Eine Wundertütenreise – jede Menge Überraschungen mit der MS Havila Capella vom 16.12.2021 bis zum 05.01.2022

    • B-K-B
    • Hui, so ein Wetter hätte ich auch gern mal auf der Bergenbahn gehabt. Und nicht nur da!
      Die Organisation der Essenszeiten ging 11 Tage später schon deutlich flüssiger. Aber die App, mit der die Bestellung aufgenommen wird, ist unübersichtlich, vor allem, wenn zwischen "normal" und "Gold" noch hin und hergesprungen werden muss. Ich habe am Schluss meine Bestellungen schon sortiert. Außerdem war ich als Einzelreisender das Versuchskaninchen für alle Anzulernenden.
      Sep78 ? SVJ-BOO / Sep05 VA KN-BG / Jan07 MS BG-KN / Aug09 TF BG-TRD / Nov13 MS BG-KN-TR / Jan15 MS BG-TOS / Jan19 NK HFT-BG / Jan20 NK BG-KN-TR / Jan22 CP BG-KN-RVK
    • Das Schifffahrtsmuseum ist wirklich sehenswert - relativ klein, aber fein. Witzigerweise bekam ich mal den Tipp von einem Australier, als wir in Nordnes auf das Schiff wartend ins Gespräch kamen. Hier ein Bild vom Rauchersalon der FINNMARKEN

      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

      Reiseberichte siehe Profil !

    • Freitag, 24. Dezember 2021 – Tag 9 (Teil 1)

      Von einem bewegenden Frühstück, einem Hauch von Sonne und Weihnachten an Bord


      Gegen 6:30 Uhr werde ich dadurch wach, dass ich etwas unsanft geschaukelt werde. Was ist los ?( Ach ja, wir werden wohl auf der Stad sein. Da die Bewegungen teilweise ziemlich unangenehm sind, nehme ich eine Postafen und drehe mich noch einmal um :sleeping: Bald darauf hören die Bewegungen auf, aber ich fühle mich ein wenig unwohl. Ob das wohl daran liegt, dass mein Kopf tiefer liegt als meine Füße :S Ich stehe auf, und schon wird es besser. Das Schiff scheint nun ziemlich gleichmäßig in seiner Schräglage zu bleiben, nur ab und zu schaukelt es noch ein wenig.
      Also gehe ich ins Bad und probiere die Dusche aus. In dem großen Badezimmer ist im hinteren Eck eine Fläche durch einen 2-teiligen Duschvorhang und Ablaufrinnen abgetrennt. Ich stelle fest, dass der Vorhang so stabil ist, dass er das Wasser wirklich im hierfür bestimmten Bereich hält, und durch die Größe der Fläche ist er auch nicht sehr anhänglich ^^
      Der Ablauf scheint auch zu funktionieren, denn ich stehe die ganze Zeit auf dem Boden und nicht im Wasser. Dieser Eindruck ändert sich allerdings, nachdem ich den Duschvorhang wieder geöffnet habe: Das Wasser hat sich dank der Schräglage vor der gegenüber liegenden Wand versammelt =O Hier hilft wohl nur ein (nicht vorhandener) Wasser-Staubsauger.
      Göga füllt das Vorratslager noch ein wenig auf, bevor wir uns überpünktlich zum Restaurant begeben. Obwohl die Frühstückszeit bereits vor einer Stunde begonnen hat, haben es wohl viele Passagiere vorgezogen, später als bestellt zu gehen (was auch ohne Weiteres möglich ist, man hat bei einer abweichenden Zeit allerdings keinen Anspruch, sofort zu seinem Tisch gehen zu dürfen) :|
      Wir werden (natürlich nach Händewaschen und „normal-Temperature“-Anrede) zu unserem Tisch geführt – sogar einem am Fenster :thumbup:
      Wir versuchen die Nummer 7 nachzuvollziehen – es gelingt uns nicht wirklich. Es handelt sich um einen 2er-Tisch, der sich mit dem benachbarten Tisch Nr. 9 auch als 4er-Tisch nutzen lässt.
      Allerdings befindet sich auf der einen Seite neben unserem bereits der letzte Tisch an der Wand, auf der anderen Seite hat die Fensterreihe noch einmal 4 Doppeltische. Wir geben das Nachzählen auf und widmen uns lieber der Speisekarte :pardon:

      Im Gegensatz zum Vorabend, als sich die Karte in einem festen Einband befunden hat, liegt diesmal ein Flyer im halben DIN A4-Format vor uns. Dem Titel nach (Havila Food Stories – Havrand – Breakfast) handelt es sich wohl wirklich um die (englisch-sprachige) Frühstückskarte.
      Auf 4 Seiten wird das präsentiert, was sich erwartungsgemäß auch auf einem Frühstücksbuffet befinden würde – alle Zutaten für ein kontinentales sowie englisches Frühstück, ergänzt durch Gemüse, Obst und diverse (auch vegetarische) Milchsorten. Was wir nicht sehen (aber auch nicht benötigen) ist Müsli.
      Auf der Rückseite befinden sich die Ergänzungs-Speisen für Havila Gold, bestehend aus besonderen Eierspeisen, Teilchen, frischgepressten Säften sowie speziellen Kaffee-Sorten :)

      Was leider auf dem Tisch fehlt (und auch in den nächsten Tagen immer wieder ein Problem darstellen wird) ist Zucker und Salz. Da dies auch nicht über die App zu bestellen ist, müssen wir leider manchmal mehrfach danach fragen. Dafür erhalten wir den Zucker in insgesamt 5 verschiedenen Varianten :thumbdown:

      Wir bestellen nun eine Auswahl, von der wir hoffen dass es passt. Leider sind die Portionsgrößen nicht immer gleich, so dass die Menge ein wenig einem Glücksspiel gleicht.
      Eine Nachbestellung ist zwar jederzeit möglich, die Wartezeit ist aber nicht wirklich kalkulierbar :/

      Nicht möglich ist leider eine spezielle Auswahl bei Gemüse, Obst und Aufschnitt.
      Auf der Speisekarte sind zwar mehrere Optionen aufgeführt, die aber nicht frei wählbar sind. Wenn man bestimmte Bestandteile nicht möchte, sind sie leider nicht abwählbar.
      Hier sollte es dann doch besser heißen „Auswahl von frischem Gemüse“ etc. :huh:

      Von der Qualität sind wir sehr überzeugt, wir haben noch nie so fluffiges Rührei gegessen wie hier im Restaurant – da merkt man, dass es wirklich frisch aus der Pfanne auf den Teller kommt :thumbsup:
      Der Kaffeenachschub (aus der Kanne an den Tisch gebracht) funktioniert im Großen und Ganzen auch, manchmal ist ein dezenter Wink mit der Tasse aber doch ganz hilfreich :mosking:

      Gegen 9 Uhr kommt eine Durchsage, dass wir nun an Fosnavåg vorbeifahren, wo wir von einem kleinen Feuerwerk empfangen würden. Ein Blick aus dem Fenster zeigt uns, dass die zwei Raketen bereits unterwegs sind, aber für Heilig Abend stehen doch erstaunlich viele Menschen am Kai (beinahe 2 Dutzend). Ob das Schiff wohl deswegen so viel Verspätung hat, damit die Zuschauer länger schlafen konnten? :hmm:

      Nun ist auch die Zeit der Schiffsbewegung vorbei (bei einer Wellenhöhe von 3,50 Metern mit sich kreuzenden Wellen und einen Wind von bis zu 19 m/s sind wir von der MS Lofoten her noch ganz andere Bewegungen gewöhnt) und wir genießen die klare Luft (bei -5 Grad) an Deck ^^



      Auf die Minute pünktlich (nur der Stundenzeiger steht falsch) erreichen wir Torvik ;)



      Draußen baut sich langsam, aber sicher die typisch nordische Winterstimmung auf :rolleyes:



      Zwischendurch gehe ich kurz rein zum Aufwärmen. Göga ist so neugierig gewesen und hat sich durch die Fernsehkanäle gezappt. Hierbei ist sie auf eine interessante Seite gestoßen:



      Da Umweltschutz bei der Havila Capella großgeschrieben wird, soll so weit wie möglich auf Papier verzichtet werden. Dies gilt auch für die Tagesprogramme. Diese werden auf 3 Kanälen (jeweils einer für Deutsch, Englisch und Norwegisch) im Bordfernsehen angezeigt :)
      Zwischen 16 und 18 Uhr wird das Programm des Folgetages eingepflegt, das des laufenden Tages ist natürlich immer zu sehen.
      Neben der hier zu sehenden Seite gibt es i.d.R. noch eine Folgeseite, auf der die mit Aktionen verbundenen Sehenswürdigkeiten des Tages sowie der Hinweis auf die heute zu buchenden Ausflüge des Folgetags zu sehen sind :thumbup:
      An sich ist es ja nicht verkehrt, das Tagesprogramm auf diese Weise zu veröffentlichen (für Hurtigrutenfahrer natürlich ungewohnt), aber dann sollte auch bei der Einführung ein Hinweis darauf erfolgen :| Was ebenso gewöhnungsbedürftig ist, sind die Hinweise auf die offenen Seestrecken, die sich ziemlich unauffällig oberhalb der angelaufenen Häfen verstecken. Ich selber habe sie dort gar nicht entdeckt, sondern bin auf Nachfrage darauf hingewiesen worden.

      Hier noch ein Einschub zum Thema Ausflüge:
      Für unsere Fahrt wurde ein Flyer (wirklich auf Papier ;) ) erstellt, auf dem alle angebotenen Ausflüge aufgeführt worden sind. Bedingt durch die Feiertage war das Angebot ziemlich reduziert (13 nordgehend, 3 südgehend) und deswegen auch auf diese Weise veröffentlicht worden.
      Prinzipiell sollen sich alle Passagiere über das Internet über die möglichen Ausflüge und deren Details informieren :!: An Bord gibt es keine schriftlichen Infos dazu, lediglich einen Bildschirm, auf dem in Endlosschleife alle von Havila generell angebotenen Ausflüge mit jeweils einem Bild (inklusive Hinweis auf Tag und Ort) zu sehen sind.
      Selbstverständlich kann man sich beim Expeditionsteam beraten lassen, aber das kommt halt nicht auf das gleiche hinaus.

      Nun aber habe ich mich genügend aufgewärmt und es geht wieder hinaus :whistling:



      Gemeinsam mit den ersten Sonnenstrahlen nähern wir uns Ålesund .



      Aufgrund der 60-minütigen Verspätung soll der Weihnachts-Ausflug in den Hjørundfjord nicht wie geplant um 11 Uhr, sondern um 12:30 Uhr stattfinden. So können wir vor dem Mittagessen noch einen Bummel durch die tief verschneite Stadt unternehmen :locomotive:
      Vorher aber nutzen wir die Wartezeit beim Ausstieg auf Deck 4 für einen kurzen Blick ins jahreszeitlich passend geschmückte Atrium sowie einen Blick nach oben aus der gleichen Ebene.



      Uns fallen die Markierungen am Geländer auf (auch sämtliche Kabinenschilder sind mit Brailleschrift versehen). Dort kommen wir zwangsläufig vorbei, denn durch einen technischen Defekt am Ausstieg müssen wir das Schiff über den Laderaum verlassen :S



      Draußen an Land verlaufen sich die aussteigenden Passagiere schnell, und wir können die wie ausgestorben wirkende Stadt auf uns wirken lassen.





      Auf dem Rückweg entdecken wir noch zwei kleine Denkmäler :8):



      Wir genießen noch ein wenig die schöne Lichtstimmung…



      …bevor wir von diesem grimmigen Gesellen (oder Troll?) wieder an Bord getrieben werden =O



      Nun wärmen wir uns noch ein wenig auf, bevor wir wieder ins Havrand müssen, weswegen es wieder mal heißt


      Fortsetzung folgt
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • New

      Freitag, 24. Dezember 2021 – Tag 9 (Teil 2)

      Von einem bewegenden Frühstück, einem Hauch von Sonne und Weihnachten an Bord (Fortsetzung)


      Pünktlich um 12 Uhr sitzen wir an unserem Tisch und lassen uns überraschen, was denn die Mittagskarte so zu bieten hat :essen:
      Diesmal befindet sich die Speisekarte wieder in einem festen Einband.
      Auf der ersten Seite finden wir 5 Gerichte, die an den ersten drei Tagen angeboten werden sowie 6 Gerichte für die komplette Rundreise (sowie den nicht näher benannten „Nachtisch des Tages“). Auf der nächsten Seite wiederholt sich dies für 4 bzw. 7 vegetarische Gerichte :)
      Nun folgen 18 Gerichte aus der „Havila Gold“-Selektion, wiederum gefolgt von 6 Seiten mit alkoholischen Getränken. Die Seite mit den nicht alkoholischen Getränken kennen wir bereits aus der Abendkarte ^^
      Uns wird empfohlen, 3 Gerichte auszuwählen, da sie meistens eine Tapas-Größe haben. Notfalls kann man ja noch einmal nachbestellen (und sollte es ein zweites Dessert sein) :whistling:
      Auch diesmal sind wir von der Qualität überzeugt, ebenfalls mit der Geschwindigkeit (45 Minuten von Betreten bis zum Verlassen des Restaurants). Oft ist es spannend, in welcher Reihenfolge die Gerichte angeliefert werden. Von alles gleichzeitig über „2 warme und 2 kalte Gerichte für jeden“ bis hin zu „2 warme Gerichte für einen und gar nichts für den anderen“ haben wir im Laufe der Zeit alle möglichen Kombinationen erlebt :pardon: ; auf der südgehenden Tour hat es sich aber immer näher an „jeweils 1 – 2 Gerichte gleichzeitig für jeden von uns“ genähert :thumbup:
      Zumindest der Nachtisch wurde immer erst dann (für alle) freigegeben, wenn der Tisch abgeräumt wurde.

      Nun ist es aber bereits 12:45 Uhr, und wir fahren immer noch nicht. Fällt der Ausflug vielleicht dem sich laut Wetterbericht nähernden Starkschneefallgebiet zum Opfer? :/
      Da kommt die Durchsage, dass die Abfahrt erneut verschoben wurde, diesmal auf 13:30 Uhr.
      So nutze ich das aktuell noch schöne Wetter zu einem kleinen Spaziergang rund um den Anleger :locomotive:



      Auffällig an dem Schiff sind die beiden Klappen, von denen aus die Seile beim Anlegen an Land gegeben werden. Ebenso gut zu erkennen ist das nach hinten geneigte Geländer am vorderen Teil des Umlaufdecks. Das untere, weiße, befindet sich vor der Brücke ;)



      Der Übeltäter, der unsere Abfahrt verzögert X(



      Den Geräuschen nach wird irgendwo da drinnen fleißig gearbeitet :/

      Ich nutze nun die Zeit, das Oberdeck ein wenig zu erkunden und dabei die sich rasch nähernde Wolkenwand im Blick zu halten 8|



      Da die Lichtstimmungen beinahe im Minutentakt wechseln, werde ich die Möglichkeiten, sich draußen aufzuhalten, doch wohl erst später erläutern können :huh:



      Bei diesem Foto stehe ich auf dem großen Versammlungsplatz auf Deck 8; hier finden die meisten Aktivitäten bei den Sehenswürdigkeiten statt. Am oberen Rand kann man gut eine Wärmelampe erkennen. Solche befinden sich an vielen windgeschützten Ecken und lassen sich schnell an- und wieder ausschalten :thumbup:



      Noch ein kurzer Blick auf den Ort…



      … und ich muss mich doch einmal näher mit der Gestaltung des Atriums beschäftigen :)



      Was für mich hier ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, ist der offene Fahrstuhlschacht. Vielleicht ist das aber auch Absicht, denn die immer wieder stattfindenden Reparaturmaßnahmen sind so wahrscheinlich leichter durchzuführen :mosking:

      Ganz unbemerkt hat das Schiff abgelegt und bewegt sich hinein in den Storfjord, wobei das Wetter leider immer schlechter wird :|



      Der Himmel reißt noch ein letztes Mal auf, dann beginnt die Dämmerung 8|



      Jetzt macht sich unser Balkon doch sehr positiv bemerkbar, denn so können wir einerseits von unserer Couch in der Kabine aus (wo wir uns Corona-bedingt doch ziemlich oft aufhalten) viel mehr sehen als durch ein normales Kabinenfenster, und andererseits sind wir bei Bedarf auch schnell an der frischen Luft. Hierbei haben wir natürlich doppelt Glück gehabt, denn unsere Kabine befindet sich auf der Backbordseite, wo es (alleine durch die Anlege- und Ladetätigkeiten) viel mehr zu sehen gibt als auf Steuerbord :thumbsup:
      Gegen 15:45 Uhr erreichen wir im letzten Dämmerlicht Urke, bevor wir wieder drehen und zurück nach Ålesund fahren.



      Kurz vor 17 Uhr werden wir per Lautsprecherdurchsage zu einer kleinen Weihnachtsfeier im Panoramasalon eingeladen.
      Nach einer kurzen Ansprache des Kapitäns (3-sprachig) wird die Weihnachtsgeschichte (ebenfalls in 3 Sprachen) vorgelesen. So wird der hiesige Weihnachtsbaum sozusagen implizit als der führende deklariert :D Anschließend wird noch an jeden (Passagier, nicht Weihnachtsbaum ;) ) ein Becher mit Glögg verteilt, dann löst sich die Versammlung langsam wieder auf.
      Gegen 18 Uhr legen wir wieder am Kai an, eine halbe Stunde später gehen wir zum Abendessen. Es gibt kein besonderes Weihnachtsmenu, sondern die bereits vom Vorabend bekannte Auswahl. Dafür gibt es als (zweiten und dritten) Nachtisch im Panoramasalon ein großes Kuchenbuffet :)

      Später am Abend sind wir noch mit Tom verabredet, mit dem wir bereits auf der MS Lofoten viel Spaß hatten, und der (nebst vielen anderen) nach Havila gewechselt ist. Er erzählt uns viel Interessantes zum Havila-Konzept in Theorie und Praxis, aber Details dazu gehören nicht hier in den Reisebericht :whistling:
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • New

      Da kann ich mich den "Vorschreibern" anschließen.

      Dazu gibt es keine deutschsprachige Speisekarte. Selbst, wenn die bereits vorhandenen, anscheinend falsch übersetzt wurden und dem Reißwolf zum Opfer fielen, denke ich, hätten sie bis zu dieser dritten Reise schon neue erstellen können.

      Man kann nicht unbedingt bei allen deutschsprachigen Paxen davon ausgehen, dass sie die ganzen englischen Ausdrücke der Lebensmittel/Speisen kennen.

      Essensauswahl wird da zum Lotteriespiel - Augen zu und Finger irgendwo auf die Karte und schauen was man dann bekommt.

      Vielen Dank @Noschwefi, dass du uns alles so detailliert und anschaulich beschreibst!!!
      Und die Bilder sind sensationell

      Gruß seealpe
    • New

      @radler
      Am Anfang war es das auch, aber wir haben uns schnell daran gewöhnt.
      Der große Vorteil (gerade in Coronazeiten) ist halt, dass es kein Gedränge am Buffet gibt, keinen der vor die über die Speisen hustet oder sich gerade die Nase mit der Hand abgewischt hat, mit der er den Löffel nimmt (alles schon erlebt :wacko1: )

      Beim Frühstück war es etwas ungewohnt, alles einzeln bestellen zu müssen, aber daran haben wir uns schnell gewöhnt. Und - wie bereits beschrieben - waren die Eierspeisen frisch zubereitet und entsprechend lecker.

      Beim Mittagessen ist es letztendlich nicht anders als beim Buffet, wobei es halt jeden Tag mehr oder weniger die gleiche Auswahl gibt, die mit Havila Gold halt noch einmal deutlich größer ist.

      Beim Abendessen gibt es wiederum den Vorteil, dass du das bestellen kannst, worauf du Hunger hast. Beim festen Menu bei Hurtigruten hast du ja keine Auswahl, und wenn du beispielsweise sagst "kein Fisch" oder "vegetarisch", weißt du ja noch nicht einmal, was du auf den Teller bekommst.

      Und - ganz nebenbei - gibt es bei diesem Konzept auch deutlich weniger Abfall.

      Dass sich das ganze erst einmal einspielen muss, ist klar. Aber alle, die im Restaurant tätig waren, sind hoch motiviert gewesen und haben alle ihr Bestes gegeben. Ich denke, das wird sich in den nächsten Monaten gut einspielen :)

      Am besten wäre es ja noch, wenn an jedem Platz ein Gerät mit der Bestell-App liegen würde, aber ich glaube das würde dann doch zu teuer :D

      @seealpe
      Das mit der englischen Speisekarte war teilweise wirklich ein Problem, aber hier haben wir den Tipp bekommen, eine Übersetzungs-App zu nutzen, mit der wir im Zweifelsfall auch gut zurecht gekommen sind.

      Hier noch ein Beispiel, was eine fasche Übersetzung zur Folge haben kann:
      In der englischen Speisekarte steht bei einem Gericht "Almon". Leider geht aus den übrigen Zutaten nicht wirklich hervor, ob hier vorne ein "S" für Salmon = Lachs fehlt oder hinten ein "d" für Almond = Mandeln :/
      Wenn ich mir nun vorstelle, dass es bei der deutschen Speisekarte von solchen Zweideutigkeiten nur so wimmelt, ist mir die Mühe mit dem Selber-Übersetzen doch schon lieber...

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • New

      Auf die Gefahr, dass ich jetzt den Klugscheißer raushängen lasse: wir haben uns daran gewöhnt, dass auf der Hurtigrute auf uns Deutsch sprechende Rücksicht genommen wird. Wir sind eine zahlenmäßig große Passagiergruppe, auch bei meiner Reise waren alle Dialekte Deutschlands und der Schweiz zu hören, aber fast kein Englisch (wenn überhaupt). Da wird sich die Reederei schon Mühe geben, uns zufrieden zu stellen.
      Aber wir sind daran nicht nur gewöhnt, sondern auch verwöhnt. Abgesehen von Übersetzungs-Apps und Wörterbüchern (ihr könnt euch erinnern, klein, gelb, mit einem großen L auf dem Plastikeinband): was machen denn Franzosen oder Italiener, wenn die keine Speisekarte in ihrer Sprache bekommen? Wenn die das schaffen, schaffen wir das auch.
      Ich fand es eher lustig, was alles nicht geklappt hat und wie die Besatzung sich durchwurschtelte und dabei immer freundlich blieb. Also: positiv sollst du den Tag beginnen! In einem Jahr werden wir damit angeben und sagen: ich war auf der ersten (zweiten, dritten…) Fahrt der Havila Capella dabei!
      Sep78 ? SVJ-BOO / Sep05 VA KN-BG / Jan07 MS BG-KN / Aug09 TF BG-TRD / Nov13 MS BG-KN-TR / Jan15 MS BG-TOS / Jan19 NK HFT-BG / Jan20 NK BG-KN-TR / Jan22 CP BG-KN-RVK
    • New

      Ich finde die Erwartungshaltung, dass man im fremdsprachigen Ausland wie im Inland versorgt wird, schon ziemlich angehoben. Es würde doch auch niemand auf die Idee kommen ein norwegisches Menü in Deutschland zu erwarten.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

    • New

      @Capricorn, es ging mir nicht darum, dass ich deutsche Menues auf der Havila essen will.
      Im Gegenteil, das kann ich zu Hause.
      Das hatte ich so auch nicht geschrieben.

      Ich esse gern die heimische Küche auf Reisen in den jeweiligen Ländern.

      @Munkebekk, da gebe ich dir recht, man/ich bin bezüglich deutschsprachiger Speisekarten von Hurtigruten verwöhnt.

      Gruß seealpe
    • New

      Noschwefi wrote:

      Beim festen Menu bei Hurtigruten hast du ja keine Auswahl, und wenn du beispielsweise sagst "kein Fisch" oder "vegetarisch", weißt du ja noch nicht einmal, was du auf den Teller bekommst.


      Im Dezember 21 auf der Nordlys waren die Mahlzeiten für mittags und abends vorab im BordTV angekündigt und auch beschrieben, in 4 Sprachen (norwegisch, englisch, deutsch und französisch). Bei Vor-, Haupt- und Nachspeise je 3 Varianten zur Wahl und frei kombinierbar (Fleisch, Fisch, vegetarisch). An unserem Tisch mit 3 deutschen Reisenden gab es dann deutsche Speisekarten, auch mit "Beschreibung". Es nutzen ja auch nicht alle Passagiere das TV-Angebot bzw. nicht alle Kabinen haben TV. Ich habe nun vermutet, dieser Service wäre mittlerweile auf allen Hurtig-Schiffen üblich, offenbar aber nicht...



      Post was edited 2 times, last by “Principessa” ().

    • New

      Munkebekk wrote:

      aber fast kein Englisch (wenn überhaupt)

      Ich hatte mal eine Fahrt, da waren wesentlich mehr Englischsprachige wie Deutschsprachige an Bord.

      seealpe wrote:

      es ging mir nicht darum, dass ich deutsche Menues auf der Havila essen will.

      Ich denke, @Capricorn meint nicht deutsches Essen, sondern deutschsprachige Menükarten.

      Principessa wrote:

      mittlerweile auf allen Hurtig-Schiffen üblich, offenbar aber nicht...

      Nun ist dies aber eine andere Reederei, und da wird es eben anders gehandhabt. Und sowas wie Bord-TV gab es ja bisher auf Schiffen wie der LOFOTEN auch nicht.

      Ich könnte mir aber vorstellen, dass Havila nach der Coronazeit auch auf Buffet zum Mittagessen umsteigt. Im Moment leben wir nun mal halt in anderen Zeiten.

      Ich habe mal für ein spanisches Restaurant eine Speisekarte übersetzt und da merkte ich erst, wie schwer das ist. Da gibt es Namen von Speisen, die einem übersetzt glatt den Appetit verhageln :whistling:
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

      Reiseberichte siehe Profil !

    • New

      Klasse Bericht , vielen Dank für die vielen Details ! Wir wollen auch unbedingt mit Havila fahren warten die Corona Lage noch etwas ab. Das Konzept des Essen überzeugt mich sehr und ist weitaus angenehmer für uns als Buffetkonzept von dem Mitbewerber. Es manchmal schon grausig was sich unsere Mitreisenden auf den Teller legen und wie sie das Buffet hinterlassen, man könnte meinen die hätten die letzten 10 Jahre nichts zu essen bekommen. Auch kann ich nicht die Meinung teilen das auf dem Schiff alles in Deutsch sein muss , ich bin nicht in Deutschland und muss da auch nicht Deutsch sprechen und freue mich auch auf Englisch Gespräche führen zu können, egal ob nun viele Reisende aus Deutschland kommen.
    • New

      Beim Essenskonzept bin ich etwas zwiegepalten: Mittags und Abends ist für mich serviertes Essen ok, solange es nicht Stunden dauert. Wenn man ewig sitzt und auf alles wartet nervt es mich meist sehr schnell.

      Aber beim Frühstück liebe ich mein Buffet - vor allem, wenn man beim Bestellen nicht auswählen kann was man genau bekommt. Ich kann z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht jede Sorte Obst essen. Ähnliches z.B. mit Käsesorten - ich esse nicht jeden Käse. Ist dann schon blöd, wenn man es nicht aussuchen kann.
      Beim Buffet kann ich selbst aussuchen und auch die Menge selbst bestimmen. Und wenn ich etwas nicht kenne nehme ich z.B. nur mal eine ganz kleine Menge zum probieren.

      Ich gebe zu, dass gerade in Corona-Zeiten serviertes Essen auch große Vorteile hat. Wobei ich bei meiner Reise mit der Nordnorge nie Probleme mit zu vielen Menschen am Buffet hatte - das lag vermutlich an den festen Essenszeiten.
      Viele Grüße
      Nicole