Fjordline: Allgemeines und Aktuelles

    • nordicfan schrieb:

      dass das eine alternative Anreisemöglichkeit wird
      Das ist für mich die beste An-/Abreise, egal ob alte oder neue BERGENSFJORD / STAVANGERFJORD . ^^ ^^ ^^
      Ich rede allerdings von einem Start in Hamburg. Die neue Abfahrtszeit abends ist natürlich noch besser, weil man dann nicht zu nachtschlafender Zeit hier los muss. Man zuckelt gemütlich nach Hirtshals, geht auf die Fähre und steigt in Bergen entspannt wieder aus. Dann noch 10 Min zum Thon- oder SAS-Hotel.....perfekt :thumbup: Wenn das Wetter mitspielt, ist es eine sehr schöne Tour durch den Karmsund und zwischen den vielen Inseln durch. Am Schluss noch die tolle Einfahrt nach Bergen . Die Überfahrt über den Skagerrak verschläft man nord- wie südgehend sowieso.
      Bei täglicher Abfahrt ist es natürlich auch nicht so riskant, falls das Schiff wegen Sturmes im Winterhalbjahr mal einen Tag nicht fahren kann. Einen Hoteltag als Puffer hätte ich sowieso. Dann wird es höchstens etwas teurer. Gespart habe ich mir auf jeden Fall das Gedödel und die Umsteigerei über Kopenhagen oder Oslo, ob mit Flieger oder Schiff/Bahn.....
    • Der Bericht steht auch bei bt.no :huh: Da sie ja eigentlich schon im Oktober 2012 geliefert werden sollte, hat sich der Verlust der Fosen Group schon auf 100 Mill. NOK summiert und wächst nun weiter. Ob sie wirklich am 21.Juni fahren kann ? Sicher zusagen konnte das der Werftsprecher auch nicht, man hofft aber... :whistling: Auch ob sich die Verspätungen auf den Starttermin der neuen BERGENSFJORD am 25. September auswirken könnten, blieb nur ausweichend beantwortet. Jedenfalls fährt die gute, alte BERGENSFJORD erst mal weiter. :)
    • Gestern wurde in der Presse "nur" berichtet, dass ein junger Mann von Anfang 20 auf der BERGENSFJORD tot aufgefunden wurde. Die Polizei hat man vor dem Einlaufen in den Hafen benachrichtigt. Anschließend stellte sich aber heraus, dass der Mann in der Arrestzelle des Schiffes gestorben ist. 8|
      Für eingesperrte Leute gibt es aber viele Verfahrensvorschriften. Z.B. muss vorher ihr Gesundheitszustand überprüft werden. Die BERGENSFJORD hat aber keinen Arzt an Bord. Der 1.Offizier ist für Erste Hilfe und Reanimation ausgebildet. Auch muss jede Stunde nach dem Gefangenen geschaut werden.
      Der junge Mann stammt aus der Nähe von Bergen und war letzte Woche mit einem Freund nach Dänemark gefahren, der Mitglied der Mannschaft ist.
      Der Freund wird jetzt befragt, die Einhaltung der Regeln an Bord untersucht und der Tote obduziert. Derzeit gibt es lt. Polizei keinen Grund, irgend jemanden für den Tod des jungen Mannes verantwortlich zu machen. Es ist noch nicht bekannt, warum die Sicherheitsleute den Mann eingesperrt haben.
    • Inzwischen hat sich der Chef von Fjord Line, Ingvald Fardal, zu dem Todesfall an Bord der Bergensfjord geäußert. Er stellte vo allem fest, dass die Besatzung sich jederzeit entsprechend der für das Schiff geltenden gesetzlichen Bestimmungen verhalten habe. Es sein zwar richtig, dass entsprechend der norwegischen Gesetzeslage ein Arrestant vor dem Einsperren ärztlich untersucht werden müsse, die Bergensfjord laufe aber seit 2003 unter dänischer Flagge, und für diese gelte diese Vorschrift nicht.

      Besatzungsmitglieder hätten halbstündlich in der Zelle nach dem Rechten gesehen, darüber hinaus werde die Zelle kameraüberwacht, die Bilder seien auf Schirmen sowohl auf der Brücke als auch an der Rezeption der Bergensfjord einsehbar, würden jedoch nicht gespeichert. Zwischen der Feststellung der kritischen Situation und dem Eintreffen professioneller Rettungkräfte hätten insgesamt 15 Minuten gelegen, der medizinisch geschulte Erste Offizier der Fähre sei nach fünf Minuten vor Ort gewesen.

      Nach Fardals Aussagen seien die unmittelbar betroffenen Besatzungsmitglieder der Bergensfjord von dem Todesfall sehr mitgenommen, einige von ihnen nähmen externe professionelle Hilfe in Anspruch, um die Erlebnisse des Montagmorgens zu verarbeiten.

      Die Ursache für die Arrestierung des Zwanzigjährigen hat der Reedereichef nicht genannt, aus seiner Wortwahl lässt sich aber ableiten, dass Trunkenheit der Grund gewesen sein könnte.

      Edit: Aus diesem Bericht geht zudem noch hervor, dass die Arrestlokale an Bord der Bergensfjord im Schnitt einmal pro Woche verwendet werden; um einen Ausnahmefall hat es sich also nicht gehandelt.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „BRITANNICUS“ () aus folgendem Grund: Zusatzinfo eingefügt - Formatierung durcheinandergebracht - aufgeräumt... ;-)

    • Vor dem Hintergrund des Todesfalls an Bord der Bergensfjord hat sich nun die stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Storting, Kjersti Toppe, zu Wort gemeldet und fordert eine Debatte über die Gesundheitsversorgung an Bord norwegischer Passagierschiffe. Toppe, die selbst Ärztin ist, äußerte sich vor dem Hintergrund, dass der junge Mann an Bord der Dänemarkfähre in der Nacht zu Montag tatsächlich an den Folgen einer Alkoholvergiftung gestorben ist. Es handele sich bei diesem Zustand um einen sehr gefährlichen, leider aber oft unterschätzen, so Toppe. Betroffene bedürften deshalb ständiger Überwachung durch geschultes Personal und es sei fraglich, ob eine "normale" Ersthelferausbildung für den Umgang mit alkoholvergifteten Personen ausreiche. Kjersti Toppe fordert nun, es müsse eine "Backuporganisation" an Land geben bzw. das Hinzuziehen eventuell unter den Passagieren befindlicher Heil- und/oder Pflegeberufler.

      Damit unterstützt die Gesundheitspolitikerin die heute auch von Folkehelseinstittet geäußerte Kritik an der Gesundheitsbetreuung bei Fjord Line. Auch die Polizei in Bergen hat sich inzwischen ähnlich geäußert.

      Fjord Line-Direktor Ingvald Fardal hat sich unteredessen offen für geänderte Routinen offen gezeigt. Man wolle alles unternehmen, was zu einer Verbesserung der Ersthelferversorgung an Bord beitragen könne.

      Die derzeit geltenden norwegischen Arrestvorschiften sind übrigens 2006 als Reaktion auf einen Todesfall im Arrest einer Color Line-Fähre erlassen worden.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Für Fjord Line ist das alles andere als gemütlich - mitten in der Hauptsaison fällt die zweite Fähre weg - und damit die verkauften Kapazitäten. Betroffen sind allerdings "nur" die auf die STAVANGERFJORD gebuchten Passagiere, die alle eine SMS als Erstinfo erhalten haben sollen. Fjord Line bietet neben einer vollen Kostenerstattung auch Umbuchungen auf andere Reisemöglichkeiten an, was sich aber nicht immer einfach gestalte. Die Telefone der Kundenbetreuer liefen seit Tagen heiß, so die Reederei, man könne pro Tag aber maximal 1000 Fälle bearbeiten. Dabei ist problematisch, dass der STAVANGERFJORD-Ausfall auch Weiterungen bezüglich der Urlaubsplanungen der Betroffenen zieht, z.B. wenn Unterkünfte usw. bereits gemietet seien. Auch hier steht Fjord Line nun in der Pflicht.

      Den Rennommeeschaden, den Fjord Line nun erleidet, werden auch die 39 Millionen Kronen (ca. € 5,2 Millionen) Konventionalstrafe, die die Ausrüsterwerft Bergen Group Fosen an die Reederei zahlen muss, nicht kompensieren können. Die Ursache für die erneuten Verzögerungen - auch die neue BERGENSFJORD wird deutlich verspätet fertiggestellt werden, ein Datum für die Jungfernfahrt wird derzeit nicht genannt - sind Probleme bei der Installation des Gasantriebs der Schiffe und fällt somit in die Verantwortung der Werft.

      Durch die Verzögerung bei der Auslieferung der neuen BERGENSFJORD verzögern sich auch die Pläne für die derzeitige Namensträgerin, die solange zwischen Hirtshals und Bergen weiterlaufen wird, bis der Ersatzbau in die Linie gegangen ist. Danach soll die Veteranin umfassend umgebaut und in Konkurrenz zu den Color Line-Schiffen auf der Route Sandefjord-Strömstad eingesetzt werden, die besonders wegen des zollfreien Einkaufs beliebt und lukrativ ist.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Hamburgerin schrieb:

      Anschließend stellte sich aber heraus, dass der Mann in der Arrestzelle des Schiffes gestorben ist.

      Die Ermittlungen müssen jetzt nach Dänemark abgegeben werden, da die BERGENSFJORD unter dänischer Flagge läuft, und somit die norwegischen Behörden in der Todesfall-Angelegenheit nicht ermitteln dürfen - egal, ob der Todesfall in norwegischen Gewässern stattgefunden hat oder nicht. Diese Ermittlungen müssen dann vor allem feststellen, ob im Umfeld des Todes des im Ausnüchterungsarrest befindlichen Zwanzigjährigen strafrechtlich relevante Unterlassungen vorgelegen haben könnten. Eine wichtige Komponente dürfte dabei der noch ausstehende, innert der nächsten Wochen aber erwartete abschließende Obduktionsbericht sein.

      Irgendwie hat Fjord Line derzeit wirklich keine wirklich gute Presse...
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Zwei Schiffe - eine neue Perspektive?

      Wenn denn die STAVANGERFJORD in Dienst geht ;) , könnte sich für Fjord Line eine ganz neue Perspektive als lokale Frachtlinie ergeben, denn dann bestünde ja ein täglicher Liniendienst zwischen den Westküstenstädten Bergen und Stavanger in beiden Richtungen. Die Stortingsfrau Siri Meling von der Høyre sieht darin ein großes Entlastungspotenzial für die E39 zwischen beiden Städten und eine Chance, einen großen Teil des Warenverkehrs zwischen beiden Orten auf den umweltfreundlicheren Seeweg verlagern zu können. Dazu bedarf es allerdings geänderter Rahmenbedingungen:

      Derzeit transportiert Fjord Line zwischen den beiden Städten aus Zoll- und Abgabegründen keine Passagiere und Fracht, denn gilt die Route Bergen-Hirtshals doch trotz des Stopps in Stavanger als reine Auslandsfahrt, weshalb z.B. für den Warentransport Auslandsregelungen gelten, an Bord auf der ganzen Strecke Speisen und Getränke mehrwertsteuerfrei angeboten und zwischen Stavanger und Hirtshals auch Tabakwaren und Alkohl zollfrei verkauft werden dürfen. Wenn nun aber Fjord Line auf einmal zum inländischen Warentransporteur würde, fielen diese Vorrechte erst einmal weg...

      Das zuständige Finanzministerium ist offenbar bereit, mit der an dem Meling-Vorschlag interessierten Reederei eine Lösung zu finden und hat Fjord Line aufgefordert, sich mit den Zoll- und Steuerbehörden in Verbindung zu setzen. Eine Möglichkeit sei, die Strecke Bergen-Stavanger als Inlandsfahrt zu behandeln (also ohne Mehrwertsteuerbefreiung für Speisen und Getränke an Bord) und die Auslandsregelung nur noch für die Teilstrecke Stavanger-Hirtshals gelten zu lassen.

      Für Fjord Line könnte eine solche Lösung durchaus lohnenswert sein, denn die beiden Fähren müssen unabhängig von ihrer Auslastung fahren und könnten täglich hunderte von Lastzügen von der Straße holen, so Reedereidirektor Ingvald Fardal. Er sei aber zuversichtlich, das Zoll- und Abgabenproblem lösen zu können. Auch Norges Lastebileier-Forbund ist Feuer und Flamme für Siri Melings Vorschlag; sein Vorsitzender, Jan-Ove Halsøy, erinnerte an die in den 1990ern von Rutelaget Askøy-Bergen mit der KYSTVEIEN betriebene Route Bergen-Stavanger, die bei den Kapitänen der Landstraße sehr beliebt gewesen sei. Wenn das preisliche Angebot stimme, dann könnte Fjord Line eine echte Alternative zur Straße sein, so Halsøy, besonders außerhalb der Passagier-Hochsaison.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Ende des Jahres wird die "alte" Bergensfjord aus der Route Hirtshals-Bergen gehen. Das Schiff soll nach Rauma/Finnland in die Werft und dort für den Betrieb auf der Route Sandefjord - Strömstad umgebaut werden . Mit neuem Namen und weniger Kabinen, dafür mehr Platz für die Passagiere soll das Schiff dann ab Mai 2014 die neue Route bedienen.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten im Profil)
    • Der Name ATLANTIC TRAVELLER ist ja sehr routenbezogen :mosking: Wie zu erwarten wird das Schiff dann v.a. ausgedehnte Tax Free-Shops bekommen, in denen auf der kurzen Route das eigentliche Geld verdient werden wird.

      Interessant ist übrigens, dass die alte BERGENSFJORD laut verlinktem Artikel auf jeden Fall am 23. Dezember 2013 auf die letzte Tour Bergen-Stavanger gehen soll - egal, ob der Neubau gleichen Namens dann zur Verfügung steht oder nicht.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Du verwechselst da was. Atlantic Traveller war der frühere Name der Bergensfjord. Wie sie ab nächstes Jahr genannt wird steht noch nicht fest.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten im Profil)