KKN-TOS 25.07-26.07. MS Finnmarken

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      Hier mein kurzer Reisebericht meiner Fahrt von Kirkenes nach Tromsø , ich habe mich auf die Besonderheiten wegen Corona und die Renovierung der Finnmarken beschränkt.
      Die Bilder zum Schiff gibt es unter MS-FINNMARKEN-Bilder-und-Videos zu sehen.

      Vor einigen Wochen beschloss ich, einen Kurzurlaub in Tromsø zu machen, nach 5 Jahren in Kirkenes konnte etwas Zivilisation nicht schaden. Gerne mal wieder mit Hurtigruten, meine letzte Distanzreise lag schon 2 Jahre zurück.
      Fluggesellschaften und Hotels hatten begonnen, ihre Preise massiv zu senken um wieder ein paar Gäste anzuwerben. Nicht so HR , wie ich auf deren Webseite feststellen musste. Sie hatten die Preise Kirkenes-Tromsø gegenüber der Zeit vor Corona etwa verdreifacht! Hin und Rückreise wären in etwa so teuer gewesen wie sont die komplette Rundreise. Meine Begeisterung gegenüber HR war als Distanzreisender in den letzten Jahren eh kontinuierlich gesunken, jetzt war sie in Wut umgeschlagen.
      Mit einer Flugbuchung hatte ich lange gewartet und 4 Tage vor angedachtem Reisetermin vorsichtshalber noch mal auf die HR-Webseite gesehen. Die Preise waren jetzt stark gesenkt. Zwar immer noch ca. 50% über dem bisherigen Preis, für die Hinfahrt aber ok, zumal an dem Tag die neu renovierte Finnmarken fahren sollte.

      24 Stunden vor der Abfahrt gab es den Link zu einer Corona-Eigenerklärung per email zugeschickt. Diese ist online auszufüllen, die Bestätigungmail dann beim Einchecken auf dem Schiff vorzuzeigen. Bei der deutschen Seite steht abweichend zu den anderssprachigen, dass die Bestätigung AUSGEDRUCKT vorzulegen sei. Tünkram, oder tullprat wie man hier sagt. Es genügt völlig die mail auf dem Smartphone zu zeigen, zur Not kann man die Erklärung auch am Schiff ausfüllen.

      Später bekam ich noch eine mail, dass das Einchecken in Kirkenes ab einer Stunde vor Abfahrt möglich sei. Da ich dafür noch nie mehr als 2 Minuten gebraucht hatte, ging ich etwas später zum Schiff.


      Am Kai war es relativ voll. Ja ich weiss, dass ich manchmal etwas kleinlich bin, aber auf dem Bild hätte sich ein Schiff als Hintergrund ganz gut gemacht. Kurzer Blick auf den Kalender , nein das Datum stimmte, nur die Finnmarken war nicht da wo sie sein sollte ?( . Etwas später kam sie dann aus der entgegengesetzten Richtung. Ferienzeit, Aushilfskräfte auf der Brücke? Hätte ich ins Forum gesehen, hätte ich gleich erfahren, dass sie ausnahmsweise zum Tanken unterwegs war.

      Die Norweger haben sich eigentlich fast vorbildlich an die Corona-Einschränkungen gehalten. Als die Finnmarken aber endlich das Tor öffnete, setzte bei den meisten der Herdentrieb ein und fast alle drängten sich dicht an den Eingang. So schnell kann es mit den guten Vorsätzen gehen. Ich wartete mit einigem Abstand und ging dann ziemlich als letzter an Bord. Bei jedem Betreten des Schiffes wird ein schneller Fieberscan durchgeführt.
      Nach einem ersten Blick auf die neue Inneneinrichtung ging es zum Lunch. Anders als üblich kein Buffet sondern feste Sitzungen mit Platzzuweisung und Auswahl zwischen drei Menüen. Die Qualität war gut, die Portionen am ersten Tag jedoch mehr als übersichtlich angeordnet. Die Tische wurden nach jeder Sitzung gründlich desinfiziert.
      An Bord waren etwa 300 Gäste, dies entspricht in etwa der wegen Corona erklärten Auslastung von maximal 50%. Es waren überwiegend Norweger und einige Dänen. Das Durchschnittsalter war deutlich geringer als sonst zu Sommerzeiten.

      In Vardø ging ich erstmal in den Supermarkt einkaufen um dem drohenden Gewichtsverlust entgegenzuwirken. Abendessen hatte ich nicht gebucht. Anders als früher kann man keine Snacks mehr auf dem Schiff kaufen, es gibt nur noch die 3 Restaurants. Der Umbau ist ja als Expeditionsschiff erfolgt, die Finnmarken soll ab nächstem Jahr als "Otto Sverdrup" den Liniendienst verlassen.

      Von der Renovierung war ich alles andere als begeistert. Die Restaurants waren völlig in Ordnung. Auf dem Gang auf Deck 4 hatte ich früher bei schlechtem Wetter gerne ein Bier getrunken wenn es im Panoramasaal zu voll war. Dieser Gang wirkt jetzt völlig ungemütlich. Bier gibt es davon abgesehen nur noch auf Deck 8 im Pnoramasaal (ausser in den Restaurants natürlich, während der Öffnungszeiten). An der Bar im Panoramasaal darf man es wegen Corona aber nicht kaufen, sondern muss es sich an den Platz bringen lassen. Wenn man denn einen hat. Am Auffäligsten ist die Veränderung im hinteren Bereich auf Deck 4, dieser ist für mich völlig daneben. Panoramasaal fand ich ganz ok, nur die übergrossen Monitore verhindern jetzt eine Rundumsicht. Auf Deck 7 gibt es statt der offenen Bar und Cafe jetzt ein relativ abgeschlossenes Restaurant. Daneben einen langen sterilen Gang, dahinter Beauty- und Fitnessbereich.

      Mit dem Wetter hatte ich extremes Glück. In der Finnmark hatten wir eine Hitzewelle, Tromsø war in den Tagen der wärmste Ort Norwegens. So fiel es noch leichter, fast die ganze Zeit an Deck zu verbringen.

      Auch Frühstück gab es nicht als Buffet sondern zu 3 Sitzungen aufgeteilt auf die verschiedenen Restaurants. Ich bekam die FrühstückVorDemAufstehenSitzung, dafür aber im noblen Lindstrøm Restaurant. Wir waren nur 3 Leute beim Essen, das sollte als Coronasicher gelten. Auf dem Tisch lag eine Liste mit vielen Positionen des sonst üblichen Buffets zum Ankreuzen. Gut, bei mir wäre eine Negativliste wohl einfacher gewesen, aber wenigstens wurde ich satt und hatte wieder gute Laune :essen: . Auch gab es an diesem Tag grössere Portionen zum Lunch.

      Meine Kabine hatte ich schon nach dem Frühstück geräumt, Ventilation ist mir in Corona Zeiten nicht so ganz geheuer. Ausser beim verspäteten Einsteigen in Kirkenes wurden die Abstandsregeln gut eingehalten. Ich weiss nicht, was man auf dem Schiff organisatorisch noch besser gegen Corona unternehmen könnte. Masken trägt in Nordnorwegen bislang niemand, auf der Busfahrt 3 Tage später nach Alta hätte ich aber gerne eine gehabt.


      Die Nordnorge vor Anker in Hammerfest . Es sind noch längst nicht alle Schiffe wieder im Einsatz.

      Die Landschaft hab ich bei dem super Wetter sehr genossen. Die Geschmäcker was die Schiffe angeht sind zum Glück ja sehr verschieden. Für mich hat die Finnmarken nach dem Umbau jedenfalls den Charme eines Linienbusses, funktional aber beliebig austauschbar.
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      Vielen Dank für deinen interessanten Bericht. Ich finde den Preisanstieg auch - gerade bei der FINNMARKEN - recht ordentlich. :arghs: Wenn sie dann wenigstens nach dem Umbau noch schön geworden wäre....! :hmmz:

      Natürlich sind die Geschmäcker unterschiedlich, und das ist auch gut so! Aber da es bereits einige Schiffe mit der modernen Ausstattung gibt, wäre es ja nicht unbedingt nötig gewesen, noch die FINNMARKEN zu verschandulieren. :blush:

      Ich dachte, in öffentlichen Verkehrsmitteln müsste in Norwegen auch Maske getragen werden. Oder nur in Nordnorwegen nicht?
      Liebe Grüße, borea :flower:

      MS Finnmarken: 02/2016-BGO-KKN-BGO; 05/2018-TOS-KKN-TOS; 10/2019-BGO-KKN-BGO
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      @Bine Das ist der zukünftigen Verwendung des Schiffes als Expeditionsschiff geschuldet. Auf der Fram gibt es ja auch keine Cafeteria.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX // 4/16 FR // 3/18 VE // 7/19 FR

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      borea wrote:


      Ich dachte, in öffentlichen Verkehrsmitteln müsste in Norwegen auch Maske getragen werden. Oder nur in Nordnorwegen nicht?

      Nein, nur in Flugzeugen muss Maske getragen werden, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob das noch gilt. In Bussen war anfangs jeder zweite Sitz gesperrt, das ist inzwischen aufgehoben. Die einzige Einschränkung ist dass man weiterhin hinten einsteigen muss. In den Bussen in Kirkenes ist man eh oft der einzige Fahrgast. Der Bus von Tromsø nach Alta war aber relativ voll, viele haben sich ständig laut unterhalten, telefoniert oder gehustet. Hier war mir mulmig zu Mute.

      Nein, eine Cafeteria gibt es nicht mehr. Auf Deck 7 gibt es das relativ kleine Fredheim Restaurant, alles Andere ist Spa, Beauty und Fitness Bereich. Auf Deck 4 im hinteren Teil mit der gemütlichen Decke gibt es einen Kaffeeautomaten, immerhin gratis. An jedem Treppenaufgang gibt es Wasserspender.
      Als Expeditionsschiff mag eine fehlende Cafeteria ja ok sein, für das halbe Jahr die sie noch im Liniendienst fahren soll, aber suboptimal. Es gibt (oder gab zumindest) viele Distanzreisende, die nur ein paar Stunden fahren, zum Teil nachts. Da bietet jede noch so kleine Autofähre mehr Service. Ich hoffe wirklich, dass mit Anbietern wie Havila der Liniendienst wieder aufgewertet wird.