TOS-BGO mit NX+FM+LO in 2008... oder

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      auch im Klartext:
      Meine 3-Schiffe-Tour von Tromsø nach Bergen mit MS Nordstjernen, MS Finnmarken und MS Lofoten in 2008

      Wird ja langsam auch Zeit, meine Ankündigung von vor längerer Zeit mal in die Tat umzusetzen.....
      Ich muss aber direkt vorwarnen, dass der Bericht nicht nur die reine An-Bord-Zeit umfasst :blush:

      Vorbereitungen

      Mein Mann: „In der letzten Februar-Woche bin ich in Nürnberg auf der Messe....... und wo bist Du???“
      Ich: „Norwegen?? Mal mit einem alten Schiff fahren? Da wäre so eine knappe Woche voll ausreichend.“

      Die MS Lofoten und MS Nordstjernen hatte ich bei den bisherigen Reisen 2 x auf See und die MS Nordstjernen 1 x im Hafen Trondheim gesehen und auch kurz besichtigt.
      Der Gegensatz zu den neueren Schiffen MS Trollfjord, MS Midnatosol und MS Nordlys war schon groß.
      Jedes Mal, wenn ich auf die alten Schiffe zu sprechen kam, runzelte der Reisefachmann meines Vertrauens Odd A. die Stirn, da wegen des Alters der Schiffe (Bj 1956 und 1964) deutliche Abstriche am Komfort zu machen seien.
      Außerdem könnte schlechtes Wetter (Wellengang und Sturm) wegen fehlender Stabilisatoren nicht nur für Ungeübte und zu Seekrankheit neigenden Passagieren sehr unangenehm werden.
      Aber mal ehrlich: Nach der Orkanfahrt in der Barentsee mit der MS Midnatsol in 2005 und den Stürmen in Nordnorwegen bei der Fahrt mit der MS Nordlys gehörte ich ja wohl zu den nicht seekrank werdenden Geübten! Des Menschen Wille ist sein Himmelreich :winki: Ich ging also ans Planen.

      Welche Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass die MS Nordstjernen erst am Ende der Messewoche und die MS Lofoten erst am Dienstag in der Woche darauf jeweils ab Tromsø südwärts fahren würden.
      Da half nur eins: Den geplanten Urlaub etwas nach hinten zu verschieben.

      Mir schwebte folgender Reiseplan vor:
      Mittwoch 27.02. frühmorgens via Kopenhagen und Oslo nach Tromsø ,
      Donnerstag und Freitag in Tromsø mit 2 Übernachtungen im Thon Polar Hotel
      Freitagnacht 01.03. Ankunft der MS Nordstjernen und Abfahrt 01.30h nach Svolvær
      Samstag 02.03. 18.30 Ankunft in Svolvær , dort eine Übernachtung im Norlandia Vestfjord und am nächsten Tag mit der Trollfjord zurück nach Bergen , dort Übernachtung, dann mit Zug/ Bus/Boot/Bahn/Zug nach Oslo, weitere Übernachtung und per Flieger wieder nach Düsseldorf.

      Leider bekam Odd aus Hamburg von Hurtigruten die Info, dass die Trollfjord ausgebucht sei und ich nur noch eine Minisuite für 450 Euro Mehrkosten haben könnte. Nachfragen ergab, dass eine Konferenz an Bord stattfand - so viele Touristen wären auch zu unwahrscheinlich um diese Jahreszeit.

      Neuer Plan: Anfang wie gehabt, zwei Tage länger in Svolvær und dann mit der MS Kong Harald bis Trondheim , dort Übernachtung und mit der MS Lofoten weiter, Rest wie zuvor.
      „Was willst Du denn in Trondheim ?“ fragt Odd. “Alles Wichtige kennst du dort! Nee nee, dann direkt nach Bergen durch.“
      3. Variante: keine 2 Nächte in Svolvær , sondern 3 und dann mit der MS Lofoten nach Bergen . „Die 4 Stunden offene Seestrecke schaffst Du schon!“ meinte Odd. "OK, dann leg los mit der Buchung.!“

      Und dann hörte ich erst mal nichts - keine Bestätigung - keine Zwischennachricht - nichts. Sehr ungewöhnlich für Odd......

      Es lag am Norlandia Vestfjord Hotel, dass ich die Bestätigung noch nicht hatte. Aber in der Woche drauf waren dann alle Unterlagen zusammen und ich konnte ein ganzes Bündel an Vouchers, Tickets, Fahrscheinen, Bahntickets usw abholen, während Armin sein Auto schon für die Fahrt nach Nürnberg vorbereitete.
      Und dann galt auch für mich:

      Kofferpacken
    • Reisetag 01 – Mittwoch, 27. Feb. 2008 Düsseldorf - Tromsø

      Die Frage, wie ich zum Flughafen kommen würde (Armin war ja in Nürnberg), war schnell geklärt. Mein Neffe Marco hatte passend in dieser Woche Nachtschicht bei der Rheinbahn und gegen 3 Uhr morgens Feierabend :yeah: . Gegen ½ 4 nach seiner Arbeit kam er vorbei, um für mich Taxi zu spielen und mich zum Flughafen zu bringen. Gegen 3 Uhr hatte er wie verabredet kurz eine SMS geschickt, um sicherzustellen, dass ich auch wirklich nicht verschlafen würde. :gutenmorgen:
      Und dann ging es los: Haustür abschließen und den Schlüssel im Umschlag in Nachbar’s Briefkasten werfen (unsere Nachbarn wollten sich bis zu Armins Rückkehr um Zeitung und Post kümmern)... und beim Rumdrehen zum Einsteigen ins Auto sehen, dass im Haus noch Licht brannte. :devil:
      Wie gut, dass der Umschlag mit dem Schlüssel hochkant im Briefkasten steckte und ich ihn so eben noch mit den Fingerspitzen erreichen und wieder rausziehen konnte. Wieder zurück ins Haus, neuen Umschlag vorbereiten, Licht ausmachen, Tür abschließen, (wirklich alles dunkel??? JA!) Umschlag in den Briefkasten beim Nachbarn und endlich ging es los. Und wie schon gewohnt..... war mir schlecht - Reiseaufregung !!!
      Ohne Probleme ging es zum Flughafen, wo mir reichlich Zeit bis zum Einchecken blieb.
      Für den Flug Düsseldorf-Kopenhagen wählte ich mir einen Platz am Gang - zum Eingewöhnen, danach traute ich mir Fensterplätze zu.
      Jetzt hatte ich nur noch eine Sorge, denn für den Flugtag war ein Sturmtief über Südnorwegen angekündigt.
      Aber weder auf dem Weg nach Kopenhagen noch nach Oslo war etwas vom Sturm zu merken.
      Nach dem ersten Flug (nach Kopenhagen) war mir auch nicht mehr übel und auf dem Flug nach Oslo traute ich mich an ein leichtes Frühstück

      ....
      und später auch wieder an intensivere Blicke nach draussen…
      Hier ist ein Teil des Rombakfjords in der Nähe von Narvik zu sehen.

      Ich freute mich schon auf den Landeanflug nach Tromsø , ich hatte mir ja einen Platz auf der rechten Seite am Fenster ausgesucht und würde somit wieder einen schönen Blick auf die Eismeerkathedrale haben wie bei meiner ersten Reise, das Wetter dazu sah ja klasse aus.
      Und was macht der Kapitän? Er meldete, dass der Landeanflug von Osten erfolgen würde. Wie doof, denn das bedeutete, dass das Flugzeug genau über die Kirche flog und sie deshalb für mich im toten Winkel lag.
      Zum Ausgleich konnte ich, wie hier zu sehen ist, einen Blick auf die Gipfelstation der Seilbahn auf dem Storsteinen werfen.


      Und dann war ich wieder in Tromsø , dieses Mal wieder (wie beim ersten Besuch in 2004) bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel, und angenehmen -6° ohne Wind und viiiiiiel Schnee.

      Mit dem Taxi ging es zum Hotel und bei dessen Anblick war ich schon etwas skeptisch, befand sich doch direkt nebenan, Wand an Wand, eine große Baustelle über 3 Etagen.
      Na ja... Da war es wahrscheinlich doch gut, dass mein Zimmer im anderen Haus auf der gegenüber liegenden Straßenseite war.
      Dachte ich !!!! War es aber nicht.

      Mal abgesehen davon, dass ich über die vereiste Straße rüber musste, galt es im anderen Gebäude auch erst mal eine Treppe ins Untergeschoss zu bewältigen. Hier gab es keinen Aufzug und auch keinen helfenden Portier. Aber um in den 1. Stock zu gelangen, da gab es einen Aufzug.
      Das Zimmer - der nächste Schock: ein eleganter Geschmack für die farb- und musterharmonische Einrichtung ist nicht jedem gegeben, aber dass hier die preiswerte Budgetklasse der Thon-Hotelgruppe so …. so … mies war, damit hätte ich doch nicht gerechnet.
      Hier ein paar Bilder:

      Meine Beschwerde über den fleckigen Stuhl, die Brandspuren von diversen Zigarettenkippen und die klaffende Lücke, in der wohl mal ein Kühl-schrank mit Minibar gestanden hat, wurde an der Rezeption im Haupthaus aufmerksam und freundlich entgegengenommen und man versprach Abhilfe, allerdings könne dies erst für den nächsten Tag organisiert werden. Dann sollte ich zum Frühstück drüben das Zimmer räumen und ich würde ein anderes Zimmer hier bekommen. Ob das wirklich klappen sollte ????

      Jetzt war der erste Spaziergang in die Stadt angesagt. Und der war ausgesprochen mühsam.
      Zwar sind in der Hauptfussgängerzone die meisten Bürgersteige dank „Fussbodenheizung“ schnee- und eisfrei, aber die anderen Wege waren dafür um so schlimmer. Stellenweise bedeckte eine bis zu 20 cm hohe sehr unebene Schnee- und Eisschicht die Wege.
      Ich kam nur sehr langsam voran und bereits nach kurzer Zeit taten mir die Beine und auch die Fußgelenke weh. Wegen der vielen Unebenheiten musste ich auch sehr genau aufpassen, wohin ich den Fuß setzte, damit ich nicht ausrutschte. Das wär’s noch gewesen: Sich dort zu Urlaubsbeginn die Haxen zu brechen .......
      Ich hatte zwar dran gedacht, meine Schuhspikes einzupacken, aber da ich ja nicht schnell genug in die Stadt kommen konnte, lagen sie immer noch im unausgepackten Koffer.....

      Egal, ich musste trotzdem zum Hafen, denn die nordgehende Hurtigrute lag dort ja fast den ganzen Nachmittag, eine gute Gelegenheit, vielleicht ein weiteres unbekanntes Schiff zu besichtigen. Auch wenn man kein Passagier auf dem Schiff ist, kann man je nach Liegezeit im Hafen mit einem Gästeausweis die Schiffe besichtigen.

      Und wie toll, dass heute ausgerechnet „meine“ MS Trollfjord dort lag, das Schiff, das dem Norden-Virus (Schottland/Shetland) 2004 bei der 1. Reise einen ausgewachsenen Norge-Hurtigruten-Virus zur Seite stellte.
      Und in der kleinen Cafeteria gab es frische Waffeln , die ich mir gut schmecken ließ.


      Hier noch einige Bilder aus Tromsø



      An einer der öffentlichen Bushaltestellen entschied ich mich spontan zu einer kleinen innerstädtischen Rundreise, ein wenig Ausruhen für die Beine war sicher gut. Ich traute mich auf Norwegisch zu fragen: „Hva koster det?“ Es kostete nichts, die Benutzung der innerstädtischen Busse war kostenlos.
      Es ging über die Brücke rüber Richtung Eismeerkathedrale (die eine große Baustelle mit abgedecktem hinteren Dach war), kurz durch den Stadtteil dort und dann wieder zurück zur Stadtmitte.

      Kurz nach dem Aussteigen dort kam ich am Saga Quality Hotel vorbei, in dem ich 2004 war. Ich fragte dort nach, ob sie ab dem nächsten Tag ein Zimmer für mich hätten, der Frust über das Zimmer im Thon-Hotel nagte doch arg an mir. Das Saga war sicher wesentlich teuer als das Thon, aber das war mir mittlerweile egal. Und sie hatten ein Zimmer, das ich mir bis zum nächsten Vormittag reservieren ließ.
      Von dort aus erkundete ich noch den Weg zum Polaria, ein Naturkundemuseum über die Arktis
      Es hatte aber schon geschlossen und zurück im Stadtzentrum gab es dann noch ein frühes Abendessen bei Pepe’s Pizza, da konnte ich ja am wenigsten falsch machen…..


      Vorbei an kleinen Geschäften und an der modernen neuen Bibliothek von Tromsø ging es zurück zum Thon-Hotel. Der Tag war anstrengend und lang genug.

      ***
      Fortsetzung ist in Arbeit :dance3:
    • Letztes Jahr zu Beginn der "Klassik trifft Natur"-Tour hab ich da gar nicht nachgeschaut..... Meine Wiedergutmachungs-Mail konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht einlösen, weil wg. des Jahreswechsels noch geschlossen war :girl_cray2: . Mir war allerdings aufgefallen, dass Thon auf der Hauptstraße einen Bauplatz hatte. Bin schon echt gespannt, was ich da demnächst zu sehen bekomme. :dance4:
    • Reisetag 02 – Donnerstag, 28. Feb. 2008 Tromsø

      Am nächsten Morgen stand fest, dass ich nicht im Thon Polar Hotel bleiben würde. Ich buchte tel. das reservierte Zimmer im Quality Hotel Saga und stornierte die 2. Nacht im Thon, ohne Probleme. Das Saga-Zimmer konnte ich schon direkt beziehen, als ich um 9.30h dort eigentlich nur schon mal den Koffer deponieren wollte. Ich freute mich sehr über das Saga-Zimmer im 6. Stock mit Blick zum Hafen und hinüber nach Tromsdalen.

      Und dann ging ich wieder per Linienbus auf Tour durch Tromsø , dieses Mal auf die andere Seite der Insel, Richtung Uni.

      Genau zur richtigen Zeit kam ich für eine kurze Pause zum Hotel zurück, um vom Fenster aus das Einlaufen der MS Kong Harald zu beobachten.

      Jetzt war es Zeit für das Treffen mit Ingrid B. Ingrid hatte auf dem 1. Bild, das ich bei der Skandinavien Fotocommunity eingestellt hatte, ihr Wohnhaus entdeckt und mich bei einem evtl. erneuten Besuch zum gemeinsamen Fotospaziergang eingeladen. Hier ein Teil der Ausbeute von diesem Nachmittag:

      Unterwegs kauften wir, dank Ingrids guter Norwegisch- Sprachkenntnisse, noch ein Paar neue Schuhspikes, denn es hatte sich gezeigt, dass die von zuhause mitgebrachten leider nicht über die dicken Winterschuhe passten.
      Am Tag zuvor war ich schon in einem Kaufhaus, konnte aber in der Schuhabteilung nichts finden. Zu fragen traute ich mich auch nicht, zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Dinger auf Norwegisch „Isbrodder“ heissen.

      Wir hatten viel Spaß an diesem Nachmittag, gönnten uns später eine Pizza bei Jonas und danach einen Kaffee im Skarven, einem bekannten Restaurant in Tromsø .
      Dann wollte Ingrid heim, aber nicht ohne mich zum Hotel zu begleiten.
      Und während wir auf dem Weg von hier nach da waren, sahen wir beide aus dem Augenwinkel heraus helles, richtig flackerndes Nordlicht, so ungeheuer schnell, dass wir beide noch nicht die Kameras aus den Taschen hatten, als es auch schon wieder weg war.
      Ich war fast gestrauchelt beim Auftauchen des Nordlichtes (man erinnere sich..... nicht hinzusehen, wo man den Fuß aufsetzte bei dem üblen Untergrund war riskant), also war jetzt der richtige Zeitpunkt, die am Nachmittag gekauften Isbrodder (Schuhspikes) anzulegen, und ich fühlte mich auch gleich viel sicherer beim Gehen. Bis dahin steckten sie noch originalverpackt in einem Seitenfach der Fototasche, weil wir den Nachmittag über hauptsächlich auf verschneiten, wenig frequentierten und kaum vereisten Seitenstraßen unterwegs waren..
      Wir warteten noch eine ganze Zeit an einem etwas größeren Platz, von dem wir trotz der Stadtlichter einen einigermaßen ungestörten Blick auf ein etwas größeres Himmelsareal hatten, aber nichts besonderes war zu sehen und so wir machten uns wieder auf den Weg.

      Auf dem Weg zum Hotel beschlossen wir noch einen kleinen Abstecher zum Hafen zu machen. Es war zwar sehr kalt, aber überhaupt nicht windig. Ich finde, es sieht immer wieder schön aus, wenn sich nachts die Lichter von Ortschaften im Wasser spiegeln.
      Immer wieder sahen wir zum Himmel - keine Spur von Nordlicht - nichts - bis plötzlich ein zarter grüner Schimmer zu sehen war.

      Obwohl Hotel und damit mein Stativ keine 50 m weit weg waren, war kein Denken daran, den Himmel länger als für eine Kameraeinstellung aus den Augen zu lassen. Da half nur das Geländer zum Auflegen der Kamera, auch wenn es nicht allzu stabil war.
      Und dann war das schnelle Flackernordlicht wieder zu sehen. Ich kam mir vor wie bei einem Tennisspiel, so schnell musste man den Kopf hin- und her- und auch hochdrehen, um das an immer wieder neuen Stellen auftauchende und mehrfach vom Horizont durch den Zenit und wieder zum Horizont sich schlängelnde Nordlicht mit den Augen zu verfolgen.
      Wie bei einem grandiosen Feuerwerk standen wir da und kriegten uns fast nicht mehr ein:

      Boah, hast Du das gesehen?? - Das ist ja unglaublich! ……….Oooo wie schön!

      Gucken – mit eigenen Augen sehen wurde wichtiger als Fotografieren !

      Unsere Begeisterung kannte keine Grenzen. Und wir waren nicht alleine damit, denn in der Nähe standen 2 Japaner, die wohl Rauchpause machten (in Norwegen sind die Raucher schon seit mehreren Jahren nach draußen verbannt ). Ihre kleinen Digicams waren fleissig im Einsatz.
      Dann flaute das Feuerwerk ab und das jetzt auftauchende grüne Polarlicht zog wesentlich gemütlicher über den Himmel.

      Es war ein fantastisches Erlebnis.

      (Wie ich später im Internet lesen und auch sehen konnte, waren selbst eingefleischte Nordlichtfotografen an diesem Abend über das Himmelsgeschehen fast sprachlos.)
      Von zwei der helleren grünen Nordlichter machte ich mit der Handykamera Fotos vom Kameradisplay und schickte die Bilder per MMM u. a. an Norwegen-und Fotofreundin Helga weiter.



      Ich glaubte fast, auch deren Begeisterung bis nach Tromsø hören zu können :mosking: .

      Übrigens sind diese Handybilder die einzigen Bilder vom helleren Teil des Polarlichtabends, irgendwie sind mir an diesem Abend die Daten der spektakulären Eingangssequenz „verschütt“ gegangen.....
      Mittlerweile habe ich auch eine Vermutung, wie dies passieren konnte .. :girl_cray2: .. Wird nicht wieder passieren!!!!!!

      Zum Abschluß des Abends tauchte nach Mitternacht noch einmal kurz zartes Polarlicht über Tromsdalen auf, was ich hier von meinem Zimmer aus noch aufnehmen konnte.

      Es hat aber noch ziemlich lange gedauert, bis ich nach diesem Erlebnis endlich einschlafen konnte.

      ***
      Fortsetzung folgt, in der nächsten Nacht geht es aufs Schiff :dance3:

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    • Danke, Trine, und im nächsten Abschnitt geht es endlich an Bord .... wenn auch erst um Mitternacht :mosking:

      Reisetag 3 – Freitag, 29. Feb. 2008….. Tromsø

      Nach einem guten Frühstück stand Einkaufen auf dem Plan. Am Vortag beim Kauf der Isbrodder konnte ich die Frage nach der Schuhgröße prompt ohne Ingrid’s Hilfe beantworten. Ich hatte nur nicht bedacht, dass meine Winterwanderschuhe 2 Nummern größer als die normalen Straßenschuhe sind. Die dicken Socken müssen ja auch Platz haben.....
      Irgendwie vermitteln meine Norwegischkenntnisse und Aussprache wohl einen wesentlich höheren Kenntnisstand als ich zu haben glaube. Es entwickelte sich jedenfalls immer eine nette kleine Unterhaltung, sobald ich höflich auf Norwegisch fragte, ob mein Gegenüber nicht wenigstens etwas Englisch spricht. Denn dies wurde fast immer verneint mit einer Gegenfrage: Nein, warum auch? Du sprichst doch norwegisch!
      Es reichte zwar nicht dazu, alles von der Unterhaltung wörtlich zu verstehen, aber sinngemäß schon, und einfache Fragen zu stellen oder zu beantworten klappte ganz gut. Immerhin weiß ich jetzt, dass der nette Verkäufer der nun passenden Isbrodder immer noch ganz begeistert von seinem Aufenthalt in Berlin vor 4 Jahren war. Und der Verkäufer im CD-Shop hatte zwar nicht die gewünschte „Best of…“ von VAMP auf Lager, empfahl mir aber (schön langsam auf norwegisch) die CD „VAMP i ful simfoni“. Zu Recht, wie ich wieder daheim feststellte.




      An diesem letzten Tag in Tromsø stand das Polaria-Zentrum auf meinem Programm. Hier gibt es viel Sehens- und Wissenswertes rund um die Arktische Natur, mehrere Seewasserbecken mit Pflanzen und Fischen, Filmvorführungen, viele Schautafeln und die Fütterung von 3 Seerobben mit einer kleinen Vorführung.




      Wieder zurück im Hotel konnte ich das Einlaufen der nordgehenden MS Lofoten beobachten. Ein Kurzbesuch war natürlich unvermeidbar, obwohl ich ein paar Tage später auf diesem Schiff die Reise zurück nach Bergen antreten würde.



      Um 18.45 Uhr verließ die MS Lofoten Tromsø . Mein Koffer war gepackt und ich konnte ein wenig ausruhen,………

      …..bis kurz vor Mitternacht die MS Nordstjernen einlief.
      Ja, die MS Nordstjernen... welch ein Kontrast zu den Schiffen, die ich bislang von Reisen oder Kurzbesuchen kannte...
      Baujahr 1956, enge Gänge und Türen, natürlich kein Aufzug , d. h. beim Einchecken den Koffer ein Deck hinunterschleppen zur Schiffs-Rezeption und dann nochmals ein Deck tiefer zur Kabine 223, und ehrlich gesagt war ich schon skeptisch, ob meine 1,78m Länge wirklich in dieses Bett passen. Aber für eine Nacht sollte es wohl gehen.

      Von der Außenkabine merkte ich nicht viel, meine Kabine hatte Ober- und Unterbett und das Oberbett war vor das Bullauge geklappt, wie oben zu sehen ist.
      Obwohl ich von der Geräuschkulisse her das Gefühl hatte, direkt über der Maschine zu schlafen, so dröhnte und vibrierte es in meiner Kabine, habe ich trotz des relativ schmalen und kurzen Betts gut geschlafen. Das Geglucker und schwappendes Wasser tiefer unten im Bauch des Schiffes beunruhigte mich auch in keinster Weise.

      ***
      Fortsetzung folgt

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    • Reisetag 4 - Samstag 1. März 2008 TromsøSvolvær (Teil 1)

      Ein kleines aber feines Buffet war für das Frühstück hergerichtet, die Anzahl der anderen Passagiere war mit ca. 30 überschaubar. Am Abend zuvor waren mit mir nur noch 3 andere Passagiere an Bord gekommen.
      Nach dem Frühstück ging die übliche Schiffserkundung zügig vonstatten, 12,6m Breite und 80,7m Länge, von der mindestens 1/3 für Passagiere nicht begehbar war, waren für einen ersten Überblick schnell abgelaufen.
      Bei herrlichstem Wetter ging es nach Harstad ,

      wo direkt vor uns die MS Midnatsol ablegte.
      Sie war auf dem Weg nach Norden, der wie der südgehende Weg kurz nach dem Verlassen des Hafens hier bei Trondenes an der nördlichsten mittelalterlichen Steinkirche in Norwegen vorbeiführt.

      Die MS Nordstjernen war jetzt unterwegs nach Risøyhamn
      Kurz vor Risøyhamn …………………………………war das Gedrängel auf dem Sonnendeck groß.



      Nach nur einem kurzen Halt ging es jetzt weiter Richtung Sortland .




      Der Tour-Teil ab Stokmarknes folgt sep. :girl:
    • Reisetag 4 - Samstag 1. März 2008 TromsøSvolvær (Teil 2)

      Gegen 15.00 Uhr erreichten wir Stokmarknes mit seinem Hurtigruten-Museum und der alten MS Finnmarken, die dort direkt am Hafen als Museumsschiff auf dem Trockenen liegt.
      Die MS Nordstjernen war „gut durchgekommen“ und legte früher als vom Fahrplan vorgegeben an. Der übliche Aufenthalt von ca. einer Stunde verlängerte sich um 15 Minuten und ich nutzte die Zeit zu einem Spaziergang zur Brücke, um von dort einen Blick auf die beiden Schiffe zu werfen.

      Die Fahrt von Stokmarknes nach Svolvær führt durch den landschaftlich spektakulären Raftsund und je nach Wetterlage steht auch ein Abstecher in den Trollfjord auf dem Programm, beides Höhepunkte auf einer Hurtigrutenreise.
      Bei der Nordstjernen kann man weder auf dem Sonnen- noch auf einem anderen Deck quasi an der Reling entlang einmal außen um das ganze Schiff herumgehen. Genau in Fahrtrichtung zu gucken war nur von den beiden Lounges im Schiff aus möglich oder von den beiden kleinen „Balkonen“ recht und links neben der Brücke, die jeweils über eine kleine Treppe zu erreichen waren.
      Auf diesen kleinen Balkonen kann man mit max. 4 Leuten nebeneinander in Fahrtrichtung stehen. Da ich ja wusste, welch wunderbare Strecke durch den Raftsund bevorstand, hab ich mir also unmittelbar nach dem Ablegen in Stokmarknes einen Platz gesichert :dance3: . Das war aber eigentlich gar nicht notwendig, nur wenige Passagiere wollten dies auch von dort aus sehen.
      Das Wetter blieb so klasse, doch die Sonne verschwand relativ früh und lichttechnisch war die Fotoausbeute natürlich ziemlich gering.




      In den Trollfjord durfte die Nordstjernen (wie schon die Nordlys letztes Jahr zur Osterreise) auch nicht hinein. Zu groß war die Gefahr von Eis- und Schneelawinen.
      Ein paar einsame Eisschollen zeigten sich, leise vor sich hindümpelnd im ziemlich ruhigen Wasser.
      Der Kapitän fuhr um die vor dem Trollfjord liegenden Inseln einen schwungvollen Bogen, wir hatten ein paar Minuten zum Bewundern der tollen Naturkulisse und dann ging es weiter.


      Zwischendurch unterhielt ich mich sehr nett (allerdings in Englisch) mit einer Norwegerin aus Tromsø . Sie hatte sich für eine Spritztour mit ihrem vierzehnjährigen Sohn extra dieses alte Schiff ausgesucht.
      Ich war außer ihr meistens der einzige Passagier, dem es nicht zu kalt war und der draußen auf Deck unterwegs war, und das hat ihr wohl imponiert. Wir sprachen über Wetter, das Verreisen im Winter in den Norden auch übers Fotografieren und meine Homepage, die sie sich mal ansehen wollte.
      Als ich ihr mein Visitenkärtchen gab, kriegte sie wegen des Namens Winter nach dem Gespräch über Wetter und Kälte einen regelrechten Lachanfall.

      Mit einem letzten Aufflammen verabschiedete sich das Tageslicht.


      Beim Auschecken in Svolvær fragte ich die deutsch sprechende Reiseleiterin an Bord nach dem Weg zum Hotel.
      Ich hatte zwar noch so schwach in Erinnerung, dass Odd sagte: ....ganz in der Nähe vom Kai, bei Magic Ice.....
      Sie fragte einen der Arbeiter an Bord und seine Antwort „Ja da, til torget“ unterstrich er
      mit deutlichen Handzeichen nach rechts.....

      Nun ja......ich stapfte los!

      Einen Koffertrolley durch 10-20 cm Neuschnee zu ziehen ist nicht ganz so einfach, die Leute hinter mir hatten so einen frisch geräumten Weg vor sich - nur ............ hinter mir war keiner.
      Die paar Passagiere, die auch von Bord gingen, verschwanden direkt in Taxen und Samstagabend um ½ 8 war die Stadt so gut wie ausgestorben. So musste ich auch keine seltsamen Blicke wegen meines seeligen Lächelns (schließlich war ich wieder in Svolvær - juchhu) ertragen. :mosking:

      Ich konnte aber vorerst auch niemanden fragen, ob ich wirklich auf dem richtigen Weg war.
      Nein, Geschäfte waren nicht geöffnet und nein, ein Restaurant oder eine Kneipe sah ich auch nicht. Aber schöne klare Luft war.....

      Dann sah ich dank der vielen Lampen dort doch ein Restaurant, vor dem zwei Männer standen ... rauchend....
      Ich glaub, die haben noch nie jemanden gesehen, der sich so über Verlaufen und falsche Wegbeschreibungen gefreut hat, als ich ihnen lachend erklärte:
      Ich hab mich verlaufen. Ich muß zum Vestfjord Norlandia Hotel, kennst du das und kennst du den Weg dorthin.?
      Das waren nämlich alles Vokabeln, die ich kannte, juchhu . alles Vokabeln aus Lektion 7 des Lehrbuchs God Tur aus dem Norwegisch Kurs der VHS
      Ich wiederholte die Wegbeschreibung vom Schiff, beide schüttelten den Kopf und zeigten in die entgegengesetzte Richtung.
      Lange Rede - kurzer Sinn: Vom Schiff runter, 50m links zu Magic Ice, dem Weg folgen und nach weiteren 50 m - da war das Hotel Vestfjord Norlandia.
      Ich war jetzt in der Nähe vom Norlandia Hotel :laugh1: .
      Wir haben dann noch ein wenig über Wetter, Reisen , passende Kleidung und Schuhe, Kälte und Norwegischlernen gesprochen, bevor ich mich in allerbester Laune auf den Rückweg machte. Meine Güte, konnte ich mich schon guuut verständigen.. :girl_sigh: .. ob die beiden Herren das auch so sahen???????

      Das Vestfjord Norlandia Hotel ist ein angenehmes Hotel, zwar auch ohne Aufzug, aber so schnell konnte ich gar nicht gucken, wie mein Koffer in den ersten Stock zu meinem Zimmer gebracht wurde. Das defekte Deckenlicht wurde ruckzuck gewechselt und eine private Einweisung in ein neues Türverriegelungssystem gab es auch.
      Und die Lage des Hotels direkt am Vestfjord war einfach toll, die MS Nordstjernen (und auch die anderen Hurtigrutenschiffe) fuhr quasi vor der Haustür vorbei .

      Wieder war ein aufregender Tag zu Ende.

      *****
      1. Schiff abgehakt, 2 folgen noch :dance4:
    • Tolle Bilder :o-thumbup: - wenn man es nicht kennen würde, würde man sagen solche Sonnenuntergänge gibts doch gar nicht!
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !


    • Reisetag 05 - Sonntag. 2. März 2008 - Svolvær

      Das Sonntagswetter in Svolvær kam nach Aufreißen der Wolkendecke so richtig in Schwung.

      Ein Spaziergang führte mich durch die Innenstadt mit fast menschenleeren Straßen über eine Brücke zur Insel Svinoya.
      mein Reisebegleiter und Jack Berntsen





      Dort sah und vor allen Dingen roch ich dann endlich mal in Natura die bislang nur von Bildern bekannten Gestelle mit den zum Trocknen aufge-hängten Fischen.


      An einem Gestell hingen nur Fischköpfe, die nach Afrika exportiert werden, an den anderen Fischleiber in unterschiedlichen Trocknungsstadien.

      ***
      Teil 2 folgt - erst muss der Kuchen für morgen aus dem Ofen :o-biggrin:
    • Reisetag 05 - Sonntag, 2. März 2008 - Svolvær - 2. Teil

      Auf diesen Straßen , die trotz Schneepflugeinsatz von einer festgefahreren und dann überfrorenen Schnee- und Eisschicht bedeckt waren, war ich froh, dass ich die Schuhspikes hatte.
      Unterwegs kam ich an diesem abgestellten Stehschlitten vorbei. Die besondere Art dieser Stehschlitten hat bei festem Schnee und eisigem Untergrund große Vorteile. Der Schlitten wird ähnlich einem Roller benutzt, indem man auf einer der langen Kufen steht und sich mit dem anderen Fuß abstößt.
      Berg- bzw. Brücken runter wie hier mit besonderer Fracht macht wohl echt Spaß, wenn man dann auch die richtige Bremstechnik beherrscht.

      Dieser kleine Spaziergänger hatte auf seinem "Sonderweg" grad keine Probleme
      Langsam machte ich mich wieder auf den Weg Richtung Hotel.


      Gegenlicht machte diese Aufnahme möglich

      und im Hafen gab es weiter "Ententeich"-Wasser

      Gerade rechtzeitig war ich wieder am Hafen, um das Einlaufen der MS Trollfjord zu erleben. :girl_sigh:


      Der Abend bzw. das relativ frühe Abendessen war ein echtes Multikulti-Ereignis:

      Svolvær ist zwar mit immerhin ca. 4.000 Einwohnern die Hauptstadt der Lofoten, aber ein geöffnetes Restaurant zu finden war nicht so einfach, schließlich war ja keine Touristen-Saison :dance4: . Am Abend zuvor hatte ich bei Narvesen (eine großen SB-Kiosk-Kette) etwas zu essen gekauft.
      Dann fand ich doch eine geöffnete Pizzeria, das versprach bekanntes Essen zu einigermaßen akzeptablem Preis. :dance3:
      Pizzeria-typisch gab es schummriges Licht, aber die fettgedruckten Pizzanamen konnte ich in der von einem freundlichen Kellner gebrachten Karte identifizieren, und „Quadro staggione“-Pizza klang sehr vertraut.
      Bei der Bestellung schwenkte ich auf Englisch um, denn ich wollte sicher sein, dass auch in Norwegen diese Pizza OHNE Knoblauch ist, und das norwegische Wort für Knoblauch kannte ich nicht.
      Jetzt wurde es lustig..... (die Familie nennt so etwas mittlerweile Elfi-typisch :( Dieser nette Kellner in der italienischen Pizzeria in Norwegen war türkischstämmig und sprach gaaaaaanz wenig englisch, da half dann nur noch die internationale Gestensprache, denn Zwiebel auf Englisch (onion) entlockte ihm ein verstehendes Nicken und meine zugehaltene Nase dann auch ein breites Grinsen.
      Zuvor hatte er meinen Wunsch „keine Oliven“ - „ingen oliven“ in „uten oliven“ korrigiert.
      Ich bekam mein bestelltes Getränk und konnte einem Gespräch am Nachbartisch entnehmen, dass es sich bei diesen beiden Herren um Reisende von der Trollfjord handelte, deren Einfahrt ich zuvor vom Hotel aus erlebte.
      Dann kam meine Pizza - aber da hatte der Kellner sich garantiert vertan :hmm: . Meine Frage an die Herren am Tisch hinter mir, ob einer von ihnen vielleicht eine Pizza mit Shrimps bestellt habe, die versehentlich bei mir gelandet sei, wurde allerdings mit einem klaren NEIN beantwortet.

      Ich hätte bei dem schummrigen Licht besser meine Lesebrille aus der Fototasche benutzen sollen, dann hätte ich gesehen, dass die Shrimpsladung auf der Pizza keine Freundlichkeit der Küche zum Ausgleich der nicht gewünschten Oliven war, sondern Standardausrüstung der Pizza dort vor Ort.
      Wunderbar, wo ich die Dinger doch eigentlich nicht mag. Aaaber, auf den Reisen bin ich mutig und ich probiere das Meiste
      Und diese Shrimps erwiesen sich als durchaus essbar, fast geschmacksneutral, (wie ich später erfuhr ein Zeichen absoluter Frische), und so hab ich bestimmt mehr als eine Handvoll davon verspeist......nein, leider habe ich nicht dran gedacht, diese Pizza zu fotografieren.... :dash:

      Von den Herren am Nachbartisch erfuhr ich später, dass die MS Trollfjord an diesem Tag keinesfalls ausgebucht war, wie Odd bei meiner Reisebuchung von Hurtigruten/Hamburg mitgeteilt wurde. Lediglich ca. 350 Passagiere waren auf dem Schiff. Erst in Bodø würden dann die Teilnehmer einer Konferenz an Bord kommen.
      Aber mittlerweile freute ich mich wegen der Zeit in Svolvær und für den nächsten Tag hatte ich mir schon ein Ausflugsziel ausgesucht.

      Dann fuhr die MS Trollfjord am Hotel vorbei von Svolvær weg, ein langer Tag war für mich zu Ende und ich schlief in dieser Nacht tief und fest.
    • tolle Fotos; Dein Bericht bestärkt mich darin, dass ich die Reise noch mal machen muss und zwar ca. einen Monat früher (als dieses Jahr), wenn noch wirklich überall Winter herrscht. Die Verhandlungen mit meiner besseren Hälfte sind in Vorbereitung, doch derzeit glaube ich, will sie davon noch nix hören. :o-confused:
    • Eisbär 66 wrote:

      Die Verhandlungen mit meiner besseren Hälfte sind in Vorbereitung, doch derzeit glaube ich, will sie davon noch nix hören.

      Da drück ich Dir ganz feste die Daumen, dass die Überzeugungsarbeit rasch gelingt. Bei uns hat es schon ein paar Jahre gedauert, bis mein Mann anläßlich eines runden Geburtstags dieses Jahr mit nach Grönland kommt. Aber Herbst, Frühjar oder gar Winter nach Norwegen auf dem Schiff ???????? Im Leben nicht. Aber er freut sich an dem Spaß und dem Vergnügen und den Erlebnissen, von denen ich dann erzählen kann.
      Ich war übrigens mit der Nordlys 2007 ab 4. April unterwegs, guckst Du hier Osterreise mit der Nordlys ab 4.4.07 Wir hatten so viel Winter, dass wir bei einem Ausflug nicht wieder zum Schiff zurückkamen :dance3:
      *************************************************
      Reisetag 06 - Montag, 3. März 2008 - Svolvær - Å

      Ich hatte hervorragend geschlafen und nach einem guten Frühstück mit dieser Aussicht auf die Hafeneinfahrt machte ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle.
      Mit Hilfe der Damen von der Hotelrezeption hatte ich mir Busverbindungen gesucht, um zum Nusfjord zu gelangen. Der gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO aufgrund der gut erhaltenen alten Fischerhäuser in diesem kleinen schmalen Fjord.
      Leider wollte das Kreditkartenlesegerät im Bus meine Kreditkarte nicht lesen, und es war keine Zeit mehr, vor Abfahrt des Busses zu einem Geldautomaten zu gelangen. Meine Barschaft reichte noch für eine Fahrt in das 72km entfernt auf dem Weg liegende Leknes, wo ich eh umsteigen müsste und somit Zeit für den Geldautomaten haben würde.

      Dort ging der nächste Bus erst um 12.00h, also viel Zeit für die Bankgeschäfte, einen Besuch im Coop, für eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen als 2. Frühstück in einer kleinen Bäckerei und einen Besuch im Touristenbüro, das kurz vor 12h wieder geöffnet war.
      Und dort riet man mir sehr bestimmt aus Sicherheitsgründen vom Besuch des Nusfjords ab. Wegen des Wetters und des vielen Schnees würde der Bus nur auf der Hauptstraße anhalten und dies bedeutete einen langen Fußmarsch auf ungeräumter Nebenstraße zur Siedlung.

      „Und was ist mit Å?“ fragte ich. „Ja, das wird gehen“ lautete die Antwort Und ein paar Minuten später saß ich auch schon im Bus. Ich wusste nicht genau, was mich dort erwartete. Aus dem Internet kannte ich nur ein paar „Sommer“-Bilder, aber ich fand den Namen so nett J

      Die Fahrt nach Å führte durch eine atemberaubende Landschaft und war abenteuerlich. Nachdem sich der Himmel immer mehr verdunkelte, musste der Busfahrer ein paar Kilometer vor dem Ziel 2x anhalten, weil er vor lauter Schneetreiben nicht mehr genug sah. Ein 3. Mal hielt er, weil an einem steilen Berghang ein Lawinenabgang drohte. Außerdem stellte sich noch ein ordentlicher Sturm ein.

      Unterwegs machte es Spaß, den Unterhaltungen der anderen Mitfahrer zu lauschen (ja ich weiß, eigentlich nicht gerade höflich). Ich verstand kaum etwas, aber die Sprachmelodie gefiel mir sehr.

      In Å schien wieder zeitweise die Sonne.
      Ich war gespannt, was mich erwartete.

      Der Bus hielt am Ortsrand auf einem großen Busparkplatz und ich machte mich auf den mit 10cm Neuschnee bedeckten, leicht abschüssigen Fußweg in den Ort......
      ...............................und saß nach ein
      paar Metern auf dem Allerwertesten.

      Gott sei Dank polsterte der Neuschnee den Sturz und nach dem ersten Schrecken und Feststellen, dass doch alles an mir in Ordnung war, musste ich lachen.

      Der weitere Weg (30m) verlief ohne Probleme, aber dann fiel mir auf, das ich die kleine Tragetasche mit den Isbrodder im Bus vergessen hatte.
      Also ging es im Bogen zurück zum Parkplatz, doch der Fahrer war schon weg, nach Hause, denn er hatte Schichtende, wie er mir vorher erzählte. In dem kleinen Gebäude am Parkplatz gab es zwar einen Aufenthaltsraum für die Busfahrer, Licht brannte und die Kaffeemaschine war in Betrieb, aber kein anderer Busfahrer war zu sehen, so ein Pech.
      Ich ging wieder ins Dörfchen, der nächste (und letzte) Bus ging in gut einer Stunde nach Svolvær .

      Ich entdeckte ein kleines Haus mit dem Hinweisschild MUSEUM und in der Nähe ein Geschäft „MUSEUM - KIOSK“ mit Öffnungszeit bis 15.30h. Ich kaufte mir dort ein paar hübsche Briefmarken und eine Eintrittskarte fürs Museum, und wurde dann belehrt, dass es sich bei dem Museum nicht nur um dieses kleine Haus handeln würde, eigentlich gehörten fast alle Häuser in der Nähe dazu, die mir der junge Mann auf dem Informationsblatt kennzeichnete.

      Ich verließ den kleinen Laden und wunderte mich, dass der junge Mann folgte und hinter sich das Geschäft abschloss. „Ich werde jetzt das Museum für dich aufschließen!“ erklärte er auf meine Frage, ob er jetzt Feierabend habe. Er lief vor mir her, schippte den Schnee beiseite, fegte die Treppe, schloss die Tür auf, machte das Licht an und startete die Video-Vorführung mit Informationen.
      Und das passierte auch beim nächsten und übernächsten und den anderen Häusern (bis auf Schneeschippen), wie ich an den Spuren im Schnee sehen konnte


      Das Führerhaus auf dieser Nussschale bot gerade
      Mal Platz für einen Mann (wenn er stand)

      In dieser alten TRAN DAMPERI (Tran-Kocherei) gab es

      eine kleine Auswahl von verschiedenen Transorten, die man
      kostenlos probieren durfte.

      Ich hatte das Museum ganz für mich alleine, schade, dass ich nicht mehr Zeit hatte.

      Um ½ 4 „meldete“ ich mich bei dem jungen Mann ab, er hatte schließlich Feierabend, und konnte so sicher sein, dass ich nicht noch in irgend einem Gebäude unterwegs war. Er bot mir an, noch 20 Minuten länger zu bleiben, damit ich auch die beiden letzten Häuser besichtigen konnte, aber mir war lieber, wirklich rechtzeitig am Busparkplatz zu sein.

      Dort stand schon der Bus und dem Fahrer wollte ich meine Telefonnummer geben, damit mir den andere Fahrer am nächsten Tag sagen könnte, wann und wo ich meine Tüte mit den Isbrodder in Svolvær wiederbekommen könnte. Aber der lächelte nur und griff in die Tasche, holte eine Handvoll Schlüssel raus, stapfte zum anderen Bus und konnte den mit einem der Schlüssel öffnen und mir meine vergessene Tüte zurückgeben, die der andere Busfahrer mit dem Vermerk "glemt 3.3." versehen und auf seinen Sitz gelegt hat.

      Und von der Rückfahrt mit einer tollen Überraschung erzähl ich später weiter :laugh1:

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    • Also ich fasse mal zusammen - keine Zwiebel, keinen Knoblauch, keine Oliven, keine Shrimps :o-crying: - ja aus was soll denn das Mafiatörtchen bestehen wenn die wichtigsten Zutaten fehlen... :o-biggrin:

      Eisbär 66 wrote:

      Dein Bericht bestärkt mich darin, dass ich die Reise noch mal machen muss und zwar ca. einen Monat früher (als dieses Jahr), wenn noch wirklich überall Winter herrscht.

      OHOH - da sei aber mal vorsichtig, man hat nicht zwangsläufig schönes Wetter - in erinnere an dieses Jahr um die Zeit - 2 Schiffe in Alta und die Tour darauf war die wo Lofoti abgebrochen hat! Die Dame an unserer Rezeption auf der NORDNORGE meinte endlich mal wieder eine Fahrt wo man beim Arbeiten gerade am Tisch sitzen kann und sich samt Stuhl nicht mit einer Hand festklammern muss...
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~ Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~
      Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil !


    • Och, da gibt es schon noch genug, was auch lecker ist :imsohappy: , und ich hab die Shrimps ja auch gegessen :o-thumbup:
      Hatte den Bericht gerade zum Bearbeiten und deshalb am Anfang mit Hinweis auf unsere Nordlys-Osterreise in 2007 einen dezenten Hinweis auf unser Wetter nachgesetzt :dance3:
    • So ! Weiter im Text - auf zum 2. Schiff :yeah:
      Reisetag 06 - Montag, 3. März 2008 - Å - Svolvær
      Bei dem kleinen Schwatz mit dem Busfahrer hatte ich erfahren, dass dieser Bus nicht nach Svolvær durchfahren würde. Der Busfahrer schlug mir einige alternative Möglichkeiten vor, wie ich nach Svolvær gelangen könnte, unter anderem auch per Boot. Ich solle mir das überlegen und danach würde sich der Ticketpreis richten, bezahlten könnte ich später. :ahahaha:
      Nun ging es also wieder zurück und für die ersten 20 km brauchte der Bus über eine Stunde wegen der schwierigen Straßenverhältnisse.

      Langsam wurde es dunkel, und ich sagte dem Busfahrer, dass ich es nicht eilig habe und deswegen ruhig mit dem Bus weiterfahren könne.

      „Aber das sind noch über 3 Stunden Fahrt und lange Umsteigewartezeit!“ meinte er, und dann fuhr er langsamer und zeigte aufs offene Meer: „Da hinten kommt das Boot!“ Ganz in der Ferne waren winzige Lichtpünktchen zu sehen.
      „Welches Boot denn?“ fragte ich. Er antwortete: „Heute ist Montag, da kommt die Finnmarken!“

      Wie g... war das denn??? :dance: Bei dem Begriff Boot hatte ich überhaupt nicht an die Hurtigrute gedacht. Klar, die fährt doch im Linienverkehr wie ein Bus oder Zug an der Küste lang.... deswegen hatte der Fahrer auch irgendwann mal Stamsund erwähnt.... aber ich hatte nicht alles verstanden, die Unterhaltung fand nämlich auf Norwegisch statt. :mosking:
      Die Finnmarken - ein Schiff, das eigentlich schon auf meiner Wunschliste stand. Ich wusste von Bildern her, dass man auf ihr richtig weit auf den Bugbereich hinaus kann, im Gegensatz zu den anderen Schiffen wie Trollfjord, Midnatsol und Nordlys, bei denen der äußere Seitengang unter der Brücke lang geführt wird. Ich war richtig aus dem Häuschen und der Fahrer hatte an meiner Freude reichlich Spaß, und jetzt durfte ich auch mein Busticket bezahlen.

      Am Kai im Hafen von Stamsund kamen meine Isbrodder wieder zum Einsatz, eine gut 5cm dicke pure Eisschicht, perfekt zum Schlittschuhlaufen, musste ich überqueren, wenn auch nur auf wenigen Metern, denn der Hafen und der Kai sind nicht allzu groß.

      Wie in einem Bus kaufte ich dann an der Rezeption ein Ticket von Stamsund nach Svolvær für 99 Kronen und los ging’s.
      Welch ein Gegensatz zur Nordstjernen.

      Obwohl es wieder heftig schneite, musste ich natürlich auch raus aufs Deck im Bug
      (Ich glaub, uns kam auch die Kong Harald entgegen...) (und die Leute, die mir auf dem Schiff hier entgegenkamen, hatten ihren Spaß an mir - klar- ich rannte schließlich mit so einem breiten Finnmarken-Dope-Grinsen herum und ich freute mich einfach riesig)

      Ich will ja nicht weissagen, aber irgendwann muss ich mal ne längere Reise mit diesem Schiff machen....... ****
      (Tja, wie das Leben so spielt ... ... :girl_cray2:

      Um 19.30h war ich wieder in Svolvær und konnte kurz
      nach 22h vom Zimmerfenster aus sehen, wie die Finn-
      marken ihren Weg nach Norden fortsetzte. Ein aufregender Tag war zu Ende.

      ***
      Fortsetzung folgt - fehlt ja noch ein Schiff :locomotive:
    • EL FI wrote:

      Ich will ja nicht weissagen, aber irgendwann muss ich mal ne längere Reise mit diesem Schiff machen....... ****
      (Tja, wie das Leben so spielt ... ... :girl_cray2:


      Hei

      Erstmal ein ganz grosses Dankeschön für deinen Bericht. An dem ist einfach alles wunderbar. Wenn es nun so kommt wie von HR geplant kannst du in etwa zwei Jahren auf der Finnmarken wieder die norwegische Küste rauf und runter fahren.

      Hilsen fra Sveits