Reisebericht - Höhepunkte Spitzbergen mit MS FRAM 23.08.-01.09.2011

    • 2011
    • Das ist sehr unterschiedlich und richtet sich nach dem Reiseziel. Bei den Grönlandreisen muss man normalerweise die meisten Ausflüge extra bezahlen. Wir haben nächstes Jahr bei der Tour "Expedition Nordmeer" alle Ausflüge (wobei es sich meistens um Polarcirkle-Anlandungen und unterschiedlich lange Wanderungen handelt) in Spitzbergen und Ostgrönland inklusive. Bei den 2 Landgängen auf Island werden je 3 unterschiedliche extra zu bezahlende Ausflüge angeboten.
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • 6. Tag - Insel Edgeøya/Freemannsundet/Thymansbukta

      Unser nächstes Ziel ist die drittgrößte Insel Svalbards mit 5.030 qkm Edgeøya. Östlich von Spitzbergen liegen die 2 grossen Inseln Barentsøya und Edgeøya. Die Gegend ist reich an Tierleben, Eisbären, Rentiere, Walrosse, Seevögeln. Seit 1973 ist dieses Gebiet Naturreservat. Die Wasserstrassse zwischen diesen beiden Inseln ist der Freemannsundet. (In einen Sund fährt man hindurch und in einen Fjord nur hinein, da "Sackgasse") Beim Frühstück überrascht uns Karin (Expeditionsleiterin) mit der Durchsage: "Wir machen keine Anlandung, sondern fahren mit den Polar Cirkle Booten in eine Bucht - Thymansbukta - und werden dort mindestens 13 Eisbären beobachten können." Wir können es garnicht glauben und sind am Tisch alle der Meinung - bis wir da sind mit unseren Booten sind die doch alle weg - ?( Aber dann kommt der Nachsatz: "..der Kapitän hat die Information erhalten, daß vor 14 Tagen hier ein Wal gestrandet und verendet ist. Ein Luxusbuffet für die Eisbären aus der ganzen Gegend." Jetzt wurden wir alle aber schnell wach und informierten uns an den Tafeln an der Rezeption wann unsere Gruppe dran ist. Wir hatten noch gut 1,5 Std. Zeit und waren gespannt wie die "Flitzebogen". Gestiefelt und gespornt mit Rettungsweste standen wir auf Deck 5 und lauschten dem Treiben der Boote mit den ersten Gruppen. Alle Zurückgekehrten strahlten vor Freude und jauchzsten wie toll es war, auch wenn inzwischen es nicht mehr 13 sondern 5 vollgefressene Eisbären waren. Die Fahrt geht los, behutsam mit leisen Motor schleichen wir uns ran - :superstition: Achtung Eisbären:

      Die Kameras sind auf "Serie" gestellt und los geht es, keiner wagt sich zu bewegen. Unser Filippino dreht das Boot nach allen Seiten, so daß jeder einmal einen guten Fotostandort hat, Entfernung ca. 100 m. Eine Bärenmutter mit 2 Jungen - etwa 1 Jahr alt - wackelt gemütlich den Berg hoch, zu weit zum fotografieren. Friedlich sehen die Bären aus und nehmen keine Notiz von uns :hmm:

      Sie nagen und lecken an den Knochen und ich habe den Eindruck als wenn sie vor Seeligkeit dabei fast einschlafen :sleeping:
      Als ich mindestens 50 Bilder im Kasten habe, genieße ich diesen Anblick und die Nähe in vollen Zügen und bin beim betrachten der Bilder immer noch ganz begeistert, dies erlebt zu haben. Langsam schleicht unser Boot zurück zur FRAM und an Bord werden die Fotos am Display der Kamera bejubelt und ausgetauscht. 8 Stunden haben wir in dieser "Eisbärenbucht" mit der FRAM gelegen.
      Jetzt geht es weiter durch den Freemannsundet, die Sonne versucht sich durch den wolkigen Himmel durchzukämpfen und macht noch eine schöne Stimmung. Unsere nächste Anlandung soll am Ende des Sundet am "Kapp Lee" sein.


      gleich geht's weiter ....
    • das ist das Tolle an diesen "Expeditionsfahrten", man kann darauf reagieren wo es gerade Tiere hat :thumbup: - einfach Klasse!
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Hallo Nonnie,

      ein sehr guter Bericht und auch sehr schöne Bilder und besonders beeindrucken mich die Eisbärenbilder am "Luxusbuffet". Nun drei Fragen zu Bild 11: auf dem Bild ist eine blaue Linie zu sehen. Gehe ich recht in der Annahme, daß es sich hier um eine Karawane der in der blauen Expeditionsjacke gekleideter Landgänger handelt? Wer aber verbirgt sich hinter den roten Punkten?Besatzungsmitglieder / Guides? Und wo ist das Bild aufgenommen? Wohl kaum in der Nähe des Eisbärenbuffets.

      Danke und Gruß

      Dacius
    • Hallo nonnie,

      eine tolle Fahrt, die ihr da gemacht habt. Um die Eisbärerlebnisse beneide ich dich ein wenig. Wir hatten zwar insgesamt auch 6 Eisbären, allerdings in deutlich größerem Abstand, nur mit Fernglas konnte man sicher sagen, dass es sich um Eisbären handelte. War aber trotzdem toll, die Tiere überhaupt zu Gesicht zu bekommen.

      Sieht so aus, als wäre einer deiner Bären sogar mit einem Halsband markiert.

      Gruß

      Nordmann
    • Hallo Ihr Lieben,
      vielen Dank für Eure lobenden Worte - es war wirklich ein unvergessliches Geschenk der Natur. Mit meinem Bericht und den Fotos kann ich Euch vielleicht ein bischen an meiner Freude teilhaben lassen.

      Fortsetzung des 6. Tages - Kapp Lee

      Inzwischen ist es ca. 16 Uhr und uns werden 2 Wanderungen angeboten: eine kurze über 1 Std. am Küstenstreifen und eine 3stündige über die Anhöhe im Kapp Lee. Ich entscheide mich für die kurze Variante und diese dauert allerdings auch nicht so lange. Die Anlandung erfordert die besagten Gummistiefel, denn wir haben hier ablaufendes Wasser und somit Watt- oder Sumpfboden. Es dauert nicht lange bis der/die Erste bis zu den Knien im "Schlamm" steckt, da der steinige Weg verlassen wurde.

      Auf dem zweiten Bild - wo die "Blaujacken" zusammenstehen, versuchen einige die Betroffenen aus dem Schlamm zu ziehen, aber ohne Erfolg sie steckten schließlich selber drin. Die Guides schafften es denn schließlich - inzwischen waren es 4 - alle zu befreien und die Stiefel zu bergen. Wie die aussahen, brauchen ich ja nicht zu schildern - Fotos habe ich keine gemacht, denn für die meisten war es nicht lustig - die Wäscherei auf dem Schiff hatte viel zu tun. Für die Guides war dieses Terrain ja auch neu und denen konnte man keinen Vorwurf machen. Aber ich zog es doch vor, die Wanderung nicht fortzuführen und ging zum Anlandeplatz zurück, aber siehe da die Boote konnten durch die einsetzende Ebbe dort nicht mehr ans Ufer kommen. Hundert Meter nach links gab es dann eine neue Anlegestelle, aber wer keine Gummistiefel hatte, bekam nasse Füsse.:wacko1:

      Die lange Wanderung ging dann über die Anhöhe, sie erzählten von moosigen Boden, aber gut zu gehen. Vom Schiff habe ich diese Aufnahme gemacht als sie oben angekommen waren - die kleinen Punkte. :search: Rentiere, einen Eisbär und Polarfüchse haben sie gesehen. Sie waren kaputt,aber glücklich diese Strapaze auf sich genommen zu haben - es war halt eine Expeditionsreise :mosking:

      Die beiden letzte Tagen folgen morgen - schönen Abend

      PS: Hallo Nordmann - ja ein Bär hatte einen Sender um den Hals. Schade,daß Du es nicht erleben durftest.
    • nonnie schrieb:

      Schade,daß Du es nicht erleben durftest

      Schade, dass der Wal nicht an der 'Hauptfahrstrecke' gestrandet ist. Dann hätte es in diesem Jahr ganz viele noch viel glücklichere Spitzbergenfahrer gegeben. :)

      Aber eigentlich wäre das nur das Tüpfelchen auf dem 'I' gewesen. Ich fand die Fahrt auch so einfach nur klasse. Vor der Abfahrt war ich zwar sehr neugierig auf Spitzbergen aber auch skeptisch, ob diese überwiegend graue, baum- und strauchlose Gegend mir wirklich gefallen wird. Aber sie hat mich total begeistert! Und wenn die Fahrten nicht so teuer wären, würde ich sicher bald schon eine Wiederholung planen. Aber die ist erst einmal nicht in Sicht. Jetzt wird gespart für Grönland :D

      Gruß

      Nordmann
    • ja - auch ohne diese Eisbären Erlebnisse, bin ich froh bzw. habe ich mir schon jahrelang gewünscht, dieses Eiland zu betreten. Das lesen der Bücher der Expeditionen der großen Polarforscher wie Amundsen, Fridtjof Nansen, Nordensjköld etc. hat mich schon als junges Mädchen begeistert und diese Begeisterung habe ich jetzt nach meiner Berufszeit wieder auflodern lassen.
      Grönland ist total anders, erst einmal leben hier mehr Menschen als auf Svalbard und zumindest im Juni, Juli überwiegen hier die majetätischen Eisberge und Gletscher insbesondere um Illuissiat. Es lohnt sich hierfür zu sparen. :thumbup:
    • Beim Betrachten der Eisbärfotos war ich richtig begeistert. Das war und ist ein Erlebnis das man nie wieder vergisst. Ich freue mich für dich, dass du das erlebt hast. Einfach toll.

      Ich habe schon diverse Fernsehreportagen über Spitzbergen angeschaut, aber die konnten mich nicht so richtig begeistern. Wenn ich deinen Reisebericht hier lese und vor allem die Bilder anschaue, komme ich richtig ins schwärmen und möchte auch dorthin.

      Gruss Chantal
    • 7. Tag - Gnålodden im Hornsund

      In der Nacht legt die FRAM 173 sm zurück. Im Storfjorden und um die Südspitze Svalbards ist die See etwas kappelig, aber angenehm zum schlafen. Nach dem Frühstück werden die Vorträge nachgeholt, die durch die Eisbären verschoben wurden. Den Vortrag "Zum Nordpol-die Fram Expedition 1893-1896" von Ralf (Biologe + Natursportler) hören ich mir natürlich an auch wenn ich in diesem Bereich nicht viel Neues erfahre, aber seine natürliche Art es vorzutragen, gefällt mir. Nach dem Mittagsbuffet erreichen wir den Hornsund bei aufgelockerter Bewölkung. Die majestätischen Gipfel - höchste Erhebung 1431 m - und die Gletscher in den kleinen aber dramatischen Fjorde machen den Hornsund schon zu etwas Besonderem.

      Die PolarCirkle Boote kämpfen sich durch die Eisschollen, es kracht und spritzt bis wir an Land kommen. Hier auf Gnålodden befindet sich seit 1957 eine polnische Forschungsstation, die aber z.Zt. nicht besetzt ist. Spuren früheren menschlichen Lebens aus 400 Jahren findet man fast überall.

      Beim Abendessen genießen wir noch den Blick auf die wunderschönen Bergformationen und steuern unser nächstes Ziel, den Isfjorden für morgen an. Urplötzlich aus dem Nichts tauchen vor uns 2 Finnwale auf - schnell mit Kamera raus. Auf der Fram gibt es im Restaurant einen Ausgang mit einem Balkon. so daß man nicht weit laufen muß. Ich erhasche allerdings nicht mehr viel von den Finnwalen


      8. Tag - Trygghamna, Alkehornet, Pyramiden und Skansebukta im Isfjorden

      Der Isfjorden liegt kurz oberhalb des 78. Breitengrades. Das "Alkehornet" am Nordeingang des Fjordes ist ein markantes Seezeichen. Die beiden größten Siedlungen von Svalbarden Barentsburg und Longyearbyen sind hier zu finden. Die Landschaft in diesem Gebiet zu der ein Vogelfelsen gehört, ist üppig und wunderschön. In Trygghamna gehen wir an Land und ich bin begeistert von diesem Eiland. Die Steinformationen sind phantastisch und da wir keine mitnehmen dürfen, banne ich sie auf den Kamerachip. Die Anlandung ist wieder etwas nass, aber das kennen wir ja schon.

      Unser Geologe (Stefan) ist völlig aufgelöst, so etwas schönes hat er selten oder noch nicht gesehen


      gleich geht es weiter...

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