Gestrandet in Alta, kein Nordkap und kalt da!

    • 2012
    • B-K-B
    • 26.12.2012 ØrnesBodøRaftsund

      Als wir an diesem Morgen nach dem Frühstück an Deck kommen, haben wir den Polarkreis bereits um 7:28,55 Uhr passiert. Schneefall gibt es keinen mehr, dafür einen sehr kalten Wind.



      Während die Sonne bisher nur andeutet wo sie gedenkt aufzugehen, steht der Mond noch voll über dem Horizont. Dies hält aber nicht sehr lange an und er ist hinter Rødøyløva verschwunden.



      In dieser vorübergehenden tiefen Dunkelheit erwarten wir die MS VESTERÅLEN . Unser Regenbogenschiff kommt uns auch um 8:25 Uhr entgegen gefahren. Die MS FINNMARKEN lässt ihr Horn zum Gruß ertönen, die MS VESTERÅLEN grüßt mit ihrer Vuvuzela zurück – AUA .



      Von diesem akustischen Schockerlebnis erholen wir uns kurz in der Cafeteria. Rechtzeitig zur Ankunft in Ørnes sind wir jedoch wieder draußen, zumal die beginnende Helligkeit die Szenerie farblich untermalt.



      Bei Eva macht sich schon ein wenig Wehmut breit, ist Ørnes doch der letzte Hafen, den wir anlaufen bevor sie aussteigen muss.



      Während die Sonne einen aussichtslosen Kampf führt die Berggipfel zu überwinden, verlassen wir den malerischen Hafen wieder.



      Während wir bei unseren letzten Reisen die schöne Helgelandküste oft nicht sehen konnten, weil vernebelt oder in tiefhängenden Regenwolken verborgen, zeigt sie sich heute wieder von ihrer besten Seite.



      Diese Landschaft wirkt stellenweise wie gemalt und die niedrig stehende Sonne hat auch ihren Anteil daran.



      Renate und ich haben es uns auf dem Achterdeck 5 gemütlich gemacht. Dort ist man vor dem kalten Wind geschützt.



      Hier verbringen wir die Zeit bis zum Mittagessen. Nur wenige Passagiere begegnen uns hier draußen.



      Nach dem Lunch-Buffet erreichen wir Bodø und gleiten an der Gamle Salten vorbei, die hier am Kai liegt.



      Wir verabschieden uns hier von Eva und ihrem Mann. Den Kai entlang spazieren wir bis zum Denkmal der Erling Jarl Brand-Katastrophe 1958, begleitet von diversen Schnabeltieren im Wasser.



      Auch die Gamle Salten schauen wir uns wieder etwas genauer an. Leider ist niemand dort, den man bezüglich einer Besichtigung fragen könnte.



      Der inzwischen eisige Wind treibt uns wieder zurück auf die MS FINNMARKEN . Zuvor werfen wir auch noch einen Blick auf das Denkmal des Prinsesse Ragnhild Unglücks, welches gleich auf dem Kai steht.

      Zur Abfahrt steht Eva schon wieder auf dem Kai und friert sich einen ab. Sie kann es einfach nicht lassen :fie: . Wir warten noch, bis sich die MS FINNMARKEN um die Festung schiebt, dann ist erst mal Mittagsruhe in den Kabinen angesagt.



      Rechtzeitig zum Dinner bin ich wieder auf den Beinen. Stamsund erreichen wir während des Dinners. Wie schon mehrmals zuvor fällt mir auch jetzt wieder auf, wie viele unmotivierte Tischkellenerinnen und -kellner es auf der Finnmarken gibt. Während wir Glück haben und von einer sehr freundlichen, und attraktiven, Schwedin indischen Ursprungs bedient werden, laufen an anderen Tischen Servicekräfte herum, denen man die Unlust wirklich ansehen kann. Das habe ich in dieser Häufigkeit noch nie auf einem Hurtigrutenschiff gesehen.

      Auf der Fahrt entlang der Lofoten treffen wir die MS NORDKAPP etwa in Höhe des Vagakallen . In Svolvær machen wir nur einen kleinen Spaziergang am Ufer. Auch hier treibt uns der eisige Wind zurück aufs Schiff.



      Anschließend sitzen wir in der Cafeteria zusammen mit Robert und Anneliese (dem netten Paar mit dem wir häufiger Kontakt hatten), sowie Sumsum und Duck. Bis zur Einfahrt in den engen Teil des Raftsundes, gegen 23 Uhr, verweilen wir hier.



      Während Renate sich in die Kabine verabschiedet, ihr ist es einfach zu spät und zu kalt, nehmen wir anderen unsere Plätze am Bug der MS FINNMARKEN ein. Kaum sind wir in den engen Teil eingefahren, lässt der Wind spürbar nach. Der Vollmond schafft es sogar durch die dünne Wolkendecke die schöne Landschaft zu beleuchten.



      Wir sind alle tief beeindruckt von der schönen Fahrt durch den herrlichen Raftsund . Endlich hat es geklappt, war es bei den letzten Touren doch meist zu dunkel und zu nass um die Durchfahrt mit zu erleben. Der Raftsund bei Vollmond ist und bleibt für mich der schönste Abschnitt der 11tägigen Reise mit einem Hurtigrutenschiff.
      Ergriffen von der ruhigen Atmosphäre warten wir noch die Brückendurchfahrt ab, bevor auch wir uns in die Kabinen verabschieden. Mitternacht ist bereits lange vorbei, als ich meine Augen schließe.







      Renate - 2. Weihnachtstag

      Am schönsten ist es doch immer frühmorgens, wenn alles noch schläft, auf Deck 5 am Heck. Kaffee, eine kleine Isomatte für den Stuhl, langsam wachwerden und vor sich hin sinnieren . Es war zwar noch dunkel, aber der Himmel ziemlich klar. Das versprach ein schöner "Sonnenaufgang" zu werden. Also Sonne nicht wirklich, das war nun vorbei, aber schönes Licht über der Küste.
      Den Polarkreis überquerten wir kurz vor halb 8.00Uhr - beim Frühstück. So langsam freuten wir uns schon auf die Begegnung mit der VESTERÅLEN. Obwohl es noch dunkel war, wurde heftig getutet....oh weh, oh weh - diese Tröte. Inzwischen denke ich aber, dass die VESTERÅLEN so grässlich quäken muss. Das ist ihr Markenzeichen.
      Bei der Anfahrt auf Ørnes war es schon hell. Es war wirklich ein wunderschöner "Lichtaufgang" geworden. Eva war inzwischen wohl schon traurig, weil sie nun bald von Bord gehen musste. Nach der letzten, schönen Etappe gingen wir in Bodø zusammen von Bord. Evas Mann musste jetzt auch schnell nach Hause, ihm ging es gar nicht gut. In Bodø gab es einen eisigen Wind . Trotzdem liefen wir noch bis zur Gamle Salten, machten dann aber kehrt. Es war wirklich sehr unangenehm. Wieder an Bord, mussten wir uns erst mal aufwärmen. Dick eingemummelt standen wir zur Abfahrt aber wieder an Deck. Und Eva ? Der macht das offenbar gar nix aus. Regen, Kälte oder beides - Eva steht immer am Kai und schickt uns auf die Reise. Als wir ablegen, geht sie langsam wieder nach Hause. Ein bisschen blieben wir noch an Deck, dann war ein Schläfchen angesagt. Es gab ja nix mehr zu sehen, auf dem dunklen Vestfjord sowieso nicht. Die üblichen Diskussionen über den nächtlichen Raftsund , den ich ja nicht kenne, wurden damit zunächst vertagt. Aufgefallen waren mir noch Damen der Crew, die in die Nachbarkabinen gingen. Vor dem Mund hatten sie einen Schutz und an den Händen Handschuhe.......
      Nach dem Abendessen in Stamsund warteten wir auf die Begegnung mit der NORDKAPP. Wenn man sich in dunkleren Bereichen der Außendecks aufhielt, konnte man die Lofotwand ganz gut erkennen. Die NORDKAPP fuhr lautlos an uns vorbei, kein "Hurtigruta tuta". Auch in Svolvær machten wir nur einen kurzen Spaziergang, denn auch hier pfiff ein lausig kalter Wind.
      Den restlichen Abend hockten wir mit Duck, Sumsum und einem netten Ehepaar zusammen in der Cafeteria. Alle, außer mir, wollten wohl den Raftsund vorne auf dem Bug durchfahren. Kurz vorher habe ich mich dann verdrückt, nicht ohne mir noch die Tiraden von Jobo anhören zu müssen.


      Gruß

      Renate


      …... bald geht es weiter …...
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Nein, das war nicht der Grund. Ihm ging es schon nicht gut, als er an Bord kam, mit Seefahrt hat er meines Wissens keine Probleme. ;) Wäre auch auf der kurzen Passage verwunderlich, hatten wir doch sehr ruhige See bis dahin. 8|
      Gruß Jobo,

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    • Jobo schrieb:

      anderen Tischen Servicekräfte herum, denen man die Unlust wirklich ansehen kann

      Sieh es ihnen nach. Die wären an diesen Tagen alle bestimmt 1000mal lieber zuhause bei ihren Familien gewesen...

      Dank für die schönen Bilder und den ausführlichen Bericht ! :thumbsup:
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • Das war nicht nur an den Weihnachtstagen so, sondern während der ganzen Reise ... doch dazu später mehr .... ;)
      Gruß Jobo,

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    • Jobo schrieb:

      macht sich schon ein wenig Wehmut breit
      .... :girl_cray2: ich mag nie gerne von Bord gehen.

      Jobo schrieb:

      In Bodø gab es einen eisigen Wind
      Man - :girl_cray2: jetzt bin doch schon wieder in meiner Heimat.
      Das ging viel zu schnell und der eisige Wind - einfach nur zum :girl_cray2:

      Jobo schrieb:

      Der macht das offenbar gar nix aus. Regen, Kälte ,Sturm
      Ich verrate Euch mal was: ich mag nicht nass werde , mag nicht frieren , mag auch nicht wenn es mich fast wegweht und mag keine vereisten Strassen :girl_cray2:
      aber meinem Arbeitgeber kann ich ja auch nicht erzaehlen ich kann heut nicht -da es regnet , die Strassen sind vereist oder es stuermt.

      novi schrieb:

      typische Landratte und kein Fan der christlichen Seefahrt
      Nee , nee er faehrt ganz gerne :good3:

      Jobo schrieb:

      mit Seefahrt hat er meines Wissens keine Probleme
      :good3:

      Tschuessssss

      und jetzt freue ich mich auf die Fortsetzungen :D

      .
      Hilsen Eva :flower:
    • Eva schrieb:

      ich mag nicht nass werde , mag nicht frieren , mag auch nicht wenn es mich fast wegweht und mag keine vereisten Strassen

      Hei Eva, kann es sein, dass Du ins falsche Land ausgewandert bist ????
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • Jobo schrieb:

      Wie schon mehrmals zuvor fällt mir auch jetzt wieder auf, wie viele unmotivierte Tischkellenerinnen und -kellner es auf der Finnmarken gibt.

      Habe ich auch zum 1.Mal so gelesen, dann wars vielleicht auch ein blöder Zufall.
      Glaube auch, dass die gerne zuhause gewesen wären und diese Tage für sie besonders schwer waren.
    • Die in so tollen Farben gemalten Landschaftsbilder sind einfach nur Klasse, Jobo. :love: Aber das Bild 49 aus der schwarzen Serie ist auch einmalig :thumbup:

      Bin gespannt wie es weiter geht.
      Renate, vielleicht wäre dir die frische Luft auf dem Bug im Raftsund auch besser bekommen, dann wären die bösen kleinen Bazillen aus den Nachbarkabinen bestimmt gleich erfroren ;)
      liebe Grüße Renate :gr-blume:
    • Jobo schrieb:

      wie viele unmotivierte Tischkellenerinnen und -kellner es auf der Finnmarken gibt.
      Jobo schreibt hier auch noch von mehreren (vielleicht ein "Motivationsmangelvirus" :?: :S :D )
      Es mag ja sein, dass manche Menschen vom Personal an Weihnachten/Silvester/Ostern/Feiertagen - was auch immer gerne "woanders", sprich, bei ihren Familien wären. Dann müssen sie sich einen Beruf aussuchen, bei dem das möglich ist.
      Bin ich in Dienstleistungsberufen, im Service oder auch in Pflege-/ärztlichen Berufen tätig, funktioniert es nicht jedes Jahr so wie ich mir das wünsche. Deswegen kann ich es mir aber nicht leisten, unmotiviert zu sein. In der Regel weiß man früh genug, wann man Dienst hat und stellt sich darauf ein.
      Das darf ich auch vom Personal auf einem Schiff erwarten- egal welcher Flotte. Es handelt sich schließlich um Profis. Schade, wenn man so eine Erfahrung machen muss. Die Reise kostet die gleiche Summe, ob mit motiviertem, freundlichem Service :) oder ohne :(
      Grüße, Bavaria :)
    • Ich versuche gerade, mal ein wenig "nachzuholen" hier im Forum. Über "zu wenige schöne Lichtstimmungen" könnt ihr euch auf eurer Reise aber nicht beklagen, oder? Danke für die stimmungsvollen Bilder und den kurzweiligen Bericht.
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


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