Hamburg - Nordkapp und zurück mit der Fridtjof Nansen, 07.-24.07.2020

    • Nord
    • Tini wrote:

      War das zufällig ein Vortrag von Julian

      Den Vortrag hatte bei uns Ralf gehalten, den ich 2018 bei einer interessanten Reise mit der Nordstjernen zu den Naturschätzen Nordnorwegens kennengelernt habe. Auf der Tour haben wir einige interessante Ausflüge gemacht, die sich um das Thema Friluftsliv gedreht haben.
    • Baldur wrote:

      Ich drücke Dir (und allen anderen, die schon gebucht haben) die Daumen.

      @Baldur
      Danke fürs Daumendrücken, denn wir gehören auch zu denen, die für Anfang März 2021 die Reise Hamburg-Nordkap und zurück gebucht haben-als Erstaz für die abgebrochene Hurtigruten-Märzreise 2021. Ich liebe halt die Wintertour. Aber angeregt durch deinen Reisebericht, könnte ich mich auch wieder mal für eine Sommerreise erwärmen.
      Liebe Grüße von Trollebo
    • 12 – 21.07.2020 – Seetag/Sehtag

      Auch wenn heute „nur“ ein Seetag angesagt ist, gibt es doch viel zu tun und vor allem zu sehen. Und so geht es auch schon um kurz vor neun los, als wir an Kristiansund vorbeifahren.



      Auf dem Weg zur Hustadvika passieren wir den ungewöhnlichen Leuchtturm Hestskjær fyr und die Atlantikstraße.



      Dafür verzichte ich auch gerne auf den Vortrag zur Plastikverschmutzung der Ozeane. Dafür bin ich aber um 10:30 beim Navigationskurs dabei, wo wir mit Zirkel und Dreiecklinealen verschiedene Kurse berechnen. Der Vortrag zum Norwegischen Königshaus fällt dann wieder dem Sehen zum Opfer.

      Den Weg nach Ålesund kürzen wir etwas ab, indem wir bei Bud nicht nach Süden abbiegen, sondern weiter nach Westen fahren. Dabei passieren wir Flatflesa fyr.



      Inzwischen hat sich das Wetter etwas mehr zugezogen. Bevor wir nach Ålesund kommen, fahren wir zwischen den Pfeilen der neuen Lepsøybrua, der Festlandsverbindung zur Insel Lepsøya, durch. Auf der Festlandsseite steht auf einer vorgelagerten Buhne das Lepsøyfyr.



      Das Schiffsungetüm auf Steuerbord entpuppt sich als Rohrverlegungsschiff.



      Und dann, kurz vor 2, wird es wieder heller und wir fahren auf Ålesund zu.



      Bis zum Westkap fahren wir die Innenpassage an Hareid vorbei – diesmal leider ohne Wale zu sehen.

      In der Explorerlounge gibt es eine Demonstration zum Servietten- und Handtuchfalten. Ich nutze allerdings die Zeit meine Fotos zu sichten und zu sortieren. Den sehr interessanten Vortrag zur Lebensgeschichte des atlantischem Lachs besuche ich dann wieder und finde die auch kritischen Gedanken zur Lachszucht in Lachsfarmen in Norwegen, aber auch anderen Teilen der Welt, sehr interessant.

      Da es den Tunnel noch nicht gibt :) , müssen wir das Westkap umrunden. An einem kleinen Boot neben uns können wir sehen, wie ungemütlich der Wellengang auf so einem Boot ist. Bei uns bleibt es allerdings relativ ruhig.



      Bei Ervik können wir den Friedhof und die die Sanct Svithuns Kapelle sehen, die zum Gedenken an den Untergang der DS Sanct Svithun (1943) errichtet wurde.



      Bevor wir dann wieder im Schutz der vorgelagerten Insel Vågsøy verschwinden, sehen wir im Gegenlicht das Leuchtfeuer Kråkenes Fyr. Weiter geht es dann an Måløy vorbei in Richtung Florø .



      Um kurz vor 9 kommen wir dann noch am bekannten Stabben Fyr vorbei.



      Das Abendprogramm findet dann in der Explorerlounge statt. Zunächst gibt es eine Frage(halbe)stunde mit einigen der Offiziere. Anschließend gibt es den dritten Teil der Lesestunde „Fortsetzung folgt...“.

      Und damit geht dann ein „langweiliger Seetag zu Ende.
    • @Baldur, so schön deinen Bericht zu lesen. Ich finde die Exkursionen mit den Zodiacs so super, weil man viel mehr von der Tierwelt und der Landschaft sieht. Wir haben die Reise ja ab 26.Januar gebucht und hoffen immer noch dass sie stattfindet. Nur wie ist die Frage...Landgänge würde es ja auch nicht geben, und mit Zodiacs im Winter und in der Polarnacht kann ich mir auch nicht recht vorstellen....schaun wir mal, due Hoffnung stirbt zuletzt...
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      13 – 22.07.2020 – Fjærlandsfjord

      Heute gibt Norwegen nochmal alles. Am frühen Morgen gleiten wir in den Fjærlandsfjord. Dazu passend: tiefliegende Wolken und ein paar Regentropfen. Dadurch entsteht eine etwas mystische Stimmung.



      Um 8 Uhr starten wir zu einer Zodiactour. Mit den Booten geht es langsam an Fjærland vorbei. Auch vom Wasser sehen wir, warum Fjærland auch die Bücherstadt genannt wird.



      Heute gibt es wieder die Variante des Cruisings, bei der die Fridtjof Nansen uns erst ein Stück weiter südlich wieder an Bord nimmt. Wir fahren also mit unserem Zodiac nah am Ufer entlang und sind so eine gute Stunde in den Zodiacs unterwegs.



      Auf dem weiteren Weg durch den Fjærlandsfjord in Richtung Sognefjord hören wir auf dem Vordeck Ausschnitte aus den Peer Gynt Suiten von Edvard Grieg.



      Bei Vangsnes grüßt uns die Fridtjof-Statue, die nichts mit unserem Schiff, sondern mit der Fridtjofssage zu tun hat, die in dieser Gegend spielt. Die Statue wurde von Kaiser Wilhelm II. in Auftrag gegeben.



      Das Wetter klart nun immer weiter auf. Und so können wir die Norwegische Küste noch einmal richtig genießen. Dazwischen gibt es noch einmal ein obligatorisches Fiebermessen für alle, einen Vortrag zum Thema Fotografie, Objektive, Brennweiten und mehr von unserer Bordfotografin.

      Am frühen Nachmittag berichten zwei Expeditionsteammitglieder, die selbst nach Norwegen ausgewandert sind, von ihren Erfahrungen mit der Auswanderung und dem norwegischen Sozialsystem. In Sichtweite des Utvær fyr gehen wir dann auf Südkurs…



      … und nähern uns durch den Hjeltefjord der Stadt Bergen .



      Diesmal ist die Fahrt jedoch nicht in Bergen zu Ende. So werfen wir nur einen kurzen Blick unter der Aksøybrücke hindurch auf die Stadt und fahren dann weiter unter der Sotrabrücke hindurch.



      Unterwegs begegnen wir uns quasi selbst. Fridtjof Nansen trifft Fridtjof Nansen aka. F 310. Auf beiden Seiten wird fleißig gewinkt.



      Den Abschluss des Tages bildet diesmal ein Vortrag: Die großen Norweger in bewegten Bildern – Amundsen. Und damit nehmen wir dann auch Abschied von Norwegen (schnief).
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      Baldur wrote:

      Auf dem weiteren Weg durch den Fjærlandsfjord in Richtung Sognefjord hören wir auf dem Vordeck Ausschnitte aus den Peer Gynt Suiten von Edvard Grieg.

      So sehr ich die Stille an Deck genieße - aber auch im September hatten wir Grieg-Klänge an Deck 7 (man konnte ja auch woanders hingehen) bei der Durchfahrt durch den Steinsund . Und diese Musik passt wirklich gut zu der einzigartigen Landschaft :love: - für so eine "Ausnahme" fand ich das sehr gelungen.
      Danke, danke, für den einfach hervorragenden Bericht und die Bilder!! :thumbsup:
      Liebe Grüße, Beate
      :lofoten2:



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      Ich bin begeistert von Deinen Fotos. Ich habe ja die klassische Strecke auch schon zweimal befahren, aber so nah und so scharf habe ich Fotos nie gesehen, nicht einmal vom Bordfotografen. Gratuliere! Und nochmals Danke. Mache diese Reise gerne mit Dir gerade mit, nachdem meine Antarktis-Reise mit der Roald Amundsen dieses Jahr ins Wasser gefallen ist.
      Eins würde mich noch interessieren. War das Schiff nicht mit den wenigen Passagieren fast zu leer/einsam?
      Wir hatten im September eine Ägäis-Kreuzfahrt auf der World-Explorer; normal knapp 200 Personen; aber wir waren nur 23. Eigentlich wie auf einer Privatyacht. Aber zum Wohlfühlen hätten es gut und gerne doppelt so viele sein mögen.
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      @Balou: Danke für das Lob! Bin im gleichen "Boot", da meine Antarktis Tour im Januar mit der Fram ebenfalls storniert wurde...

      Es war sehr entspannt an Bord und mache es auch leicht die Coronaregeln einzuhalten. Ich fand die Ruhe und den Platz auf dem Vordeck sehr angenehm. Schön auch, dass immer alle gleichzeitig mit den Zodiacs unterwegs sein konnten.
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      14 – 23.07.2020 – Seetag

      Nun klingt die Reise langsam aus. Zu sehen gibt es heute nicht viel. Links lassen sich immer mal wieder Windparks, rechts können wir schon mal ein Schiff erahnen. Das Expeditionsteam gibt sich Mühe uns auch an diesem Tag zu beschäftigen. So gibt es einen Vortrag über die Windparks und wir hören etwas Poesie in der Nordsee.

      Hervorheben möchte ich heute zwei Vorträge: Ralf berichtet begeistert über die P-Liner in seinem Vortrag „Auf blauen Wogen – Von Hamburg ums Kap Hoorn“. Und Kristian unser grönländisch-norwegischer Kajak- und SUP-Guide hält ebenso leidenschaftlich einen Vortrag zum Thema „SustainABLE Generation“. Im Anschluss diskutieren wir in kleineren Gruppen und überlegen uns, was für uns persönlich Themen zur Nachhaltigkeit sind.

      Schließlich gibt es am späten Nachmittag eine Zusammenfassung unserer Reise durch das Expeditionsteam.

      Das Tagesprogram endet dann mit dem offiziellen Abschiedsgetränk mit dem Kapitän.

      Hier noch ein paar Bilder meiner Kabine 516 vom ersten Tag (sonst wäre es nicht mehr so ordentlich :) ).



      Auf dem nächsten Bild kann man erkennen, dass Kabine 516 etwas länger ist, als die Nachbarkabine 518. Im Inneren hat man einfach mehr Platz, ohne dass der Platz durch mehr Schränke genutzt wird.



      Ein anderer wichtiger Ort an Bord war der Expedition Launch. Wenn wir das Schiff unterwegs verlassen haben, geschah es immer über den Expedition Launch. Zunächst haben wir uns im Vorraum gesammelt. Immer 8 Personen haben sich ordentlich auf den Markierungen aufgestellt, bevor wir dann auf die Plattform zum Betreten der Boot gelassen wurden. Dabei wurden dann die Bordkarten eingescannt und natürlich noch einmal die Hände desinfiziert.



      Das Science Center soll hier auch mit zwei Bildern gezeigt werden. Hier fanden immer wieder interessante Vorträge statt. Der Vortragsraum könnte auch in zwei Räume geteilt werden, was bei uns nicht der Fall war und so viel Platz für uns bot (mit Abstand!). An den Tischen mit den Mikroskopen konnten Wasserproben untersucht werden und mit den Sitzgruppen konnte man sich auch in Kleingruppen mit spannenden Themen beschäftigen.

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      15 – 24.07.2020 – Ausschiffung Hamburg

      Und dann ist es schon wieder vorbei. Gegen 8 Uhr legen wir wieder in Hamburg an. Seit dem wir uns im deutschen Hoheitsgebiet befinden, gelten auch wieder die deutschen Coronaregeln: 1,5 m Abstand und Tragen des Mundschutzes.

      Das Verlassen des Schiffes kann erst erfolgen, nachdem das Schiff von den Behörden freigegeben wird. Wir nutzen die Zeit zum Verabschieden von den Mitreisenden, den Expeditionsteammitgliedern und der Besatzung.

      Um 09:15 dürfen dann die Passagiere mit blauen Gepäckanhängern von Bord. Da ich noch zwei Mitreisende im Auto mitnehme, kann ich meinen Koffer bei ihnen lassen und mache mich dann auf mein Auto aus der Tiefgarage zu holen. Unterwegs noch ein Blick aufs Schiff, wie ich ihn auch vor 15 Tagen hatte. Auch die Elphi ist in Sichtweite.



      Schließlich sammele ich die beiden Mitfahrerinnen am Terminal ein und wir machen uns auf den Heimweg.

      Eine wunderschöne Reise geht zu Ende. Bleibt noch ein Fazit zuziehen...
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      Danke für den Bericht und die Bilder :thumbup: , allerdings wären die unzureichend verkleideten schwarzen Decken schon ein Grund für mich nicht mit diesem Schiff zu Reisen, mal abgesehen davon das es mir zu neu ist... :whistling:
      Aber naja, man spart halt ein Haufen Material, Arbeit, hat deutlich weniger was bei Seegang Geräusche macht und kommt schnell an alle Leitungen und Rohre dran, dann darf es wohl auch scheußlich ausschauen... =O
      MfG von der Ostsee, Micha. :gr-cool:

      Even after the worst storm the sun will shine again... :gr-thumbup:
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      Balou wrote:

      normal knapp 200 Personen; aber wir waren nur 23.

      Also ich war ja mal auf einer Tour mit NORDLYS (2010) mit 39 Passagieren nordgehend, südgehend bis Trondheim 19 und dann bis Bergen noch 12 und ich fand es sehr gemütlich. Mit einem Paar habe ich heute noch Kontakt. Wir mussten zwar kein Corona-Abstand halten, hielten aber einen Noro mit zu wenigen Paxe gut in Schach. Sieben von den 39 waren ein paar Tage in die Kabinen verbannt.
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

      Reiseberichte siehe Profil !

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      Zeit für ein Fazit:

      Wo fange ich an? Ich habe festgestellt, dass man auch mit nur 3 Tagen Vorbereitung (inkl. Anreise) eine solche Reise antreten kann :) .

      Was in diesem Reisebericht zu kurz kommt, sind die Begegnungen mit den Mitreisenden. Bei nur 62 Mitreisenden ist man sich natürlich immer wieder begegnet und auch miteinander ins Gespräch gekommen. Auch die Gespräche mit dem Expeditionsteam waren persönlicher als auf anderen Reisen mit viel mehr Passagieren.

      Es war eine tolle Reise! Es gab so viel Neues zu entdecken. Selbst ganz ohne Landgänge wäre keine Langeweile eingetreten. Die vielen Fahrten mit den Zodiacs, die durch die geringe Passagierzahl pro Boot und die Tatsache, dass immer alle Reisenden gleichzeitig unterwegs sein konnten, wahrscheinlich viel entspannter waren, als auf anderen Reisen. Die grandiose Natur Norwegens und natürlich die vielen Tierbeobachtungen waren unbeschreiblich. Durch die ausgefallenen Landgänge, hatten wir mehr Zeit für Aktivitäten oder Abstecher, wie die Durchfahrung des Magerøysundet mit den Zodiacs. Spannend waren natürlich auch das Kajakfahren im Geiranger und das Stand-Up-Paddling bei Meløyvær.

      Auch als jemand, der seit vielen Jahren regelmäßig mit dem Auto und auch auf der Hurtigrute Norwegen bereist, habe ich viele neue Eindrücke gewonnen und Ecken gesehen, die ich bis dahin noch nicht kannte. Bei den Vorträgen und den persönlichen Berichten des Expeditionsteams konnte man viel über die norwegische Natur und das Leben in Norwegen erfahren.

      Besonders schade finde ich, dass nur noch eine weitere Reise der Fridtjof Nansen stattfinden konnte, die dann auch nicht wie geplant beendet werden konnte. Alle weiteren Fahrten mussten dann ja aus bekannten Gründen storniert werden. Umso dankbarer bin ich, dass ich diese einmalige Tour machen konnte!

      Eigentlich hatte ich ja gehofft im November noch einmal nach Norwegen zu kommen. Es sollte aber nicht sein. Auch meine geplante Antarktisreise auf der MS Fram im Januar ist ja leider Corona zum Opfer gefallen, aber mal schauen, wann es wieder möglich ist zu reisen. Konkret geplant ist noch nichts, aber vielleicht gibt es ja nochmal ein spontanes Angebot für kurzentschlossene Einzelreisende ...
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      Danke schön für den ausführlichen und bildhaften Bericht!!! :) War schön, dass auch einige Fotos vom Innenleben des Schiffes dabei waren, wobei aber gerade Deine Naturaufnahmen zu einem großen Teil sensationell waren.
      Habe selber am Wochenende für Ende 22 Chile und die Antarktis gebucht. Die Vorfreude ist nach einem solchen Bericht nun noch größer.
      Danke
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      @Baldur Vielen Dank, dass du mich auf diese "andere" Reise mitgenommen hast.

      Deine Dankbarkeit für die Durchführung der Tour kann ich nachvollziehen. Auch mir ist immer wieder bewusst, wie dankbar ich bin, dass ich in diesem sehr komischen Jahr eine solche Traumreise entlang der Hurtigrute unternehmen konnte. Leider war es vielen von uns nicht vergönnt. :thumbdown: Aber ich hoffe sehr, dass wir alle wieder in den Genuss kommen, solche tollen Fahrten zu unternehmen. Ich drücke uns allen die Daumen, dass wir gesund durch diese Zeit kommen und uns dann vielleicht auf dem einen oder anderen Schiff oder bei den Forentreffen wiedersehen.

      LG