Im Reich der Eisbären - Umrundung von Spitzbergen mit der Fram vom 29.8. bis 6.9.2012

    • 2012
    • Im Reich der Eisbären - Umrundung von Spitzbergen mit der Fram vom 29.8. bis 6.9.2012

      Tag 0

      Abflug in Düsseldorf.

      Tag 1

      Ankunft in Longyearbyen: Das Flugzeug hat wegen Rückenwind Verfrühung. Die Abreisenden der vorhergehenden Tour stehen noch an den Check-In-Schaltern Schlange.
      Warten auf das Gepäck und dann mit dem Bus ins Hotel. So um 3:00 im Bett schließen sich die Augen zum Schlafen.
      Aufstehen um 8:00 (hellwach :cursing: ), frühstücken und raus in die Stadt. Leider ist es ziemlich regnerisch und etliche Wege sind sehr schlammig. Gemäß der Tips aus dem Forum kaufe ich auch Postkarten und Briefmarken ein.
      Nach dem Mittagessen dann Stadtrundfahrt mit dem Bus, die Sonne kommt gelegentlich durch die Wolken durch. Ein paar Ausstiege aus dem Bus in den Schlamm kann ich mir sparen, da ich schon am Vormittag zu Fuß dort war. Die Dauer der Busrundfahrt wird so abgestimmt, daß immer nur eine Busladung auf der Fram gleichzeitig einchecken muß.

      Die neue Expeditionsjacke bekomme ich von Steffen – der mich auch sofort wiedererkennt – in die Hand gedrückt.

      Sofort nach der Abfahrt des Schiffes findet die Sicherheitsübung statt – mit einer kleinen Verzögerung – es sind drei Passagiere nicht rechtzeitig erschienen.
      Danach Abendbuffet und kurz darauf ist schon Barentsburg in Sicht.
      Nach der Besichtigung um 23:00 zurück aufs Schiff und erst mal versuchen etwas Schlaf nachzuholen.

      Fortsetzung folgt...
      Uwe
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      Grüße
      Uwe
    • Tag 2

      Antreten zum Frühstück um kurz vor acht – um 8:30 wollen wir in Ny-Ålesund sein. Schlaf ist ein völlig überbewerteter und überflüssiger Luxus – und das bleibt auch auf der ganzen Reise so; aber ich habe es ja so gewollt.
      In Ny-Ålesund ist es ziemlich windig – am Pier wird man von der aufgewirbelten Gischt pitschnaß. Also schnell in die Siedlung und das Postamt suchen, was schnell zu finden war – kein Wunder bei der doch übersichtlichen Siedlung. Dort liegen die im Forum beschriebenen Stempel aus, mit einer mehrsprachigen Anleitung, auf gar keinen Fall die Briefmarken damit abzustempeln. Also überstemple ich meinen Text auf den schon vorbereiteten Postkarten und werfe diese in den Briefkasten vor dem örtlichen Allzweckladen.
      Regen und Sonne wechseln sich in kurzen Abständen ab, das Licht wechselt ständig.

      Um 12:00 legt die Fram wieder ab. Nach dem Essen ist Gummistiefelausleihe und um 15:00 begrüßen uns der Kapitän – den ich noch von der Midnatsol kenne - und seine Mannschaft offiziell. Den Hotelchef und etliche andere Crewmitglieder kenne ich noch von der Grönlandtour in 2010 und einige haben mich auch wiedererkannt.

      Am späten Nachmittag erreichen wir den Magdalenafjord – es ist immer noch ziemlich windig und mehr als einmal stehen wir in einer aufgewirbelten Sandwolke.

      Nach dem Abendbuffet versuche ich noch den Gesangskünsten der Crew zu lauschen, gehe dann aber doch recht zeitig ins Bett.

      Fortsetzung folgt...
      Uwe
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      Grüße
      Uwe
    • Da werden gleich Erinnerungen wach bei diesem Bericht!
      Gerade zurückgekehrt von meiner Tour, versuche ich, mich hier zu oerientieren und finde diesen Bericht! Super!
      Auch ich habe Ansichtskarten und Briefmarken dank des Forums bereits im Hotel in Longyearbyen gekauft. Sie rechtzeitig vor dem Landgang in Ny Alesund zu schreiben, vergrößerte das Problem des Schlafdefizites noch mehr. Friederike aus dem Expeditionsteam der Fram betonte bei ihren Vorträgen mehrmals: "Sie sind auf Expeditionsreise! Schlafen können Sie zu Hause!"
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Und sie hat ja auch recht damit! Denn in solche Gegenden fährt man ja nicht gleich im nächsten Jahr wieder - obwohl es natürlich schon sehr reizvoll wäre und ich auch schon weiter überlege! Aber da ich im Lotto wieder nicht gewonnen habe ...
      Daher freue ich mich, wenn andere berichten und bin dabei gleich wieder auf Reisen!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Tag 3

      Wieder um kurz vor acht zum Frühstück, ab 8:30 beginnt die Anlandung in Mushamna – und ich bin als Teilnehmer an der Wanderung bei den ersten, die an Land dürfen. Wir sind gut zwei Stunden unterwegs, die Landschaft ist recht karg, hat aber doch ihren Reiz.
      Als wir zur Anlandestelle zurückkommen treffen wir auf einen schlafenden Fuchs – umringt von Dutzenden von Touristen läßt er sich überhaupt nicht stören. Erst als wir fast alle zurück auf dem Schiff sind kann Dominic – der Bordfotograf – noch das Aufwachen des Fuchses fotografieren.

      Am Nachmittag dann Rundfahrt mit den Polarcirclebooten am Monacobreen – eine schauklige Angelegenheit, aber höchst interessant, ständig kalbt der Gletscher.

      Gegen Mitternacht erreichen wir dann Moffen und überschreiten die 80° Nord. Wie ich der Seekarte entnehmen kann war der nördlichste Punkt dann später in der Nacht etwa bei 80° 07’.
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      Grüße
      Uwe
    • Tag 4

      Wieder früh aus den Federn – um 8:00 geht die nächste Wanderung in Kinnvika los. Eine erstaunliche Steinwüste mit sehr wenigen Pflanzen – Steffen ist als Geologe vollständig in seinem Element.

      Nachmittags fahren wir an den Felsklippen Alkefjellet vorbei – die Farben der Klippen sind fantastisch.

      Am frühen Abend erreichen wir dann Torellneset – hier können wir etliche Walrosse recht nahe beobachten. Die Exemplare auf Moffen waren kaum zu erkennen – so weit waren sie weg. Leider regnet es mal wieder, was aber nur die Fotografen stört, den Walrossen ist es egal.

      Fortsetzung folgt...

      Uwe
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      Grüße
      Uwe
    • hallo Uwe,
      so ansprechend Deine Bilder :thumbup: sind bei dem ungemütlichen Witterungsbedingungen - zum Baden scheint es doch keine richtige Zeit zu sein. :( Wer kam denn da auf solch eine übermütige Idee?
      Ich freue mich schon auf mehr Bilder.
      Lynghei
      Lynghei

    • Hallo Lynghei,

      von den Badenden ist links der Hotelchef.

      Nun geht es weiter:

      Tag 5

      Die Fram erreicht früh morgens den Freemansund und hier ist es endlich soweit: Der erste Eisbär wird gesichtet. Leider sehr weit weg – und der Bär verschwindet recht schnell hinter einem Hügel. Etwas später wieder Eisbäralarm, diesmal ist ein Muttertier mit einem Jungen, welche den Hang hinauf klettern.

      Ab 10:00 dann wieder Landgang an Kapp Lee - eine sehr feuchte Angelegenheit. Es hatte geregnet und den Boden hätte man in Tuben füllen und als Klebstoff verkaufen können. Einige Passagiere sind in dem Matsch stecken geblieben und mußten wieder herausgezogen werden, natürlich erstmal ohne die Gummistiefel. Der Anblick der Bergung der im Schlamm steckengebliebenen Gummistiefel war köstlich.
      Zusätzlich waren einige Rentiere anwesend, die sich beim Äsen von uns nicht stören ließen. Die Geweihe waren noch ganz rot, da der Bast erst ganz frisch abgestreift war.

      Die Wandergruppe (diesmal war ich nicht dabei) hatte sogar noch einen Eisbären – in sicherer Entfernung – gesichtet.

      Fortsetzung folgt...
      Uwe
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      Grüße
      Uwe
    • Tag 6

      Wir erreichen Gåshamna. Als erste werden wieder die Teilnehmer der Wandergruppe ausgebootet und etwa 6 km von der Fram entfernt an Land gebracht mit dem Ziel, zurück zur Anlandestelle bei der Fram zu wandern. Die Anlandestelle ist gerade eröffnet und die ersten zwei Polarcicleboote haben die ersten 16 Passagiere an Land gebracht als plötzlich Schüsse zu hören sind. Sofort nehmen alle Polarcicleboote Kurs zu der Wandergruppe auf und bringen diese letztendlich wohlbehalten zur Fram zurück. Es war ein Eisbär aufgetaucht, der sich von den Warnschüssen des Expeditionsteams gar nicht beeindrucken ließ. Die Anlandung der übrigen Passagiere wurde auch abgebrochen, da der Eisbär in Richtung der Anlandestelle lief. Kurz darauf kam der Eisbär dann auch in Sicht. Er lief scheinbar recht gemütlich die Küstenlinie entlang und legte dabei die Wanderstrecke – welche in etwa 2,5 Stunden bewältigt werden sollte – in etwa 1,5 Stunden zurück. Also standen die meisten an Deck und beobachteten den Eisbären, der zwischendurch die Sprinteigenschaften von drei Rentieren kurz antestete und dann hinter einem Hügel verschwand.

      Am Nachmittag kreuzten wir dann im Hornsund – wieder mit Sichtung eines (schläfrigen) Eisbären in der Ferne.

      Am Abend erreichte die Fram die Burgerbukta – wo wir dann vor dem Grillabend außerplanmäßig noch eine Anlandung durchführten.

      Fortsetzung folgt ...
      Uwe
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      Grüße
      Uwe
    • MD800 wrote:

      Es war ein Eisbär aufgetaucht, der sich von den Warnschüssen des Expeditionsteams gar nicht beeindrucken ließ.

      So, wie Du das schreibst, klingt das gar nicht aufgeregt. Anke vom Expeditionsteam hat uns dieses Ereignis mehrmals in den dramatischsten Farben geschildert. Sie erzählte auch, dass der Eisbär dann plötzlich im Wasser auftauchte - ganz nahe bei der Anlandestelle.
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • So gern ich spazierengehe - aber hier hätte ich die Beobachtung des Eisbären jeder Wanderung vorgezogen. Und die anderen Bilder zeugen auch von einem weiteren tollen Verlauf des Tages.
      Ich lauere schon wieder auf Nachschub... :whistle3:
      Lynghei
      Lynghei

    • norwegenfan.123 wrote:

      ...So, wie Du das schreibst, klingt das gar nicht aufgeregt. Anke vom Expeditionsteam hat uns dieses Ereignis mehrmals in den dramatischsten Farben geschildert. Sie erzählte auch, dass der Eisbär dann plötzlich im Wasser auftauchte - ganz nahe bei der Anlandestelle.


      Hallo Gerda,

      an Bord der Fram haben wir auch erstmal gar keine Informationen gehabt, die gab es erst, als die ersten Wanderer zurück waren. Mein Kabinengenosse fand die Eisbärbegegnung bei weitem nicht so dramatisch, wie Ankes Erzählungen - er hat sich aber mächtig geärgert nur das Weitwinkel auf der Kamera gehabt zu haben (Tele lag in der Kabine).

      Grüße
      Uwe
      Grüße
      Uwe
    • Tag 7

      Anlandung in Alkehornet: Die Rentiere haben mal wieder gar keine Scheu, nur der Fuchs (siehe Loch) hat einen großen Bogen um mich gemacht und ist anderen Passagieren quasi in die Arme gelaufen; man kann nicht alles haben.

      Am frühen Nachmittag dann die Verabschiedung durch den Kapitän mit anschließender Versteigerung. Das Interesse an der Fram-Plaquette, der Fahne und der Seekarte hält sich in Grenzen und so kann ich die Seekarte recht günstig ersteigern.

      Danach findet am späten Nachmittag noch die letzte Anlandung in der Skansebukta statt und ich kraxele noch den Berg hoch um einen Wasserfall zu sehen. Gut, daß wir noch die Kabine nutzen dürfen, ich bin so schnell den hoch, daß eine Dusche noch sehr gut tat.

      Tag 8

      Kaum noch der Rede wert: Um 1:00 in der Früh verlassen wir das Schiff und fahren zum Flughafen.

      Grüße
      Uwe
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      Grüße
      Uwe
    • Hallo Uwe,

      vielen Dank für Deinen kurzweiligen Spitzbergenbericht und die schönen Fotos. Ich freue mich jedes Mal besonders, wenn es um Spitzbergen geht, würde ich doch auch so gerne mal dorthin reisen.

      Viele Grüße, Mia
      Liebe Grüße, Mia