Alternative in Corona Zeiten: eine Flusskreuzfahrt (28.09.-05.10.2020)

    • Mitte
    • Alternative in Corona Zeiten: eine Flusskreuzfahrt (28.09.-05.10.2020)

      Da seit meiner letzten Tour mit der Trollfjord im Februar diesen Jahres doch schon einige Monate vergangen sind und ich die Sommertour mit der Midnatsol abgesagt habe, buchte ich spontan eine in unserer Zeitung angebotene Flusskreuzfahrt. Gehen sollte es mit der MS Adora vom 28.09. - 05.10.2020 zu den "Höhepunkten am Main-Donau-Kanal" von Frankfurt über den Main in den Main-Donau-Kanal weiter in die Donau nach Passau. 4 Tage vor Abreise bekam ich von @Saedis eine persönliche Nachricht, dass diese Reise auf der Homepage des Veranstalters abgeändert wurde. ?( Ein Anruf bei Phoenix-Reisen ergab, dass das kurz zuvor so beschlossen wurde, mein Reisebüro würde mich informieren. Da das Reisebüro derzeit nur von 9 - 13 Uhr geöffnet ist, musste ich bis zum nächsten Morgen warten. Und da kam auch schon der Anruf. Aufgrund der aktuellen Niedrigwassersituation zwischen Regensburg und Passau ist die Fahrt auf dem Main-Donau-Kanal derzeit nicht möglich, zum anderen hat die Reederei entschieden, die MS Adora im Oktober wegen aktueller Reisewarnungen für Wien und Budapest nicht für Reisen auf die Donau zu bringen. Der Fahrplan wurde nun so geändert, dass die Fahrt für uns in Mainz beginnt und der Endpunkt nicht Passau sondern Köln ist. Anschließend wird das Schiff für Fahrten auf der Mosel eingesetzt. :huh: ABER: als Entschädigung gibt es ein Upgrade auf All Inclusive :thumbsup: . Da wir unbedingt wieder "Planken unter die Füße" bekommen wollten, akzeptierten wir die Änderung. Auch freute es uns als Mainzer natürlich, dass wir nicht erst mit der S-Bahn nach Frankfurt und dann weiter mit dem Taxi zum Schiffsanleger fahren müssen.

      Also am Sonntag ganz entspannt die Koffer gepackt (was zieht man den zum Kapitäns-Dinner an?) und am Montag mit dem Stadtbus zur Schiffsanlegestelle am Schloss gefahren. Das Schiff lag schon vor Anker, direkt vis à vis der Bushaltestelle. Göga mit den Koffern und ich mit dem Handgepäck Richtung Schiff gelaufen....und schon kamen uns 2 Mitarbeiter des Schiffes entgegen und nahmen uns die Koffer ab. So was kenne ich gar nicht. Gefiel mir aber sehr gut. ;) An Bord ging das Einchecken rasend schnell. Erst die Hände desinfiziert und mit einem kontaktlosen Gerät Fieber gemessen. Dann die Bordkarte bekommen. Im Gegensatz zu den HR-Karten habe die oben kein Loch, so dass wir unsere Umhängebänder umsonst mitgenommen haben. Die nette Dame sagte noch, dass derzeit das Mittagessen für die Gäste, die bereits seit Köln an Bord sind, begonnen hat und wir auch gleich zum Essen gehen können. Das Gepäck sei schon in der Kabine. Also schnell die Kabine gesucht (ist auf so einem kleinen Schiff überschaubar), die Jacke abgelegt und dann ein Deck tiefer zum Restaurant. Erst wieder die Hände desinfiziert und den Tisch Nr. 22 gesucht. Es war für 4 Personen gedeckt. Normalerweise sitzen an so einem Tisch 6 Personen eng nebeneinander, jetzt bleibt der Mittelplatz frei. Angeblich war das Schiff nur zu 70 % belegt. Die Bedienung - junge Leute aus Bulgarien, Rumänien und Serbien - tragen alle ein Gesichtsvisier, aber keine Maske. Apropos Maske, die muss man immer auf dem Schiff tragen, außer man sitzt in der Bar oder dem Restaurant. (Fortsetzung folgt später)

      Post was edited 2 times, last by “Trollfrau” ().

    • Da wegen Corona kein Buffet angeboten wird, wird alles vom Frühstück bis zum Abendessen serviert.
      Hier die Frühstückskarte, die täglich gleich blieb. . Hier ein kleine Auswahl des umfangreichen Mittagessen. ...und wenn man sich mal nicht entscheiden konnte, durfte man auch zwei Hauptgerichte oder alle Nachtische bestellen...... Das Abendessen hatte einen Gang mehr: .... Jeden Tag gab es eine andere Karte. Keine QR-Codes oder dergleichen, eine ganz normale Karte aus Papier.
      Ach ja, nachdem wir mit dem Mittagessen fertig waren, inspizierten wir erstmal die Kabine. Soviel Stauraum hatte ich bisher noch nicht. Zig Schubladen und im Schrank hingen zig Holzbügel. Da habe ich meine von zu Hause umsonst mitgenommen :) . Göga musst erstmal den Fernseher ausprobieren..... der leider -wegen Funkloch oder so - immer wieder Aussetzer hatte. Aber wir wollten eh die Aussicht und nicht das Fernsehprogramm genießen. :D . Das Bad hatte auch genug Stauraum, auch unter dem Waschbecken .

      Post was edited 1 time, last by “Trollfrau” ().

    • Wie gesagt, direkt nach dem Mittagessen erst mal zurück in die Kabine und alles auspacken. Doch was ist das? Auf der Ablage stehen eine Flasche Sekt, eine kleine Schachtel Pralinen, ein MS Adora Kaffeebecher und ein kleiner türkisfarbener Rucksack :) Eine kleine Aufmerksamkeit von Phoenix-Reisen. Wow, wie schön! :P
      Danach gings zum Heck ( 1 Kabine weiter, da unsere Kabine 338 achtern im Oberdeck lag) um das Spezialitätenrestaurant und die Lidobar zu inspizieren. Schade.... :( wegen Corona geschlossen. Also hoch aufs Sonnendeck. Ziemlich lang und mit Liegestühlen und Sonnensegel ausgestattet. Zwar kein Umlaufdeck wie bei der MS Trollfjord, aber hier können wir (dachte ich.....) rumlaufen. Dann wieder runter, denn um 16 Uhr gabs Kaffee und Kuchen.... und was für welchen. Von Torte über Sandkuchen bis zum belegten Sandwich.... Ich war doch noch satt vom Mittagessen.... ;) . Um 16.30 Uhr gabs eine Infoveranstaltung vom Hotelmanager und der Kreuzfahrtdirektorin mit Sicherheitseinweisung. Um 18.30 Uhr war der Kapitäns-Willkommens-Empfang in der Lounge. Am Eingang erst die Hände desinfizieren, ein Glas Sekt in Empfang und dann Platz nehmen. Als alle saßen, ertönte die Melodie vom "Traumschiff" und der Kapitän samt Crew liefen ein....Er stellte sich und die Mannschaft vor. Dann stellte sich die Kreuzfahrtleiterin Beatrix mit den Worten "ich bin die einzig "echte" Bea vom Traumschiff..." vor. Alles lachte. Danach gings wieder ein Deck runter zum Restaurant und Abendessen (inklusive Fiebermessen und dem obligatorischen Hände desinfizieren). Währenddessen fuhren wir vom Rhein in den Main und durch einige Schleusen: Mainz-Kostheim, Eddersheim, Griesheim, Offenbach. Den Abend ließen wir in der Bar bei einem Glas Rotwein ausklingen. Ach ja, wer noch immer nicht satt war, um 22.30 Uhr gabs einen Abendimbiss im Salon. Die Nacht über passierten wir noch die Schleusen Mühlheim, Krotzenburg..... Es waren etliche. Und deswegen durften wir auch nachts nicht die Fenster in der Kabine öffnen. :( Die Nacht war sehr unruhig, ständig schrammte das 11,60 m breite Schiff die 12m breiten Schleusenwände. Das hörte und merkte man natürlich.

      Zum Frühstück fuhren wir durch weitere Schleusen von Kleinostheim bis Miltenberg. Und immer wieder wurde es dunkel...wenn es von unten nach oben ging.
      Um 10 Uhr erreichten wir Miltenberg. Es war kühler geworden. Ich wollte mir das Städtchen vom Sonnendeck anschauen, aber was war das.....?


      Das Sonnendeck war nicht mehr zugänglich! Da wir diverse niedrige Brücken passierten und während des Schleusens keiner oben sein durfte, wurden wohl gestern abend das Geländer und die Sonnensegel umgelegt und alle Stühle entfernt! Nur noch der vordere Bereich vor dem Steuerhaus war bestuhlt.
      Schade!! Und so blieb es auch während der gesamten Fahrt.... Nur vorne konnte man sitzen.

      In Miltenberg, das zwischen Spessart und Odenwald liegt, gingen wir spazieren.

      Von der Mildenburg aus hat man einen schönen Blick auf Miltenberg und den Main.


      Auch gingen wir an einem lustigen Brunnen vorbei


      Um 13 Uhr waren wir zurück an Bord, denn es gab Mittagesseen.
      Um 15.45 Uhr nahm die Adora weiter Kurs auf Würzburg.

      Den Verlauf der Fahrt konnte man am Monitor mit verfolgen


      Am Nachmittag wieder Kaffee und Kuchen und um 19 Uhr Abendessen.
      Nach dem Essen gings wieder auf einen Rotwein in die Bar und anschließend durchfuhren wir nachts weitere Schleusen.

      Was mir in Bezug auf Corona auffiel: das Zimmer wurde nicht nur morgens gründlichst geputzt, sondern auch abends, wenn das Bett aufgedeckt und ein kleines Betthupferl und das Tagesprogramm für den nächsten Tag hingelegt wurden, wurde gewischt. Tagsüber war ständig eine der Putzdamen mit desinfizieren der Türklinken, Handläufe an den Treppen und Rezeptionsdesk beschäftigt.

      Am nächsten Morgen kamen wir um 7 Uhr in Würzburg an.
    • Neee @mil etter mil , die Fahrt geht auf dem Rhein in den Main von Mainz - Miltenberg - Würzburg - Bamberg - wieder zurück über Schweinfurt - Wertheim - Aschaffenburg und dann auf dem Rhein direkt nach Köln.
      Mehr wieder heute Abend am Computer.
    • Das ist so wie mit meinem alten Navi, das ich nicht mehr updaten kann: da fahre ich in echt auf der neuen Umgehungsstraße, lt. Navi durchquere ich einen Acker... Und mein Uraltnavi verzweifelt und sucht ständig Alternativrouten - wahrscheinlich soll ich den möglichen Landwirt nicht stören...
      So ein toller Reisebericht von "Trollfrau" - vielen Dank dafür!!! Vor allem auch die Speisekarten tragen durchaus zur Vorfreude bei neben der Aussicht , wenigstens ein bisschen Wasser unterm Kiel und etwas Schiffsfeeling zu haben.
      Ende Oktober starten wir nämlich auch mit der Thomas Hardy, einem von Phoenix gecharterten Flusskreuzfahrtschiff, zu funf Tagen auf der Mosel und zu unserer allerersten Flusskreuzfahrt.
      Bericht versprochen!!! Auch wenn ich gestehen muss, dass mir 12 Tage Bergen bis Kirkenes und zurück bei Herbstfarben und Nordlichtmöglichkeit noch ein bisschen lieber wären... Seufz' - aber Vorfreude gibt es auch so!!!
    • @Saedis , von Bergen nach Kirkenes wäre mir auch lieber und...... dass der Wind sein Lied singt und das Meer dazu Polka tanzt :)
      Aber so bleibt es bei einer - nur durch die Berührungen mit den Schleusenwänden unruhigen - doch geruhsamen Fahrt durch das schöne Frankenland.
      Apropos Schleusen, ab Beginn der Mündung in den Rhein bis nach Bamberg sind es ganze 34 (!) Schleusen, und das ganze dann wieder zurück.... :thumbdown:

      Wir kamen am 30.09. um 7 Uhr in Würzburg an und sollten bis 13 Uhr vor Anker liegen. Wir waren im Urlaubsmodus und gingen gegen 8 Uhr erst mal ganz geruhsam zum Frühstück. War üppig wie gehabt, nur war uns der Kaffee doch etwas zu dünn. Wären es innen bemalte Tassen gewesen, hätte ich "Blümchenkaffee" gesagt :P .
      Aber man konnte anschließend an der Bar einen "richtigen" Filterkaffee trinken :P .

      Danach verließen wir das Schiff um in Würzburg spazieren zu gehen.
      Oberhalb des Mains überragt die Festung Marienberg die Stadt



      Wir gingen weiter spazieren zur Residenz, die wir von einer Busreise vor 6 Jahren her bereits kannten



      Leider war die gesamte Vorderfront eingerüstet, so dass wir gleich in den Schlossgarten gingen.

      Da das Schiff bereits ab 13 Uhr wieder ablegte und auch das Mittagessen (nur eine Tischzeit) pünktlich begann, machten wir uns wieder auf den Rückweg.

      Nach dem - wie gehabt 4-Gang-Menü - verbrachten wir den Nachmittag auf dem vorderen Teil des Sonnendecks und genossen die vorbeiziehende Landschaft und diverse Schleusen und niedrige Brücken. Bei den Brücken kam immer wieder die Ansage vom Kapitän, dass man bitte sitzen bleiben sollte und sich nicht stellen darf. Bei extrem niedrigen Brücken wurden wir sogar gebeten, das Sonnendeck zu verlassen und ein Deck tiefer zu gehen..... ;(



      Und so näherten wir uns langsam aber sicher Bamberg, das wir am nächsten Tag um 14 Uhr erreichen sollten.
    • Sehen..... konnte man am nächsten Morgen fast nichts....
      Die Landschaft war in mystischen Nebel getaucht und wie aus dem Nichts kam uns ein Schiff entgegen....
      Und zum "Gänsehautfeeling" trug die Morgendämmerung aus Peer Gynt bei, die aus dem Bordlautsprecher erklang





    • @Trollfrau, vielen Dank für den mal etwas anderen Reisebericht und die schönen, begleitenden Bildern dazu.

      Flusskreuzfahrt war noch keine Alternative für mich und wenn ich jetzt lese 34 Schleusen und auf dem Rückweg wieder durch die alle durch, dann weiß ich, dass es für mich alleine schon deswegen wirklich nicht in Frage kommt.
      Nicht nur diese Route, sondern auch sonst keine andere.

      Dies ist hier natürlich nur meine ganz persönliche Meinung!!!!

      Ich folge deinem Bericht aber sehr gespannt und sage vielen Dank für die Mühe.

      Gruß seealpe
    • Trollfrau wrote:

      Wären es innen bemalte Tassen gewesen, hätte ich "Blümchenkaffee" gesagt

      Mein Schwiegervater hätte Bodensehkaffee gesagt... :D

      Trollfrau wrote:

      richtigen" Filterkaffee

      "richtig" und Filter passt auch nicht ganz... :whistling:
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

      Reiseberichte siehe Profil !