Erzbahn die 6. Dank Corona ohne Hurtigruten 01.09.-13.09.20

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    • Erzbahn die 6. Dank Corona ohne Hurtigruten 01.09.-13.09.20

      Hallo in die Runde

      Seit 2010 fahre ich aller 2Jahre nun schon mit Freunden an die Bahnstrecke Kiruna-Narvik. Dadurch das wir meist um die 12 „Verrückte“ sind erfordert die Planung und Buchung ca.1Jahr Vorlaufzeit. Auf einem Modellbahntreffen im Oktober 2019 wurden in einer geselligen Abendrunde erste Absprachen getroffen und der genaue Termin festgemacht. Es stellte sich schnell heraus das ich mit Hurtigruten diesmal wohl allein sein werde, weil für ein 4.Mal Harstad-Trondheim war die Luft einfach raus. Gegen das HR-Virus ist der Rest ziemlich immun. Die Anreise mit dem Nachtzug ab Stockholm stieß auf mehr Begeisterung und es würden fast alle Mitreisende diesen Weg wählen wollen. 2018 fehlte ich und nach der ersten Tour 2016 wollte ich das gerne nochmal machen und somit blieb für Hurtigruten nur die Rückreise, wohl allein, diesmal aber ab Tromsö .

      Dass die Tourplanung und -buchung diesmal schwierig werden sollten zeichnete sich sehr früh ab. Sei es Urlaub, der nicht so genommen werden kann wie gewünscht oder Familienfeiern. Die erste Hiobsbotschaft kam vom Hotel in Björkliden an dem ersten Wochenende sind 2 der 3 großen Ferienhütten belegt. Wie damit umgehen? Termin verschieben ging nicht bzw. wollten wir nicht wegen Licht Herbstfärbung und Mücken. Ein Teil der Gruppe übernachtet erstmal in den kleinen Hütten die wir schon 2010 bewohnten und zieht später um. Der Rest bezieht gleich die 3. große Hütte, auch wenn es nicht die Stammhütte ist aber ein gewisser Luxus will man inzwischen nicht missen. Da kam bei mir kurz der Gedanke auf HR doch zur Anreise zu nutzen da sich Urke als offener Punkt auf der ToDo-Liste streichen lassen würde. Wurde aber doch schnell wieder verworfen.

      Dann kam Corona.

      Ich sah uns schon im Winter 2021 da hochfahren (Eine Wintertour wird von mehreren schon länger gewünscht, auch von mir). Nachdem sich die Lage etwas stabilisiert hatte war die allgemeine Meinung wir fahren auch um einfach raus zu kommen. Die sich ständig wechselnden Coronabestimmungen zerrten aber bei allen an den Nerven was zu vollständiger Absage einiger führte und andere die Zugreise stornierten. HR konnte ich vergessen nachdem Norwegen sich sehr schnell abschottete. Fliegen wollte ich eigentlich nicht, aber was blieb mir übrig, alleine Zugfahren ist auch nicht so der Hit. Flüge ab Kiruna sind inzwischen sehr übersichtlich geworden. SAS scheint aktuell die einzigen die ab Kiruna fliegen. Ein Teil der Gruppe fliegt nach Prag und so buchte ich auch meinen Flug dahin. Der Zug ab Stockholm war inzwischen von einem Mitreisenden für die verbliebenen 6 gebucht. Blieb nur noch die Frage: Wie nach Stockholm kommen? Da ich Zeit habe und schon von Anfang an die Fähre Kiel-Göteborg auf dem Plan hatte wurde die Variante genommen und weiter geht es dann mit dem Zug nach Sockholm.

      Nachdem sich herausstellte das die gebuchte Verbindung Kiruna-Prag in den letzten Wochen im Ausfall war bzw. immer noch ist, keimte bei mir Hoffnung auf, nachdem Norwegen die Grenze nach Schweden langsam wieder am öffnen war, doch noch Plan A zu realisieren und mit dem Schiff nach Bergen zu fahren. Nach der Freigabe der schwedischen Provinz Norrbotten und der Feststellung das zumindest der Bus wieder durch nach Narvik fährt, buchte ich HR . 2 Tage später bestätigte sich das was ich schon ahnte aber ignorierte, Norwegen wird sich wieder abschotten. Auch wenn ich schon mehrmals die Tour ganz absagen wollte, die Wetterausichten alles andere als berauschend sind und ich immer noch nicht weiß, wann und wohin ich zurück fliege muss ich einfach da hoch und dem Alltag entfliehen.

      Dienstag 01.09.

      Da ich noch einen Termin in Bonn hatte beginnt die Tour da. Auf die Bahn war wieder mal Verlass. Zug war mit +5 angekündigt. In Bonn ging es dann mit +14 los bis Köln waren es schon 25min Verspätung. In Wuppertal dann die Durchsage die Abfahrt verzögert sich um wenige Minuten der Lokführer müsse einen Wagen untersuchen. Nach einer gefühlten Ewigkeit dann die erlösende Ansage wir würden unsere Fahrt gleich fortsetzen können. Mit einer Stunde Verspätung ging es dann tatsächlich weiter. Als Grund für den Zwangsstop wurde genannt: Ein als Fahrgast mitfahrender 2. Lokführer hätte ein ungewöhnliches Laufverhalten festgestellt. Meine Meinung: Das Laufverhalten eines ICE1 ist schon immer ungesund, speziell nach der Umrüstung der Radsätze seit dem Unfall in Eschede. Sei es drum die Stunde blieb bis Kiel, alles gut.

      In Kiel erwartete mich wie abgesprochen @foerdesprotte . Nach kurzer Überlegung, wo man Essen gehen könnte fiel die Entscheidung doch auf das Längengrad auch wenn es erst ab 17:30 wieder warme Küche gibt. Vorher wurde noch die Bordkarte für die Fähre nach Göteborg abgeholt. Die Zeit war etwas knapp aber doch ausreichend für eine kurzweilige Unterhaltung und einem leckeren Essen.



      Als einer der wohl Letzten bin ich dann auf die Fähre. Über WhatsApp kam dann noch die Meldung SAS hat den Rückflug storniert. Also noch schnell die E-Mails prüfen tatsächlich noch schnell den Rückflug neu gebucht. Nachdem das auch erledigt war hatte ich zwar das Ablegen verpasst aber was soll es Ein Schiff, traumhaften Wetter, einem noch grandioserem Sonnenuntergang Herz was willst du mehr.



      Corona an Bord wirkt sich nur darin aus, das es recht leer ist und man sein Bier für die notwendige Bettschwere im Bordshop kaufen muss. Maske wird nur vereinzelt getragen.



      Fortsetzung folgt

      Gruß Siggi
    • @Schneehuhn
      Als ich die Überschrift deines Liveberichts las, war ich wie elektrisiert: Die Worte Kiruna, Narvik, Björkliden, Erzbahn ließen meine Ohren klingeln: Sind wir doch in den 80iger Jahren oft " hier oben" gewesen, zwar nicht mit der Erzbahn gefahren, sondern mit dem Wohnwagen entlang der Bahnstrecke auf der damals neu erbauten Touristenstraße!
      Und von Kiel nach Göteborg ging zuletzt auch unsere Anreise. In früheren Jahren von Frederikshavn nach Göteborg, als wir noch so lange Strecken an einem Stück gefahren sind und um Mitternacht die günstige Überfahrt für Camper nach Schweden nutzen wollten.
      Ich freue mich sehr und bin gespannt auf die Fortsetzung deines Berichtes. :pleasantry:
      Liebe Grüße von Trollebo
    • Hallo

      Selbst Schuld wenn man so spät erst wieder die Küche anheizt, blieb halt keine Zeit mehr den Umsatz zu steigern. Der Elch auf Toast ist aber schon bestellt. :D


      Mittwoch 02.09.

      Ob es am Mond lag, der durch das Kabinenfenster schien oder ein Schiff wie von vielen hier im Forum schon berichtet wurde, zu früher Bettflucht führt kann ich nicht sagen, zumindest konnte ich immer noch nicht testen ob meine Uhr auch als Wecker taugt. Zumindest konnte ich so den Sonnenaufgang an Deck genießen.



      Danach ginge es zum Frühstück. Am Buffet gibt es nur die Änderung, dass man sich nicht selbst bedient, sondern seine Wünsche sagt und man bekommt den beladenen Teller gereicht. Etwas ungünstig fand ich die Anordnung des Brötchen- und Brotstandes, da nimmt man sich selbst was man haben möchte, in der Hinsicht, dass es da keine Teller gibt, den muss man an einer anderen Station schon bekommen haben. Obst gibt es portioniert im Glas und die Getränke nimmt man sich normal am Automaten. Auf den Tischen gibt es Aufkleber wie viele am Tisch sitzen sollten. Ab einer 3er Gruppe müsste man eigentlich 2 Tische belegen nur hält sich keiner daran. Maske wird nur vereinzelt getragen, selbst das Personal was die Tische abräumt trägt keine und die die Teller bereiten sind hinter einer Scheibe.



      In Göteborg wurde ich erstmal zum Schwarzfahrer in der Straßenbahn, an dem Automaten sind aber noch andere gescheitert. Am Schließfach am Hautbahnhof bin ich nicht gescheitert und so konnte die kleine Runde durch die Stadt ohne Koffer erfolgen.



      Einfach herrlich die Gelassenheit hier in Schweden. Wenn man nicht regelmäßig die Hinweisschilder „man möge bitte Abstand halten“ sehen würde könnte man meinen Corona gibt es nicht. Nach dem ich das Schließfach überzeugen konnte meinen Koffer wieder rauszurücken ging pünktlich 12:24 auf nach Stockholm. Von der Sj kam noch per Mail der Hinweis das nicht sicher gestellt ist das der Platz neben einem frei ist, weil das Buchsystem das wohl noch nicht so lange kann. Man solle sich in dem Fall bitte an das Personal wenden die einem dann einen neuen Platz gibt. Da ich mir 1.Klasse gegönnt habe mit eh Einzelplatz ist das unerheblich für mich. Die Sperrung einzelner Plätze im Buchungssystem ist die einzige Coronamaßnahme bei der SJ Maske trägt keiner.

      Schnell hatte die Sonne den Kampf gegen die Wolken aufgegeben und die schwedischen Wälder ließen Zeit für den Reisebericht. Auch die SJ kann Verspätung aber knapp 10 Minuten in Stockholm sind nicht der Rede wert. Nach dem das Gepäck in einem Schließfach verstaut war drehte ich die erste Runde durch die Großbaustelle Stockholm. Vom Rest der Nachtzugreisegruppe, die in Berlin auf ihren Flieger warteten, kam die Anfrage ob man von dem Wetter was mitbringen solle. Sie waren knapp einem Platzregen entkommen. Ich hatte zwar die Bitte geäußert es dazulassen, aber da wurde ich auch schon vom Nieselregen geärgert.



      Also zurück zum Bahnhof um 17:37 Uhr sollte da der erste Mitreisende aus Malmö ankommen. Pünktlich konnte ich ihn am Bahnsteig begrüßen.



      Es wurde die nächste Runde durch Stockholm gedreht die durch den per Expresslieferung aus Berlin eintreffenden Platzregen gestört wurde.



      Zurück am Bahnhof wurde dann noch die Abendverpflegung organisiert und der Nachtzug geentert.



      In Arlanda stießen die restlichen 3 Nachtzugreisenden dazu. Im Speisewagen wurden die Biervorräte etwas dezimiert und in geselliger Runde klang der Abend aus.

      Gruß Siggi
    • Lieber Siggi, wir wünschen dir eine tolle Reise, genieß den Urlaub, und saug all die Eindrücke soviel du kannst auf.
      Zu den tollen Mond- und Sonnenaufgang- und Untergängen sag ich nur... super, mehr davon <3
      Komm gesund zurück!

      Liebe Grüße
      Evelyn
    • Hallo

      Der Elch ist ja noch nicht geliefert. Ich lasse mich überraschen :pleasantry_1:


      Donnerstag 03.09.

      1.Klasse Nachtzug hat was nur ein Reisender aus einem anderen Abteil störte etwas die Nachtruhe. In Bastuträsk gab es 15 min Planaufenthalt. Morgennebel kann auch schön sein.



      Danach wurde sich mit dem inklusiven Frühstück gestärkt und die Sonne hatte den Nebel besiegt und kämpft nun mit den Wolken. In Boden wurde umgestiegen und weiter ging es im IC nach Kiruna der um einen Wagen verlängert war um ausreichend Platz für die Einhaltung der Abstandsregeln zu haben.



      In Kiruna konnte der erste Mietwagen direkt am Bahnhof übernommen werden. Mit dem wurde der Fahrer des 2. Mietwagen zum Flughafen gebracht, der Rest inklusive mir wartet derweil am Bahnhof.

      Nach Rückkehr wurde der örtliche COOP gestürmt für die notwendigen Ersteinkäufe 2 ½ Stunden später und nach diversen Absprachen mit dem Rest der Truppe die inzwischen in Luleå gelandet waren war das auch erledigt. Am wohl einzigen Tag mit schönem Wetter der Reise war die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden als es Richtung Björkliden ins Basislager für die nächsten Tage ging.



      Ein Auto fuhr zur Rezeption des Lapland Resorts die Schlüssel hohlen. Da von unserer Hütte die Vorratskammer offen war fingen wir schon mal an das Auto auszupacken.



      Nach dem das andere Auto mit den Schlüsseln da war wurden sich häuslich eingerichtet und noch fix das Abendessen kredenzt. Kurz vor Mitternacht traf auch der Rest aus Luleå ein. Nordlichter waren keine zu sehen und so blieb Zeit den Abend bei netten Gesprächen zu beenden.

      Gruß Siggi

      PS: Damit nicht erst die Frage aufkommt ob es eine Webcam gibt, gleich mal hier der Link :laugh1:
    • @Schneehuhn
      Die webcam von Björkliden ist super und für mich wunderschön das Wiedersehen mit "Lapporten"! wie oft habe ich das fotografiert- allerdings noch in der Zeit der digitalen Fotografie.
      Toll, daß du so zeitnah live berichtest! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
      Liebe Grüße von Trollebo

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    • Hallo

      Freitag 04.09. und Samstag 05.09.

      Ich fasse mal beide Tage zusammen und der Rest der Tage wird wohl von der Grundstruktur ähnlich werden.

      Am Freitag bin ich durch den einsetzenden Regen kurz aufgewacht und gleich wieder eingeschlafen. Nach dem ich einer der ersten war der sich entschlossen hatte aufzustehen versprach der Blick aus dem Fenster ein ausgiebiges Frühstück.



      Kurz vor Mittag wurde dann doch mal beschlossen die Lage zu sondieren nachdem auch sich inzwischen einige Züge auf den Gleisen bewegten. Erstes Ziel war der Bahnhof Vassijaure. Nach dem das Foto im Kasten war trafen wir beim Abmarsch noch auf ein deutsches Paar was für den Urlaubsfilm auch gen einen Zug dokumentiert hätten, nur mussten wir ihnen mitteilen das erst in 2 Stunden wohl der nächste kommen würde.



      Wir blieben für den Rest des Tages im Bereich Vassijaure da ich noch eine Fotostelle aus früheren Jahren hier offen hatte.



      Danach erfolgte ein Stellungswechsel zum Laktajakk Wasserfall der sich als schwierig rausstellte und nochmal angegangen werden muss.



      Nachdem an allen Fotostellen Licht „Aus“ war und es eh Zeit für das Abendessen wurde konnte zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen. Es setzte wieder Regen ein und somit drohte keine Gefahr das Nordlicht einen nochmal vor die Tür zwingt.

      Der Samstag begann vom Wetter her etwas besser nur die schwache Verkehrslage war gleich und das Frühstück war wie es sich für einen Urlaub gehört entsprechend lang.



      Nach dem am Laktajakk Wasserfall doch die Sonne versuchte sich durch die Wolken zu kämpfen entschlossen ich und mein Begleiter uns zu einem Standortwechsel, um auch mal mit bekannte Fotostellen zu experimentieren.



      Da im Bereich Kiruna die Herbstfärbung schon recht intensiv ist wurde der Tag da beendet unter dem Moto bei Sonne kann jeder, Regen ist aber auch schön.



      Heute gab es für 9 Reisende 15 Portionen Risotto mit selbst gepflückten Pilzen. Nein ich war nicht allein dafür verantwortlich. Die Zweifel an der Richtigkeit der Mengenangaben bei der Planung der Einkaufsliste wurde schon am ersten Tag widerlegt.

      Da es aktuell wieder regnet bleibt Zeit für den Bericht.

      Gruß Siggi