Suche des Heilmittels endete in einer Winterzauberreise

    • 2012
    • B-K-B
    • Mal schauen, ich habe RockLobster eine PN geschickt, weil die Fehlermeldung samt und sonders verwirrend ist. Da darf er sich erst Mal mit 'vergnügen'.

      Also, der nächste Versuch:

      Nachdem die Wirkung des Berichts über den letzten Tag sicherlich langsam aber sicher verfliegt, will ich mal wieder etwas für das Verzaubern tun. Gegen die 'Leseschwäche' oder den einen oder anderen 'Gedächtnisschwund' bei Euch Fories werde ich beim nächsten Bericht mit weiteren Tags arbeiten. Dann findet Ihr Euch auch noch nach einer 'längeren' Lesepause von mehreren Stunden mit den Abkürzungen zurecht. ;)

      Tag 3, Sonntag 28.10.2012

      Der nächste Tag begann fürmich mit einem riesigem Erschrecken: geschlafen bis 08h30, :8o:Anlegemanöver Trondheim gar nicht mitbekommen. Menno, soo lange will ich doch auch nicht in der Waagerechten trödeln. Also kurz rausgelinst: oh, auch noch schönes Wetter – nichts wie raus. Und dann Blick zur Uhr am Telefon: 07h30 – abends , aber eben
      beim Aufwachen nicht daran gedacht, Zeitumstellung. ;)Prompt ging ich die ganze morgendliche Prozedur ein klein bisschen geruhsamer an. Ich wollte doch auch etwas Entspannen, oder? Nach einem lecker Frühstück –Ihr wisst ja, ohne.....- bin ich mit Fotoapparat bewaffnet und warm eingepackt, losmarschiert. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage: ich strahlte mit der Sonne um die Wette. Der Himmel leuchtete in einem unglaublichen blau, die Sonne sorgte für eine ungeheure Helligkeit – der Schnee tat sein Übriges. Den Besuch der Trollfjord sparte ich mir, ich hatte sie gerade erst bei der Märztour besichtigen können.
      Erst mal bin ich rund ums Hafenbecken. Ich hoffte auf schöne Bilder der Nordlys mit Spiegelung. Und sie sind mir auch gelungen. Auch wenn das Licht fast zu grell schon war. Für alle Trollfjordfans konnte ich auch gleich feine Aufnahmen machen.



      Dann bin ich langsam aber konsequent Richtung Nidaros-Dom gegangen. Durch das noch teilweise vorhandene Herbstlaub wirkte der Dompark unheimlich ansprechend. Er machte mich in seiner Schönheit einfach ganz entspannt. Ich war so ca 20 Minuten vor dem Gottesdienst da. So bin ich noch kurz rein und habe meinem inneren Wunsch nachgegeben, ein paar Kerzen angezündet. Die Gedanken wanderten einen großen Bogen: von Mutti und allen schon vorher auf Wolke 7 gewanderten Familienmitgliedern über Rainer zu allen Freunden hier im Forum und zu Hause.

      Die Gefühle gingen von Traurigkeit über Dankbarkeit zu der Bitte, dass wir hier weiter zusammen halten und gesund bleiben mögen. Und während ich raus ging, kullerten einfach die Tränen. Bemerkt habe ich es erst, als ich draußen Fotos machen wollte. Mein Inneres fing an, unglaubliche Emotionen frei zu setzen. Im Park blieb ich bis zum Beginn des Glockenläutens und dann begann ich den Rückweg. Über die Gamle Brua, an den Spreicherhäusern vorbei und dann Richtung Schiff. Hier und da ein Foto, Sonnenlicht genießen, einfach die Straße entlangschlendern. Und was merkte ich mit einem Mal- die Zeit rannte mir davon. Also musste ich eine etwas schnellere Gangart einlegen, ohne mit den vielen Eisplatten mit dem Hosenboden Kontakt zu bekommen. Bis auf einmal kräftiges Wegrutschen gelang es mir auch, ich war gegen 10 vor 12 zurück. Also noch genügend Reserve ;)bis zur Abfahrt.



      Als wir an Munkholmen vorbei waren, entschied ich mich, auch mal meine Haare mit Wasser in Kontakt kommen zu lassen. Nach dem Schnellfönverfahren à la Hurtigruten bin ich dann zum Essen. Ich habe mich reichlich an der Auswahl bedient, aber ewig sitzen bleiben konnte ich keinesfalls. Blauer Himmel und Sonne satt nach wie vor – da hilft nur eines: rauuuus. Also erneut in die warmen Klamotten, Fotoausrüstung geschnappt und wieder ab in die Einsamkeit an Deck. Es war eine himmlische Ruhe – denn Fahrtwind und Wasserrauschen werte ich ja nicht als Lärm. ;)

      Ich träumte einfach so vor mich hin, bis mir bewusst wurde, dass Agdenes Fyr vorbei war und damit Kjeungskjaer in Sicht kommen müsste. Und er fiel auf. Es kam uns wieder eine irre Wolkenwand entgegen. Sie war noch hinter dem Leuchtturm. Und wir fuhren mit dem Sonnenlicht – die Sonne strahlte enorm gegen das grau-weiße Gebilde. Das waren
      einfach unvorstellbare Lichtverhältnisse. Die Wolkenwand war eine riesige graue Wand und ließ an einigen Stellen weiße (Schnee)schleier ‚fallen’ und hatte an einem unteren Ende noch etwas Platz für einen ganz niedrigen aber breiten Regenbogen gelassen. Es war eine Fülle an extremen Lichtverhältnissen: kräftig, anheimelnd, erschreckend, faszinierend, ....
      Der Leuchtturm machte seinem Namen alle Ehre: er strahlte mir nur so entgegen. Ein strahlend roter Leuchtturm vor grauer Wetterfront. Es wurde erkennbar, dass das entgegenkommende Wetter schneller sein würde als wir. Und so war es auch, als Haakon den ‚berühmtesten Leuchtturm Norwegens’ ankündigte, unter anderem auch
      seine rote Farbe, da legte der Wettergott los- es kam mal wieder ein Schnee-Graupelgemisch runter, das ließ keine Sicht mehr zu. Jetzt habe ich den roten Leuchtturm in weiß . Die Paxe , die aufgrund der Durchsage rauswollten, stemmten nur die Tür auf Deck 5 auf (sie mussten sich schon anstrengen, weil ein bisschen Wind drauflag) – waren offensichtlich irritiert von den Schneeflocken – und verzogen sich meist ganz schnell wieder. ‚Das ist ja unverantwortlich, da erkälte ich mich ja’ . Stimmt, nur im Pulli würde ich auch nicht in dieses Wetter wollen. :whistle3:
      Ich war schon mit den einsetzenden Schauern zum Heck gewandert und blieb dort auch noch ne ganze Weile. Das Lichtspiel Sonne und Schneewand war zu schön.



      Dann bin ich mal bißchen zum Aufwärmen an den PC. Habe Kurzbericht ins Forum gestellt. Denn mein rasender Reporter zog es offensichtlich vor, mit dem Auto (beruflich) durch die Gegend zu kutschen, statt Euch auf dem laufenden zu halten. :hmm: Aber die Zeit war für drin einfach zu schade. Denn es schien zwar noch nicht wieder die Sonne,
      aber es war trocken von oben. Und was mache ich dann wohl, wenn erkennbar ist, dass es gleich durch den Stokksund geht? Keine Frage – wieder raus.

      Und welch Wunder, kurz danach kam die Durchsage von Haakon – und ich war nicht mehr alleine. Unglaublich. Aber relativ kurz nach der extremen Kehre – schwups waren sie alle wieder weg. Ich beobachtete noch einige Zeit den sich wunderbar entwickelnden Abendhimmel. Als es dann zu dunkel wurde, bin ich dann doch mal rein.



      Kurze Kontrolle in der Internet-Ecke. Eva hatte mir geantwortet. Ein Treffen konnte sie arbeitsbedingt nicht zusagen, aber immerhin Sonnenschein. Es ist sicher schön mit blauem
      Himmel durch Bodö zu laufen, aber mit Eva wäre es schöner gewesen. Das Abendbrot genoss ich , aber es war dann wohl doch zu viel., was ich gefuttert hatte. Also blieb ich
      einfach still in der Waagerechten liegen, schrieb noch schnell Tagebuch und beschloss dann, gegen 23h15 doch mal, mich in Morpheus' Arme zu begeben. Denn um 06h30 würde sich der Wecker melden: aufstehen für die Polarkreisüberquerung.
      Mal schauen, was der morgige Tag bringen wird. Es würde mich freuen, wenn ich Euch wieder in Urlaubsstimmung versetzt hätte, dann würde ich auch nicht sooo lange bis zum nächsten Reisetag warten ;)

      also bis bald

      Lynghei
      Lynghei

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „lynghei“ ()

    • D A N K E liebe Erika - Du hast mich nicht nur in Urlaubsstimmung versetzt - sondern mit Deiner Schilderung, Deinen Gedanken und Deiner Bitte am
      Nidaros-Dom hast Du mich richtig berührt - eine Gänsehaut lief mir beim Lesen über den Rücken.
      Deine Beschreibungen von Wind, Wetter, Licht und das Verhalten der Mitreisenden erlebe ich richtig mit - ich reise... :love:
      Wie gesagt -nicht hetzen lassen- wenn es Deine Zeit zulässt darfst Du uns gerne weiter verwöhnen :x-smile:
      Liebe Grüße
      Christiane
      Liebe Grüße
      Christiane
    • Danke für deinen schönen Bericht! Er fesselt mich im positiven Sinne. Du beschreibst ganz toll, wie nah Freude und Trauer beieinander liegen und das schlechte Wetter hat ganz schön schöne Fotos gebracht, das schöne Wetter davor natürlich auch.
    • Serverprobleme hatte ich auch, es begann genau um 23 Uhr und ging bis ca. 00:30. Ich nehme an dass beim Anbieter unseres Servers ein Update gefahren wurde. Freitag- und Samstagnacht sind da immer beliebte Tage und die genaue Uhrzeit deutet auch auf sowas (ich hatte nämlich kurz vor 23 Uhr etwas geschrieben, das ging, um 23 Uhr lief nichts mehr). Fehlermeldung hatte ich keine, liegt vermutlich am Pop-up-blocker.

      Zurück zum Reisebericht - freue mich auf die Fortsetzung - danke!
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Eisbär 66 schrieb:

      der Bericht war jetzt ein tolles Betthupferl für mich.

      Für mich war er ein schöner in den Tag Starter!!! Danke, dass wir so nah an deiner Reise teilhaben dürfen! Das Wetter scheint ja extra für dich tolle Momente gezaubert zu haben, herrliche Wolkenwand mit Regenbogenfarben im unteren Bereich?!
      Danke von Antonia :) :) :)
      Viele Grüße Antonia :) :) :)






    • Nachdem Ihr schon wieder auf die Fortsetzung der Winterzauberreise verzichten musstest (dieses Mal, weil ich Weihnachten nicht zu Hause war), will ich die nächsten freien Tage nutzen, Euch wieder am Zauber teilhaben zu lassen. Obwohl ich gemerkt habe, dass die es auch ohne meinen Bericht keine Langeweile gab, gibt es doch immer wieder klare Hinweise, dass Eure Belastungsgrenze noch nicht erreicht ist. Also mache ich gerne weiter. :) Ich stelle allerdings erst wieder den Text ein und ergänze dann mit den Fotos.

      Und schon ist Tag4, Montag 29.10.2012

      Kurz vorm Weckerklingeln bin ich schon wach. Das kommt im Jahr auch nur einmal vor. Aber wir haben Nesna angelaufen, und dieses Mal habe ich das Anlegemanöver itbekommen. Natürlich auch aus dem Fenster gelinst- oh man, echt unterirdisches Wetter. Es war erkennbar: Mischung aus Schnee-Regen. Und es wirkte dadurch echt düster und
      unheimlich. Aber hält das eine echte Hurtigrutenfahrerin davon ab, den Polarkreis zu begrüßen – und zwar draußen? Niemals.
      :grumble:

      Aber ein brauchbares Foto war nicht zu bekommen. Es war schon echt Zufall, dass die Erdkugel auf der Schäre sich aus dem Schnee-Regen-Nebel-Gemisch ‚hervormogelte’. Ohne die Beleuchtung hätte ich lange suchen können.


      Dann also schnell wieder rein, ein bisschen was genascht, um nicht umzufallen und dann wieder raus. Denn es entwickelte sich das reinste Inferno am Himmel. Ich wusste überhaupt nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Und dann tauchte vorne auch noch die Lofoten auf. Ich schaute wieder mit dem unwirklichen Feuerlicht auf die Lofoten und die
      zog eine graue Wolkenwand hinter sich her. Daran konnte ich mich überhaupt nicht satt sehen. Die Aufnahmen zeigen wohl auch ohne weitere Beschreibungen, was den Morgen abging. Jetzt habe ich ja meine Bilder durchgeschaut. Da habe ich schöne dabei. Aber meine Video-Versuche sind nicht halb so schön, wie erhofft. Käme über die tollen Bilder nicht in mir eine ungeheure Dankbarkeit auf, könnte ich mich über meine eigene Unfähigkeit, diese Szene auch im Video festhalten zu können, nur noch ärgern.
      Aber ich wenn ich fotografiere, geht es mir anders als vielen hier: ich weiß, was ich gesehen habe. Denn fotografiert wird mit dem rechten Auge. Das linke nimmt alles in meinen inneren Speicher auf. Von daher kann mir das misslungene Video nichts anhaben. Schade, aber nicht tragisch.


      Irgendwann bin ich aber dann doch mal zum Frühstück. Mir wurde schon ganz schwummerig. Zum Einlaufen in Örnes war ich dann einen Sekundenbruchteil zu spät: ich komme raus und der erste Ton des Typhons legt los. Aber gut, dann begnüge ich mich mit dem Echo. Einfach da stehen und horchen – merkt Ihr, wie wir gerade beim Lesen alle die Ohren ‚auf Empfang’ stellen und das Echo tatsächlich hören? :musik:
      Dann bis auf eine ganz kurze Aufwärmpause bis Bodö draußen geblieben. Auf der Strecke war auch die Polartaufe. Ich habe es vorgezogen, Neptun vorbeiziehen zu lassen.


      In Bodö habe ich nach Eva Ausschau gehalten. Aber es gab keine der beschriebenen Kleidungsstücke. Eine Frau hatte solch eine Jacke an – auch einen Rucksack- aber sie war aus dem Arbeitsalter heraus. Eva schrieb mir hinterher, sie hätte mich aber kommen ‚hören’. Das wir uns nicht Treffen konnten, war schade. Aber ihre Bestellung von Sonne hat funktioniert.Es lag auch einiges an frischem Schnee und darunter gab es doch auch noch etwas Glätte. Den Versuch, zur Festung zu gehen, unterließ ich daher lieber. Aber
      einen Spaziergang Richtung Bahnhof und dann links etwas die Straße hoch, um eine neue Perspektive für Fotos zu bekommen, war auch in Ordnung. Und es war ein toller Anblick. Hinter meiner Nordlys ‚explodierte’ eine Schneewolke.Und im Hafenbecken 'begrüßten' mich wie jedes Mal die Eiderenten. War wunderschön.



      Dann wieder zurück und tatsächlich ne halbe Stunde Auszeit genommen. Aber dann zum Auslaufen wieder an Deck. Das Wetter hielt sich und die untergehende Sonne mit einsetzender Dämmerung versprach feine Lichtspiele. Es war nicht spektakulär, aber einfach schön und entspannend. Bei der Ausfahrt habe ich zwei Seeadlerpärchen gesehen, dann rote Wolken, die blaue Stunde in mich aufgesogen, den Mondaufgang beobachtet – was will ich mehr?


      Dann mal ein bisschen fürs Forum geschrieben, ArcticGateway wegen des Treffens angeschrieben und doch mir noch mal etwas Pause gegönnt. Aufs Abendessen habe ich verzichtet und mich deshalb schnell bei Greteim Restaurant abgemeldet. Das Mittagessen habe ich wohl zu reichhaltig genossen. :blush2: Aber statt dessen habe ich der wie ausgestorbenen wirkendenden Midnatsol gewunken.
      Und außerdem bin ich durchs Schiff gezogen und habe Aufnahmen ohne Paxe gemacht. Von der ‚Folterkammer’, dem Aufgang auf Deck 4 beim Reiseleiterdeck, das Café und die Bar Deck 4.



      Tja und nach ‚ett glass rödvin’ gedachte ich evtl in die Waagerechte zu verschwinden. Ich war innerlich irgendwie seltsam drauf. Das Wetter passte mir auch nicht mit Wolken und Nebel. Aber bei der Ausfahrt aus Svolvaer merkte ich zwei Dinge: das Wetter klarte auf, und ich würde heute Abend in der Kabine verrückt werden. Was die Erinnerungen
      alle heraufbeschworen hatte, weiß ich nicht. Aber die Tränen liefen ohne Ende – also musste ich raus !!! Und zwar ohne ein Mann-über-Bord-Manöver. heraufzubeschwören. Einfach das Heilmittel wirken lassen.

      Und was gibt es Besseres als den Raftsund am Heck von Deck 7 bei Vollmond und klarem Himmel und leicht ‚gezuckerten’ Hängen rechts und links zu genießen? Ganz alleine draußen? Nichts. Kurz vor Stokmarknes bin ich rein – und war innerlich wieder ruhig und habe dann geschlafen wie ein Baby.



      Allerdings zunächst nur bis Risöyhamn . Da wurde die Gangway mit dem Hammer bearbeitet. Und das merkte ich dann doch. Aber ich bin wieder eingeschlafen bis der Tag 5 etwas mehr Helligkeit bot.

      Der Zauber schläft deshalb jetzt auch ein klein bisschen. So für ne Stunde, oder so??? Je nachdem, wie schnell mir mein PC die Bilder hier einspeist, sonst geht es aber morgen weiter, versprochen.
      Lynghei
      Lynghei

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „lynghei“ ()

    • Da siehtst Du mal, wie lieb ich sein kann. Ob Du es ertragen kannst, dass es schon weitergeht? :mosking:

      Tja Fories, ich habe heute am freien Tag mal ein bißchen was für Euch getan. Es geht weiter mit der Zauberei:

      Tag 05, Dienstag 30.10.2012

      Ich bin aber wieder eingeschlafen und habe bis Harstad geratzt. Dieses Mal bin ich glatt erst nach dem Ablegen draußen gewesen. Das ist glaube ich ein echtes Novum. Und prompt vermisste ich die Vesteralen. Laut MT war sie auch nicht da. Später, durch Nachfrage im Forum (wo sonst) bekam ich heraus, dass sie schon im Hafen war – mir hatte wohl noch das Frühstück gefehlt, um die Augen richtig einsetzen zu können. ;) Jetzt bei der Kontrolle meiner Bilder hat es sich bestätigt: sie lag da. Also klar erkennbar: ich habe so weit die Festplatte neu formatiert, dass ich selbst mir bereits bekannte Schiffe nicht mehr wahrnehme ;( oder :thumbsup:
      Nach einem feinen Frühstück bin sich dann wieder raus. Es war unheimlich kalt, aber nur leicht bewölkt. Einfach klasse.
      Aber zum Aufwärmen nutzte ich heute doch immer wieder an Deck 7 die Heizstrahler. Sie sind auf beiden Seiten des offenen aber überdachten Teils der Nordlys angebracht. Backbord = Nichtraucherseite, Steuerbord = Raucherecke. An die Aufteilung haben sich m.E alle Paxe gehalten.
      Die Verglasung ist in dem Bereich völlig neu. Meine bisherigen Erinnerungen gaben mir verkratzte Glaswände wieder. Sie waren alle neu und selbst hier und da mal ein Foto war
      machbar.



      Der Wind pfiff so stark, dass es auf Deck 5 zu kalt war. Also war ich auf Deck 6 oder 7 zu finden. Und immer wieder ‚verirrten’ sich auch noch 3 ½ andere Paxe nach draußen. Wenn auch immer nur für ein bis zwei Fotos – aber es wurde echt ‚voll’ an Deck. :whistle3: Die Zeit bis Finnsnes und anschließend bis Tromsö war ich nur draußen.




      Die Sonne schien aus allen Knopflöchern. Da hielt mich drinnen nichts. Tja – und bei Auftauchen von Tromsö meinte erst Neptun, er könne den Wind einschlafen lassen und dann auch noch, Wolken wären vonnöten. Das fand ich nicht nett, aber sie setzten sich einfach durch. Damit hatten wir zwar Ententeich, aber auch kein strahlendes Licht mehr.



      Und ich musste feststellen, dass es bereits bei Einlaufen in Tromsö dunkler war, als ich es von Februar/März her gewohnt war. Deshalb und der regen Unterhaltung mit arcticGateway ist es geschuldet, dass ich von der Stadt selbst keine Aufnahmen gemacht habe. Aber ich habe so viel Interessantes Hintergrundwissen über die Stadt, die Bauvorhaben, die Mentalität der Norweger, sein Leben dort erfahren, dass ich kein Foto vermisse. Wir gingen und schlitterten durch kleine Gassen mit alten Häusern, durch ein Neubauviertel mit ‚verhängten’ Fassaden. Als Holzhaus gebaut und dann eine Metallfassade davor. Das versteh wer will. Davon gibt es in Tromsö inzwischen so viel, dass die Besonderheit zur Alltäglichkeit werden wird. Und bestimmt nicht alles nachahmenswert.
      Den Abschluss machten wir zwei im Café der Nordlys. Und Jens hatte die Uhrzeit einfach im Gefühl. Passend zum Auslaufen ist er dann doch mal von Bord. Danke Jens, war ein wunderbarer Nachmittag.


      Als abends das Internet an Bord immer noch nicht wollte, habe ich mit meinem ‚rasenden Reporter’ mal ne Runde telefoniert. Als letzte Amtshandlung gab es dann noch das Tagebuch zu führen. Bei dem habe ich inzwischen das Gefühl gehabt, dass es sich abends von ganz alleine öffnete, den Stift dazu legte und damit deutlich ausdrückte: mich
      darfst Du nicht vergessen.
      :mosking:


      So müde ich war, konnte ich leider nicht gleich einschlafen. Ich hatte neuerdings einen ‚Radau’-nachbarn . Und das war etwas gewöhnungsbedürftig. Aber dann bin ich
      eingeschlafen und prompt erwachte ich am

      Tag 6. Aber die Zauberei darüber gibt es nun doch erst morgen.
      Lynghei
      Lynghei

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „lynghei“ ()