Sturm und Nordlicht - Meine Reise mit der Lofoten im Herbst 2010

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    • Sturm und Nordlicht - Meine Reise mit der Lofoten im Herbst 2010

      Inspiriert durch die " Fahrt " mit der Nordnorge vor zwei Wochen, habe ich mich endlich mal hingesetzt und meinen Reisebericht fertig geschrieben. :thumbup:

      Die Reise mit der Lofoten im letzten Jahr, war meine zweite Reise nach einer Fahrt mit der Midnatsol im Februar 2009.
      Größer konnte der Unterschied der Schiffe nicht sein, aber das war auch so gewollt.

      Die Reise 2009 war nämlich einzigartig, weil das Wetter gigantisch war. Kaum Niederschläge und fast nur Sonnenschein und viieel Schnee. Von den äußeren Umständen her konnte es also gar nicht mehr besser werden. Deshalb habe ich mir gewünscht, dass die zweite Tour irgendwie komplett anders werden sollte.
      Also Kontrastprogramm, und mir kam der Gedanke mit der Lofoten. Nachdem ich noch ein paar Fragen hier im Forum gestellt hatte, was das Alleinreisen als Frau und die Wahl der Kabine betrifft, stand die Entscheidung schnell fest. Die Tour war gebucht, es gab kein zurück mehr.

      So kam der Tag der Abreise näher und die Vorfreude wurde immer größer...... :girl-dance:

      gunda
    • Na, Du heizt uns ja ganz schön ein! Da freue ich mich, dass es endlich wieder einen Reisebericht gibt und dann ist das nur eine Vorankündigung!
      Aber ich hoffe, Du bist ganz schnell, sodass unsere Vorfreude und Sehnsucht bald beruhigt werden von Deinem Bericht - bin schon gespannt wie ein Gummiringerl!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Freitag
      22.10. 2010


      Es ist kurz vor 6.00 Uhr und ich befinde mich am ICE Bahnhof in Montabaur.
      Es ist eisig kalt, draußen ist alles weiß gefroren. Eine schöne Einstimmung auf ein hoffentlich winterliches Norwegen. Mein Zug ist relativ pünktlich und so bin ich schon eine halbe Stunde später am Ziel, dem Frankfurter Flughafen.

      Meinen ersten Check In am Automaten erledige ich ohne Probleme. Jetzt heißt es warten, also schlendere ich noch ein wenig an den Gates entlang. Eine halbe Stunde vor Abflug öffnet dann endlich mein Gate und ich nehme dort Platz. Neben mir sitzt eine nette Dame, und wir kommen ins Gespräch. Sie wohnt schon seit einigen Jahrzehnten in Bergen und hat hier in Deutschland ein paar Verwandte besucht.
      Für
      mich ist diese Begegnung ein Glückstreffer, denn sie hat Jahrelang als Tour Managerin auf den Hurtigruten Schiffen gearbeitet. Sie hat wahnsinnig viel zu erzählen und wir plaudern eigentlich ununterbrochen. Erst als wir die Norwegische Küste erreichen genießen wir diesen Anblick ein paar Minuten schweigend. Die Berge sind Schneebedeckt, ein wunderschöner Anblick.
      Wir nähern uns
      Bergen , ich freue mich schon riesig.In Bergen angekommen nehmen wir beide den Flughafenbus und fahren zusammen in die Stadt. Dann trennen sich unsere Wege.

      12.45: Ankunft am Gullaksen Gjesthus. Das Zimmer ist schön und groß. Von außen allerdings sieht dieses Gebäude nicht sehr einladend aus.Aber egal. Nach einem Kaffee und einer kurzen Rast, zieht es mich wieder nach draußen. Das Wetter ist gar nicht so schlecht, ein Mix aus Sonne,Wolken und Graupel und das bei 2 ° C plus. Ich schlendere zum Hafen und genieße meine ersten Urlaubsstunden.

      Mein letzter Programmpunkt für diesen Tag ist die Besichtigung der Kong Harald. Ich erkunde das Schiff und sehe ein bisschen beim Beladen zu. Es ist jetzt kurz nach fünf. Ob heute überhaupt einer hier an Bord geht? Im Moment ist es noch ein Geisterschiff. Ich bin noch keinem einzigen Menschen begegnet. Außerdem riecht es im ganzen Schiff nach Essen und Zigaretten. Ob das immer so ist ? Ich ziehe natürlich Vergleiche zur Midnatsol, meinem Ersttäterschiff und die hat klar die Nase vorn,
      Für mich reicht das erlebte heute und ich gehen zurück in die Pension.
      Das Abendessen mache ich mir dank Gästeküche selbst. Den Abend verbringe ich mit lesen.




      So, das war der Anreisetag. Ich habe das sogar mit den Fotos hinbekommen, wer hätte das gedacht.

      Viel Spaß beim Lesen

      gunda


      Hallo polarlichtfan,

      Tour im Herbst kann ich nur empfehlen. Von Ententeich keine Spur, zumindest nicht auf meiner Tour !
    • Samstag 23.10.2010 - Tag 1



      Es ist jetzt kurz nach neun, und es ist keine Wolke am Himmel. Kurzerhand, schmeiße ich alle meine Pläne für heute über den Haufen, das Wetter ist einfach zu gut. So möchte ich die Gelegenheit nutzen und mit der Gondelbahn auf den Aussichtsberg Ulriken fahren.
      Oben auf dem Berg angekommen ist noch nicht viel los. Der Ausblick ist spektakulär. Toll! Ich finde keine Worte.Ohne meine Wanderschuhe habe ich jetzt allerdings ein kleines Problem. Ich kann nicht überall herumlaufen, dafür ist der Schnee hier oben einfach zu hoch. Hätte ich vielleicht mal früher drüber nachdenken sollen!
      Egal.




      Also erst mal ins Cafe. Hier gönne ich mir gerade den teuersten Cappucchino meines Lebens ( 45 NOK ). Dagegen ist die Heiße Schokolade ( 30 NOK ) die ich mir gleich noch gönne ein Schnäppchen. Dafür ist die Aussicht aber auch wirklich super. Ich genieße die Zeit hier oben. Langsam wird es voller, und viele Füße zertrampeln den Schnee. Zum Abschied sehe ich mich draußen noch mal ausgiebig um und nehme dann die Gondelbahn zurück ins Tal.Jetzt muss ich mich doch ein bisschen sputen, denn es ist schon 13 Uhr. Ich mache mich auf den Weg zu Gullaksen, hole meine Tasche, gehe direkt zum Hurtigruten Terminal und gebe meine Tasche ab. Den Weg dorthin bin ich gestern schon mal abgelaufen, zur Sicherheit.

      Es ist jetzt viertel nach zwei und ich befinde mich am USF Gelände. Ich sitze hier auf einer Bank in der Sonne und habe den Horizont fest im Blick. Die Spannung steigt. Wenn die Lofoten pünktlich ist, müsste ich sie jetzt jeden Moment sehen können. Oh, ja wirklich, sie kommt.Ein schönes Bild! Im Gegenlicht der Sonne kommt sie langsam näher. Und endlich ertönt auch das Hornsignal; ein schöner tiefer Ton.Was für ein Tag, was für ein Wetter.





      Zurück im Terminal, checke ich ein und setze mich oben in den Wartebereich.Hier versammeln sich nach und nach noch ein paar andere Passagiere, wir beäugen uns schon mal vorsichtig. Die ersten Kontakte werden geknüpft, das erste Eis schmilzt. Es ist 16 Uhr und ein Mitarbeiter von Hurtigrute hat gerade das Schiff für uns frei gegeben.Wir folgen ihm nach unten, denn es geht nicht über die große Gangway.Und dann ist es soweit, ich betrete zum ersten mal die Lofoten. Mein erster Rundgang durchs Schiff bestätigt mir, das ich absolut die richtige Entscheidung getroffen habe.



      Es ist noch nicht so ganz warm im Schiff und so suche ich mir den wärmsten Bereich und gehe mit meinem Tee in die Bar. Natürlich habe ich mich für die Kaffee/Tee Pauschale entschieden und bin nun stolzer Besitzer eines Lofoten Thermobechers. Die Cruise Card ist auch schon aktiviert.Ein älteres Ehepaar bittet mich sich zu ihnen zu setzen. Das finde ich sehr nett und nehme das Angebot an. Sie kommen aus Australien und bestaunen gerade meinen schönen Becher.Dann muss ich wohl jetzt meine Englischkenntnisse auspacken in der Hoffnung, dass sie mich auchverstehen.Wir unterhalten uns ungezwungen. Das ich schon mal in Australien war macht das ganze um vieles leichter.

      Doch jetzt zieht es uns erst mal alle zu unseren Kabinen. Ich freue mich schon auf mein schönes kleines Reich, das ich ja schon von Fotos kenne, dem Forum sei dank. Und es ist auch genau wie ich es mir vorgestellt habe. Jetzt noch schnell auspacken und dann geht`s zum Abendessen.

      Schon von weitem sieht das Büfett wieder super aus. Die Australier fragen ob sie sich zu mir setzen dürfen. Natürlich dürfen sie. So genießen wir zu dritt unser erstes Essen hier an Bord. Ich frage mich gerade wer das alles essen soll. Wahnsinn, wie viele Passagiere kommen denn noch?




      20.30 Uhr : Vorstellung von Crew und Reiseleiter in der Bar. Unser Kapitän heißt Jakobsen und macht einen sehr netten Eindruck. Es gibt die üblichen Informationen und Sicherheitshinweise. Da wir nur 16 !! Passagiere sind geben wir eine übersichtliche kleine Runde ab. Ich glaube da sind ein paar interessante und nette Leute dabei.


      22.30 Uhr : Endlich ist es soweit. Die Lofoten löst sich langsam vom Pier und ich lasse mir den Wind um die Nase wehen. Bergen wird von Minute zu Minute kleiner und wir gleiten durch die Schären bei Mondschein. Wir haben Vollmond und die Sicht ist gut.Es lohnt sich noch eine ganze Weile draußen zu bleiben. Gegen Mitternacht siegt dann allerdings die Müdigkeit.


      Sonntag geht`s weiter !

      gunda
    • Hallo JKmuc,

      ja bis Kirkenes waren wir 16 Passagiere. In Kirkenes sind 5 von Bord gegangen und einer ist dazugekommen, bzw. wir sind gar nicht bis Kirkenes gekommen, aber dazu später mehr. Dann sind auf dem Rückweg in Bodo nochmal 3 ausgestiegen. Von Bodo bis Bergen haben wir also dann mit 9 Mann die Stellung gehalten. Ich fand das sehr angenehm mit so wenigen Passagieren. Natürlich hatten wir auch immer mal wieder ein paar Tagespassagiere an Bord. Aber auch das waren nicht gerade viele.

      Viele Grüße

      gunda
    • gunda wrote:

      In Kirkenes sind 5 von Bord gegangen und einer ist dazugekommen, bzw. wir sind gar nicht bis Kirkenes gekommen

      wer die Lösung findet gewinnt... :laugh1:

      Herrlich die Fotos - Danke! Bin sehr gespannt wies weiter geht (bin an diesem Schiff ganz besonders interessiert... ;) )

      Kleine Anmerkung - würde es dir was ausmachen die Schrift nicht ganz so gross zu machen, ich finde es etwas mühsam beim Lesen, gerade auf dem Laptop das näher steht wie ein Monitor. (ACHTUNG: dies ist eine persönliche Anmerkung von mir, NICHT von Arctica als MOD und du kannst es natürlich halten wie du möchtes :) )
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !


    • gunda wrote:

      ja bis Kirkenes waren wir 16 Passagiere. In Kirkenes sind 5 von Bord gegangen und einer ist dazugekommen, bzw. wir sind gar nicht bis Kirkenes gekommen, aber dazu später mehr. Dann sind auf dem Rückweg in Bodo nochmal 3 ausgestiegen. Von Bodo bis Bergen haben wir also dann mit 9 Mann die Stellung gehalten. Ich fand das sehr angenehm mit so wenigen Passagieren. Natürlich hatten wir auch immer mal wieder ein paar Tagespassagiere an Bord. Aber auch das waren nicht gerade viele


      Hallo Gunda,

      vielen Dank für deine schnelle Antwort. Das ist ja der Wahnsinn. Da waren ja mehr Besatzungsmitglieder als Passagiere an Bord. Dass sich so eine Fahrt für Hurtigruten überhaupt rechnet. Na ihr hattet dafür sicher eine Menge Fracht geladen :)

      Ich bin schon auf den weiteren Bericht sowie die "Nichtankunft" in Kirkenes gespannt :hmm:

      Gruß JKmuc
      Gruß JKmuc
    • @JKmuc - wir waren letztes Jahr im Januar von Kirkenes bis Trondheim 19 und dann noch bis Bergen 12 auf der NORDLYS. Ich hörte mal die FINNMARKEN fuhr im Winter in Bergen aus ohne einen Passagier - tja, das waren noch Zeiten... (schön für die Paxe , schlecht für die Finanzen)
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    • Arctica wrote:

      wir waren letztes Jahr im Januar von Kirkenes bis Trondheim 19 und dann noch bis Bergen 12 auf der NORDLYS. Ich hörte mal die FINNMARKEN fuhr im Winter in Bergen aus ohne einen Passagier


      Das ist ja Wahnsinn... Im Winter kann ich das noch verstehen, aber im Oktober? Da ist es doch noch länger hell und man sieht viel.
      In den nächsten Monaten wird das aber wohl nicht mehr passieren, da das Interesse durch die Fernseh-Live-Übertragung ja heftig zugenommen hat.

      Gruß JKmuc
      Gruß JKmuc
    • naja, schon vor der Liveübertragung haben die Buchungszahlen durch massive Werbung sehr zugenommen. Ich denke durch die Übertragung gibt es jetzt vielleicht aber mehr norwegische Passagiere, da Hurtigruten wohl in Norwegen bisher kaum für Rundfahrten wahrgenommen wurde - jedenfalls hatten wir bisher kaum Norweger als Rundreisepassagiere.
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    • So, heute geht es wieder ein bisschen weiter.
      Meine Kabinennummer war die 303. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Beonderheit dieser Kabine, man kann das Fenster öffnen.

      Sonntag, 24.10.2010, 2 Tag

      06.30 Uhr : Draußen ist es noch ganz dunkel, wir befinden uns in Måløy, und ich drehe meine erste Runde an Deck. Der Himmel ist bewölkt, soweit ich das erkennen kann.
      07.20 Uhr : Frische Luft macht hungrig.“ Down Under„ ist ist auch schon wach, so frühstücken wir gemeinsam. Das Frühstücksbüfett
      ist klasse!


      Pünktlich um acht Uhr startet die offenen Seestrecke Stadthavet. Und jetzt merkt man den Unterschied zu den größeren Schiffen. Es schaukelt wesentlich mehr als auf der Midnatsol. Trotzdem verbringe die meiste Zeit draußen. Um 09.20 Uhr passieren wir schaukelnderweise das Vestkap. Nicht jeder unserer Mitreisenden ist wohlauf, einige hatten wohl schon in der Nacht Probleme.
      10.25 Uhr : Wir haben Torvik erreicht. Das Anlegemanöver war ziemlich ruppig! Wir haben einen dieser riesigen LKW Reifen zertrümmert und ein Stück der Mauer gleich mit. Hat ganz schön gezittert die kleine Lofoten. Aha, der Kapitän und seine Offiziere gehen gerade von Bord und sehen sich das ganze mal an, scheint aber alles o.k. Wer war denn wohl der Übeltäter ? Die Zeit im Hafen vergeht schnell und auch nach dem Auslaufen verbringe ich noch viel Zeit draußen. Nach einer ganzen Weile wird es aber Zeit, dass ich mich mal etwas aufwärme. Mein Lieblingsplatz ist der " Rote Salon“.



      Um 12.00 Uhr erreichen wir Ålesund. Natürlich bin ich schon wieder draußen, obwohl es regnet . Auf der Lofoten findet man viele geschützte Plätze an denen man sich auch bei schlechtem Wetter an Deck aufhalten kann. Kaum angelegt, gehe ich zum Mittagessen, denn gleich mache ich die Stadtführung mit. Zum Glück findet sie statt. Bei allen noch folgenden Landausflügen wird es da wohl einige Probleme geben, auf Grund der niedrigen Passagierzahl. Naja, jetzt schlendern wir erst mal nur zu dritt durch Ålesund. Die Führung ist sehr interessantes und es hat auch längst aufgehört zu regnen.

      15.00 Uhr : Abfahrt von Ålesund. Das Wetter ist jetzt viel besser, manchmal zeigt sich sogar die Sonne! Ich bleibe noch eine ganze Weile an Deck, Sonnenbad inklusive! Irgendwann wird mir dann doch kalt und ich gehen rein einen Tee trinken.
      Es ist 17.15 Uhr. In einer halben Stunde erreichen wir Molde . Ich mache mich schon mal fertig und gehe an Deck. Die anderen sind schon
      draußen und haben mich schon vermisst. Wir sind nämlich schon fast da, eine viertel Stunde zu früh. In Molde ist der Teufel los, scheint Fußball zu sein.


      Das Ablegen um 18.30 Uhr verfolge ich noch draußen. Doch dann muss ich mich schon sputen, denn das Abendessen ist heute vorverlegt worden, wegen der um halb acht folgenden offenen Seestrecke " Hustadvika ". An meinem Tisch fehle nur noch ich, wie peinlich. Die Tische
      sind nach Landessprachen eingeteilt. Einer an unserem Tisch fällt da allerdings aus der Reihe. Ein junger Brasilianer , der kein Wort Englisch oder Deutsch spricht! Doch im Laufe der Reise stellt sich heraus, dass man mit Zeichensprache auch ganz gut zurecht kommt. Das Menü ist genial.


      Mittlerweile ist es 20.00 Uhr und es wird wackelig. Es zieht mich nach draußen,und ich bin nicht die einzige! Trotz heftigem Seegang halten wir es die nächsten zwei Stunden dort aus. Ich mag das Schaukeln und die Wellen-und Windgeräusche finde ich toll.
      22.00 Uhr : Ankunft in Kristiansund . Der Wind ist eisig geworden und so entschließe ich mich nach einer Weile in meine Kabine zu gehen. Das Ablegen kann ich mir jetzt von hier aus ansehen, welch Luxus. Gegen 23.10 Uhr falle ich in einen tiefen Schlaf.

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    • Interessanter Bericht, da bekomme ich ja Lust auch mal mit der Lofoten zu fahren. Können alle Fenster dort geöffnet werden oder ist das eine Ausnahme und wenn ja warum? Das mit den wenigen Passagieren bei den Ausflügen stelle ich mir vorteilhaft vor, z. B. beim Hundeschlittenfahren.

      LG sarei
    • Hallo Sarei,

      da bin ich leider überfragt. Ich habe diesen Kabinentip damals auch hier aus dem Forum erhalten, und der Gedanke das Fenster öffnen zu können war mir sehr sympathisch.
      Vor dem Fenster befindet sich ein Gang, der aber nur manchmal von der Crew benutzt wird. Der Gang ist überdacht. Ich könnte mir schon vorstellen, dass auch die anderen Kabinenfenster rund um Kabine 303 zu öffnen sind. Sicherlich kann dir da jemand anders noch genauere Informationen geben.

      Viele Grüße gunda

      Montag, 25.10.2010, 3.Tag


      06.30 Uhr : Pünktlich um sechs waren wir in Trondheim . Draußen gießt es !! Jetzt ist es sieben und ich befinde mich auf meinem allmorgendlichen Deckrundgang. Der Himmel ist tiefgrau, aber das kann sich hier ja schnell ändern. Erst mal frühstücken !
      08.10 Uhr : Ich „entere“ die Nordkapp, die direkt vor uns im Hafen liegt. Ein wirklich schönes Schiff muss ich zugeben.

      Gegen 09.00 Uhr mache ich mich dann auf den Weg Richtung Stadt. Mein erstes Ziel ist die alte Holzbrücke und die alten Speicherhäuser, ähnlich bunt wie in Bergen . Zwischendurch gibt es immer mal wieder Schauer, aber es ist kein Dauerregen mehr. Das lässt hoffen. Nachdem ich den einzigen norwegischen Fahrradlift ( leider außer Betrieb !) bestaunt habe, bin ich jetzt auf dem Weg zur Festung. Von oben hat man bei schönem Wetter sicherlich einen tollen Ausblick. Heute ist es diesig, aber siehe da es gibt auch schon mal ein Stückchen blauen Himmel zu sehen. Die Nordkapp verlässt gerade den Hafen, und in der anderen Richtung erblicke ich den Dom. Dieser ist jetzt auch mein nächstes Ziel. Eine Besichtigung im Inneren mache ich heute nicht, aber von außen möchte ich mir nun etwas Zeit für dieses schöne Bauwerk nehmen.
      Anschließend schlendere ich noch etwas durch die Stadt, und mein Rückweg zum Schiff führt mich am Yachthafen vorbei.Hier gibt es viele kleine Geschäft. Leider vergeht die Zeit viel zu schnell.



      11.25 Uhr : Das Schiff hat mich wieder. Mit einem heißen Tee bewaffnet setze ich mich in den Roten Salon.
      12.00 Uhr : Abfahrt von Trondheim , wie immer pünktlich ! Das Wetter ist jetzt etwas besser, und wir verfolgen das Ablegemanöver von draußen.
      13.00 Uhr : Mittagessen, es gibt wieder ein fantastisches Büfett.
      Gut gestärkt ist wieder genug Energie da um der Kälte zu trotzen. Ich verbringe viel Zeit draußen und genieße die Ruhe die hier auf der
      Lofoten herrscht.

      14.45 Uhr : Wir passieren das Leuchtfeuer Kjeungskjær Fyr. Gerade rechtzeitig schickt uns die Sonne ein paar Strahlen und das Rot des Turms kommt so richtig zur Geltung. Naja, fast rechtzeitig jedenfalls, wir sind schon noch ein Stückchen entfernt. Sieht aber toll aus, denn ansonsten ist es im Moment wieder grau in grau.



      Den Stokksund erreichen wir um 16.10 Uhr. Bei der letzten Tour war die Durchfahrt wegen des Wetters nicht möglich. Doch dieses Jahr passt es. Mit lautem Hornsignal fahren wir in die 90 ° Kehre ein.
      Gegen 18.00 Uhr erreichen wir Folda , eine weitere offene Seestrecke. Man hat uns gerade verkündet, dass es etwas schaukeln wird.
      Trotzdem gibt es jetzt um 19.00 Uhr Abendessen, das Schaukeln hält sich in Grenzen.

      Nach dem Essen trifft sich die übliche Gruppe im Roten Salon. Mir gefällt es sehr gut, dass ich auf dieser Reise immer Anschluss habe, wenn ich es möchte. Ich stehe nie lange alleine irgendwo herum und finde immer jemanden mit dem ich mich unterhalten kann. Auf der anderen Seite kann ich mir aber auch zu jeder Zeit Ruhe gönnen und alleine sein.
      Schon herrscht wieder Aufbruchstimmung im Salon. Rørvik ist in Sicht. Ich möchte kurz von Bord und mir die Nordnorge ansehen, die hoffentlich schon da ist.
      21.30 Uhr : Abfahrt von Rörvik . Die Nordnorge lässt uns den Vorrang und so gleiten wir langsam aus dem Hafen. Die nächste Stunde verbringe ich noch an Deck, dann ruft die Kabine.