Grau ist alle Theorie ... äh ... alles rundherum - oder - unsere Novemberreise

    • B-K-B
    • Nordlicht wrote:

      ... da hätt ich ihn schon erschlagen....

      kennst du Jobo? Da hätte Renate erst auf einen Stuhl krabbeln müssen...

      Hamburgerin wrote:

      Schließlich haben wir aber so entschieden, weil es für den Leser einfach schöner scheint, wenn man einen Tag auch gleich im Zusammenhang lesen kann.

      Naja, das Tolle ist dass man auf diese Art zwei Reiseberichte in einem liest. Und bei genauem Mitlesen stellt man mit Erstaunen fest dass ihr zur gleichen Zeit auf dem gleichen Schiff ward - obwohl ihr komischerweise nie das gleiche erlebt... :laugh1:
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !


    • Jobo wrote:

      Nun naht schon die Hafenfähre der Linie 62. Wir steigen ein und wollen uns gerade an einem Tisch gemütlich niederlassen, als wir per Durchsage aufgefordert werden die Fähre an den Landungsbrücken zu verlassen, da diese dort endet.

      Hallo Jobo,

      gut das dass auch anderen passiert. :whistle3: Wir haben es ganz ähnlich erlebt. Vor unserer Kurzreise im Juni nach Hamburg, ich glaube hier irgendwo im Forum, hatte ich gelesen, das es clever wäre wenn man folgendes macht: Man besteigt die 62er Fähre bereits an den Landungsbrücken, fährt dann Richtung Kehrwiederspitze, dort ist die Fähre dann schön leer und man kann sich einen guten Platz suchen. Von dort geht es dann via Landungsbrücken z.B. nach Oevelgönne.

      Das haben wir natürlich auch gemacht. Umso verdutzter staunten wir als an den Landungsbrücken die Ansage kam, das hier Endstation sei. Wir also runter von der Fähre.

      Da ein Mann aber natürlich an seinen Plan glaubt und sich durch fast nichts davon abbringen läßt :fie: , haben wir das Ganze dann gleich nochmal probiert. Hätte ja ein böser Zufall sein können. :wacko1: Aber auch der zweite Anlauf brachte das gleiche Ergebnis und mir die mißmutigen Blicke meiner Frau :threaten: .

      Gruß Christian
      Gruß christian(us) :hut:

      (Reiseberichte etc. siehe Profil)
    • christianus wrote:

      Aber auch der zweite Anlauf brachte das gleiche Ergebnis

      Immerhin kennt ihr jetzt die Strecke Landungsbrücken - Kehrwiederspitze - Landungsbrücken genau. :mosking:

      Du hättest deiner Frau sagen sollen, dass das sowas ist wie Bergen - Kirkenes - Bergen , nur kürzer. :laugh1:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Jobo wrote:

      Der spinnt wohl, da könnte ich um 2.00 Uhr aufstehen, dann würde er vermutlich grinsend um 3.00 Uhr durch die Räume flitzen.

      Genau, Renate, nur die Erwartungshaltung nicht zu hoch schrauben, sonst kommt sich Jobo wohlmöglich vor wie im Hotel und macht gar nichts mehr.

      Danke für Euren "Dualen" Report !! :x-thumbsup:
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

    • Jobo wrote:

      Charlotte hat jedem einen kleinen Urlaubsglücksbringer mitgebracht

      :hmm: Na ja, als Glücksbringer hat er ja nicht so ganz funktioniert, zumindest wenn man das Wetter auf der Reise betrachtet.:pardon:
      War aber auch mehr als Schutzengel gedacht, der Euch heil wieder nach Hause bringen sollte - und in dieser Hinsicht hat er ja seine Funktion erfüllt. :girl:
    • Jobo – 3.November 2011 – Fahrt durch Dänemark, Hirtshals, Abfahrt MS Bergensfjord

      Das frühe Zubettgehen hat sich ausgezahlt, ich wache kurz vor vier Uhr auf. Renate wuselt auch schon draußen herum. Ich bleibe noch etwas liegen und stehe um 4:30 Uhr auf. Kurz ins Bad geschlüpft und danach gefrühstückt. Ich brauche einfach morgens mein Frühstück in aller Ruhe sonst bin ich den ganzen Tag ungenießbar.
      Renate hat noch einige Stullen für unterwegs eingepackt. Zuerst muss nun das Gepäck im Kofferraum verstaut werden, die Verpflegung kommt auf den Rücksitz. Um 5:15 Uhr fahren wir los und haben den Elbtunnel um sechs Uhr bereits lange hinter uns gelassen.
      Der Nebel hält sich sehr hartnäckig und stellenweise regnet es leicht. Ich tanke nochmal kurz vor der dänischen Grenze, die wir gegen sieben Uhr passieren. Unsere erste Pause legen wir um 7:45 Uhr ein. Hier werden auch die ersten Stullen verdrückt, wobei es mir scheint, dass Renate vom Mitfahren sehr hungrig geworden ist. Ich begnüge mich mit einer Käsestulle.
      Nach einer halbe Stunde fahren wir weiter. Das Wetter hat sich von Nebel und leichtem Regen in Nebel und stärkeren Regen gewandelt. Die Fahrt über Dänemarks Autobahnen gibt schon bei schönem Wetter nicht viel her, geschweige denn bei schlechtem Wetter.
      Immerhin kann ich jetzt die Vorzüge eines Tempomats genießen. Im April sind wir die Strecke ja noch mit meinem alten Auto gefahren. Durch die vielen Geschwindigkeitsbeschränkungen in Dänemark, mal auf 110 km/h, mal auf 90 km/h, ermüdet das rechte Bein doch sehr schnell. Ich habe damals meist schon nach einer Stunde an eine Pause gedacht. Diesmal kann ich das Bein etwas zurücknehmen und entspannter am Steuer sitzen.



      Auch beim Wetter hat sich inzwischen etwas getan. Der Nebel ist mittlerweile dichter und es regnet in Strömen. Trotzdem liegen wir gut in der Zeit da die Autobahn recht leer ist. Also steht einer zweiten Pause nichts entgegen. Den nächsten Rastplatz erreichen wir etwa um 9:50 Uhr. Vor uns liegen nur noch rund 79 Kilometer.



      Nachdem auch die letzten Stullen ihr Leben ausgehaucht haben, irgendwie habe ich wieder nicht viel abbekommen , nehmen wir die restliche Strecke in Angriff. Wir erreichen das Terminal in Hirtshals um 10:45 Uhr. Die Abfahrt der Bergensfjord, die bereits am Terminal liegt, ist für 13 Uhr vorgesehen. Also können wir in aller Ruhe einchecken.



      Bordkarten und Frühstücksvoucher werden eingesteckt und das Gepäck aus dem Auto geholt. Gerade läuft die Super Speed 1 der ColorLine in den Hafen. Mein Auto parke ich wieder an der Mole gegenüber dem Terminal. So ganz wohl ist mir ja nicht ein vier Monate altes Auto hier für 16 Tage abzustellen.



      Neben dem alten Terminal von Fjordline wird bereits kräftig an dem neuen Terminal gebaut. Es soll bereits im Frühjahr 2012 fertig sein. Dann wird wohl auch die erste der neuen Fähren schon hier anlegen. Im Terminal ist es noch nicht sehr voll, erfahrungsgemäß treffen die norwegischen Rückreisenden erst kurz vor dem Boarding hier ein.



      Wir nutzen die Wartezeit, das Boarding ist für 12:45 Uhr angesetzt, um uns abwechselnd draußen die Beine zu vertreten. Ich schlendere auch mal um das neue Terminal herum. Der Regen hat inzwischen aufgehört. Nun treffen die Busse mit den norwegischen Einkaufspassagieren ein, alle voll bepackt mit Tüten. Das Boarding startet um 12:50 Uhr. Nur wenig später sind wir bereits auf dem Weg zum Schiff.



      Es zahlt sich aus, das ich Renate habe vorgehen lassen. An dem kurzen Treppenstück zum Schiff spurtet ein Bediensteter herunter und trägt uns unsere Koffer hoch. Im April habe ich die Koffer noch mühsam selbst die Stufen herauf gewuchtet. Schnell haben wir unsere Kabinen gefunden. Die Koffer werden abgestellt, Kamera gepackt und raus aufs Deck. Schließlich wollen wir die Abfahrt nicht verpassen.



      Die Sicht ist immer noch sehr schlecht, als wir fast schon überpünktlich um 13 Uhr den Hafen von Hirtshals hinter uns lassen. Glücklicherweise hat der Wettergott ein Einsehen und verschont uns vor weiterem Regen. Das nutzen wir aus und verweilen auf dem Achterdeck bis die Küstenlinie hinter uns vollständig vom Nebel verschluckt wird.



      Als um uns herum alles nur noch grau ist, haben wir ausreichend Zeit das Schiff zu inspizieren. Diesmal sind alle Decks zugänglich. Wir starten unseren Rundgang auf dem Oberdeck. Schade dass hier oben nichts überdacht ist. Bei Regenwetter kann man sich hier nirgendwo unterstellen.



      Die Brücke ist nur spärlich besetzt, lediglich zwei Personen kann ich dort ausmachen. Nun arbeiten wir uns Deck für Deck wieder hinunter. Insgesamt ist das Schiff in einem guten Zustand, aber einige Roststellen sind schon zu sehen. Immerhin fährt das Schiff ja auch Tag für Tag durch den Skagerrak, da bleiben gewisse Spuren nicht aus.



      Für die Sicherheit an Bord ist jedenfalls gesorgt. Die Bergensfjord geht im Januar in die Werft. Da wird man sie wohl wieder auf Vordermann bringen. Es wird Zeit eine ordentliche Mahlzeit einzunehmen. Wir verlassen die Außendecks und verpflegen uns in der Cafeteria.
      Jetzt kann ich mich langsam wieder an die skandinavischen Preise gewöhnen. Ein 0,4 ltr. Bier kostet hier 45 dänische Kronen, etwa € 6,50. Renate hat sich einen Salat geholt. In diesem findet sie Oliven, die sie nicht so mag. Sie reicht mir eine Olive und ich beiße vorsichtig hinein. Doch die Olive hat keinen Kern. Ich bekomme eine zweite Olive und beiße herzhaft zu …. diese hatte einen Kern .
      Ich komme nicht umhin, eine gewisse Boshaftigkeit hinter dieser Tatsache zu vermuten. Nach dem Essen gehen wir kurz in unsere Kabinen um die notwendigsten Sachen aus dem Koffer zu nehmen. Anschließend treffen wir uns wieder auf dem Außendeck.
      Viel ist hier allerdings nicht mehr zu sehen und es wird auch bereits dunkel. Renate möchte noch in den Duty Free Shop, eine gute Idee. Die Zeit danach vertrödeln wir irgendwie auf den Außendecks und im Schiff. Vor 18 Uhr gönnen wir uns nochmal einen kleinen Imbiss. Zur Verdauung geht es dann wieder aufs Außendeck.
      Der Regen hat allerdings mittlerweile wieder eingesetzt. Vorbei ist es mit dem Wohlwollen des Wettergottes. So langsam macht sich jetzt der lange Tag und das frühe Aufstehen bemerkbar. Renate verabschiedet sich schon in ihre Kabine. Ich bleibe noch ein wenig an der frischen Luft. Doch der Regen wird immer stärker und die Bergensfjord hat nur wenige Plätze an denen man sich unterstellen kann .
      Als der Regen dann auch noch leicht schräg herunterkommt, verziehe ich mich auch in meine Kabine. Ich schaue noch für kurze Zeit aus dem Fenster dann lege ich mich hin und bin recht schnell eingeschlafen.



      Fortsetzung folgt …...........





      Renate - 3.11.2011 Hamburg - Hirtshals


      Dies Drängeln und Hetzen kann ich morgens überhaupt nicht leiden . Also bin ich um 3 Uhr aufgestanden, ungestörter Frühkaffee muss sein. Gepackt war so weit alles, nur noch ein kleiner Rest. Jedenfalls war ich badtechnisch tatsächlich fertig und auch wach, als der Chef wieder geräuschvoll erschien und nachdrücklich sein Frühstück forderte . Dabei war es ja schon fast fertig. Essen mag ich um die Zeit sowieso noch nicht viel, der Hunger kommt im Auto. Also habe ich ein bisschen Proviant zusammengepackt, restliche Wichtigkeiten erledigt und um 5.15 Uhr hat Jobo das Auto gestartet. Draußen war es feucht und diesig, nördlich von Hamburg zunehmend nebliger. Richtung dänische Grenze war dann alles dicht. Na gut, so spannend ist die Strecke ja nicht. Nach einem Tankstopp legten wir unsere erste Pause kurz vor 8.00 Uhr ein, ein paar Butterbrote essen .
      Das Wetter war richtig fies, Nebel und Sprühregen. Das sollte sich kurz vor Aalborg ändern, jetzt schüttete es auch noch. Vom einzig landschaftlichen Highlight der Strecke, dem Vejlefjord, hatten wir sowieso nix gesehen außer der Fahrbahn über die Brücke . Nach einer weiteren kurzen Pause ( Jobo nölt rum, weil er angeblich nix zu essen bekommen hat, kaut aber immer noch ), erreichen wir endlich Hirtshals gegen 10.45 Uhr. Es ist kalter Wind, wurde aber wenigstens bald trocken. Nun ging das Warten los - bis zum Boarding um 12.50 Uhr vertrödelten wir die Zeit im Terminal. Inzwischen hatte ich mir auch ein Motto für diese Reise ausgedacht : Immer ruhig bleiben ! Das war aufgrund der Erfahrungen von der Vesterålentour auch notwendig. 2 Busladungen mit Kurzreisenden trafen nun auch ein, bepackt mit Tüten und Taschen. Was kaufen die bloß alles ein ? Butter wird vielleicht auch dabei gewesen sein, nur wohl noch nicht zum Überleben . Der Zugang zum Schiff ist in Hirtshals mit schweren Koffern ziemlich beschwerlich. Am Ende warten Treppen. Jobo lässt mich listig vorgehen, ich mache auf total hilflos...das klappte dann auch. Ein freundlicher Fjordline-Mitarbeiter schleppte unsere Koffer blitzschnell nach oben. Schnell hatten wir alles in die Kabinen gebracht und uns wieder an Deck versammelt. Zur Abfahrt pünktlich um 13.00 Uhr liefen wir ans Achterdeck. Da war es an der Schornsteinwand wenigstens geschützt und warm. Vom Meer war nicht viel zu sehen, alles grau in grau und neblig, kein Vergleich zum April. Diesmal waren auch die Oberdecks von Anfang an zugänglich, was bei dem blöden Wetter nicht wirklich von Vorteil war, zumal es dort keinen Regenschutz gab . Die vorhandenen Sonnenplanen sind im Winter aufgerollt.
      Nach einem Cafeteria-Besuch, Jobo hat sich fast einen Zahn ausgebissen, woran ich natürlich schuld war ( Immer ruhig bleiben !), gingen wir wieder auf die Außendecks. Inzwischen begann es dunkel zu werden und der Regen setzte auch wieder ein. Für mich stand noch ein wichtiger Besuch im Tax-free-shop ein. Etwas später haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen. Draußen war es nur noch nass. Darum habe ich mich früh verdrückt und bin schlafen gegangen. Immerhin war ich ja auch seit um 3.00 Uhr auf. Beim Einschlafen freute ich mich schon auf Bergen ....

      Gruß
      Renate

      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Jobo wrote:

      Die Brücke ist nur spärlich besetzt, lediglich zwei Personen

      Das ist nach der STCW-Konvention normale Brückenbesetzung: Wachhabender Offizier und Ausguck. Lediglich bei engen Revieren wird teilweise ein Rudersmann benötigt, allerdings bei den Schiffen, die mit Azipod oder Azithrust fahren, auch nicht mehr.
    • Jobo – 4.November 2011 – Ankunft Bergen , Thon Hotel, Ankunft der MS Vesterålen

      Es kracht mehrmals heftig und aus den Lautsprechern vor der Kabine sind Durchsagen zu hören. Rums, schon wieder scheppert es laut und erneut Durchsagen. Etwas benommen komme ich aus meiner Koje hoch. Ein Blick auf meine Uhr, es ist 0:30 Uhr, lässt mich vermuten, dass wir in Tananger sind. Die Vermutung bestätigt sich, als ich aus dem Fenster blicke. So laut war es im Frühjahr bei unserer Reise definitiv nicht. :musik:
      Es klopft leise an meine Kabinentür. Ich ziehe mir schnell etwas über und öffne. Es ist Renate in der Hand hält sie ein kleines Teelicht und unter dem Arm ein schön verpacktes Geschenk. Sie konnte sich einfach denken, dass mich der Lärm aufgeweckt hat. So feiern wir in meiner Kabine den Geburtstag, während draußen emsig aus- und eingeladen wird. Kurz nachdem wir in Tananger abgelegt haben, liege ich wieder in meiner Koje und bin wieder eingeschlafen.

      Immerhin habe ich noch bis 5:15 Uhr geschlafen. Jetzt schnell duschen, anziehen und raus aufs Deck, wo Renate schon wartet. Es ist stark bewölkt aber wenigstens trocken. Inzwischen ist 6:25, Zeit fürs Frühstück. Wir sind auch die ersten, die zum guten Frühstücksbuffet stürmen, als das Restaurant um 6:30 Uhr aufmacht.
      Das Frühstücksbuffet auf der Bergensfjord ist sein Geld wirklich wert, es fehlt an nichts. So lassen wir es uns wirklich gut gehen, bis absolut nichts mehr in uns reingeht. Zurück in den Kabinen werden schnell wieder die Sachen, die wir über Nacht gebraucht hatten, eingepackt.



      Um 20 vor 8 sind wir schon wieder draußen an Deck. Die Morgendämmerung taucht die Landschaft um uns herum in schwaches blau-graues Licht. Über die Bordlautsprecher wird uns mitgeteilt, dass die Kabinen bis 8 Uhr geräumt werden müssen. Kein Problem für uns, wir brauchen bloß noch unsere Koffer herauszuholen.



      Die Bergensfjord unterquert gerade die Sotrabrücke. Die 1236 m lange Hängebrücke wurde 1972 eröffnet und war zu dieser Zeit die längste Brücke Norwegens. Die Spannweite zwischen den beiden Brückenpfeilern beträgt 486 m. Sie verbindet die Insel Litlesotra mit Bergen und dem Hordaland.



      Hinter der vor uns auftauchenden Askøybrücke ist auch schon Bergen zu sehen. Jetzt wird es Zeit die Koffer aus den Kabinen zu holen. Mit unserem Gepäck warten wir in der Nähe der Rezeption bis die Bergensfjord um 8:30 Uhr angelegt hat und wir aussteigen dürfen. Für den kurzen Weg vom Fjordline-Terminal zum Thon-Hotel brauchen wir nur wenige Minuten.



      Das Einchecken stellt auch kein Problem dar, wie schon beim letzten Mal hat die Buchung und Reservierung der Zimmer reibungslos funktioniert. Wir brauchen nur noch unsere Kreditkarten vorlegen und bekommen dann unsere Zimmerschlüssel.



      Mein Zimmer zeigt wieder zur Rückseite, während Renate das große Glück hat ein Zimmer zur Vorderseite zu bekommen. Alle meine Hinweise auf meinen Geburtstag und dass ich es doch aus den verschiedensten Gründen verdient hätte fruchten nicht. Sie weigert sich beharrlich das Hotelzimmer mit mir zu tauschen. Ich ergebe mich in mein Schicksal, bin aber gar nicht so verärgert da ich ein gemütliches Hotelzimmer bekommen habe.



      Zuerst nutze ich nun den kostenlosen Internetzugang des Hotels und gebe einen kurzen Bericht im Forum ab. Dann werden die notwendigsten Dinge aus dem Koffer genommen. Gegen 11 Uhr gehe ich hinüber zu Renate um sie abzuholen. Dabei schaue ich mir natürlich auch ihr Zimmer und besonders den Ausblick vorn heraus an. Sie sieht einen Teil des Hafens und den vorderen Bereich der Festung Bergenhus.



      Da wir nur noch Euro und einige dänische Kronen im Portmonee haben ist der Besuch eines Bankautomaten nun Pflicht. Dabei kommen wir auch an Bryggeloftet & Stuene vorbei, hier wollen wir heute Abend essen. Schnell ist ein Bankautomat gefunden und wir versorgen uns mit norwegischen Kronen. Gegenüber ist das Restaurant Egon, dessen Pizzabuffet uns als kleiner Mittagsimbiss gerade recht ist.



      Beim Essen haben wir uns entschieden, die Ankunft der MS Vesterålen zu beobachten. Wir schlendern wieder an Bryggen entlang, da wir mit der kleinen Fähre Beffen übersetzen wollen. Dabei betrachtet Renate die kleinen Häuser des Hanseviertels und meint, diese seien noch schiefer als sonst. Mir kommen sie jedoch genauso schief wie immer vor.



      Die Fähre kommt mit ihrem obligatorischen Tuckern an ihrer diesseitigen Anlegestelle an. Die Überfahrt kostet 20 Kronen pro Person und dauert kapp vier Minuten. Seit 1894 besteht diese Fährverbindung und die jetzige Beffen wurde 1977 gebaut.



      Auf der anderen Seite legt die Fähre unterhalb der Nykirken an und wir steigen aus. Wir befinden uns hier auf der Halbinsel Nordnes und spazieren die Strandgata herunter Richtung Aquarium um die Spitze der Halbinsel zu erreichen, von der man die ankommenden Hurtigrutenschiffe herrlich sehen kann.



      Die Straße steigt leicht an oberhalb der alten Lagerhäuser, die man von der Bergensfjord bei der Ein- und Ausfahrt so gut sehen kann. Am Aquarium endet die Straße und wir benutzen den Waldweg, der durch den kleinen Park zur Spitze führt. Dort angelangt hat man einen guten Rundumblick den Byfjord entlang bis zum Puddefjord. Gegenüber ist auch noch die Askøybrücke zu sehen.



      Eine der Parkbänke wird von uns belegt, als wir die Spitze erreicht haben. Hier wollen wir auf unser Regenbogenschiff warten. Es ist gerade erst kurz nach 13 Uhr, wir haben also reichlich Zeit zur Verfügung. Als wir uns etwas umschauen sehen wir eine junge Frau, die ein Kaninchen an der Leine führt. Für einen Moment denke ich noch eine interessante Alternative zu Essen auf Rädern – Essen an der Leine :mosking: , doch der kleine Hoppelmann ist wirklich zu niedlich anzuschauen.



      Kurz darauf muss die junge Frau das Kaninchen wohl losgelassen haben, jedenfalls hoppelt es nun samt Leine in einem Gebüsch umher. Jedes mal wenn die Frau auf die eine Seite geht, hoppelt das Kaninchen auf die andere Seite. Das geht eine ganze Weile so, bis Renate aufsteht und das Kaninchen auf der einen Seite des Gebüschs abfängt und der Frau übergibt.



      Im Fjord vor uns tut sich noch nicht viel also drehen wir uns wieder zu dem Kaninchen um, das anscheinend schon wieder losgelassen wurde. Es hoppelt wieder munter in den Büschen umher. Die Zeit bis zur Ankunft der MS Vesterålen erscheint uns nun doch noch zu lange.



      Ich mache den Vorschlag hinunter zum Kafè Kippers zu gehen und es sich dort gemütlich zu machen. Von dort habe ich seinerzeit schon die Abfahrt der MS Lofoten verfolgt. Der Weg dorthin führt am Aquarium vorbei etwas bergan, bevor es die Treppen nach unten geht. Am Wasser angekommen gehen wir an modernen Wohnhäusern, Traumlage, vorbei bis wir die Tische vor der alten USF-Werft erreichen.



      Mit einer warmen Tasse Kaffee lässt es sich hier gut aushalten. Um 14:20 Uhr biegt unser Regenbogenschiff um die Halbinsel und hält zügig auf uns zu. Dann kommt der Moment, Ohren zuhalten, die Tröte wird geblasen. Mit einem rasanten Schwung dreht die MS Vesterålen vor dem Hurtigrutenterminal, um dann etwas langsamer rückwärts an den Kai zu ziehen.



      Anscheinend hat unser Regenbogenschiff auch gleich den dazugehörigen Regen mitgebracht, jedenfalls beginnt es nun leicht zu tröpfeln. Wir verlassen die USF-Werft, werfen noch einen letzten Blick auf die MS Vesterålen am Terminal und steigen zwischen den schönen alten Häusern den Hügel hinauf.



      Diese alte Viertel ist für mich einer der schönsten Stadtteile von Bergen . Die kleinen alten Häuschen sind alle sauber herausgeputzt und leuchten in strahlendem Weiß, Blau oder Rot um die Wette. Man kann ihnen ansehen, dass sie sehr gut gepflegt und instand gehalten werden.



      Auf dem Klosteret erreichen wir die höchste Stelle um auf der anderen Seite die steile Straße Holbergsallmenningen hinabzugehen. Am Ende halten wir uns links und springen schnell wieder in unsere geliebte Beffen um dem jetzt stärker werdenden Regen zu entgehen. Unser Hotel erreichen wir gegen 15 Uhr und verabschieden uns bis 18 Uhr. Ich nutze die verbleibende Zeit um meine Augen ein wenig zu schonen.



      Pünktlich um 18 Uhr treffen wir uns vor dem Hotel. Nur wenig später erreichen wir das Bryggeloftet & Stuene. Ich habe Renate hier zu einem leckeren Geburtstagsessen eingeladen. Der Koch hat seit September 2010 nichts verlernt, es schmeckt wirklich hervorragend. Nach dem feinen Abendessen schlendern wir am Ufer entlang zurück ins Hotel.
      Wir melden uns noch einmal im Forum, bevor Renate in ihrem Zimmer verschwindet. Ich bin noch einige Zeit wach, doch kurz nach 22 Uhr wird es auch für mich Zeit ins Bett zu gehen. Morgen wird dann unsere eigentliche Reise mit der MS Nordkapp starten.


      Fortsetzung folgt ….................






      Renate - 4.11.2011 - Bergen (ein besonderer Tag)

      Mitten in der Nacht werde ich wach . Was ist denn jetzt los ? Geratter, Getöse und Lautsprecherdurchsagen ....Ach ja, Stavanger. Kann mich gar nicht erinnern, dass es beim letzten mal auch dermaßen laut war. Jedenfalls war im Moment an weiterschlafen nicht zu denken, und außerdem - es war 0.30 Uhr und somit schon der 4.11., Jobo hat seit einer halben Stunde Geburtstag . Hhmm, wäre doch eine gute Idee, ihm das auch mal in Erinnerung zu bringen. Nur in dem Aufzug kann ich ja nicht rübergehen .Also Haare kurz gebürstet, Geschenk, Kerze und etwas Süßes geschnappt und - halt, irgendwas muss ich ja noch überziehen. Kurz überlegt und dann den dicken Parker kurzerhand zum Morgenmantel erklärt und das Feuerzeug eingesteckt. Es war schon ein gewöhnungsbedürftiger Anblick, sagte mir der Blick in den Spiegel . Auf dem Flur, hoffentlich kommt jetzt niemand, habe ich die Kerze angezündet und ganz leise bei Jobo an die Kabinentür geklopft. Denn dass er auch wach war, stand für mich außer Frage. Sein Gesichtsausdruck zeigte mir, dass er glaubte eine Lichtgestalt vor sich zu haben ..happy birthday...
      Bis zum Ablegen haben wir noch zusammengesessen, dann gings wieder in die Kojen. Ich glaube, er war ganz froh, dass ich nicht beim Frühstück in aller Öffentlichkeit ein Ständchen gebracht habe.
      Um 6.30 Uhr sind wir schnell frühstücken gegangen, danach die Koffer bereitgestellt, uns dann an Deck aufgehalten und die Einfahrt nach Bergen genossen. Schon morgens stellten wir fest, dass es extrem warm war für November. Aber das kann sich ja noch ändern. 8.30 Uhr Ankunft, die Koffer den kurzen Weg zum Hotel gezerrt und eingecheckt.
      Ist ja immer spannend, wer welches Zimmer bekommt. Dann ging das Theater los.."Eigentlich steht mir das Zimmer mit View zu"! "Wieso?"- " weil ich Forumskapitän bin " "hihihi" "Na ja, und außerdem habe ich heute Geburtstag". ..Immer ruhig bleiben. Ich versuchte ihm klarzumachen, dass sein Zimmer nach hinten raus doch schön ruhig sei und für die eine Nacht es sowieso...So richtig einsichtig war er nicht, guckte noch mal maulig aus meinem Fenster, murmelte erneut etwas von "Geburtstag" und trollte sich. Auf keinen Fall hätte ich das Zimmer getauscht. Meins hatte nämlich ein chic modernisiertes Bad, seins nicht.
      Wir guckten noch ins Forum und marschierten dann gemächlich Richtung Dorf, Geld holen. Meine Güte, diese dicken Jacken wurden langsam zu einem ernsthaften Problem. Trotzdem war es ein tolles Gefühl, wieder hier zu sein. Ich guckte immer wieder auf die Bryggen-Häuschen - irgendwie standen sie noch schiefer als sonst - oder ? Zum Essen ließen wir uns wieder bei Egon nieder - Pizzabuffet. Danach wollten wir zu Spitze rüber nach Nordnes. Dazu eignet sich besonders die kleine Hafenfähre "Beffen", der Rest ist Fußweg. Im Wäldchen an der Halbinselspitze gibt es immer Spaziergänger, gerne auch mit Hund oder Kaninchen. Wir hielten uns dort eine Weile auf, ich ging zwischendurch auch auf Kaninchenjagd, und machten uns dann auf den Weg über die Treppen zum Cafe Kippers. Von dort wollten wir die Einfahrt unseres Regenbogenschiffes beobachten
      Noch konnte man draußen sitzen (es war ja viel zu warm), aber pünktlich zur Einfahrt begann es doch zu regnen. Wir hörten uns das "Getröte" samt Echo an, guckten zu wie sie anlegte und machten uns dann auf den mit dicken Jacken doch recht beschwerlichen Rückweg - bergauf, bergab über die "Hohe Kante" von Nordnes zwischen den schönen, alten Häusern entlang. "Beffen" wartete schon auf uns, und so waren wir kurz nach 15 Uhr wieder im Hotel. Ausruhen, etwas Forumgucken, denn um 18 Uhr waren wir verabredet-Sauwetter
      Jobo hatte zum Geburtstag in die Bryggenstuene eingeladen . Wir haben das schöne Abendessen wirklich genossen, ausgiebig geklönt und sind nicht allzu spät zum Hotel zurückgebummelt. Nach einem abschließenden Besuch im Forum bin ich hundemüde ins Bett gekrochen, es war ein schöner Tag. Morgen sollte es nun losgehen mit der Nordkapp...das waren wohl meine letzten Gedanken.


      Gruß
      Renate


      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Wo kommt denn der Begriff Regenbogenschiff für die Vesteralen her ? Ich kann mich nicht erinnern, den hier im Forum schon mal gelesen zu haben. :x-huh:
      Es grüßt Capricorn :hut:

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