11.12.21 - MS Havila Capella - unerwartete Jungfernreise vom 11.12. bis 18.12.

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    • 13.12.21 - MS Havila Capella - unerwartete Jungfernreise vom 11.12. bis 18.12.

      13.12. nagender Hunger und was ein Biberschwanz mit einem Würstchen gemein hat

      Willkommen in Fosnavåg! Es hat sich ein Teil der Ortsbevölkerung mit Fahnen versammelt, auch die Presse ist da und begrüßt die Havila Capella ! Diese versucht irgendwie an einem Kai anzulanden, der nur ein Drittel so lang ist, wie das Schiff selbst. Das ist schon einer Herausforderung, denn die Strömung ist hier kräftig. Die Reederei will versuchen künftig anstelle von Torvik Fosnavåg in die Route aufzunehmen. Doch bis das beschlossene Sache ist, wird noch viel Zeit vergehen. Wir fahren weiter nach Torvik , einen Hafen den man entlang der Hurtigroute eigentlich immer nur in der Dämmerung sieht. Okay - wirklich viel gibt es hier auch nicht zu sehen, der Stopp ist nur kurz und wir nehmen Kurs auf Ålesund .
      Obwohl ich seit 1996 mit Hurtigruten hier vorbei komme, ist es mir nie gelungen das a) Aquarium zu besichtigen und b) die Altstadt. Beide Versäumnisse holen wir heute nach. Zuvor aber, wollen wir das Mittagessen an Bord kosten. Auch das wird am Tisch serviert, zumindest ist das der Plan... 30 Minuten Wartezeit auf die Speisekarte, dann die falsche bekommen, die Aufnahme der Bestellung dauerte mir dann zu lange. Ich war verärgert und beschloß ein Pølsebrød im Aquarium zu essen.
      Das Taxi bringt uns für ca. 18 Euro zum Aquarium, der Eintritt liegt bei rund 22 Euro pro Person. Unser Fazit: Ja, ganz nett dort, aber wenn man kein absoluter Fan von den Fischen aus dieser Region ist, dann lohnt es sich nicht wirklich. WENN man aber schon mal da ist, sollte man die Fütterung der Pinguine, Seehunde und der Biber nicht verpassen. Was man aber verpassen darf ist das Pølsebrød. Das Ding drehte sich wahrscheinlich seit 8 Uhr morgens auf der Wärmeplatte und hatte die Konsistenz eines Bieberschwanzes (zumindest stelle ich mir so einen Biberschwanz vor). Das ist natürlich auch widerum völlig verständlich. Der Touismus liegt in Norwegen ebenso am Boden, wie anderso in der Welt. Die Taxifahrer in Bergen haben 90% Umsatzausfall, im Aquarium befanden sich exakt 16 Gäste. Das ist eine bitter Pille.
      Aufgrund des Wetters war der Spaziergang durch die Altstadt nun auch nicht der "burner", lohnenswert war es aber schon.

      Wir waren Beide total platt, so dass wir den kurzen Aufenthalt in Molde glatt verpennt haben. Das ist mir zuvor noch nie passiert, aber das ist auch die Freiheit des individuellen reisens :D. Geschlafen haben wir auf den recht schmalen Betten an Bord (Doppelbett ca. 140cm) bisher total super!
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      Post was edited 1 time, last by “Nils Rautenberg” ().

    • Nils Rautenberg wrote:

      Auch das wird am Tisch serviert, zumindest ist das der Plan... 30 Minuten Wartezeit auf die Speisekarte, dann die falsche bekommen, die Aufnahme der Bestellung dauerte mir dann zu lange.

      Das mit dem Essen und das die Bestellung nicht klappt oder es dann nicht kommt konnte man auch schon auf Facebook in einem Bericht lesen. Da ist dann wohl noch Nachholbedarf da. :wacko1:

      Nils Rautenberg wrote:

      (Doppelbett ca. 140cm)

      Ist das ernsthaft ein Doppelbett für 2 Erwachsene???? :tomato:
      Nordlicht :flower:

    • Erwähnenswert finde ich auch noch 2 Informationen, die wir nebenbei von unserem Taxifahrer, auf dem Weg zum Aquarium erfahren haben:
      Zum Einen hat Ålesund Innenstadt die höchste pro Kopf Dichte in Norwegen und zum Anderen wohnen hier - entgegen den meisten anderen Städten - die Einwohner eher in der Innenstadt und arbeiten im Umland.
    • Nordlicht wrote:

      Nils Rautenberg wrote:

      Auch das wird am Tisch serviert, zumindest ist das der Plan... 30 Minuten Wartezeit auf die Speisekarte, dann die falsche bekommen, die Aufnahme der Bestellung dauerte mir dann zu lange.

      Das mit dem Essen und das die Bestellung nicht klappt oder es dann nicht kommt konnte man auch schon auf Facebook in einem Bericht lesen. Da ist dann wohl noch Nachholbedarf da. :wacko1:

      Nils Rautenberg wrote:

      (Doppelbett ca. 140cm)

      Ist das ernsthaft ein Doppelbett für 2 Erwachsene???? :tomato:


      Ich mag Jungfernreisen eigentlich gar nicht. Es dauert einfach, bis sich die Besatzung aufeinander eingespielt hat. Hier kommt hinzu, dass das Schiff ganz auf Technik setzt, bedeutet, die Kellnerinnen und Kellner laufen mit einem Handy durch die Gegend und tippen da die Bestellung der Gäste hinein. Wenn das mal funktioniert, dann ist das bestimmt nicht übel, aber bei uns hat es noch nicht fehlerfrei geklappt. Das wird aber, da bin ich mir sicher!
      Die Doppelbetten sind nicht in jeder Kabine so schmal. In den Standard-Kabinen und den Superior Außen waren die Betten breiter. Die Kabinenbilder werden auch noch an irgend einer Stelle plaziert werden. Und denke immer daran: Ist das Bett zu schmal, dann kuschelst Du zu wenig :rolleyes:
    • 14.12.21 - MS Havila Capella - unerwartete Jungfernreise vom 11.12. bis 18.12.

      14.12. Julekafe, gamle Bybro und ein fliegender Kinderhochstuhl

      Ankunft leicht verspätet in Trondheim . Der Ausstieg erfolgt über den Frachtraum. Warum genau, das hat sich mir nicht komplett erschlossen, aber es scheint irgend ein Kontroll-Dingsbums an dem regulären Ausstieg zu fehlen. Warum der Ausstieg in anderen Häfen aber dann doch über die normale Treppe erfolgte, entbehrt jeglicher Grundlage. Macht nix, wir sind ja noch fast Jung und manchmal sogar noch flexibel!
      Das Bild am Kai hat sich etwas verändert. Hier wurde eine LNG-Tankstelle für die Havila Schiffe (die fahren mit Gas und Strom ) errichtet, ich vermute, weitere Schiffe werden in Zukunft folgen.
      Wir bummeln wieder in die Stadt hinein. Natürlich nehmen wir den Weg über die Brücke des Nidelv in Höhe des Radisson-Hotels, um auf der anderen Seite der Innenstadt weiter Richtung Nidarosdom zu spazieren.
      Heike, meine Herzdame, will Fotos machen - ich liebäugle mit einer Tasse Kaffee. So trennen sich unsere Wege kurzerhand und ich bewege mich absolut Zielfixiert zum kleinen, gemütlichen Cafe "Kaffebrenneriet" an der Ecke zur "Gamle Bybro". Hier werden verschiedene Kaffespezialitäten serviert, darunter auch der Weihnachtskaffee "Julekaffe". Ich weiß zwar nicht, was an dem Kaffee weihnachtlich gewesen ist, lecker war er alle male. Beim Weg zum "Örtchen" übersah ich glatt einen Kinderhochstuhl - ich mein, mal ehrlich - die Dinger sind ja nu wirklich kaum zu erkennen. Drücken sich an die Wand und stellen sich klammheimlich Einem in den Weg. Lautstark wie ein fliegender Hochstuhl so ist, konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der anderen Besucher auf mich und siehe da, man kam sofort miteinander ins Gespräch. "Kommst Du aus den Niederlanden oder aus Deutschland?", fragt mich ein junger Mann. "Warum?" frage ich, "ist mein norwegisch derart offensichtlich schlecht?". "Nein nein, aber Du hast da so einen Dialekt". Nachdem er so gut die Kurve bekommen hatte, wollte ich meine Norwegischkenntnisse nicht weiter diskutieren und man begann sich über alles mögliche zu unterhalten. Ich mag das!
      Durch die Innenstadt mit Weihnachtsmarkt bummelten wir wieder zurück zum Schiff. Die Abfahrt war halbwegs pünktlich. Nach dem Mittagessen (diesmal hat es funktioniert und wieder super lecker!), begannen wir die verschiedenen Kabinentypen zu besichtigen, leider waren nicht alle Kategorien verfügbar. Der Rest folgt dann aber am morgigen Tag und das stelle ich dann auch hier ins Forum.
      Den Kjeungskjaer Fyr habe ich versucht zu fotografieren, aber eigentlich ist es bereits zu dunkel dafür. Während ich hier sitze und den Reisebericht schreibe, ereilt uns eine schlimme Nachricht: Ab Mitternacht wird in Norwegen für 4 Wochen der Alkoholverkauf verboten! Die Angst in Norwegen vor Omikron scheint riesig zu sein. Ich maße mir zu dieser Sorge kein Urteil an, halte diese Maßnahme doch für sinnlos. In einer Kneipe oder an Bord des Schiffes darf ich keinen Alkohol kaufen, im Supermarkt aber schon. Diese Logik erschließt sich mir nicht. Daher abends schnell noch ein Bier bestellt.
      Skål!
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    • :D You made my day…
      Köstlich ist dein Schreibstil, und da wir auch demnächst vorhaben, ein Havila Schiff zu entern, verfolge ich mit Freude und Erwartung deinen Livebericht! :thumbsup:

      Ich wünsche euch eine super schöne Reise, mit wenig selbst gebauten Chaos- wobei, dann haben wir ja nichts mehr zum Schmunzeln :lol:
      :godtur HA:
      wünscht Evelyn
    • 15.12.21 - MS Havila Capella - unerwartete Jungfernreise vom 11.12. bis 18.12.

      15.12. Vom Winde ver"saltstraumt" - gratulerer med dagen Per! - Wikinger-Ausflug

      Ganz ehrlich? Das Wetter ist nicht wirklich auf unserer Seite. Als schlechtes Wetter nimmt es seinen Job ausgesprochen ernst und bedient uns mit Regen, Tauwetter und kräftigem Wind. Auch in Ørnes heißt man uns herzlich Willkommen, es werden Wimpel ausgtauscht, viele Schaulustige sind gekommen und schon geht es weiter gen Norden.
      Auf der Weiterfahrt Richtung Bodø hören wir den Geburtstaggesang der Besatzung und werden neugierig: Wem wird hier gratuliert? Es ist Niemand anders als der Eigner der Havila Reederei Per Sævik. Der heute 81-jährige steht zu Tränen gerührt vor der Besatzung und nimmt die Glückwünsche entgegen. Mit der Kystruten ist ein Lebenstraum für ihn wahr geworden, dann auch noch Geburtstag auf der Jungfernfahrt seines Schiffes...da darf sogar einem Ureinwohner aus der Region Møre & Romsdal ein Auge nass werden.

      Apropos nass:

      An Bord haben wir ein nettes Paar kennengelernt und angeboten, sie mit zum Saltstraumen zu nehmen. Ich wollte nun unbedingt die Drohne testen und hatte mir gewünscht, einen Flug über den Saltstraumen zu machen. Pustekuchen! Windgeschwindigkeit bis 80KM/h bedeutet: ich starte die Drohne und sie fliegt bei maximaler Kraft 8 km/h rückwärts! Da sie nicht wasserdicht ist und Fischen schwerverdaulich im Magen liegen würde, bleibt der Flug ein frommer Wunsch. Egal: dann genießen wir halt die Landschaft! Es bläßt uns am Straumen fast davon. Die Sicht ist nicht gut, man bekommt eine 360 Grad Dusche aber es ist einfach herrlich.
      Nachdem wir ausgiebig durchgeblasen wurden, machen wir uns wieder auf den Rückweg. In Bodø angekommen nimmt der Regen zu und der Wind auch.
      Die Fahrt über den Vestfjord bei diesem Wind? Na, das wird lustig, denke ich und wir gehen an Bord. Warum wir mit einer Verspätung von ca 1 Stunde ablegen, bleibt das Geheimnis des Kapitäns, aber dann machen wir uns auf in die Wellen. Unser Kapitän lässt Gnade walten und fährt wie in den letzten Tagen die Stabilisatoren aus. Unglaublich, was die alles abmildern können. Bisher die besten Stabbies, die ich erlebt habe. Trozdem schaukelt es kräftig, so dass das Abendessen nicht allzu gut besucht ist. Dabei ist die Küche wirklich klasse!

      Wir nehmen das erste Mal am Ausflug "Wikingerfest" teil. Ich konnte mir bisher nicht vorstellen, dass das so richtig gut ist, zumal die Passage entlang der Lofot-Wand auch großartig ist. Die Lofot-Wand ist zwar noch immer da, versteckt sich im Winter aber in der Dunkelheit. Also: Auf zu den Wikingern! Die Fahrt führt komplett über die E10, anders ist der Ausflug per Bus auch nicht zu schaffen (30+50 Minuten Fahrzeit). Der Aufenhtalt in dem Nachbau des Langhauses beträgt ca 50-60 Minuten. Es gibt ein wenig Unterhaltung, dazu die Geschichte der Wikinger (zumindest ein Teil davon) und etwas sehr schmackhaftes zu essen. Die Leute dort sind sehr herzlich und nett!
      Ich persönlich würde die Fahrt entlang der Lofot-Wand weiterhin bevorzugen, kann aber nicht behaupten, dass das (viele) Geld für den Ausflug vergeudet ist: Jeder nach seinem (ihrem) Gusto! Erst zur Abfahrt der Capella kommen wir in Svolvaer an. Den Stop am Trollfjord lassen wir aus, damit wir die Verspätung wieder reinholen.
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    • Danke für den informativen und witzigen Bericht von der Jungfernfahrt. :good3:

      Die Biberfütterung im Atlanterhavsparken ist wohl (relativ) neu - im September 2016 gabe es sie noch nicht - wobei das ja auch schon wieder eine Weile her ist ... :pardon:

      In Trondheim war der Ausstieg über den Frachtraum vermutlich ein Test, ob die Reisenden flexibel genug für diese Variante sind ... ;)

      Wer ist zur Zeit Reiseleiter? Oder gibt es auch bei Havilas ein Expeditionsteam??
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • 16.12.21 - MS Havila Capella - unerwartete Jungfernreise vom 11.12. bis 18.12.

      16.12. Harstadt "Fit for Future", in Finsnes rüstet der Weihnachtmann auf - Havila unter Strom

      Ich denke, die meisten von Euch kennen Harstad auf den Vesterålen? Der Ort gehörte noch nie zu den schönsten entlang der Hurtigroute, aber das scheint Jemand ändern zu wollen. Bei Einfahrt erwartet uns ein wahres Trümmerfeld, die Lagerhallen sind abgerissen, im Hintergrund sieht man die Basis für etwas Neues entstehen. Bei dem Tempo mit dem die Norweger bauen, sollten die Leute unter Euch, die im Herbst nächsten Jahres reisen, ein völlig neuen Anlegebereich sehen können. Wir sind gespannt!

      Das Wetter heute ist echt scheußlich. War es gestern nur lausig, so ist es heute richtig mies. Der früher gefallene Schnee hat sich mittlerweile verflüssigt, wir stapfen in den matschigen Resten herum. Auch der Weihnachtsmann macht sich Sorgen um seinen Schlitten. Ohne Schnee kein Schlitten, ohne Schlitten kein Weihnachtsmann. Eine einfache Gleichung und eine einfache Lösung! Er rüstet auf!
      Wir freuen uns, Euch exklusiv hier in diesem Forum sein neues Gefährt vorstellen zu dürfen (siehe Bild). God Jul!!!

      Kurz vor Einfahrt nach Tromsø kommt die Durchsage unseres Bordreiseleiters. Man würde in Kürze auf den reinen Elektrobetrieb umschalten. Die Havila Capella hat die größten Akkus an Bord (42 Tonnen) und ist in der Lage 4 Stunden rein elektrisch zu fahren. Kurz darauf verschwand das Motorengeräusch komplett und wir gleiteten still in die Innenstadt...

      Insgesamt muss man sagen, dass die Capella auch im Motorbetrieb sehr leise ist. Beim An- und Ablegen ist das Geräuschniveau sehr niedrig. Wer das geklirre und gerappel wie bei den anderen Postschiffen erwartet, der wird "enttäuscht". Zugegeben ist es genau das, was mir persönlich fehlt! :/

      In Tromsø schüttet es noch immer, hier checken wir heute aus. Wir haben gehofft hier Polarlichter zu bestaunen, aber die Chancen stehen schlecht. Aufgrund des Windes wurde der Fjellheisen gesperrt, so dass wir uns zu einem schlichten Stadtbummel entscheiden. Wir essen früh zu Abend, denn wir wollen die Aussicht auf Hurtig-Kai, Eismeerkathedrale und Storsteinen von unserem Hotelzimmer aus genießen. Zumal da ja noch diverse Tage ins Tagebuch zu schreiben waren. Für morgen Abend haben wir eine Bustour zur Polarlichtjagt gebucht, in der Hoffung, dass a) der Busfahrer ein Stück freien Himmel findet und b)uns das Polarlicht erscheint. Wir werden berichten und bitten Euch, uns die Daumen zu drücken!

      PS: Ich bedanke mich herzlich für Eure Resonanz von unserem kleinen Kurzreisebericht und habe hier Eure Anmerkungen/Fragen in einem Thread zusammen gefasst. Herzliche Grüße aus Tromsø !

      @Arctica zur Werft in Spanien war meine Information, dass diese Werft vor dem Bau der Havila Polaris ein Schiff für Le Ponant fertig gestellt hatte. Hier wurde jedoch beim Bug gepfuscht (zu dünnes Material, falsche Schweißnäthe), so dass das Schiff wieder in die Werft musste. Damit hätte sich der Bau der Havila Schiffe wohl stark verzögert. Ich würde für diese Infos meine Hand nicht ins Feuer legen wollen und lass mich da gerne besseres belehren!

      @AEvenaar wir wünschen Euch eine tolle Reise! auch Ihr dürftet nicht grad das optimale Wetter haben, aber wir drücken Euch die Daumen, dass es besser wird!!!

      @uschi2304 ja, ich nehme mich gerne mal nicht so ernst. Es gibt bereits viele tolle Reiseberichte hier im Forum und die meisten von Euch sind ja auch schon mal die Route gefahren. Ich hielt es für eine Abwechslung im Stil von "Terry Prachett" zu schreiben und mich etwas allgemeiner zu halten.

      @lynghei das erstaunliche an den Pølserbrøds ist, dass sie auch nach Stunden noch immer schmecken... selbst wenn sich dann ein Bieberschwanz-Aroma dazu gesellt. Auch ganz wichtig: Unterschätze nie Kinderhochstühle... Wenn ständig etwas kleines, gemeines auf Dir sitzt, dich mit Essen besudelt und mit Löffeln auf Dir rumkloppt - wer bitteschön würde denn dann nicht ebenso gemein und hinterhältig werden?

      @Green im Frachtraum der Capella sieht ganz schön wüst aus, dank der erzwungenen Jungfernreise. Es gibt an Bord noch viel zu tun und Teile sammeln sich dann im Frachtraum an. Im Gegensatz zu den Schiffen der Hurtigruten, ist der Frachtraum deutlich kleiner bei Havila. Dafür wirkt aber das Schiff im Innern erheblich größer als z.B. die vergleichbare Trollfjord.

      @Tomoka Nein, natürlich gab es die Polartaufe, irgendwo müssen hier auch Bilder kursieren. Da ich selbst die Taufe schon oft mitgemacht habe, einmal sogar der König Njord sein durfte, habe ich mir diesmal erlaubt eine Runde auszusetzen.

      @mil etter mil den Ausstieg über den Frachtraum hatten wir auch in Bodö , das auch noch sehr kompliziert. Die Zeit fehlte uns dann am Saltstraumen . Namen sind für mich eine Katastrophe, an Bord der Capella sind viele ehemalige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Trollfjord und Lofoten. Den Hauptreiseleiter kenne ich von der Trollfjord. Supernett, aber frag mich nicht wie er heißt :(
      PS: Bis heute hat sich mir der Unterschied zwischen Reiseleiter und Expeditionsteam auf der Postschiffroute nicht erschlossen.


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      Post was edited 4 times, last by “Nils Rautenberg” ().

    • Nils Rautenberg wrote:

      Man würde in Kürze auf den reinen Elektrobetrieb umschalten.

      Wurde das nur das eine mal gemacht? Irgendiwe dachte ich man würde das öfters tun.

      Nils Rautenberg wrote:

      Euch exklusiv hier in diesem Forum sein neues Gefährt vorstellen zu dürfen

      Sehr schick :thumbsup:

      Herzlichen Dank für den Kurzbericht und für die Bilder und auch schon mal Danke für weitere Bilder der Havila Capella . :thumbup:

      Und selbstverständlich werden die Daumen für Nordlicht gedrückt. :good3:
      Nordlicht :flower:

    • Kurzer Überblick Schiff, Resümee

      Hei!

      Wir wollten Euch ein paar Bilder von Kabinen zur Verfügung stellen und Euch weitere Infos zum Schiff "liefern". Ich war in den letzten knapp 30 Jahren auf relativ vielen Schiffen unterwegs und traue mir verschiedene Urteile zu. Das bedeutet nicht, dass meine Meinung das "Maß aller Dinge" ist, aber vielleicht hilft es ja dem Einen oder Anderen weiter?

      Behindertengerecht?
      Absolut! Und zwar für Rolli-Fahrer als auch blinde Menschen super geeignet. Es gibt überraschend viele barrierefreie Kabinen, sowohl Innen als auch Außen und/oder mit Balkon, mit 2 und 4 Betten . Die Bäder/Duschen sind komplett ebenerdig, alle Türen lassen sich mit Schalter öffnen. Die Kabinen sind noch größer als der Standard. Der Ein- und Ausstieg wird i.d.R. über den Frachtraum erfolgen. Für Blinde bietet sich jederzeit die Möglichkeit sich zu orientieren. Selbst die Treppen verfügen über eine Kennzeichnung in welchem Stock man sich befindet und ob die Treppe nach oben oder nach unten führt. Für Gehörlose gibt es ebenfalls Hilfe. Hier fehlt mir aber die Erfahrung, in welcher Art und Weise hier geholfen wird, sorry.

      Kabinen:
      Selbst die kleniste Kabine mit 9qm wirkt aufgrund der Stockbetten geräumig. Da haben die sogar noch eine kleine Couch verbaut. Nur hier hat Havila aktuell günstige Presie zur Einzelbelegung, leider. Alle anderen Kabinen haben mind 15qm, was bereits einem Kreuzfahrt-Charakter entspricht. Ich selbst konnte mich über den relativ geringen Platz an Bord der Hurtigruten nie beschweren, mir haben auch die kleinen Größen gut gefallen. Alle Außenkabinen haben mindestens ein Fenster, was den Namen zu Recht trägt. Kabinen mit Bullaugen sind der Besatzung vorbehalten.

      öffentliche Räume:
      Ins Auge fallen spontan die breiten Flure, auch im Bereich der Kabinen. Das gefällt gut, obwohl ein schmaler Flur den Vorteil hat, dass man bei Seegang besser Halt gewinnt. Es gibt viele Sitzgelegenheiten auf dem ganzen Schiff. Bedenkt man nun, dass die gesamte Passagierzahl geringer als beim Mitbewerber ist, dann lässt das vermuten, dass auch bei voller Auslastung des Schiffes, ausreichend Platz vorhanden ist.

      Umlauf:
      Oben auf Deck 9 gibt es die Möglichkeit der Umrundung des Schiffes. Dabei geht man im vorderen Bereich ein Stück auf einem Gitter, weches über die Bordwandung hinaus geht. Schon cool. Allerdings führt dieser Weg auch vor dem Panorama-Salong vorbei, was die Gäste, die es sich in einem der bequemen Sessel gemütlich gemacht haben stören dürfte. Von Vorteil ist, dass es keine Kabinen gibt, vor denen Jemand her laufen kann (wobei - ich mag die Kabinen auf Deck 5 der Hurtigruten).

      Essen:
      Ist für Havila scheinbar ein ganz wichtiges Thema: Es soll bei allen 3 Mahlzeiten am Tisch serviert werden. Das klappt noch nicht sehr flüssig, hat sich aber von Tag zu Tag gebessert. Trotzdem glaube/hoffe ich, dass sich das Konzept zumindest beim Frühstück nicht durchsetzen wird. Die Qualität der Speisen bei Hurtigruten ist m.E. nicht so gut wie bei Havila (im Moment), allerdings ist die Qualität bei HR noch immer sehr gut und die Auswahl bei den Buffets deutlich größer als bei den Menukarten der Havila. Diese Menukarten werden alle 3 Tage gewechselt und entsprechen vom Angebot her immer der Region die grade befahren wird. Dazu gibt es Angebote, die man die ganze Zeit über bestellen kann. Mir wäre es lieber, wenn eine Karte nur für 2 Tage eingesetzt wird, da man die Angebote recht schnell "durch" hat.
      Neben den reguläen Speiseangeboten gibt es zwei Sonderseiten mit zusätzlichen Angeboten gegen Gebühr. Beim Programm "Havila-Gold" ist das mit im Preis inkludiert. "Havila-Gold" ist aber ziemlich teuer, es sei denn, man reist in einer Suite.
      Die Cafeteria befindet sich noch im Entwicklungszustand. Das Angebot war extrem "flach"

      Getränkepreise:
      Vergleichbar mit den Hurtigruten, das Bier eher teurer (0,4 Liter ab 98 NOK). Sorry für die mieserablen Fotos von den Speisekarten/Getränkekarten. Mir ist es immer peinlich sowas zu fotografieren.

      Internet :
      Ist aktuell im Reisepreis inkludiert. Nicht so wahnsinnig schnell, mittlerweile relativ stabil.

      Design:
      ist immer Geschmackssache. Mir persönlich gefällt der traditionelle Einschlag bei den Schiffen der Hurtigruten deutlich besser. Die Havila ist in der Farbgebung sehr modern und mir zu dunkel gehalten. Es gibt unglaublich viele Fenster bei der Havila, was eigentlich ein riesiger Vorteil ist (solange die Fenster sauber sind). Von außen sieht das Schiff aber doch etwas "zerfleddert" aus. Vielleicht ist das aber auch einfach wieder die Zeit für Veränderungen (so wir der Sprung von den 90er Jahre Schiffen zu den 2002-2004 Schiffen der Hurtigruten).

      Preis/Leistung:
      Im Moment sind die Preise der Havila deutlich besser als die der Hurtigruten, so zumindest meine Erfahrung. Allerdings steigen bei Havila die Preise an und Hurtigruten werden mit Rabatten kommen. Letztendlich hoffe ich, dass sich beide Reedereien annähern werden und die Reisepreise insgesamt etwas niedriger werden als es bei Hurtigruten in den letzten Jahren der Fall gewesen ist. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft!

      Liebe Grüße,
      Heike&Nils
      Images
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    • Das Umlaufdeck ist nach oben hin komplett offen. Dazu die offene Deckfläche im hinteren Bereich. Wenn Du in einem der beiden Whirpools sitzt, dann hast Du ebenfalls den Blick nach oben weitestgehend offen! Darüber hinaus gibt es auf Deck 5 noch ein Vordeck (ähnlich wie Finnmarken, aber nicht so schön). Da kommt amn wohl über das Deck 6 dran, haben wir aber nicht probiert. Die Reise war wohl doch zu kurz...