9. Vendée Globe

    • 9. Vendée Globe

      Am 8. 11. startete in Les Sables-d’Olonne an der französischen Atlantikküste die 9. Vendée Globe, eine Non-Stop-Regatta um den Globus für Einhandsegler. Gesegelt wird im Südpolarmeer entlang der Roaring Forties und gilt daher als die härteste Einhandsegelregatta. Die Boote sind Einrumpfboote der Klasse Open 60 (oder IMOCA 60) mit einer Länge von rd. 18 Meter. Die neueren Boote fahren mit sogenannten Foils, Unterwasserflügel, die die Boote ab einer gewissen Geschwindigkeit aus dem Wasser heben, gut zu sehen auf diesem Bild. Die Boote haben fünf komplett verschliessbare Schottwände, selbst wenn die Kammern voll laufen, darf das Boot nicht sinken und sollte sich im Falle eines Durchkenterns selbst wieder aufrichten.

      Eines der grössten Probleme sind sogenannte UFOs (unidentified floating object - unbekanntes Treibobjet), sei es ein verlorener Container oder auch schon mal ein Wal. Zu segeln sind rd. 24.000 Meilen (rd. 45.000km). Einmal im ganzen Rennen darf man Land betreten für eine Reparatur. Der bisherige Rekord wurde vor vier Jahren gesegelt mit 74 Tagen, 3 Stunden, 35 Minuten und 46 Sekunden.

      Gestartet sind 33 Boote resp. Skipper, wovon 18 Neulinge. 6 von den 33 sind weiblich, wobei als Kuriosität ein Ehepaar dabei ist, sie Britin, er Franzose. Wobei Samantha Davies die Erfahrenere von beiden ist und im Moment auch weit vor ihm liegt. Ihr 9jähriger Sohn wird in der Zeit von den Grosseltern betreut. Die meisten Skipper kommen aus Frankreich, ein paar Briten, ein Spanier, ein Finne, ein Schweizer und ein Deutscher, sowie ein Japaner, der hofft, dass zum ersten mal ein Asiate die Umrundung schafft, er war schon mal dabei, musste allerdings wegen einem UFO aufgeben. Auch diesmal hat er nicht viel Glück, riss ihm doch bereits im Golf von Biskaya das Grosssegel. Mittlerweile liegt er am Ende vom Feld, hinter ihm nur noch der Franzose Jérémie Beyou, der auf den Kap Verden eine Reparatur brauchte, dann aber nach zwei Tagen das Rennen wieder aufnahm. Ganz grosses Pech hatte der Favorit Nicolas Troussel - ihn erwischte bereits am ersten Tag ein UFO und er musste zum Startort zurück und aufgeben, da der Kiel zu beschädigt war. Jean Le Cam ist mit 61 Jahren der älteste Teilnehmer, gefolgt von Erik Nigon mit 60 und dem Finnen Ari Husela mit 58. Man sieht, dass bei so einem Rennen die Erfahrung zählt.

      Man wählte eine Route relativ nah an Brasilien, war windmässig die beste Route. Die führenden drei (Thomas Ruyant, Alex Thomson und Charlie Dalin) segeln im Moment auf der Höhe Rio de Janeiro und biegen bereits langsam Richtung Osten, der letzte, der Japaner Kojiro Shiraishi (siehe oben) ist auf der Höhe Dakar und somit bereits rd. 2000 Meilen hinter dem führenden. Ihm folgt nur noch der Pechvogel mit der Reparatur, der rd 3000 Meilen hinter dem Führenden liegt, der aber kontinuierlich aufholt. Und zum Schluss ist das Wichtigste - wer kommt durch! Zumal es im Südpolarmeer sehr auf Strategie ankommt, je weiter südlich, desto besser - allerdings darf man nicht ins Eis geraten. Boris Herrman aus Deutschland liegt im Moment auf dem 7. Platz und Alan Roura aus der Schweiz auf dem 18.

      Hier gibt es alle paar Stunden eine Positionsmeldung.
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

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    • Der an 3. Stelle liegende Alex Thomson stellte bei einer Inspektion einen Schaden am Bug fest, er weiss nicht wo der herkommt. Er segelt sein Boot nun an eine etwas ruhigere Stelle, um den Schaden zu beheben. Dies wird ihn allerdings einige Plätze kosten. Die vorderen Boote sind jetzt etwas südlich Sao Paulo und bewegen sich bereits nach Osten Richtung Kap der Guten Hoffnung, die hinteren Boote sind Richtung Äquator unterwegs.
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      Alex Thomson und seine schwarz Rennyacht HUGO BOSS wird weiter vom Pech verfolgt. Nachdem er die Schäden am Bug in mühsamer Arbeit behoben hat und und auf den 14. Platz zurückgefallen ist, muss er nun nach einem Ruderbruch das Rennen abbrechen, er wird nach Kapstadt segeln. Der Traum, das Rennen bei seiner 5. Teilnahme endlich als Sieger zu beenden ist endgültig geplatzt. Damit sind bisher zwei Ausfälle zu bemerken, Alex Thomson und Jérémie Beyou mit seiner CHARAL, just zwei Favoriten.

      Es führt weiter Charlie Dalin (APIVIA), vor Thomas Ruyant (LINKEDOUT), der im Moment 286 Meilen hinten liegt. Der Führende segelt südöstlich vom Kap der Guten Hoffnung, die hinteren Verfolger sind noch Höhe Sao Paolo resp. Höhe Recife. Zwischen dem Führenden und dem letzten (32.) sind über 3200 Meilen.
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      Der zu der Zeit an 3. Stelle liegende Kevin Escoffier meldete heute Nachmittag seinem Team einen massiven Wassereinbruch. Er war zu der Zeit der Schnellste im Feld und holte rasend zum zweitplatzierten Thomas Ruyant auf, der allerdings gehandicapt ist mit einem gerissenen Foil (Flügel). Er meldete sich dann nicht mehr und sein Team begann, eine Rettungsaktion zu planen, zusammen mit der Rennleitung und den Rettungsbehörden von Kapstadt, das 550 SM entfernt ist. Das nächste Boot, nur 20 Meilen entfernt, der an vierter Stelle liegende Jean Le Cam änderte sofort seinen Kurs, warf den Motor an und fand dann Kevin Escoffier in der Rettungsinsel.

      Weiteres ist noch nicht bekannt.

      yacht.de/regatta/vendee_globe/…be-prb-sinkt/a126672.html
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      Jean Le Cam hatte Sichtkontakt mit Kevin in der Rettungsinsel, verlor ihn allerdings dann in rauher See wieder. Die Rennleitung beorderte weitere drei Boote an die Unglückstelle, darunter den Deutschen Boris Herrmann. Sie werden allerdings erst im Laufe des Abends (Deutsche Zeit) eintreffen. Die Suche soll im Rasterverfahren erfolgen.

      Update 08:30

      Nach achtstündiger Suche bei 5m Wellen fand Jean Le Cam den Gesuchten und konnte ihn an Bord nehmen. Er scheint wohlauf. Eine Welle hatte soviel Wasser ins Boot gespült, dass die Elektronik ausfiel. Bei zwei weiteren Wellen legte sich das Boot auf die Seite und brach Endzwei. Sternenklare Nacht mit Vollmond hatte die Suche begünstigt. Wie es die Geschichte so schreibt, musste Jean Le Cam beim Rennen 2008 selbst bei einem Kielabriss gerettet werden. Was nun weiter geschieht weiss man noch nicht, bei Le Cam kann er ja nicht bleiben. Die drei anderen Boote setzen das Rennen fort, sie bekommen wohl eine Zeitgutschrift für die Rettungsaktion.
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      Post by “tangojoe” ()

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      Und schon die nächste Hiobsbotschaft - der an 4. Stelle liegende Sébastien Simon (ARKÉA PAPREC) kollidierte heute morgen mit Treibgut.und beschädigte schwer den Schwertkasten. Eine kritische Situation, zumal ein Sturm bevorsteht. Er kränkte das Boot auf die andere Seite, um den Wassereinfall zu minimieren. Es wurde jedoch noch keine Entscheidung getroffen, was weiter passiert.

      Es führt weiterhin Charlie Davin (APIVIA), der südöstlich vom Kap der Guten Hoffnung (Höhe Durban) segelt, die Hintersten im Feld sind über 3000 Meilen entfernt und schwenken jetzt erst Richtung Osten.
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      Es geht weiter - gestern Abend kollidierte Samantha Davies mit einem unbekannten Objekt. Sie segelt nun genau wie Sébastien Simon nach Norden Richtung Südafrika in ruhigere Gewässer, um Schäden zu erkunden. Viele Boote haben Wärmebildkameras am Mast, um UFOs aufzuspüren, aber bei rauher See ist das auch nicht so gegeben. Nur der Deutsche Boris Herrman hat diese Kamera auch mit dem Autopiloten gekoppelt, so dass das Boot notfalls eigenständig korrigieren kann.
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      Tja, darüber kann man streiten, der eine mag dies, der andere jenes. Man kann aus Spass an der Freude die norwegische Küste hochfahren, mit einem Hundeschlittengespann durch Alaska rasen oder versuchen, mit einem Schläger einen Ball von 4cm Umfang zu treffen, der auf einem Ball von 40.000km Umfang liegt. Brauchen tut man letztendlich das alles nicht zum Überleben ;)
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      Ja ist schon ein schmaler Grad zwischen Vernunft und Unvernunft und Extrem-Sportarten wie diese zählen für mich definitiv zu den Unvernünftigen, vor allen wenn man sich dabei in Lebensgefahr begibt und dabei wissentlich in kauf nimmt das sich dann andere in Lebensgefahr begeben müssen um einen zu retten... :thumbdown:
      MfG von der Ostsee, Micha. :gr-cool:

      Even after the worst storm the sun will shine again... :gr-thumbup:
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      Das ist das Problem bei fast allen Extremsportarten. Der Deutsche Boris Herrmann, der auf seinem ersten Vendée Globe ist, sagte dann die Tage auch, er ist froh, wenn er wieder zu Hause ist. Bei seinen bisherigen Regatten konnte man die Autopiloten einstellen und dann fuhr das Ding erst mal, hier im Südatlantik muss man ständig auf der Hut sein. Er hofft, dass es jetzt im indischen Ozean ruhiger wird.

      Sébastien Simon und Alex Thomson haben mittlerweile Kapstadt erreicht und das Rennen aufgegeben, Samantha Davies ist kurz vor Kapstadt und hofft immer noch, die Regatta nach der Reparatur wieder aufnehmen zu können, allerdings schwindet die Hoffnung. Kevin Escoffier ist ja immer noch unfreiwilliger Passagier bei Jean Le Cam (im Moment 6. Position). Natürlich darf er an Bord nicht helfen, futtert also nur an Jeans Vorräten. Allerdings wurde in Frankreich die Rettung Chefsache, Präsident Macron rief auf dem Boot an und gratulierte zur Rettung. Man hofft, dass Escoffier in der Nähe der Kerguelen Inseln auf eine französische Fregatte umsteigen kann, die im Moment in der Gegend rumkurvt.

      Es führt immer noch Charlie Dalin, gefolgt von Louis Burton, der rd. 140 sm hinter ihm liegt.
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      Man könnte sich auch fragen: Wer ist unvernünftiger und verantwortungsloser: Die Betreiber dieser immer größer werdenden Containerfrachter, die dann Unmengen ihrer Container "ins Meer kippen", wie gerade eben auf dem Weg nach Japan passiert ist und damit die gesamte Schiffahrt und auch diese Segler gefährden oder die Segler, die versuchen mit oder gegen die Naturgewalten anzukämpfen.
      Auch von uns bewunderte Herausforderer wie Scott, Amundsen, viele Bergsteiger, Grönlanddurchquerer und viele mehr haben sich und andere in Lebensgefahr gebracht und sind sogar dabei- auch bei Rettungsaktionen-umgekommen. Solange das freiwillig geschieht mag ich niemanden be-und verurteilen.
      @Arctica
      Auch ich danke für deine up-dates :)
      Liebe Grüße von Trollebo
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      Wobei ich nicht wissen möchte, wieviel Geld dabei umgesetzt wird. Diese Rennmaschinen kosten ja schon, dann die ganze Elektronik. Und jeder hat an Land sein Team, Schiffsbauer, Ingenieure und was weiss ich, die fernmündlich mit Rat und Tat beistehen. Sicher, viele arbeiten da auch ehrenamtlich. Und man kann die Enttäuschung natürlich verstehen, wenn jemand nach jahrelanger Vorbereitung abbrechen muss. Und die Franzosen haben das Ganze fest im Griff, sind doch 23 von 32 Teilnehmer aus Frankreich, wobei eine Teilnehmerin Deutsch-Französin ist und der Deutsche Boris Hermann für den Yachtclub Monaco fährt.
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      Hier ein kleiner Blick aufs Meer aus dem Boot von Boris Herrmann.

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