HAM-Nordkapp-HAM die Dritte - 24.7. bis 7.8.2020

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      immer noch Sonntag, 2. August – 10. Reisetag - nach 17.30 Uhr

      Harstad passieren wir um halb sechs leider in beträchtlicher Entfernung. Dennoch und vor allem auch fast gegen die Sonne entdecke ich Trondenes Kirke.


      Weiter gehts in den Tjelsund. Die Fahrt ist wunderschön, mit nur ein paar Schönwetterwölkchen am Himmel und bald von der tiefer stehenden Sonne beschienenen Hängen. Nach der rosafarbenen Brücke, die ich im Herbst beim Steinsund kennenlernte, gibt es nun eine hellblaue zu sehen, die Ramsundbrua.






      Zehn nach neun passieren wir dann „endlich“ mal wieder einen auffälligen Leuchtturm, Tranøy fyr.




      Gleich danach gibt es vom Expeditionsteam eine kleine szenische Inszenierung der Geschichte von Vågakallen , Lekamøya, Hestmannen und den sieben Schwestern sowie dem Hut.

      Danach gehts wieder bis etwa 23 Uhr an Deck und den lauen Abend genießen. Der Sonnenuntergang ist wieder einmal wunderschön und ich weiß gar nicht, welche Fotos ich davon einstellen soll - da gibt es halt ganz viele....






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      Montag, 3. August – 11. Reisetag Nahe am Torghatten

      Als ich wach werde, sehe ich, dass wir kurz vor Rødøya sind – also nix wie rauf auf Deck 11.



      Vikingen passieren wir auf der Westseite – mal ein anderer Anblick. „Gewürdigt“ das überqueren des Polarkreises diesmal nicht – nicht einmal eine Ansage gibt es – naja es ist ja auch erst viertel nach sieben.


      Um 10 Uhr im Angesicht der (verhüllten) Sieben Schwestern , werden 11° angegeben, aber es ist nicht zu kühl.
      Nachdem es vorhin trocken war, hat es nun zu regnen begonnen. Auch wenn es immer wieder Regenpausen gibt, hängen zwangsläufig tiefe Wolken über der Küste. Die Helgelandsbrua ist dennoch recht gut zu erkennen, die Sieben Schwestern verhüllen sich und ziehen nur hin und wieder kokett den Schleier mal kurz weg.




      Das ist aber nett, denn jetzt, um 10.45 Uhr, als wir kurz vor Alstahaug sind, haben sie sich wieder völlig versteckt – dafür ist mal wieder Regenpause. Den Kirchturm von Alstahaug und das Denkmal von Petter Dass kann man gut sehen. Auch sind einige Bergketten sichbar, aber teilweise hängen Wolken in den Tälern und lugen vorwitzig über vorgelagerte Hügel. Noch ist hin und wieder eine der Schwestern zu sehen.




      Ich gehe nach dem Lunch in die Explorer Lounge – in der Hoffnung, den Torghatten zu sehen. Da wird mir von einem Mitreisenden erzählt, dass Hurtigruten die Reißleine gezogen und alle Expeditionsfahrten von Roald Amundsen, Spitzbergen und auch Fridtjof Nansen abgesagt hat. Zunächst soll geklärt werden, wie die Corona-Infektion auf die Roald Amundsen gelangt ist. Nachmittags kommt dann auch eine Pressemitteilung, dass alle Fridtjof Nansen-Fahrten im August und September, also die letzen drei der sechs Fahrten, nicht mehr stattfinden. Was haben wir doch für ein Glück gehabt!!!


      Gegen halb zwei erreichen wir den Torghatten . Leider ist von ihm nicht viel zu sehen, er versteckt sich in den Wolken. Zunächst verlangsamt die Fridtjof Nansen, aber von hier aus können die Tenderboote schlecht zu Wasser gelassen werden – es ist einfach zu unruhig. Darum gehts weiter um den Berg herum und gegen halb drei ist ein passende Stelle gefunden, an der wir fast vier Stunden liegen bleiben: Sie ist an der Ostseite und in der Ferne kann man Brønnøysund liegen sehen.
      Um vier gehts dann auf Klein-Boot-Cruise. Anfangs regnet es noch und es gibt nur kurze Regenpausen. Gemütlich kreuzen wir zwischen den Inselchen und ich genieße die einstündige Fahrt, bei der wir am Ende Glück haben: Der Torghatten nimmt kurz seinen Wolkenhut ab. Darum fahren wir noch einmal um den Bug der Fridtjof Nansen herum und sehen den dunklen Punkt, der das hiesige Ende des Loches darstellt.



      Abends hält Julia einen Kurzvortrag über Stabkirchen, danach folgt „Erzählung: Trolle“ mit Sandra. Und dann haben wir auch fast schon Rørvik erreicht. Ich gehe hinauf auf Deck 11, werde aber recht schnell von einem unangenehmen Schauer eine Treppe tiefer gescheucht, wo ich dann die beiden Leuchttürme Nærøysund fyr (im Nebel) und Grinna fyr ich zu knipsen versuche. Kurz nach elf gehe ich dann – etwas schwankend, aber nicht vom Alkohol – wieder auf die Kabine. Nun gleitet auch die Fridtjof Nansen nicht mehr übers Wasser, sondern es wird deutlich, dass wir auf dem Meer, auf einer offenen Strecke sind.









      Um 23.30 Uhr meldet sich der Kapitän: Da es schon in den Medien erschienen sei, wolle er auch zu so später Stunde uns lieber direkt und sofort informieren. Es gibt zwei Fälle von Corona-Verdacht unter der philippinischen Mannschaft.
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      Dienstag, 4.8. - 12. Reisetag Entspannung auf See
      Dies ist ein Ruhe- oder See-Tag. Aber „Ruhe“? Um halb acht Morgensport – leichtes Body-Workout, um halb zehn ein Vortrag über die Grundlagen der digitalen Fotografie, um halb elf ein Vortrag über das norwegische Königshaus, viertel nach elf ein Kunst-Workshop, um zwei ein Vortrag über Hjalmar Johannsen (norwegischer Polarforscher, war mit Nansen auf der Fram) sowie gleichzeitig ein Workshop Stricken, um drei Servietten- und Handtuchfalten, viertel nach vier Vortrag: „Nordwärts – eine Kölnerin in der Hardangervidda. Vom Auswandern und Leben in Norwegen“, gehalten von der Musherin Silvia, viertel nach fünf ein Workshop Seemannsknoten und dann um halb sieben bzw. acht das Vorstellen der Pläne für den Folgetag. Schließlich für ganz Unentwegte um viertel nach neun noch eine Talkshow „Auf überwachsenen Pfaden – Knut Hamsun“. Ein reichhaltiges Angebot wie an jedem Tag!

      Als ich aufwache, merke ich, dass wir schon ziemlich weit gekommen sind – bald passieren wir Edøya mit dem Tyrhaug fyr.


      Nach dem Frühstück gehts aufs Achterdeck und ich genieße vom überdachten Teil an Backbord aus die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten, so z.B. Grip fyr.

      Kristiansund lassen wir zehn vor neun natürlich links liegen (im wahrsten Sinn des Wortes) – nur die Masten der Brücke sind erkennbar. Um neun gehts dann an Hestskjæret Fyr vorbei, weit draußen ist immer noch Grip fyr zu sehen. Ein bisschen schaukelt es – das Wasser im Infinity-Pool spritzt wieder.



      Um zwanzig vor zehn gehe ich dann auf die Kabine, weil für 10 Uhr eine Information durch den Kapitän angekündigt ist, die man bitte auf der Kabine verfolgen solle, um größere Menschengruppen zu vermeiden.
      Tja – und dann ist es soweit: der Kapitän verkündet den Lockdown!

      Man möge in seiner Kabine bleiben. Dort liegen bereits Zettel mit den Menüs für Lunch und Dinner, die bis 10.45 Uhr auszufüllen und vor die Tür zu legen seien. Die Minibar ist für alle Gäste inkludiert. Das Essen wird dann deckweise verteilt – Deck 5 sei um 14 Uhr dran. Es gibt zur Zeit 4 Crewmitglieder mit irgendwelchen Symptomen. Zunächst wird die gesamte Crew getestet. In Ålesund werden wir kurz anlegen und die Proben werden nach Bergen zur Auswertung geflogen. Anschließend erhalten die Passagiere die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Gut, dass ich vorhin noch einige Zeit draußen verbrachte. Die vorgesehenen Vorträge kann man über das TV verfolgen - dort erfolgt also lediglich eine zeitliche Verschiebung.
      Soweit die ersten Informationen.
      Nach dem Vortrag von Andrea über die Grundlagen der digitalen Fotografie, den ich mir normalerweise nicht angeschaut hätte, weil ich lieber an Deck gewesen wäre (der Vortrag war aber gut) rufe ich bei der Rezeption an: Ob es möglich sei, für den Rest der Reise ein Upgrade auf eine Kabine mit Balkon zu bekommen. Es wird mir gesagt, man werde zurückrufen. Das erfolgt dann auch und ist sehr positiv: Ab 15 Uhr solle ich mit gepackten Koffern bereit sein, ich würde dann eine Balkonkabine erhalten – ohne Aufpreis. Das ist doch viel angenehmer, denn nur immer aus dem Fenster zu schauen und zu fotografieren ist nicht so sehr angenehm, zumal in meiner Kabine das Fenster erst am frühen Nachmittag gereinigt wird.
      Übrigens werden alle Paxe auf Deck 4 und 5 in Balkonkabinen verlegt. So haben sie einerseits Zugang zu frischer Luft und andererseits ist die Versorgung einfacher, weil nur noch drei statt fünf Decks belegt sind.
      Doch noch bin ich in meiner Kabine 541.
      Um viertel nach zwölf erreichen wir Lepsøyrevet. Hier wird wirklich eine neue Brücke gebaut.


      Das Essen kommt bereits etwas früher als angekündigt. Irgendwann klopft es und meine Cruise Card wird einkassiert und schon mal für die neue Kabine 754 umprogrammiert. Gegen eins liegen wir für etwa 90 Minuten vor Ålesund – oder vielmehr noch in der Höhe von Vigra und ein Tenderboot
      bringt die Proben der Crew an Land, wo der Flughafen angesiedelt ist. Ålesund sehen wir also nur aus der Ferne.

      Kurz nach drei klopft es und ich ziehe um auf Deck 7. Meine neue Kabine liegt nicht mehr an Backbord, sondern an Steuerbord und ich bin fast am Heck des Schiffes. Die Kabine ist etwas kleiner als meine bisherige. Was aber sehr angenehm ist: Die Sessel stehen vor der bodentiefen Fenstertür. Ich kann also auch drinnen gemütlich sitzen und hinausschauen. Auf dem Balkon befinden sich zwei Stühle und eine kleine Ablage. Der Balkon ist etwa halb überdacht – wenn es also nicht zu stark oder windunterstützt regnet, kann man dennoch draußen sitzen. Für zwei Personen kann die Kabine allerdings etwas eng werden und auch der Stauraum scheint dann etwas gering.

      Als nächstes Ziel nennt Marine Traffic jetzt Bergen – wir sollen also durchfahren und morgen gegen 8 Uhr dort eintreffen. Dann wird sich wohl entscheiden, wie es weitergeht. Geplant war eigentlich morgen noch ein Schiffscruising im Fjærlandsfjord, einem Nebenarm des Sognefjordes. Der liegt aber nördlich von Bergen und dass wir noch wieder gen Norden zurück fahren, glaube ich nicht. Naja, es geht auch ohne und wir haben so viel Schönes gesehen und erlebt.
      Und schon wieder klopft es und es wird gefragt, ob an am freiwilligen (und kostenfreien) Corona-Test teilnehmen möchte. Ja, natürlich – wer weiß, ob man nach Hause dürfte, wenn man keinen negativen Test aufweisen könnte.
      Von Ålesund aus gehts an Hareid vorbei und durch den Vartdalsfjord. Das Wetter ändert sich ständig – mal Sonne, mal dunkle Wolken. Um halb sechs machen wir uns an die Umrundung von Stadlandet. Es wird ein wenig wackelig, aber es hält sich in Grenzen. Mein Abendessen kommt und ebenso eine Karaffe Wasser. Es schmeckt wieder sehr gut und ist ebenso liebevoll angerichtet wie im Restaurant.



      Dann gehts auch schon in den Ulvesund. Zunächst fällt mir die Nord-Vagsøy Kirche auf, dann die Werft in Raudeberg mit ihrer großen Schiffshalle und daneben auf Kapellneset der Glockenturm, der an die ehemalige Kirche erinnern soll. In Måløy mit seiner Waschstation für die Fischereiflotte unterqueren wir die Brücke – leider kann ich das Umlegen des Mastes nicht sehen – nur die Webcam zeigt wieder, dass sie flach liegt.


      Von Måløy gehts weiter zum Hornelen und auf dem Nordfjord Richtung Florø . Schon früh entdecke ich Stabben fyr – immer wieder ein schöner Anblick.





      Um 23.15 Uhr soll ich mich bei der Medizinischen Station auf Deck 3 zum Corona-Test einfinden. Dort ist ordentlich Betrieb, aber alles sehr gut organisiert, so dass ich recht schnell wieder draußen bin. Da ertönt plötzlich eine Durchsage des Kapitäns: Die
      vier Verdachtsfälle seien negativ getestet, die Daten der restlichen Crew gebe es morgen in Bergen . Dort werden wird voraussichtlich um 7 Uhr ankommen und die heute Abend genommenen Tests der Paxe zum Labor gegeben. Der Hamburger Hafen habe nämlich vor, diejenigen, die keinen negativen Test vorweisen können, in einem Hamburger Hotel (auf eigene Kosten) in Quarantäne zu schicken, wenn irgendjemand auf dem Schiff positiv getestet werde. Die geplante Fahrt in Sogne- und Fjærlandsfjord sei nun zeitlich nicht mehr möglich, aber wenn alles gut laufe, wolle er noch in den Hardangerfjord einfahren.

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