Weihnachtsreise 2009 mit der MS Midnatsol

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      Hallo zusammen,

      da ja viele hier ins Forum gewechselt sind, stell ich den Reisebericht neben dem Norwegen-Forum auch mal hier ein. Wer Fragen hat, jederzeit gerne. Den Bericht könnte man natürlich noch weitaus umfangreicher schreiben, aber dann liest ja keiner mehr ;)

      Tag 1:

      Anreise
      nach Bergen per Flugzeug (KLM) von Stuttgart über Amsterdam. Der
      Flieger hat schon in Stuttgart (Abflug 12.15 anstatt 11.20) Verspätung
      wegen eines Flugzeugtauschs in Amsterdam, somit verpassen wir in
      Amsterdam unseren Anschlussflug um 13.50. Wir kommen zwar um 13.40 an,
      aber das war definitiv zu spät. Hier herrscht großes Chaos, da noch
      viele weitere Flüge wegen des Wetters Verspätung haben. Da es dort
      eigentlich keine besetzten Infoschalter gibt, müssen wir erst mal
      versuchen einen Ansprechpartner an irgendeinem Abfluggate zu finden.
      Dort sagt man uns, wir sollen zu Bereich T2 gehen, dort würde uns
      geholfen. Woher soll das ein Normalsterblicher wissen? Dort angekommen,
      Amsterdam ist ja nun nicht gerade ein Provinzflughafen, stand eine ca.
      100 m lange Menschenschlange vor uns, wohl mit den gleichen Problemen.
      Dahinter, schlecht erkennbar, ein paar Automaten und 3-5 von
      Mitarbeitern besetzte Schalter. Wir reihten uns auch ein, aber bis wir
      an der Reihe sind, können Stunden vergehen. Ich machte mich mit einem
      vereinzelt stehenden Automaten vertraut und konnte rausfinden, das es
      für uns eine Umbuchung seitens KLM für den Flug um 20.35 gab. Aber
      somit war es nicht mehr möglich das Schiff zu erreichen. Wir versuchten
      mit den angegebenen Nummern auf den Reiseunterlagen Hurtigruten in
      Hamburg und Narvik zu erreichen, aber Samstagmittag ist da keiner mehr
      da. Dann gab es noch die Nummer vom Schiff, die nette Dame dort sagt
      uns, das sie wohl eine knappe halbe Stunde warten können, aber mehr
      nicht. Das war mir zu unsicher und ich suchte über Handy im Internet
      unser Reisebüro raus, das müsste noch offen haben. Und zum Glück
      erreichte ich dort auch unsere Ansprechpartnerin. Diese kann für uns
      das Clarion Airport Hotel in Bergen und einen Weiterflug am nächsten
      Tag mit SAS nach Molde organisieren, wo wir das Schiff erreichen
      können. Alles andere, ob Flug über Oslo oder ein längeres Warten
      seitens Hurtigruten klappt nicht mehr. Auch der Flug nach Bergen mit
      KLM hat Verspätung und wir kommen gegen 23.40 in Bergen an. Wenigstens
      das Hotel ist mehr als zu empfehlen und entschädigt für den Stress.

      Wir
      sind an diesem Tag aber nicht die einzigen gestrandeten in Amsterdam
      und lernen eine nette Dame aus Stuttgart kennen, deren Weiterflug nach
      Stockholm geht erst am nächsten Tag und sie muss mangels Hotelzimmern
      am Flughafen übernachten.

      Tag 2:

      Nach einem ausgiebigem
      Frühstück geht es um 13.25 mit einem kleineren Fluggerät weiter nach
      Molde , einer 20.000 Einwohnerstadt. Wir haben genug Zeit, auch wenn
      dieser Flug wieder etwas später ankam. Da am Kai noch kein Schiff zu
      sehen ist fragte uns der Taxifahrer entgeistert, ob wir richtig seien.
      Das machte uns mal wieder ein wenig unsicher, was sich aber zum Glück
      nicht bestätigen sollte. Die Stadt scheint auf den ersten Blick recht
      ansehnlich zu sein, aber wir trauen uns während der Wartezeit nicht vom
      Kai forum.norwegen-freunde.com/images/smilies/icon_wink.gif
      Und
      dann kommt sie, majestätisch schwebt unsere MS Midnatsol in den Hafen
      und wir können endlich an Bord, wo wir schon freudig begrüßt werden.
      Schnell die Innenkabine bezogen, auf den ersten Blick zwar recht klein,
      aber bei richtigem Unterbringen der Sachen sieht es schnell wieder
      aufgeräumt aus. Es geht doch mehr in den Schrank, als man eigentlich
      annimmt. Das Ablegen lasse ich mir nicht nehmen und kurz darauf geht es
      schnell ab zum ersten Abendessen. Es gibt Klippfisch an Olivensalat,
      Liebstöckel-Hühnchen mit Linsen, Gemüserisotto und Apfel-Linsensoße.
      Nachtisch war Käsekuchen mit Erdbeermus.
      Auf den ersten Blick ist
      das Schiff nicht mal halbvoll, genaueres müssen wir aber noch in
      Erfahrung bringen (Auf Nachfrage an der Rezeption waren es zu dem
      Zeitpunkt ca. 300). Uns gefällt es auf jeden Fall prima. Den letzten
      Stop für heute in Christiansund benutze ich für ein paar Bilder, dann
      geht es ins Bett, morgen steht um 6.00 Trondheim an.

      Tag 3:

      Heute morgen sind wir bei Zeiten raus um das Einlaufen in
      Trondheim zu beobachten. Danach gab es Frühstück und gegen 9.00 gingen
      wir dann zu fuß auf Entdeckungsreise ins weihnachtlich geschmückte
      Trondheim . Unser Gang führte dann quer durch das alte Hafenviertel
      weiter bis zum Nidarosdom, den wir kurz von innen ansehen konnten und
      in dem wir auch noch verbotenerweise Fotos gemacht haben. Weiter ging
      es durch die sehr nette Innenstadt, den Weihnachtsmarkt und kleinere
      Gassen in Richtung Hafen. Hier konnten wir auf der Midnatsol gegen
      11.30 den Sonnenaufgang miterleben. Bei der Ankunft warten noch 2 Busse
      aus Deutschland auf das Schiff. Das kann ja noch lustig werden, wie
      sich später auch schnell bewahrheitet. Eine Gruppe (Blitz-Reisen) aus
      NRW, denen das Wort Rücksicht völlig fremd war. Nach dem Ablegen gab es
      Mittagessen und die ersten Bekanntschaften mit den Blitzern. Der Name
      war Programm, da sie überall blitzartig nach vorne stürmten, vor allem
      auch am Buffet. Nach dem Trondheimfjord ging es weiter über den
      Leuchtturm von Kjeungskjaer. Bei der weiteren Fahrt in Richtung Rörvik
      über Folda haben wir uns nett mit einem Paar aus Wiesbaden unterhalten.
      Die beiden sagten uns, dass die Midnatsol Bergen gegen 1.00 verlassen
      hat, Probleme mit der Ladeluke. Na klasse, wenn wir das gewusst hätten.
      Danach
      haben wir uns dann ein wenig die Zeit mit Fotos vom Schiff vertrieben
      und gegessen. Heute war es Blumenkohlcremesuppe, lecker gebratener
      Lachs mit ganzen Kartoffeln, Fenchel-, Mangold- und
      Stangenselleriegemüse an Sellerieschaum. Nachtisch war ein Mokkasouffle.
      Nach
      dem Essen wurde in Rörvik angelegt, welches wir kurz zu Fuß angeschaut
      haben. Danach waren wir noch schnell auf der südgehenden Polarlys. Hier
      hat uns die Ausstattung in hauptsächlich grün und lila nicht so doll
      gefallen.
      So, weiter gehts forum.norwegen-freunde.com/images/smilies/icon_wink.gif

      Tag 4:

      Heute
      morgen waren wir gegen 6.45 in Oernes , ein kleiner Ort der mehr als
      malerisch gelegen ist. Leider hatten wir nur kurzen Aufenthalt. Nach
      dem Frühstück gab es die Polarkreistaufe, bei der sich die
      Blitzreisenden mal wieder ganz nach vorne gedrängelt haben, deshalb
      auch der Spruch: Blöd, blöder, Blitz-Reisen.
      Vorher hatten alle
      einen schönen großen Kreis gebildet und jeder konnte auch gut sehen und
      fotografieren. Die Blitzer mussten aber vor die schon wartenden stehen,
      was einen Kreislauf auslöste und der Kreis schnell kleiner wurde. Das
      Neptun sich nicht mit dem Dreizack erwehren musste war für mich ein
      Wunder.
      Zum Mittag waren wir dann in Bodö , einer nicht sehr schönen
      Industriestadt. Aber trotzdem sind wir mal kurz durchgelaufen, tut ja
      nach dem leckeren Essen gut. Danach wollten wir in die Sauna, welche
      aber leider genau zwischen 14.00 und 15.00 zu hat. Sabine ist dann zum
      trimmen aufs Laufband und anschließend in die Sauna und ich wollte
      ursprünglich nur faulenzen, hab mich dann aber für den Whirlpool
      entschieden. So konnte ich in aller Ruhe den Lichtwechsel und das
      Auslaufen beobachten. Das reinspringen ist durch die Wärme sehr
      angenehm, aber das rauskommen bei dem eisigen Wind sehr kühl. Aber was
      einen nicht umbringt härtet eben ab.
      Danach haben wir uns einen
      Vortrag auf Deck 5 über das Nordlicht angeschaut, bevor es wieder zu
      futtern gab. Diesmal war es Lachsfilet an Ackersalat mit
      Kiwi-Zitronenmus. Dann Lammkaree mit Ratatouille, Blumenkohlpüree und
      Kartoffelgratin. Nachtisch war Pana-Cotta mit Kirschkompott.
      Nach
      dem Essen haben wir in Svolvaer angelegt und Magic Ice besucht, was
      jetzt nicht der Bringer war. Schön gemacht, aber ein wenig klein.
      Zumindest stellt man es sich größer vor. Danach steuerte das Schiff den
      Trollfjord an. Hier, gegen 23.30, gab es dann noch Fiskekaker und
      Glühwein. Leider konnten wir nicht rein, da der Wind zu stark war. Das
      Ausleuchten mit den Scheinwerfern war trotzdem sehr stimmungsvoll,
      leider aber sehr schwer zu fotografieren.

      Tag 5:

      Heute morgen haben wir Harstad für ein wenig Schlaf
      geopfert und sind erst zum Frühstück raus. Danach bin ich eine Weile in
      die Bibliothek und habe von dort die Landschaft genossen, Sabine war
      beim Trimmen. Anschließend bin ich raus und konnte noch ein paar nette
      Fotos machen. Finnsnes haben wir nur vom Schiff aus gesehen, der
      Aufenthalt war eh sehr kurz. Danach gab es schon wieder Mittagessen.
      Wir haben uns noch ein wenig auf dem Schiff rumgetrieben und sind dann
      in die dicken Klamotten, es stand ja Tromsö an. Dort war es mehr als
      nur zugig, man musste schon aufpassen, dass man nicht auf oder an den
      Kopf bekam. Wir haben uns sofort auf den Weg zur Eismeerkathedrale
      gemacht, dies war jedoch zu. Da hätte vorher aber auch mal einer was
      sagen können. Wieder rüber in die Stadt, hier hat es uns fast von der
      Brücke geweht. Auch in der Stadt selber war es nicht besser, alles
      mögliche ist rumgeflogen. Deshalb sind wir einmal durch die
      Einkaufsstrasse und dann nach ein wenig Sucherei in die Mack-Brauerei,
      wo wir Ilona und Reinhold, die beiden aus Wiesbaden getroffen haben.
      Wir haben Weihnachtsbier probiert und uns über alles mögliche
      unterhalten. Anschließend schnell noch das Amundsen Denkmal angeschaut
      und aufs Schiff. Sabine hat noch einmal den Fitnessraum besucht und ich
      in die Sauna, in der ich die Ausfahrt aus Tromsö angeschaut habe.
      Morgens
      hatten wir alle Hurtigruten-Mützen als kleines Präsent in der Kabine
      vorgefunden. Die meisten hatten sie dankend angenommen, da sie bisher
      wohl dachten, sowas sei unnötig und unschick. Aber HR wusste wohl schon
      was kommt forum.norwegen-freunde.com/images/smilies/icon_wink.gif
      Zu
      futtern hab es heute grüne Gemüsesuppe mit Speckcroutons, Seelachs mit
      Böhnchen und Kartoffeln. Nachtisch war Schoko-Nußkuchen mit Joghurteis.
      Nach
      dem Essen war noch Schmücken des Weihnachtsbaums an der Bar auf Deck 8
      angesagt, es gab dazu Glögg und Pfeffernusskekse. Der Glögg war bappsüß
      aber sehr interesant mit den Rosinen und den Nüssen. Selbst Kapitän
      Harvik hat sich am Baum zu schaffen gemacht, vermutlich war er danach
      auch so um seine Standfestigkeit besorgt und es mussten noch zwei
      Männer anrücken und den Baum sichern forum.norwegen-freunde.com/images/smilies/icon_wink.gif

      Tag 6 (Heilig Abend):

      Morgens haben wir Hammerfest nicht wahrgenommen. Der Glühwein steckte wohl noch in den Knochen forum.norwegen-freunde.com/images/smilies/icon_wink.gif
      Nach dem Frühstück habe ich noch ein paar Bilder während der Fahrt nach
      Honningsvag gemacht, dann sind wir nach Ankunft dort mit den Bussen ans
      Nordkapp gekarrt worden. Natürlich sind alle gleich zum Globus. Wir
      haben dann den Königsblick genießen wollen, aber leider war der
      geschlossen. So nach und nach haben wir uns nach oben in die Halle
      gearbeitet und in der Zwischenzeit hat sich draußen ein wahrer
      Schneesturm entwickelt. Wir haben denoch ein paar, im wahrsten Sinne
      des Wortes, atemberaubende Bilder machen können. Danach wahr allerdings
      alles, selbst die Kamera inkl. Objektiv, mit einer Eisschicht
      überzogen. Also wieder rein, die obligatorischen Karten geschrieben und
      alles aufgetaut. Ich hatte es dann noch einmal alleine nach Draußen
      versucht und zu Teil recht ordentliche Bilder hinbekommen, auch wenn
      der Sturm kaum weniger stark war. Dann ging es auch schon langsam
      wieder zurück, bei Sicht knapp über Null. Alle Achtung, wie die Fahrer
      hier die Busse im Griff haben.
      Schnell aufs Schiff und dann begann
      auch schon die stürmische Überfahrt nach Kjöllefjord , wo wir Heilig
      Abend feiern. Als kleines Weihnachtspräsent gab es von Hurtigruten
      einen stilvoll verpackten Kugelschreiber, der sicher nicht ganz ohne
      ist. Nach der Ankunft und ein wenig Zeit, haben sich die meisten ganz
      schön in Schale geschmissen. Dann ging auch schon die Weihnachtsandacht
      los, die ein einheimischer Pfarrrer, die Reiseleiterin und der Kapitän
      gehalten haben. Zuvor gab es noch ein Ständchen von einer Sängerin und
      deren Begleiter am Keyboard. Das ganze war sehr feierlich, wir konnten
      die Lieder nach Wunsch in Norwegisch, Englisch oder Deutsch mitsingen.
      Dann
      ging es an das obligatorische Nordkappbuffet, welches ein wahrer Traum
      war. Man kann gar nicht alles aufzählen und muß der Mannschaft ein
      großes Lob aussprechen.
      Später war noch der Weihnachtsmann an Bord
      und es gab ein Tanzen um den Baum, was wir jedoch nicht mehr
      mitmachten. Wir wollen lieber morgen in aller Ruhe raus und die tolle
      Landschaft genießen. Zwischenzeitlich setzt auch immer mal wieder
      starker Schneefall ein, passend zu Heilig Abend.

      Tag 7:

      Heute war wieder gemütliches Aufstehen und Frühstück
      angesagt, wir lagen ja im gleichen Hafen. Kjoellefjord ist unserer
      Ansicht nach ein sehr netter kleiner Ort, der auch noch toll liegt.
      Erst waren wir skeptisch, Weihnachten an so einem kleinen Ort zu
      verbringen, aber im Nachhinein konnte es besser nicht sein.
      Danach
      schnell eingepackt, raus und den Schnee genossen. Um 10.15 ging es dann
      los in die Kirche, von der Besatzung wurden Fackeln ausgegeben, was
      einen sehr schön anzusehenden Zug durch Kjoellefjord gab. Sabine hat
      sich dabei allerdings den Handschuh ruiniert. Das nicht endlich mal
      einer auf die Idee kommt und einen kleinen Schutz über dem Fackelgriff
      anbringt. Sowas hatte ich nun schon öfter gesehen, das nach dem
      Fackelumzug kaputte Handschuhe zu beklagen waren. Allerdings nie meine
      eigenen forum.norwegen-freunde.com/images/smilies/icon_wink.gif
      Der
      Gottesdienst wurde gleich noch um eine Taufe erweitert, was sehr schön
      anzusehen war. Danach wieder alle zurück aufs Schiff und Mittag
      gegessen. Nach dem Essen waren wir wieder draussen unterwegs, was sehr
      besinnlich uns ruhig war, im Ort ist es Mucksmäuschenstill.
      Zum
      Essen und anschließenden Kuchenbuffet auf Deck 8 kamen auch sehr viele
      Norweger aus dem Ort und den umliegenden Dörfern und das Schiff war
      dadurch recht belebt und das Kai vollgeparkt. Um 15.30 sang noch ein
      Kinderchor aus der Gemeinde ein paar Weihnachtslieder im Panoramasalon
      und um 16.45 kamen Fischer vorbei und präsentierten uns draussen auf
      Deck 9 in Körben mitgebrachte Königskrabben. Diese konnte man auch
      ausgiebig befingern, bei einem Weibchen hatte uns der Fischer deren
      Kaviar in einer Bauchfalte nähergebracht.
      Beim anschließenden Essen
      gab es heute Fischcremesuppe, Rentier-Beafsteak mit
      Gemüse-Pilzmischung, Preiselbeersahne und Selleriepüree. Nachtisch war
      Moltebeerenparfait.
      Nach dem Essen gab es Nordlichtalarm, woraufhin
      alle nach draussen stürmten. Leider war es sehr leicht und nur schlecht
      auszumachen. Bin mal gespannt ob es heute Nacht mehr zu sehen gibt und
      habe schon die Kamera samt Stativ bereitgelegt. Die Überfahrt war recht
      ruppig, bisher der schwerste Seegang.

      Tag 8:

      Aufstehen
      war gegen 7.00. Nach dem Frühstück hatten wir noch ein klein wenig Zeit
      für ein paar Bilder, dann waren wir gegen 10.00 in Kirkenes . Hier war
      es ein wenig diesig, da auch -15 Grad kalt. Wir haben einen Rundgang
      durch die Stadt gemacht, hier war heute auch kein Mensch auf der
      Straße. Weiter ging es auf den Aussichtspunkt, wo wir noch ein paar
      nette Bilder machen konnten. Danach wieder schnurstracks aufs Schiff,
      Sabine war durchgefroren.
      Es ging dann weiter nach Vardoe ,
      zwischenzeitlich war samisches Lassofangen des Schiffrentiers Buljo auf
      Deck 9 angesagt. Da der Same, der an Bord kommen wollte, nicht
      auffindbar war, hat die Aktion schnell Kapitän Arild Harvik übernommen
      und mit dem ersten Wurf gezeigt wie es geht. Unser Bekannter, Reinhold,
      hatte auch mit dem ersten Wurf getroffen. Leider nicht Buljo sondern
      einen Blitzer, was lautstarkes Gelächter hervorrief, da der Blitzer die
      Figur eines Walross hatte und durchaus als Opfer geeigent war forum.norwegen-freunde.com/images/smilies/icon_smile.gif
      Gegen
      18.30 waren dann wieder Nordlichter zu sehen, auch nicht so stark, aber
      immerhin. Irgendwie hatte ich es gerochen und schon ständig aus dem
      Fenster gestarrt, da ideales Wetter dafür war. Schnell alles liegen
      gelassen und raus zum fotografieren. Auch heute waren die Lichter nicht
      so stark, aber immerhin hat es für ein paar Bilder gereicht.
      Nach Vardoe gab es dann wieder Essen in folgender Zusammenstellung:
      Süße
      Pastinaken-Fenchelsuppe mit geröstetem Speck. Gebratener Seeseibling
      mit Bratkartoffeln, grünem Spargel an Sauce Hollandaise und als
      Nachtisch Zitronenposset mit frischen Erdbeeren. Danach sind wir wieder
      zeitig in die Kiste.

      Tag 9:

      Heute morgen war, wie meist, gemütliches Frühstück
      angesagt, zumindest teilweise. Ein weiblicher Gast (Blitz, ihr wisst
      schon) hatte sich am Toaster zu schaffen gemacht, heraus kamen nur noch
      Kohlen. Die hatten aber schon vorher angefangen dermaßen zu qualmen,
      dass der Rauchmelder ansprach und es Alarm auf dem Schiff gab. Schnell
      eilte die Mannschaft herbei und versuchte den Qualm wegzufächeln, auch
      Kapitän Harvik war schnell zur Stelle um sich von dem Vorfall ein
      eigenes Bild zu machen. Alles war aber schnell geklärt, natürlich unter
      großem Gelächter von allen, auch seitens der Mannschaft. Nach dem
      Hellwerden dann raus auf Deck und Fotos gemacht und um 11.15 liefen wir
      Hammerfest an. Entgegen dem allgemeinen Strom machten wir uns mit Ilona
      und Reinhold auf den Weg zu Struves Meridiandenkmal. Wir mussten ganz
      schön fix marschieren um dahin zu kommen, ein paar Bilder und dann
      wieder zurück. Wir waren nach der Rückkehr allerdings fix und fertig,
      da wir mehr gejoggt als gelaufen waren. Die Sauna erübrigte sich somit
      für heute auch forum.norwegen-freunde.com/images/smilies/icon_smile.gif Aber es hatte sich gelohnt, da die Geschichte um das Denkmal sehr interesant ist.
      Den
      Rest des Nachmittags war dann ausruhen angesagt. Abends gab es
      gegrillte Jacobsmuscheln mit Karottenpüree und Estragonbutter.
      Hauptspeise war Rinderfilet in Rotweinsoße mit Kartoffelgratin und
      etwas Buttergemüse und als Nachtisch gab es Champagnersüppchen mit
      Erdbeeren, Rhabarber und Vanilleeis.
      Als Abschluß stehen heute noch
      die Bilder einer australischen Künstlerin an Bord an, welche die
      nordwärtsgehende Reise fotografiert hat und deren Bilder gezeigt
      werden. Aber vom Hocker gerissen haben sie nicht. Noch ein Bierchen an
      der Bar und dann ab in die Heija.

      Tag 10:

      Nach dem
      Frühstück, bei dem mal wieder welche die Reise nach Rom spielen mussten
      weil andere Pläzte wohl doch besser sin müssen, stand zuerst die
      Risöyrenna an, ein sehr schöner Abschnitt. Da es auch mittlerweile
      wieder länger hell ist, konnten wir einige schöne Bilder machen. Dann
      ging es weiter über Sortland , wo der Bus schon an der Brücke war und
      die üblichen Verdächtigen (Blitz-Reisen) gegen die Scheiben blitzten,
      nach Stokmarknes , wo wir das Hurtigrutenmuseum besuchten. Anschließend
      folgte der Raftsund ohne Trollfjord und Svolvaer . Allerdings hatten wir
      hier keine große Lust auf Draußen. Im Raftsund habe ich noch ein paar
      Bilder gemacht, allerdings war es schon komplett Dunkel und an der
      Kamera ISO 6400 angesagt. Ohne lichtstarkes Objektiv wäre hier wohl gar
      nichts gegangen. Gegen Spätnachmittag konnte man noch beim
      Fischfiletieren auf Deck 9 zuschauen. Der Küchenchef zeigte dies an
      einem ganzen Lachs. Diesen konne man mit Zitrone und anderen Kräutern
      dann als norwegisches Sushi probieren. Alles in allem ein sehr schöner
      Tag mit vielen tollen Eindrücken.
      Abendessen war heute
      Vestfjordschinken mit Spargel und Apfelselleriesalat, dann gebratener
      Dorsch mit Erbsenpüree auf Ruccola und Kartoffelpüree an Gemüse in
      Bratensoße. Eine sehr eigenwillige, aber ausgesprochen leckere
      Kombination. Nachtisch war Apfelkuchen mit Vanilleeis.

      Tag 11:

      Nach
      dem Frühstück standen erst mal wieder ein paar Fotos der Landschaft an,
      danach war die Zeremonie zum verlassen der arktischen Gewässer. Diese
      bestand aus einem Löffel Lebertran, der auf einem eigens dafür
      vorgesehenen Löffel in Fischform gereicht wurde. Diesen konnte man
      behalten. Danach gab es zum Runterspülen noch einen Aquavit. Um 11.30
      war dann die Brückenbesichtigung mit Kapitän Harvik, der wie immer
      bestens gelaunt war, wie auch der Rest der Mannschaft immer für einen
      Spaß gut war. Er erklärte sehr schön, stand für Fragen offen und ertrug
      auch die nervigen Blitzer mit stoischer Ruhe.
      Nach dem Mittag kamen
      wir in Sandnessjöen an, einem sehr schön gelegenen kleinen Ort. Hier
      schneite es zwar heftig, das tat der Stimmung aber keinen Abbruch.
      Weiter ging es an den Sieben Schwestern vorbei, von den allerdings
      wegen des Wetters nicht alle zu sehen waren. Auf der weiteren Fahrt
      zeigten sich spektakuläre Wolkenformationen, bevor wir in Brönnöysund
      ankamen, einem ebenfalls sehr schönen kleinen Ort. Hier viel auch auf,
      wieviel Fahrwasser wirklich um unser Schiff manchmal war und wie
      hervorragend die Navigation der Brücke hierbei ist.
      Zum Abendessen
      gab es heute Gebeiztes Rentier mit Vogelbeerengelee, als Hauptspeise in
      Salbei gebratenes Schweinefilet mit Reis und Ananaschutney, feinen
      Bohnen und Madeirasoße. Dessert waren Moltebeeren unter Sauerrahm.
      Dies
      war eigentlich fix erledigt, so daß wie uns auf die MS Nordstjernen in
      Rörvik freuten, die wir allerdings dann doch nicht besichtigen konnten,
      da auf ihr eine Privatveranstaltung stattfand. Also Tagebuch
      geschrieben und in die Kiste.

      Tag 12:

      Zum Aufwachen
      legten wir in Trondheim an, ich frühstückte schnell und machte dann
      gleich von der hinter uns liegenden Trollfjord Bilder, auch ein sehr
      schönes Schiff und immer eine Reise wert. Danach noch ein paar von
      Draußen und der Stadt und dann ging es ja auch wieder los. Kaum
      abgelegt, musste noch die Seenotrettungsübung mit Boot Nr. 3 abgehalten
      werden, was sich natürlich wieder kaum einer entgehen lies. Blitz war
      wie üblich auch ganz vorne mit dabei und wäre vermutlich auch mit ins
      Rettungsboot. Aber zum Glück hatte der Kapitän die Übung ja
      angekündigt. Aber zu der Zeit hatten wir auch auf der anderen Seite
      tolles Licht und ich kümmerte mich auch meist um Munkholmen . Weiter
      ging es wieder gemütlich, ich immer mal draußen zum foten, Sabine meist
      drinnen beim lesen. Nach dem Mittagessen ging es eigentlich gleich
      weiter. Gemütliches faulenzen und foten.
      So im Rückblick gesehen
      reicht eigentlich die nordwärts gehende Reise gut aus. Die südwärts
      gehenden Häfen sind alle auch recht interesant, aber meist bleibt zu
      wenig Zeit sie kennenzulernen. Zumindest im Winter, im Sommer hat man
      viel mehr von der tollen Landschaft, die man von Bord sehen kann.
      Zum
      Abendessen gab es heute Kürbiscremesuppe, als Hauptgang gedünstetes
      Lachs- und Heilbuttfilet mit Kräuterkartoffeln und gemischtem
      Wurzelgemüse. Nachtisch war ein Schokoladenfondant mit Vanilleeis.
      Anschließend war dann noch das unumgängliche Kofferpacken angesagt.

      Tag 13:

      Nach
      dem Frühstück fahren wir durch eine sagenhaft schöne Fjord- und
      Schärenlandschaft, wobei der Sonnenaufgang hierzu sein übriges tut. Wir
      genießen noch einmal die Landschaftseindrücke bis Bergen . Dann steht
      der Check-out an, es geht mit dem Bus ins Clarion Hotel Admiral am
      Hafen. Für Silvester könnte man auf dem Schiff ein Buffet mit
      anschließender Fahrt in den Fjord buchen, um von dort das Feuerwerk zu
      sehen. Es legt dann erst um 1.30 für die neue Route ab. Leider wird
      einem diese Info auch vorenthalten, wir erfuhren es zufällig, so daß
      wir uns nur noch auf die Warteliste setzen könnten. Wollen wir aber
      nicht, Silvester mit Hoffnung auf einen freien Tisch ist nicht so doll.
      Außerdem, was machen, wenn der Tisch gar nicht oder spät frei wird? Und
      dann dafür auch noch ca. 650 NKR pro Person zahlen? Nee. So sind wir
      uns in Bergen selbst überlassen und finden eine kleine Kneipe, die bis
      22.00 offen hat. Danach gehen wir ins Hotel und genießen in aller Ruhe
      zu zweit den Jahreswechsel. Eigentlich auch nicht schlecht, so sind wir
      am nächsten Tag zeitig fit und können das Frühstücksbuffet meist für
      uns haben. Dann geht es mit dem Bus an den Flughafen und nach Hause,
      aber die nächste Reise ist ja schon vorprogrammiert.

      Ich hoffe ihr hattet viel Spaß beim lesen.

      VG, Buljo
    • Hallo Buljo,
      ein schöner Reisebericht. Hat Spaß gemacht zu lesen. :thumbup:
      Das mit der Polarkreistaufe hatten wir im November auch. Die "Mitgliederreisenden" machten bei der Taufe den Kreis so klein, das fast garnichtsmehr ging. Gottseidank ist so ein Spuk solcher Gruppen immer schnell vorbei, und Mann/Frau hat dann Platz zum fotografieren..

      Buljo schrieb:


      Tag 4:

      Heute
      morgen waren wir gegen 6.45 in Oernes , ein kleiner Ort der mehr als
      malerisch gelegen ist. Leider hatten wir nur kurzen Aufenthalt. Nach
      dem Frühstück gab es die Polarkreistaufe, bei der sich die
      Blitzreisenden mal wieder ganz nach vorne gedrängelt haben, deshalb
      auch der Spruch: Blöd, blöder, Blitz-Reisen.
      Vorher hatten alle
      einen schönen großen Kreis gebildet und jeder konnte auch gut sehen und
      fotografieren. Die Blitzer mussten aber vor die schon wartenden stehen,
      was einen Kreislauf auslöste und der Kreis schnell kleiner wurde. Das
      Neptun sich nicht mit dem Dreizack erwehren musste war für mich ein
      Wunder.
    • Hei, hei "Buljo",
      .... danke für Deinen Bericht!
      Und insbesondere möchte ich Dir danken für die Einzelheiten !!!!
      Für manch anderen, der diese Reise
      - mit diesem Schiff
      - zu dieser Jahreszeit
      buchen möchte, ergeben sich viele Informationen, durch Deinen Bericht, die er vielleicht
      genötigt oder sucht .....
    • Hallo Buljo,

      klasse Reisebericht. Ich würde auch sehr gerne mal Weihnachten an Bord der HR verbringen. Allerdings noch gigantischer finde ich es, in der Neujahrsnacht an Bord des südgehenden Schiffs, in Tromsø zu sein. War dieses Mal die Polarlys. Da müsste man doch auch schon an Weihnachten an Bord sein, wenn man von Bergen fährt. Könnte mir vorstellen, dass gerade diese Fahrt äußerst beliebt ist und man da nicht alleine fährt.
      Würde mich sehr freuen, wenn es zu deinem schönen Bericht auch noch Bilder zu sehen gäbe.
      Gruß

      Jürgen

    • So, nachdem ja der ein oder andere mich schon drauf aufmerksam gemacht hat, hab ich nun ein paar Bilder eingestellt :thumbsup:

      Anschauen könnt ihr die unter meiner Web-Site (Der Link unter Namen). Nach und nach kommen noch welche hinzu, aber leider bin ich bei der Menge noch nicht mit dem Sichten fertig.

      VG, Buljo

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Buljo“ ()

    • Trollinchen schrieb:

      trollfjord schrieb:

      Schön auch, dass man bei richtig knackigem Frost auf Deck 9 Schlittschuh laufen kann - muss nur vollständig vereist sein... :ahahaha:


      Und wenn Du zuviel Schwung hast, macht es platsch!!


      Wäre auch nicht schlimm, zumindest wenn die lästigen Reisgruppen damit dezimiert werden :D :D :D Außerdem sind die da oben ganz schön fix mit dem Schneeräumen, da bleibt nicht viel Zeit das ganze ordentlich hinzutrampeln.

      Wenn ich heut mal noch etwas Zeit finde, gibts auch noch ein paar Bilder von Weihnachten, denn soweit bin ich leider noch nicht gekommen :whistling:

      VG, Buljo
    • Hallo Buljo,

      danke für den schönen und informativen Reisebericht. Da unsere Freundin mit den Blitzis diese Weihnachtsreise machte, haben wir ihr zur Begrüßung mal gleich den Link zugeschickt :D :D :D
      Wenn man selber solo reist, sind Reisegruppen (insbesondere in dieser Zahl) eine wahre Heimsuchung.
      Etwas neidisch blicke ich ja auf das Wetter, das ihr hattet. Bei uns war's (eine Woche früher) überwiegend regnerisch.
      Gruß
      FIXStern
    • FIXStern schrieb:

      Hallo Buljo,

      danke für den schönen und informativen Reisebericht. Da unsere Freundin mit den Blitzis diese Weihnachtsreise machte, haben wir ihr zur Begrüßung mal gleich den Link zugeschickt :D :D :D
      Wenn man selber solo reist, sind Reisegruppen (insbesondere in dieser Zahl) eine wahre Heimsuchung.
      Etwas neidisch blicke ich ja auf das Wetter, das ihr hattet. Bei uns war's (eine Woche früher) überwiegend regnerisch.
      Gruß
      FIXStern



      Na hoffentlich lesen die sich den Bericht GUT durch, so Reisegruppen sind nämlich nicht so meins :sdagegen: Vor allem wenn man sich so aufführt wie einige von denen :thumbdown:

      Und Aufruf an alle, es gibt wieder neue Bilder der Reise in meinem Album zu sehen :!: :!: :!:

      VG, Buljo