HAM-Nordkapp-HAM die Dritte - 24.7. bis 7.8.2020

    • Nord
    • Balou wrote:

      Gab es mit der Finmarken ebenso einen schönen Tanz umeinander wie bei der ersten Fahrt der Roald Amundsen??


      Nein, Balou, das war eine ganz normale Begegnung - allerdings die erste mit einem Linienschiff auf dieser Tour.


      Ein ganz herzlicher Dank geht noch an Jobo, der meine missglückten Fotos der Tage 1 bis 3 neu eingefügt hat!! :D :thumbsup:


      Mittwoch, 29. Juli – 6. Reisetag Svartisen-Gletscher

      Um 3.05 Uhr bin ich wach und stelle fest, dass wir eben nördlich des Torghatten sind. Zwanzig Minuten später verringert der Kapitän das Tempo, um nicht zu früh an Vikingen zu sein. Als dann um 7 Uhr mein Wecker klingelt, habe ich auch die Sieben Schwestern verpasst – wir befinden uns auf Höhe Sandnessjøen und ich sehe sie nur noch achteraus, allerdings recht klar.

      Viertel nach neun kündigt der Kapitän an, dass wir bald der Polarlys begegnen werden. Also rauf auf Deck 11 und dann gehts los mit der Begrüßung: Die Fridtjof Nansen beginnt, die Polarlys antwortet und dann gehts noch ein wenig hin und her. Und die vinkekonkurrance gewinnen wir haushoch!



      Gegen zehn ist voraus schon Hestmona zu sehen und bald steht das Überqueren des Polarkreises an, der eigentlich erst etwa 18 Meter nördlich der Polarkreiskugel auf Vikingen liegt. Und natürlich ertönt auch jetzt wieder das Horn.

      Bald ist Rødøya zu sehen – sehr klar und vor allem so rot, wie ich das Massiv noch nie sah. Um elf Uhr beginnt die Polarkreistaufe – es wird in den Expeditionsgruppen aufgerufen und wieder ein Einbahnsystem eingerichtet, um keinen Massenandrang zu bewirken und Abstand halten zu können. Um zwölf erzählt Julia über die nordischen Sprachen und Schriften an. Währenddessen fahren wir in den Holandsfjord ein.


      Um 13.20 Uhr macht sich das Expeditionsteam auf den Weg zum Anleger, um alles vorzubereiten. Ich muss einfach mal kurz ein Nickerchen machen, will mit der letzten Gruppe übersetzen. Da aber der Aufruf immer recht spät erfolgt, ist auch die letzte Gruppe bereits unterwegs, als ich in der Tender Lounge ankomme. Das ist aber kein Problem – ich werde allein in einem Tenderboot an Land gebracht und dort dann auch mit dem Shuttlebus als Riesen-Taxi bis zur Brestua oberhalb des Svartisvatn. Was für ein Service!


      Gegen halb vier spaziere ich dann mit vielen Fotopausen zum Anleger zurück und fahre schließlich zurück zur Fridtjof Nansen. Um zehn vor sieben setzt sich die Fridtjof Nansen wieder in Bewegung. Ich höre mir die Planung für morgen um acht an und verziehe mich dann nach draußen. Dort ist es so schön, dass ich mir die Zusammenkunft mit dem Expeditionsteam um viertel nach neun schenke. Wir folgen – anders als die zweite Tour - wirklich den Spuren der Hurtigrute und kommen an Ørnes vorbei, das im herrlichen Sonnenschein liegt. Und weiter geht es durch den Stigsund, wo der Kapitän einen Gruß sendet, der mit einem herrlichen Echo zurückkommt. Kurz nach zehn kommen wir an der schmalen Landbrücke nach Kunna an und sehen sie vierzig Minuten später
      von der anderen Seite aus. Ja, und dann beginnt das große Genießen: ein wunderschöner Sonnenniedergang bei angenehm lauen Temperaturen. Erst um 23 Uhr reiße ich mich los.



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    • Donnerstag, 30. Juli – 7. Reisetag Lofoten/Trollfjord - Nördlich des Polarkreises

      Zwanzig nach sechs erscheint die Lofotenwand noch recht fern, doch schon um fünf nach acht passieren wir Digermulen.


      Eine halbe Stunde später sind wir auf Höhe Svartsund und schon geht es in den Trollfjord . An etlichen der im Fjord brütenden Gryllteisten vorbei gehts bis zum Wasserfall. Dort wendet die Fridtjof Nansen und bleibt einige Zeit an Ort und Stelle, um drei Tender mit dem Expeditionsteam sowie den Teilnehmern der Wanderung zur Trollfjordhytta auszubooten. Wir können in dieser Zeit den Trollfjord genießen und auf die Suche nach Trollen gehen.




      Gegen zehn verlässt das Schiff den Trollfjord und liegt dann sechseinhalb Stunden vor der Mündung vor Anker.


      Dann beginnt das Klein-Boot-Cruisen. Dabei fahren wir dicht am Wasserfall entlang und erreichen nach etwa einer Viertelstunde den Steg vor dem Wasserkraftwerk. An der „Trollfjord 1 kraftstasjon“ vorbei gehts einen kleinen Abhang hinunter und über einen Bach zum kleinen Strand. Überall stehen Leute vom Expeditionsteam, weisen auf die besten Trittsteine hin und leisten Hilfestellung – ausgerüstet mit Masken und Handschuhen.






      Am Strand habe ich rund eine halbe Stunde Zeit zum Genießen. Dann gehts zurück aufs Schiff. Das ist natürlich auch ein großer Vorteil dieser Expeditionsreise: Es wird nicht in Städten bzw. Dörfern angelandet, sondern in freier Natur. Und nachdem ich nun mehrfach den Trollfjord vor Bord aus genießen durfte, kann ich dort endlich einmal an Land gehen und ihn von dort aus betrachten und erleben.


      Fortsetzung folgt
    • noch einmal:
      Donnerstag, 30. Juli – 7. Reisetag Lofoten/Trollfjord


      Für den Nachmittag ist wieder ein Klein-Boot-Cruising angekündigt – im Bereich von Grunnfjord (wie auf der zweiten Tour). Dort sind aber die Wasserverhältnisse heute nicht passend und so geht es rund um Ulvøya. Als wir den Svartsund durchfahren haben, ist in der Ferne die Raftsundbrua zu sehen. Auf Ulvøya, der Wolfsinsel, sollen heute keine Wölfe mehr leben, dafür aber Schafe und angeblich auch ein Lama – gesehen haben wir nichts außer Vögeln und einigen Norwegern, die ihre Ferien am Strand genießen.






      Nach einer Stunde sind wir zurück. Wer in einer der ersten Gruppen unterwegs war, kann sich den Vortrag von Julia mit dem Thema „Von Norrønt zu Nynorsk: Eine linguistische Einführung in die norwegischen Sprachen“ anhören. Kurz vor fünf kommt die Richard With, um in den Trollfjord einzufahren. Wir sind – ausgerüstet mit Fähnchen – ordentlich am Winken, aber die Paxe dort sind daran nicht interessiert – ihre volle Aufmerksamkeit gilt dem Trollfjord.




      Nachdem das Schiff uns passiert hat, geht unsere Reise weiter. Bald haben wir Digermulen passiert. Die Richard With verfolgt uns nun eine ganze Zeitlang, holt aber nicht auf. Dann drehen wir nach Osten ab und umfahren das Schärengebiet, um schließlich in den Tjeldsund einzufahren. Der Rückblick auf die Lofoten ist wunderbar. Wir passieren Tranøy fyr und viertel nach neun erreichen wir die Tjeldsundbrua.


      Von Harstad sind wir gegen zehn so weit entfernt,dass kaum etwas zu erkennen ist. Hingegen können wir wieder einen wunderbaren Sonnenuntergang genießen.




    • Freitag, 31.Juli – 8. Reisetag Lyngen-und Jøkelfjorden - Die Alpen des Nordens


      Da ich noch wach bin, verfolge ich unseren Kurs und gehe daher um 1.20 Uhr hinauf auf Deck 11. Hier wird gerade vom Bug aus begonnen, das Deck an Steuerbord abzuspritzen. Aber ich bleibe mittschiffs und kann daher einige Fotos von Finnsnes (aus der Ferne) schießen. Dann gehe ich an Backbord und genieße die Durchfahrt unter der Gisundbrücke, bevor ich mch dann auch ins Bett begebe.


      Ab acht Uhr fahren wir an den Lyngen-Alpen entlang – ein schöner Anblick. Sie sind seit 2004 Landschaftsschutzgebiet und werden im Sommer von den Rentierherden der Sami genutzt. Um neun erreichen wir an der Südspitze der Insel Uløya Hamnes, den nördlichsten noch in Betrieb befindlichen Handelsposten Norwegens, und es wird über das Dorf berichtet. Am Kriegsende wurde es von der „verbrannten Erde“ verschont. Als die Bewohner zurück kamen, fanden sie einen Zettel vor: «Künstlerisch wertvoll – daher nicht zerstören!» Wie immer sind einige der 50 Einwohner am Kai und es erfolgt eine gegenseitige Begrüßung. Am Kaigebäude steht übrigens nicht Hamnnes, sondern Havnnes.



      Um viertel vor elf passieren wir Skjervøy – allerdings in beträchtlicher Entfernung. Kurz nach elf verschwinden die Lyngen-Alpen aus der Sicht, weil wir in den Kvænangen und dann in den Jøkelfjord fahren. Hier werden diverse Aktivitäten angeboten: eine Rib-Boat-Safari, Klein-Boot-Cruise, Kajakabenteuer, Stand Up Paddling und Science Boat.


      Fortsetzung folgt
    • @Roberta
      Eigentlich müßte ich mich nach jedem deiner einzelnen Tagesberichte bedanken, so interessant ist dein Text und wunderschön deine Fotos. Das hilft ungemein immer mal wieder aus dem doch ab und zu auftretenden Corona-Tief rauszukommen und hoffungsvoll nach vorne zu schauen.
      Ich sage jetzt mal einfach :sdafuer: :sdanke: .
      Ja, wir werden wieder unterwegs sein, ganz bestimmt, nur geduldig müssen wir sein und Vorischt walten lassen.
      Positiv denken
      und negativ bleiben !! :)
      Liebe Grüße von Trollebo

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    • immer noch: Freitag, 31.Juli – 8. Reisetag

      Kurz nach elf verschwinden die Lyngen-Alpen aus der Sicht, weil wir in den Kvænangen und dann in den Jøkelfjordfahren. Hier werden diverse Aktivitäten angeboten: eine Rib-Boat-Safari, Klein-Boot-Cruise, Kajakabenteuer, Stand Up Paddling und Science Boat.#


      Um 14.30 Uhr werden die Belugawale zur Cruise aufgerufen und wir drehen eine Runde am Rande des Fjordes auf der Gletscherseite. An der Südseite des Fjordes gibt es noch Schneefelder und dort ist – wie bei den vorherigen Fahrten - eine kleine Rentiergruppe zu erkennen. Es ist ein weißes Tier dabei und auch ein Kalb.


      Auf meinen Wunsch hin stoppt unsere Guide – der Himmel ist blau, der Gletscher weiß – eine wunderschöne, aber auch bewegte Spiegelung ist entstanden, die ich gern konservieren möchte.





      Nach dem Stopp erwische ich sogar noch einen Puffin, einen Papageitaucher.

      Auf den Felsen vorm Gletscher sind Schwärme von Küstenseeschwalben zu sehen und zu hören – sie sammeln sich schon für ihren Flug nach Süden. Auf einige anderen Felsen am Ufer jedoch ist noch das Brutgeschäft im Gange bzw. sind die Jungvögel noch nicht reisefertig. Bei der ersten Cruise des heutigen Tages war aufgefallen, dass sehr viele riesige Quallen im Wasser sind. Ihre langen Nesselfäden sich deutlich zu sehen, weil das Wasser sehr klar ist. So einem Exemplar möchte ich im Wasser nicht begegnen.

      Der Isfjordjøkelen reicht nicht mehr bis zum Wasser hinunter. Aber anders als beim Engbreen, den wir gestern sahen, hat sich aus herabstürzenden Eismassen und Lawinen ein Sekundärgletscher, der Nerisen, gebildet. Oben ist der Hängegletscher zu sehen, darunter Wasserfälle und dann verschwindet das Wasser unter dem Nerisen und tritt mit einem schönen Gletschertor wieder zu Tage.



      Und um halb vier sind wir schon wieder vor dem Bug der Fridtjof Nansen und fünf Minuten später haben wir am Tender-Pit festgemacht. Es wird uns immer durch zwei Kräfte hinausgeholfen, im Schiff werden zunächst die Hände desinfiziert, dann die Cruise-Card eingescannt und dann darf man sich wieder frei bewegen. Beim Ein- und Aussteigen ist die Maske Pflicht – wenn wir aber alle im Tenderboot – auf Abstand - sitzen und unterwegs sind, kann sie fallen.


      Lang ist die Pause nicht, dann gehts schon wieder weiter: Die Anlandung steht an. Flott gehts an den Strand, den das Team als Landestelle ausgeguckt hat. Nachdem sie gestern mit Fotos zeigten, wie man eventuell über die Seite aussteigen müsste, können wir nun aber doch über die Stufe am Bug, dann auf den Rand und über einen von ihnen bereitgestellten Tritt an Land gelangen. Dabei helfen allein drei Leute. Das Angebot ist heute, sich mit den Vögeln zu beschäftigen, Blümchen zu betrachten oder in Richtung Gletscher zu wandern. Allerdings haben wir nur etwa 75 Minuten Zeit. Imposant ist die Masse an Orchideen, die sich hier findet. Das
      richtige kräftige violett weisen nur noch wenige auf, ein Teil ist schon „ausgeblichen“ und jetzt weiß. Auch der Alpen-Hahnenkamm findet sich und viele andere interessante Blumen. Fritz erklärt an den Brutfelsen das Leben der Küstenseeschwalben. Dann gehts noch über den felsigen Untergrund Richtung Gletscher. Übrigens haben wir heute etwa 24°C – richtiges Sommerwetter.




      Um 19 Uhr verlassen wir den Isfjord. Dann wird die Planung für morgen erläutert - und ich bin happy: Wir fahren nun doch ums Nordkapp herum! Sehr früh, so gegen sechs, werden wir durch den Magerøysund fahren und kurz vor 8 Uhr in Honningsvåg anlegen. Wenn nicht noch anders entschieden wird (auf der Roald Amundsen sind vier Crewmitglieder positiv auf Corona getestet worden), können wir über die Gangway vom Schiff und gruppenweise zu den fünf Bussen gehen. Nach vier Stunden sollen alle wieder an Bord sein. Dann gehts nämlich weiter um die Insel herum und wir können das Nordkapp von der Wasserseite betrachten, fahren an Knivskjellodden vorbei und halten mit den Schiff beim Vogelfelsen Gjesværstappan an. Das ist wirklich super!!! Da haben doch die Bitten – nicht nur meine, sondern auch von etlichen anderen Leuten – geholfen und man kann das Expeditionsteam nur loben, dass sie derart flexibel sind!


    • Samstag, 1. August – 9. Reisetag Nordkapp


      Das war mal wieder eine sehr kurze Nacht: von zwei bis kurz nach sechs. Da ja heute die Bustour zum Nordkapp ansteht, wo die erste Gruppe das Schiff um acht Uhr verlassen soll (meine Gruppe D – wir sind auf die fünf Busse verteilt worden - um 8.15 Uhr), gibt es schon eine halbe Stunde früher Frühstück. Um halb acht legen wir längsseits an – allerdings nicht dort, wo die Hurtigrutenschiffe normalerweise liegen – nachher kommt die Midnatsol und braucht ihren gewohnten Platz. Die Vorbereitungen zum Landgang dauern dann doch etwas länger als geplant, aber um 8.20 Uhr habe ich das Schiff verlassen.


      Nachdem wir uns gesammelt haben, gehts zum Bus. Er ist nur halb voll und das Einsteigen erfolgt auch nur durch die hintere Tür. Außerdem besteht im Bus Maskenpflicht. Laura aus Österreich, die in Honnigsvåg lebt, ist unser Guide auf dieser Tour und erzählt sehr viel und gut.


      Um viertel vor neun kommen wir an der Copacabana vorbei, dann gehts hinauf aufs Plateau. Leider hängen die Wolken recht tief, so dass man nicht allzu weit schauen kann. Kleine Gruppen von Rentieren sind aber in Straßennähe zu sehen. Es sind stets Weibchen, oft mit den dunklen Jungtieren. Die männlichen Tiere gehen nach der Zeugung ihrer Wege. Übrigens hatte Sandra gestern sehr viel Wert darauf gelegt, dass das rotnasige Rentier Rudolf doch bitte künftig Rudolfine genannt werden möge: die männlichen Rentiere werfen ihre Geweihe im Herbst ab, die weiblichen erst im April. Wenn also ein Rentier mit Geweih den Schlitten vom Weihnachtsmann zieht, ist es kein ER, sondern eine SIE!

      Die Nordkaphalle erreichen wir um viertel nach neun. Sicht haben wir keine, daher verziehe ich mich erst einmal in den Untergrund und erkunde in den Grotten das „Museum“, die Kapelle und schließlich den Aussichtsbalkon. Letzterer bietet heute aber keinen Ausblick. Zu sehen sind nur die Blümchen, die direkt vor der Brüstung wachsen. In der Grotte wird ein Film gezeigt und während ich zuschaue, fallen mir die rundgeschliffenen „Felsen“ auf, die direkt vor den Sitzen im Auditorium liegen. Sie bestehen aus Filz, sehen aber durch abgegrenzte Flecken in etwas anderer Farbe aus wie echte Steine - toll. Dann lese ich noch die Info zum Royal North Cape Club, der am 7. Juni 1984 gegründet wurde und das Mitternachtssonnenstraßen-Denkmal aufstellte. Die Mitgliedschaft in diesem Club, der dem Umweltschutz dient, kann man in der Nordkapphalle kaufen.



      Um 10.20 Uhr gehe ich dann einmal kurz vor die Tür: Jetzt ist der Globus im Nebel zu sehen.


      Zwei Fotos und dann gehts wieder hinein – der Ausblick aufs Meer ist weiterhin verwehrt. Drinnen begrüßen mich drei Trolle und dann schaue ich noch in den Souvernirshop, finde aber wieder nichts.


      Noch ein Foto von der Installation „Kinder der Welt“ im Dunst und dann gehts um viertel vor elf auch wieder zurück. Auf dieser Fahrt ist es nicht mehr ganz so trübe und man kann teilweise deutlich weiter ins Land schauen.


      Zwanzig nach elf kommen wir in Honningsvåg an und sehen die Midnatsol am normalen Pier liegen. Während wir die Busse verlassen, geht die Nordkapp-Tour für die Paxe der Midnatsol gerade erst los. Ich mache noch Fotos vom Troll und dem Hund Bamse, Mitglied der königlich norwegischen Marine, und schlendere dann ganz gemütlich zurück zur Fridtjof Nansen.


      Hier findet gerade ein großes Hallo statt: Sieben philippinische Servicekräfte verabschieden ein Crewmitglied. Zehn vor zwölf bin ich schon wieder auf meiner Kabine. Dann werden wir auch schon – wieder gruppenweise und im Einbahnverkehr - auf Deck 6 gerufen, wo wir auf das Nordkapp anstoßen sollen.
    • weiter gehts mit Samstag, 1. August:


      Kurz nach halb eins legt die Fridtjof Nansen ab und macht sich auf den Weg um den nördlichen Teil von Magerøya . Um 14 Uhr erreichen wir den Nordkappfelsen und wir haben Glück: Es sind zwar noch Wolkenfetzen vorhanden, aber sowohl das Dach der Nordkapphalle als auch der Globus und sogar einige Personen an diesem sind zu erkennen. Auch ist deutlich, dass der Felsen mit seinen Steilwänden viel attraktiver ist als der nördlichere Punkt des Knivskjellodden. Aber zunächst reduziert der Kapitän die Geschwindigkeit, so dass wir das Nordkapp genießen können.











      Dann gehts weiter zum Gjesværstappan, wo wir kurz vor drei dicht am Felsen dümpeln. Auf dem Meer sitzt ein „Mückenschwarm“, weitere Schwärme befinden sich in der Luft – ach nee, das scheint ja nur so: Es sind alles Vögel. Derart viele Vögel, von Trottellummen über Küstenseeschwalben, Puffins bis hin zu Seeadlern, habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen. Faszinierend!







      Um halb vier nehmen wir dann wieder Fahrt auf. Eigentlich hatte ja um 15.15 Uhr eine Science-Session: Wolkenbeobachtung mit Elena auf Deck 11 stattfinden sollen, aber natürlich wartet sie ab, bis wir wieder weiterfahren. Allerdings ist momentan auch nicht viel an Wolkenformationen zu sehen – der Himmel ist voll mit Stratocumulus – grau in grau.




      Um 16 Uhr erzählt Sandra über die Sámi – sie macht es sehr interessant. Danach sind wir schon beim Windpark Havøygavlen angelangt.
      Abends gibt es das Nordkapp-Buffet mit Meeresfrüchten. Während fast alle Paxe sich auf die Krebse u.ä. stürzen, entdecke ich Bacalao - lecker!




      Kurz nach sieben passieren wir Melkøya und Hammerfest – allerdings in größerer Entfernung, umhalb zehn sind wir in südlich von Husvik und streben der Folda zu und um viertel vor zwölf sind wir auf der Höhe von Andsnes und fahren mit 12,2 kn Richtung Skjervøy .
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      Sonntag, 2. August – 10. Reisetag Senja/Mefjorden - Die zweitgrößte Insel Norwegens

      Als ich um halb fünf wach werde, passieren wir gerade das südliche Ende von Tromsøya. Die Fridtjof Nansen darf ja nicht den normalen Weg unter der Brücke hindurch und an der Ishavskatedralen nehmen – dafür habe sie keine Genehmigung erhalten, heißt es.
      Um halb neun fahren wir in den Mefjord ein. Das Wetter ist mal wieder herrlich – klare Sicht, Sonne, bisher noch kaum Wind.


      Heute bin ich nun mit einer Mitfahrt im Science Boat dran. Eingeteilt sind eigentlich etwa 8 Personen, es erscheinen aber nur drei. Das bedeutet ein 1:1-Betreuung! Für die Sichttiefenmessung benötigen wir rund 40 m Wassertiefe – daher gehts erst einmal über den Fjord hinüber, um im Schatten und mit relativ wenig Wasserbewegung messen zu können.
      Die 30-50 cm messende weiße Scheibe wird hinuntergelassen, bis sie nicht mehr sichtbar ist, dann bis zur Sichtbarkeitsgrenze heraufgeholt und diese dann ermittelt. Leider kämpfen wir heute mit etwas stärkerer Strömiung – die Scheibe verschwindet immer wieder unter dem Tenderboot und der Fahrer muss immer mal wieder korrigieren. Die erste Messung lautet auf 11,5 Meter und ist wohl recht brauchbar, die zweite bringt zwar auch ein Ergebnis von 11 Metern, ist aber fraglich. Auf eine dritte Messung verzichten wir angesichts der Strömungsverhältnisse.


      Danach wird nach Plankton gefischt. Eine luftgefüllte Flasche wird an einem sehr feinmaschigen Netz befestigt, dann an einer zehn Meter langen Leine ins Wasser
      gebracht, mit einem Ruck gefüllt und schon hat man seinen Fang. Die dritte Messung erfolgt mit dem CTD-Gerät. Es wird im Wasser versenkt und misst die Leitfähigkeit (aus der man den Salzgehalt errechnen kann), die Temperatur in den verschiedenen Tiefen und die Durchsichtigkeit.


      Wegen der etwas ungünstigen Bedingungen hat dies alles länger als eine Dreiviertelstunde gedauert und daher geht es mit höherer Geschwindigkeit zurück und zur Anlandestelle – zwei der Guides und meine beiden Begleiter wollen an Land. Das bedeutet natürlich, dass immer wieder Wasser an Bord spritzt – stets bekommen der
      Reisende hinter mir und ich dies ab. Ich bin ziemlich durchnässt und ziehe es daher vor, direkt aufs Schiff zurückzukehren. Auf der Expedition Lounge angekommen, sehe ich etliche Boote drinnen liegen – das lasse ich mir nicht entgehen. Als ich ein Foto mache, bedeutet mir ein Besatzungsmitglied, mitzukommen und so kann mich
      auf dem Tender-Deck umschauen. Die Boote liegen dort auf Roll-Plattformen, die Kajaks und SUP-Boards sind unter der Decke verstaut.


      Mittags teste ich dann mal das Restaurant Fredheim, wo es es kleine Gerichte gibt. Von dort aus sehe ich eines der großen Rettungsboote herumfahren – allerdings
      ohne Passagiere. Im blauen Wasser vor den grauen Felsen und mit den Farben weiß (Unterseite) und rot (Oberseite) sieht es toll aus. Um halb zwei machen wir uns
      dann auf die Weiterreise.






      Um vier wird aufs Observationsdeck auf Deck 6 gebeten. Dort wird zu norwegischen Waffeln mit Rømme (Sauerrahm), Marmelade und Brunost eingeladen – lecker!