Expedition Nordmeer - ein Traum wird wahr

    • 2012
    • Auch ich bin ganz Ohr bzw. Auge und lese mit großem Interesse deine Ausführungen zu Land und Leuten! Spannend hört sich alles an und die Bilder sprechen einfach für sich - die Sonnenauf- und untergänge . . . :girl_sigh: :girl_sigh: :girl_sigh: und dazu heiße Schokolade, hört sich einfach göttlich an! :imsohappy: Wie schön ihr es doch hattet!

      Liebe Grüße

      von Ulli
    • Ich finde Eure Kommentare super!
      Während ich diesen Eintrag schreibe, skype ich gerade mit Sven und wir träumen von einer Wiederholung bzw. einer weiteren Grönlandreise. Davor müssen aber natürlich auch wir noch ein wenig sparen!
      Auf meinen nächsten Beitrag müsst Ihr noch mindestens bis Mittwoch warten! Aber zu sehr verwöhnen darf ich Euch ja auch nicht!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Im Hinblick auf das dann nähere Wochenende wäre das natürlich super! Wenn ich dann aber den Berg Arbeit auf meinem Schreibtisch und die to do-Liste ansehe, sollte es gerade einmal Montag in der Früh sein!
      Also - heute geht sicher nichts, da ich bis 20.00 Uhr im Dienst bin (und Ihr werdet ja nicht wollen, dass ich dann noch weiter arbeite ;) !) und morgen am Abend werde ich mich bemühen, Eure Wünsche zu erfüllen.
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Wahnsinn, toll, super, Hammer-Bericht

      Hallo Hallo,

      hier mal eine Meldung von der "Besseren Hälfte". Nicht nur Sekretär sondern auch Kellner. Gerne geschehen und ich würde und werde es wieder machen, Dir eine oder mehrere "Hot Chocolate´s" zu servieren, egal wo, aber ich hoffe auf jeden Fall wieder auf einem Hurtigrutenschiff, laß es die Fram sein oder und auch die Lofoten.

      Wahnsinn, wie toll Du den Bericht schreibst. Auch ich reise bereits zum 2. Mal, ja eigentlich zum 3. Mal, da ich ja auch eifrig beim Bilder einstellen bin.
      Hier nochmal ganz lieben Dank für Deine Hilfe beim verkleinern der Bilder. Ich werde nun mit den neu verkleinerten Bildern fortfahren, die nicht mehr verzerrt sind. Gott sei Dank. Tausend Dank dafür an Dich, meine Herzallerliebste Gerda.
      Jobo wird die Bilder (ich habe die schlimmsten nochmals eingestellt) austauschen. Es wird jetzt also weitergehen. Ich bin nun bereits am Waltershausen-Gletscher angekommen.

      Danke nochmals für Deine wertvolle Hilfe und Deine tollen Tips

      Küsschen vom Sveni
    • 10.09.2012: Anlandung in Myggbukta und Fahrt durch das Packeis

      Bevor hier jemand "WEIDA" schreibt, möchte ich mein Versprechen halten und vom nächsten Tag unserer Traumreise berichten:

      Auch heute waren wir zum Sonnenaufgang wieder draußen. Kann es sein, dass man süchtig auf solche Motive wird?



      Um 07.30 Uhr sperrte das Restaurant auf und wir standen natürlich an vorderster Front für das Frühstück. Es machte einfach hungrig, wenn man schon so lange wach und an Deck war!

      Ab 08.30 Uhr fanden die Anlandungen in der Myggbukta (Mückenbucht) statt. Unsere Bootsgruppe (Bei jeder Anlandung wurde mit der nächst höheren Bootsgruppe begonnen, so war jeder einmal bei der ersten bzw. der letzten Gruppe.) war heute etwa um 09.30 Uhr an der Reihe. Bevor die Passagiere an Land durften, setzte wieder zuerst das Expeditionsteam über und sondierte das Terrain. Die Region, in der wir uns bewegen durften, wurde abgesteckt und es wurde auch genau darauf geachtet, dass sich niemand außerhalb dieses Areals begab.

      Myggbukta war als Wetterstation bekannt geworden. Grönland und vor allem der riesige Inlandseisschild sind sehr bedeutend für die Entwicklung des Klimas in der Arktis und im Gebiet des Nordatlantiks. Dass das Inlandeis einen großen Einfluss auf die Lufttemperaturen und die Windbewegungen und damit auch auf die Wetterbedingungen in Westeuropa hat, wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannt.

      Im Winter 1921/22 plante Johan A Olsen eine Trapperexpedition nach Nordostgrönland. Das „Geofysiske Institutt“ in Tromsø hatte davon erfahren und vereinbarte mit Olsen, dass die Expedition regelmäßig Wetterdaten nach Norwegen sendete. Die Radiostation und ein Operateur wurden vom Geofysiske Institutt zur Verfügung gestellt.

      Die Expedition erreichte die Mackenzie Bucht im Sommer 1922. Da die Region von Mückenschwärmen regelrecht verseucht war, wurde der Platz in Myggbukta umbenannt. Dieser Name blieb bis heute bestehen.

      Am 14. Oktober 1922 sendete die Radiostation den ersten Wetterbericht – über die erste kabellose Verbindung von Grönland zum Rest der Welt. Die Station arbeitete nur ein Jahr, 1926 wurde der Betrieb wieder aufgenommen – bis 1959 mit Ausnahme der Jahre 1940 – 1946.

      Das Gebiet rund um Myggbukta (71° 30‘ N bis 75° 40‘ N) ging auch als „Eirik Raudes Land“ in die Geschichte ein. Hallvard Devold und vier weitere Trapper hatten am 27. Juni 1931 im Namen des norwegischen Königs das Gebiet zwischen dem Carlsberg Fjord und dem Bessel Fjord besetzt und in Myggbukta die norwegische Fahne gehisst. Damit wurde dieses Gebiet zum norwegischen Territorium. Die Dänen, die die Souveränität in Grönland besaßen, waren diesbezüglich nicht kompromissbereit . Daraufhin stellte die norwegische Regierung das Gebiet am 10. Juli 1931 unter norwegische Souveränität.

      Die dänische Regierung brachte den Disput am 11. Juli 1931 vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag. Es wurde den Dänen am 5. April 1933 bescheinigt, dass die Besetzung durch Norwegen nicht rechtmäßig war. Seit diesem Urteil gehört die Ostküste Grönlands eindeutig zu Dänemark. Die Kontrolle des Gebietes obliegt der Sirius-Patrouille.

      1959 verließen die Norweger die Radiostation, die daraufhin mehr und mehr verfiel. Von privaten Expeditionen und Privatpersonen erfolgten in den 80er und frühen 90er-Jahren immer wieder Renovierungsarbeiten. Im 21. Jahrhundert wurden die Renovierungsarbeiten von der Sirius-Patrouille übernommen.



      Bereits vom Schiff aus konnten wir zwei Moschusochsen sehen, die sich allerdings immer weiter von unserer Anlandestelle entfernten. Später tauchten dann noch auf der anderen Seite vier Moschusochsen auf. Zwei davon lieferten sich einen langen Kampf.



      Bei einer kleinen Wanderung stieß man aber auch immer wieder auf die Skelette von Moschusochsen.



      Etwa 90 Minuten hatten wir Zeit, um uns in der Bucht umzusehen und auch eine Anhöhe zu erwandern, die einen wunderbaren weiten Blick bot. Natürlich beeindruckte auch die karge Vegetation.



      Dann mussten wir wieder mit den Polarcirkelbooten zurückkehren zur Fram. Zum Mittagessen waren alle wieder an Bord.

      Nachmittags durchfuhren wir dichtes Packeis, immer wieder passierten wir auch Eisberge – und das alles bei tiefblauem Himmel. Wer hätte gedacht, dass wir so ein Wetterglück haben würden!





      Um 18.00 Uhr gab es ein gesetztes Abendessen. Man servierte uns als Vorspeise Serranoschinken, dann eine Hühnercreme-Mais-Suppe, gegrillten Lachs und einen Käsekuchen. Es schmeckte alles wieder ausgezeichnet.

      Während des Essens fuhren wir etwa 45 Minuten lang durch sehr dichtes Packeis. Der Kapitän musste die Maschinen drosseln und die Eisbrecherfunktion der Fram kam zum Einsatz. Die Fahrtgeschwindigkeit betrug etwa 2 – 3 Knoten bei etwa 74° Nord.

      Auf Deck 8 erlebten wir dann wieder einen beeindruckenden Sonnenuntergang. Es ist phänomenal, wie viele unterschiedliche Farben die Natur für ihre Sonnenauf- und –untergänge im Malkasten hat.



      Um ca. 21.45 Uhr fuhren wir an Daneborg, einer unserer morgigen Anlandestellen vorbei. Während der Nacht lag das Schiff bei Zackenberg, unserem nördlichsten Anlandeort an der ostgrönländischen Küste, vor Anker.
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:

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