Ägäis vom 22. September bis 6. Oktober 2020, eine Pandemie betroffene Kreuzfahrt

    • Süd
    • @Saedis Ich wünsche euch eine schöne Reise und beste Grüße an Frau Sandra Buschmann, die Reiseleiterin; ich glaube, sie ist weiterhin auf dem Schiff. Natürlich waren die Landausflüge teuer, aber nicht teurer als sonst üblich. Bei HR hatten die Preise mich mehr abgeschreckt. Auf den Azoren geht es mit dem Bus überall sehr bergauf und vielleicht auch manches Mal wird wirklich fahrerisches Können gefordert. Außerdem gehören die Azoren zu Portugal - und Portugal ist teuer. Euch nochmals eine tolle Reise!!

      Wir suchen noch, was wir nun statt unserer ausgefallenen Arktisreise tun wollen. Vielleicht entscheiden wir uns, für die "klassische" Norwegen-Expeditionsreise ab und bis HH im September - bis diese dann auch wieder gecancelt wird.
    • Danke für die guten Wünsche!
      Betr. Kosten für die Ausflüge - da wir nicht so die Busfans sind und wir von relativ niedrigen Taxikosten auf den Azoren gelesen hatten, war das grundsätzlich für uns eben die interessantere Alternative. Aber egal - hauptsache wieder auf die Wellen und ein schönes Reiseziel noch dazu. Morgen geht's los - Reiseunterlagen allerdings noch immer nicht da und Testergebnis auch nicht... Spannend!
      Falls unsere eigene Arktisreise auch ins Wasser fallen sollte - wir hoffen noch ein wenig... - werden wir eventuell auch im Herbst eine Küstenreise ins Auge fassen - dann soll ja auch Havila schon fahren...
    • 30. September 2020 Symi oder auch Simi

      Nachdem wir am Vortag endlich mal einen sehr schönen unter Dampf an griechischen Inseln vorbeirauschenden Nachmittag (mit Badepause) und Abend erlebt hatten, was etwas mehr unserem Segeln entsprach, was ich meiner Frau nahe bringen wollte, kamen wir in der Früh in ganz anderer Gegend an. Wir erreichten Symi, eine kleine nördlich von Rhodos gelegene Insel, von der wir zuvor nie etwas gehört hatten. Rhodos-Urlauber werden diese Insel wahrscheinlich von Ausflügen kennen. Wir wunderten uns sehr, dass wir hierhin fuhren, da die Insel ganz nah zur türkischen Festlandküste liegt. Auf See mussten wir mit den Handys aufpassen, nicht plötzlich im türkischen Netz zu landen. Erst später auf Rhodos verstand ich, warum die World Explorer es wagte, hier so nah bei den Refugees anzulanden. Die Strömung ist immens hoch, da das ägäische Meer hier in das eigentliche Mittelmeer mündet und dadurch eine nicht ungefährliche Strömung entsteht; von Rhodos aus konnte man sogar gut erkennen, dass die Farbe des Wassers unterschiedlich ist.
      Gegen 8 Uhr näherten wir uns der Insel



      und fuhren gegen 9 Uhr in dem am Ende eines kleinen Fjords gelegenen Hafen ein.



      Wir fühlten uns sofort wie in einer anderen Welt. Bunte Häuser aller Orten. Es kam Karibik Feeling auf – so stelle ich mir Willemstad auf Curacao vor.



      An Land wanderte ich die vielen Stufen der Kali Strata in die Oberstadt, um den Blick auf Ort und Bucht zu genießen.





      und dann noch ein apartes Katzenversteck



      Nach einem notwendigen Erfrischungsstop mit Blick auf den Hauptort



      wanderten wir noch zur nächstgelagerten Bucht und zurück und mussten feststellen, dass nicht nur der Ort sondern auch die Landschaft und die Strände eine Urlaubsreise wert sind.



      Zurück an Bord wurden wir auf eine Zodiaktour eingeladen. Übrigens: Selbst hier mit Masken. Der Chefingenieur der World Explorer ließ es sich nicht nehmen, eines der beiden eingesetzten Zodiaks selbst zu fahren.



      Wir fuhren in die andere Bucht, die wunderschön gelegen war. Hierhin erweiterte sich der Hauptort über den Gebirgskamm hinaus.



      Nachdem wir wieder an Bord waren, fuhr die zweite Gruppe mit zwei Booten. Die haben sich anscheinend etwas weiter auf das offene Meer herausgewagt, so dass unser Kapitän von türkischer Seite angefunkt wurde, diese sofort zurückzupfeifen, sonst würden diese Boote von ihnen aufgebracht. Dem Kapitän genügte nicht nur das Zurückpfeifen, sondern er setzte auch sofort das Schiff in Bewegung und holte die Zodiaks ein.
      Da der Tag so ereignisreich und schön war



      Gab es am Abend auch wieder einen traumhaften Sonnenuntergang gratis dazu.





      Es folgt am nächsten Tag Rhodos, was der Ersatz für Instanbul sein sollte.
    • ​01. Oktober 2020 Rhodos

      Von Symi nach Rhodos Stadt benötigt eine Fähre ca. 1 Stunde. Wir waren über Nacht 12 Stunden unterwegs und kreuzten vor Rhodos.
      Pünktlich zum Aufstehen und Frühstücken fuhren wir bei wunderschöner Bestrahlung durch die aufgehende Sonne in den Hafen ein. Bei der Stadt Rhodos handelt es sich um die wohl am besten erhaltene mittelalterliche Stadt der Welt. Schon bei der Einfahrt in den Hafen war die hervorragend erhaltene Stadtmauer zu erkennen.



      Wir hatten beim gebuchten Landpaket statt Istanbul nun Rhodos dabei, was ich ursprünglich glaubte nicht zu benötigen. Es stellte sich dann aber heraus, dass dies doch einige Vorteile hatte, da wir auch außerhalb der Stadt einiges besichtigten. :) Am Eingang des Hafens begrüßten uns von zwei Säulen herab die Wappentiere der Insel, nämlich der Hirsch und seine Hirschkuh. :8):



      Die Legende besagt, dass einst unzählige giftige Schlangen die Insel unbewohnbar machten. Die Rhodier befürchteten, dass sie wegen dieser Tiere ihre Heimat verlassen mussten und befragten dazu das Orakel in Delphi. Das Orakel empfahl, Hirsche auf der Insel anzusiedeln, was befolgt wurde. Die Hirsche vertrieben die Schlangen. Eine (aber wohl falsche) Überlieferung besagt, dass an dieser Stelle der Koloss von Rhodos stand und unter ihm die Schiffe in den Hafen fuhren.
      Der Hirsch war auch auf jedem der Kanaldeckel verewigt.



      Bevor wir uns die tolle Altstadt angesehen haben, fuhren wir an der Nordwestküste (ägäische Seite) Richtung Flughafen. Bestürzt war ich, wie lang sich der Ort an der Küste entlang zog, ein Hotel neben dem anderen. Es erinnerte mich sehr an die Costa del Sol, nur dass ich das hier nicht erwartet hätte. :/ Normaler Weise ist das dort rappelvoll; als wir dort entlang fuhren, war kaum eine Menschenseele zu sehen. Wir bogen ab in die Berge und fuhren zu dem 267 m hoch gelegenen (mir zuvor unbekannten) Kloster Filorimos.





      Ein schönes altes Kloster, bei dem auch die Hinterlassenschaft der Kreuzritter erkennbar ist.
      Von hier oben hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Nordosten der Insel. In der Ferne ist die Türkei zu erkennen.



      Dann ging es mit einem kurzen Abstecher bei einer römischen Ausgrabung in die antike City von Rhodos Stadt. Abgesetzt wurden wir in der Nähe des Großmeisterpalastes, der wie auch seine gesamte Umgebung das Kreuzritter-Mittelalter toll widerspiegelt (teilweise Nachbauten).





      Nach der Besichtigung des Palastes werden wir in unsere Freiheit entlassen. Zuerst durchlaufen wir (bei diesem Pflaster sehr vorsichtig) die Straße der Ritter (Ippoton), wo sich in normalen Zeiten die Menschenmassen „wälzen“.



      Wir laufen durch die Innenstadt, hätten beinahe Schmuck gekauft; aber auch das machte kaum Spaß, da in diesem Falle ein wenig der Trubel fehlte. Niemand, der vor dieser Zeit Rhodos besuchte, wird sich vorgestellt haben können, am Nachmittag so die Haupteinkaufsstraße von Rhodos entlang laufen zu können.



      Nur bei unserem Snack in einem „Bier- oder Weingarten“ im Herzen der Stadt war doch wenigstes jeder dritte Tisch besetzt, was gleich etwas Gemütlichkeit brachte. Es hätte hier zig Fotos mehr gegeben, die erst einen Eindruck dieser großartigen Stadt gegeben hätten; dies wäre aber für ein Forum über Natur insbesondere in kalten Gegenden etwas zu viel des Guten gewesen. =O
      Durch eines der großen Stadttore begaben wir uns wieder zum Hafen und auf unser Schiff.



      Bei Sonnenuntergang ergab sich ein wunderschöner Blick auf den Uhrenturm (1851), der auf dem höchsten Punkt der Altstadt errichtet wurde.



      Dem obligaten traumhaften Sonnenuntergang über der Stadt



      folgte dann auf dem Meer ein Mond, wie wir ihn sonst noch nicht erlebt haben, selbst nicht mit dem Supermond hier in Deutschland. Leider kommt das bei einem Handyfoto nicht so heraus, wie es dort auf uns alle wirkte.

      Am nächsten Tag wachen wir vor Santorin auf :thumbup:
    • ​02. Oktober 2020 Santorin

      SANTORIN :!:
      Für mich war und bleibt es die Trauminsel in der Ägäis. :thumbup:
      Es ist die Insel für die Hochzeitsreise und für die anderen zum Träumen. Es war das erste Mal auf dieser Reise, dass ich es genossen habe, dass außer uns kaum Touristen auf der Insel waren. Diese weiße Pracht mal ohne schiebende Menschenmassen, mit Puffen rechts und links und Nichtssehen, da die Anderen länger sind oder auf Plateausohlen laufen. Es war ein Genuß!!! :dance: So würde ich immer wieder kommen, liebes Santorin. :thumbup:

      Schluss mit dem Schwärmen und von Anfang an: Gegen halb acht fuhren wir bei Morgendämmerung in den Krater von Santorin. Aus dieser Ferne sah es aus, als seien die steil aufragenden Ränder der Insel mit Schnee bedeckt. So geht es jedem der die Insel zunächst von der Wasserseite aus sieht (innerhalb des Kraters).



      Ich hatte Befürchtungen, dass es auf dem Schiff nicht so toll wirken würde wie vom Segelboot aus; aber da war kaum ein Unterschied. Da sich die schroffen Felswände bis knapp 300 m in die Höhe schrauben, wird all das selbst von den Ozeandampfern aus noch Wirkung erzeugen.
      Apropos Ozeandampfer. Bei den blauen Reisen ist „Mein Schiff 6“ auch immer zum Sonnenuntergang in den Krater der Insel gefahren. Der Dampfer durfte aber nicht ausschiffen, da hier zu viele Passagiere an Bord waren. Und jetzt, als wir auf Santorin waren, war „Mein Schiff 6“ überhaupt nicht unterwegs. Es wurde ja 3 Tage vorher vermeintlich bei 22 Personen auf dem Schiff der Virus festgestellt, so dass das Schiff in Piräus festlag. Erst am 4. Tage wurde es „freigelassen“ und durfte weiterfahren – mit allen starken Einschränkungen, die uns dann aber auch am Schluss der Reise in Athen einholten.
      Wir waren auch auf Santorin der erste Kreuzfahrtdampfer, der hier anlegte. :thumbup: Bei der Kreuzfahrt nach uns, kam die World Explorer noch einmal hierher; ansonsten fuhrnach uns noch zwei oder dreimal ein Ponant-Schiff nach Santorin. Das war es dann, die Kreuzfahrt-Saison von Santorin. :huh:
      Wir wurden ausgeschifft und fuhren nicht zur Anlegestelle, von wo die Gondel und die Esel die Touristen nach oben bringen, sondern an eine Stelle, an der uns ein Bus in Empfang nahm. Zunächst fuhren wir auf die höchste Erhebung der Insel (566 m), von wo wie einen grandiosen Blick über die Insel hatten. Hierhin wären wir ohne Ausflug nie gekommen. ^^



      Nicht weit entfernt, etwas südlicher, wäre Akrotiri (das griechische Pompeji; auch durch einen Vulkanausbruch verschüttet) sehenswert gewesen; es war aber aus bekannten Gründen geschlossen. Also fuhren wir auf der Ostseite entlang ganz ans nördliche Eck der Insel nach Oia, das nach einem Erdbeben 1956 am Kraterrand schneeweiß neu wie Phoenix aus der Asche entstanden ist. :thumbsup:











      Ein Traum in weiß. :heart: Viele (geschlossene) Kirchen Ein netter Bücherladen.



      Schöne (Andenken-)Schmuckläden, wo wir auch kleine Mitbringsel kauften. Hierbei wurden wir freudig auf unser Schiff angesprochen; aber die Freudenfalten fielen in sich zusammen, als sie hörten, dass nur 23 Passagiere an Bord waren. :fie: Von hier oben konnte man auch gut auf die mitten im Krater gelegene Lava-Schotter-Insel Néa Kameni sehen und davor unser Schiff – einsam und allein.



      Wir waren ein sehr langes Stück an der Kraterkante bei Oia gelaufen mit auch schönem Blick auf den Hauptort Thira, in den wir dann mit dem Bus fuhren und auch „freigelassen“ wurden. :pleasantry_1: Hier konnten wir sogar in eine Kirche besichtigen; auch weitere Geschenke wurden von uns eingekauft. Der Reiseführer (Buch) schickte uns an die Anlegestelle unterhalb der Gondel, um ein zünftiges Fischlokal zu besuchen. Abends würde ich das nie tun; denn es gibt kaum Schöneres als einen Sonnenuntergang in Thira zu erleben.
      Bei der Fahrt hinab mit der Gondel lief im "zickzack parallel" der Weg, auf dem zu normalen Zeiten die Esel geschunden werden, um die Touristen rauf bzw. runter zu bringen.



      Nachmittags ging es dann mit „unseren“ Tenderbooten zurück zum Schiff. Nach dem leckeren Gebäck in und neben der Lounge fuhr dann die World Explorer in langsamsten Tempo los, um im Krater die Schotterinsel Nea Kameni zu umrunden. Ziel der Sache war, von hier unten im Wasser an unterschiedlichen Stellen den Sonnenuntergang zu erleben. Dies gehört zu den schönsten Erlebnissen im Mittelmeer. :dance: :girl-dance: :dance: :dance4: :friends: :thumbsup:





      und dann war plötzlich Nacht über Santorin

      Und wohin verschlägt es uns morgen? Nach Patmos. :)

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    • ​03. Oktober 2020 Patmos

      Wir wachten morgens in der Früh wieder sehr nah zur türkischen Küste auf. Wieder mussten wir mit den Handys aufpassen, nicht im türkischen Netz zu landen.
      Wie jeder Morgen (mit Ausnahme in Thessaloniki) wachten wir mit in warme Farben gehüllter Insellandschaft auf.



      Hier waren wir nicht das erste Kreuzfahrtschiff dieses Jahres, das anlandete. Über cruisemapper.com beobachtete ich jeden Tag, was Kreuzfahrt touristisch im Mittelmeer und insbesondere in der Ägäis los war. Hier war schon Ponant zweimal vor uns da. Für die Insel hatten wir auf eigene Faust fast einen ganzen Tag Zeit. Oben auf dem Berg thront unübersehbar das Johanneskloster das Pilgerziel jedes Patmos-Touristen. Einige unserer Mitpassagiere entschlossen sich zu Fuß auf den Berg zu wandern. Da wir aber keine Bergziegen sind und auch längeres Wandern nicht unsere Sache ist, nahmen wir uns ein Taxi nach oben. Eigentlich dachten wir, dass die Fahrer Schlange stehen würden, endlich einen Touri erhaschen zu können und ein wenig Geld zu verdienen. Hier hatte man aber nicht das Gefühl, dass deren Juchhu was Besonderes gewesen wäre. Mit halb griesgrämigen Gesicht wurden wir nach oben transportiert. Wir hatten ihn in seiner Ruhe gestört. Entlohnt wurden aber wir; zunächst durch einen famosen Panoramablick über die Insel.



      Aber auch vom Parkplatz aus durften wir noch etliche Stufen und Wege bis zum als Wehrburg im 18. Jahrhundert ausgebauten Kloster hinauflaufen.



      Wie man sieht, haben auch hier die Johanniter Ihr Kreuz überall hinterlassen.



      Das Kloster überraschte mit seiner griechischen Schönheit, die teilweise auch an mexikanisch, texanische Sakralbauten der ersten Jahre in Amerika erinnerte. Der Narthex (Vorhalle) der Kirche war mit Fresken aus dem 12. Jahrhundert versehen. Die Malereien in der Kirche wie auch die Ikonostase wurden im 19. Jahrhundert durch Stiftungen des russischen Zaren finanziert. Hier war es wieder einmal ein Traum, nur von ein paar wenigen Touristen von unserem Schiff umgeben gewesen zu sein!











      Da leider keine Taverne am Berg mit schönem Blick auf die Insel oder die Klosteranlage geöffnet war – vielleicht war es auch nur zu früh -, begaben wir uns wieder per Taxi in den Hafen. Wir durchliefen den sehr malerischen Ort, hatten aber auch hier keine Lust uns in eine der Tavernen – tatsächlich geöffnet – zu setzen; denn alleine macht so etwas keinen Spaß. Man fühlt sich verloren und verlassen. Wir stellten fest, dass es etwas anderes ist, ob man fast einsam in Norwegen oder in Griechenland/Mittelmeer ist.



      Wir begaben uns gegen Mittag wieder auf unser Schiff und genossen von diesem aus, den schönen Blick auf Ort und Kloster, den wir über die Zeit sehr verinnerlichen konnten. Dazu einen leckeren Aperol-Spritz – was wollten wir mehr.
      Zwischendrin schauten wir unseren Zodiacs zu. Hier hatte der Kapitän der Mannschaft erlaubt, Zodiak-Ausflüge zu machen; denn die Crew durfte schon seit Lissabon vor etwas mehr als 1 Monat nicht mehr von Bord. Nur die beiden Reiseleiter vom Schiff durften dieses mit uns verlassen. Die Crew nur zum Tendern.



      Den Blick auf Insel und Kloster genossen wir bis zum Sonnenuntergang.



      Über Nacht schippern wir dann zu unserer letzten Insel, nach Naxos.
    • @Balou, danke für die so schön bebilderte Reise in südliche Gefilde - passend zum sommerlichen Wetter bei uns. Da ist es leicht, euch zu folgen in eine wunderschöne und geschichtsträchtige Gegend. Danke für die vielen geschichtlichen Infos! :thumbsup: Viel Neuland für mich. Besonders neu für mich war Santorin. Das kannte ich nur von all den Hochglanzfotos und dachte immer, es sei nur ein kleiner Fels im Meer. Von seiner aufregenden vulkanischen Vergangenheit, der riesiegen Kaldera.... wusste ich bisher nichts.
      Mal sehen, ob mein Nordlandgen mich mal loslässt für eine Reise in den Süden. ;)

      Viele Grüße
      omlia :)

      Reiseberichte im Profil
    • Santorin ist wirklich ein Muss für den normalen Menschen. Aber hier sind doch fast nur "Hitzeverächter" unterwegs! Aber auf Santorin gibt es zumindest meistens eine nette Brise.
      Wenn Du dahin willst, bitte noch dieses Jahr. Dann wird es wieder voll und überteuert.
      Beste Grüße aus dem hitzigen München :8):
    • 04. Oktober 2020 Naxos

      Sonnenaufgang bei der Einfahrt in den Hafen des Hauptortes von Naxos.



      Naxos ist eine große Insel in der Mitte der Kykladen. Der höchste Berg hat immerhin eine Höhe von knapp über 1.000 m. Mit dem Bus haben wir eine Inselrundfahrt gemacht. Es war Sonntag und daher vor den Kirchen teilweise auch größere Versammlungen. In die aufgrund der Gottesdienste geöffneten Kirchen haben wir uns nicht begeben. Diese Insel ist viel grüner als wir es erwartet hatten; denn vom Segelboot aus – und ich bin um Naxos herum schon oft gesegelt – ist davon kaum etwas zu erkennen.

      Am Hafen erwartete uns das Tempeltor Palatia, das zu einem nie fertig gestellten Tempel des Apoll aus dem 6. Jh. n.Chr. gehörte.



      Wir stiegen in den Bus und machten – wie immer ca. 13 Personen in einem großen Bus; die Abstände konnten also immer eingehalten werden und Masken wurden getragen – einen Ausflug über die Insel mit vielen Fotostops. Erstaunlich war, wie viele Kirchen in den Tälern und auf den Bergspitzen weiß in den Himmel leuchteten.





      Vorbei an einem Marmorsteinbruch, der immer noch in Betrieb ist,

      fuhren wir im Gebirge nach Koronos, einem sehr malerischen Bergstädtchen. Auf dem Weg in die Stadtmitte zu einem sehr netten kleinen archäologischem Museum kamen wir an dieser Kirche vorbei mit Menschenmassen vor dem Tor. Auf dem Rückweg war alles leergefegt, aber man hörte die Messe.



      Im Ort haben wir sehr feine leckere Antipasti :an-king: erhalten und konnten den Blick vom Restaurant genießen. Hier aber ein paar Fotos vom Ort mit seiner kleinen Burg.





      Weiter ging es zu einem antiken Marmorbruch von Flerió. Hier liegt ein unvollendeter Kouros aus dem 6.Jh. v.Chr., eine Marmorstatue, die für Tempel vorgesehen war.



      Von hier fuhren wir über Apollon im Norden der Insel wieder über die Inselmitte zurück zum Hafen, wo wir uns dann frei bewegen durften. :) Es war ein sehr lohnenswerter Ausflug, womit wir in dieser Form nicht gerechnet hatten. :thumbup:
      Naxos Stadt ist ein wunderbar griechischer , aber auch vertouristeter Ort. Im Ort selber reiht sich ein Restaurant und ein Klamotten- oder Souvenirladen an den anderen. Ein ganz paar wenige Touristen außer uns waren anzutreffen, aber die konnten wir an zwei Händen abzählen.







      An diesem Tag war es sehr heiß, so dass wir uns recht bald auf die Klimaanlage des Schiffes freuten. Ab und an schauten wir uns zur Abkühlung auch die Bilder in den Fluren des Schiffes an und träumten von der Arktis.

      Wir wussten ja, dass wir dorthin im September 2021 kommen werden und waren uns ganz sicher. Aber diese Hoffnung hat ja nun die grönländische Politik zunichte gemacht. :diablo:
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      Balou wrote:

      Naxos Stadt ist ein wunderbar griechischer , aber auch vertouristeter Ort.


      1980 sind wir ohne jede Hotelbuchung in der Ägäis von Insel zu Insel gereist. Wo es uns gefiel, blieben wir länger. Damals war Naxos unsere Lieblingsinsel und es ist schön zu sehen, dass sie sich ihren Charme weitgehend bewahren konnte.
      Danke für all die schönen Bilder, :thumbsup: die zahlreiche Erinnerungen wecken.

      Viele Grüße
      Laminaria
      Reiseberichte sind in meinem Profil verlinkt.


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      @Laminaria Es freut mich sehr, dass Dir der Bericht über die Ägäis gefällt und Erinnerungen erweckt. Ja Naxos hatte mich sehr positiv überrascht und für mich war es toll mal die Inseln zu besuchen, die ich sonst nur vom Wasser aus kenne; denn meine Mitsegler sind leider nur darauf aus, zu segeln und mit Landgängen ja keine Zeit zu vergeuden.

      Beste Grüße
      Balou
    • ​05. Oktober 2020 Athen

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      Es geht dem Ende entgegen. :thumbdown: =O

      Morgens in der Früh – noch im Dunkeln – fahren wir den Hafen von Piräus an. Schön, dass wir nicht gleich auschecken müssen, sondern noch einen Tag an Bord mit Ausflug nach Athen haben und somit alles nur langsam sein Ende findet. :thumbup: Nur leider – hier in Piräus/Athen holt uns die Pandemie wieder voll ein. =O Schon tagelang hatten wir an Bord mit der Reiseleitung darum gekämpft, auf jeden Fall einen Ausflug anzubieten, auch wenn die 15 Personen nicht zustande kommen würden. Aber 6 bis 8 Personen, die sich angemeldet haben, waren einfach zu wenig; die meisten wollten – alles alleine erkunden – was ja auch verständlich ist, obwohl der Weg von Piräus zum antiken Athen erheblich weiter ist, als die meisten sich das vorstellen. ?( Während wir auf Naxos unsere Runden drehten, hörte dann die Reiseleitung aus Athen, dass private Ausflüge auch für unser Schiff untersagt wurden. Nur Touren mit Reiseführer und Bus waren in Gruppen bis 8 Personen erlaubt. Das galt für überall, also für die Akropolis genauso wie für die Innenstädte von Athen oder Piräus. So meldeten sich dann doch noch 16 von unseren 23 Personen für den Ausflug an :thumbup: , was die anderen 7 taten, weiß ich nicht – sie amüsierten sich wahrscheinlich an Bord. :pleasantry_1:
      So fuhren wir relativ früh morgens in 2 nicht kleinen Bussen mit je 8 Passagieren von Piräus nach Athen. Da Athen nun ja allgemein bekannt ist und auch die Fotos von den Sehenswürdigkeiten, will ich hier fast gar nichts berichten, sondern nur ein paar Fotos als Erinnerung oder als Verführung zu einer eigenen Reise hereinsetzen. :thumbup: Auch hier in Athen waren dann zwei Herzen in unserer Brust. Auf der Akropolis und im Museum haben wir es extrem genossen, dass nur ein kleines Häufchen an Touristen unterwegs war. :thumbsup: So hatte ich die Akropolis 1966 sehr leer von Touristen gesehen: so war es seitdem bis zur Pandemie nie wieder – und jetzt war vieles renoviert, was damals noch Geröllhalde war. Was hatten wir für ein Glück. :an-king: Dagegen wieder die Innenstadt: Verwaist macht die keinen Spaß.

      Die Akropolis haben wir sehr, sehr genossen. Wir mussten glücklicher Weise auch nicht immer bei der Reiseführerin bleiben, sondern konnten uns halbwegs selber bewegen, nachdem wir oben waren (alles mit Maske).









      Geliebt habe ich auch wieder sehr den Blick auf die Dächer von Athen.



      Überrascht waren wir aber vom modernen Akropolis-Museum am Fuße der selbigen. Wir fanden diese nachträglich interessanter als die Tempel auf dem Berg. In dieses Museum sind die Originale aller Statuen und Reliefs gekommen.





      Im 1. Stock, wurde der Tempel in Originalgröße nachempfunden und jede Stahlsäule entsprach einer Originalsäule. Dazwischen bzw. dahinter wurden dann die Originalreliefs angebracht. Das war super gemacht. Gratulation an die Griechen!!!



      Wichtig war auch die Eule am Eingang, das Sinnbild von Athen und wegen Harry Potter für meine Enkel.



      Mit dem Bus ging es noch in das verwaiste Touristen-Shopping-Viertel



      und anschließend noch an einigen weiteren antiken Sehenswürdigkeiten vorbei.



      Es genügte, um einen ersten oder auch zweiten Eindruck dieser Stadt zu erhalten. :thumbup:

      Den Tag konnten wir dann auf dem Schiff sehr gemütlich ausklingen lassen und uns freuen, dass wir auf einem so kleinen Schiff unterwegs sein durften. :thumbsup:



      Wer am nächsten Tag glaubte, man könne nach dem Frühstück gemütlich auschecken und privat zum Flughafen (vielleicht noch mit Zwischenstopps) fahren, der hat sich gründlich geirrt. :sclosed:
      Die Rückfahrt musste vom Schiff aus organisiert sein und ein Stopp war unmöglich. :negative:
      Wir hatten uns so sehr darauf gefreut das von der Niarchos Stiftung erbaute Kulturzentrum am Rande von Piräus anzuschauen, das von Renzo Piano erbaut wurde – mit einem schrägen Dach (wie ein Berghang) mit einem künstlichen 800 m langen Wasserlauf. Zumindest konnten wir in 200 m Entfernung dran vorbei fahren und den „Berghang“ mit Wasserlauf erahnen. :search: Was hatten wir uns vorgestellt, was wir an diesem Morgen und Mittag alles hätten machen können. Nun „durften“ wir sechseinhalb Stunden in der Businesslounge im Flughafen sitzen. Zumindest hat sich jetzt diese Mehrausgabe gelohnt. Die Mehrausgaben konnten wir „vertrinken und veressen“. Und auch im Flieger waren wir froh; denn er war bis auf den letzten Platz voll. Am Flughafen München waren wir die einzige Maschine, so dass unsere Koffer flott kamen an dem einzigen Förderband, das in Betrieb war. Ein gespenstisches Treiben (eigentlich ein falsches Wort) :hmm: .

      Quintessenz: Es war eine schöne Reise :) und für die eigene Psyche genau zur richtigen Zeit. Die Krankheit „Scharren mit den Füßen“ war geheilt. :thumbsup: Das Schiff war absolut in Ordnung -abgesehen von Kinderkrankheiten, dass z.B. die ersten 10 Tage in der Hälfte der Kabinen und in vielen öffentlichen Bereichen es nach Kloake stank; hier gab es einen Konstruktionsfehler. Das Schiff das mit 5 Sternen verkauft wird, würde von uns mit knapp 4 bewertet. Von Privatyacht war bei 23 Passagieren nichts zu spüren, eher umgekehrt. Der Service ließ stark zu wünschen übrig und es konnte klar gesagt werden, der Gestank fängt oben an. Unter Berücksichtigung aller Punkte, wären wir auf einem HR-Schiff besser untergebracht gewesen. ;) Wir gehen aber mal davon aus, dass es sich hier vor allem um „Kinderkrankheiten“ handelte und glauben und hoffen, dass die nun beginnende Saison besser laufen wird. Die 5 Sterne werden aber nicht erreichbar sein.
      Für uns stimmte aber das Preis- Leistungsverhältnis aufgrund der Gutschriften allemal. Der Normalpreis wäre weit überteuert gewesen - trotz aller Mühen, die man sich gab.

      Sooooo, das war‘s :!: :8):
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      @Balou, schön, dass eure Reise, die so nervenaufreibend begann, einen so erholsamen Verlauf genommen hat. Danke für die vielen tollen Bildern eines wunderschönen Landes und speziell von der Akropolis. Bei einem Besuch vor vielen Jahren konnten wir nur sehnsüchtige Blicke hinauf senden, denn wegen des Osterfestes war sie geschlossen. Wir wurden aber entschädigt durch einen Besuch eines Ostergottesdienstes: ein beeindruckendes Erlebnis für alle Sinne!

      Viele Grüße
      omlia :)

      Reiseberichte im Profil
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      @omlia Diese Reise, auf der wir uns über lächerlich kleine und damit eigentlich unbedeutende Dinge geärgert haben, wird in der Erinnerung immer schöner. Wir sind froh, sie gemacht zu haben und das überhaupt gekonnt zu haben - ungeimpft etc.
      Wenn Du noch einmal dahin kommen solltest: Das Akropolismuseum ist eine Reise wert!
      Beste Grüße
      Balou :dance4:
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      @Balou - auch ich bin sehr gerne mitgereist! Trotz der widrigen Begleitumstände war es eine faszinierende Fahrt, in virtueller Form auch für hitzeunverträgliche Nordlandliebhaber wie mich. Wann sieht man schon Santorin ohne Menschenmassen? Schöne Fotos von den Inseln, tolle Sonnenauf- und -untergänge und viele interessante Infos, danke :thumbup:
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
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      Hallo @Balou
      vielen Dank für deinen Reisebericht und die tollen Fotos. :thumbsup: :thumbup: Das hat mich an meine Reise 1994 erinnert. Damals waren wir mit einem Motorsegler unterwegs und haben fast die gleichen Inseln besucht wie du, nur wir kamen nicht ganz so weit in den Norden, Thessaloniki, Kavala und Thassos fehlten uns damals.
      Ich fand es auch besonders beeindruckend, in Santorin mit dem Schiff anzukommen. :love:
      Viele Grüße
      Seemaus