MV FRAM - Antarktis Jan. 2011

    • 2011
    • Unser Schiff

      Wir fühlten uns auf der FRAM schnell zu Hause und sehr wohl. Da sie doch recht klein ist kann man alles schnell erreichen. Wir hatten Kabine U-607 hinter der Brücke. Die Kabine ist gewohnt klein, was mir etwas fehlte wäre ein Regal im Schrank gewesen, man wusste nicht so recht wohin mit der Wäsche. Dafür stand da ein Kühlschrank, den man eigentlich nicht braucht, im Schrank gibt es auch einen Safe. Unter dem einen Bett war genug Platz für unsere Reisetaschen (unsere Taschen kann man auf ca.15cm zusammenfalten, ein Vorteil gegenüber Koffer) und die beiden Schwimmwesten fanden unter dem Bett auch noch Platz (das zweite Bett ist ein Klappbett, da kann man nichts unterschieben)




      vor dem Speisessal................der Speisesaal


      an der Rezeption......................................................................die Internetecke


      Infodesk...................................Shop + Cafetería


      das Treppenhaus


      Whirlpool + Fitnessstudio


      Panoramasalon


      der begehbare Bug


      Aussichtsplattform vorne Deck 8 + Deck 7


      Als einzigen Mängel kann man - wie schon in anderen Reiseberichten geschrieben - das Essen werten, vor allem die Buffets. Ich verstehe ja dass man in Ushuaia oder ähnlich abgelegenen Orten nicht bunkern kann wie in Norwegen, das heisst aber nicht dass man nicht auch TK-Gemüse etwas verfeinern kann und vor allem die warmen Speisen waren oft lauwarm. Vorspeise und Salatbuffet waren etwas einseitig, konnta man sich aber gestalten in dem man mal das eine, mal das andere berücksichtigt. Zum Mittagessen gab es eine ausgezeichnete Käseplatte. Wo es Schatten hat hat es aber auch Licht - das Nachspeisebuffet war einsame Spitze!


      Die Crew

      Die schiffsführende Crew sind Norweger, alle anderen Filipinos. Und - wie auch schon erwähnt - alle liebenswert, zuvorkommend und höflich. Man muss sie einfach mögen! Unsere Glenda aus dem Speisesaal hätten wir am Liebsten mitgenommen!

      Ebenso das Expeditions-(Lektoren-)team. Dass sich beim Abschied in Ushuaia viele mit einer Umarmung verabschiedet haben sagt wohl alles. Leiterin der Expeditionen war Anja Erdmann.


      Die lieben Mitpassagiere

      244 Menschen aus verschiedensten Kulturen auf relativ engem Raum. Sicher ärgert man sich mal über jemand, ich empfand die Stimmung an Bord aber als sehr entspannt. Das Durchschnittsalter würde ich zwischen Mitte 50 und Mitte 60 ansiedeln, älterster Teilnehmer war ein Holländer mit 90 Jahren, fit wie ein Turnschuh, wir gaben ihm höchsten 75 Jahre, und "Ausreisser" nach unten waren zwei Kinder, ca. 10 und 12 Jahre, einer argentinischen Familie.

      Ich lernte dass es Menschen gibt, die am Buffet alles auf einen Teller laden, Salat, Fisch resp. Fleisch, Beilage, daneben einen Schokokuchen - sympathische Leute, sie stehen nur 1x am Buffet ^^ . Und anderer Mitreisenden lernten, dass nicht jeder der sich so eine Reise leistet zwangsläufig auch Golf spielt... ;)


      Organisation

      Hier darf man sagen, die Organisation der Reise durch Hurtigruten sowohl im Vorfeld wie vor Ort super, auch die Betreuung in Buenos Aires, Abholen am Flugplatz etc.


      Expeditionsreise versus Kreuzfahrt

      Vielleicht ist der Ausdruck Expedition etwas falsch, aber er soll vor allem den Unterschied zu einer Kreuzfahrt verdeutlichen. Bei einer Expeditionsfahrt sind Anlandungen dabei, man fährt nicht stur nach Plan, sondern passt ihn den Gegebenheiten, vor allem dem schnell wechselnden Wetter an, man nimmt sich Zeit, hält einfach mal um z. B. Wale zu beobachten, man ändert mal den Kurs.

      Und man darf sagen - mit zwei Anlandungen am Tag, plus Briefing für den nächsten Tag plus dazwischen die Mahlzeiten, da ist man voll beschäftigt.


      Unsere "Ausrüstung"

      Zukünftige Antarktisfahrer haben immer die Frage, was packe ich ein, was brauche ich. Die Temperatur war - wir hatten ja recht gutes Wetter - zwischen 0 und 7°, nachts auch mal darunter, in der Sonne sicher auch mal darüber. Für die Anlandungen hatten wir wind- und wasserdichte dünne Regenhosen dabei, darunter ist genug Platz um Warmes anzuziehen. Es kann absolut mal nass werden in den Booten.

      - Sonnenbrille (es wird mit dem Schnee und Eis sehr hell!)
      - Sonnencrème
      - für in die Gummistiefel (die es reichlich in allen Grössen gibt) Thermosohlen und Sportsocken

      Was in unserem Gepäck nie fehlen darf *wink-zum-meiner-Freundin* sind Klapphaken aus dem Baumarkt, die man an allen glatten Flächen anbringen kann und problemlos wieder lösen. Taugen für leichtere Jacken ebenso wie für Wattepads im Bad oder GPS am Fenster.



      Am Tischchen in der Kabine gibt es zwei Steckdosen , wir hatten noch eine 6fach-Leiste dabei, die wir bei unseren vielen Geräten auch brauchten. Wer ein paar Tage in Argentinien verbringt darf den Adapter nicht vergessen. Achtung: Argentinien hat Australische Steckdosen , der ist nicht bei jedem Reiseadapter dabei!

      Fotografiert habe ich übrigens mit einer NIKON D90 mit 300er Zoom und SOLMETA GPS, plus eine LUMIX TZ8. Dazu ein kleines Netbook mit externer Festplatte um die Bilder zu sichern (jeden Abend werden sie von der Karte auf Laptop übertragen und dann nochmals auf der Harddisk gesichert!). Mein Mann hatte ein Garmin Dakota GPS dabei um die Route zu verfolgen.


      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Arctica“ ()

    • Liebe Arctica.

      Vielen herzlichen Dank für den superausführlichen und informativen Reisebericht. Viele Anregungen erhalten. Und über die Qaulität Deiner Fotos habe ich mich ja schon vorher ausgelassen.
      Mal sehen, was wir dann so hinbekommen auf der Reise mit der FRAM von Longyearbyne über Nordkapp, Henningsvaer, Inviksfjord usw.
      Danke auch für den Tipp mit dem Klapphaken und den Thermosohlen für Gummistiefel.
      Herzliche Grüße aus Hamburg
      Ronald
    • Arctica schrieb:

      Es gibt viele Eisberge, das Wasser ist absolut ruhig und ohne Wellen und es hat ein faszinierendes, weiches Licht.


      Oh, man merkt schon, dass du auf der gegenüber liegenden Seite der Erdkugel warst. Zwischen Kirkenes und Nordkap war's ja alles anderes alls ruhig...

      =====
      Ich habe mich jetzt "durchgelesen". Super Beiträge und Fotos. Einiges hatte ich ja in einem Vortrag von Reisemanagerin Marie auf Richard With schon gehört und gesehen. Aber sie könnte von Dir schon noch was lernen. Vielen Dank. Werde dann in einigen Tagen den Beitrag von MS FRAM im Fernsehen ansehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Pensionistin“ ()

    • Wenn acuh etwas später als alle anderen hier hab ich den gesamten Bericht in einem Rutsch gelesen und kann mich den Worten der anderen nur anschließen. Ein klasse Bericht mit vielen tollen Informationen und noch schöneren Fotos.
      :sdanke: dass du mir mal das andere Ende der Welt gezeigt hast, es hat Spaß gemacht lesetechnisch dabei zu sein :good3:

      LG Bhagira
    • Ein wunderbarer Bericht, so richtig zum mitträumen. Zu meinem Sechzisten möchte ich diese Reise machen, habe ich auch schon mal so angemeldet, damit mein Mann auch sparen kann. Bis dahin habe noch einige Jahre zu träumen und diese Reise wenigstens hier in Deinem Bericht und bei Deinen herrlichen Fotos zu erleben.

      Lieber Gruss

      Cara
      Gruss Cara

      08 Nordkapp B-Alesund / Nordlys Alesund-B-K * 10 Midnatsol B-K* 12 Lofoten B-K-B* 13/14 Nordkapp B-K-B* 16 MS Finnmarken B-K-B geplant
    • Reisebericht MV Fram von Arctica

      " D A N K E " Arctica,

      nachdem ich Deine Fotos ja mißbraucht hatte, um mein Männe zu überzeugen, die Tour in die Antarktis zu unternehmen, kam ich heute, da Paulinchen allein zu Hause :D erst einmal dazu, Deinen tollen Reisebericht zu lesen.
      Ich kann nur sagen, Gänsehaut pur. sowohl bei dem geschriebenen Wort wie auch bei den Bildern.
      Nun freue ich mich naturlich umso mehr, dass wir dies vielleicht auch im nächsten Februar erleben dürfen, vor lauter Vorfreude habe ich Bauchweh :rolleyes: .
      Wenn ich das richtig gelesen habe, habt Ihr in Buenos Aires eine Stadtrundfahrt mit einem Hopp off Hopp on Bus unternommen. Hurtigruten hat die Stadtrundfahrt für nächstes Jahr aus dem Programm genommen, so wäre diese Art von Stadtbesichtigung eine gute Alternative.
      Da wir beide sehr gerne essen, das wißt Ihr ja aus meinem letzten Reisebericht, verätst Du mir, wo Ihr die leckere Grillplatte verzehrt habt? ;)
      Du hast mir ja schon viele Fragen beantwortet und auch der Bericht hat mir veraten, bei weiteren Fragen werde ich Dir eine PN schicken.

      Nochmals tausend Dank für diesen tollen Bericht

      Paulinchen
    • HIHI - und ich soll jetzt schuld daran sein dass dein Männe in die Antarktis muss... :D - naja, damit kann ich mit leben...

      Wir lieben diese Hopp-off-Hopp-on-Busse, da steigt man aus wo man möchte, ist nicht einem Reiseleiter ausgeliefert, kann sich die Zeit einteilen und Vorlieben - der Eine möchte ja da länger schauen und der andere interessiert sich für was anderes.

      Betr. der Restaurantes - ich fürchte ich habe die Adressen nicht mehr, da schwächle ich manchmal in meinen Reiseaufzeichnung. Aber man kann gerne die Damen von Hurtigruten fragen, die kennen einige gute Restaurants (ich glaube das vom zweitletzen Abend, wo wir Geburtstag feierten war eines davon)
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