Winterreise nach Schweden mit Vintermarknad in Jokkmokk 31.1. bis 10.2.2020

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    • Winterreise nach Schweden mit Vintermarknad in Jokkmokk 31.1. bis 10.2.2020

      Jetzt soll auch von mir mal wieder ein Reisebericht kommen, in der Hoffnung, euch ein wenig Ablenkung zu geben! Zeitlich einzuordnen noch in die Vor-Corona-Zeit, fast zeitgleich mit dem letzten Stammtisch in Wien und zum Abschluss noch mit dem Sturm Sabine...
      Die Idee zu einem winterlichen Besuch in Schweden wurde im Sommer 2017 geboren, als Roland und ich bei unserer Norwegen-Schweden-Reise Susanne (unser Ex-Forumsmitglied Värmi) und ihren Mann Hermann in ihrem Heim in Ekshärad besucht haben. Da erzählte Susanne, dass sie gerne mal zum Wintermarkt in Jokkmokk fahren wolle, dass Hermann aber meinte, das sei ihm zu kalt. Schon damals sagte Roland: „Vielleicht hast du ja auch Lust dazu? Dann könnt ihr ja zusammen fahren…“ Er wollte auch nicht, da ihm das zu anstrengend war.
      Naja, das blieb mir dann zwar im Gedächtnis (wie so manche Sehnsuchts-Orte in Schweden), aber zunächst habe ich dies nicht weiterverfolgt. Doch nachdem ich im September 2018 nach Rolands plötzlichem Tod alleine mit dem Nachtzug von Stockholm aus hoch in den Nationalpark von Abisko gefahren bin, habe ich Lust bekommen, auch mit der Inlandsbanan einmal durch Schweden zu fahren. An dieser Eisenbahnlinie entlang sind wir 2014 mit dem Auto Richtung Süden gefahren und mir ist klar, dass ich nicht mehr allein mit dem Auto so weit fahren kann. Aber das mir so lieb gewordene Land will ich einfach nicht missen. Also muss ich andere Alternativen finden.
      So schaute ich mich auf den Internetseiten der Inlandsbanan um, und siehe da, es gab ein Angebot für den Besuch des „Vintermarknad in Jokkmokk“. Oha, da war doch was… Also habe ich Susanne kontaktiert und schnell sind wir übereingekommen, dass wir uns das zusammen genauer anschauen.
      Bald sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass uns das Angebot doch nicht ganz zusagt. Denn der Wintermarkt war darin tatsächlich nur ein winziger Programmpunkt in dem ansonsten sehr touristisch angehauchten und auch überteuerten Angebot.
      So begannen wir im Sommer 2019 mit der Planung unserer gemeinsamen Reise. Hotels gab es in Jokkmokk nicht mehr, also wichen wir erst mal ins 90 km entfernte Gällivare aus. Dorthin könnten wir von Stockholm aus mit dem Nachtzug fahren und dann zum Wintermarkt nach Jokkmokk mit dem Bus, war mein Gedanke. Natürlich haben wir uns die Hotelangebote in Gällivare angeschaut, uns dann aber für eine Hütte auf dem Campingplatz entschieden. Und das war richtig gut, denn so eine Hütte ist immer noch gemütlicher als ein Hotelzimmer, vor allem weil man sich hier auch selbst verpflegen kann. Diese Hütten kannte ich auch noch von unserer Reise 2014 (siehe Beitrag 113) so dass hier nichts schieflaufen konnte.
      Susanne fand dann heraus, dass es Montag morgens um 9.15 Uhr einen Flug von Stockholm nach Gällivare gibt, den sie wiederum mit einem Flug von Torsby aus gut erreichen könne. So war die Nutzung des Nachtzugs ebenfalls zu den Akten gelegt. Susanne wollte dann noch gerne am Flughafen von Gällivare ein Auto mieten, so dass wir unabhängiger sein könnten, denn so häufig fahren die Busse nicht von Gällivare nach Jokkmokk und zurück...
      Ich wollte vor unserer Reise in den Norden unbedingt noch in Stemhamra am Mälaren bei unseren Freunden Cajsa und Jocke vorbeischauen, so dass ich noch drei Nächte in Stockholm davorgehängt habe. Denn Stockholm ist für mich immer eine Reise wert!

      Hallo Stockholm, schön wieder hier zu sein!
      Freitag, 31. Januar
      Wer mich kennt, weiß, dass ich meine Reisen lieber mit gaaanz großem Puffer plane, außerdem gibt es in unserer Region einen neuen Bahnanbieter, von dem ich nichts Gutes gehört habe (Verspätungen usw.) Da ist mir eine Umstiegszeit von 8 Minuten in Mannheim eindeutig zu kurz. So verzichte ich zu Hause auf das Frühstück und starte meine Reise schon um 5.40 Uhr, so dass ich mir im Hauptbahnhof von Mannheim um kurz nach 7 Uhr gemütlich einen Cappuccini mit Croissant gönnen kann: der Anschlusszug geht erst um 8.40 Uhr.
      In Frankfurt habe ich dann wieder sehr viel freie Zeit, sodass ich auch mal wieder mit der Hochbahn hinüber ins Terminal 3 fahre und in Erinnerungen schwelge, als ich mit meinen damals noch kleinen Kindern immer wieder den Papa zu Geschäftsreisen nach Frankfurt auf den Flughafen gebracht habe und dann einen Ferientag auf dem Flughafen und im Zoo verbracht habe. Lang ist es her.
      Eine Stunde vor dem Boarding sitze ich vor dem Gate, habe die ganzen Dinge des Checkins ohne Probleme hinter mich gebracht, um kurz nach 13 Uhr geht es dann los. Da draußen alles grau ist, ist mein Fensterplatz im Flugzeug diesmal nicht sehr spannend. Um 15.30 Uhr kommen wir in Stockholm an. Schmuddelwetter, 6°C, kein Schnee.
      Für die Fahrt in die Innenstadt habe ich bei Flixbus gebucht, habe festgestellt, dass das mit knapp 7€ die günstigste Variante ist. Man darf auch zu einer anderen Zeit als der gebuchten Fahrt fahren, wenn man den Direktbus zum T-Centralen nimmt. So muss ich nicht auf meinen Bus warten und bin schon kurz nach 17 Uhr am Hauptbahnhof. Mein Hotel ist hier gleich um die Ecke, der Selfcheckin klappt ohne Probleme und ich kann mein winziges Zimmerchen in Beschlag nehmen. (Von der Größe her können die Schiffskabinen gut den Wettbewerb aufnehmen :) )


      Ich mache erst mal einen Spaziergang zum Sergeltorget und kaufe mir eine Kleinigkeit zum Abendessen ein. Zum Systembolaget mache ich auch einen Abstecher, ich möchte für Cajsa und Jocke einen Sekt holen und für mich noch zwei kleine Fläschchen Wein als Absacker.

      Hier sind noch die letzten Weihnachtsdekorationen zu sehen. Jetzt fehlt nur der Schnee...

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    • @POLO du hast da vollkommen Recht- wenn du nicht geschrieben hättest,dass die Bilder vom Hotelzimmer sind hätte ich auf eine Schiffskabine getippt. Ich werde deinem Bericht folgen, zum Einen, weil mich Schweden auch interessiert zum Anderen habe ich gerade Urlaub und habe Zei zum mich wegträumen ;)
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil
    • Diese Tour begleite ich sehr gerne.
      Auf unserer HR Tour im November 2018 hatten wir an unserem Tisch ein Ehepaar aus Hamburg, deren Sohn nach Schweden ausgewandert war. Die Eltern haben ihn immer wieder besucht, auch im Winter. Vom Besuch des Weihnachtsmarktes in Jokkmokk ist mir in Erinnerung geblieben, dass es dort - 40 Grad kalt waren......
    • Hej Polo,
      bin total auf deine Erlebnisse gespannt! Wir waren nur einen Tag auf dem Vintermarknad und waren ziemlich enttäuscht. :thumbdown: Deutsche Hersteller von Wintergärten, die ihre Ware dort anboten. Ansonsten ziemlich überlaufen und wenig von der immer angepriesenen Tradition. Aber vielleicht haben wir den Besuch einfach schlecht geplant. ?(
      Die Fahrt mit der Inlandsbanan haben wir für Juni 2021 gebucht, von Mora nach Gällivare und dann ab Harstad zurück bis Trondheim mit Hurtigruten. Mal sehen ob das was wird...
      05/2016 B-K-B MS Nordlys
    • Einen Hersteller von Wintergärten habe ich auf dem Vintermarknad nicht gesehen... Aber die Fahrt von Mora nach Gällivare kann bestimmt schön werden! Und -40 Grad waren es bei uns zwar nicht, aber -10 bis -15 hatten wir auch. Aber nicht in Stockholm...

      Zu Besuch bei Cajsa und Jocke
      Samstag, 1. Februar
      Ein kleines Frühstück im Hotel und schon geht es um 9 Uhr zum Bahnhof. Ich will dort noch einen Blumenstrauß mitnehmen. Dann geht es mit der U-Bahn nach Brommaplan und von dort mit dem Bus nach Stenhamra, wo mich Cajsa an der Bushaltestelle erwartet. Es ist ein herzliches Wiedersehen mit ihr und nachher auch mit Jocke. Aber es fehlen zwei: Roland und dann auch der Haushund Movitz, der 2018 kurz vor Weihnachten gestorben ist (nachdem er sein Herrchen noch beim Brand des Hauses gerettet hat, indem er ihn aufgeweckt hat)
      Stolz zeigen die beiden mir ihr Haus, das nach dem Kabelbrand vom November 2018 vollkommen ausgebeint und neu renoviert wurde. Erst kurz vor Weihnachten 2019 konnten sie es wieder einrichten, solange hatten sie in den beiden Ferienhäuschen gewohnt. Die dunklen Möbel sind jetzt durch weiße ersetzt worden, die Küche ist sehr modern und großzügig geworden.
      Jocke hat ein leckeres Mittagessen vorbereitet, die Zeit vergeht wie im Flug mit Erzählen und natürlich zwei Qwirklerunden.



      (Im rechten Häuschen haben Roland und ich bei unseren Besuchen in Stenhamra gewohnt. Cajsa war übrigens traurig, dass ich nicht über Nacht hier geblieben bin, aber als sie hörte, wann ich am Montag zum Flughafen muss, hat sie es eingesehen.)
      Um 16 Uhr bringt Cajsa mich wieder zum Bus.
      In der Stadt hole ich mir noch ein paar Pommes und schaue mir im norwegischen Fernsehen die Aufzeichnung einer Reise mit der MS Spitsbergen in Svalbard an.

      Stockholm, meine Sehnsuchtsstadt
      Sonntag, 2. Februar
      Irgendwie ist es schon eine kleine Tradition: ich will auf jeden Fall in den Gottesdienst um 10 Uhr in der Deutschen Kirche in der Altstadt Gamla Stan. Es tut gut, die deutschen Lieder mitsingen, das Vaterunser mitbeten und auch der Predigt folgen zu können.
      Anschließend bummele ich noch ein wenig an den Läden vorbei und esse zu Mittag ein paar Lachsnudeln in einem urigen kleinen Lokal am Marktplatz.
      Heute will ich auch endlich mal in das Stadshuset gehen, das steht schon lange auf meinem Programm! Um 14 Uhr ist eine englische Führung, natürlich bin ich pünktlich dort.
      Das Stadthaus gehört zu den bekanntesten Gebäuden des Landes. Es wurde von 1911 bis 1923 nach einem Entwurf des Architekten Ragnar Östberg im Stil der schwedischen Nationalromantik errichtet. Ragnar Östberg war zudem vom Stil italienischer Renaissance-Paläste inspiriert; so erhielt das Stadthaus zwei „Piazzas“: den offenen Bürgerhof und die überdeckte Blaue Halle.


      Das Stadthaus wurde als Dienstgebäude für Politiker und Beamte der Stadt gebaut, und so wird es auch bis heute verwendet. Daneben gibt es im Haus verschiedene Säle für Konferenzen und Festlichkeiten.
      Zuerst wollte der Architekt die Ziegelwände der Blauen Halle blau verputzen; als er aber sah, wie schön der rote Ziegel war, änderte er seine Auffassung. Doch obwohl der Raum seine rote Farbe behielt, blieb es bei dem Namen „Blaue Halle“, der sich bei den Stockholmern inzwischen schon etabliert hatte. In diesem großen Festsaal wird alljährlich am 10. Dezember das festliche Abendessen der Nobelpreis-Verleihung veranstaltet. Die Blaue Halle schmückt eine der größten Orgeln Skandinaviens; sie hat 10.000 Pfeifen und 135 Register.


      Im Ratssaal tagen die 101 Mitglieder der Stockholmer Stadtverordnetenversammlung. Die Sitzungen sind öffentlich, und für Besucher steht dafür eine der Galerien zur Verfügung. Die Gestaltung der Decke mit ihrem gemalten Windauge greift Formen aus altnordischer Zeit auf.


      Die Wände des Ovalen Raumes sind behängt mit Wandteppichen, die Ende des 17. Jahrhunderts im französischen Beauvais gewebt worden sind. Samstags wird dieser Raum für Trauungen genutzt.


      Schaut man in der Prinzengalerie aus dem Fenster, so sieht man auf den Mälar-See und auf die Ufer der Stadt. Auf der gegenüberliegenden Wand ist das gleiche Motiv zu sehen, hier allerdings als Gemälde des Prinzen Eugen.


      Die Wände im Goldenen Saal wurden von Einar Forseth entworfen: hier wird die Geschichte Schwedens vom 9. Jahrhundert bis zu den 1920er-Jahren dargestellt. Die Bilder bestehen aus etwa 18 Millionen Mosaiksteinchen aus Glas und Gold. Die „Königin des Mälar-Sees“, also die Allegorie der Stadt Stockholm, thront neben Figuren und Gebäuden aus aller Welt.



      Hier im Goldenen Saal findet der Ball im Rahmen der Nobelpreisfeier statt.



      Nach der Führung im Stadshuset mache ich noch einen Spaziergang hinüber nach Södermalm und wieder zurück nach Gamla Stan.





      Ich laufe noch über den Kungsträdgården mit der Eisbahn bis zum Sergeltorget.



      Im Kaufhaus Åhlens erstehe ich noch T-Shirts für meine Enkelkinder und nehme mir in einem Imbiss noch eine Kleinigkeit zum Abendessen mit.
      Dann heißt es wieder packen, denn morgen früh geht es in den hohen Norden nach Lappland.
    • Herzlich willkommen!

      Auf nach Lappland!

      Montag, 3. Februar
      Heute ist es richtig kalt, es geht ein frostiger Wind - gute Einstimmung für das was uns im Norden erwartet! Um 5.45 Uhr geht mein Flixbus nach Arlanda, außer mir ist nur ein weiterer Fahrgast eingestiegen, ein weiterer steigt bei der Haltestelle in Norrmalm ein. Überpünktlich kommen wir am Terminal 3 an. Leider kann ich meinen Koffer noch nicht abgeben, der Schalter der Luftfahrgesellschaft LOT ist noch geschlossen. So muss ich ihn zum Terminal 5 mitschleppen, denn am Terminal 3 gibt es auch keinen Kiosk, wo ich etwas frühstücken könnte (hätte ich mal zum Terminal 2 geschaut, da hätte es etwas gegeben, wie ich eine Woche später feststelle…)
      Bis ich den weiten Weg wieder zurückgelaufen bin, haben sich an dem LOT-Schalter ein paar Reisende mit unheimlich viel Gepäck angestellt. Na ja, ich bin ja trotzdem recht weit vorne in der sich nun bildenden Schlange, stehe mir allerdings die Beine in den Bauch, da es bei den jungen Männern Probleme mit ihrem Gepäck gibt. Ich halte immer wieder Ausschau, ob ich Susanne sehe, die mit einem kleinen Flugzeug aus Torsby kommt und ja auch noch hier einchecken muss. Ich könnte sie ja notfalls dann mit in die Warteschlange nehmen, denn hier haben sich auch Menschen für spätere Flüge eingereiht.... Aber leider bin ich dann doch zu früh fertig und warte wie verabredet vor dem Gate auf sie. Hoffentlich schafft sie es rechtzeitig!
      Erleichtert sehe ich sie dann um 8.45 Uhr das Gate ansteuern und bald darauf dürfen wir auch schon ins Flugzeug einsteigen. Einigermaßen pünktlich starten wir dann auch.
      Beim Blick aus dem Fenster erkenne ich, dass auch nördwestlich von Stockholm kein bisschen Schnee liegt. Das ändert sich erst, als wir den Siljan überflogen haben. Eigentlich soll ja demnächst der Wasalauf von Sälen nach Mora stattfinden. Hoffentlich hat es da dann genug Schnee! Auf jeden Fall: Je weiter nördlicher wir kommen, um so winterlicher sieht es da unten aus! Kurz vor Arvidsjaur sehe ich auf einem gefrorenen See Spuren von den Autorennen, die man hier fahren kann. In Arvidsjaur haben wir einen Zwischenstopp, hier steigen die meisten Passagiere aus.


      Mit leichter Verspätung starten wir dann zum Weiterflug nach Gällivare, von oben erkennen wir das Wasserkraftwerk am Muddus-Nationalpark und das Kupfertagebaugebiet Aitik von Gällivare. Seit dem 18. Jahrhundert werden in Gällivare Erze abgebaut, im Aitik seit 1968. Es ist eines der größten Kupferabbaugebiete Europas.


      Der Lappland-Airport ist ein überschaubarer kleiner Flughafen mit zwei Hin– und Rückflügen pro Werktag nach Stockholm.


      Während ich mich um unser Gepäck kümmere, holt Susanne unseren Mietwagen ab. Und dann können wir uns vorsichtig auf die Straße nach Gällivare begeben. Hier hat es in den letzten Tagen heftig geschneit. Wieviel, sehen wir am Nachmittag auf dem Campingplatz, wo wir eine nette Hütte gemietet haben.


      Vorher kaufen wir uns noch ein paar Lebensmittel ein, orientieren uns ein bisschen und suchen uns eine Möglichkeit zum Mittagessen.
      An der Hütte angekommen, räumen wir erst mal alles ein, und dann mache ich noch einen Spaziergang am Vassara-Älv entlang, in die untergehende Sonne hinein.


      Erinnerungen werden wach, hier war ich im Juni 2014 mit Roland, auch damals bin ich etliche Male hier alleine spazieren gegangen. Natürlich sieht es jetzt ein bisschen anders aus, mit den vielen Schneemassen...
    • Guten Morgen, Gällivare!
      Dienstag, 4. Februar
      Während unseres Frühstücks geht langsam die Sonne auf, sie zeigt sich von ihrer schönsten Seite.


      Heute führt uns unser Weg erstmal in die Stadt zum Bahnhof in die Turistinfo, denn dort habe ich mir Schneeschuhe reservieren lassen, damit ich auch ein wenig im Schnee herumwandern kann. Anschließend fahren wir hinauf zum Hausberg, dem Dundret. Von hier aus haben wir eine schöne Aussicht über Gällivare hinaus.



      Wir spazieren ein wenig in der Ferienhaussiedlung herum, die Häuser sind zur Zeit nur wenig belegt.


      Schade, es ist keine Saison, die Bergbahn ist nur am Wochenende und in den Abendstunden in Betrieb, weshalb wir also nicht weiter hinauffahren können. Und alleine hinauf wandern möchte ich jetzt auch nicht.


      Zurück am Häuschen, schnalle ich mir erst mal die Schneeschuhe unter und versuche mit ihnen zu laufen, was erst mal gründlich schief geht, da sie sich mit meinen Schuhen verhaken. Frustriert bringe ich sie in unsere Hütte zurück und laufe einfach so los, am Fluss entlang Richtung Freilichtmuseum. Wunderschöne Stimmungen kann ich mit meiner Kamera einfangen! Der Schnee ist wunderbar leicht, er knirscht unter meinen Füßen.



    • @POLO Vielen Dank für diesen wunderschönen Bericht. Vor 4 Jahren war ich während einer Skandinavien-Rundreise auch ein paar Tage in Schweden und besonders begeistert von Stockholm. Deine Fotos sind fantastisch.
      Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. :)

      LG
    • @POLO
      Ich verfolge deinen schönen Reisebericht mit großem Interesse. Ich liebe Schweden und freue mich einfach noch mehr über dieses Land zu erfahren. Besonders der Wintermarkt in Jokkmokk steht auch noch auf meiner Wunschliste.
      Nun bin ich gespannt wie se bei dir weitergeht.

      Liebe Grüße
      Senja
    • Das freut mich, wenn es euch gefällt, dann mache ich mal noch mit dem Dienstagabend weiter.


      Für den Abend haben wir eine Polarlicht-Schlittenfahrt in einem Nachbarort gebucht. Voller Freude stellen wir fest, dass wir die einzigen Gäste sind. Unser Zugpferd ist ein gemütlicher Wallach, ebenso gemütlich ist unser Führer.


      Bald geht es durch den verschneiten Winterwald, wobei der Schlitten ziemlich wackelig ist. Gut, dass wir nicht schnell fahren.
      Und klar: wir fühlen uns zurückversetzt in alte Zeiten, fast so wie bei Michel aus Lönneberga.



      Am Zwischenziel angekommen, entfacht unser Guide ein kleines Lagerfeuer. Er kredenzt uns Glögg, den schwedischen Glühwein und Brot, schließlich spießt er ein paar Würste auf, die wir dann über dem Feuer braten. Zum Nachtisch gibt es noch Lussekatter und nochmals Glögg.


      Er erzählt uns von den Problemen als Landwirt in der heutigen Zeit in Schweden und besonders hier oben in Lappland.
      Obwohl es 10 Grad unter Null hat, fühlen wir uns in dem Schneelager einigermaßen warm, aber als es dann wieder zurück zum Bauernhof geht, bin ich doch froh, es wird langsam kalt.

      Wir fahren zurück durch die klare Nacht, aber von Polarlichtern ist nichts zu sehen...



      Zurück im Häuschen, wärmen wir uns wieder auf. Aber immer wieder geht mein Blick nach draußen, und siehe da, gegen 22 Uhr zeigen sich grüne Schleier am Himmel– Zwar schwach, aber die Kamera zeigt, dass das Polarlicht tatsächlich da ist!


      Ich laufe mit Stativ und Kamera noch ein bisschen Richtung Stadt, wo ich freie Sicht Richtung Norden habe.

    • @Polo: Danke, daß ich dich auf deiner wunderschönen Reise begleiten darf.
      Auf diese Weise komme ich, in das mir unbekannte, Schweden. Stockholm ist schon lange ein Punkt auf meiner Wunschreiseliste.
      Ich freue mich schon auf deine nächsten Reiseerlebnisse und die tollen Fotos.
    • Danke für die Rückmeldungen!

      Auf dem Weg zum Wintermarkt
      Mittwoch, 5. Februar
      Heute fahren wir nach Jokkmokk, am Abend wird der Wintermarkt eröffnet. Susanne fährt sicher im Rahmen der zulässigen Geschwindigkeit auf der einigermaßen geräumten Straße, es ist nicht viel Verkehr, aber trotzdem werden wir gelegentlich überholt. Es sind 90 km bis zu unserem Ziel, etwa auf der Hälfte steht ein Rentier im Gegenlicht mitten auf der Straße und schleckt am Salz…


      Heute ist schon ein Teil des Stadtgebietes von Jokkmokk abgesperrt, die Schneemassen müssen zur Seite geräumt werden, die Stände werden gerade aufgebaut. Aber wir finden einen schönen Parkplatz direkt an der Hauptstraße vor dem Eingang zum Markt und können erstmal durch die Stadt schlendern.
      Wir gehen ins Ajtte, das Fjäll- und Samemuseum. In der Darstellung des Museums heißt es: „Es ist ein Tor zur Bergwelt, zu Laponia und zu der samischen Kultur. Hier erzählen wir von Sápmi, dem Land der Samen und seinem Volk, eine Geschichte von Leben und Überleben in einer rauhen Landschaft aus Mooren, Wäldern und Fjäll.“ Wir schlendern durch die verschiedenen Ausstellungen, in der wir viel über Religion und Lebensweise der Samen erfahren.


      Mehr Bilder zu diesem Museum findet sich in meinem oben erwähnten Reisebericht von 2014 Beitrag 114.
      Zum Schluss unseres Besuchs stöbern wir noch im Museumsshop, nehmen Literatur mit und essen im Restaurant noch eine Kleinigkeit.

      Im COOP füllen wir unsere Essensvorräte auf, trinken einen Kaffee bei einem Bäcker, den wir zu unserem Lieblingscafé erklären und warten dann an der Schneebühne auf die Eröffnungszeremonie, bei der ein Gaslicht angezündet wird, das während der Markttage leuchten soll. Eine Gruppe singt moderne, etwas unheimliche Joiks und schließlich kommt eine Samifamilie mit ihrem Rentier.



      Damit ist der Markt eröffnet, auch wenn noch gar keine Stände aufgebaut sind. Anschließend soll hier auf der Haupttribüne noch ein Konzert gegeben werden, aber uns ist jetzt kalt und stehen können wir auch nicht mehr.
      Voller guter Eindrücke und Erwartungen für den nächsten Tag fahren wir wieder zurück nach Gällivare.
    • @POLO war das jetzt schön zu lesen. Und erst von Stockholm...die Foto's zu sehen...da kommen Erinnerungen hoch. Ach Stockholm....wann sehen wir uns wieder? Ist es wirklich schon wieder 6 Jahre her, als wir da waren? Oje, Kinder wie die Zeit vergeht.
      Ich bewundere ja auch deine Reiseplanung, man merkt, du hast Übung darin.Super!
      Auch vielen Dank für die traumhaften Foto's mit den fantastischen Lichtstimmungen, der Dunst über dem Wasser und der unberührte Schnee in der Morgensonne! Toll!
      Ich freue mich schon darauf wie es weitergeht.
      Viele Grusse LaLuna
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    • Danke euch allen, schön dass es euch gefällt.
      Susanne liest natürlich hier mit und sie hat bemerkt, dass ich euch nicht verraten habe, was bei Bild 68 dargestellt ist: Dies ist die Eisskulptur, die während des Wintermarktes am Ortseingang mitten auf dem Kreisverkehr steht und zu der ich extra hingelaufen bin, um sie im Dunkeln abzulichten ;) . Danke für deinen Hinweis, Susanne!