Mitternachtssonne mit der Christian Radich

    • 2012
    • Hallo Katzengugge,

      das ist ja ein absolut tolles Bild mit der Mitternachtsonne? durchs Want. Ich als alter Segelschiffsfan bin natürlich auf die restlichen Bilder gar nicht neugierig :whistle3: . Auf so einem grossen Rahsegler war ich leider bis dato noch nicht unterwegs. Ich hatte bislang als einziges richtiges Rahsegel nur die Mars auf der Albatros zu bedienen. Mein Lieblingsschiff bleibt aber für immer und ewig die Amphi. Da kommt kein Großsegler und auch kein Hurtigrutenschiff ran.
      Gruß

      Jürgen

    • Hallo Jürgen,

      stimmt das sind zwie sehr schöne Schiffe.
      sind aber wie du bemerkt hast in keinster weise mit der Radich zu vergleichen.
      Wir hatten auf der Rdich alleine 15-20 Mann Stammbesatzung und wenn das Schiff voll ist bis zu 80 Trainees.
      Aber die kleinen Schiffe stell ich mir sehr angenehm vor. Da hat man mit allen zu tun.
      Bei uns hat sich der Kontakt im wesentlichen auf die eigene Wache beschränkt. Dies war etwas schade, aber auf Grund des Wachrhytmusses leider, nicht anders zu machen.
      Die Kabinen haben wirklich ihren Charm. Wer einmal in einem gemeinschafts Saal mit Hängematten gepennt hat weiß so was zu schätzen. Bei uns hieß es Gruppenkuscheln. :8o:
      Ungestörtes schlafen. Immer ist das eigene Bett frei... :sleeping:
      Hatte ihr auch Wache rund um die Uhr auf diesen Schiffen?

      Grüße
      Daniel
      Grüße Daniel
    • 09.07.2012 - Tag1

      Jippi. Der Flieger hebt bei traumhaftem Wetter pünktlich um 18 Uhr nach Kopenhagen ab. :thumbup:
      Kurz vor der Landung sehen wir unter uns noch einen Kreutzfahrer, die Aida Cara. leider war ich etwas zu langsam mit dem Foto.


      In Koppenhagen wird zuerst einaml gemütlich gevespert, bevor ich mich auf den weg um Gate mache.
      Es siht alles gut aus rechtzeitig zur angekündigten Boarding Time erschein ein Mittarbeiter von SAS. Alle machen sich bereit den Flieger nach Oslo zu besteigen.
      Doch anstatt der Aufforderung mit dem Boarden zu beginnen hören wir aus den Lautsprechern die Durchsage, dass wirnicht um 22.05 sondern erst um halb eins nach Oslo fliegen,
      da im Tower von Oslo nicht genügend Personal ist. :wacko:
      Ein stöhnen geht durch den Warteraum. Nochmal 2,5 stunden warten. Nagut denk ich mirund hol mir zuerst mal was kühles zu trinken, bevor ich mich wieder in mein Buch vertiefe.
      Und dann kurz nach elf kommt endlich die erlösende Durchsage, sofort boarden, wir können Abfliegen sobald alle an Bord sind.
      Das boarden ist innerhalb weniger Minuten erledigt, so dass wir gegen halb zwölf in Richtung Oslo abheben.
      Grüße Daniel
    • Hallo Daniel,

      katzengugge schrieb:

      Hatte ihr auch Wache rund um die Uhr auf diesen Schiffen?


      selbstverständlich wird auf diesen Schiffen auch Wache gegangen. Bei Clipper fährt man nicht als Passagier sondern ist Teil der Besatzung. Dazu gehört dann eben auch, dass man mal von 0-4 oder 4-8 Uhr Wache geht, sowie Reinschiff und Backschaft (Küchendienst) verrichten muss.
      Man kennt schon nach kurzer Zeit bereits alle Mitsegler und Crew mit Namen und es geht recht locker zu an Bord und alles per "Du", auch zum Kapitän. Trotzdem müssen Befehle und Weisungen strikt befolgt werden.
      Bin weiterhin auf Fortsetzungen gespannt.
      Gruß

      Jürgen

    • 10.07.2012 - Tag2

      Das erste Highlight des zweiten Tages war die Landung auf dem Flighafen Oslo gegen halb eins.
      Schnell die Koffer holen und einchecken. Denkste. Kein Schalter ist offen. Na gut dann zumindest mal das Ticket am Automaten holen und ein ruhiges Plätzchen zum schlafen suchen.
      Im Kaffee auf der Check-In Ebene hab ich dann einen halbwegs komfortablen Platz auf auf einer Bank in dem Kaffe gefunden (war die letzte freie :) ). Und jetzt in Ruhe :sleeping:
      Zoink. Kaum bin ich eingeschlafen, da fahren Bauarbeiter mit großen Hebebühnen auf und arbeiten bis gegen fünf. :S
      Als dann Morgens um fünf die Schalter öffnen, check ich schnell ein und geh durch den Zoll um noch ein bischen am Gate zu schlafen, bevor der Flieger nach Tromsö geht.
      Der Flieger landet pünktlich 10.05 und das Gepäck ist richtig schnell da, so dass es mir noch in den bereitstehenden Bus zum Hafen reicht.
      Am Rica Ishavshotel angekommen seh ich schon mein zu Hause für die nächsten Tage:
      Nach dem ich mein Gepäck auf dem Schiff abgeladen habe, beschließe ich das gute Wetter zu nützen und laufe zum Cable Car um auf den Hausberg von Tromsö hinaufzufahren. Nach einer kleinen Wanderung genieße ich die herrliche Aussicht und kann das Einlaufen der Nordnorge und einiger Kreutzfahrer beobachten. :8):





      Gegen Abend begebe ich mich dann wieder ins Zentrum von Tromsö um das Auslaufen der Nordnorge und der Radich zu beobachten.
      Nein ich habe die Abfahrt nicht verpasst, die Radich ist zu einer Fjordtour mit 250 :!: Personen an Bord ausgelaufen.



      Gegen elf kommt dann endlich die Radich zurück und wir können endlich unser Schiffchen besichtigen. Doch kurz nach elf ist zuerst einmal die erste Musterung, wo wir in unsere Wachen eingeteilt werden und unseren Schlafplatz zugewiesen bekommen. Ich habe glück und bekomme wie erhofft ein festes Bett und keine Hängematte. Auch mitt der Wache habe ich Glück, es ist die 8-12 Wache.
      Nch dem Einräumen der Kleider gehe ich dem Trubel unter Deck noch etwas aus dem Weg und genieße zum ersten mal die ungewohnte Helligkeit der Mitternachtsonne, bevor ich mich ins Bettchen begebe um noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen, da am nächsten Morgen um sieben wecken ist. :sleeping:



      Grüße Daniel

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    • 11.07.2012 - Tag3

      Nach einer viel zu kurzen Nacht wurde um sieben Uhr geweckt. An den Waschgelegenheiten herrschte reger Andrang, so dass die halbe Stunde bis zum Frühstück gerade so reichte.
      Kurz vor Acht war dann Musterung an Deck wo der weitere Ablauf bekannt gegeben wurde.Das Auslaufen wurde von der Manschaft übernommen, so dass wir genügend gelegenheit hatten uns das Prozedere ausgiebig anzuschauen und wer wollte bereits mit anpacken durfte.



      Nach dem Auslaufen wurde zuerst einen Sicherheitsübung agehalten und danach für jede Wache getrennt einen Einführung in die einzelnen Aufgaben für die Wachposten durchgeführt (Ausguck, Rudergänger und Sicherheitswache). Es stand auch ein Sicherheitseinweisung für das Entern der Tackelage auf dem Progarmm. Für mich war an der ersten Mars schluß. Einige besonders Wagemutige kletterten bis zur Mastspitze.



      Nach dieser Einführung hatten wir die Zeit bis zum Mittagessen zur freien Verfügung. Die erste Wache begann um 12 Uhr.
      Im Anschluss an das Mittagessen hatten wir die Gelegenheit die anderen beim Arbeiten zu beobachten und die Landschaft zu genießen.





      Da meine Wache erst um 20 Uhr begann konnten wir das köstliche Abendessen ausgiebig genießen, bevor wir zur ersten Musterung vor der Wache antreten mussten.
      Während unserer ersten Wache mussten wir einige Segel setzen und das Mann-über-Bord-Boot zu Wasser lassen üben. Ganz schön schweißtreibend die Arbeit.
      Im Laufe unserer Wache sind wir in den Øksfjorden eingefahren, an dessen Ende wir die Gelegenheit hatten den Øksfjordjøkelen zu bestaunen. Dies war ein senstioneller Anblick während der Mitternachtssonne. Pünktlich um Mitternacht war dann Wachwechsel. Trotz des tollen Anblicks gingen wir um eins schweren Herzens ins Bett, da die Nacht ja bereits um sieben wieder zu Ende war.



      Grüße Daniel
    • Hallo katzengugge,

      vielen Dank für den Reisebericht und die tollen Fotos. Ich liebe Segelschiffe und ganz besonders die großen, ich war schon dreimal mit der Antigua unterwegs, eine Dreimast-Barkentine. Die Christian Radich ist schon ein besonders schönes Segelschiff !!!

      Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung!! WEIDA.....

      Herzliche Grüße aus Nürnberg
      Viele Grüße
      Seemaus
    • 12.07.2012 - Tag4

      Nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstuck fing unsere Wache gleich Ereignis reich an.
      Zuerst musste das Mann über Bord Boot wieder auf die Windabgewandte Seite der Radich gebracht und vertäut werden.
      Danach durften wir etwas verschnaufen und die vorbeifahrende Nordkapp bewundern.



      Kaum war die Nordkapp entschwunden fing die Arbeit erst richtig an. Der backbord Anker musste für die Nordkapp Umrundung seefest verstaut werden.
      Hierfür musste zuerst ein Provisorischer Kran errichtet werden um den Anker mit Hilfe des Ankerspills angehoben und sicher an Deck verstaut werden. Dies war gar nicht so einfach, da der Anker stolze 1,5 Tonnen wog!
      Während dessen zog fast unbemerkt die Polarlys an uns vorbei, die sich zu den Kreutzfahrerern in Honningsvag gesellte.



      Wärend unserer Arbeiten am Anker gab es zunehmends immer höhere Wellen. Dies führte dazu, dass die köstlichen Lammhaxen nicht den Zuspruch fanden den sie verdient hätten. Nach dem Mittagessen gab es immer mehr Ausfälle unter uns Trainees. Ettliche mussten den restlichen Tag immer wieder die Abfluss rinne des Speigatt aufsuchen um ein kleines :puke: zu machen.





      Auch das Abendessen fan leider wieder wenig zuspruch. Wegen der vielen Ausfälle wegen Seekrankheit war unsere Wache fast um die hälfte geschrumpft. Also hatte ich zuerst von 8 bis 9 Ausguck und von 10 bis 11 das Steuerrad. Da es sehr windig war, war die Stunde am Ausguck sehr ungemütlich. Die restliche Zeit der Wache durften wir segelsetzen und lernten die Kunst der Seemannsknoten. Zwischendurch konnten wir ein Costa Schiff sehen, das doch sehr dicht an der Küste vorbei fuhr. Als ob die nichts aus Giglio gelernt hätten. :nono:



      Pünktlich um Mitternacht sahen wir zum erstenmal das Nordkapp von der Seeseite. Ein unbeschreiblicher Anblick!



      Grüße Daniel
    • Moin, katzengugge!

      Super, dein Bericht wie auch die begleitenden Bilder und höchst interessant, die Welt der Seefahrt mal von Seiten der "Matrosen" zu sehen :8o: . Wenn ich auch nicht mehr in der Lage bin,solch ein Abenteuer selbst zu erleben, lausche ich doch gerne deinen Erzählungen. Bin gespannt, wie es weiter geht!

      Liebe Grüße

      von Ulli
    • Jim Knopf schrieb:

      Da habt ihr ja mal richtig Lage geschoben und etwas Wasser war auch an Deck

      Stimmt hat wirklich ganz schön geschaukelt.
      Auf der Tour Trondheim-tromsö haben sie bei ruhiger See eine Welle über das halbe Schiff gekriegt. Zum Glück ist keiner über Bord gegangen.
      Aber alle waren klatsch nass, außer der Kapitän, der konnte sich noch auf die Leiter zum Achterdeck retten wie er uns grinsend erzählte. :P
      So was spürt der erfahrene Seemann an den Bewegungen des Schiffes, meinte er auf Nachfragen.
      Grüße Daniel
    • katzengugge schrieb:

      Aber alle waren klatsch nass, außer der Kapitän, der konnte sich noch auf die Leiter zum Achterdeck retten wie er uns grinsend erzählte. :P
      So was spürt der erfahrene Seemann an den Bewegungen des Schiffes, meinte er auf Nachfragen

      Angeber :laugh1: - bei uns auf der SEDOV war es ja umgekehrt - keiner wurde nass, nur den Kapitän hats erwischt ^^ .
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • 13.07.2012 - Tag5

      Zur heutigen Musterung begrüßte uns strahlender Sonnenschein. :8):
      Heute musste das Schiff für das Einlaufen in Hammerfest vorbereitet werden.
      Hierfür musste unter anderem der Anker wieder an seinen normalen Platz gebracht werden und die Rahen mussten Quer zum Schiffe gestellt werden.





      Während unseres Anlaufs auf Hammerfest überholte uns die Nordnorge welche uns dann kurz vor dem Einlaufen wieder wieder begenen sollte.



      Bei Einlaufen wurden wir von zahlreichen Booten begleitet. Am Ankerplatz im Hafen empfing uns ein Chor mit traditionellen Shantees.



      Nach dem Anlegen begaben sich die meisten Mittreisenden zum Postamt um die ersten Postkarten abzuschicken. Ich unternahm einen Spaziergang den ZigZag-Pfad entlang.
      Nach diesem kleinen Ausflug begab ich mich mit einem Mitreisenden zu der Meridian-Säule. Auf dem Rückweg zum Bierfest begnegnete uns ein Rentier.





      Als wir nach unserem Bierfestbesuch zum Schiff zurückgingen, hatte neben uns ein winziges Schiff festgemacht. Als wir mit den Insassen des Boote plauderten, erfuhren wir, dass dies der Nachbau eines Wikingerschiffes handelte und die Leute zu einer Gruppe gehörten, die jedes Jahr 3 Monate mit diesem Schiff die Norwegische Küste entlang fuhren. Das kleien Schiffchen soll angeblich eine Spitzengeschwindigkeit von 16 Knoten haben! 30km/h :!:

      Grüße Daniel