Mit der MS Fram nach Spitzbergen und eine lange An- und Abreise durch drei Länder vom 10.05.-12.06.2017

    • Svalbard
    • 26.05.2017


      Dieser Ausflug auf den Berg muss einfach sein, diesmal nicht mit Linienbus und zu Fuß, sondern ganz bequem mit meinem Auto.





      Dann fahre ich am Flughafen vorbei über die Brücke nach Kvaløya. de.wikipedia.org/wiki/Kval%C3%B8ya
      Am Kaldfjord hat der Frühling Einzug gehalten. Ich genieße bei Kaffe und Kuchen das Sonnenbad auf der Terasse eines wunderschönen Cafés.






      Schon im Café gibt es nur wenige freie Plätze. Als ich die Insel weiter erkunden will, staune ich über den Verkehr auf der kleinen Straße, die auf die Höhe führt.
      Es ist Wochenende, und die Tomsøer haben es zu meinem Schrecken sehr, sehr eilig, ihre Hütten zu erreichen.
      Lange wird die Skisaison nicht mehr dauern, aber für einen letzten Ausflug reicht es noch.






      Zurück in Tromsø suche ich noch einen Platz, an dem mein Auto während meiner Spitzbergenreise auf mich warten kann. Das ist gar nicht einfach, aber ich bekomme einen guten Tipp. Ganz in der Nähe des Hotels gibt es eine private Tiefgarage, eigentlich nur für die Hausbewohner, aber ich habe Glück und darf einen freien Platz nutzen.



      27.05.2017


      Es dauert eine Weile, bis ich meinen Spitzbergenkoffer gepackt haben. Viel überflüssiges Gepäck bleibt im Auto zurück. Das parkt nun in der Tiefgarage.
      Die Nacht im Hotel war sehr laut. Immer wieder dröhnten Maschinen auf der Straße. Nun erfahre ich, warum: Es gibt ein großes Bikertraffen und die ganze STadt ist auf den Beinen.






      Es will einfach niemand die Auslagen beachten! ;)





      Was für ein buntes Völkergemisch! Ich hoffe, die Maskierung reicht aus!




      Man muss sich seinen Weg durch die Straßen mühsam bahnen, aber im Perspektivetmuseum perspektivet.no/, das direkt in der Hauptstraße liegt, bin ich der einzige Besucher. Es macht mir immer wieder großes Vergnügen, die Bilder von Knut Stokmo, einem Tromsøer Fotografen der 60ger Jahre, anzuschauen.

      Nun wird es aber höchste Zeit, mein Gepäck aus dem Hotel zu holen und die MS Fram zu entern. ich hatte sie schon im Hafen liegen sehen. Warum nur habe ich sie da nicht fotografiert? Aber auf der Reise wird es noch viele Gelegenheiten geben, sie in spaktakulärer Umgebung zu zeigen.


      Wir legen pünktlich ab. Adé Tromsø !





      Warum verlässt der Kapitän die vorgesehene Route und biegt ab in eine Bucht? ?( Er erklärt es von der Brücke aus: Er möchte uns seinen Heimatort zeigen und Familie und Freunde begrüßen. Es tut es lautstark und mit Echo. Gut, dass wir in norwegischen Händen sind und dieses Manöver nicht an der italienischen Küste stattfindet!

      Dann geht es hinaus auf's offene Meer. Bjørnøa, wir kommen!


      Viele Grüße

      omlia :)


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    • @omlia,
      wieder ganz spannend und super berichtet. Die Fotos einmalig schön getroffen.
      Es ist für mich eine ganz ungewohnte Reise, schön, daß du so ohne Zeitdruck und sehr gelassen die Fram erreicht hast. Ein Norwegenbericht, wie ich ihn noch nie gelesen habe. Du solltest Bücher / Reiseberichte schreiben.
      Vielen Dank dafür, ich freu mich sehr auf die Fahrt nach Spitzbergen und deine Erlebnisse.
      Gruß Ricka
      es war eine :godtur: mit der Kong Harald
    • Bei den Bildern vom Bikertreffen in Tromsø mit dem bunten Völkergemisch in den jeweiligen Trachten habe ich das Gefühl, dass 2017 nicht nur der Frühling verspätet stattfand, sondern auch der Nationalfeiertag ... ;)
      Immerhin konntest Du letzteren somit quasi nachholen - am 17. Mai warst Du ja noch in Finnland ...

      Die Photographien im Perspektivet museum sind in der Tat sehr interessant - ebenso das Gebäude selbst. :good3:
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Auf dem Schiff habe ich mich schnell häuslich eingerichtet. Ich kenne es von einer früheren Reise und mag die geringe Größe, das zurückhaltende Design, die überschaubare Anzahl der Passagiere und, dass wir mit Raymond Martinsen einen erfahrenen Hutigruten-Kapitän an Bord haben.
      Ich stehe noch lange am Bug und genieße das späte Licht. Das Schiff gleitet ruhig dahin. Es ist schön, nach der langen Anreise loslassen zu können und sich dem Schiff anzuvertrauen. Ich bin gespannt, was mich auf dieser Reise alles erwartet.


      28.05.2017

      Was für ein tolles Geschenk zum Auftakt: Wir können nach Bjørnøya übersetzen. :thumbsup: Das ist ein seltenes Glück, denn hier stürmt es oft heftig.
      Die Insel begrüßt uns freundlich....







      ...und sendet ein Empfangskomitee aus, das uns bis zur Anlandung eskortiert.





      Wir werden von den Meteorologen, die dort eine ganzjährige Station betreiben, als seltene Gäste freundlich begrüßt. Es ist früh im Jahr, und vielleicht sind wir die ersten Besucher.
      Eisbären gibt es trotz des Namens keine auf der Insel, nur diesen versteinerten Gesellen. Jedoch gelangt manchmal ein Bär im Winter über das Packeis hierher und ist ein unfreiwilliger Sommergast, wenn ihm wegen des schmelzenden Eises der Rückweg abgeschnitten wird.
      Das Schiff liegt auf Reede und genießt ein wohlverdientes Päuschen. Aber wir werden aktiv und schwärmen aus, rot-gelb verkleidet und weithin zu sehen.










      Die Insel ist Brutplatz für viele Arten von Seevögeln. Hier, in der Nähe der Siedlung, sind es vor allem Papageitaucher und Eissturmvögel, die uns ja schon begrüßt haben. Sie sind anders als Möwen nicht von Süßwasser abhängig, denn sie können das Salz über ihre seltam geformten Schnäbel ausscheiden. Während Möwen nur in Küstennähe mitreisen können, begleiten uns die Eissturmvögel auf hoher See, solange sie mögen. Warum sie das tun, weiß ich nicht. Vielleicht sind sie neugierung und haben Freude an etwas Abwechslung. ;)








      Was für ein toller Beginn der Reise! :thumbsup: Auf meinem Platz am Bug halte ich Ausschau in Richtung Spitzbergen, aber es dauert noch eine helle Nacht lang, bis wir dort ankommen.


      Viele Grüße

      omlia :)


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    • 29.05.2017



      Ein erster sehr früher Blick aus meinem Kabinenfenster: Wir haben die Küste erreicht.Juppi!




      Schon bald geht es hinein in den Hornsund, zum Schrecken der Lummen, die vorsichtshalber vor dem Riesen die Flucht ergreifen.





      Bevor wir an Land können, sichert das Expeditionsteam das Gelände, denn wir sind im Eisbärenland.





      Es ist eine verzauberte eisige Welt, die sich da öffnet. Ich stehe lange da und kann mich nicht sattsehen an der Wunderwelt.









      Hyttevika ist die älteste Trapperhütte auf Spitzbergen und wird noch heute benutzt.

      spitzbergen.de/wp-content/pano…ttevika_DE/Hyttevika.html






      Der Tag im Hornsund ist noch nicht zu Ende.

      Fortsetzung folgt.


      Viele Grüße

      omlia :)


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    • 29.05.2017


      Es geht zurück auf's Schiff und weiter in den Hornsund hinein.




      Nebel kommt auf, als wir langsam durch die Landschaft gleiten.





      "Orkas in Sicht!" Das Expeditionsteam ist sich sicher, dass es welche sind, obwohl von der charakteristischen Rückenflosse nichts zu sehen ist. Vielleicht relaxen sie beim Rückenschwimmen. ;)







      Mit den Polarcirkel-Booten kommen wir näher an den Gletscher heran.






      Was ich ganz vergessen habe: Im Auto war es ja ziemlich eng für alle Mitreisenden, aber auf dem Schiff gibt es viele freie Kabinen und reichlich Platz für alle. So fahren wir gemeinsam unserem nächsten Ziel entgegen: NY Ålesund :thumbsup:

      Viele Grüße

      omlia :)


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    • Bei den Walen handelt es meiner Ansicht eher um Belugas, da wie Du schreibst, die Rückflosse fehlt und auch von der schwarzen Zeichnung nicht zu sehen ist.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

    • Wunderschöne Bilder, die mich aber im Moment etwas frösteln lassen da mir die Jacke fehlt :whistling: . Belugas - das war mein erster Gedanke als ich das Bild sah. Aber eigentlich ist es doch egal was das war - Hauptsache, du hast es genossen, nicht wahr?
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil
    • Ein Nachtrag zur Hütte Hyttevika: Wanny Wodtstad, eine norwegische Trapperin, hat vor fast 100 Jahren mehrer Winter auf Spitzbergen gejagt und mit ihren Kindern in dieser Hütte gelebt. Das Polarmuseum in Tromsø würdigt sie mit einer beeindruckenden Ausstellung, die sicher viele von euch kennen.
      de.wikipedia.org/wiki/Wanny_Woldstad.
      spitzbergen.de/landeskunde-und…/norwegische-trapper.html

      Viele Grüße

      omlia

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    • 30.05.2017


      Heute werden wir vom Licht verwöhnt. Ny Ålesund empfängt uns in magischer Morgenstimmung.







      "Mein Lieblingsschiff, mit dem musst du unbedingt mal reisen", meint der Bordfotograf, der mit mir an Deck steht.
      Die kleine Bahn erinnert an die Zeit, als hier im frühen 20. Jahrhundert Kohle abgebaut wurde. Heute ist Ny Ålesund de.wikipedia.org/wiki/Ny-%C3%85lesund eine internationale Forschungsstation.





      Das UFO scheint eine Landung zu erwägen, dreht aber dann ab. Zum Glück oder doch schade? ;)





      Von hier startete Nobile seinen Flug zum Nordpol, bei dem er verunglückte. Bei der anschließenden Rettungsaktion kam dann Roald Amundsen ums Leben.
      Der Ankermast ist ein bewegenden Zeugnis dieser unglaublichen Pioniertaten. Ich bin ergriffen. Gehörten die Pioniere doch zu den Helden meiner Jugend!
      Der Ankermast in Vadsø , den man vom Hurtigrutenschiff aus sehen kann, diente übrigens als Zwischenstopp.
      br.de/wissen/umberto-nobile-ab…rdpol-luftschiff-100.html
      Es gibt eine größere Gruppe von Chinesen an Bord. Interessant, wie Menschen unterschiedlicher Kulturen reisen und fotografieren. Sie schießen fahneschwenkend ein Gruppenfoto nach dem anderen, sei es vor dem Ankermast oder hier vor dem Gletscher.







      An der chinesischen Station sind sie sicher schon vorbeigekommen.
      Ein Gewächshaus? Ich stapfe neugierig durch den Schnee, aber das Glashaus schützt keine Pflanzen, sondern technische Instrumente.





      Ich bin schon wieder ergriffen! Ein lautes Tirillieren erfüllt den ganzen Ort. Wird da Vogelgesang per Lautsprecher abgespielt, als Stimmungsaufheller gegen den Winterblues? Es ist unglaublich, aber auf einem Schornstein entdecke ich diesen kleinen Vogel. Es ist eine Schneeammer, der nördlichste Singvogel der Welt. Er brütet hier auf Spitzbergen und ist mit seinem betörenden melodichen Gesang auf Brautschau. Ich höre ihm lange zu. Ach, wenn ich ein Vöglein wär, und auch zwei Flügel hätt.....
      vogelundnatur.de/vogelarten-schneeammer/




      Wir verabschiedne uns von Ny Ålesund und biegen in den Krossfjord ein.




      Fortsetzung folgt.


      Viele Grüße

      omlia :)


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    • Eine Fortsetzung pünktlich zum Morgenkaffee, das tut gut in diesen Zeiten! Licht und der Schattenwurf machen die Fotos traumhaft plastisch und für Lenticularis-UFO-Wolken habe ich als Patagonien-Fan sowieso seit jeher eine Schwäche.
      Danke für die Links, Wanny Woldstad war eine starke Frau. Wenn man zu der Zeit auf Sommarøya aufwuchs, musste man das wohl auch sein.
      Viele Grüsse, Albatross
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