Im Frühling auf die Varanger-Halbinsel: Mit dem Auto von Hafen zu Hafen (25.05.-13.06.2018)

    • 2018
    • @omlia Das Thema mit den Partisanen hat mich ebenfalls beschäftigt. Wenn man der Geschichte schon so nahe kommt...

      omlia wrote:

      Kiberg war im 2. Weltkrieg das Zentrum der Widerstandsbewegung


      Hitler ließ Kiberg zur Festung ausbauen und wollte von da Murmansk und die Fischerhalbinsel erobern. Außerdem ließ er die Geleitzüge der Allierten im Nordmeer angreifen. 1940 sind etliche Norweger nach Russland gereist, um sich dort als Partisanen ausbilden zu lassen. Davon waren allein mehr als 60 aus Kiberg. Ihr Vorteil waren Ortskenntnisse und Vertrautheit mit der Witterung, insbesondere im Winter. Sie kehrten größtenteils im Herbst 1940 nach Norwegen zurück, sprangen mit Fallschirmen ab und bauten sich in Felsen einen Unterschlupf. Ihre Aufgabe war, das Meer zu überwachen und Schiffsbewegungen per Funk nach Murmansk zu melden. Auf diese Weise konnten etliche Nazi-Schiffe versenkt werden. Mit Peilungen wurden 1943 jedoch einige der Funksender entdeckt, in der Operation "Midnatsol" wurden viele Partisanen gefangen genommen und hingerichtet. Nach Kriegsende wurden die verbliebenen Partisanen vom norwegischen Staat misstrauisch überwacht, noch 1968 gab es Verhöre.


      omlia wrote:

      wurde das Partisanenmuseum eröffnet



      Am 23.06.2018 wurde dort eine Sonderausstellung eröffnet, "Kibergodysseen". Es handelt sich dabei um Szenen einer Oper, die vom Schicksal der Partisanen und der Einwohner von Kiberg handelt. Sie wurde wohl nur wenige Male aufgeführt, zuletzt 2016 in Murmansk.
      LG
      Beate
    • @Kassiopeia, danke für die vielen zusätzlichen Informationen! Hast du sie aus dem Internet , oder kannst du mir ein Buch empfehlen? Wenn man sich mit der Finnmark verbunden fühlt, stößt man überall auf Zeugnisse aus dieser Zeit.
      Vieleicht interessieren dich auch diese Links:

      71nord.de/NoNoPartisanen.html#Partisanen
      battlefieldsww2.com/spuren_des…tkrieges_in_norwegen.html

      Ich war im Juni 2019 noch einmal in Kiberg und habe die Ausstellung zu der Oper gesehen. Sehr beeindruckend! Wann warst du denn dort?

      Viele Grüße
      omlia :)

      Reiseberichte im Pofil
    • Ich war am 22.06.2018 in Kiberg, also einen Tag vor Eröffnung der Ausstellung. Und ich durfte hinein... :) Mir wurde extra aufgeschlossen. Und die Informationen stammen alle aus der Ausstellung im Museum und sind Teil meiner Reiseaufzeichungen geworden.

      An konkretere Informationen zu der Oper komme ich leider auch nicht; damals konnte man sie wohl bei NRK ansehen.
      LG
      Beate
    • Liebe @omlia,

      Fesselnde Geschichten, das ist ein Teil der Vergangenheit die mir bisher gänzlich verborgen blieb. Wahrscheinlich auch aus mangelndem Interesse meinerseits.
      Du beschreibst vieles so spannend, sodass sich für mich da doch noch ein Blick in die Geschichtsbücher lohnt.
      Ich denke, da bin ich nicht allein mit meiner Unkenntnis.
      Vielen Dank für den gelungenen und interessanten Anstoß.

      Liebe Grüße und schönen Sonntag, Ricka
      es war eine :godtur: mit der Kong Harald
    • @Kassiopeia, die ganze Oper kann man nicht mehr ansehen, aber ein kurzes Video über die Proben:
      nrk.no/video/kibergodyseen_163054

      @Ricka, mir ging es lange wie dir, bis ich einmal auf der Anhöhe Veines bei Kongsfjord auf die Reste eine Geschützbatterie stieß. Zwei Soldaten hatten ihre Namen in den feuchten Beton geschreiben. Was wohl aus ihnen geworden ist?
      Eigentlich war ich wegen der Mitternachtssonne dort oben, aber die konnte ich nicht mehr recht genießen. Seitdem hbe ich angefangen, mich für dieses Kapitel der Geschichte zu interessieren. Während der Liegezeit der Schiffe kannst du in Bodø das Luftfahrtmuseum, in Kirkenes die Andersgrotte und In Hammerfest das Museum für Wiederaufbau besuchen.Da bekommst du einen guten Eindruck von den Ereignissen.


      Viele Grüße
      omlia :)

      reiseberichte im Profil
    • @Ricka
      Mir ging es wie dir: Ich wußte lange wenig Einzelheiten über den Kriegsverlauf in Norwegen. Ein Buch hat mir die Augen geöffnet, das ich dir nur empfehlen kann, und das hier im Forum schon oft genannt wurde:
      Erzähl es niemandem! von Randi Crott ( war mal beim WDR) und ihrer Mutter Liliane Crott Berthung. Randi Crotts Vater war deutscher Soldat in Norwegen und Jude, was niemand wissen durfte, und ihre Mutter Norwegerin. Am bewegenden Schicksal dieser beiden Menschen erfährt man viel von der damaligen Kriegsgeschichte in Norwegen.
      Liebe Grüße von Trollebo
    • omlia wrote:

      ein Buch empfehlen?


      Ich bin zwar nicht @Kassiopeia, aber hier mal ein paar Werke aus meiner Handbibliothek - der Fokus liegt auf Nordnorwegen, das erste Buch ist aber ein "Übersegler":
      1. Nøkleby, Berit: Hitlers Norge. Okkupasjonsmakten 1940-1945, Oslo : Cappelen Damm, 2016.
      2. Hunt, Vincent: Fire and Ice. The Nazis' Scorched Earth Campaign in Norway, Stroud : The History Press, 2014.
      3. Jacobsen, Alf R.: Skjebnehøst. Nord-Norge 1944, Oslo : Vega Forlag, 2017.
      4. Jocobsen, Alf R.: Farlig Farvann. Hurtigruten i Nord 1940-45, Oslo : Vega Forlag, 2019.
      5. Tulloch, Bjarnhild: Terror in the Arctic. A true story from Norway in World War II, Kibworth Beauchamp : Matador, 2011.
      6. Tannvik, Kåre (Hrsg.): Memories from a War. Sør-Varanger 1940-44, Kirkenes : AS Andersgrotta, 1994.
      7. Sunde, Harald G.: Partisanene på Øretoppen/Bealljčohkka, Kirkenes : Bealljčohkka Innovation, 2006.
      8. Eriksen, Hans Kristian: Løkvika/ Kirkenes 1942-43. "Trumph and Tragedy". Partisan Activities in the North (Fotefar Mot Nord. Berlevåg kommune), o.O. : o.V., o.J.
      9. Tromsø Museum (Hrsg): "Gjenreising eller nyreising?" OTTAR. Populærvitenskapelig tidsskrift fra Tromsø Museum, Nr. 158 (1986).
      Mit deutschsprachigen Werken ist es meines Wissens nach eher mau...

      Zur Oper: Es müsste sich wohl um das Kiberg-odysseen handeln:

      ifinnmark.no/kulturliv/en-utro…opplevelse/s/1-49-7430159
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • @Kassiopeia
      Danke, für deine Erwähnung dieses Krimis. Ich wußte, daß ich mal etwas krimiartiges, in Schweden spielendes und Themen des Widerstandes im 2. Weltkrieg berührendes Buch gelesen hatte. Nun weiß ich wieder, welches das war.
      @BRITANNICUS
      Deshalb finde ich das Buch von Randi Crott so wichtig!! Nicht jeder kann ausreichend Englisch oder Norwegisch.
      Für Norweger gibt es Randi Crotts Buch auch in norwegischer Übersetzung.
      Liebe Grüße von Trollebo
    • Danke @omlia und @Trollebo,

      Es ist auf den HR- reisen halt immer eine Zeitfrage. Wir waren eine kleine Gruppe mit eigenem Reiseleiter und da läßt man / Frau sich zeigen, was intressant scheint.
      Ja wir waren in Kirkenes an der Kirche, war leider zu. An der Andersgrotta und den Denkmälern.
      Sind auch ein Stück zur R-grenze gelaufen, aber dann schien auch der Weg abgesperrt. Holzgatter und Warn-Hinweisschilder.
      In Hammerfest waren wir nur im Eisbärmuseum und gaben noch eine Runde zur Kirche und im Rückweg um den Brunnen gemacht. Ich habe vieles ja erst zuhause und dann beim Lesen hier im Forum realisiert.
      Es hätte noch vieles gegeben, was eine Besichtigung wert gewesen wäre. Aber man kann eben nicht alles anschauen.
      Aber ich bin sicher, es war nicht die letzte Reise in den hohen Norden.

      Lieben Dank und Gruß, Ricka
      es war eine :godtur: mit der Kong Harald

    • 06.06.2018 Vardø




      Ich hatte es schon geahnt: Aus meinem Ausflug auf die Vogelinsel Hornøya wird heute nichts. Es stürmt gewaltig, und an eine Überfahrt mit dem kleinen Boot ist nicht zu denken. Aber das Wellenspektakel lässt mich meine Enttäuschung rasch vergessen. Ich stehe zerzaust am Kai und bin beeindruckt von der gewaltigen Kraft der Natur. =O :thumbsup:












      Die MS Polarlys kapituliert vor dem Sturm und nimmt den inneren Weg an Vardø vorbei. Ein Anlegen ist völlig undenkbar, denn auch bei weniger Wind können die Schiffe wegen der engen Hafeneinfahrt häufig nicht anlegen. Gleich wird sie über den Tunnel, der Vardø mit dem Festland verbindet, hinwegfahren. Soll ich versuchen, mit dem Auto unter dem Schiff hindurchzufahren.? ?( Es hätte vielleicht gelingen können, eine verlockende Vorstellung. Als Kind habe ich mich in der Nähe meiner Heimatstadt einmal lange in einen Straßentunnel gestellt, der unter einem Kanal hindurchführt und mir mit leichtem Schaudern vorgestellt, wie die Schiffe über mich hinwegfahren.
      Ich belasse es bei der Vorstellung .....






      ...und fahre zurück in meine warme, gemütliche Unterkunft. Von meinem windgeschützen Logenplatz aus kann ich das Treiben am Strand beoachten: Schnepfenvögel, Austernfischer..






      .....und diese Paradiesvögel, die mir ja schon im Fjell begegnet sind. Sie sind direkt vor dem Haus auf Futtersuche, und als ich vorsichtig hinausschleiche, werde ich nur kurz beäugt. Die prächtigen männlichen Kampfläufer nehmen Anlauf zur Balz und plustern sich schon ein wenig auf.








      An vielen Orten auf der Varanger-Halbinsel gibt es diese schönen Beobachtungshütten, besonders viele um Vardø herum, denn hier gibt es eine Vielzahl von Vögeln, und außerdem ist der Architekt in Vardø zu Hause. Eine der Beoachutungshütten steht in der Nähe meiner Unterkunft am Strand, eine andere auf Hornøya, diese auf dem Weg nach Hamningeberg.

      biotope.no/




      Viele Grüße
      omlia :)

      Reiseberichte im Profil
    • @Snovhit, ich buche bei airbnb oder booking.com. In der Vorsaison habe ich meistens freie Auswahl, während in der Hauptsaison die wenigen Unterkünfte schnell ausgebucht sind. Mir gefallen die privaten Unterkünfte besser als die Hotels, vor allem, wenn ich länger bleiben möchte. Wenn es dich interessiert, kann ich dir die genauen Daten der Unterkünfte gerne als PN schicken.

      @KamillaS, mir ging es wie @Kassiopeia. Ich konnte das Video nicht finden. Danke für's Einstellen. :thumbsup:


      Viele Grüße
      omlia :)

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