Dampfeisbrecher STETTIN plus ein bisschen Ost- und Nordsee (09.10.-18.10.2020)

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    • Dampfeisbrecher STETTIN plus ein bisschen Ost- und Nordsee (09.10.-18.10.2020)

      Als @Jobo im Sommer die Mail von Margit Distler veröffentlichte, betr. einer Fahrt mit dem Dampfeisbrecher STETTIN durch den Nord-Ostsee-Kanal bis Rendsburg und zurück, war ich gleich Feuer und Flamme. Von der STETTIN hörte ich in den 80er Jahren zum ersten mal, als das Projekt Rettung des Dampfeisbrechers begann, meine Mutter lernte bei ihrem Segeltörn mit der SEDOV den in der Mail von Margit genannten Manfred. S. kennen, und seither war es mir immer ein Wunsch, das Schiffchen kennen zu lernen. Dazu kam, dass hier ständig vom Kanal geschrieben wird, ich aber bisher noch keine Möglichkeit hatte ihn zu erleben. Familie gefragt und Mann und Sohn waren sich einig - buche mal, einer von beiden kommt mit, je nach Zeit. Es ergab sich dann, dass meine bessere Hälfte im Rentnerstress ist, Sohn aber durch ausgefallenen Urlaub noch Tage zu Verfügung hat, und so beschlossen wir, wenn wir schon in den Norden touren, noch ein paar Tage Urlaub anzuhängen.

      So ging es also am Freitag, den 09.10. los Richtung Hamburg, wo wir mit relativ wenig Staus am Nachmittag eintrudelten. Zimmer bezogen und gleich aufs Linienboot nach Finkenwerden, wo wir den Urlaub bei einem guten Essen mit Fories der ersten Stunde verbringen, die zufällig in der Gegend urlauben und am nächsten Tag zurück fahren.

      Samstag, 10. 10. 2020

      Nach dem Frühstück checken wir aus, unseren grossen Koffern dürfen wir im Hotel lassen, wir nehmen nur ein Night-Stop-bag mit. Wieder entern wir das 62er Linienboot, zum Museumshafen Övelgönne. Schon auf dem Linienschiff gibt es das erste Hallo mit Fories. Kurz nach 9 sind wir da und wundern uns schon, wieviele Leute sich bereits auf der STETTIN tummeln. Von den NORDSTJERNEN-Fans sind einige dabei, man sieht jede Menge Hurtigjacken und- Mützen, vom Forum sind wir - wenn ich recht gezählt und nun niemand vergessen habe - acht. Insgesamt rd. 120 Passagiere.







      Der Maschinenraum:





      Die Brücke:



      Wenn man nicht gerade im Hafen ist oder Manöver anstehen kann man jederzeit in den Maschinenraum und auf die Brücke. Vor dem Maschinenraum hängt ein Eimer mit fünf Schraubenmuttern, jeder der in den Maschinenraum geht nimmt sich eine Mutter und wartet dann einfach bis wieder jemand rausklettert. Dasselbe bei der Brücke, hier sind es Schrauben.



      Der kleine Quiekser am Ende, der die Passagier so begeistert, ertönte früher, wenn der Eisbrecher selbst festsass, so dass die dahinter fahrenden Schiffe bremsen konnten und nicht auffuhren. Was man dazwischen hörte war der Gruss eines grossen Containerschiffes... :D
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

      Reiseberichte siehe Profil !

    • Und ich hab schon wieder "Heimweh" nach der Stettin. Wenn ich nur nicht so kalt gehabt hätte. Aber meine nächste Fahrt wird irgendwann im nächsten Jahr zur wärmeren Zeit sein. Und mind. ein "Eisbrecher" gehört auch noch dazu . :rolleyes: ;) (für Insider)
      Genau diese Reise hat mir eine 10-tägige Quarantäne eingebracht. Mir scheint, es hat sich gelohnt, denn wann lernt man neue Fories kennen? Richtig, auf alten Schiffen oder an Stammtischen. :D
    • Also für Nichtinsider - der "Eisbrecher" war nicht jedermanns/-fraus Sache, hatte zwar gut Prozente, war aber sehr klebrig, somit süss und einige von uns genossen da doch lieber einen guten Linie... ;) - gelle @Sagittaria ;)
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    • @rs1033 hat 100 Punkte... :thumbsup: @Islandpferd - hattest du das nicht mitbekommen :8o:

      Die Mannschaft der STETTIN sind alles Freiwillige, die die Arbeit als Ehrenamt machen. Beeindruckend wieviele junge Herren mitmachen, die im "Keller" eifrig Kohle schippen.

      Das Wetter ist gut, nur gegen 16 Uhr gibt es einen längeren, kräftigen Schauer. Dazu kommt, dass der Kanal etwas langweilig ist, zumal es kaum Verkehr hat. Wir lernen, dass die Schiffe in Kategorien eingeteilt sind, unsere kleine STETTIN ist Kategorie 3. Es ist festgelegt, bis zu welcher Zahl an den einzelnen Abschnitten gekreuzt werden darf - dürfen Schiffe bis 8 kreuzen, hätte also der STETTIN ein grösseres Schiff bis Kat. 5 entgegen kommen können, an Stellen mit 6 nur ein Schiff gleicher Grösse. Immer gibt es wieder Ausweichstellen, wo im Fall eines grösseren Schiffes gewartet werden kann.

      Pünktlich um 18:30 Uhr sind wir in Rendsburg, wo zwei Busse warten, die die Passagiere, die nur einen 1-Tagesausflug gebucht haben, nach Hamburg zurück bringen. Zwei Fories verlassen uns leider. Wir anderen gehen ins nahe gelegene Hotel. So gibt es an der Rezeption einen kleinen Ansturm, die Rezeptionistin bleibt aber cool, arbeitet an zwei Schalter gleichzeitig, links Coronaformular zum Ausfüllen - rechts Schlüsselkarte raus - nächste Gast Formular - links Schlüsselkarte raus, ich habe tatsächlich noch nie erlebt, dass jemand so effizient eine Hotelrezeption handelt und es dauerte keine 10 Minuten bis alle versorgt sind.

      Wir treffen uns zum Abendessen, auch das wird noch kurz organisiert von der Rezeption, wir bekommen einen Tisch in einem eigenen Raum, zumal in zwei Sälen eine Hochzeit gefeiert wird und mit Buffet und Abstandsregel alles viel mehr Platz braucht wie gewohnt.

      Sonntag, 11. 10. 2020

      Wir haben uns vorsichtshalber den Wecker auf 8 Uhr gestellt, werden aber schon früher wach und gehen schon mal zum Frühstück. Offensichtlich war dies der Gedanke von einigen Mitreisenden, jedenfalls gehen Punkt 8 Uhr an mehreren Tische Handywecker los :laugh1: Wir räumen unser Zimmer und spazieren zum Schiffchen. Ein Bus kam aus Hamburg mit neuen Mitreisenden, heute sind war aber nur rund 70 Passagiere.













      Kurz vor Hamburg kommt uns die ESTELLE MÆRSK entgegen, 2009 bei ihrer Indienststellung das grösste Containerschiff.
      Sie fährt fast leer - Corona lässt grüssen
      ;(



      Pünktlich um 18 Uhr sind wir wieder in Övelgönne, wo wir schon von Fories erwartet werden. Auch treffen Sohn und ich noch Manfred, den Bekannten meiner Mutter, der für eine Woche die Wache auf der STETTIN übernimmt.

      Wir verabschieden uns und fahren zurück zur Landungsbrücke, beziehen unser Zimmer auf der gegenüber liegenden Seite und gehen zum Essen - endlich bekomme ich mein geliebtes Labskaus!


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    • Islandpferd wrote:

      Aquavit
      und

      Islandpferd wrote:

      Brennivin

      werden hierzulande leider ja auch in aller Regel völlig falsch getrunken, nämlich eiskalt. Da schmeckt auch der feinste Tropfen nur noch wie Kühlflüssigkeit. Raumtemperatur und in kleinen Schlucken, bloß nicht exen.

      Aquavit ist übrigens eine ganz eigene Welt. Linie ist ja mehr so allerwelts- und Massenware, geht aber z.B. zu Pinnekjøtt oder Ribbe. Feine Dinge sind z.B. Gammel Opland (herrlich zu Lutefisk), Løiten Tur (dunkel, kräftig, schön zum Kaffee wie ein Cognac), Løiten Sommer (Schalentiere), der jährliche Juleakevitt von Gilde und, und, und...
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Ich greife jetzt mal dem Reisebericht vor, aber zum Thema - Beendet wurde die Reise eine Woche später mit einem schönen Friesengeist ;)


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    • Montag, 12. 10. 2020

      Vom heutigen Tag gibt es nicht viel Reiseberichtlikes zu schreiben. Morgens sehen wir erst mal, dass wir nichts sehen... Vom Zimmerfenster aus sehen wir normalerweise den Hafen - wenn er denn da wäre...




      Auf Wunsch von Sohnemann besuchen wir das Miniaturwunderland. Corona hat auch was Gutes, es hat nur sehr wenig Leute. Lustig ist die WuStVO (Wunderlandstrassenverkehrsordnung) - um die Attraktionen sind Wege eingezeichnet, mit Vortritts- und Stoptafeln und auch mal einem Kreisel um einen künstlichen Baum, damit Abstand gewahrt ist. Ich bewundere kleine Kinder, mit welcher Engelsgeduld sie sich die Sachen ansehen und auch auf kleine Details achten. Nichts von hippelig und nur das grosse Ganze sehen. Da ich nicht zum ersten mal hier bin, habe ich kaum Fotos gemacht.



      Der Rest vom Tag ist Bummeln angesagt, ein Besuch in einem maritimen Buchladen und den Abend lassen wir in einem Steakhouse ausklingen.




      Dienstag, 13. 10. 2020 (martes y 13 / Dienstag und 13 - in der spanischen Welt der absolute Unglückstag!)

      Wir verlassen Hamburg und fahren nach Lübeck, wo wir am Holstentor in einem Parkhaus parken. Hier fällt uns als erstes ein querstehendes Auto auf, dabei ein entsetzt schauender Mann und plus ein paar fotografierende weibliche Wesen. Moral der Geschichte - wenn du eine Dachgepäckbox montiert hast, achte auf die Höhe im Parkhaus... :whistling: .

      Wir bummeln durch Lübeck und stärken uns dazwischen mit Kaffee und Kuchen (immer schön wenn man nach Jahren in ein Ort zurückkommt und das nette Café wieder findet, das man kennt! Und es auch noch existiert!)











      Entsetzter Schrei meines Sohne - hier fährt ein Bus im Wasser :laugh1:


      Wir fahren weiter, die Küste entlang nach Norden bis Kiel. Es ist zum ersten mal, dass ich in Deutschland nördlicher wie die Linie Cuxhaven - Lübeck bin - Neuland.


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