Ende gut, alles gut - Kurztrip BGO-BOO mit der MS Richard With 21.03.-24.03.2012

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    • Ende gut, alles gut - Kurztrip BGO-BOO mit der MS Richard With 21.03.-24.03.2012

      Hallo liebe Hurtigforum-Leser :hi:

      Mit so einigen Holpersteinen war die Planung der Hurtigruten-Geburtstagsfahrt für "effemuc" verbunden. Schon im Juli 2011 buchte ich die Reise vom 22.03.-24.03.2012 mit der MS Nordlys von Trondheim nach Tromsø inkl. der Flüge, die es zu sensationell günstigen Preisen gab.

      Als wir die MS Nordlys dann im August auf unserem sommerlichen Kurztrip in Molde trafen, musste ich mich schon sehr zusammenreißen, um "effemuc" beim Ablegen des Schiffes nicht zu verraten, dass er an seinem Geburtstag 2012 auf diesem Schiff aufwachen würde.

      Dann kam das Unglück der MS Nordlys im September 2011 vor Ålesund . Wir zitterten mit, und hofften, dass zuerst Passagiere und Crew heil vom Schiff kommen und anschließend hielten wir die Daumen, dass die MS Nordlys nicht sinkt. Trotz 2 tragischer Todesfälle, die wir sehr bedauern ist der Rest der Rettungsaktion erfolgreich verlaufen - Gott sei Dank!

      In diesen aufregenden Stunden hielt ich es dann nicht mehr aus und weihte "effemuc" in meine Pläne ein. Nun hieß es weiter zittern bis wir etwas über die anstehende Reparatur sowie deren Dauer erfuhren. Aufgrund früherer Erfahrungen mit verschiedenen Werftaufenthalten von Hurtigrutenschiffen und dabei immer wieder auftretenden Verzögerungen, entschloss ich mich noch vor Ablauf der Frühbucher-Rabatt-Aktion Ende September einen Kurztrip mit der MS Vesterålen zu buchen, den wir ja auch wie geplant Anfang des Jahres genießen durften.

      Einige Wochen nach dieser Buchung wurde dann entschieden, die MS Nordlys auf der Fiskerstrand-Werft bei Ålesund zu reparieren und sie ab 20.03.2012 wieder auf Tour zu schicken. Juhu - wir freuten uns riesig. Ehrlich gestehen muss ich aber, dass ich nach wie vor Zweifel hatte. Ich unterdrückte diese aber in den vielen Wochen des Wartens und war dann Anfang März optimistisch als ich bei CV ein Foto von der MS Nordlys im Trockendock der Werft fand, wo sie schon frisch gestrichen war und in neuem Glanz erstrahlte. Aber der erste Seufzer ließ nicht lange auf sich warten. Mitte März wurde schon mal die Abfahrt am 20.03. von Bergen abgesagt und der Wiedereinstieg nach Trondheim verlegt. Dort wollten wir ja am 22.03. an Bord gehen. Trotz allem blieb ich skeptisch, da man keine weiteren News in der norwegischen Presse fand. Die für das Wochenende vor der Abfahrt angekündigten Probefahrten ließen sich auf MT nicht beobachten, nur kleine Zick-Zack-Fahrten im Hafenbecken fanden statt.

      So kam es, wie es schlussendlich kommen musste: gegen 12 Uhr um Dienstag, 20.03. klingelte mein Handy im Büro und eine norwegische Nummer wurde angezeigt. Schon vor dem Abheben war mir klar, die MS Nordlys fährt nicht. Der Hurtigruten-Notfallbeauftragte war sehr freundlich, ließ uns etwas Zeit, um über Alternativen nachzudenken und sicherte uns gleich mal eine Option auf der MS Richard With von Bergen nach Tromsø , wo noch 2 Außenkabinen frei waren.
      Nun mussten wir abwägen, spekulierten zwischenzeitlich noch alternativ mit der gleichen Tour wie im Januar von Tromsø nach Trondheim mit der MS Lofoten. Hier hätte auch ein Teil unserer Flüge noch gepasst. Aber die Wettervorhersage und die nicht bekannte Größe (speziell die Höhe) der Kabinen auf der MS Lofoten ließ uns schnell wieder zur MS Richard With kommen.
      Nun mussten wir Hurtigruten unsere Flug- und Hotelbuchungen zukommen lassen. Ich hatte die Unterlagen natürlich nicht mit im Büro. Also musste "effemuc" mir alles tel. durchgeben. Das dauerte natürlich eine Weile. Man kann ja nicht alles stehen und liegen lassen, auch wenn man jobmäßig die sogenannte "Vertrauensarbeitszeit" nutzt. Nach einer guten Stunde war ich am E-Mail-Schreiben und da rief Hurtigruten schon wieder an. Die Optionsbuchung auf der Richard With wurde bestätigt und sobald meine Mail mit den Flugdaten vorliegt, würde sich die entsprechende Stelle bei Hurtigruten wegen der Umbuchungen schlau machen. Ich hatte vor dem Absenden der Mail schon mögliche Alternativflüge rausgesucht und schnell feststellen müssen, dass wir bis Tromsø nicht fahren können. Grund war der gebuchte 99-€-LH-Flug MUC-OSL-MUC. Dieser konnte nicht umgebucht werden und würde bei so kurzfristiger Neubuchung ein kleines Vermögen kosten. Außerdem kommt man nach der Ankunft des Hurtigruten-Schiffes in Tromsø nicht mehr rechtzeitig nach Oslo, um den letzten Flieger nach München zu erwischen. So hätten wir eine zusätzliche Hotelübernachtung und einen Tag mehr Urlaub benötigt. Es blieb noch die Option mit dem Ausstiegen in Bodø und anschließendem Flug nach Oslo. Am Samstag gehen aber nur wenige Flieger von Bodø nach Oslo und die waren teilweise schon ausgebucht. Entsprechend teuer waren die noch verfügbaren Restplätze bei SAS. Der zusätzlich benötigte Flug von Oslo nach Bergen , um noch am Tag unserer Ankunft in Norwegen die MS Richard With zu erreichen, war kein Problem. Hier gab es genügend preiswerte Auswahl.

      Nach dem Versand meiner E-Mail verging wieder eine gute Stunde bis der nächste Rückruf kam. Wir sollten wegen der Umbuchung unserer Flüge nun selbst bei SAS anrufen, weil Hurtigruten da nichts machen kann. Das tat ich auf der Stelle und musste erfahren, dass wir bei den SAS-Flügen gegen Gebühr und evtl. Aufpreis zwar Flugtag und -zeit aber nicht die Strecke an sich ändern können. Irgendwie komisch und auch nicht nachvollziehbar, ist aber so. Nun blieb also nur noch die Stornierung der Flüge, was zu einer Minimalerstattung von rund 30 € je Buchung führen soll. Die Info gab ich dann per E-Mail gleich weiter an Hurtigruten und schon wenige Minuten später erhielt ich tel. die Antwort, dass die Übernahme der Neubuchung des Fluges OSL-BGO kein Thema sei, der Flug BOO-OSL aber sehr teuer sei und man sich erst an höherer Stelle erkundigen muss, ob Hurtigruten diesen übernimmt.
      Inzwischen hatte ich zumindest tel. die Bestätigung, dass Hurtigruten die Hotelkosten für die gebuchte Übernachtung in Trondheim übernehmen wird. Da wir diese Buchungen immer so vornehmen, dass man sie i. d. R. bis einen Tag vorher stornieren kann, war es schon bitter, dass Hurtigruten die Fahrt mit der MS Nordlys nicht schon einen Tag früher abgesagt hatte. Aber ok, ich hoffe mal, dass ich das Geld wie zugesagt, erstattet bekomme.
      Mittlerweile war es schon nach 19 Uhr und wird saßen daheim wie auf Kohlen. Ich hatte schon Instruktionen, wie ich den Hurtigruten-Notfallbeauftragten nach 18 Uhr erreichen konnte. Gegen halb 8 kam dann der erlösende Anruf. Hurtigruten hatte die Flüge OSL-BGO und BOO-OSL gebucht. Unseren LH-Flug MUC-OSL-MUC konnten wir dann wie geplant antreten.

      Nun konnten wir uns auf eine um einen halben Tag verlängerte Hurtigruten-Fahrt freuen und durften sogar in Bergen losfahren, was ich als besonderes Highlight empfand. Wegen der niedrigeren Kabinenkategorie (N statt U) wurde uns auf meine Nachfrage hin noch das Abendessen zur Zeit unseres Aufenthalts an Bord versprochen. Bestätigen konnte man es am Vorabend des Abflugs noch nicht. Wie ihr in unserem Live-Reisebericht schon entnehmen konntet, hat das mit dem Essen letztendlich geklappt.

      So viel zu der nicht all zu langweiligen Vorgeschichte unserer Märzreise mit Hurtigruten. Sobald die Fotos und Videos auf den PC übertragen und bearbeitet sind, geht es dann richtig los mit unserem Reisebericht.

      Bis dahin...
      Gruß JKmuc

    • Hallo JKmuc,
      solch einen Beginn in den Urlaub kostet bestimmt einiges an Nerven.
      Ich habe sehr bedauert, dass die Nordlys nicht fertig geworden ist. Aber nicht nur Euretwegen ;) , ich wollte doch so gern Bilder "meiner" Nordlys nach der Renovierung sehen. Und da Ihr aber laut dem Live-Reisebericht einen schönen Urlaub gehabt habt, ist es bestimmt nicht schlimm, dass ich mir inzwischen die Bilder von arcticGateway "reingezogen" habe. Wenn auch noch die Innenansicht der Kabinen fehlt, ist der Anfang schon mal gemacht. Und ich gebe zu: in meinem Kopf entsteht ziemlich deutlich ein Plan für 2013 und mit der Nordlys.
      Ich freue mich schon auf Euren Bericht. :pleasantry: Meine Reisebilder habe ich jetzt endlich anfangen können zu sortieren (der Grippevirus scheint incl. Kopfhämmern zu schwinden) und kann mich dann hoffentlich ein bißchen bei all den Berichterstattern mit einem eigenen Bericht ein bißchen bedanken.
      Schönes Wochenende
      Lynghei
      Lynghei

    • 1. Tag - Ankunft in und Abfahrt von Bergen

      Mittwoch, den 21.03.2012 ging es in der Früh dann endlich los. Nach den Strapazen des Vortages konnten wir kaum schlafen.
      In München startete die Lufthansa pünktlich mit uns in Richtung Oslo, wo wir gegen Mittag landeten. Seit langem war die Maschine mal nicht so voll und nur etwa zu 1/3 belegt. Noch leerer war dann Norwegian‘ s Mittagsflieger von Oslo nach Bergen , der ca. 1,5 Stunden nach unserer Ankunft überpünktlich in Oslo abhebte. Gestartet waren wir dort bei Sonnenschein. Unterwegs wurden die Wolken immer dichter und in Bergen landeten wir standesgemäß bei Regen. Während des Fluges war ich das erste Mal über den Wolken via WiFi im Internet , wie ihr unserem Live-Reisebericht entnehmen konntet. Das ist bei Norwegian ja seit ein paar Monaten auf einigen Maschinen möglich. Es geht zwar alles nicht so rasend schnell. Aber selbst auf der kurzen Strecke BGO-OSL hat es zumindest für einen Beitrag im Hurtigforum und das Lesen einiger Beiträge gereicht.

      In Bergen wurden wir abgeholt und haben den Nachmittag quasi „in Familie“ verbracht. Es gab lecker Lachs - ein wenig als Einstimmung auf das Essen an Bord. Daher konnten wir leider nicht die Einfahrt der MS Richard With beobachten. Wie wir MT aber entnehmen konnten, war sie ca. 1 Stunde verspätet.

      Gegen 18 Uhr brachte uns unser „Privattaxi“ dann zum Hurtigrutenanleger. Endlich war es soweit. Als wir aus dem letzten Straßentunnel heraus kamen, versuchten wir schon den Schiffsschornstein mit dem Hurtigruten-Zeichen ausfindig zu machen. Das erste Schiff, was wir erahnen konnten, war dann aber die MS Finnmarken, die in der Nähe des Hurtigruten-Terminals lag. Aber es dauerte nicht lange und das oberste Deck der MS Richard With war zu sehen. Es geht mir dann immer so ein richtiger Schauer über den Rücken und ein unbeschreibliches Glücksgefühl stellt sich ein - ENDLICH, denke ich mir dann nur und freue mich auf den Gang an Bord

      Das Einchecken verlief super schnell. Schon im Terminal erfuhren wir, dass es mit unserem „Entschädigungsabendessen“ geklappt hat, wir nur unsere Bordkarten an der Rezeption noch kennzeichnen und uns im Restaurant für den nächsten Tag dann einen festen Tisch geben lassen sollten Wir freuten uns und es war klar, wir mussten noch mal von Bord eine Runde durch Bergen laufen mussten, um uns etwas Appetit zu holen für das legendäre Bergen-Buffet. Trotzdem wir ja schon auf einigen Hurtigrutenschiffen mitgefahren sind, hatten wir bisher nur 1x die Gelegenheit, das Bergen-Buffet zu genießen. Das war im Mai 2010 bei unserer Tour BGO-KKN mit der MS Trollfjord.

      Zuerst genossen wir nun aber den Gang an Bord sowie das Gefühl wieder auf einem Hurtigrutenschiff zu sein. Auch wenn das letzte Mal nur ca. 2,5 Monate her war, es kam mir vor als wenn ich Ewigkeiten nicht mehr auf einem Hurtigrutenschiff war

      Der erste Weg führte uns in die Kabine. Da die MS Richard With ja baugleich mit der MS Kong Harald ist, auf der wir letztes Jahr im April waren, fand ich mich gleich sehr gut zurecht. effemuc hatte so seine Orientierungsprobleme... und das auch noch bis zu unserem Aussteigen 3 Tage später in Bodø

      Unsere Außenkabine N 374 war sehr schön, vom Platz her völlig ausreichend und von der Lage auf dem Schiff auch recht ruhig.



      Wir stellten unsere Rucksäcke ab und inspizierten das Schiff. Viele Passagiere waren nicht zu sehen. Es standen auch noch jede Menge Koffer vor den Kabinen. Es waren also sicher noch lange nicht alle wieder an Bord.





      Da es gerade mal nicht regnete, gingen wir noch mal von Bord und drehten eine kleine Runde. Natürlich auch so, dass wir noch ein paar Fotos vom Schiff und auch von der MS Finnmarken machen konnten. Es war für uns ja das erste Mal, dass wir sie live sahen. Trotz der Entfernung konnte man sie gut erkennen. Wir freuen uns schon, Ende Mai mit ihr von Trondheim nach Bergen zu fahren.





      Wir streiften noch ein wenig durch die Gassen von Nordnes und es begann wieder zu regnen. So ging es in großen Schritten zurück aufs Schiff.

      Wir besorgten uns noch den Tagesplan und begaben uns ins Restaurant, wo nicht viel los war. Zur Feier des Abends gönnten wir uns zum Essen eine Cola (0,3l) für sage und schreibe knapp 5 €. An den kommenden Abenden begnügten wir uns dann mit dem nach wie vor kostenlosen Schiffswasser. Das mit dem Wasser ist etwas irritierend, weil eine kleine Karte am Tisch eigentlich sagt, dass eine Karaffe Wasser vom Schiff 19 NOK kostet. Wenn man sich das Wasser aber glasweise einschenken lässt, wird nichts berechnet.
      So wirklich viel Hunger hatten wir wegen des üppigen Lunch, welches wir ja erst gegen halb 3 zu uns genommen hatten, gar nicht. Aber wir probierten trotzdem ein paar Kleinigkeiten der großen Auswahl und ich genoss besonders den Nachtisch mit der unnachahmlichen super leckeren Vanillesoße

      Um 20:45 Uhr stand das Informationstreffen im Panoramasalon auf dem Programm. Als wir dort ankamen, merkten wir schon, dass die deutschen Passagiere bei dieser Tour in der Unterzahl waren, nur wenige Plätze waren belegt. Der Tour Leader Linus Holzapfel stellte sich als gebürtiger Hamburger vor, der eigentlich in Stockholm lebt, nun aber hier auf dem Schiff sei. Na ja - ein nicht ganz so engagierter Tour Leader, aber immer freundlich mit einem Grinsen auf den Lippen. Nur beim Sprechen (u. a. übrigens in astreinem klaren Norwegisch und Englisch) hätte er einen Zahn zulegen können. Na und auch sonst merkte man, dass das sicher eine seiner ersten Touren war. Schiffsbegegnungen standen bei ihm erst ab dem 3. Tag im Tagesplan und die Ansagen dazu gab es dementsprechend auch erst ab dato. Meine Frage, wie man denn zu Fuß am besten auf den Aksla in Ålesund kommt, konnte er nicht mal mit dem Stadtplan richtig beantworten. Nun gut - jeder fängt mal an.

      Schon während unserer Sicherheitseinweisung kamen die ersten englischsprachigen Passagiere in den Panoramasalon und sicherten sich ihre Plätze. Als wir fertig waren und hinausgingen, stand da eine Menge an Passagieren. Der Aussprache nach zu urteilen, waren es hauptsächlich Amerikaner. Wie wir später noch feststellten, gehörten viele davon zu einer „Deluxe-Reisegruppe“ mit eigenem Guide, der sich manchmal aufführte als würde das Schiff ihm gehören. Er hatte sich für seine individuellen Info-Treffen die Bar „Draugen Troll“ auf Deck 4 auserkoren obwohl ihm laut Ausschilderung die Bibliothek zugewiesen war. Da man dort in der Bar nur W-LAN-Empfang hatte, hielten wir uns (wie auch einige andere Passagiere auch) immer wieder mal dort auf, was dem „Deluxe-Tour-Guide“ gar nicht passte. Beim seinem ersten Treffen, verwiese er uns in rauem Ton aus dem Raum. Beim nächsten Mal ignorierten wir das aber und blieben einfach sitzen. Schließlich belegte er mit seiner Truppe nicht mal die Hälfte aller Plätze und wir störten ja niemand

      Wir zogen uns auf die Kabine zurück, packten unsere Rucksäcke aus und bereiteten uns auf die Abfahrt vor. Leider regnete es nach wie vor, so dass wir uns zuerst zum Heck auf Deck 5 begaben, wo man noch gut geschützt dem Ablegen zuschauen konnte. Viele Passagiere waren trotz des Wetters an Bord. Fast pünktlich, kurz nach 22:30 Uhr legten wir ab und nahmen Abschied von Bergen . Es ging noch mal vorbei an der MS Finnmarken und irgendwie viel zu schnell bog die MS Richard With links ab direkt auf die Askøy-Brücke zu.



      Die ersten Passagiere waren schon wieder reingegangen und wir genossen noch ein wenig, die ruhige Fahrt des Schiffes. Da der Regen nicht nachließ und man kaum noch etwas erkennen konnte, verschwanden wir auch gegen 23:30 Uhr auf der Kabine und legten uns schlafen. Am nächsten Morgen war der Wecker ja bereits für 5:30 Uhr gestellt , denn die Begegnung der MS Nordstjernen auf ihrer „FOREVER YOUNG TOUR“ stand an und wir hatten uns mit den vielen Fori‘ s dort an Bord schon verabredet.

      Bald geht es hier weiter...
      Gruß JKmuc

    • Vielen Dank für die ersten Teile Eures Reiseberichtes. Die Tour BGO-BOO werde ich ja im September ebenfalls bereisen - dann allerdings mit der MS Lofoten.

      JKmuc schrieb:

      entschloss ich mich noch vor Ablauf der Frühbucher-Rabatt-Aktion Ende September einen Kurztrip mit der MS Vesterålen zu buchen


      Seit wann gibt es den Frühbucher-Rabatt auch für Kurztrips? Ich dachte eigentlich, dass dieser nur für die "klassischen" Touren gilt - also BGO-KKN, KKN-BGO, BGO-KKN-TRD und BGO-KKN-BGO. :hmm:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • JKmuc schrieb:

      aber auch auch für Teilstrecken gab es 2011 bis zum 30.09. einen Rabatt :thumbsup:

      Ich hatte bereits deutlich vor dem 30. September einige Termine für die Teilstrecke BGO-BOO im Buchungssystem nachgesehen - ein Rabatt wurde da aber nie angezeigt - nur der Normalpreis. Aber das lag möglicherweise daran, dass die Touren zu diesem Zeitpunkt bereits so gut gebucht waren, dass keine Teilstrecken-Rabatte mehr angeboten wurden. :hmm:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • 2. Tag - Teil 1 von der Begegnung mit der MS Nordstjernen bis zur Ankunft in Ålesund

      Nach der ersten Nacht an Bord klingelte wie sonst schon bei unseren Hurtigrutenreisen recht früh (5:30 Uhr) der Wecker. Eine Schiffsbegegnung der besonderen Art stand an. Nicht nur, dass wir auf einer offiziellen Postschiffreise das letzte Mal die Möglichkeit hatten, der MS Nordstjernen zu begegnen, war es anderseits für uns auch die erste verabredete Winkekonkuranze mit anderen Forumsmitgliedern.
      Wir „bewaffneten“ uns also mit Handtuch, Trillerpfeife, Fotoapparat und Handy, gingen auf Deck 5, wo wir anfangs alleine waren, und warteten auf die MS Nordstjernen. Auch für sie war es die letzte Schiffsbegegnung auf der „Forever-Young-Tour“. Wir waren schon aufgeregt und konnten es kaum erwarten und genau auf Höhe des Hornelen aus einer Kurve tauchte sie plötzlich auf die „Old Lady“.



      Wir hatten noch versucht mit Muddi tel. Kontakt aufzunehmen, aber das hatte sich ja nun erledigt. Viel zu schnell glitten wir aufeinander zu. effemuc pfiff was das Zeug hielt und schwenkte das Handtuch. Etwas zu spät starte ich die Videoaufzeichnung, aber noch rechtzeitig genug, um die historische Begegnung akustisch festzuhalten. Auf der MS Nordstjernen war die Hölle los. Die Fori‘ s an Bord waren uns zahlenmäßig natürlich weit überlegen und hatten die Winkekonkuranze klar für sich entschieden.



      Schnell liefen wir noch ans Heck und schauten ein wenig wehmütig der MS Nordstjernen hinterher.



      Wenn alles klappt, sehen wir sie Ende Mai in Bergen noch mal wieder, wenn sie zu ihrer Spitzbergen-Tour aufbricht.
      Die Zeit bis zur Einfahrt in Måløy verging recht zügig und trotz des nur kurzen Aufenthalts gingen wir natürlich von Bord, schossen ein paar Fotos und schon legten wir auch wieder ab.



      Nach ein paar Onlineminuten im Forum gingen wir frühstücken. Die MS Richard With fuhr nun hinaus auf die Stadhavet , was wir merklich zu spüren bekamen. Ich freute mich über den mittleren Seegang und fand es köstlich wie die Passagiere ihre Teller und Tassen durchs Restaurant balancierten. effemuc konnte nur wenig zu sich nehmen und verließ nach einer Weile fluchtartig das Restaurant. Wie unhöflich dachte ich mir, ließ er mich einfach allein am Tisch sitzen. Ich holte mir noch etwas Obst und Joghurt, trank einen Kaffee und beendete in aller Ruhe mein Frühstück. Als ich zurück in die Kabine geschwankt bin, war diese leer. Das beruhigte mich etwas, denn effemuc war wohl draußen und versuchte seinem mulmigen Bauchgefühl mit frischer Luft zu entgegnen. Also zog auch ich mich an und ging raus auf Deck 5.



      Am Heck fand ich ihn dann sitzend auf einem der Sonnenstühle. Das Foto darf ich hier leider nicht veröffentlichen, aber es spricht Bände...



      Lange dauerte die Schaukelei dann aber gar nicht mehr und wir steuerten auf Torvik zu. Genau wie in Måløy gingen wir hier auch das erste Mal von Bord, da bei unserer Reise mit der MS Trollfjord im Mai 2010 diese beiden Häfen ja viel früher angefahren wurden und unsere wirkliche Hurtigruteneuphorie zu der Zeit noch nicht voll entfacht war.



      In Torvik gingen dann schon jede Menge Passagiere von Bord, u. a. auch die amerikanische Deluxe-Reisegruppe. Wir liefen ziemlich geradeaus auf den kleinen Hang gegenüber des Anlegers direkt auf eine Gruppe von Tieren zu. effemuc bezeichnete sie als Schafsziegen oder Ziegenschafe. Sie schauten uns skeptisch an und liefen dann teils hektisch ein Stück weiter nach hinten. Wir liefen zurück zum Schiff und kurz darauf ging es auch schon weiter.



      Wir zogen uns auf der Kabine zurück und ruhten uns noch etwas aus. Auf einmal schaute effemuc aus dem Fenster und rief: „Da ein anderes Hurtigrutenschiff.“ Ich erwiderte sofort: „Das muss die Nordlys sein.“ Schließlich waren wir schon kurz vor Ålesund und die Fiskerstrand-Werft nicht weit entfernt. Also holte ich das Teleobjektiv raus und sprintete auf Deck 5... tatsächlich, es war die MS Nordlys bei ihren schon für das Wochenende davor geplanten Fahrübungen.



      Eine ganze Weile konnten wir sie beobachten. Sogar ein paar Besatzungsmitglieder kamen telefonierend an Deck und schauten ebenfalls hinüber Richtung MS Nordlys.



      Es war ein schönes Gefühl, sie endlich wieder fahrend auf dem Wasser zu sehen - auch wenn es mit unserer Fahrt auf ihr nicht geklappt hat. Schlussendlich verschwand sie aus unserem Blickfeld und wir gingen zurück in die Kabine, wo wir uns für die Einfahrt in Ålesund fertig machten bzw. uns auf den Landgang vorbereiteten.



      Kurz darauf legten wir auch schon an und zwischenzeitlich wurden noch Anweisungen nach Hause geSMSt, da man uns dort von der Livecam des Aksla beobachten wollte.



      Wir gingen von Bord, liefen den Kai entlang und da war sie wieder die MS Nordlys - fast zum Anfassen nah - ein Schauer lief mir über den Rücken.



      Es war einfach schön, sie hier an ihrem Unglücksort so wohlbehalten bzw. wiederhergestellt auf dem Wasser aus eigener Kraft fahren zu sehen! Sie war uns gefolgt und fuhr nun an uns vorbei. Leider gab es keine Hupsignale der beiden Schiffe. Gefilmt habe ich sie aber trotzdem.



      Bald geht es weiter mit dem Rest unseres Reiseberichts vom 2. Tag...
      Gruß JKmuc

    • Moin, JKmuc!

      Sehr schöne Bilder und Filme :good3: , besonders von den Schiffsbegegnungen , beide, die planmäßige und die außerplanmäßige gleichermaßend berührend,nicht wahr? Bei der Einfahrt in Alesund hat dich der Klang des Typhons aber schon ein wenig überrascht, oder? Man bemerkte ein kleines Zucken bei der Kameraführung! :mosking:

      Freue mich schon auf die Fortsetzung

      und wünsche euch ein schönes Wochenende,

      Ulli