MS Nordlys 04.03. - 15.03.2011

    • B-K-B
    • Moin,

      ich werde mir mal die Originale raussuchen und dann versuchen ein wenig zum HDR zu schreiben!


      Achtung, es folgen viele Fotos:


      12.03.2011

      Der neunte Tag - Harstadt, Sortland , Stokmarknes , Raftsund , Svolvaer und Stamsund .

      Mit diesem Tag verbinde ich besonderes Erinnerungen, auf der Reise im Jahr 2009 war es für mich der schönste Tag - damals war ich mit auf dem Vesteralen-Ausflug und durfte dann noch bei der Seeadler-Safari den Trollfjord und natürlich auch die Seeadler bewundern.

      In Harstad bin ich etwas zu spät an Deck, wir liegen nur noch alleine am Anleger und die Ausflügler sind bereits in den Bussen. Das Wetter ist über dem Ort leicht nebelig, die Wolken hängen ziemlich tief. Nebel ist meist ein gutes Zeichen für schönes Wetter, deshalb bleibt mein Optimismus erstmal erhalten. Bei der Ausfahrt aus Harstad versuche ich die Busse zu finden, wir hatten 2009 an einem Spielplatz gestoppt und der Nordlys beim Auslaufen zuschauen können, leider kann ich den Punkt nicht wiederfinden. Es folgt die Trondenes Kirche, die nördlichste mittelalterliche Steinkirche der Welt. Auf den angrenzenden Hügel suche ich nach der sogenannten Adolfkanone - auf dem Vesteralen-Ausflug hatte unsere Reiseführerin ein Foto von sich im Kanonenrohr gezeigt.
















      Die nächsten Landschaften liegen noch in den Wolken, deswegen geht es erstmal zum Frühstück.






      Viel Zeit bleibt diesmal nicht, das Wetter außerhalb des Schiffes bessert sich von Minute zu Minute, das erste Blau schimmert durch das strahlende Weiss. Ich richte mich hinten auf Deck 6 ein, hier ist meistens nicht soviel los wie auf 5 oder 7. Auf der linken (Backbord) Seite kann man es gut aushalten, es ist windgeschützt und freie Stühle gibt es reichlich. Ich habe diesmal den ganzen Fotorucksack an Deck geschleppt, alles liegt bereit. Das Stativ ist aufgestellt - eigentlich nutze ich es tagsüber nur selten, aber für den Polfilter ist es meistens gut eine Hand freizuhaben. Zusätzlich liegen noch Grauverlaufsfilter in verschiedenen Stärken bereit - die halte ich meistens direkt vor das Objektiv, von starren Halterung halte ich nicht soviel.







      Die Anfahrt auf Risøyhamn erfolgt durch die Risøyrenna , deutlich sind die Untiefen außerhalb der markierten Route zu erkennen.









      In Risøyhamn kommen neue Passagiere an Bord, auch einige Autos werden verladen. Ich nutze die Zeit und fülle meinen Kaffeebecher auf Deck 4 - die Nutzer des Kaffee-Deals dürfen nur noch hier "nachzapfen" - in der Bar auf Deck 6 ist das nicht mehr möglich (war 2009 noch kein Problem). Im Schiff ist es ziemlich warm, schnell geht es wieder raus.
















      Wir fahren weiter durch eine wunderbare Winterlandschaft.














      Kurz vor Sortland entdecke ich "die Brücke", beim Vesteralen-Ausflug 2009 war das Timing perfekt - der Bus überquerte die Brücke gerade in dem Moment als die Nordlys unten durchfuhr. Heute ist von unseren Ausflüglern keine Spur, das Schiffshorn ist auch nicht zu hören. Erst als wir die Brücke passiert haben, entdecke ich 2 Busse auf der Zufahrtsstraße. Diesmal hat es leider nicht ganz gepasst.







      Der Stop in Sortland wird zum Mittagessen genutzt. Die warme Suppe schmeckt super, endlich wieder Gefühl in den Fingern. Beim Ablegen wieder auf Deck 6.

      Das Wetter wird nicht schlechter, Wolken am Himmel sind fast nicht mehr zu finden.








      Gegen 14:15 Uhr erreichen wir Stokmarknes , ich nutze den Aufenthalt zum Aufwärmen und zur Ergänzung der Vorräte - der nächste Abschnitt der Reise wird wohl auch an Deck verbracht. Das Hurtigrutenmuseum lasse ich diesmal aus, ich hatte es mir bereits bei schlechten Wetter 2009 angeschaut.





      Die Fahrt durch den Raftsund verläuft bei wunderbaren Wetter und spiegelglatter See.



















      In den Trollfjord fahren wir nicht, wir machen aber einen kleinen Abstecher und kreisen zweimal auf der Stelle vor der Einfahrt zum Trollfjord . In den Buchten hat sich Eis auf der Wasseroberfläche gebildet.















      Auf der Fahrt nach Svolvaer geht die Sonne langsam unter, der Himmel und die Bergspitzen färben sich langsam rot. Ich sage beim Restaurant Bescheid, das ich heute nicht beim Abendessen teilnehme, da ich die Zeit lieber zum Landgang nutzen möchte. In der Kabine ist kurz Zeit zum Aufwärmen und Speicherkartentausch. Vor Svolvaer liegt die "Marco Polo" vor Anker, ein kleines aber scheinbar recht teueres Kreuzfahrtschiff. Für die Passagiere ist ein Pendelverkehr mit Beibooten eingerichtet.

      Kurz nach der Hafeneinfahrt sind bereits die ersten Holzgestelle zur Trocknung des gefangenen Dorsch zu sehen, die Stockfischproduktion läuft während wir anlegen. Ich mache mich mit Kamera und Stativ auf in den Ort, beim Anleger vor Magic Ice gelingen ein paar Aufnahmen der Trockengestelle. Auch die Nordlys und der Berg Svolværgeita werden auf den Speicherchip gebannt, die Zwillingsspitze lässt sich aber nur erahnen.










      Pünktlich geht es wieder auf das Schiff, in der Cafeteria gibt es Kaffee und ein Käsebrötchen - die warme Küche ist leider schon zu. Eigentlich ist dieser schöne Tag damit für mich schon abgeschlossen, da kommt die Durchsage das Nordlicht sichtbar ist. Also alle warmen Klamotten wieder an und raus an Deck. Der Himmel leuchtet erneut grün, ein wunderbares Farbenspiel.






      Sehnsüchtig erwartet ich Stamsund , dort geht es schnell raus auf den Kai. Vor dem Bug des Schiffes gibt es eine dunkle Ecke, der Schein einer Strassenlaterne kann mit dem eigenen Körper verdeckt werden. Ein paar sehr schöne Aufnahme mit den Bergen vor Stamsund im Nordlich gelingen, dann ist die Zeit schon wieder um und wir werden zurück an Bord gepfiffen. An der Rezeption werden die Fotos gesichtet und versprochen am nächsten Abend mit dem Laptop vorbeizuschauen.






      Bei der Überfahrt nach Bodo ziehen sich die Wolken zusammen, ein langer Tag geht zu Ende - ich schlafe wie ein Stein.

      Abendessen heute: Käsebrötchen - etwas angeröstet ;) Offiziell: Kartoffel- und Porreesuppe mit Croutons und Trüffelöl (die gabs nächsten Mittag nochmal, war da auch noch lecker), Dorschrücken mit Apfelmus, Buffe de Bourgogne, Erbsenpüree und Rucola; Joghurt-Panna Cotta mit marinierten Kirschen
    • Ich habe meine Polfilter fast immer am Objektiv, seit ich die richtigen Polfilter gefunden habe. Die, die ich früher hatte waren mir immer etwas zu dunkel. Dann bin ich durch ein Fotoforum auf die Marumi-Filter (super DHG slim) aufmerksam geworden. Ist ein japanisches Markenfabrikat, aber weitestgehend unbekannt bei uns. Qualitativ mit B&W oder Helios gleichzusetzen, aber total small und ziemlich hell und haben trotzdem noch ein Frontgewinde! :thumbup:

      hotte73 schrieb:

      versuchen ein wenig zum HDR zu schreiben!

      Hast du eine HDR-Kamera oder mit Belichtungsreihen gearbeitet?
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Moin,

      toller Bericht und noch tollere Bilder :thumbsup:

      Besonders interessant für mich ist allerdings die Tatsache, wie sehr sich meine Reise mit der Lofoten nur 24 Stunden nach euch wettermässig zumindest teilweise so ganz anders dargestellt hat.

      Wir hatten z.B.
      - Sonne in Bergen (bei Abfahrt und Ankunft !)
      - Sonne in Alesund
      - Ausfall der Lofoten nordgehend wg. Sturm auf dem Vestfjord
      - einen trüben Tag auf den Lofoten südgehend (1 Tag nach eurem Traumtag)
      - zwar viel Wind aber auch Sonne und gute Sicht am Nordkap; war für die Busse kein Problem
      - nur einen Tag mit Nordlicht

      Gruss
      Berti
    • panograf schrieb:

      ach ja , jetzt erkenne ich Dich da auf dem Bild auch
      Ja, das große, runde Schwarze hinten auf Deck 6 :)

      KaFei schrieb:

      Hast du den Polfilter immer am Objektiv, oder nur nach Bedarf?
      Der Polfilter ist immer in der Tasche aber ich schraube ihn nur nach Bedarf auf - bin hier meistens nachts im Einsatz und dann muss es auch fast immer schnell gehen. Habe den Polfilter aber auf Lanzarote und natürlich in Norwegen zu schätzen gelernt. Habe einen 77er von B+W und einen 72er von Hama.

      Jobo schrieb:

      Hast du eine HDR-Kamera oder mit Belichtungsreihen gearbeitet?
      Die Kamera ist eine Canon 7D bei allen Aufnahmen, das HDR wurde mit einer Belichtungsreihe gemacht. (Automatik eingestellt: -1, 0 ,+1) - in Sekunden waren das 5,13,30 bei Blende 4,5 und Iso 400.

      Hoffe das hilft weiter, demnächst noch ein wenig mehr.
    • Danke! Dieses Wochenende ist bei mir ziemlich viel los, deswegen geht es heute mit etwas Verspätung weiter.

      Berti schrieb:

      Besonders interessant für mich ist allerdings die Tatsache, wie sehr sich meine Reise mit der Lofoten nur 24 Stunden nach euch wettermässig zumindest teilweise so ganz anders dargestellt hat.
      Mich wundert das auch, ich verfolge die Berichte der anderen Schiffe und muss zugeben, das wir wohl wirklich riesiges Glück gehabt haben. Es war oft nachts ziemlich unruhig, da sind einige Häfen ausgelassen worden - tagsüber war es aber dann aber meistens schön.

      13.03.2011 - Tag 10

      Nach dem wunderbaren neunten Tag ist heute bei mir etwas die Luft raus - ich schlafe ziemlich lange und bin erst bei der der Überquerung des Polarkreises an Deck. Wir sind ziemlich pünktlich, laut meiner Kamera findet die Überquerung um 09:18 Uhr statt. Langsam wird mir bewusst, das das Ende dieser schönen Reise immer näher rückt.


      Das Wetter ist morgens noch ok, der Himmel ist bewölkt - man kann die Landschaft aber gut erkennen.





      Gegen 10:15 Uhr startet auf Deck 7 eine für mich neue Zeremonie. Da wir jetzt wieder in südlichen Gefilden unterwegs sind, wird die Überquerung des Polarkreises mit einem Löffel Lebertran für jeden gefeiert. Zum Herunterspülen gibt es ein kleines Glas O-Saft, der Löffel mit der Gravur "I did the Arctic" ist eine schöne (und kostenlose) Erinnerung. Manche der Mitreisenden schüttelt es sichtlich und einige berichten von traumatischen Kindheitserlebnisse mit Lebertran.


      Die Zeit bis Sandnessjoen verbringe ich im Panoramasalon, beim Versuch auf Deck 5 vorne unter der Brücke Fotos zu machen ist es ziemlich windig und nicht auszuhalten (es war auch ziemlich leer dort). Den Ort selbst besuche ich nicht, da ich ihn bereits 2009 erkundet hatte. Die Zeit wird zum Sichten der Fotos genutzt, der Zimmerservice ist auch kurz da und begeistert von den Raftsundfotos - ich verspreche ein paar zu kopieren (auch vom Eisbad).


      Kurz nach der Abfahrt sind wir wieder an Deck um die 7 Schwestern zu begrüßen, es hat sich aber ziemlich zugezogen und so kann man die Bergspitzen zum Teil nur noch erahnen. Das Wetter wird im Verlauf schlechter, der Wind nimmt weiter zu und Schneeschauer peitschen über die See.


      In Bronnoysund wird viel gebaut, der kleine Imbiss direkt am Anleger existiert noch - im Sommer kann man dort leckeres Eis essen. Wir erwarten den Torghatten an Deck, leider erreicht uns unmittelbar nach Passage der Brücke ein starkes Schneeschauer, so das man den Berg nur erahnen kann. Bei diesem Wetter wird auch kein Umweg gefahren, das Loch im Berg wird auf die Liste für die nächste Reise gesetzt.







      Das Abendessen ist für 19 Uhr angesetzt, wir haben etwas Seegang - aber kein Problem, unser Tisch meldet Vollzähligkeit. Es gibt vorweg Lachs auf Salat (für mich Schinken mit Blättern), als Hauptgang Rinderbraten mit Gemüse und Sahnekartoffeln. Das Fleisch sieht beim Anrichten noch sehr englisch, also noch sehr rosa aus. Nach kurzer Absprache unseres Tisches, fragen wir unsere Stammbedienung ob es möglich ist es für alle "well done" zu bekommen. Das ist kein Problem, eine Schale wird nochmal in die Küche gebracht und kurze Zeit später bekommen wir unsere Teller mit einer extra großen Portion. Es ist sehr lecker, als Abschluß gibt es Erdbeersoße mit Pudding.

      Die offizielle Karte: Leicht geräucherter, marinierter Lachs mit einer Ziegenkäsecreme und Erbsenflachbrot (da hat unser Koch wohl etwas variiert), Rumpsteak vom Ochsen mit sautiertem Gemüse, Rotweinsauce, Zwiebelkompott und Sahnekartoffeln. Als Dessert laut Plan Eisbombe nach Art des Schiffes mit frischem Obstsalat (verschoben auf morgen, am " Trondheim "-Abend).

      In Rorvik sind wir alleine am Anleger, ein kurzer Besuch des Hafens und der näheren Umgebung bringt noch ein paar Nachtaufnahmen. Bei der Rückkehr versucht eine Katze den Ladebereich zu entern, 2 Matrosen sind damit beschäftigt sie einzufangen und wieder an Land zu setzen. Zuvor hatte sie es schon bis zur Rezeption geschafft, war dann aber bei der Desinfektion der Hände/Pfoten gescheitert.









      Nach der Abfahrt gehe ich mit meinem Laptop zur Rezeption, bei Kaffee und Schokolade ("A Taste of Norway") werden ein paar Fotos gesichtet und kopiert, es liegen schon ein paar USB-Sticks bereit.
    • hotte73 schrieb:

      Nach kurzer Absprache unseres Tisches, fragen wir unsere Stammbedienung ob es möglich ist es für alle "well done" zu bekommen

      hier musste ich schmunzeln, obwohl ich mich manchmal auch etwas ärgere - ist gibt mittlerweile (gerade im Ausland) Restaurants die Rindfleisch schon automatisch "well done" machen wenn es sich (vermeintlich) um deutsche Gäste handelt... Da bei mir so ein Stück nicht "rosa", sondern richtig schön englisch, sprich blutig sein muss kämpfe ich immer dagegen an ^^ Tja, so verschieden sind die Geschmäcker. In der Schweiz sagt man übrigens saignant (blutig)
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!