einmal Schweden und zurück

    • 2021
    • Nord
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      Es ist schon etwas her, Anfang September war es. Noch nicht lange aus Norwegen zurück, hatte ich doch schon wieder ein wenig Reisefieber. Eine Tagestour sollte es werden, ich wollte die neue Fährlinie von Sassnitz nach Ystad ausprobieren. Sie besteht ja nun schon seit letztem Spätsommer, wobei im Winter keine Fahrten stattfanden. Ich hatte Freunde aus dem süddeutschen Raum zu Besuch und stellte ihnen die Idee vor, mal kurz über die Ostsee zu brausen und noch einen schönen Spätsommertag in Ystad zu verbringen und Skandinavien damit zumindest anzukratzen. Ihre Augen leuchteten...

      Wir suchten uns den 3.9. aus, das Wetter sollte auch mitspielen. Tickets hatte ich bereits am Vortag online gebucht. Aber wo genau fährt sie denn nun ab? Im Winter lag sie in Sassnitz im Stadthafen, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie von dort fahren würde. Meine Vermutung erwies sich als richtig, Abfahrt ist in Mukran, genau an dem Terminal, wo vorher die "Sassnitz" abgelegt hat.

      Morgens ging es dann zeitig los, schon 6 Uhr aufstehen und die bereitgestellten Rucksäcke schnappen. Frühstück würde es sicher auf der Fähre geben. Eine knappe Dreiviertelstunde brauchten wir mit dem Auto bis zum Parkplatz am Terminal. Spätestens eine halbe Stunde vor Abfahrt soll man da sein, dann wird das Gate geschlossen. Und dann konnten wir an Bord des Skåne Jet gehen, Zugang ist über das Heck, sowohl für Autos als auch Fußgänger. Kalt und bedeckt war es zu diesem Zeitpunkt, hoffentlich würde sich die gute Wetterprognose noch bewahrheiten. Schon dreiviertel acht legten wir ab, damit erklärt sich auch, dass es durchaus sinnvoll ist, pünktlich zu sein. Also erstmal einrichten, wo gibt´s denn jetzt Frühstück? Man hatte die Wahl zwischen Kaffee und Muffins oder Kuchen (zu Tankstellenpreisen) zum Mitnehmen an den Tisch oder einer Frühstücksplatte im Restaurant, noch teurer. Wir entschieden uns für die erste Variante und waren froh, auch noch Obst mitzuhaben. Beim nächsten Mal decke ich mich vorher ein.

      Es war ganz gut Wind und Welle, vor Sassnitz steht gerne mal eine unangenehme Grundsee. Eine meiner Mitreisenden fand das gar nicht lustig, versuchte aber, es mit Humor zu nehmen. Zumindest brauchte sie keine Tüte, wie so einige andere. Als wir uns dann der schwedischen Küste näherten, riss der Himmel auf ud die Welle ließ auch nach. Bald kam Land in Sicht und schon kurz darauf waren wir an der Hafeneinfahrt. Im Terminal noch ein Blick zur Seite. Nun hatten wir immerhin 7 Stunden Zeit, die Stadt zu erkunden, deutlich mehr als früher bei Tagesausflügen in Trelleborg. Wir ließen uns durch die Fußgängerzone treiben, inzwischen war schönster Sonnenschein. Wir schauten in die kleinen Hinterhöfe, in mehreren gibt es Läden, Cafés und Restaurants. Danach hätte ich meinem Besuch gern die Marienkirche gezeigt, aber diese war weiträumig abgesperrt. In langen Schlangen standen die Menschen an, die meisten mit Klapphöckerchen und großen Taschen oder sogar Wagen. Sie wollten ihre Schätzchen anbieten, vor der Kirche wurde die schwedische Version von "Bares für Rares" gedreht. Weiter ging es also durch die Stadt, dann eben zum Kloster mit einem umfangreichen Klostergarten. Zum Schluss kamen wir ganz schön pflastermüde zurück zum Schiff, auch zurück ging es überpünktlich. Ein letzer Blick auf die Stadt, ehe es mit Characho wieder über die Ostsee geht. Noch vor Sonnenuntergang sind die Kreidefelsen von Rügen wieder in Sicht, in der Dämmerung legen wir an. Und um diese Zeit waren die Straßen auf Rügen leer, schnell waren wir wieder zuhause.
      LG
      Beate