Hamburg - Nordkapp und zurück mit der Fridtjof Nansen, 07.-24.07.2020

    • Nord
    • 08 – 17.07.2020 – Lyngen, Jokelfjorden/Isfjorden

      Auch wenn wir informiert wurden, dass wir nicht direkt durch Tromsø fahren, da wir keine Durchfahrtgenehmigung für die Tromsøbrua haben, stehe ich schon um 03:30 wieder auf und stelle fest, dass wir uns Tromsø nähern. Bevor wir westlich um Tromsøya herumfahren, hat man einen Blick in den Tromsøysundet und damit auch einen Blick auf die Eismeerkathedrale und Storsteinen.



      Auch die Vorbeifahrt auf der Flughafenseite ist sehr schön. Die Sandnessundbrua, die hier Tromsøya und Kvaløya verbindet, ist sogar noch länger und höher als die bekanntere Tromsøbrua.

      Nach einer Stunde draußen geht es aber schnell wieder ins Bett.

      Um 08:00 Uhr umrunden wir die Nordspitze der Lyngsalpen .

      Am Ufer liegt die Lenangstind, die vor 11 Tagen nach Motorausfall hier gestrandet ist. (Am 30.7.2020 wurde das Schiff geborgen und zum Abwracken gebracht.)



      An der Ostseite der Lyngsalpen folgen wir nun der Küste in südlicher Richtung. An der Halbinsel Spåkenes biegen wir dann östlich in den Rotsund ab. (Buchtipp zu dieser Gegend: Krimi „Goldkap“ von Rainer Doh, der Fortsetzung von „Mordkap“).

      Hier nähern wir uns dem kleinen Handelsort Hamnnes, wo wir mit Kanonenschüssen begrüßt werden. Einwohner stehen am Kai und winken, wir revanchieren uns mit dem Schiffshorn.



      Durch den Rotsund und den Maursund nähern wir uns Skjervøy von Süden. Es ist einfach toll draußen auf dem Vordeck zu stehen und die Natur um uns herum zu genießen.



      Das Schiff gleitet ruhig über das Wasser und bringt uns durch den Haukøysund in den Jøkelfjord. Das letzte Ende des Fjords heißt Isfjord. Auf dem nächsten Foto sieht man oben den Teilgletscher Isfjordjøkelen des Økyfjordjøkelen und unten den regenerierten Gletscher Nerisen in der Form einer Schildkröte oder eines Eisbärfells, der allerdings keine direkte Verbindung zum oberen Gletscher hat sondern von den Lawinen des Isfjordjøkelen gespeist wird.



      Zunächst geht es zum Cruising in die Zodiacs. Wir fahren in Richtung Gletscher am Ufer entlang und halten Ausschau nach Rentieren, die sich hier wohl bei der ersten Tour der Fridtjof Nansen letzten Mal gesammelt hatten. Wir entdecken schließlich einige Rentiere auf einer Schneefläche neben dem Gletscher.



      Nach dem Cruising geht es zunächst zurück an Bord und etwas später wieder mit den Booten zur Anlandungsstelle. Hier können wir dann erstmals an dieser abgelegenen Stelle den Fuß auf norwegischen Boden setzen! Vorerst ist uns nur erlaubt an Land zu gehen, wenn kein Kontakt zur Bevölkerung erfolgt.



      Am Ufer können wir uns dann in einem bestimmten Bereich bewegen, der durch das Expeditionsteam vorgegeben wird, damit wir nicht den brütenden Küstenseeschwalben zu nahe kommen. Dazu gibt es viele Informationen und Tipps vom Expeditionsteam. Nebenbei sammeln wir auch noch einiges an Plastikteilen, die hier angeschwemmt wurden :( .



      Nachdem alle wieder an Bord sind und auch die Boote wieder verstaut sind, macht sich die Fridtjof Nansen auf den Weg nach Norden.

      Um 20:45 gibt es noch die Zusammenkunft mit dem Expeditionsteam.
    • Sehr schöne unbekannte Blicke jenseits der normalen Route. Besonders gefällt mir der Eisbär-Gletscher. :thumbsup:
      Die Rentiere suchen auf den Schneefeldern gerne Schutz vor den lästigen Mücken, hier die weiblichen Tiere mit ihren Kälbern.
      Mich wundert, dass die Küstenseeschwalben euch nicht attakiert haben. Sie sind sehr angriffslustig, wenn sie brüten. Oder hast du ein sehr starkes Teleobjektiv?

      Freu mich auf die Fortsetzung!

      Viele Grüße

      omlia :)


      Reiseberichte im Profil
    • Da es im Jokelfjord keine Straßenanbindung gibt, ist der Abstecher nur per Boot möglich. Das ist das schöne an dieser Tour, neben bekannten Abschnitten auch viel Unbekanntes und neue Blickwinkel.

      Wir haben - unter Aufsicht des Expeditionsteams - genug Abstand gehalten. Verwendet habe ich mein Standardzoom 18-400 von Tamron. Nachträglich habe ich aus dem Originalbild (5568x3712px) nur einen Ausschnitt gewählt (1000x667px). Das erspart den Objektivwechsel und reicht für die Bildschirmanzeige völlig aus.
    • 09 – 18.07.2020 – Gjesværstappan, Nordkapp, Magerøysundet

      Heute erreichen wir den nördlichsten Punkt unserer Reise und damit auch den Wendepunkt. Doch keine Zeit um wehmütig zu werden, da auch heute wieder ein volles Programm auf uns wartet.

      Um 08:00 Uhr erreichen wir die Vogelinseln Gjesværstappan. Nachdem vor einem Jahr mein geplanter Ausflug 6B dem Wetter zum Opfer fiel, komme ich nun endlich zu den Vogelfelsen. Zunächst nähern wir uns vorsichtig mit dem großen Schiff und werden gleich von der Vogelanzahl überrascht. Die Luft schwirrt an der Klippe und im Himmel darüber. Wir sehen gleich die ersten Seeadler , Papageitaucher und Gryllteisten.



      Die Fridtjof Nansen geht dann in sicherer Entfernung in Warteposition und dann beginnt das Cruising mit den Zodiacs. Über eine Stunde cruisen wir zwischen den Inseln und sehen noch mehr Vögel. Eigentlich heißt es ja, dass Seeadler immer nur in Paaren leben und sich gegenseitig nicht in die Quere kommen. Hier sehen wir aber zwischenzeitlich bis zu sieben Seeadler gleichzeitig.



      Weiter geht es zum Nordkap. Auch hier für mich ein neues Erlebnis: Das Nordkap von unten. Da ich schon häufiger von oben heruntergeschaut habe, ist es auch nicht so schlimm, dass wir in Honningsvåg nicht an Land gehen dürfen.

      Langsam passieren wir die Landspitze Knivskjellodden, die ja nördlicher als das Nordkap liegt und liegen um 12 Uhr unterhalb des Nordkaps. Mit einem (kostenlosen) Glas Sekt stoßen wir an. Meine Hoffnung, dass ich endlich auch mal einen richtigen Blick auf Hornvika werfen kann erfüllt sich leider nicht.



      Während schon alle zum Mittagessen eilen, bleibe ich noch auf dem Vordeck und genieße den Blick auf die Küste zwischen Nordkap und Honningsvåg .

      Dann gehe ich doch schnell zum Mittagessen. Rechtzeitig vor Honningsvåg bin ich natürlich wieder draußen und halte Ausschau, ob ich die Trollfjord sehe, die heute in Honningsvåg liegt.



      Da der Nordkappausflug ausfällt, hat sich das Expeditionsteam noch etwas besonderes einfallen lassen: Crusing im Magerøysund. Erneut geht es in die Zodiacs, mit denen wir durch den Magerøysund fahren. Die Fridtjof Nansen wartet dann am anderen Ende auf uns. Auch wenn ich schon mehrfach mit den Hurtigrutenschiffen durch den Sund gefahren bin, so bin ich doch total überrascht, was es hier zu sehen gibt, wenn man auf Wasserniveau und näher an der Küste entlang fährt:



      Nachdem alles wieder an Bord verstaut ist, macht sich unser Schiff auf den Weg südwärts. Vorbei geht es am Windpark Havøygavlen .



      Im Restaurant Aune gibt es heute das Nordkappbuffet. Die Teller werden vom wie immer sehr freundlichen Kellnern und Köchen mit den gewünschten Leckereien gefüllt.

      Um 20:30 passieren wir Hammerfest und können einen Blick auf die Stadt werfen.



      Kurz danach passieren wir Håja, den größten freistehenden Steinblock der Welt.



      Um 21 Uhr gibt es eine zweite Lesestunde in der Explorerlounge. Schließlich wollen auch die 1.500 Fotos des Tages gesichtet und dann einer erste Auswahl unterzogen werden.

    • Baldur wrote:

      Von draußen sehen wir unser Schiff langsam aus dem Trollfjord kommen.

      Einer Mitreisenden auf meiner LOFOTEN-Tour im Februar machte man auf ihrer ersten Reise auf der VESTERÅLEN weiss, nur diese und die kleine LOFOTEN dürften in den Trollfjord , die anderen Schiffe seien zu gross :whistling:

      Baldur wrote:

      wir die virtuellen Anker

      Erinnert mich irgendwie ans virtuelle Safty Car beim Autorennen... :D
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

      Reiseberichte siehe Profil !

    • Hallo, war bis jetzt nur stille Leserin. Toll dieser Bericht. Habe diese Reise mit der MS Otto Sverdrup im März2021 gebucht. Bin mal gespannt, ob sie stattfindet. So kann ich aber jetzt schon mal darüber lesen. Meine erste HR Fahrt war im September/Oktober 2019 und hat mich total fasziniert. Damals hatte ich mich über das Wiki informiert und sage auf diesem Weg mal DANKE für die vielen guten Tipps.
    • 10 – 19.07.2020 - Mefjorden/Senja

      Am Morgen ist es zunächst noch sehr bewölkt, klart dann aber langsam auf und später haben wir strahlenden Sonnenschein. Ziel heute ist der Mefjord, ein Fjord auf der Insel Senja. Das Schiff geht um 09:30 Uhr vor dem Ort Senjahoppen in Position. Mit den Zodiacs erkunden wir dann eine Stunde lang die Orte Senjahoppen und Mefjordvær von der Wasserseite aus.



      Am Nachmittag werden zwei Erkundungswanderungen angeboten, eine längere und eine (etwas) kürzere. Die Teilnehmer an der längeren Wanderung mussten sich zuvor beim Bordarzt vorstellen. Nach Blutdruck-, Sauerstoffmessung und einem kurzen Gespräch hat er aber keine Einwände.

      Um 12:30 geht es wieder mit den Zodiacs hinaus. An Mefjordvær vorbei in die Knutsvika. Hier sehen wir zunächst den Kadaver eines Pottwals.



      Die Anlandung ist nicht ganz ohne, da die Felsen zwar glatt, aber rutschig sind. Nachdem auch das gemeistert ist, stehen wir also zum zweiten Mal auf unserer Reise auf norwegischem Boden.



      Wir folgen einem Trampelpfad. Zunächst noch sehr steinig und matschig, bessert es sich später etwas. Zunächst holen wir uns aber noch den Segen des Mönchs, der die Leute beschützt, die von Mefjordvær und Skøytneset nach Norden reisen.



      Auf dem Weg begegnen uns dann auch die ersten norwegischen Wanderer. Wir folgen dem Pfad über den kleinen Sattel, der uns vom Ort Mefjordvær trennt.



      Auf dem Sattel steht eine Wetterhütte mit Feuerstelle und einem tollen Ausblick. Von hier sehen wir viele Wanderer, die den kleinen „Berg“ Knuten erklimmen.



      Plötzlich stehen wir auf einem großen Parkplatz. Von hier geht es weiter über einen Wanderweg den Hang hinab zum Ort.



      Über die Straße geht es durch den Ort zum Anleger, wo uns die Zodiacs wieder in Empfang nehmen und zurück zum Schiff bringen.



      Am Nachmittag gibt es einen sehr interessanten Vortrag: „Friluftsliv – Eine Norwegische Vernarrtheit“.

      Zunächst war ich davon ausgegangen, dass wir auf dem Rückweg die Außenpassage an den Lofoten nehmen würden, wie es bei der Tour vor uns der Fall war. Wir folgen jedoch der Küste von Senja und setzen dann den Kurs auf Harstad und den Tjeldsund.



      Zum Abschluss des Tages gibt es einen Vortrag von Chefingenieur Vidar mit dem Thema „Alles, was Sie über die Hybridtechnologie wissen wollten“. Sehr detailliert beschreibt er, wie die verschiedenen Systeme an Bord zusammenspielen und auch Fragen beantwortet er, um uns die Hybridtechnologie näherzubringen.
    • @Snovhit: Ich drücke Dir (und allen anderen, die schon gebucht haben) die Daumen. Vielleicht bist Du ja auf einer der ersten Reisen, die dann wieder stattfinden können. Es wäre wirklich schön, wenn im Frühjahr die ersten Reisen wieder stattfinden und alle, die dieses Jahr verzichten mussten in neue Planungen einsteigen können.
    • 11 – 20.07.2020 - Brønnøysund , Torghatten

      Von 7:30 bis 08:15 Uhr sind wir auf dem Vordeck mit dem Expeditionsteam und halten Ausschau nach Vögeln. Dies ist eine Aktion im Rahmen des eBird-Programms. Hierzu werden die beobachteten Vögel in eine Datenbank eingetragen, die dann Wissenschaftlern und Amateuren Daten über die Verbreitung und Häufigkeit von Vögeln liefert. Und so verbringen wir die Zeit bis die Insel Vikingen auftaucht. Um kurz nach 8 Uhr passieren wir die Insel mit der Weltkugel auf der Westseite und verlassen damit die polaren Regionen.



      3 Stunden später passieren wir Sandnesjøen und kurz darauf die 7 Schwestern, die sich aber weitgehend verhüllt zeigen. Gut, dass ich an Tag 6 schon früh auf war!

      Die Vorträge heute lasse ich ausfallen und genieße stattdessen die Aussichten auf dem Vordeck.



      Nun nähern wir uns dem nächsten Highlight. Wir fahren außen an Brønnøysund vorbei und umfahren dann den Torghatten gegen den Uhrzeigersinn. So bekommen wir direkt die „Schokoladenseite“ zu sehen. Der Berg wird von der Sonne angestrahlt und so können wir schon erkennen, wo die längere Wanderung hergehen wird. Der Abstieg auf der Südseite ist in der Scharte unterhalb des Loches zu erahnen.



      Die Fridtjof Nansen sucht sich einen Liegeplatz direkt am Torghatten-Campingplatz. Dort dürfen wir dann auch mit den Zodiacs anlegen.



      Wir teilen uns hier in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe nimmt den längeren Weg, der zum Loch hinaufführt und dann durchs Loch auf der anderen Bergseite wieder hinunter und im Bogen zurück zum Anleger. Die zweite Gruppe nimmt für den Auf- und Abstieg den gleichen Weg.

      Ich nehme mir zwei Wanderstöcke mit, die das Expeditionsteam zur Verfügung stellt, da ich mich erinnere, dass der Abstieg recht steil ist.

      Für den Aufstieg brauchen wir vom Hinweisschild bis zum Blick ins Loch rund 25 Minuten. Unterwegs begegnen wir vielen Wanderern – natürlich mit Abstand. Von oben hat man einen schönen Blick in Richtung Brønnøysund und dann natürlich der Blick durchs Loch auf die Schärenlandschaft.



      Über eine Holztreppe auf der rechten Seite geht es nach einem Fotostopp weiter ins Loch hinunter. Viele Wanderer haben hier kleine Steinmännchen hinterlassen. Hier treffen wir auch auf die Wanderer der Richard With, die in Brønnøysund liegt und uns später noch mehrfach begegnet.



      Nachdem sich unsere Gruppe wieder gesammelt hat, machen wir uns dann auf den weiteren Abstieg. Der Weg ist recht steil und unwegsam, da entlang des Weges ein Abgrund läuft. Hier bin ich dann froh die beiden Wanderstöcke zu haben, da ich damit deutlich sicherer fühle. Zum Schluss geht es noch gemütlich auf ebenem Grund zurück zum Campingplatz und dort zurück an Bord.

      Kurz nach 18 Uhr dampft die Richard With auf Südkurs an uns vorbei. Wir folgen ihr dann etwas später…



      … und holen sie in Rørvik wieder ein …



      … kaum sind wir an ihr vorbei, legt Sie wieder ab und nimmt die Verfolgung auf. Vorbei geht es am Nærøysundet Fyr in den Sonnenuntergang.



      Die Richard With passiert uns dann erneut und damit geht ein weiterer schöner Tag zu Ende.

    • @Baldur Eine tolle Reise! Die wir durch deine phantastischen Fotos nacherleben dürfen. Vielen Dank für deinen wunderbaren Bericht. Die vielen Exkursionen mit den Tenderbooten sind wirklich was besonderes.


      Am Nachmittag gibt es einen sehr interessanten Vortrag: „Friluftsliv

      War das zufällig ein Vortrag von Julian vom Expeditionsteam?
      schöne Grüße Tini :ilhr: