In einem anderen Licht – Reykjavik, Goldener Zirkel und Jökulsárlón im Dezember - Eine Kurzreise vom 03.12.-08.12.2018

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    • In einem anderen Licht – Reykjavik, Goldener Zirkel und Jökulsárlón im Dezember - Eine Kurzreise vom 03.12.-08.12.2018

      Angeregt durch die Reiseberichte von @omlia möchte ich die Erinnerungen an meine Kurzreise im Dezember 2018 mit Euch teilen. So spektakuläre Fotos habe ich nicht zu bieten aber meine runden sicherlich das Bild von den vielbesuchten Reisezielen an der Südküste ab.

      Als ich im August 2017 von meiner wunderbaren Rundreise mit öffentlichen Bussen durch einen Teil Islands zurückgekehrt war, nahm ich mir vor, zurückzukehren, um weitere Teile des Landes kennenzulernen und vor allem zu anderen Jahreszeiten.
      Als erstes wollte ich erfahren, wie es wohl im Dezember in Reykjavik sein würde, wenn es nur wenige Stunden Tageslicht gäbe. Von dort aus wollte ich Tagestouren z,B entlang der Südküste unternehmen., die ich ja noch nicht kannte.

      Am 03. 12. 2018 fuhr ich mit dem ICE von Leipzig nach Berlin, schaute mir nachmittags die Ausstellung „Bestandsaufnahme - Gulitt“ im Martin-Gropius-Bau an und aß abends mit einer jungen Freundin bei einem Italiener in Kreuzberg gut zu Abend.
      Am 04.12.2018 fuhr ich total entspannt mit der S-Bahn zum Flughafen Berlin-Schönefeld, um am späten Vormittag mit WOW-Air nach Keflavik zu fliegen.

      Dieses Mal saß ich auf der „richtigen“ Seite und hatte einen schönen Ausblick auf das verschneite Island als wir uns der Insel näherten.



      Ich hatte schon von zu Hause aus die Fahrkarten für den Fly-Bus nach Reykjavik und zurück gekauft und so konnte ich nach der Landung und dem Einsammeln meines Gepäcks schnurstracks zur Haltestelle der Fly-Busse gehen.
      Inzwischen war es etwa 15:00 Uhr Ortszeit, die Sonne würde bald untergehen, es war schon dämmerig.
      Im Dezember geht in Island die Sonne kurz nach 11:00 Uhr auf und gegen 15:30 Uhr unter.

      (Ich werde immer mal wieder Zeitangaben machen der besseren Einordnung wegen)

      In Reykjavik hatte ich mich mit Bedacht in einem Gästehaus in Sichtweise der Hallgrimskirkja, eingemietet, fußläufig vom BSI, einem der zentralen Busbahnhöfe, gelegen, ideal für meine Vorhaben während dieses Aufenthalts.

      Nachdem ich mein Zimmerchen bezogen hatte, machte ich mich alsbald zu einem kurzen Rundgang auf auch um das Restaurant zu suchen, in dem ich 2017 so leckeren Fisch gegessen hatte.

      Als ich gegen 17:30 Uhr aus dem Gästehaus trat, bot sich mir dieser Anblick:



      Die Inhaberin des Gästehauses hatte mir erzählt, dass es am Vortag zum ersten Mal in diesem Winter in Reykjavik geschneit habe.

      Ein paar Schritte später passierte ich zunächst den Skulpturengarten mit Werken von Einar Jónsson.



      und dann etwa 50 m weiter die Hallgrimskirja:



      Ich kündige schon mal weitere Fotos der Kirche zu anderen Tageszeiten an, weil sie jedes Mal anders aussieht. So sah ich gegen Abend z.B. Touristen, die mit Stativ und großer Fotoausrüstung auf den geeigneten Augenblick für ein perfektes Foto warteten.

      Noch einmal ein Blick auf die Hallgrimskirkja



      Das gesuchte Lokal gab es leider nicht mehr, das Nachfolgeangebot sagte mir jedoch nicht zu. Also ging ich zurück und kehrte in ein Lokal ein, das ich auf dem Hinweg schon gesehen hatte und das ebenfalls hauptsächlich Fischgerichte anbot. Dort saßen und aßen vor allem junge Menschen, alles Einheimische, ich war die einzige älteren Datums.
      Der Fischeintopf war sehr lecker und reichlich.

      Auf dem Weg ins Gästehaus kaufte ich in einem kleinen Supermarkt, der rund um die Uhr geöffnet war, noch etwas Proviant für den nächsten, sehr langen Tag ein und ging alsbald ins Bett.
    • @BBe49, das ist ja eine schöne frühmorgendliche Überraschung! Gerade habe ich in meinem neuen Bericht Island verlassen, da kann ich noch einmal zurückkehren, und das zu einer Jahreszeit, in der ich das Land noch nocht kenne. Ich bin gespannt auf deine Erlebnisse.

      Viele Grüße
      omlia :)

      Reiseberichte im Profil
    • @omlia nachdem ich den ersten Teil Deines aktuellen Berichts und den von Deiner Winterreise an die Südküste Island gelesen hatte, habe ich mich spontan entschlossen, von meiner kurzen Reise zu berichten. Du hast also selber "Schuld", dass Du noch mal zurückkehren "musst".

      @Albatross
      @Balou
      schön, dass Ihr mich begleitet.

      Tagesausflug zur Gletscherlagune „Jökulsárlón.“ am 05.12.

      Diese Tour hatte ich vorab gebucht, weil ich dachte, dass ich auf diese Weise sehr komprimiert einen Eindruck von der Südküste bekommen würde.

      Um 07.30 Uhr stieg ich an der Hallgrimskirkja in einen kleinen Bus, der mich zum Ausgangspunkt der Tagestour an der Südküste entlang bis zur Gletscherlagune bringen würde.
      Gegen 8:00 Uhr ging es los, der große Bus war nur spärlich besetzt, d.h. für uns etwa 10 Personen gab es reichlich Platz.
      Wir verließen Reykjavik auf der großen Ausfallsstraße gen Osten, uns entgegen kam ein endloser scheinender Strom von Fahrzeugen, die alle aus dem Großraum Reykjavik in die Innenstadt strömten. Da es wieder angefangen hatte zu schneien, krochen die Pkw eher als sie fuhren.
      Je weiter wir uns von Reykjavík entfernten desto mehr umgab uns wieder Dunkelheit, ab und zu zeigten Lichter , dass irgendwo neben der Ringstraße Menschen wohnten. Manchmal war neben den Häusern auch eine Beleuchtung in den isländischen Landesfarben zu sehen. Wie ich später erfuhr, handelte es sich dabei um Friedhöfe bzw. Grabstellen, die in der Vorweihnachtszeit festlich geschmückt waren.

      Kurz bevor wir gegen 10:30 Uhr unser erstes Ziel den Skógarfoss erreichten entstanden diese Fotos:



      Es scheint fast so als ob sich die Gehöfte in den Schutz der Berge duckten




      Nun ist der Skogafoss schon zu sehen




      Ich hatte im Internet , hier im Forum, z.B. von @omlia und auch von Bekannten Fotos des Wasserfalls bei strahlend blauem Himmel mir viel Sonnenschein und Regenbogen gesehen, aufgenommen im Sommer oder häufig im Februar und dann sehr malerisch mit Schnee.
      Jetzt war aber Dezember, die Sonne schien nicht, dafür war der Parkplatz nahezu leer und wir fast die einzigen Touristen.





      Die fast grafisch anmutenden Muster der Landschaft hatten durchaus ihren Reiz.





      Weiter ging es Richtung Osten unserem nächsten Halt Vik entgegen. Es lag mal mehr mal weniger Schnee, einzig der starke Ostwind war immer da, wenn er auch mit unterschiedlicher Stärke blies.

      In Vik machten wir eine längere Pause.

      Zunächst ging ich an den Strand. Der legendäre schwarze Sandstrand hatte sich in einen schwarz-weißen verwandelt. Selbst für einen kurzen Gang war mir der Wind einfach zu heftig. Ein langer Blick nach rechts und einer nach links musste genügen.



      Ein Foto von der Kirche darf natürlich nicht fehlen.



      Bevor die Fahrt weiter ging Richtung Osten, habe ich aber erst einmal die immer wieder leckere Kjötsupa gegessen, mit einer Scheibe Brot ein Hochgenuss.

      Aus Leipzig grüßt BBe49
    • @BBe49, die "Schuld" nehme ich gerne auf mich und erfreue mich an deinen Erlebnissen. ;) Was für ein langer Tagesausflug von fast 800 km! Und das im Winter!
      Faszinierend, wie sich die Landschaft im sonnenlosen Winterlicht zeigt: Wenn nicht das rote Dach der Kirche von Vik wäre, könnte man denken, du hättest Schwarz-Weiß-Aufnahmen gemacht.
      War es eigentlich sehr kalt und glatt? Wir konnten den Bus nur mit Spikes verlassen und wunderten uns immer wieder über die Fahrkünste des jungen Fahrers, denn der Bus hatte keine Spikes. =O

      Viele Grüße
      omlia :)

      Reiseberichte im Profil
    • BBe49 wrote:

      Dieses Mal saß ich auf der „richtigen“ Seite

      Die wahrscheinlich rechts ist (dann kann ich meinen Platz entsprechend reservieren...)??
      Vielen Dank für den Bericht und die Bilder :thumbsup: , da komme ich sehr gerne mit, obwohl es die entgegengesetzte Jahreszeit ist wie für mich in (hoffentlich) 6 Wochen. Bin gespannt, was Du im Winter sonst noch so Schönes erlebt hast!
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2:



    • @omlia Ja, es war ein sehr langer Tag! Ich hatte im Vorfeld lange, lange überlegt, ob ich mir diese 14 Stunden lange Tour antue. Letztendlich habe ich sie erst am Abend vor dem Abflug gebucht, was ich alles in allem nicht bedauere. Dabei muss man auch bedenken, was im Dezember eigentlich überhaupt möglich war.
      Rein von den Temperaturen her gesehen, war es nicht wirklich kalt. Nach meinen Notizen waren es lediglich -2°, natürlich lag die gefühlte Temperatur wegen des permanenten Windes wesentlich tiefer. Glatt war es vor allem bei dem Ausflug zum Gullfoss und zu den Geysiren.
      @Ingrid Marie, schön, dass Du auch dabei bist!
      @Jade68, Du hast richtig vermutet, ich saß auf der rechten Seite.


      2. Teil des Tagesausflugs zur Gletscherlagune „Jökulsárlón.“ am 05.12.:

      Während der Bus nach Ende der Mittagspause die riesigen Kies- und Sandflächen des Myrdalsander und anschließend des Skeiðararsander durchquerte, wurde die Tour endgültig zu einer Art Vortragsreise. Der junge isländische Guide erzählte sehr interessant und eindrücklich, wie diese Sander überhaupt entstanden waren, wie sie sich ständig durch die Einflüsse der Naturgewalten verändert hatten und weiter verändern, dass es erst Anfang der 1970iger Jahre gelungen war, die Ringstraße zu schließen, so dass Island auf der N1 mit dem PKW umrundet werden konnte. Er schilderte die harten Lebensbedingungen in dieser unwirtlichen Gegend , wie schwierig es war, Menschen und Waren z.B. nach Reykjavik zu transportieren. Und bei jedem Wort und jedem Satz konnte man den Stolz und die Begeisterung über „sein“ Land heraushören. Der junge Mann hat dermaßen anschaulich erzählt, dass sich allein deswegen diese Tour für mich gelohnt hat. Es bedeutet eben doch einen Unterschied, ob man etwas z.B. abstrakt in einem Reiseführer oder im Internet liest oder vor Ort ist. Auch an das Buch „Die Eismalerin“ von Kristín Marja Baldursdóttir erinnerte ich mich wieder. Wie im Jahr 2017, als ich drei Tage in Siglufjörður verbracht und so einiges über die Heringsfischerei erfahren hatte, las ich das Buch nach meiner Rückkehr noch einmal.

      Am Anfang hatte es ja noch einige Farbflecke gegeben, inzwischen war alles nur noch grau und hellbraun.



      Der Ostwind wurde immer heftiger, wegen des aufgewirbelten Sandes und der zeitweilig Schneeflocken konnte man kaum noch etwas von der Gegend erkennen. Der Busfahrer jedoch fuhr trotz schlechter Sicht unbeirrt und sicher unserem Ziel entgegen .

      Dann waren die ersten Ausläufer der Gletscher des Vatnajökull zu erkennen





      gegen 15:00 Uhr waren wir am Ziel der Tour angelangt.

      Die äußeren Bedingungen waren denkbar schlecht, inzwischen hatte die Dämmerung wieder eingesetzt. Trotzdem standen noch erstaunlich viele Fahrzeuge auf dem Parkplatz.

      Ich stand dort in der Kälte und habe mich gefreut, dass ich hier sein durfte. Der Ausblick über die Lagune und über den atlantischen Ozean war einfach nur schön.



      dieses Schlauchboot würde so bald nicht wieder fahren




















      Das „letzte“ Foto., der Lichteinfall ist nicht etwa der Abendsonne zu verdanken sondern ganz profan Autoscheinwerfern.






      Wegen der immer schlechter werdenden Wetters und der drohenden Straßensperre musste der Aufenthalt an der Gletscherlagune verkürzt werden.
      Wir machten uns auf den langen Rückweg nach Reykjavík unterbrochen von einem erneuten Stopp in Vik. Während ich eine Kleinigkeit zu Abend aß, dachte ich darüber nach, ob sich dieser Tagesausflug gelohnt hat. Ja, alles in allem hatte er das.

      Es war schon 22:30 Uhr als ich müde und zufrieden wieder im Gästehaus war.

      Aus Leipzig grüßt BBe49
    • Allein für die frisch eingeschneiten Eisberge hät sich der Ausflug schon gelohnt! Eure Fahrt durch die Sandurflächen bei dieser Wítterung gibt eine kleine Ahnung davon, wie gefährlich das früher gewesen sein muss, ohne Strasse und bei sich ständig verändernden Flussläufen.
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • 6. 12. 2018 Þingvellir - Geysir Strokkur - Gullfoss

      Gebucht hatte ich die Tour „Golden Circle & Northern Lights“. Tagsüber sollte der Ausflug zum Goldenen Zirkel führen und nach einer längeren Pause in Reykjavik stünde am späten Abend eine Fahrt in die Umgebung an, in der Hoffnung Nordlichter zu sehen. Falls der abendliche Teil abgesagt werden müsste, gab es die Option einer Teilnahme an einem anderen Abend, in meinem Fall wäre das der 7.12. gewesen, weil ich ja am 8.12. die Heimreise antreten würde.

      Als ich nach kurzem Fußmarsch den BSÍ erreichte und sah, dass dort gleich zwei große Busse mit dem Ziel „ Golden Circle“ warteten, zerschlug sich als erstes meine Hoffnung, dass dieses Mal weniger Touristen als 2013 vor Ort sein würden.
      Beide Busse waren voll besetzt, kein einziger Platz blieb frei. Wo kamen bloß all die vielen Menschen her, waren alle auf die gleiche Idee wie ich gekommen Anfang Dezember einige Tage in Reykjavik zu verbringen? Mein Sitznachbar, ein Däne mit Wohnsitz Kopenhagen, gab mir eine mögliche Erklärung. Er hatte auf dem Rückweg aus Kanada nach Dänemark, einen kurzen Zwischenstopp eingelegt. Am Tag zuvor hatte er an einen Tagesausflug zur Halbinsel Snæfellsnes teilgenommen und am nächsten Morgen würde er weiterfliegen. Ich vermutete, er war nicht der Einzige.

      Um 10:30 Uhr starteten die Busse. Als erstes Ziel wurde Þingvellir angesteuert, das wir gegen 11:30 Uhr erreichten. Der Parkplatz war gut gefüllt und man tat gut daran, sich den Standplatz des eigenen Busses zu merken, um ihn später problemlos wieder finden zu können.
      Alles war total vereist und trotz Spikes musste man höllisch aufpassen, wohin man trat., um nicht hinzufallen. Dazu blies wieder ein starker, kalter Ostwind.

      Der Ausblick auf den See Þingvallavatn und die Kirche sowie die Gästehäuser war natürlich anders als im Sommer 2013 aber wieder sehr schön.



      Von der Aussichtsplattform bin ich nur ein kurzes Stück in die Schlucht Almannagjá (Altmännerschlucht) gegangen. Es war, wie schon gesagt, sehr rutschig und nie ist genug Zeit bei diesen organisierten Touren.




      Auch bei dieser Tour wurden wir übrigens wieder von einem sehr kundigen Guide begleitet, der zu den jeweiligen Zielorten viele interessante Informationen parat hatte.

      Unser nächstes Ziel war das wohl bekannteste Geothermalfeld Islands mit dem Stóra-Geysir und seinem Nachbarn dem Geysir Strokkur. Auf den ist Verlass, alle 5-10 Minuten stößt er zur Begeisterung der Besucherinnen und Besucher Wassersäulen in die Luft.

      Und so standen wir in der Mittagssonne und warteten





      Anschließend habe ich mir in der Cafeteria neben dem Parkplatz , die natürlich auch voll war, einen kleinen Imbiss gegönnt und mich vor allem aufgewärmt.


      Unser letztes Ziel, den Gullfoss erreichten wir gegen 14.30 Uhr.

      Auch hier ist es glatt und rutschig, vor allem auf dem Weg hinunter zum Wasserfall. Deswegen bin ich nicht ganz hinunter gegangen sondern habe von weiter oben auf die „halbgefrorenen“ Wassermassen des Gullfoss geschaut.





      Im Windschutz des Besucherzentrums war es für eine Weile einigermaßen auszuhalten.

      Blick in die Gegend:



      Hineingegangen bin ich wegen der vielen Menschen nicht, obwohl es sich sicherlich gelohnt hätte. Stattdessen habe ich mich zum Bus zurückgekämpft und war froh, als ich diesen ohne auszurutschen oder vom Wind umgeblasen zu werden, erreicht hatte.

      Auf dem Rückweg nach Reykjavik dachte ich darüber nach, wie es wohl wäre, einige Zeit in dieser Gegend ohne Besucheransturm verbringen zu können.

      Zurück im Gästehaus las ich, dass die abendliche Tour wegen der Wetterverhältnisse abgesagt worden ist. Sehr überrascht war ich nicht. Vielleicht würde es am nächsten Abend klappen.

      Zum Abschluss des Tages kehrte ich nicht weit vom Gästehaus entfernt in ein Lokal ein, wo ich Fish & Chips aß und ein Bier dazu trank. Dort kam ich ins Gespräch mit einem jungen Paar aus der Schweiz, die mir von ihrem Ausflug mit dem Mietwagen zur Gletscherlagune „Jökulsárlón. Sie hatten nicht so viel Glück gehabt und mussten in Vik wieder umkehren.

      Zurück in der Unterkunft, versuchte ich die Eindrücke des Tages in meinem Kopf zu sortieren, schlief aber bald ein.
      Mal sehen, was der nächste Tag bringen würde.

      Aus Leipzig grüßt BBe49
    • 07.12. Reykjavik

      Für diesem letzten Tag hatte ich keinen Ausflug gebucht, eventuell würde abends eine Tour ins Umland stattfinden.
      Ich konnte den Tag also geruhsam angehen lassen, deshalb machte ich mich erst um 10:00 Uhr zu einem Spaziergang durch Reykjavik auf.

      Wieder kam ich am Skulpturengarten mit Werken von Einar Jónsson vorbei



      Nach zwei Tagen ohne, endlich wieder ein Foto von der Hallgrimskirkja um kurz nach 10:00 Uhr morgens



      Auf der Frakkastígur hinunter zur Sæbraut stieg mir plötzlich ein wunderbarer Geruch von frischem Brot und anderen Backwaren in die Nase. Es roch verführerisch nach Kardamom und Zimt, aber ich hatte ja erst vor kurzem gefrühstückt!



      Auch so kann man Fensterputzen:



      Kurz vor Sonnenaufgang erreichte ich eine der wohl bekanntesten Skulpturen Reykjaviks „Solfar“ von Jon Gunnar Árnason, erstaunlicherweise fast ohne andere Touristen.



      Nun war es nicht mehr weit zur Harpa, in die ich auch dieses Mal wieder hineinging, unter anderem, weil man so schön rausgucken kann.



      Der sehr apart wirkende Schmuck des Restaurants `Kolabrautin' rief Erinnerungen an meine Kindheit wach.



      Meine Eltern, vor allem mein Vater, fanden Sansivieren (Bogenhanf) sehr schön, wahrscheinlich, weil sie so pflegeleicht sind, ich fand sie damals ziemlich furchtbar. Lang, lang ist es her.

      Auf dem Weg zum alten Hafen kam ich bei diesen beiden Herren vorbei, die auf Meer und Hafen schauen. Ich machte es ihnen nach.




      Bevor ich umkehrte, musste ich noch dieses interessant aussehene Haus fotografieren.



      Auch in die Domskikja ging ich dieses Mal. Der eher schlichte Innenraum sagte mir sehr zu.




      Die Vögel am Tjörnin konnten plötzlich übers Wasser laufen.
      ,


      Auch der Weihnachtsmann war schon vor Ort




      Auf dem Weg ins Gästehaus, um zu schauen, ob die abendliche Tour stattfinden würde, setzte ich mich, wie bei jedem Aufenthalt in Reykjavik, in die Bakeri Sandholt, gönnte mir ein Stück Kuchen, trank Kaffee und schaute mir das Publikum an. Das war eine sehr kurzweilige Beschäftigung, währenddessen fragte ich mich, ob ich wohl im Winter in Island wohnen wollen würde. Antwort: nein, das wäre mir doch zu wenig Tageslicht.

      Wie zu erwarten war, wurde auch an diesem Abend die Tour abgesagt.

      Also machte ich mich noch einmal auf den Weg, um kurz vor 17:00 Uhr ein letztes Mal die Halgrimmskirkja zu fotografieren



      und dann wieder im gleichen Lokal wie gestern zu Abend zu essen. Heute gab es Fischsuppe und Roggenbrötchen.

      Ich packte in aller Ruhe meiner Sachen zusammen, sehr früh am 8.Dezember würde das Flugzeug Richtung Heimat starten. Insofern bedeutete die Absage der Abendtour keine Katastrophe, ich hätte ansonsten die Nacht praktisch durchmachen müssen.

      Und es muss ja auch einen Grund geben, immer wiederzukommen!

      Aus Leipzig grüßt BBe49
    • BBe49 wrote:

      Und es muss ja auch einen Grund geben, immer wiederzukommen!


      Den gibt es, und sicher nicht nur einen. So hoffe ich und sicher auch alle anderen Islandfreunde darauf, bald wieder dorthin reisen zu können.
      Die Planung für meine verhinderte Maireise mit Mietauto steht ja noch! Hattest du nicht auch noch Islandpläne?

      Viele Grüße
      omlia :)

      Reiseberichte im Profil
    • 08.12. Heimreise, Fazit und Ausblick

      Um 3:30 Uhr mache ich mich durch die schlafende Stadt auf den kurzen Fußweg zum BSÍ , von wo aus ich mit dem Fly-Bus nach Keflavik fuhr.
      Trotz der frühen Stunde war schon viel Betrieb, dennoch ging alles recht schnell. Als sich das Flugzeug dem europäischen Festland näherte, wurde der Flug wegen heftiger Sturmböen immer unruhiger.

      Der Himmel über Berlin ungewöhnlich farbig



      Wir landeten pünktlich in Berlin-Schönefeld, mit der S-Bahn war ich schnell im Zentrum. Eigentlich war noch mit zufällig in Berlin weilenden Freunden ein Gang über den Weihnachtsmarkt geplant gewesen. Daraus wurde nichts, wegen des Sturms waren alle Märkte geschlossen worden. Deswegen war ich wesentlich früher wieder in Leipzig als gedacht.

      Fazit

      Diese Tage im Dezember waren ungewöhnlich gewesen. Ich hatte mir vorher nicht wirklich vorstellen können, wie sehr vor allem das (Tages-)Licht die Wahrnehmung beeinflusst. Das hat sich ja vor allem bei dem 14-stündigen Ausflug zur Gletscherlagune „Jökulsárlón“ gezeigt. In einer anderen Jahreszeit bzw. Monat hätte ich mehr von der Gegend gesehen und die Fotos wären andere geworden. Ich würde diese Tour dennoch immer wieder machen.
      Sollte ich noch einmal im Dezember nach Island reisen, würde ich statt des Ausfluges zu Gullfoss & Co allerdings eine Tagestour zur Halbinsel Snæfellsnes unternehmen. Dort habe ich im Sommer 2017 drei wunderbare Tage verbracht und hätte dann einen Vergleich zum Winter.

      Ausblick

      Mein Vorhaben, bei weiteren Reisen nach Island andere Landesteile und zu unterschiedlichen Jahreszeiten kennenzulernen, wollte ich ja eigentlich im Juli 2020 mit einer Reise in den Nordosten fortsetzen. Daraus wurde aus den bekannten Gründen nichts. Für 2021 hatte ich gar nichts erst geplant. Nun träume ich davon, im Februar/März 2022 in die Westfjorde zu fahren und im Sommer 2022 die stornierte Reise in den Nordosten nachzuholen.
      Mal abwarten, was daraus wird.

      Aus Leipzig grüßt BBe49
    • Vielen Dank fürs Mitnehmen, Island in der dunkelsten Zeit ist faszinierend! Das könnte ich mir durchaus auch vorstellen, vielleicht noch mit einem Konzert in der Harpa dazu.
      Ich drücke dir die Daumen, dass es 2022 klappen wird, :thumbup: Febr/März 22- ist das Heydalur? Mit etwas Glück siehst du da Polarfüchse...
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil