MS Polarlys statt MS Lofoten, September statt Juli statt Mai, Stavanger und Tromso statt Island - Sonne, Wolken und Regenbögen auf der Reise, die fast nicht stattfinden wollte 28.08.-18.09.2020

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    • 2020
    • MS Polarlys statt MS Lofoten, September statt Juli statt Mai, Stavanger und Tromso statt Island - Sonne, Wolken und Regenbögen auf der Reise, die fast nicht stattfinden wollte 28.08.-18.09.2020

      So wage ich mich denn an meinen zweiten Reisebericht, mal abgesehen vom Livebericht zu jener Reise. Ich hab ja versprochen, dass es diesmal kein Jahr dauert... ;) Allerdings habe ich meine paar freien Tage an Weihnachten und jetzt an Ostern erst mal gebraucht, um die unzähligen Bilder zu sortieren (kennt man ja ^^ ), und um meine Notizen in den Computer zu übertragen. Heute habe ich endlich die letzten Bilder für den Bericht verkleinert. Sollte ich das eine oder andere Wort vom Livebericht wiederholen, verzeiht mir, ich bemühe mich...

      Ich hoffe, der Bericht kann in dieser Zeit auch manchen eine Freude sein. Für mich ist es das schon - die Erlebnisse der schönsten Seereise der Welt teilen zu dürfen, ist etwas Besonderes :) ! Also steigt ein, wer will, das Schiff wird sehr viel freien Platz haben, und auch beim Vor- und Nachprogramm freue ich mich über virtuelle Mitreisende - war ich doch im Herbst ein sehr "einsamer" Tourist... :whistling: Was natürlich auch wieder Vorteile haben kann.


      Was vorher geschah…

      September 2019
      Ich sitze am Computer, sortiere, da ich aufgrund eines Unfalls endlich viel Zeit dafür habe, meine Bilder und Videos von meiner Traumreise mit der MS Lofoten ein Jahr vorher, stelle mir eine Präsentation zusammen, und schreibe den ersten Reisebericht meines Lebens im Forum. Das alles bleibt nicht ohne Folgen…

      Dass ich noch einmal auf diese wunderschöne Reise gehen möchte, steht fest :thumbup: . Dass ich mir das nicht jedes Jahr leisten kann, auch. Dass ich „mein“ Schiff :lofoten2: unbedingt noch einmal mein Zuhause nennen möchte, ist auch klar. Dass Island Ende Mai wohl ganz schön wäre, und dass ich eh gerne mal die Mitternachtssonne in Norwegen erleben möchte, auch. Und das bringt mich jetzt in Verlegenheit… :hmm: denn gerade habe ich erfahren, dass die MS Lofoten nur noch bis nächstes Jahr läuft, also muss ich rechnen, überlegen… und kann mein Geburtstagsgeschenk auf eine Reise aufteilen, wie ich sie mir schon lange gewünscht habe – Island und Norwegen kombiniert… :love: ein Traum!

      Der Plan ist eine Woche Island, ein paar Tage in Tromso , in das ich mich bei der ersten Reise schon ein wenig verliebt habe, und eine Woche auf der MS Lofoten, die ich unbedingt nochmal sehen will. Die nächsten Monate sind voller Vorfreude :thumbsup: , Planungen, Stöbern im Forum und Wiki , Infos über Island suchen, Reisebücher schreiben (das gehört zur Planung und macht richtig Spaß, außerdem hilft’s bei der Fahrt informiert zu sein), usw.

      Ich überlege mir, welche Ausflüge ich machen möchte; auf jeden Fall die damals abgesagte Seeadlersafari , vielleicht einen in Kirkenes , den Ausflug in Urke, das war’s dann auch, mein Budget gibt nicht mehr her, aber das reicht ja auch. Die Städte möchte ich wieder selbst erkunden, für Tromso mache ich mir eifrig Notizen für die extra Tage. Für Island besorge ich mir einen Reiseführer, nerve das Forum mit immer neuen Fragen :rolleyes: , überlege, was ich an den freien Tagen dort unternehmen kann, vertiefe mich in die sagenhafte Landschaft… :love: – ja, und dann kam – das wissen wir wohl alle nur zu gut… :nono:

      April 2020 Der Reisekrimi beginnt…
      Reiseabsagen :thumbdown: , Grenzschließungen :thumbdown: , wöchentliches Beobachten von Zahlen (ich mag ja Mathe, aber langsam hab ich die Zahlen dicke)…
      Im April verschiebe ich die Reise, Island schweren Herzens auf nächstes Jahr ;( , aber das Schiff, das möchte ich doch ganz gerne weiterhin versuchen. Also HR umbuchen – wobei ich die Bedingungen mit den 125% super finde; Hotels stornieren, Flüge umbuchen, Islandreise absagen, Gutscheine bestellen, neue Urlaubszeiten planen usw., eigentlich sind Reiseplanungen ja was Tolles, aber schöner wäre es doch, wenn die Planungen auch an ein Ziel gelangten ^^ , und einfach mal so Urlaub verschieben, geht nicht ständig.

      Ich gebe die Hoffnung jedenfalls noch nicht auf, und so ist die MS Lofoten für eine ganze Tour für Juli ins Auge gefasst. Bei all den Umbuchungen habe ich i.d.R. super nette Leute am Telefon, vor allem die HR-Mitarbeiter sind bei meinen Anfragen immer sehr hilfsbereit.

      Juli 2020, und der Reisekrimi geht weiter…
      Ich könnte ja ins Land – aber mein Schiff fährt nicht ;( . Anfang des Monats bekomme ich die Absage und Nachricht, dass sie erst ab September fährt. Adieu Mitternachtssonne… Aber sie soll ja fahren, also versuchen wir es eben nochmal, aller guten Dinge sind schließlich drei :sgenau: . Dieses Jahr scheinen meine Kunden einem alles zu verzeihen…, aber urlaubsreif wäre ich jetzt schon mal langsam.

      Nach ein paar Umwegen bekomme ich auch noch eine super schöne Kabine (danke nochmal :) !), und die Vorfreude auf eine weitere Herbstreise beginnt sich auszubreiten. Zumal die Umbucherei und andere Umstände es mir erlauben, sogar ein paar Tage auf der MS Lofoten anzuhängen :thumbsup: und am Ende eine kleine Weile in Tromso zu sein.
      Ich freu mich (mal wieder) :girl_sigh: !
      Und träume von einem ganz besonderen Schiff…


      August 2020, die Spannung wächst…
      Nach ein paar wenigen ungetrübten Wochen muss ich wieder wöchentlich Zahlen gucken :/ – und was ich sehe und lese, gefällt mir gar nicht.
      Ganz schön nervig – darf ich ins Land, darf ich nicht, darf ich, darf ich nicht – wo sind die Gänseblümchen zum Abzählen??? Deshalb reift ein Plan B… Wenn die Zahlen für die vorletzte Woche vor der Reise passen, und das scheinen sie, dann muss ich wohl in einer Woche die Vorbereitungen von 2 Wochen schaffen, nochmal umplanen, und ein paar Tage Urlaub vor dem Urlaub machen, und zwar in Norwegen :thumbup: . Wenn sie mich am Samstag nicht mehr ins Land lassen, warum dann nicht am Freitag fliegen…

      27.8.20 Happy End?
      Alles problemlos umgebucht, alles vorbereitet, der Koffer ist gepackt, die Viechleins versorgt… Und ein extra Segen ist auch noch dabei, denn in Stavanger, wo ich diese ersten Tage verbringe, kann ich sogar bei Bekannten wohnen :thumbsup: . Da es übers Wochenende ist, musste ich nur Freitagnachmittag extra frei nehmen, alles andere ist im Urlaub mit drin – jetzt muss es doch klappen??? Ich kann es kaum glauben und freu mich total :love: – morgen fliege ich wirklich nach Norwegen, und am 3. wartet die MS Lofoten auf mich!

      28.8.20, der Krimi holt mich ein…
      Letztes Aufräumen im Haus am Morgen – zwei Stunden noch arbeiten, alles abschließen - kurz nachsehen, ob alle nötigen Dokumente im Handgepäck sind – ich freu mich :dance3: !!!
      Bevor meine Freundin mich um 12:30 abholt und zum Flughafen fährt, habe ich noch ein Stündchen Ruhe.
      Denkste.

      Um 11:30 werfe ich einen Blick auf meine emails, gehe auf die HR-Webseite um etwas nachzusehen, außerdem möchte ich nochmal ins Forum reinschauen.
      HR : alle Abfahrten klar – ach, ich freu mich :thumbsup: !
      Forum: storniert!!! ??? ?(
      HR eine Minute später: tatsächlich, am 3. und am 14.9. ist die MS Lofoten storniert. ;(

      Was für ein Schock! Was mache ich denn jetzt? Alles absagen und nicht fliegen? Aber ich flieg doch schon in ein paar Stunden? Was mache ich dann mit meinem Urlaub? Urlaub daheim? Geht nicht, nicht für mehrere Wochen, meine Arbeit ist im Haus… Wo sollte ich sonst hin? Ein anderes Urlaubsziel suchen? Auf die Schnelle? Und geht eh nicht, mein Urlaubsgeld steckt sozusagen schon in Norwegen… Nur nach Stavanger fliegen, und dann? Früher wieder heimfliegen? Oder - umbuchen???Wohin, auf welches Schiff, kenne mich doch gar nicht aus, geht das, ich wollte doch so gerne noch mal auf die MS Lofoten, geht das überhaupt noch umzubuchen, was kostet das, an welchen Tagen, was ist mit den Hotels und Flügen, :help: !

      Ich versuche meine Gedanken zu sortieren und komme zu dem Schluss, dass es wohl eine Umbuchung wird… Also rufe ich bei HR an, mit ein wenig Tränen (mein Schiff ;( !), und werde von einer ausnehmend hilfsbereiten Mitarbeiterin, die meine vorherigen Geschichten schon kennt, durch die Buchungen gelotst :thumbup: . Gleichzeitig durchforste ich HR-Webseite und Forum + Wiki , um wenigstens einen Schimmer einer Ahnung zu haben, auf welches Schiff ich umbuchen kann, umbuchen möchte, und wo die Kabinen sind, die in Frage kommen… Zwischendurch lasse ich meine Freundin ins Haus und vertröste sie wegen der Verspätung, dass ich ihr gleich im Auto alles erkläre…

      Wir einigen uns schnell auf die MS Polarlys vom 2.-13.9., was für ein Zufall, die exakt gleichen Daten wie 2018, die Mitarbeiterin „friert“ mein (tatsächlich immer noch vorhandenes) Restguthaben und die 2., kleinere Buchung ein, wir finden eine Kabine in der Preiskategorie, und das Ganze innerhalb von 40 Minuten – die schnellste Buchung meines Lebens. Dabei kenne ich weder das Schiff noch habe ich eine Ahnung, was ich mit den Hotels in Bergen und Tromso mache, der Rückflug… wow, was für eine anstrengende Stunde.
      Und doch, ich komme tatsächlich nach Norden :thumbsup: ! Drei ganze Wochen Norwegen – so lange Urlaub habe ich sonst nie. Drei Wochen ohne Telefon. Nicht zu vergessen, für mich persönlich ein Highlight, drei Wochen ohne Maske. Drei Wochen in der faszinierendsten Landschaft, die ich kenne :love: , 12 Tage auf dem Schiff, auf der schönsten Seereise der Welt. Was auch immer mich erwartet, ich bin sicher, es wird eine wunderbare Reise, die hiermit auch endlich beginnen darf.


      Stavanger und Bergen - Vorprogramm
      28.8.20

      Ab zum Flughafen, wo ich zunächst ein bisschen umherirre, da mir dieses Terminal nicht geläufig und mit Corona sowieso alles anders ist…; nach dem Checkin schreibe ich erst mal ein paar Zeilen an Freunde und Familie, und mache mir erste Gedanken über alles, was ich die nächsten Tage wieder mal um-, ab- und neu buchen muss :rolleyes: .

      Ich fliege! Nein, erst mal fahre ich. Neue Erfahrung, mit Zubringerbus im Kreisel und zum Flugzeug auf der anderen Seite. Im Flieger bekomme ich einen schönen Fensterplatz hinter dem Trennvorhang, der Mittelsitz bleibt frei.
      Wir fahren… und fliegen. Und jetzt kann ich endlich mal meine Gedanken sortieren. War’s richtig…, doch, ich denke schon. Und auch irgendwo wieder ein Segen, dass die Umbuchung klappte, es finanziell gepasst hat, mein Urlaub vor mir liegt… :thumbup: Natürlich gibt’s noch ein wenig Arbeit – Hotel in Bergen umbuchen, Hotel in Tromso umbuchen oder stornieren (erst mal rausfinden, ob und wie man ohne HR nach Tromso kommt, ?( der Plan reift aber schon).
      Der Flieger wackelt ein wenig in den Wolken.


      Ein bisschen trauern muss ich doch – mein Schiff… ;( ;( Nock, Brückendeck, die perfekte Größe, der ganze wunderbare Charme der „alten Dame“, Motorengeräusche, Bugkran, und, und, und, alles, was die MS Lofoten so ausmacht. Ich hätte mich sofort wieder daheim gefühlt – weiß ich doch, auch nach nur einem Mal, wo alles ist, wo ich am liebsten stehe, sitze und fotografiere! Hab‘ letztens auch ein kleines Fotobuch gemacht nur mit Bildern von und auf der Lofoten.
      Vielleicht soll ich sie aber auch so in Erinnerung behalten, wie ich sie 2018, bei schönstem Wetter und nur einem Stürmchen, bei vier Nordlichtnächten, auf einer einfach fantastischen, eindrucksvollen ersten Fahrt :love: kennengelernt habe.

      Am Mittwoch hatte ich sogar noch eine Bestätigungsmail bekommen! Und am Dienstag die zugeschickten Unterlagen. In der Mail stand etwas wegen der Situation, man solle 2 Tage vorher die aktuellen Abfahrten nochmal checken. Da bin ich ja fast froh, dass ich es 6 Tage vorher erfahren habe ^^ . Ach, mein schönes Schiff :lofoten2: ! Ich hoffe, die Polarlys ist mir gewogen und ich kann mich auch in sie ein wenig verlieben (Umlaufdeck klingt schon mal gut). Ich brauche echt ein paar Tage zum „Umgewöhnen“ und mich wieder zu sortieren, aber die habe ich ja jetzt in Stavanger. Bisschen viel Chaos auf einmal. Irgendwann muss ich dann mit meinem Guthaben als Zuschuss noch eine Reise machen :D , wenn auch eine kleinere – mal sehen, was sich da in der Zukunft anbietet. Es will einen halt doch nicht loslassen, dieses Virus…, also das "gute" natürlich ^^ .

      An Bord des Flugzeugs gibt es Desinfektionstücher, und nachdem die Wackelei aufgehört hat, werden Wasserfläschchen verteilt. Mal sehen, wie ich mich gleich in Oslo zurechtfinde, mein Gepäck muss ich abholen.
      Oslo zeigt sich teils bewölkt; für den Transfer muss ich durch den Zoll; erst geht es durch unendlich lang scheinende Gänge zum Gepäck, raus in den Allgemeinbereich, zum Check-in, und pünktlich kurz vor Boarding stehe ich am richtigen Gate. Ich muss zugeben, die Beschriftung ist sehr gut, ich hab‘ schon Schlimmeres erlebt. Und aaah, Freiheit, die ich meine, sobald ich im Allgemeinbereich bin, fällt mir auf, dass 99,9 Prozent der Leute keine Maske tragen :thumbsup: . Bei der Security werden Jacke und Rucksack zurückgehalten mit den Worten: „can I look inside“ – oh Schreck, die Wasserflasche in der Jackentasche! Ich: „of course“ und hab mich gleich entschuldigt, so peinlich, das zu vergessen :blush: . Aber er hat gleich gelacht (scheint das öfter zu erleben) und mir, bevor er die Flasche wegwarf, angeboten noch auszutrinken.

      Der Flieger nach Stavanger ist klein und ziemlich eng - und auch ziemlich voll. Es ist ein kurzer, netter Flug; vor Stavanger liegt eine beeindruckende Landschaft unter mir, Felsen, Seen, Meer – ich bin in Norwegen!


      Am Flughafen ist schnell das Gepäck da, ich warte auf den Flybussen zum Hotel, in dem ich die erste Nacht verbringe, und bewundere den Sonnenuntergang. Noch ist es angenehm kühl, nur leicht bewölkt. Das Thon Maritim in Stavanger, bei dem der Busfahrer mich direkt vor der Türe entlässt, ist ein schönes Hotel in super, zentraler Lage. Ein freundlicher Empfang und ein schönes Zimmer, mehr brauche ich heute nicht mehr, nach der Aufregung des Tages! :sleeping:
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2:



    • Das ist ja klasse: ein Reisebericht aus dem letzten Jahr! Genau das richtige, um ein wenig besser durch den ersten Lockdown zu kommen. Ich steige ganz schnell ein und freue mich sehr, per Bericht und Bildern endlich mal wieder in Norwegen auf der Seeseite unterwegs zu sein.
    • Oh, ich freu mich so auf Deinen Reisebericht. Hoffentlich kannst Du mir die MS Polarlys schmackhaft machen, denn nach dem mich weder die MS Lofoten noch die MS Vesterålen mitnehmen wollen bin ich doch tatsächlich für 2022 auf die Polarlys umgestiegen. Die Begeisterung hält sich aber in Grenzen, nach Deinem Bericht vielleicht nicht mehr?

      :)
      Liebe Grüße aus dem tiefsten Südwesten

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    • Schön, dass Ihr mitfahrt!!!

      @alcudia Komm einfach mit ;) . Anfangs war ich ein bisschen skeptisch, vor allem wegen der Blitz-Umbuchung. Und natürlich kann man die Schiffe nicht so einfach vergleichen. Aber ich nehme jetzt nichts vorweg... :D Ich freu mich für Dich, dass Du eine Reise für nächstes Jahr angehst!

      Zunächst allerdings muss das Schiff noch ein wenig warten, ich bin ja auch an Land ein bisschen unterwegs und genieße Norwegen in jeder Hinsicht.

      29.8.
      Heute früh muss ich mich tatsächlich erst mal ausheulen :/ , war ein bisschen viel die letzte Zeit –mein Schiff! – aber es ist, wie es sein soll. Und nach einem sehr guten Frühstück :essen: höre ich draußen die Möwen und rieche das Meer – ich bin endlich im Urlaub :thumbsup: !

      Stavanger ist einen Aufenthalt wert :thumbup: , mit einer wunderhübschen Altstadt,


      die anscheinend nicht nur ich als gemütlichen Ort empfinde,


      Museen, jeder Menge Statuen und Skulpturen




      und jeder Menge frecher und fetter Möwen…



      Das Hotel liegt direkt am See;


      ich spaziere durch die Stadt und hinunter zum Hafen,


      dort bleibe ich eine Weile, höre den Möwen zu, genieße die Nähe des Meeres :love: ; 17 Grad, perfekt, eine leichte Brise dazu, ich hole mir den ersten Sonnenbrand :rolleyes: – aaah, Urlaub :girl_sigh: !

      Mittags werde ich abgeholt, wir fahren durch den zur Zeit längsten und tiefsten Unterwasser-Straßentunnel der Welt :thumbup: von Stavanger nach Tau, den Ryfylketunnel.
      Dieser ist Teil des Ryfast-Projekts, das erst vor kurzem (der Ryfylketunnel im Dezember, die mit ihm verbundenen Tunnel erst im April 2020) eröffnet wurde, und das wiederum Teil des Ausbaus des Küstenhighways E39 ist. Mit 14,3 km Länge und bis 292 m Tiefe ist er schon ein beeindruckendes Bauwerk, und es dauert gefühlt eine ganze Weile hindurchzufahren.

      Es geht hinauf in die Berge, vorbei an einer faszinierenden Seenlandschaft :love: zu dem See, an dem meine Bekannten ein Camp betreiben und eine Gemeinde leiten. Die Kirche war früher eine Sägemühle und wurde von ihnen total schön umgebaut, neben den Campingstellplätzen gibt es einige Sommerhäuschen. Ich bekomme eine eigene, sehr hübsche Hütte am See :girl_sigh: , mit 2 Schlafzimmern, Bad, Wohnzimmer und Kochnische, Veranda - was für eine schöne Art, den "Urlaub vor dem Urlaub" zu verbringen!


      Ein herzlicher und so netter Empfang, genau der richtige Ort, um mich schon mal vom Stress der letzten Wochen und Monate zu erholen.

      Ich spaziere ganz „norwegisch“ :D querfeldein über Wiesen und Fußpfade,


      vorbei an einem Steinschlagfeld (der Steinschlag hat die alte Straße immer wieder gefährdet, daher wurde für die neue ein Tunnel gebaut),


      am See und die alte Straße entlang, die jetzt für Fußgänger und Radfahrer reserviert ist;


      später werde ich mit einem leckeren Abendessen verwöhnt.

      Abends mache ich mich an meine Gedanken für die Umbuchungen – Tromso noch 3-4 Tage, wie geplant, von Bergen nach Tromso mit dem Flugzeug… mal sehen, wäre schon schön! Erst mal werden die Daten in meinen Reiseminibüchern korrigiert, da kommt nochmal ein wenig Wehmut auf.

      Bei schönstem Sonnenuntergang :love: erhole ich mich am Seeufer und kann mich an den Spiegelbildern im Wasser nicht sattsehen.




      30.8.
      Die morgendlichen Wolken werden schnell von der Sonne verdrängt :thumbup: , und ich genieße einen wunderschönen, geruhsamen Sonntag mit einem gemeinsamen Gottesdienst, nettem Zusammensein mit meinen Gastgebern, guten Gesprächen und Spaziergängen am See.


      Auf dem Camp treffen neue Gäste aus Deutschland mit dem Wohnwagen ein, ohne englische oder norwegische Kenntnisse, da kann ich mich gleich mit Übersetzungshilfe für die Gastfreundschaft bedanken ^^ .

      Nachmittags gehe ich wieder an die Reiseplanung, per IPad und Handy manage ich die ganzen Um- und Neubuchungen, schaue nach Ausflügen in der Umgebung, sehe Bus- und Fährfahrpläne nach, und befrage natürlich auch Forum samt Wiki ;) . Morgen werde ich mich noch um das Hotel in Bergen für den 13. kümmern und das Flugticket bei Wideroe um nach Tromso zu gelangen (mit der Polarlys dorthin zu fahren wäre trotz Restguthaben teurer, und so habe ich noch 2 Tage mehr in Tromso ).

      Und ich freue mich auf einen Ausflug am nächsten Tag, natürlich per Schiff... :thumbsup: Da es schon Ende August ist, gibt es zwar keine längere Fahrt mehr in den Lysefjord, aber immerhin wird noch ein mehrstündiger Ausflug angeboten. So langsam setzt die Erholung ein, schon gut, so ein Urlaub vor dem Urlaub nach dem ganzen Stress!
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2:



    • Da bin ich nun auch mit unterwegs :8o:
      - kann mich noch gut an den Livebericht erinnern - insbesondere an das Wechselbad der Gefühle im Vorfeld ... :wacko:

      Stavanger steht auch auf meiner Liste der Städte, die ich noch besuchen möchte - mal schauen, wann es klappen wird. Wäre gut mit einer Fahrt mit der GANN zu kombinieren ... :hmm:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Ja, Stavanger hat mir wirklich gut gefallen, und wäre einen längeren Aufenthalt wert. Allerdings war ich nur 2x ein paar Stunden dort, sonst ja außerhalb, und deshalb (und auch wegen reduzierter Öffnungszeiten) nicht im Museum; irgendwann muss ich das nachholen :) .
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2:



    • 31.8.

      Nach Frühstück und kurzem Spaziergang an "meinem" See kann ich vormittags mit zu Forsand Kai fahren, wo das Schiff für den geplanten Ausflug nach der Abfahrt von Stavanger noch anlegen soll. Ich warte auf das Ausflugsschiff und wundere mich, ob es wirklich kommt ?( - die Absagen dieses Jahr scheinen Spuren zu hinterlassen :whistling: ! Fast verzweifle ich schon und frage mich, ob der Ausflug stattfindet, aber 20 Minuten zu spät legt das Boot endlich an :thumbsup: . Die Menge der Ausflügler an Bord ist übersichtlich, Abstandhalten also kein Problem, zumal dieser hier 1 Meter beträgt. Ich genieße es, jetzt schon mal ein paar Stündchen auf einem Boot unterwegs zu sein – Norwegen-Gefühl… ^^



      Die Fahrt ist herrlich :love: und auch informativ, wir fahren nah an den Felsen dieses wirklich schönen Fjords vorbei;



      wir legen einige Stopps ein, bei der Vagabundenhöhle, wo uns die Legende der Vagabunden erzählt wird, die sich auf der Flucht vor der Polizei hier versteckten;



      bei einer Ziegen-Sommerweide, die gegen die hohen Felswände wie eine Miniaturwiese wirkt, und die man erst entdeckt, wenn man dem Ufer näher kommt :search: ; die Tiere freuen sich schon, als das Boot kommt, denn das bedeutet, sie kriegen ein wenig extra Futter von der Crew… ^^



      Weiter geht es am beeindruckenden Preikestolen :thumbup: vorbei, der von unten so klein aussieht, trotzdem deutlich herausragt.



      Oben könnte ich nicht stehen, allein der Gedanke an das Stück Weg ohne Geländer, bevor man auf die Plattform kommt… =O , und das in über 600 m Höhe, ganz zu schweigen von den zahlreichen Stufen, die man erst mal überwinden muss :fie: . Das ist sowieso so eine Sache für mich, norwegische Gehminuten, Wanderwege und Stufen: Der Norweger sagt 10 Minuten Fußweg = für mich 15-20 Minuten Minimum. „Flach“ heißt Auf und Ab (gleicht sich aus, klar :D ). Und den Preikestolen habe ich schon kurz in Gedanken auch von oben gehabt (muss ja nicht gleich bis an die Kante ^^ ), aber als ich den Weg dorthin gesehen habe..., dabei wird der als „easy“ bezeichnet, was in diesem Fall soviel wie nicht für Nicht-Schwindelfreie geeignet bedeutet :rolleyes: . Das habe ich schon vor Jahren gelernt, bei meinen Reisen: immer vorher nachsehen, wie das Gelände wirklich aussieht...

      Bevor das Boot wendet, fahren wir an den Hengjanefossen so nah heran, dass man meinen könnte, wir rammen gleich den Felsen.



      Obwohl wir von hier wieder den Rückweg antreten (der längere Ausflug würde bis zum Fjordende gehen), bleiben viele Bilder dieses beeindruckenden Fjordes im Gedächtnis :love: - ein wunderschöner Ort!



      Zurück in Stavanger wandere ich nochmal durch die Stadt, schaue den Möwen bei mehr oder weniger gekonnten Landungen auf dem See zu, sehe nach, wo der Kystbussen für morgen losfährt, bevor ich den Linienbus nach Sobakka und von dort bis zum Campingplatz Wathne nehme.

      Als ich abends wieder zu meiner Hütte gehe, zeigt sich der Himmel wieder so schön wie die Tage davor.



      Ich freue mich auf die Schiffsreise mit der MS Polarlys :dance3: , allerdings mit etwas Aufregung, schließlich ist es erst meine zweite HR-Reise und das Schiff kenne ich auch noch nicht. Na ja, zumindest nicht persönlich ;) - denn die letzten Tage habe ich viele Berichte und Bilder von ihr angesehen. Gut, dass es die vielen Tipps und Infos in Forum und Wiki gibt, und viele nette Leute, die meine Fragen in den letzten Tagen immer gleich beantwortet haben :sdanke: :sdafuer: !
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2:



    • Zum Preikestolen: Ich war schon oben - mit etwas mulmigem Gefühl ob des Windes. Wiederholung reizt mich aber nicht :whistling:
      Der Hinweg ist zwar wie einige Kilometer Treppensteigen - anstrengend, aber machbar. Auf die Kanzel treten ist auch noch OK - nur einen kleinen Spalt - wenige Zentimeter - überschreiten und fertig. An den Rand treten oder robben: Nix für mich.
      Nur zurück: Der Blick in den eben noch schmalen Spalt nimmt kein Ende - man fragt sich, wie lange der Felsblock noch da oben liegen bleibt <X Und dann sieht man den Hinweg - und das es neben dem letzten Stück Pfad einfach senkrecht runter geht :hmmz: Das hat man hinzu gar nicht so gemerkt, da es öfter neben dem Weg mal abschüssig war - aber halt meist nur 1/2 bis 2 Meter tief. Aber oben bleiben will man dann auch nicht :wacko:
      Insgesamt ein Tagesausflug mit etwa 4 Stunden wandern/klettern.
      Grüße
      Uwe

      leider storniert :(
    • MD800 wrote:

      man fragt sich, wie lange der Felsblock noch da oben liegen bleibt

      Genau das waren meine Gedanken, als ich ihn von unten betrachtet und die Risse an den Seiten mal richtig in Augenschein genommen habe... =O Trotzdem ist die Aussicht natürlich überwältigend, auch wenn mich persönlich keine 10 Pferde auf den Pfad bringen ;) .


      1.9.

      Bei immer noch nur leichten Wölkchen räume ich die Hütte auf und verabschiede mich :S . Was für eine tolle Erholung ich hier genießen durfte, in der einfach nur herrlichen Landschaft, und das bei schönstem Wetter. Sonnenbrand inbegriffen ^^ – da muss ich direkt aufpassen, dass die Temperaturmessung auf dem Schiff nichts Falsches angibt…

      Nachdem der Rest meiner Siebensachen gepackt ist, geht es wieder nach Stavanger, wo ich den Kystbussen Ekspress entere.



      Eine Fahrt, die sich lohnt! An schönster Norwegen-Küstenlandschaft vorbei :love: ; vor 20 Jahren schon habe ich mich in diese verliebt, in die Birken-, Kiefer-, Heidelandschaft, Wälder, Schafe, Fjorde, Seen…





      Es gibt einige Stopps auf der Strecke, zweimal wird (20 bzw. 40 Minuten) die Fähre genommen.



      Der Bus ist sehr bequem bis auf den etwas engen Sicherheitsgurt :/ ; nichts gegen Sicherheit oder Anschnallen, v.a. in den bergigen Gegenden, bei längeren Strecken wie Flybussen, Kystbussen, Über-Land ist es auch Pflicht - soweit ist das ja richtig, aber leider sind die vorhandenen Gurte i.d.R. für meine Statur und gar mit Jacke nicht geeignet :D , was ich des öfteren feststellen muss... Dafür begegne ich lauter freundlichen Gesichtern auf der Fahrt:



      In Bergen nehme ich ein Taxi zum Thon Rosenkrantz, es ist mir einfach zu viel Schlepperei :whistling: mit dem doch nicht so leichten Koffer, kostet ca. 17,- Euro. Wie alle Thonhotels, die ich bis dahin kannte und noch kennenlernen sollte, ist es eine sehr angenehme Bleibe :thumbup: .

      Da mich Bergen ohne Regen überrascht, abends kommt sogar die Sonne durch, nehme ich gleich die Gelegenheit war und fahre auf den Floyen , wo ich die Aussicht auf Stadt, Umgebung und die MS Finnmarken am HR-Kai genieße.



      Durch Bryggen geht es zurück, die Straßen sind seltsam leer…



      Abends nehme ich aufgrund der Tipps vom Forum noch eine Umbuchung von Kabine 307 auf die 526 vor, die mir die Möglichkeit gibt, gleich draußen an Deck zu sein :thumbsup: - der Tipp war Gold wert :thank_you: , vielen Dank! Am Telefon von HR erwische ich tatsächlich zufällig wieder die Dame, die meine ganze Stornierungshistorie eh schon von hinten und vorne kennt, :thumbup: und wir unterhalten uns über die ganze Geschichte und die verworrene Zeit, in der wir gerade leben...

      Von meinem Zimmer aus, das mir eine schöne Aussicht über Bryggen bietet, genieße ich den Sonnenuntergang –



      und freue mich, dass es morgen tatsächlich auf’s Schiff geht! Noch wäre ich natürlich lieber wieder auf der Lofoten eingestiegen, ich hab mich nun mal unsterblich in dieses Schiff verliebt :lofoten2: , aber was ich bis jetzt von der Polarlys gesehen und gelesen habe, gefällt mir auch sehr gut :ilhr: . Die Spannung steigt, und die Aufregung nicht minder, die Vorfreude natürlich gleich mit, ah, ich freu mich so, dass ich diese Reise nochmal, und auch noch in dieser unsicheren Zeit, erleben darf :girl_sigh: ! Erholungs- und Urlaubsstimmung sind nach den letzten Tagen sowieso schon voll eingekehrt, der spontane Extra-Aufenthalt war wirklich eine gute Entscheidung. Oh, ich bin so gespannt auf "mein" Schiff, auf das Meer und wie das Wetter wird, ob es mal grün leuchtet oder nicht, auf die noch nicht bekannten Orte und evtl. Ausflüge, und, und, und - :thumbsup:
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2:



    • Freut mich, ich hab im Livebericht ja auch nicht immer alles geschrieben, und auch wenn ich kein Profifotograf bin, hoffe ich, dass die jetzt mitgelieferten Bilder die Reise noch schöner machen... :) Auch für mich ist es toll, sie nochmal so zu "erleben"; leider komm ich nicht jeden Tag zum Schreiben, kann mal passieren, dass zwei, drei Tage dazwischen liegen :ssorry: .

      MS Polarlys 2.-13.9.20
      2.9. TAG 1 der Seereise

      Nach dem Frühstück, für das man sich anmelden musste (damit nicht zuviele Leute auf einmal im Speisesaal sind) und das mit einem leckeren Buffet aufwartet :essen: , kümmere ich mich um die letzten Änderungen, sprich die Verschiebung der Übernachtungstage in Tromso . Netterweise bekomme ich die gleichen Sonderpreise angeboten wie bei der ersten Buchung :thumbup: ! Bei der Suche nach den Flybussen-Fahrzeiten werde ich überrascht, weil er in Bergen nicht fährt ?( (in Stavanger ging es); gut, dass ich das noch herausgefunden habe, so kann ich noch nachsehen, wie und wann ich mit der Tram zum Flughafen komme, wenn ich wieder in Bergen lande.

      Im Hotel stehen überall Desinfektionsmittel, auch am Buffet, was ich sehr gut finde :thumbup: ; beim Check-in, oder besser bereits am vorigen Tag, als ich die Buchung für den zweiten Tag auf den 13. verschoben habe, wurde ich am Telefon gefragt, ob ich in Quarantäne müsste :D – anscheinend geht das auch im Hotel?? War natürlich nicht der Fall, da ich mich ja noch rechtzeitig ins Land geschmuggelt habe… :whistling:

      Für den Abend sind in Bergen stürmische Böen angesagt – nette Begrüßung! Aber erst geht es im strahlenden Sonnenschein :thumbsup: durch die Stadt, zum Torget, nochmal durch Bryggen , wo die Restaurantstühle leider die allgemeine Leere :S repräsentieren.



      Ich finde ein paar Details an und vor den Häusern, die mir gestern entgangen sind,



      im Hafen machen sich die Ausflugsschiffe bereit. Im Julehus, wo ich unbedingt ein paar frühe Weihnachtsgeschenke kaufen will, berichtet die Verkäuferin, wie sehr sie und andere sich gewünscht hätten, dass die Deutschen weiter ins Land dürften – wie viele andere, auch meine Freunde mit dem Campingplatz, hatte sie ziemliche Einbußen :( . Was das alles nach sich zieht, vor allem auch in den nördlichen Gebieten (was ich später immer wieder höre), ist wirklich nicht schön.

      Mit dem Taxi fahre ich meinen Koffer (keine Lust auf Kopfsteinpflaster-Koffer-Schlepperei ;) ) zum Terminal und gebe diesen ab, was ab 13:00 möglich ist. Im HR-Terminal bekomme ich die Gesundheitsfragen auf Papier zum Ausfüllen beim Check-in, was ja vorher schon bekannt war. Auch rund ums Terminal ist nicht soviel Betrieb, wie es vor 2 Jahren war.



      Einen kleinen Schreck bekomme ich, als ich gefragt werde, ob ich auch Beweise dabei hätte für die Ankunft vor Samstag :huh: . Klar habe ich meine Buchungen per email auf dem IPad, aber AOL lädt nicht… Gut, dass ich die Boarding Pässe nicht weggeworfen habe :good3: und auch noch die Quittung vom Flybussen in Stavanger und eine Quittung vom Geldabheben im Flughafen Stavanger vorhanden sind (ab und zu Bares ist selbst hier nützlich, und die Taxifahrer in jeder Stadt haben es sogar bevorzugt!). Gut auch, dass die ganzen Papiere nicht im Koffer sind, sondern griffbereit und gleich zu finden!

      Nachdem ich offiziell angemeldet bin :thumbsup: , spaziere ich in der Nähe des Terminals noch ein wenig durch die Stadt, sitze am Wasser und warte auf mein Schiff; der Wind frischt auf… Endlich taucht sie auf, ich mag es, von „außen“ beim Einlaufen zuzusehen, ins Terminal kann ich noch früh genug…





      Dort inspiziere ich die MS Polarlys schon mal vom Balkon aus – ist die groß… Vor allem, wenn man ja eigentlich auf der Lofoten gewesen wäre… Aber was ich sehe, gefällt mir schon sehr gut :thumbup: ! Pünktlich dürfen wir aufs Schiff, die ersten Schritte auf Deck 5–



      doch, das Umlaufdeck ist toll (aber lang :D ). Im Moment ist eine Seite wegen des Tankvorgangs gesperrt.

      Die Kabinen sind schon bereit zum Einzug, aber für mich gibt es wieder ein bisschen Krimi ^^ , denn meine Karte passt nicht in meine Kabinentüre. Also schaue ich mir das Schiff an,





      stelle im Kompass ein paar Fragen zu Essenszeiten, Nordlichtalarm u.a., und nehme die Sicherheitseinweisung auf Deck 4 um 16:30 mit. Der Deckplan hängt aus, Stadtpläne bekommt man immer noch, man muss nur danach fragen. Ebenso werden jeden Tag Tagespläne ausgedruckt :thumbup: . Der Wetterbericht hängt vor dem Konferenzraum auf Deck 4.

      Nachdem das Problem mit der Bordkarte gelöst ist, kann ich zwar in die Kabine, aber obwohl vor allen anderen die Koffer stehen, ist meiner weit und breit nicht zu sehen. Wo ist der Koffer ?( ? Da ich die Kabine so kurzfristig umgebucht habe, führen mich meine detektivischen Gedankengänge :D zwei Decks tiefer vor die Nummer 307 – siehe da, mein Koffer steht unschuldig vor deren Tür – dieser Fall ist gelöst. Der nächste lautet – wo sind die Stühle ?( ? Als ich bei angenehmen Außentemperaturen ohne Jacke die Decks außen erkunde, stelle ich fest, dass auf Deck 5 am Heck keine Spur von einem Stuhl zu sehen ist :/ , wie sonst auf vielen Abbildungen zu sehen. Der Grund ist, wie ich später erfahre, eine neue Regelung, da es als Sicherheitsdeck deklariert ist. Seltsam, dass im Verlauf der Reise doch noch Sitzgelegenheiten auftauchen… :D ich werde mich sicher nicht darüber beklagen, zumal, wenn es regnerisch ist, Deck 5 ein richtig heimeliger Ort ist, v.a. wenn man da alleine draußen sitzt.

      Auch Deck 7 ist schön, allerdings bleibe ich tunlichst in Backbordnähe, da an Steuerbord unter der Abdeckung die Raucher sitzen dürfen… Bei voll besetztem Schiff und schönem Wetter stelle ich mir das evtl. ziemlich eng vor. Im Moment ist es eher entvölkert...,



      genauso wie Cafe



      und Restaurant.



      Meine Kabine ist ein Luxus :good3: , hätte ich mich ja sonst mit meiner netten, kleinen Kabine auf der Lofoten gerne begnügt ;( . Ein Doppelbett (mit gerade genug Platz, dass ich mich am Fußende durchquetschen kann, um ans Fenster zu kommen - man kann natürlich auch übers Bett rollen :mosking: ), Schränke (!), Haken, Steckdosen , ein Stuhl und ein kleiner Wandtisch neben dem Bett, Platz für den Koffer unterm Bett, ein Huskybild, und ein Fenster :thumbsup: ! Zwar etwas sichtbehindert durch Rettungskapseln, aber man sieht genug, und vor allem kommt Tageslicht herein! Abends ist es ratsam, die Jalousie herunterzulassen, da das Deck beleuchtet ist (morgendliches und abendliches Über-das-Bett-Rollen als Fitness inbegriffen). Von außen sieht man tagsüber nichts, wenn innen Licht ist, allerdings schon – noch ein Grund für die Jalousie.



      Die Extrakissen kommen erstmal in den Schrank, dann inspiziere ich mein Bad (Luxus!) mit allem, was dazugehört; was ausgepackt gehört, ist schnell verstaut, die Antirutschmatte (gut bei bewegterem Seegang, um ein paar Dinge auf dem Tisch zu "halten") und meine unverzichtbaren Reisenotizen, -karten, Akkuladegerät etc. liegen griffbereit - von mir aus kann's losgehen :thumbsup: . Das dauert natürlich noch eine Weile, denn wir legen erst um 21:30 ab. In der Zwischenzeit inspiziere ich mein "Zuhause" für die nächsten 12 Tage weiter, genieße ungewöhnlich warmes, sonniges Bergenwetter :!: an Deck und freu mich einfach nur, hier zu sein :girl_sigh: !

      Im Restaurant gibt es zwei Essenszeiten um 18:30 und 19:00, obwohl nur vergleichbar wenige Passagiere auf dem Schiff sind, damit sich keine langen Schlangen am Eingang bilden. Auf meine Nachfrage bekomme ich einen der kleinen Fenstertische :thumbup: , Nr. 17, da die Gäste, die sonst dort gesessen hätten, leider nicht kommen konnten…; der Tisch ist normalerweise für 2 Personen bestimmt, aufgrund der Situation wird aber mit Abstand platziert. Vor dem Restaurant wie auch bei der Gangway auf Deck 3 stehen Desinfektionsspender, und mittels App wird jedesmal Temperatur gemessen, bevor man zum Essen oder aufs Schiff geht – alles gut so, und ohne viel Aufwand.

      Sowieso merkt man, dass Deutsche und andere nicht mehr ins Land gelassen wurden – es ist spürbar leer und ich höre fast nur Norwegisch um mich herum. Mit 80-100 Passagieren (die Zahl wechselt während der Reise natürlich immer mal) ist die Polarlys nur zum Teil besetzt.

      Das Bergenbuffet ist natürlich leckerst :rolleyes: ; man geht, auch später für Frühstück und Mittagessen, um das zentral gelegene Buffet herum, sagt, was man möchte, und der Teller wird von der Bedienung gefüllt :sdanke: ; der Nachtisch wird an den Platz gebracht.

      Um 20:15 wird uns die Crew bei einem Willkommensmeeting vorgestellt; es wird ein kurzes Treffen mit nur 10 Leuten (eigentlich sollten um die 45-50 Deutsche an Bord sein :S ) und der sehr netten Reiseleiterin :thumbup: . Als ich nach dem Buffet meine Jacke hole, um den Abend draußen zu verbringen, fällt mir der tolle Obstkorb auf, der mir ins Regal gestellt wurde – für die Ambassador-Wiederholungstäter… ^^

      Noch im Hafen bewundere ich einen traumhaft schönen Sonnenuntergang – diese Farben :love: , ich freue mich jetzt schon auf all das Schöne, was mich erwartet!





      Bei der Abfahrt kann ich mich, wie später oft, kaum entscheiden, ob ich an Bug oder Heck stehen will – allerdings wird mir die Entscheidung meist abgenommen, da der Windchill vorne doch etwas heftig ausfällt :neo: . Und dann geht es wirklich los, wir legen ab, ich bin tatsächlich nochmal auf dieser faszinierenden, wunderbaren Reise!



      In der blauen Stunde fahren wir unter der Askoybrücke durch, die ich noch nicht kenne – wir sind unterwegs :thumbsup: !



      Eine Weile bleibe ich noch draußen - da kann ich nie widerstehen, einfach nur das Schiff unter mir zu spüren, Seeluft und Wasser um mich herum... :love: In der Kabine dann das übliche und tägliche Planen, Notizen schreiben, Fotos durchgucken (was auch wieder alles Spaß macht), und zum erstenmal Livebericht versuchen zu schreiben – ach, ich freu mich! Man hört kaum etwas vom Motor, anders als beim erstenmal spüre ich auch nur ein leichtes „Zittern“ vom Schiff. So ein bisschen vermisse ich die Geräusche und Bewegungen der kleineren Lofoten… Und doch, bald werde ich mich auch auf der Polarlys sehr, sehr wohlfühlen :thumbup: ! Schon gar in der geräumigen Kabine (obwohl man dort ja nicht viel Zeit verbringt), aber auch überall sonst, was zu meinen Lieblingsplätzen wird... Ohne mir weiter Gedanken über die angekündigten stürmischen Böen zu machen und voller Vorfreude auf die nächste Zeit gehe ich jetzt aber endlich schlafen :sleeping: .
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2:



      Post was edited 1 time, last by “Jade68” ().

    • Liebe @Jade68 beim Lesen erlebe ich gerade noch mal, wie es mir ging im September 2019 auf der Polarlys. :lofoten2:
      Es war eine so tolle Reise und auch ich habe mich auf Deck 5 sehr wohl gefühlt. Stühle waren keine Mangelware ^^ ,
      trotzdem fand ich es am Schönsten, wenn wegen des Wetters nur "meiner" besetzt war.
      Ich freue mich, dich auf der Reise zu begleiten. :)
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      Snovhit wrote:

      am Schönsten, wenn wegen des Wetters nur "meiner" besetzt war

      Auch jemand, der gerne bei jedem Wetter draußen ist ;) ? Ich fand es immer am schönsten draußen, auch wenn nicht gerade eitel Sonnenschein herrschte...

      Ich hoffe, ich habe mich nicht vertan, und darf die Bilder verwenden, die ich rausgesucht habe - Vor- und Nachprogramm zählen ja mit, richtig? Keine Sorge, ich werde den Rahmen nicht sprengen..., aber es ist schön, wenn man Bilder mitsprechen lassen kann. Danke, @Jobo , für die ausführlichen Erklärungen im entsprechenden Thread :) !

      3.9. TAG 2 der Seereise

      Nach dem Aufstehen und der Rolle übers Bett zur Jalousie ein erster Blick aufs Wetter - hmm, Sonne, Wolken, Regentropfen -



      anders als bei der ersten Fahrt mit der MS Lofoten begleiten mich die meiste Zeit viele Wolken, teils scheint die Sonne, teils fällt Regen… Aber der Schönheit der Landschaft und des Auf-dem-Schiff-seins tut das keinen Abbruch :love: , es bleibt immer die schönste Seereise der Welt! Außerdem haben Wolken durchaus Vorteile – mehr Wasserfälle, Regenbögen, und ein leeres Deck 7 :D .

      Wo die vorhergesagten stürmischen Böen geblieben sind, weiß ich nicht :whistling: , ich wurde jedenfalls nachts angenehm in den Schlaf gewiegt. Früh morgens auf der Stad gab es ein wenig mehr Bewegung, aber es war eine nette Schaukelei, nachdem ich es gleich wieder gewohnt war – wie schnell das einen wieder einnehmen kann!

      Vor dem Frühstück geht es natürlich nach draußen, Seeluft schnuppern, Landschaft erkunden, Wetter nachsehen – meine Kabine liegt wirklich günstig dafür :thumbsup: - das lasse ich mir nicht nehmen, es gehört einfach jeden Tag dazu.



      Torvik ist nass, Alesund auch (kenne ich das nicht schon :rolleyes: ?); wir sind etwas spät dran, daher bleibt jeder auf dem Schiff, aber wer will bei dem vielen Regen schon in die Stadt…

      Der Weg zum Hjorundfjord ist grau in grau :S , später wird es besser und wenigstens trocken :thumbup: . Die Ausflügler, zu denen ich diesmal auch gehöre, begeben sich aufs Autodeck um auszutendern.



      An Land geht es denn auch gleich in den Bus für den Ausflug „Kostprobe Norwegens“:
      Das Hotel Union ist leider geschlossen, da es umgebaut wird, so können wir es nur von außen bewundern. Dafür werden wir bis zur anderen Fjordseite fahren, wo eine Brauereibesichtigung mit Bierverkostung angeboten wird – zwar nichts für mich, aber auch so genieße ich den Ausflug sehr :thumbup: .

      Die Landschaft ist atemberaubend schön :love: , wir fahren durch das engste Tal Norwegens, Norangsdalen; Wasserfälle, Schneereste, Kühe und Schafe beleben die Landschaft.



      Wir halten zunächst an einem See mit Spiegeleffekt



      und mit versunkenen Mauern, bekommen viele Informationen :thumbup: über Land und Leute und den Felssturz 1908, der für das überschwemmte Dorf verantwortlich war. Im klaren Wasser sind die Überreste deutlich zu erkennen,



      bei der Weiterfahrt sehen wir auch die alte Straße, die mitten in den See hineinführt.
      Am Ende des Tales haben wir eine großartige Aussicht über die Felsen und das Tal selbst.



      Ich frage mich, wem wohl die Briefkästen hier gehören,



      und dann, was das Schaf, das zielstrebig auf unsere Busreifen zustrebt, an letzteren findet :D .



      Der nächste Halt an einer Sommeralm zeigt uns, wie früher in den teils in den Berg gebauten Hütten gewohnt wurde.



      In Oye biegen wir ab auf eine Schotterstraße am Fjord entlang; wenn man auf der Fjordseite sitzt und die ganzen Lawinenspuren sieht, könnte es so manchem mulmig werden =O . In dem Ort mit der Brauerei



      bleibe ich am kleinen Anlegerhafen und genieße die absolute Ruhe und den tollen Blick auf unser Schiff.



      Ein weiterer Stopp bringt uns der MS Polarlys und der wunderschönen Landschaft nochmal nahe.





      Wir fahren ein Stück durch Urke, bevor wir am Fähranleger wenden und zum Tenderboot zurückkehren, das uns wieder aufs Schiff bringt.

      Fazit: ein sehr schöner Ausflug :thumbsup: , trotz fehlender Hotelbesichtigung, sehr zu empfehlen :thumbup: ; man bekommt jede Menge interessanter Informationen und Geschichten mit, die durchfahrene Landschaft ist einfach nur herrlich :love: , und es gibt immer wieder schöne Ausblicke aufs HR-Schiff.

      Die Rückfahrt genieße ich auf Deck 7, nur meine Tasse Tee :tee: leistet mir Gesellschaft, und ein weiterer "Fotomensch", so dass wir uns gegenseitig Kameras ausleihen und Beweisbilder fertigen... Irgendwie unwirklich, so alleine an Deck! Da der Regen immer noch Pause macht, ist der Hjorundfjord trotz dunkler Wolken jetzt einfach nur noch wunderschön...



      Fortsetzung folgt...
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2:



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      3.9. TAG 2 Teil 2

      Alesund ist, als ich nun schon das 4. Mal in meinem Leben dort ankomme, endlich mal trocken :dance3: ! Da wir ein paar Minuten zu spät dran sind, versuche ich ein Taxi zu ergattern – es dauert, bis ich den Stand gefunden habe und es endlich da ist; in der Zwischenzeit entdecke ich wieder mal ein paar spezielle "Details".



      Aber die Strecke auf den Aksla hinauf UND hinunter in der Liegezeit – das traue ich mir Schnecke nicht zu :whistling: . So lasse ich mich hinauffahren und genieße die fantastische Aussicht :thumbsup: .



      Während ich die 418 Stufen hinunter wandere, muss ich immer wieder stehenbleiben, es ist einfach zu schön :thumbsup: ! Ausblicke und Aussichtsberge sind halt immer was Besonderes, und auch wenn ich nicht unbedingt Freund langer Berg- und Treppenstufen bin und nicht gerade schwindelfrei - es zieht mich halt doch immer wieder nach oben... ^^ Ab und zu sind Zahlen auf der Treppe angebracht – bin ich froh, dass ich runter- und nicht rauflaufe!



      Von oben hat man immer wieder herrliche Blicke nach rechts, links, oben, unten... Der Treppenweg sieht von hier ganz verwinkelt aus.



      Während sich die MS Polarlys meist hinter den Häusern versteckt,



      hat man auf einem Großteil des Wegs den Liegeplatz der zwangsweise hier ruhenden HR-Schiffe (eins ist die MS Nordkapp, das andere ?? dürft Ihr mir sagen :) ) im Blick.



      Unten gehe ich ein bisschen zu weit links, oh oh, das könnte knapp werden :fie: . Ich lege mal einen Zahn zu :hechel: , aber dann finde ich doch ganz schnell den kürzeren Weg und kann den Rest gemütlich zum Schiff spazieren. Nach dem verdienten und leckeren Abendessen



      verbringe ich den Rest des Tages natürlich an Deck ^^ ; unterwegs kommen wir an einer Brückenbaustelle vorbei, interessant – ich wollte schon immer mal wissen, wie die Brücken in die Fjorde kommen…



      Schon vorher hatte ich an der Rezeption nach Schiffsbegegnungen gefragt, da diese nicht auf dem Tagesplan stehen, und da ja auch nicht alle Schiffe fahren. Ich bekomme eine Liste ausgedruckt, sogar mit Marker gekennzeichnet :thumbup: . Da eine Begegnung vor Molde ansteht, frage ich mich, wer uns da entgegenkommt - tatsächlich stehen nicht alle auf der Liste... Gut, dass es das Forum weiß :D . Also bin ich rechtzeitig da, beobachte, wie vor Molde die Richard With lautlos an backbord auftaucht, lautlos fahren wir beide weiter. So kannte ich das von der ersten Reise nicht, damals wurde bei jeder Schiffsbegegnung , außer in tiefer Nacht, dreimal gehupt – erst vom nord-, dann vom südgehenden Schiff. Mysteriös :hmm: .



      Obwohl es schon spät ist, bleibe ich für die Einfahrt von Molde noch draußen, es ist einfach zu schön, ich genieße diese Abendstunden an Deck, nur Schiff, Meer, Landschaft und ich :love: . Am Kai stehen viele seltsame Holzteile zum Laden; auch wenn es keinen Bugkran gibt, ist das Beladen interessant, vor allem zuzusehen, was da alles aufs Schiff kommt.



      Jetzt muss ich aber rein, irgendwann sollte man mal schlafen… Ein ereignisreicher und wunderschöner Tag - und noch soooo viele vor mir :girl_sigh: !!
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2: