Mal wieder an die Nordsee - Westjütland vom 26.09.-10.10.2020

    • Nord
    • Livebericht
    • Mal wieder an die Nordsee - Westjütland vom 26.09.-10.10.2020

      Die Vorgeschichte

      Das Gebiet zwischen Südende des Ringköpingfjord und Blåbjerg war während eines Zeitraums von 30 Jahren immer wieder Ort unserer Familienurlaube vor allem in den Herbst- und Weihnachtsferien gewesen.

      Um Ostern herum, die Islandreise im Sommer 2020 war storniert, kam ich auf die Idee, nach 10 Jahren Pause könne ich mal wieder hinfahren, um zu schauen, was sich inzwischen verändert hatte. Natürlich nur, wenn es Corona zuließe.

      Für die Westküste Jütlands sprachen in diesen unsicheren Zeiten mehrere Punkte:
      - Planung und Buchung erforderten keinen großen zeitlichen Vorlauf
      - Man musste kein Flugzeug, Schiff und öffentliche Verkehrsmittel benutzen,
      - Im Falle des Falles wäre ich schnell wieder zu Hause.
      Es gab nur ein Problem: ich besitze seit 7 Jahren kein Auto mehr. Nach einem Telefonat mit meinem ‚kleinen Bruder’ war auch das gelöst. Er hatte Zeit und große Lust mit mir nach Dänemark zu fahren. Also buchten wir für Ende September/Anfang Oktober 20 ein Ferienhaus in Houstrup, das er bereits von früheren Urlauben kannte.
      Natürlich verfolgte ich die ganze Zeit auf der Seite des Auswärtigen Amtes die Reise- und Sicherheitshinweise für Dänemark.

      Am 26.09. konnte die Reise, wie geplant, losgehen.

      Anreise

      Gestartet bin ich am frühen Samstagmorgen in Leipzig um 6:00 Uhr mit dem IC nach Braunschweig, wo ich am Bahnhof in das Auto meines Bruders umstieg.
      Natürlich hatten wir hinter dem Elbtunnel den obligatorischen Stau, aber nur einen kleinen, dann noch mal einen bei Rendsburg und schließlich 30 Minuten Wartezeit an der Grenze. Seit März 2001, als Dänemark begonnen hatte das Schengener Abkommen umzusetzen, erlebte ich das zum ersten Mal. Aber in Zeiten der Pandemie ist eben so manches anders.
      Deshalb haben wir von Braunschweig bis ans Ziel doch 1,5 Stunden mehr als gedacht -nämlich 8 Stunden - gebraucht. Um 17:00 Uhr waren wir auf dem Parkplatz beim Super Brugsen in Nørre Nebel. Es waren viele Deutsche dort, draußen erkennbar an den Kfz- Kennzeichen, drinnen an den Masken!
      Es gibt in Dänemark in den Läden keine Maskenpflicht aber überall Hinweise auf Abstandhalten, Hygiene usw. In den kleinen Geschäften, wie Bäcker und Schlachter wird der Zutritt eingeschränkt. Da ich zu Hause aus Rücksichtnahme gegenüber meinen Mitmenschen stets eine Maske trage, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, in der Hoffnung, dass sie sich ebenso verhalten, mache ich das auch hier in Dänemark.

      Das Ferienhaus wurde in den 1970iger Jahren gebaut, jedoch seitdem laufend renoviert und ist ausgestattet mit allem, was man so braucht, schön gelegen und direkt vor der Haustür wurde der erste Pilz gesichtet. Wir haben uns schnell eingerichtet, der Urlaub konnte beginnen.

      Tag 2, 27.09.2020

      Am Sonntag war richtig schönes Herbstwetter. Am späteren Vormittag sind wir zunächst in 'die Pilze gegangen'. Da war er wieder, dieser typische Herbstgeruch nach Kiefern, Moos, etwas Feuchtigkeit, den ich gar nicht richtig beschreiben kann aber immer mit Dänemark verbinde.
      Das Abendessen war schnell gesichert, im Korb lagen bald Maronen, Butterpilze, Sandröhrlinge und Stockschwämmchen , nicht nur wohlriechend sondern auch gut schmeckend und Heidelbeeren für den Nachtisch gab es auch noch.
      Darüber hinaus gab es reichlich Pilze, die einfach nur schön aussahen. Eine kleine Auswahl





      Und dann war da noch dieses Exemplar, das ich vorher noch nie gesehen habe und auch in Büchern oder im Internet nicht finden konnte



      Vielleicht kennt ihn ja jemand hier aus dem Forum.

      Die Mittagspause im Haus fiel recht kurz aus, weil sich inzwischen die wenigen Wolken auch noch verzogen hatten und der Himmel strahlend blau war und die Sonne lachte. Wir machten uns auf zum Houstrup Stranden. Der Parkplatz war zur Hälfte gefüllt, aber die Menschen verteilten sich gut.



      Es war so warm, dass wir die Anoraks im Auto lassen konnten. Es gab sogar mehrere Leute, die noch badeten.

      Gegen Abend fuhren wir zurück, ein schöner erster Urlaubstag ging zu Ende.
    • Hallo BBe49,

      ja die Ecke zwischen Varde und Sondervig in Jütland kennen wir gut.
      Unser erster Dänemarkurlaub führte uns 1992 nach Nr. Nebel, vorher waren wir mit den Kinder an der nordfriesischen Küste und auf den Inseln.

      Inzwischen waren wir fast jedes Jahr in der Kante. Göga ist begeisterter Modellflieger, die Dünen in Nr Lynvig sind höher tragen besser, seit 1995 fahren wir dahin, mittlerweile alleine und als Rentner.
      Wir waren im September da, das Wetter war echt super. Da wir hier mehr weniger spontan weg können, werden wir nicht lange im Voraus buchen, man weiß ja nicht wie sich die Pandemie weiterentwickelt.

      Uns zieht es immer wieder an die See.

      Alles Gute weiterhin
      Gliderangel
    • Oh wie schön @BBe49 da sind wir ja ganz in der Nähe! Ich fahre schon seit meiner Kindheit hierher und seit fast zwei Wochen sind Göga und ich in Henne Strand. Morgen geht es leider wieder nach Hause.
      Oft ist mir der Strand von Henne Strand zu voll, daher sind wir mit unseren Hunden gerne an den Strand am Gammelgabvej gefahren, der zu Houstrup gehört.
      Ich wünsche Euch noch eine tolle Zeit hier und folge sehr gerne.
    • @Nugget gute Heimreise

      Tag 2 Hvide Sande und Haurvig Kirke

      Am Montag war es entgegen der Vorhersage trüb und grau aber trocken und relativ warm. Wir sind kurzentschlossen nach Hvide Sande gefahren, um Muscheln und Fisch zu kaufen. Unterwegs dorthin stoppten wir, um die Haurvig Kirke zu besichtigen, was ich bislang in 30 Jahren nicht geschafft hatte, gelegen auf Holmsland Klit, der Nehrung, die die Nordsee vom Ringkøbing Fjord trennt.



      Die Kirche selbst war geschlossen aber der Friedhof ringsherum allein ist durchaus interessant mit seiner Gestaltung und den alten Grabsteinen samt Inschriften. Wie man sehen kann, ist die gesamte Fläche mit Kies bedeckt, aus dem Grabsteine, Bonsaibäume und Blumen herauswachsen.



      In einer Ecke befindet sich ein kleiner Soldatenfriedhof für britische Flugzeugbesatzungen, deren Maschinen im 2. Weltkrieg über der Nordsee abgestürzt sind und die in der Nähe angeschwemmt wurden.



      Manche Vornamen auf einigen Grabsteinen könnten durchaus Anregungen für werdende Eltern sein. ‚Clausine, Pedersine, Nielsine oder dergleichen dürften in deutschen Landen eher selten sein.



      Ein friedlicher Ort mit schönem Blick auf den Fjord, kein schlechter Platz für die letzte Ruhestätte.

      Dann Hvide Sande, erst 1931 gegründet im Zusammenhang mit der Fertigstellung des Hvide-Sande Kanals, der einzigen Verbindung zwischen Nordsee und Fjord. Es herrscht lebhaftes Treiben auf den Straßen um den Hafen herum. Auf den Außenplätzen der Restaurants und Fischläden lassen sich in der Mehrzahl Deutsche Fish & Chips schmecken oder/und ein großes Eis.

      Auch hier hat sich in den letzten 10 Jahren so manches verändert. Der altvertraute Fischhändler in der Havnegade hat sein Angebot an frischem Fisch und allerlei Meeresgetier stark eingeschränkt, das Becken für Hummer und Langusten ist weg, Seeteufel, Dorsche und verschiedene Plattfische in der Auslage auch. Jetzt gibt es nur noch Filets und die Miesmuscheln fertig abgepackt in 500 g Beuteln. Vorbei die Zeiten, in denen wir uns in großen Tüten Fischköpfe und Karkassen mitgenommen haben, um daraus Fischsud zuzubereiten für Fischsuppe und mehr.

      Die große Auktionshalle am Hafen wurde erweitert, an das Gebäude ein ‚Zentrum für Abfallentsorgung aller Art’ errichtet.



      Als wir ankamen war das Hafenbecken weitgehend leer, nur das Seenotrettungsboot ‚Emile Robin’ lag an seinem Platz.



      Dann bog doch noch ein Fischkutter um die Ecke, legte am Kai an und füllte seinen Bauch mit Eis aus dem Hvide Sande Isværk.



      Einige Eindrücke aus dem Hafengebiet:



      Die Schleuse und die Ausfahrt zum Fjord

      Nach der Rückkehr ins Ferienhaus gab es erst einmal leckeren dänischen Kuchen und einen Kaffee.
    • @BBe49
      Vielen Dank für deinen bebilderten Urlaubsbericht. Der tut so gut in dieser reisekargen Zeit! :thank_you: Gerne begleite ich dich bei deinen Unternehmungen, zumal Dänemark, bis rauf nach Jütland/Hirtshals auch zu meinen/ unseren beliebtesten Reiseländern gehört.
      Meine dänische Freundin und ich schreiben uns regelmäßig sehnsuchtvolle WhatsApp Posts, wissen wir doch nicht, wann wir uns gefahrlos wiedersehen können.
      Und nun ist Holland auch gestrichen, wohin ich eigentlich heute mit einer Freundin eine Tagesbusreise gebucht hatte: Ausgerechnet nach Amsterdam! Aber auch der Kurztrip über die niederländische Grenze auf den Markt nach Hengelo ist nicht mehr gefahr- und problemlos möglich. Doch wir bleiben vernünftig- trotz aller Reisesehnsucht. Ich bin sicher, es werden wieder normale, andere oder bessere Zeiten kommen <3 :)
      Liebe Grüße von Trollebo
    • Oh wie schön, über diesen Reisebericht freu ich mich riesig. Wir waren letztes Jahr im September für zwei Wochen am Ringkoebingfjord. In der Nähe von Sondervig hatten wir ein wunderschönes, ganz ruhig gelegenes Ferienhaus. Das waren herrliche Tage bei meist sonnigem Wetter, auch auch mit drei stürmischen Tag. Ausflüge nach Hvide Sande, auch zum Fisch kaufen, haben wir gemacht. Und weiter hoch ging es auch, über das kleine Sträßchen 181 bis Hangsholm. Mir hat es dort so gut gefallen dass wir tatsächlich überlegen das im nächsten Jahr zu wiederholen.
      Hach, ich beneide euch. Obwohl wir es in diesem Jahr auf Amrum auch schön hatten. Einmal jährlich Nordsee muss schon sein.

      Viele Grüße
      Uschi
    • Hier lese ich auch sehr interessiert mit, wir wollten evtl diesen Sommer auch nach Dänemark fahren, sind aber wegen der 6-Tage-Regelung in Schleswig Holstein geblieben. Die Ecke steht auf der Wunschliste ganz oben, mit Wohnmobil. Ist allerdings weit von daheim weg :wacko:
      Schönen Sonntag!
      Viele Grüße
      Tina
    • BBe49 wrote:

      Es waren viele Deutsche dort, draußen erkennbar an den Kfz- Kennzeichen, drinnen an den Masken!


      Moin,
      da sind wir am selben Tag gestartet. Wir hatten allerdings den kürzeren Weg von Kiel zur Insel Fanø.

      Unser erster Urlaub mit unseren 1- und 3- jährigen Kindern ging nach Søndervig, zum Ringkøbing Fjord, Hvide Sande. 3 Wochen im August, nur Regen und Wind, danach fuhr das Auto jahrelang nur noch nach Fanø. :love:
      Aber egal, die Eindrücke, Fotos, Strände, Flora und Fauna, selbst der Super Brugsen sind gleich. Und die Entspannung und Entschleunigung setzt sofort ein.

      Seit einigen Jahren, jetzt als Rentner, verbringen wir wieder Zeit dort, Kurzurlaube oder eine Woche mal zwischendurch. Und ob man es glaubt oder nicht, selbst nach 37 Jahren haben wir mit unseren E-Bikes noch viele Neues entdecken können. Ich habe auch sehr bedauert, dass ich keine Ahnung von Pilzen habe, die wachsen dort gerade wie Unkraut :!:

      Und was die aktuelle Coronazeit betrifft, in Dänemark gibt es kein Corona.
      Wir haben in den Geschäften die gleichen Erfahrungen wie du gemacht, die Deutschen tragen überwiegend Masken. Die Einheimischen und dänischen Touristen sowie das Verkaufspersonal nicht und Abstand halten sie auch nicht wirklich . . . dabei gehen die Infektionszahlen gerade sehr hoch.

      Ich freue mich mich auf deine Fortsetzung, wer weiß, vielleicht fährt unser Auto doch mal wieder an Fanø vorbei gen Norden.

      LG Nane
    • Dienstag – Donnerstag (29.09.-01.10) – Altbekanntes und Neues

      Am Dienstag und Mittwoch habe ich lange Spaziergänge durch die Dünenlandschaft und den Wald zwischen Houstrup Strand und dem Ferienhausgebiet gemacht, dabei bin ich stundenlang keinem Menschen begegnet.

      Am Donnerstag machen wir einen Ausflug und fahren Richtung Blåvand.

      Unser erstes Ziel sind ‚die versandeten Eichen’ in der Krægargård Klitplantage. Man denkt, man befindet sich in einem großen Eichengebüsch, was jedoch nicht stimmt. Es handelt sich um mehrere hundert Jahre alte Eichen, die im Laufe der Zeit immer mehr von Flugsand bedeckt worden sind. Man geht also durch die Kronen von 7-8 m hohen Bäumen. Durch die Blätter erhalten die Eichen genügend Sonnenlicht, so dass sie in jedem Frühjahr wieder austreiben.













      Wie schon beim ersten Mal empfand ich diesen Spaziergang als etwas ganz Besonderes.


      Weiter geht es zum befahrbaren Strand von Børsmose. Eine ehemalige Kollegin aus Bremen, die ich zufällig in Houstrup getroffen habe (die Welt ist doch klein!), hatte mir den Tipp gegeben. Ehrlich gesagt, mag ich einen Strand, der auch als Parkplatz genutzt wird nicht besonders. Für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer ist das sicher gut. Aber wenn ich mir das im Sommer vorstelle..
      Als ich sehe, wie ein Jeep mit vollem Tempo über den Dünensaum fährt oder ein Pkw mehrmals im Kreis gesteuert wird und dabei tiefe Spuren hinterlässt, wende ich mich kopfschüttelnd ab und lieber dem Meer zu.
      Es ist Niedrigwasser und der recht kräftige Wind kommt von Land, vielleicht gibt es deswegen keine hohen Wellen.



      Am Strand ist wieder vielerlei Strandgut und auch ein Drachen zu sehen.





      Dann erschrecke ich noch einen Krebs, weil ich glaube, da läge nur ein Stück Schere und danach greife. Nein, da hängt ein sehr lebendiger Krebs dran!



      Als ich ihn fotografiert habe, befördere ich ihn wieder in sichere Gefilde.

      Brunftzeit

      Auf dem Hinweg hatten wir uns schon ein wenig über die Dänen gewundert, die am Straßenrand neben ihren Autos standen und mit Ferngläsern auf die weidenden Kühe starrten. Jetzt auf dem Rückweg sehen wir warum. An einer Stelle halten sich zwei Herden von Rotwild auf! Die Rothirsche sind in der Brunft und haben ihre Hirschkühe um sich gescharrt. Wir hatten gelesen, dass man in dem Gebiet beim See Grærup in der Morgen- und Abenddämmerung besonders gut Rotwild beobachten kann, aber nicht damit gerechnet, dass dies auch am Tage möglich ist.

      Wir halten an, beobachten die Tiere durch das Fernglas und können sie sogar fotografieren.



      Kühe und Rotwild einträchtig nebeneinander hatte ich bisher noch nicht gesehen.

      Im Ferienhaus zurück essen wir zu Abend und spielen anschließend mehrere Runden Scrabble um uns die Zeit zu vertreiben, weil ja später noch ein besonderes Ereignis wartet...
    • Donnerstag 01.10./Freitag 02.10. Vollmond

      Nur das Licht des Vollmonds erhellt die Nacht, keine anderen Lichtquellen sind vorhanden. Kurz nach Mitternacht entsteht eine Serie von Fotos, hier eine Auswahl:





      Nun fehlt eigentlich nur noch jemand, der eine Gruselgeschichte erzählt...
    • Freitag 02.10 Dünenlandschaft am Gammelgab

      Ich lasse mich am Houstrup Strandvej absetzen und bewege mich durch die Dünenlandschaft und den anschließenden Wald Richtung Ferienhausgebiet. Dabei stoße ich wieder auf Hinweise für das ‚Baltic Pipe Project’, von dem ich bisher nichts gehört hatte. Bei unserem ersten Besuch am Sonntag am Strand haben wir eine neuangelegte Trasse gesehen, die über die Düne an den Strand und dann in Richtung Hennestrand führt. Der Fußweg jetzt verläuft daneben durch einen Zaun abgetrennt.



      Auf einer großen Hinweistafel wird das Project erläutert. Die Erdgasleitung ‚Baltic Pipe’ verbindet Norwegen, Dänemark und Polen. Im Bereich des Blåbjergs erreicht die Leitung von der Nordsee am Houstrup Strand Land. Aus Gründen des Naturschutz wird die Leitung unterirdisch durch die Dünen geführt. Diese Arbeiten finden 2020 statt. 2021 sollen dann die Erdgasleitungen im Meer und an Land verbunden werden.

      Im Hinterland hat man offenbar einen Lagerplatz für Materialen eingerichtet, das mit Lkws an die Baustelle transportiert wird. Da das Gebiet an vielen Stellen sumpfig ist, wurde der Waldweg mit großen Stahlplatten verstärkt



      Mein Weg führt mich u.a. an Kiefernschonungen vorbei, auf denen viele gelbe Kiefern oder schon abgestorbene Bäume stehen. Gesund sieht das alles nicht aus.



      Durch einen schmalen Wassergraben vom Weg getrennt wachsen auf einer großen Wiese Binsen. Die Büsche werden offenbar geschnitten um Flechtmaterial zu gewinnen.





      Es wird deutlich sichtbar Herbst, man sieht es an den Farben. Die Lärchen werden gelb und werfen die ersten Nadeln ab, die Blätter von Birken und Eichen verfärben sich genau wie die der Blaubeerbüsche. Dazwischen leuchten überall die verschiedenen Täublinge und anderen Pilze. Einfach nur schön.






      Nach fast 3 Stunden erreiche ich unser Ferienhaus und muss mich erst einmal ausruhen.
    • Vielen Dank für den interessanten Bericht. :good3:

      Von Dänemark kenne ich bislang nur Sønderborg mit der Düppeler Mühle, die ich 2008 als Tagesausflug von Schleswig aus besucht, sowie die Inseln Fredriksø, Christiansø und Bornholm, die ich heute vor einem Jahr mit der NORDSTJERNEN erlebt habe.

      Wenn ich mal dazu komme, werde ich Jütland besuchen. Eines meiner Ziele wäre Silkeborg mit dem alten Raddampfer Hjejlen von 1861. :)
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • Hallo BBe49,

      ich habe deinen Bericht mit Vergnügen gelesen. Vor vielen Jahren waren wir in Stauning und kennen deshalb die Gegend auch ein wenig. Damls machten wir einen Rundflug um den Ringköbing Fjord. In Hvide Sande gingen wir auf einen Fischerboot zum Angeln und kamen, als absolute Amateure, mit 10 kg Fischfilet zurück.
      Ansonsten bevorzugen wir in Dänemark die Jammerbucht in Nordjütland.
      Du zeigst uns, dass es wieder einmal Zeit wird, dorthin zu fahren.

      Alles Gute und bleib gesund

      Alter Vater
    • Samstag Nymindegab

      Diejenigen, die wie @Gliderangel, @Nugget, @Nane, @Alter Vater und @Trollebo , schon einmal durch Nymindegab über Holmsland Klit Richtung Hvide Sande gefahren sind werden sich sicher an die wunderbare Aussicht erinnern, die sich auftut, wenn man den Ort verlässt.
      In all den Jahren zuvor und auch bei diesem Aufenthalt war und ist dieser Blick auf den Ringkøbing Fjord auf der einen Seite und die Dünenkette auf der anderen Seite ein besonderes Erlebnis für mich.



      Rechts von der Straße kann man sich vier historische Fischerhütten anschauen. Sie erinnern an die Zeit als der Nymindestrøm die einzige Verbindung zwischen Fjord und Nordsee war. Am Ufer des Gabs standen in alten Zeiten viele solcher Buden, in denen während der Fangsaison im Frühjahr die Besitzer der Boote sowie die Bootsmannschaften und die Fischermädchen lebten und arbeiteten. Jede dieser sog. Bootsgesellschaften hatten drei Buden, die bewohnt waren und eine vierte, die als Lagerraum für Geräte, Heringstonnen, Salzfässer usw. genutzt wurden.





      Am heutigen Tage wollen wir zuerst an den Strand von Nymindegab gehen und anschließend am Gammelgab entlangwandern.

      Blick vom Aufgang zum Strand auf Holmsland Klit



      Heute ist der Wind heftiger und bläst einem Sandkörner ins Gesicht. Obwohl der Parkplatz gut gefüllt ist, verteilen sich die Menschen wieder über den weiten Strand.



      Wie jedes Jahr im Herbst übt das dänische Militär wieder, deshalb ist im angrenzenden Dünengelände ein roter Ball gehisst, das bedeutet das Betreten des Strandes ist in diesem Bereich untersagt, es bleibt aber noch genügend Platz.



      Natürlich gibt es am Strand wieder viel zu sehen



      Vom Strand zurück wandern wir hinter der ersten Dünenkette am Gammelgab entlang. Mein Bruder muss bald umkehren und geht zum Auto zurück.

      Die verschiedenen Grün- und Brauntöne von Strandhafer- und roggen, Heidekraut, Sanddorn begeistern mich immer wieder.



      Es gibt mehrere Übergange zum Strand



      Auf dem Wasser des Gab sieht man

      Eine Schwanenfamilie mit Jungen und eine Entenfamilie

      Auf dem Parkplatz am Ende des Gammelgabvej sammelt mein Bruder mich wieder ein.

      Erneut ist eine schöne Wanderung zu Ende.
    • Sonntag Vogelschutzgebiete und Wikingerhafen

      Heute wollen wir zwei Vogelschutzgebiete und auf dem Weg von einem zu anderen die Wikinger besuchen. Schließlich befinden wir uns in einem Gebiet, das Rastplatz vieler Zugvögel ist.

      Zuerst fahren wir nach Tipperne, auf der Tipperhalbinsel, eines der größten Vogelschutzgebiete Europas. Die Halbinsel ragt am südlichen Ende weit in den Ringkøping Fjord hinein. Auf dem flachen Grasland weiden große Rinderherden, um das Gras kurz zu halten.



      Aufgestaute Gräben und Priele sorgen dafür, dass die Wiesenlandschaft feucht bleibt und die Wasservögel ein ideales Brutgebiet vorfinden.



      Tipperne an der Nordspitze wurde schon 1928 zum Schutzgebiet erklärt.



      Besucher dürfen nur Sonntags bis zum Parkplatz beim sog. Tipperhuset fahren, man darf nicht aussteigen oder gar Rast machen.



      Es werden normalerweise auch Führungen angeboten. Wegen Corona ist allerdings das Tipperhuset zur Zeit geschlossen und es werden auch keine Führungen durchgeführt.

      Jeder Platz wird genutzt, um Nistmöglichkeiten zu schaffen



      Auf dem Fjord und den Wiesen sind viele Vögel zu beobachten, darunter diese:



      Auf dem Weg nach Tipperne passiert man auch Jagdhütten, die den Entenjägern als Unterkunft für die Nacht dienen. Die ersten wurden in den 1930iger Jahren und weitere in den 1950iger und 1960iger Jahre gebaut, 1977 wurde beschlossen, dass sie bis 1994 abgerissen werden sollten, weil sie dem Naturschutz entgegenstanden und ohne Genehmigung errichtet worden waren. Dann aber hat man entschieden, dass sie zum Kulturgut gehören und sie stehenbleiben dürfen, wenn man sie nicht verändert. 327 gibt es von ihnen, die kleinsten 8qm groß und die größten 30qm.



      Auf dem Weg nach Skjern Enge, dem nächsten Vogelschutzgebiet, das wir besuchen wollen, halten wir in

      Bork Vikingehavn, eine Art Museumsdorf, in dem man Gebäude errichtet hat, alten Wikingerbauten nachempfunden, wie Bootshäuser, Langhäuser und andere Gebäude, die als Schmiede, Stall oder dergleichen genutzt wurden sowie eine Kirche. Es gibt einen Marktplatz und auch einen Opferplatz und vieles andere mehr. Die Gebäude sind ausgestattet mit vielen Fundsachen, die man unter anderem in der Gegend von Tarm gefunden hat.
      Vor 1000 Jahren, als die Küstenlinie noch weiter im Landesinnern verlief, sind Wikinger aus der Gegend von Bork mit ihren Schiffen nach England und weiter aufgebrochen.



      In eines der Siedlungshäuser durfte man zwar hineinschauen es aber nicht betreten, weil es von Wikingern bewohnt war. Es stellte sich zu meiner Verblüffung heraus, dass diese Gebäude zeitweise von Leuten bewohnt werden, die sich dort einmieten, sich wie Wikinger kleiden und auch handwerkliche Tätigkeiten ausüben. Der „Bewohner“ für eine Woche, der mir das erzählte, stellte z.B. Nadeln her darunter auch eine Art Häkelnadel, seine Frau strickte und webte. Ihre Kleidung hatten sie selbst gewebt, genäht und bestickt.

      Die ganze Anlage ist sehr interessant gestaltet und wegen der vielen Aktivitäten, die dort angeboten werden auch für einen Besuch mit Kindern gut geeignet.

      Wir fahren weiter nach Skjern Enge ins Mündungsdelta des Skjern Å. Auch hier rasten viele Zugvögel.
      Von einer der Beobachtungshütten unweit der Straße nach Skjern können wir u.a. einen großen Schwarm Brandgänse beobachten, der sich wohl gerade auf den Wiesen niedergelassen haben.



      Dieses Gebiet werde ich bei einem nächsten Urlaub in Houstrup noch einmal länger besuchen.