Erste Reise mit einem Hurtigrutenschiff

    • 2012
    • B-K-B
    • Unglaublich, das! :fie:

      Ich gehöre ja wirklich nicht zu denjenigen, die auf einer HR-Reise die ganze Zeit draußen verbringen müssen und schätze die Vorzüge des Panorama-Salons durchaus. Aber Videos auf dem Laptop schauen oder fernsehen? Nö! Andererseits: so lange Kopfhörer verwendet werden und niemand gestört wird, soll halt jeder auf seine Art glücklich werden.

      Grüße
      Duck
    • Wenn's ihn glücklich macht. Stell Dir doch bloß vor, wenn so jemand statt dessen draußen auf der Nock stehen würde und nöhlt, dass es so langweilig wäre. Dann doch lieber ab in 'ne Ecke, Kopfhörer auf und Film gucken lassen.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • 2. Tag

      Um 07:30 erwachten wir relativ erholt. Der Seegang war noch erträglich aber es waren überall weiße Wellenkämme.
      Die Schiffsbegegnung hatten wir verpasst. Aber das störte uns nicht. Wir wollten uns durch Nichts unter Druck setzen lassen und die Schiffe kann man auch noch später einmal sehen. Im Weiteren fanden wir es gut den Schiffen zu begegnen, nahmen es aber auch nicht tragisch, eines zu verpassen. Wir besuchten auch keine anderen Schiffe. Unser Pott gefiel uns, wir brauchten keine Vergleiche. Wenn wir ein anderes Schiff sehen wollen, werden wir es auf der nächsten Reise benutzen.
      Beim Frühstück waren wir überrascht, dass eine Schlange vor dem Restaurant stand. Das Rätsel löste sich schnell. Einige Mitreisende waren der Meinung nur einen Spender zum Desinfizieren nutzen zu müssen. Dabei standen da noch mehr. Nun ja, wenn die das so wollten…
      Das Frühstück selber war sehr gut. Es blieben unserer Meinung nach keine Wünsche offen. Natürlich gab es Leute, welche etwas zu meckern hatten aber… Leider saß ein Teil dieser Fraktion beim Abendessen am Nebentisch. Dabei wussten Sie noch alles und unterhielten sich so laut, dass die Nebentische gleich mit unterhalten wurden. Alles Gute ist eben nie beisammen.
      Stadhavet grüßte uns dagegen mit Windstärke 6. Solchen Seegang hatten wir noch nicht erlebt, während des Frühstücks ging es noch. So plagte uns doch etwas Unwohlsein. Es war kein Brechreiz, nur schwummrig im Kopf. So ganz sind wir das auch nicht losgeworden.
      In Alesund war wieder alles i. O. Wir erkundeten die Stadt auf eigene Faust, und sie gefiel uns. Den Aksla erklommen wir diesmal nicht, das Wetter war relativ ungemütlich außerdem galt BnM, denn man kann nicht alles auf einmal mitmachen.
      Wir kauften auch gleich die Mitbringsel für die Familie, und unsere Reisetrolle ( eine Familie).
      Einige Mitreisende bedauerten später, es uns nicht gleichgetan zu haben, denn eine solche Auswahl trafen wir nicht wieder.
      Die Abfahrt erlebten wir im Panoramasalon. In Molde fanden wir es sehr schön---kalter Wind und Schneefall. Winterverrückte wie wir können kaum mehr erwarten.
      Das Abendessen wurde vorverlegt, denn es kam Wind auf. Die Hustadvika meinte uns mit Windstärke 7 begrüßen zu müssen, wäre nicht nötig gewesen, aber wenn das Meer will…
      Die nächste Schiffbegegnung fand bei Ormen Lange während des Nachtisches statt. Beide Schiffe hatten Verspätung und die See war ziemlich rau. Ich wäre einmal fast vom Stuhl gefallen, denn bei einer gleichzeitigen Bewegung von schiff und Mensch waren die hinteren Stuhlbeine in der Luft. Das Abendessen selber zog sich etwas in die Länge, danach erreichten wir mit einiger Mühe die Kabine. Wenn sich das Schiff so bewegt, hat man doch einige Mühe geradeaus zu laufen. Das war für uns eine völlig neue Erfahrung. Deshalb ins Bett, denn erstens waren wir müde, und zweitens konnten wir den Seegang verschlafen.
      Da die Türklemme funktionierte und die Taschentücher immer noch in der Täfelung klemmten, war diese Nacht wesentlich entspannter.

      Das für heute falls mir nicht noch wieder ein paar Nachbemerkungen einfallen.

      Bis dann Alter Vater
    • Hi,

      das finde ich total klasse, dass du einen Reisebericht schreibst! Ich bin nämlich eine faule Socke... und so kann ich die ganze Reise nochmal erleben, aus einer etwas anderen Sichtweise.

      :thumbup:

      Ich bin gespannt und freue mich auf die nächten Teile!

      Gruß
      Rosa
    • Alter Vater schrieb:

      Das Abendessen wurde vorverlegt, denn es kam Wind auf. Die Hustadvika meinte uns mit Windstärke 7 begrüßen zu müssen, wäre nicht nötig gewesen, aber wenn das Meer will…
      Liest sich fein, dein Bericht. Bin fast ein wenig neidisch wegen Wind und Wellen.
      Wir hatten auf beiden Reisen, auch auf der Barentssee, totalen Ententeich.
      Dabei hätte ich doch sooooo gerne mal die stürmische See gefilmt.
      Bin gespannt wie's bei dir weitergeht.
      Grüsse
      Francy
    • Kleine Vorbemerkung @Skippertje
      Es ist zwar ganz schön wenn man mal als „Held“ der Kraft der Elemente trotzt, aber etwas weniger Seegang wäre mir lieber gewesen.


      3. Tag

      Wir erwachten gegen 6:00 und waren ein wenig verwirrt.
      Das Schiff fuhr an einer ziemlich großen erleuchteten Stadt vorbei. Wir hielten dies für Trondheim , und drehte dann wieder ab. Am Ufer sind zwar oft Lichter zu sehen, aber so viel eben doch eher selten.
      Es klärte sich dann auf, als wir zum Frühstück gingen. Wir legten nicht am gewöhnlichen Liegeplatz an, sondern in der Nähe des Yachthafen. Es war da ziemlich eng, da ja auch die Finnmarken hinter uns noch Platz finden musste. Das Wetter war nasskalt, Schneeregen und böiger Wind. Aber dass konnte uns von unserem Stadtrundgang (3D) nicht abhalten.
      An vielen Stellen lag Schnee, also rein ins Vergnügen.
      Wir haben viel gesehen, und da wir Trondheim nur von der Durchfahrt kannten, hatten wir viel Spaß.
      Leider spiegelten sich die Speicherhäuser nicht im Fluss, da der Wind immer wieder auffrischte. Der Fahrradlift war auch außer Betrieb. Dass wir in den Dom nicht reinkamen, war ein bisschen schade, aber BnM. Ein ungutes hatte der Ausflug für mich. Ich hatte für besseres Fotografieren mir die Langlaufskihandschuhe angezogen. In der Nässe war das suboptimal. Aber man lernt nie aus.
      Die Ausfahrt aus dem Trondheimfjord war sehr schön. Wir genossen sie in angenehmer Gesellschaft im Panoramasalon, und fotografierten viel, natürlich auch die entsprechenden Leuchtfeuer. Ich hatte in den vergangenen Tagen versucht Rosa zu identifizieren. Da sie mit ihrer Mutter reiste, konnte man die Auswahl einschränken. Ich sprach also die „Verdächtige“ an und Treffer. Wir unterhielten uns ein wenig und trafen uns in den nächsten Tagen, aber da wir doch andere Prioritäten hatten, waren die Kontakte sehr flüchtig. Wir wollten auch eine Karte ans Forum schreiben, aber irgendwie sind wir davon abgekommen. Ich hoffe es wird uns verziehen. Es war schön Rosa kennengelernt zu haben, wobei kurioserweise wir ca. 30km Luftlinie auseinander wohnen und auch berufliche Berührungspunkte haben. Die Welt ist eben ein Dorf.
      Aber dann nahmen Wind und Wellen zu. Als die Wellen geschätzte 4m hatten, verzogen wir uns in unsere Kabine. Dann kam die Durchsage, dass Windstärke 8 wäre, die Außentüren geschlossen und der Lift abgestellt würde.
      Da war schon etwas los, zumal die Wellen sehr laut an den Bug knallten.
      Da die Dunkelheit naturgegeben früh einsetzte, konnte man nicht viel sehen. Dies machte es nicht einfacher, da man nur auf den Gleichgewichtssinn angewiesen war und die Wogen doch unregelmäßig kamen. Die Wellenhöhe wurde mit ca. 5m angegeben.
      In Rörvik waren wir mit Verspätung, auch das Abendessen war verschoben worden.
      Einige Passagiere kamen etwas Verspätung beim Abendessen. Wir waren nicht die einzigen mit Problemen. Der Trollfjord waren wir unterwegs begegnet, hatten es aber verpasst.
      Ich möchte ein Wort zum Servicepersonal einflechten. Was die Mädchen leisten müssen, ist schon sehr viel. Morgens Frühstück oder aber die Zimmer, Mittags das Gleiche, dann Abendessen und neu Eindecken. Das ist schon hart. Und dan bei Wellengang mit den Tellern durch den Speisesaal flitzen.
      ich traue mir nicht zu 8 leere Teller unfallfrei bei Wellengang zu transportieren. Vor diesen Leistungen haben wir große Achtung, und dies am Ende auch entsprechend gewürdigt.


      Bis dann Alter Vater
    • Hallo "Alter Vater",

      es war schön, dich kennengelernt zu haben. Das der Kontakt flüchtig blieb, lag auch nicht zuletzt daran, dass Hurtigruten ein äußerst glückliches Händchen dabei hatte, unseren Tisch zu besetzen. Wir waren eine so nette Tisch-Besetzung, dass wir auch sonst auf dieser Reise viel zusammen unternommen haben. Du hast ja leider auf der anderen Seite vom Buffet gesessen, so weit weg ;)

      Gruß
      Rosa
      ...und danke für den tollen Reisebericht, weiter so! :thumbup:
    • Hallo,
      nach einer recht langen Zeit, welche mit der „leidigen Nebenbeschäftigung namens Arbeit“ verbunden war, melde ich mich heute wieder mit einer Fortsetzung.

      4. Tag

      Morgens war das Meer diesmal sehr glatt. Für das Frühstück war es sehr angenehm. Vorher passierten wir allerdings den Polarkreis . Die Kugel war erleuchtet, aber bei dem diffusen Licht ist mir kein gutes Bild gelungen. Die Ansteuerung nach Ornes war sehr schön. Viele schöne Ferienhäuser machten Lust hier vielleicht auch mal länger zu bleiben. Da solche Häuser, wie Ihr wisst häufig an den Fjorden stehen, und damit häufig fotogarfiert werden, meinte mein Sohn bei der ersten Bilderdurchsicht, wir wären wohl auf Immobiliensuche gewesen (von wem er diese „Frechheiten“ wohl hat, ich war doch immer artig). Das Anlegen zeigte auch, welche Bedeutung die Rute immer noch hat, denn Bauarbeiter am Hafen unterbrachen ihre Arbeit, um uns zuzusehen.
      Die obligatorische Polarkreistaufe machten wir natürlich mit. Leider hatten wir uns vertippt, lagen etwa 10 min daneben. Eine Mitreisende hatte nur 4 sec Differenz. Es geht eben „ungerecht“ in der Welt zu. Der Moltebeerenlikör sagte meiner Frau überhaupt nicht zu. Irgendwie hat sie den nicht vertragen. Da auch der Kapitän die „Hunting The Light“-Mütze trug, setzten wir diese auch auf. Auch wenn sie manchem nicht gefällt, sie hielt mein „edles Haupt“ schön warm, und da ich ziemlich uneitel bin, störte es mich nicht, dass einige Mitreisende die Mütze mit wenig schmeichelhaften Kommentaren versahen.
      Danach gab es einige schnelle Wetterwechsel, Schneefall war wieder dabei. Es war schön die verschneite Landschaft zu sehen. Im Flachland haben wir ja nur selten das Vergnügen. Zeitweise war es auch wieder stürmisch, wir vertrugen es aber gut.
      In Bodö waren wir einkaufen, wollten für meine Frau auch noch ein paar Handschuhe als Ergänzung kaufen. Die waren uns aber zu teuer, also haben wir dann die auf dem Schiff genommen, welche sich auch gut bewährten. Die Preisvergleiche haben uns gezeigt, dass auf den Schiffen kein Aufschlag auf die Waren genommen wird. Was wir von der Stadt sahen, hatte uns nicht so sehr gefallen, aber die Landschaft ist unbeschreiblich.
      Der Vestfjord begrüßte uns nach 12 Jahren mit viel Wind und hohen Wellen. Wir versuchten ihm das auszureden, aber er Wollte nicht auf uns hören.
      Kurz nach dem Auslaufen wurde der Ausflug zum Wikingerfest abgesagt, da wir Stamsund nur mit Verspätung erreichen würden, und sogar ein Anlegen in Frage gestellt wurde.
      Das Abendessen wurde auch verspätet eingenommen, es begann erst um 19:45 als wir in Stamsund anlegten.
      Dadurch konnten wir kaum einen Blick in den Ort werfen. Auch der ausgefallenen Ausflug tat uns leid, da wir Borg nach 12 Jahren gerne wieder gesehen hätten. (Dort kauften wir damals einen Stockfisch, welcher sich noch mehrere Jahre hielt, wegen des Geruches, selbst durch eine Plastiktüte, zuletzt allerdings in der Garage die Mäuse verschreckte.) Aber es gibt ja noch BnM.
      Svolvaer erlebten wir im Panoramasalon, während die Mehrzahl der Passagiere an Land war. Wir hofften auf ein wenig Polarlicht, wurden aber enttäuscht. Es waren zu viele Wolken am Himmel. Die Aussicht auf den Ort fanden wir gar nicht mehr so gut. Durch die Neubauten am Hafen, sieht es dort nicht mehr so schön und authentisch aus. Wir nahmen uns vor, auf dem Rückweg den Ort genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Thon Hotels fand ich seitdem gar nicht mehr so gut.
      Wir waren gespannt auf den Raftsund und den Trollfjord . Die Fischbuletten und den Trank nahmen wir so mit, ich glaube aber, wir werden in Zukunft darauf verzichten können. Das Zeug war so ekelhaft süß, da konnte der kleine Bacardi auch Nichts retten.
      Die Ansicht des Trollfjordes war Klasse. Ich probierte verschiedene Kameraeinstellungen, auch in Vorbereitung der Polarlichtfotografie. Einige Fotos haben dadurch ein paar tolle, wenn auch ungewollte Effekte.
      Der Kapitän ging ganz nah an die Einfahrt heran, dazu Schnee und das Scheinwerferlicht--- das ist schwer zu beschreiben. Man sah förmlich die Trolle springen. Dazu fehlte jetzt nur noch die Musik von Grieg aus Peer Gynt. Bei Nacht im Winter sieht alles sehr sehr romantisch, aber auch gespenstisch aus.
      Im Fjord ist es auch im Sommer sehr schön, aber im Winter eben nur noch grandios. Ein neben mir stehender Brite teilte meine Eindrücke und hob das große Können der Schiffsführung hervor, so nahe ans Ufer zu steuern, Recht hatte der Mann. Ich versuchte noch ein wenig länger den Raftsund zu betrachten, zumal die Wolkendecke etwas aufriss, und vielleicht könnte man dann auch noch etwas Grünes am Himmel sehen. Aber nach ca. 45 min war alles wieder bedeckt, der Wind wieder etwas schneidend, und das Polarlicht überall, nur nicht wo wir waren. Aber wir hatten ja noch ein paar Tage vor uns.

      Bis dann


      Alter Vater

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Alter Vater“ ()

    • Alter Vater schrieb:

      Die Ansicht des Trollfjordes war Klasse. Ich probierte verschiedene Kameraeinstellungen, auch in Vorbereitung der Polarlichtfotografie. Einige Fotos haben dadurch ein paar tolle, wenn auch ungewollte Effekte.
      Dein Bericht liest sichsehr unterhaltsam. Jetzt bin ich aber ganz schrecklich gespannt auf deine Bilder vom winterlichen Trollfjord. Ich kenne ihn nur im Sommer.
      Grüsse
      Francy
    • @alter Vater,

      da schreibst du einen sehr schönen Reisebericht. Liest sich sehr gut, ist
      sehr kurzweilig, würde auch gerne mal Bilder sehen.
      Aber die werden wir doch auch noch irgendwann sehen , oder???
      Ich hoffe, du hattest noch glück mit dem Nordlicht......?? Freue mich schon auf die Fortsetzung

      Barbara
    • Hallo,

      nachdem ich in der letzten Woche noch eine Dienstreise absolviert hatte, folgt heute der nächste Teil. Der Schneefall erinnert an die Reise und macht auch ein wenig wehmütig. aber was soll' s

      5. Tag


      Der Tag begann sehr ruhig im Hafen von Harstadt, das Wetter war sehr schön, kaum Wind, ein wenig Frost und gute Sicht.
      Nach dem Frühstück verbrachten wir die Zeit im Panoramasalon, bis kurz vor der Ankunft in Finnsnes . Wir zogen uns rechtzeitig um, um für den Ausflug zur Schneemobilsafari gerüstet zu sein. Eigentlich war er nicht geplant, wir hatten uns kurzfristig entschlossen, zumal das Wikingerfest ja ausgefallen war. Wir waren ca. 30 Personen in dem Bus.
      Der erste Fahrer war etwas wortkarg, aber nach 20 min Fahrt wurden die Fahrer gewechselt. Der Neue, er hieß Erik, begrüßte uns mit einer kleinen Ansprache, die darum ging, dass man sich angesichts der Natur doch des Lebens freuen sollte. Recht hatte er. Er sang uns noch ein kleines Lied vor, und weiter ging‘ s. Für das Wiki hatte ich mich bemüht, den Ausflug sachlich zu beschreiben, jetzt also die Ergänzung.
      Die Fahrt ging durch herrlich verschneite Landschaften ins Tamrok-Tal. Wenn man das im Netz sucht, kommt man auch zum Veranstalter Lyngsfjord Adventure. (Ein Fjord ist da aber nicht in der Nähe). Mit der Zeit wurde man aber schon etwas hippelig, da 2h Busfahrt sehr lang werden können, auch wenn der Bus klasse war.
      Am Zielort war praktisch auch die Straße zu Ende, wir standen in einem schönen Tal. Alles verschneit, ca. 50 cm Pulverschnee und -5° C.
      Es erfolgte schnell die Begrüßung und Aufteilung der beiden Gruppen.
      Dann gingen wir zum Umziehen.
      Die eigenen Sachen sollten nicht eingsaut werden, darum gab es Schuhe, Overalls und Handschuhe. Es empfiehlt sich auch dies zu benutzen, wobei man den Sachen ansieht, dass sie oft gebraucht werden. Wer allerdings in diesen Dingen sehr penibel ist, sollte an dem Ausflug nicht teilnehmen, da man ja nicht weiß, welche „Käsefüße“ vorher in den Schuhen waren, und ob diese desinfiziert wurden.
      Natürlich gab es auch eine Sturmhaube und einen Helm. Derart ausgestattet erfolgte die Einweisung in einer Zeit von ca. 10 min. Dann wurden die Scooter zugeteilt. Für die Einweisung sollten Englischkenntnisse vorhanden sein, auch wenn eine junge Frau aus Schwaben zum Team gehörte, welche auch übersetzte, weiß man ja nicht, ob sie jedes Mal dabei ist. Nach einem Führerschein, wie auf dem Schiff angemerkt, fragte niemand.
      Dann ging es los, und es ist schwerer als man im ersten Moment glaubt, denn das Lenken macht doch einige Mühe.
      Nach ca. 30 min waren wir am Wendepunkt. Dort übernahm dann meine Frau, und fuhr besser und zügiger als ich. Es bestätigte sich wieder, Frauen sind die besseren Fahrer.
      Bei der Rückfahrt kamen wir an den Hundeschlitten vorbei, und hätten die Wauzi‘ s am liebsten geknuddelt, aber es ging ja nicht. Also BnM.
      Wir haben uns nach der Rückkehr sofort umgezogen, während die anderen zu den Rentieren gingen. Das hatte den Vorteil, dass wir dem späteren Gedränge entgingen. Auch kaufte meine Frau einen süßen Plüschhusky, als Ersatz für die echten. Leider war die Telefonverbindung gestört, so dass eine Kreditkartenzahlung nicht möglich war. So ging unser Bargeldbestand schnell zur Neige.
      Danach waren wir bei den rentieren. Es wurden immer sechs Personen auf den Schlitten aus einem Rundkurs geführt, während der Züchter über das Leben mit den rentieren sprach. Auch diesmal alles auf English. Es war sehr informativ.
      Dann gingen die anderen zum Umziehen und es gab in einem nachgebauten Samizelt etwas zu essen. Endlich muss man sagen, denn wir waren doch ziemlich hungrig.
      Da bei sahen wir einen älteren Herren, ca. 80 Jahre, der zu der Huskygruppe gehört hatte, der auf einer Bank lag. Er hatte Herzprobleme. Wie wir erfuhren hatte er die schon vorher, nahm auch Medikamente, aber auf dem Ausflug hatte es ihn erwischt. Er musste nicht ins Krankenhaus o. Ä schlich aber während des weiteren Reise nur wenig enthusiastisch durch das Schiff, hatte sich vorher doch flinker bewegt.
      Nachdem alle satt waren fuhren wir nach Tromsö , was weniger lang dauerte. Erik macht uns vor der Abfahrt noch den Samigesang vor. Er meinte das hätte der Züchter machen müssen.
      Erik war sowieso ein lustiger Typ. Als er erfuhr, dass wir schon öfter in Norwegen waren, meinte er wir sollten nach Tromsö kommen, er hätte zwei Hütten, eine am Meer und eine in den Bergen . Da hätten wir alles was wir bräuchten und er würde mit uns Fischen gehen. Wir bräuchten in der Touriinfo nur nach Erik, dem besten Busfahrer von Tromsö fragen, dann würden wir ihn schon finden.
      Die Rückfahrt fand dann in der Dunkelheit statt, man sah nicht mehr viel, und wir waren recht müde. 30 min vor Abfahrt des Schiffes waren wir vor Ort. Erik verabschiedete sich noch mit einem Lied.
      Ich holte noch schnell etwas Bargeld und dann fuhr das Schiff auch schon ab.
      Es war ein interessanter Tag gewesen. Die Präsentation des Stockfisches sah ich mir dann alleine an. Es kaute sich wir Holzspäne.
      An diesem Tag war eine hohe Nordlichtwahrscheinlichkeit angegeben, aber Pünktlich mit der Dunkelheit, hatte es sich bezogen, und die Wolken verhinderten eine Sicht auf das Polarlicht. Dies war umso ärgerlicher, als dass am nächsten Tag Bilder mit Polarlicht in der Zeitung waren. Dies hat uns ein wenig bekümmert. Aber wir hatten ja noch Zeit.

      Dies zum fünften Tag. Warten wir auf den Sechsten.

      Bis dann Alter Vater
    • 6. Tag

      Der Tag begann sehr ruhig in Hammerfest . Da das Mittag heute etwas früher stattfinden sollte( Nordkapp), fiel das Frühstück etwas kürzer aus. Dazu ein paar Bemerkungen. Wir setzten uns bewusst immer wieder zu anderen Fahrgästen. Da lernt man viele Menschen kennen und es ergeben sich viele schöne Gespräche. Diesmal saßen wir auf Plätzen, welche ein Paar für sich reserviert glaubte, nehme ich an, denn sie saßen beim Mittag du Abendbrot immer wieder da, wie wir feststellten. Allen anderen war es egal. Mit mürrischem Ton wurden wir angesprochen „ Noch frei?“ Das war en die letzten Worte, welche an uns gerichtet wurden. Die Gesichter blieben zur Faust geballt. Wir sahen deshalb auch keinen Grund zu reden. Nach ca. 10 min waren sie weg, sie spielten in der Arkade Domino oder etwas Ähnliches. Danach kamen angenehmere Zeitgenossen, und es wurde sehr unterhaltsam.
      Während des Brunch waren wir schon ein wenig unruhig. Wir sprachen mit anderen Passagieren über unsere Norkapperfahrungen aus dem Sommer vor 10 Jahren, und freuten uns. Der Rucksack wurde gepackt, die Spikes in Bereitschaft versetzt, und dann begann auch das Anlegen, und wir standen bereit, gemeinsam mit gefühlten 100 weiteren Passagieren, von denen 2/3 glaubten, dass sie nicht rechtzeitig zum Bus kämen.
      Wir stürzten nicht gleich in den ersten Bus, sondern Namen den zweiten, an dem ebenfalls eine Reiseführerin stand, welche ein Schild mit der Aufschrift deutsch in der Hand hielt. Dies hatte den Vorteil, dass wir ganz vorne saßen, wegen der Aussicht. Es stellte sich dann heraus, dass der Bus auch als erster fuhr. (Schwein gehabt)
      Die Busfahrt war grandios. Die Landschaft hatten wir ja ganz anders in Erinnerung. Neu war das Rica-hotel, passte sich aber ordentlich in die Landschaft ein. Bei den Straßen wurde mir im Nachhinein nochmal himmelangst, in Erinnerung wie wir damals mit dem Womo hochfuhren und uns die Bussen entgegenkamen. Aber jetzt gab es glücklicherweise keinen Gegenverkehr, denn der Busfahrer flitzte geradezu die Straßen entlang.
      Auf dem Nordkapp wehte ein recht kräftiger Wind und alles war vereist. Deshalb wurden die Spikes sofort angelegt. Dadurch konnten wir wie “die jungen Rehe“ durch die Gegend flitzen, während andere Leute nur sehr vorsichtig durch die Gegend schlichen.
      Das Nordkapp im Winter ist schon toll. Leider war der Balkon nicht offen.
      Bei der Rückfahrt gab es eine Verzögerung. Obwohl die Reiseleiterin wiederholt darauf hingewiesen hatte, wie wichtig es sei, dass jeder wieder seinen Platz einnähme, Vollzähligkeit etc. setzte sich einer zusätzlich in unseren Bus und im anderen ging das Nachfragen los. Es dauerte ca. 10 min bis sich der Schuldige bequemte und wieder seinen angestammten Platz einnahm. Es ist doch verständlich, dass es gerade im Winter wichtig ist, dass alle pünktlich sind, denn allein auf dem Plateau ist es doch recht ungemütlich. Auf der Hinfahrt wurde schon vom Konvoifahren gesprochen, auf dem Rückweg wurde es Wirklichkeit. Vor uns fuhr ein großer LKW. Der Wind wehte sehr kräftig, und der geschobene Schnee wirbelte ca. 3 m hoch. Das Räumfahrzeug war nur noch durch die Rundumleuchten erkennbar. Es war schon ein ungewöhnlicher Anblick. Und dann mit Tempo 70 die Berge herunter(“ Bloß nicht zum Tacho sehen, dann kommt der Schrecken erst richtig“).
      Unten war das Wetter dann herrlich, Frost und Schnee, was will man mehr.
      Nach dem Ablegen war wieder etwas Ruhe angesagt. Erstens konnte man ja nicht mehr viel sehen und zweitens hatten wir wieder „ etwas Bewegung im Schiff“.
      Die Finnkjerka war sehr beeindruckend mit den wechselden Lichteffekten. Auch wenn das Schiff kaum Fahrt machte , fotografierte ich diesmal nicht. Mit den Aufnahmen wäre es wohl Nichts geworden bei den notwendigen Belichtungszeiten. Da hätte das Licht gewechselt, anderseits wer weiß. Aber BnM
      Das Buffet am Abend ließ keine Wünsche offen. Einige behaupteten, die Königskrabbe sei die Krönung der Krebstiere, aber ich empfand das nicht so. Die Flusskrebse und reker wollte ich auch nicht pulen, aber es gab auch so genug an dem man sich schadlos halten konnte.
      Insgesamt ein sehr ereignisreicher Tag.

      Dies war es zum dritten Advent.
      da ich zwischen Weihnachten und Silvester frei habe, schaffe ich es vielleicht noch dieses Jahr fertig zu werden.

      Bis dann

      Alter vater