, da von oben ein ums andere Mal Schneelawinen herunter fliegen. Die Crew nimmt das Schneeräumen sehr ernst.



      Nach einem kurzen Aufwärmen in der Kabine treibt es mich nach 22 Uhr doch noch einmal auf Deck. An Polarlicht ist heute nicht zu denken, gerade hat wieder heftiger Schneefall eingesetzt. Bis 22:30 Uhr bleibe ich noch draußen, dann ruft die Kabine. Ein letzter Blick ins Forum und um 23:30 Uhr beende ich den Tag.






      Renate - 28.12.2012

      Über diesem Tag kann ich nicht viel berichten, den kann ich eigentlich streichen. Zum Frühstück bin ich noch mit Jobo gegangen. Außerdem muss ich immer mal raus an die frische Luft wegen der Klimaanlagen.
      Schon unter der Dusche hatte ich Gummibeine, war völlig schlapp und ausgelaugt. Dabei hatte ich nach dieser Attacke am Vorabend ganz gut geschlafen. Na gut, erst mal raus. Bald erschien auch Jobo und guckte mich schon so wissend an - die Klospülung. Frühstück? Na gut, gehen wir mal hin. 3 Löffel Haferbrei, das war alles. Alles andere erzeugte schon beim Anblick ungute Gefühle. Danach habe ich mich gleich wieder hingelegt. Jobo hatte sich einen Waschtag auf den Kalender geschrieben - für mich gleich mit :friends:
      Aufgewacht bin ich in Havøysund , jedenfalls habe ich es teilnahmslos registriert. Irgendwann kam auch Jobo und verkündete die Alta-Neuigkeit. Das hatte ich schon über den Lautsprecher mitgekriegt. Aufgeregt hat es mich zuerst auch nicht sonderlich . Zum Mittagsbuffet bin ich mitgegangen - 1 kleine Scheibe Brot mit einer Scheibe Käse, das war's und wieder ins Bett. Nachmittags war wieder kurz an Deck. Die Ankunft in Alta habe ich gar nicht mitbekommen. Jobo hatte ich inzwischen meine Cruisecard gegeben, damit er in die Kabine kommen kann, ohne dass ich aufstehen muss. Vom "Nordkapp"buffet hat er mir dann etwas trockenes Brot mitgebracht und aus der Cafeteria eine Limonade und ein paar Kekse. Auch abends konnte ich die Speisen auf dem Buffet nicht sehen und schon gar nicht essen. :fie:
      Etwas später, bei heftigem Schneefall, war ich nochmal an Deck und gegen 20.00 Uhr wieder im Bett. Das war's dann, ein wirklich ereignisreicher Tag. Jetzt hatte ich nur die Hoffnung, dass es am nächsten Tag besser gehen würde. So etwas hatte ich noch nie erlebt.

      Gruß
      Renate

      ... bald geht es weiter ......
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
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