Das südwestliche Ende Festland-Europas – Algarve vom 13. bis 27.April 2008

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      Das südwestliche Ende Festland-Europas – Algarve vom 13. bis 27.April 2008



      Da der Wunsch nach einem Reisebericht meines Algarve-Urlaubes 2008 an mich herangetragen wurde (auch per PN), habe ich mich dazu nun entschlossen. Zum einen öffnet Norwegen ja erst ab 15.Juli wieder für Europäer und zum anderen wird sich daher @Stanie78 aktueller Reisebericht vermutlich überwiegend auf die Seereise beziehen.
      Vielleicht ist somit der Bericht über einen Landurlaub mit Städten eine gute Alternative und, oder Abwechslung dazu und auch zu dem Bericht aus der Kälte von @rs1033 .

      Aus privaten und beruflichen Gründen hatte ich 2007 keinen längeren Urlaub unternommen. Die Folge davon waren reichlich Resturlaubstage die verbraucht werden wollten. Mit der Firma konnte ich vereinbaren, dass mir diese Urlaubstage bis Mai zur Verfügung standen. :good3:

      Im Januar habe ich dann kurzfristig bei ab-in-den-urlaub.de 14 Tage Algarve bei Jahn-Reisen gebucht. Meine guten Erfahrungen von 2006 auf Madeira ließen mich diesen Anbieter wählen. Die Buchung beinhaltete ein Hotel in Armação de Pêra, rund 10 Kilometer westlich von Albufeira (einer Touristenhochburg am Algarve) und gut 15 Kilometer östlich von Portimão. Dazu die Flüge mit Air Berlin und einen Mietwagen vor Ort für die gesamte Reisezeit. :dance3:


      Sonntag 13.April 2008 – Hinflug MUC – FAO, Fahrt nach Armação de Pêra, Hotel

      Wie üblich habe ich meinen Koffer schon am Vortag beim Vorabend-Checkin aufgegeben. Mit dem Flughafenbus fahre ich kurz nach 7:00 Uhr von Landshut zum Münchner Flughafen, den wir um 7:50 Uhr erreichen. Es ist an diesem Sonntagmorgen so wenig los hier, ich bin schon um 8:05 Uhr am Gate, da hätte ich ruhig auch einen Bus später nehmen können :pleasantry_1: , aber ich gehe gern auf Nummer sicher.

      Gerade trifft am Gate eine Maschine von LTU ein. Air Berlin hatte ja LTU erst im August 2007 übernommen und noch sind nicht alle Maschinen von LTU umlackiert. Auch kann ich beim Boarding sehen, dass das Personal an Bord teilweise LTU- und teilweise Air Berlin-Uniformen trägt. :mosking:
      Nach den Erfahrungen der Flüge mit LTU nach Madeira und zurück, bin ich froh, dass ich mich im Vorfeld zur Buchung von XL-Sitzen (extra Fußraum) entschieden habe. Bei den LTU-Maschinen stehen die normalen Sitzreihen doch recht eng hintereinander. Abflug ist um 9:50 Uhr und nach drei Stunden und 15 Minuten landen wir pünktlich um 12:05 Uhr Ortszeit auf dem Aeroporto de Faro, dem Flughafen der Hauptstadt des Distriktes Faro, der auch als „Tor zur Algarve“ bezeichnet wird.

      Mit meinem Voucher von holiday autos bekomme ich am Schalter von Auto Jardim schnell meinen Mietwagen, einen relativ neuen Ford Focus in Silber. :ok:



      Es ist kurz nach 13:00 Uhr als am Flughafen losfahre, eigentlich noch zu früh, um schon zum Hotel zu fahren. Über die damals noch mautfreie Autobahn (seit 2011 gibt es ein elektronisches Mautsystem) braucht man für die rund 52 Kilometer bis Armação de Pêra vielleicht 40 Minuten. Laut meinen Reiseunterlagen kann das Zimmer im Hotel aber erst ab 15:00 Uhr bezogen werden. Daher fahre ich über Loulé ein wenig ins Hinterland des Algarve und biege erst, nach mehreren Stopps an Aussichtsplätzen, erst bei São Bartolomeu de Messines nach Armação de Pêra ab.



      Das Hotel Pestana Viking liegt nicht direkt in Armação de Pêra, was ich begrüße, da Armação de Pêra, wie auch Albufeira, reine Touristenorte sind :fie: . Einen Kilometer westlich von Armação de Pêra muss man von der Hauptstraße nach Porches links abbiegen und befindet sich dann in einem Gebiet mit teilweise sehr ansprechenden Ferienanlagen und Hotels.



      Mein Hotel liegt hier am Ende der Stichstraße auf einer Klippe gut 30 Meter über dem Meer und den Sandstränden links und rechts. Ich bekomme ein schönes Zimmer mit leicht seitlichem, östlichem Meerblick. Das Auto kann man direkt vor dem Hotel parken.
      Schnell sind die Koffer ausgepackt und einem ersten Rundgang durch die Hotelanlage steht nichts mehr im Wege. :thumbup:



      Vor dem Hotel befindet sich bis auf die Spitze der Klippe die Poollandschaft. Saubere Liegen stehen hier rund um die im Boden verankerten Sonnenschirme, eher Sonnendächer. Zu dem Strand auf der rechten Seite, der bis zur nächsten Klippe reicht, auf der sich eine kleine Kapelle befindet, gelangt man über einen einfachen Weg an der Klippe hinunter.
      Wie man zum Strand auf der linken Seite gelangt, kann ich noch nicht sehen.



      Das muss ich dann wohl noch die nächsten Tage erkunden. Schnell stelle ich fest, dass die bequemen Liegen nicht nur von Hotelgästen genutzt werden :search: . Während der Strand zur Linken außer Sand nichts enthält, steht auf dem rechten Strandabschnitt eine große Snackbar mit Bootsverleih. Trotzdem ist auf beiden Stränden nichts los, was sicherlich auch an der Jahreszeit liegt, da hier noch keine Saison ist.



      Ich hole mir meine Reiseführer vom Zimmer und lasse mich im Schatten auf einer der Liegen nieder. Außer mir sind vielleicht noch drei, vier andere Gäste hier, wie ich bei einem Rundblick über die Poollandschaft sehen kann. Ich blättere in meinen Reiseführern, um mir die ersten Gedanken über meine ersten Touren hier zu machen.



      Nach einiger Zeit wird es mir unter dem Sonnenschirm auf der Liege aber dann doch zu warm und ich ziehe mich in den schattigen Bereich der Poolbar zurück. Hier kann ich, bei einem kühlen Getränk :beer: , im Schatten der überdachten Tische sitzen. Neben der Poolbar gibt es hier, direkt am Eingang ins Hotel, noch eine größere Innenbar, die aber im Moment noch geschlossen hat.
      Rund um den Bereich der Tische sind auch einige schöne Pflanzen zu bestaunen, so auch die herrlichen Strelitzien.



      Nachdem ich meinen Durst gestillt, mich ein wenig abgekühlt und die ersten Ideen für die nächsten Tage habe, bringe ich die Reiseführer wieder in mein Hotelzimmer. Ich spaziere anschließend hinüber zu der Klippe mit der kleinen Kapelle, Ermida de Nossa Senhora da Rocha, aus dem 16.Jahrhundert. Die Klippe mit der Kapelle ragt hier rund 100 Meter ins Meer hinein.
      Blickt man von hier nach Osten, kann man die Hotelanlage gut erkennen.



      Im Westen befindet sich unterhalb des Felsens ein längerer Strandabschnitt, der sich wieder bis hin zur nächsten Klippe zieht.
      Einige wenige andere Menschen haben außer mir auch den Weg hierher gefunden. Meist sind dies aber Einheimische, da die Kapelle auch bei den Portugiesen ein beliebtes Ausflugsziel ist. Die Kapelle selbst ist mit einem Gittertor verschlossen, das aber einen Blick ins Innere gestattet. Leider ist aber nur schwer etwas in der innen sehr dunklen Kapelle zu erkennen. :pardon:



      Gerade als ich die Klippe wieder verlassen will, biegt ein Zweimaster im Westen um die Klippe. Um welches Schiff es sich handelt, vermutlich eine Karavelle, kann ich aber leider auf diese Entfernung nicht erkennen. Das Schiff zieht langsam in östlicher Richtung vorbei.

      Ich mache mich auf den Weg zu dem Supermarkt, den ich beim Abbiegen von der Hauptstraße zum Hotel gesehen habe. Hier kaufe ich mir etwas Verpflegung und Getränke für die nächsten Tage.

      Später genehmige ich mir an der Poolbar des Hotels einen Snack als Abendessen. Es ist mir heute zu warm, um mich ins Hotel-Restaurant zu setzen und nach einem Restaurant in der Umgebung werde ich mich erst die nächsten Tage umschauen. :imsohappy:


      Wird fortgesetzt …....
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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      Ja, diese gefiederten Kameraden werden noch öfter in dem Bericht auftauchen. :whistle3: :mosking:
      Gruß Jobo,

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      Montag 14.April 2008 – Hotel, AUTSCH !!, Portimão, Hotel



      Scheint als müsse ich mich erst ein wenig an das Bett hier gewöhnen, die Matratze ist doch recht weich, jedenfalls werde ich mitten in der Nacht wach und kann auch so schnell nicht wieder einschlafen. :fie:
      Also setze ich mich ein wenig auf meinen Balkon und sehe, dass in Albufeira doch noch viele Lichter brennen, aber vermutlich nur die Straßenbeleuchtungen, wie hier bei uns auch.



      Wieder zurück im Zimmer teste ich die Matratze des zweiten Bettes und tatsächlich, die ist um einiges härter. Also lege ich mich jetzt ins zweite Bett und schlafe dort auch recht schnell ein. :sleeping:
      Ich werde daher auch relativ spät wach, aber allemal noch ausreichend um in aller Ruhe das gute und reichliche Frühstücksbuffet genießen zu können.

      Da ich aber insgesamt ein wenig „verschlafen“ bin, ändere ich meinen Plan am Vormittag nach Portimão zu fahren auf den Nachmittag. Erst mal ein wenig faulenzen am Pool und den „lieben Gott einen guten Mann sein lassen“.

      So ist es dann kurz vor Mittag, als ich auf mein Zimmer gehen will, um die lässigen Badeklamotten (mit Badelatschen) gegen normale Kleidung auszutauschen und mir in der Umgebung des Hotels ein Restaurant zu suchen.
      Um zu den Zimmern zu gelangen muss ich an der großen Bar innen vorbei, einige Stufen einen kleinen Treppe hinauf, die mit Natursteinen belegt ist, zu den Aufzügen und Treppen in die einzelnen Etagen.

      Gerade als ich die Treppen hoch steige kommt eine junge Frau herunter, eine ausgesprochen hübsche und attraktive junge Frau, und geht an mir vorbei. Ganz gegen meine sonstigen Gewohnheiten :whistle3: drehe ich mich um und schaue der jungen Frau nach, während ich aber weiter die Treppe hinaufsteige. Dadurch bleibe ich mit der Spitze der Badelatsche des linken Fußes an der Kante der Natursteintreppe hängen, rutsche mit den Zehen an der Kante ab und komme ins Stolpern.
      Ich kann mich zwar gerade noch abfangen, aber an der Unterseite des großen Zehs des linken Fußes, zwischen Zeh und Fußballen, reiße ich mir an der scharfen Steinkante ein gut zwei Zentimeter durchmessendes Stück Haut weg, bzw. es hängt nur noch mit etwa einem Millimeter am Rest des Fußes.
      Autsch, das tut richtig weh und blutet auch sofort. Zum Glück haben meine Badelatschen ein vertieftes Fußbett und sind an der Seite daher etwas höher. So kann sich das Blut darin sammeln, bis ich auf mein Zimmer gehumpelt bin, ohne sich im Aufzug und im Flur zu verteilen.

      Zuerst halte ich jetzt den Fuß in der Dusche solange unter kaltes Wasser, bis die Blutung ein wenig nachlässt. Den Hautfetzen schneide ich ganz ab und versorge die Wunde mit dem Rest einer Wundsalbe und Verband, die ich noch in meiner kleinen Reiseapotheke habe. Am meisten ärgere ich mich aber über meine eigene Dummheit. :dash: :dash: :dash: Ein schmerzhafter Preis für den allerdings, zugegebener Maßen, sehr hübschen Anblick. :pardon:

      Mit Umherlaufen ist aber erst mal nichts mehr, da ich im Moment nur unter starken Schmerzen auftreten kann. Also Planänderung, Portimão wird wohl über Nacht keinem Erdbeben zum Opfer fallen und kann Morgen auch noch besichtigt werden.



      Gut, dass mich ich gestern im Supermarkt mit Essbarem versorgt habe. Es ist früher Nachmittag und ich setze mich auf meinen Balkon, um den inzwischen aufkeimenden Hunger zu befriedigen. Schnell merke ich jetzt, dass ich den Balkon wohl nicht für mich alleine habe. :nono:
      Mit höflicher Ignoranz wartet die Möwe, die ich Jonathan taufe, bis ich ihr einen Brotbrocken zuwerfe, um sich dann schnell umzudrehen, den Brocken zu schnappen und dann wieder die Gleichgültigkeitsmiene aufzusetzen.

      So verbringe ich einen großen Teil des Nachmittags in „netter“ Gesellschaft. Zwischendurch gönne ich mir noch einen sehr erholsamen Nachmittagsschlaf. Den Verband muss ich allerdings noch zweimal wechseln, bevor dann schon ein Pflaster reicht. Bis morgen früh reichen meine Vorräte an Salbe und Verband, bzw. Pflaster sicher noch, dann benötige ich aber Nachschub. :pleasantry_1:

      Da ich am Nachmittag, mit Jonathan, gut und reichlich gespeist habe, verzichte ich auf ein Abendessen und mache es mir bis hinein in die Dunkelheit auf meinem Balkon gemütlich. Jonathan kommt an diesem Tag nicht mehr wieder und ich denke schon, die Möwe hat wohl nur die Gelegenheit genutzt und kommt nicht mehr wieder.


      Wird fortgesetzt …..
      Gruß Jobo,

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      Aua! Da hab ich richtig mitgelitten... ich verstehe ja, wenn man die Schönheiten der Natur genießt, aber doch bitte nicht so! Da möchte ich im Nachhinein gute Besserung wünschen und hoffe, dass es dem Fuß bald besser ging!
      <3 nach der Reise ist vor der Reise <3
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      Dienstag 15.April 2008 – Hotel und Strand


      Ich hatte ja gestern gewisse Bedenken, dass sich der Zimmerservice über die beiden benutzten Betten wundern würde, schließlich lagen diverse Sachen von mir nur auf der einen Seite des Bettes, während ich meinen Schlafanzug auf die andere Seite, also die mit der festeren Matratze gelegt hatte. Doch schon gestern Nachmittag konnte ich spüren, dass man den Wink verstanden und die Matratzen auf den Seiten getauscht hatte. :good3:

      Ich habe daher sehr gut geschlafen, bin allerdings recht früh wach, da ich ja gestern auch schon früh im Bett war. Der Sonnenaufgang kündigt sich gerade hinter Albufeira an.



      Zur Sicherheit, um keine Blutflecken im Bett zu hinterlassen, hatte ich mir um das Pflaster noch zusätzlich meinen letzten verfügbaren Verband gewickelt. Eine Maßnahme, die sich doch als gut erwiesen hat, nur mit dem Pflaster hätte es die Nacht durch nicht gereicht.

      Insgesamt schmerzt der Fuß zwar immer noch, aber es ist auszuhalten. Nach dem Frühstück humpele ich daher hoch zum Supermarkt, in dem ich gestern auch eine „medizinische“ Ecke gesehen habe. Hier kaufe ich mir eine Tube Wundsalbe, Verbandszeug und Pflaster, auch wasserdichtes Pflaster.

      Schon auf dem Rückweg zum Hotel merke ich, dass an eine Fahrt mit anschließendem Stadtrundgang in Portimão heute noch nicht nicht zu denken ist. Kein Problem, ziehe ich halt den Ruhetag vor, wer weiß wie voll es nächste Woche hier im Hotel und am Strand ist. Zur Zeit ist das Hotel noch recht leer.
      So mache ich es mir später unten an den Tischen der Poolbar bequem und lese in meinen Reiseführern etwas über den Algarve.

      Die Besiedlung des Südens Portugals fand wohl erstmals ab 2200 v. Chr. Durch die Iberer aus dem nordafrikanischen Raum statt. Ab 1000 v. Chr. Landeten Phönizische Händler hier und gründeten Handelsniederlassungen. Die Kelten aus dem Norden kamen dann ab 700 v. Chr. Und 200 Jahre später die Griechen, bevor 218 v. Chr. Die Römer hier einfielen.
      Ab dem Jahr 711 erobern die Mauren weite Teile der iberischen Halbinsel und werden erst im 11. und 12.Jahrhundert wieder von den Christen vertrieben.

      Doch die Mauren haben einen bleibenden Eindruck und viele kulturelle Einflüsse hier gelassen. So stammt auch der Name Algarve vom Arabischen Al-Gharb (der Westen) ab. Noch heute finden sich hier viele Orte, die mit dem Arabischen Artikel Al beginnen, Alezur, Alvor, Albufeira, Alte, Alcoutim, um nur einige zu nennen. Aus dem Arabischen Al-Gharb wurde dann das Portugiesische maskuline „O Algarve“, was übersetzt „der Algarve“ bedeutet und nicht, wie mittlerweile oft verwendet „die Algarve“.

      Der Algarve wird grob unterteilt in die Westküste (die wilde Atlantikküste von Odeceixe bis hinunter zum Cabo de São Vicente), den Barlavento (Felsalgarve - die Südküste vom Cabo bis etwa Albufeira/Faro) und den Sotanvento (Sandalgarve - von Faro bis zur spanischen Grenze). Die Ost-West-Ausdehnung beträgt rund 135 km, die Nord-Süd-Ausdehnung zwischen 27 und 50 km. Die Küstenlinie beträgt über 200 km. :search:

      Am Algarve leben über 380.000 Menschen (Stand 2008 – Stand 2013 über 450.000). Die größten Städte sind Faro und Portimão mit rund 50.000, bzw. 45.000 Einwohnern (letzter bekannter Stand).



      Bis zum Mittag sitze ich hier im Schatten und gönne mir auch das eine oder andere Sagres, Portugals bekanntestes Bier :beer: . Die Stadt Sagres war übrigens nur der Namensgeber für das Bier, das im Süden Lissabons gebraut wird. Ich habe am Morgen auf dem Weg zum Supermarkt ein nettes Restaurant gesehen und mir für den Abend vorgemerkt. Daher gibt es jetzt nur einen kleinen Snack an der Poolbar.



      Anschließend ein gemütliches Verdauungsnickerchen im Zimmer. Mein Fuß fühlt sich inzwischen auch besser an und ich werde wieder mutiger. Ich klebe eines der wasserdichten Pflaster drauf und begebe mich hinunter zum Strand. Nur wenige andere Personen sind hier und das Meer kommt in großen, ansehnlichen Wellen herein. Das muss ich einfach versuchen.

      Doch nach den ersten zwei Schritten ins Wasser weiß ich, warum außer mir hier keiner badet . Das Wasser ist eiskalt. Doch da ich von der Terrasse der Strandbar beobachtet werde, will ich mir jetzt keine Blöße geben. Also nicht gezögert und mit Schwung ins Wasser. Nach einer Weile lässt das Zittern nach und es lässt sich sogar aushalten.

      Danach schnell raus zum Abtrocknen. Das Pflaster hat gehalten und nach rund 20 Minuten im Halbschatten habe ich mich wieder ausreichend aufgewärmt.

      Nachdem ich dann die Badesachen in mein Hotelzimmer gebracht habe, mache ich mich auf den Weg zum Restaurant. Da ich Zeit genug habe, gehe ich recht langsam, was schon ganz gut geht. Im O Grelhador finde ich im Innenhof einen schönen Platz im Freien und bekomme auch leckeres Essen. :ok:

      Auch der Rückweg macht mir keine Probleme. Daher plane ich für Morgen nun eine kleine Rundfahrt und den Besuch von Portimão.


      Wird fortgesetzt …
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      Mittwoch 16.April 2008 – Portimão, Serra de Monchique, Silves



      Nach einer ruhigen und angenehmen Nacht wache ich früh am Morgen auf. Die Schmerzen im Fuß sind kaum noch wahrnehmbar, nur ab und zu wird er mich in den nächsten Tagen noch zwicken, aber das lässt sich problemlos aushalten.
      Beim Frühstück bin ich klar der erste Gast im Hotel-Frühstücksraum. Anschließend packe ich meine Fotoausrüstung und gehe zu meinem Mietwagen.



      Hier fällt mir auf, dass der Reifen hinten links wenig Luft hat. Ich bin mir nicht sicher, ob dies schon beim Empfang des Fahrzeuges so war. Also halte ich an der nächsten Tankstelle kurz an und überprüfe alle vier Räder, aber nur hinten links fehlt wirklich etwas. :pardon:
      Dann fahre ich die wenigen Kilometer bis Portimão und parke direkt an der Straße, die an der langen Uferpromenade liegt. Es ist etwas bewölkt heute, was aber nicht weiter stört.



      Zuerst spaziere ich die Uferpromenade in nördlicher Richtung entlang. Die Snack-Bars entlang der Uferpromenade öffnen gerade erst und am Ufer werden die Boote für die Tagesausflüge entlang der Küste vorbereitet. Dabei fällt mir eine Art großes Kajak auf, mit dem man den Rio Arade bis Silves und zurück fahren kann.
      Kurz vor der Ponte Velha steht das Lota Velha de Portimão, ein 1916 erbautes Gebäude, das einst die Fischauktion beherbergte. Leider ist es in einem erbärmlichen Zustand (2018 hat man wohl endlich 1,4 Millionen Euro bewilligt, um das Gebäude zu sanieren). :fie:



      Die Uferpromenade reicht noch ein Stück hinter der Ponte Velha bis kurz vor die alte Eisenbahnbrücke. Gegenüber der Straße stehen einige alte, stillgelegte Fabrikschornsteine, die nun großzügig von Störchen als ideale Basis für ihre großen Nester genutzt werden :mosking: . Ich drehe hier um und wende mich nun, zurück über die Promenade, in südlicher Richtung.



      Die Promenade zieht sich hier am Rio Arade entlang und nachdem ich schon eine Weile über die gepflegte Promenade laufe, sehe ich vorne das Ausflugs-Segelschiff, welches ich an meinem Ankunftstag am Hotel vorbeifahren gesehen habe. Leider steht auf dem Schiff kein Name, aber ich vermute ohnehin, dass es sich um eine Replika und nicht um ein Original handelt. Auch hier laufen schon die Vorbereitungen für die nächste Touristenfahrt.



      Portimão wurde als Phönizischer Handelsplatz gegründet, aber auch die Römer nutzen später die geschützte Lage des Hafens in der Flussmündung. Am Ende der Promenade befindet sich das weiträumig abgesperrte Kreuzfahrtterminal von Portimão.
      Da ich gerne bis ganz vorne zur Küste laufen möchte, wechsle ich schon vor dem Terminal auf die Estrada da Rocha, die mich dann zum Praia da Rocha, dem Strand von Portimão führt. Der lange gepflegte Sandstrand ist hier parzellenartig aufgeteilt mit Duschen, Umkleidekabinen und Snackbars. Sicherlich ein schöner Strand, aber in der Hochsaison möchte ich hier nicht sein. :nono:



      Nachdem ich den langen Weg zurück zum Auto geschafft habe, die Promenade zieht sich doch recht lange hin, fahre ich von Portimão ins Hinterland. Mein Ziel ist die Serra de Monchique, eine Hügelkette, die den Algarve im Nordwesten begrenzt. Zuerst führt die Straße noch durch relativ flaches Land mit vielen Korkeichen rechts und links der Straße, aber kurz vor Monchique steigt die Straße dann an.



      Mein Ziel ist hier der Fóia, mit 902 Meter der höchste Punkt des Algarve. Dazu muss ich am Ortsanfang von Monchique links abbiegen und danach geht es kurvenreich über Nebenstraßen bis hinauf auf den Fóia. Ich fahre bis zum Miradouro da Fóia, einem Aussichtsplatz neben einer großen Antennenanlage. Von hier reicht der Blick bis hinunter zur Küste.
      Auf dem Weg zurück halte ich kurz vor Monchique am Restaurant O Fernando an. Hier fallen mir kleine, sehr dunkle Schweine auf, die im Garten neben dem Restaurant herumlaufen. Im Restaurant gibt es auch keine Karte, sondern nur ein Tagesgericht – Schweinefleisch.
      Ich bekomme ein herzhaftes Gericht mit Kartoffeln, Gemüse und sehr dunklem und festem Schweinefleisch. Es ist das beste Schweinefleisch, was ich bis heute gegessen habe. Da merkt man halt doch, dass es nicht von irgendwelchen Mastschweinen stammt. :thumbsup:



      Nach dem leckeren Essen fahre ich noch ein kurzes Stück weiter und halte an den Korkeichenwälder, die mir schon bei der Herfahrt aufgefallen sind, südlich von Monchique an. Portugal ist der weltgrößte Korkproduzent und -lieferant. Gut 51 % aller Korkprodukte stammen aus Portugal. Bevor man die Rinde der Korkeiche das erste Mal schälen kann, muss der Baum rund 20 bis 25 Jahre wachsen, wobei die ersten Ernten eigentlich unbrauchbar sind. Erst nach weiteren rund 30 Jahren hat der Kork die Qualität, die die Industrie benötigt. Nach jeder Ernte dauert es rund neun Jahre, bis erneut geerntet werden kann. Maximal 20 Mal kann der Baum geschält werden, danach ist sein Kork unbrauchbar.
      Durch Fehler in der Vergangenheit, Pflanzung von Eukalyptus der dem Boden viel Wasser entzieht, und die häufigen Brände ist der Bestand der Korkeichen in Portugal stark bedroht. ;(



      Als ich weiterfahre, lockert die Bewölkung langsam auf und ich mache noch einen Abstecher nach Silves. In der Nähe des Largo dos Mártires da Pátria parke ich das Auto und spaziere dann die Rua Samora Barros entlang. Über die Travessa da Mesquita gelange ich in die Rua 5 de Outubro, die mich zum Câmara Municipal de Silves, dem Rathaus von Silves führt.



      Auf dem Rathausplatz, dem Praça do Municipio, steht zwischen einen großen Brunnen und dem Torreão das Portas da Cidade, ein ehemaliger Wachturm, der Pelourinho de Silves, der Pranger von Silves, ein Schandpfahl aus dem 16.Jahrhundert. 8|
      Im Hintergrund kann ich die Kathedrale Sé von Silves, und links davon die im 16.Jahrhunderts erbaute Igreja da Misericórdia de Silves sehen.



      Überall auf dem Rathausplatz blühen hier die Bäume und an der Seite stehen auch Orangenbäume. Ich mache mich wieder auf den Rückweg zu meinem Auto. Für heute habe ich meinen Fuß genug belastet, es ging doch besser als ich zuerst dachte. Ich fahre die kurze Strecke bis zum Hotel, es ist inzwischen schon später Nachmittag, und möchte den Rest des Tages gemütlich auf meinem Balkon verbringen. Da sich der Himmel wieder mehr bewölkt hat, habe ich keine Lust mehr zum Baden.



      Auf meinem Balkon werde ich schon erwartet und ernte vorwurfsvolle Blicke ob meiner späten Rückkehr. :grumble: So nehme ich dann später, zusammen mit Jonathan, eine kleine Abendbrotzeit ein und lasse den Tag hier ruhig ausklingen, während ich schon Pläne für den nächsten Tag schmiede.


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      Donnerstag 17.April 2008 – Westküste, Cabo de São Vicente, Sagres, Ponta da Piedade, Lagos


      Erneut habe ich sehr gut geschlafen, diesmal auch recht lange. Da das Hotel aber immer noch nur spärlich ausgelastet ist, muss ich nicht befürchten keinen Platz mehr im Frühstücksraum zu bekommen. Auch ist das Buffet noch gut gefüllt und ich vermisse nichts. So gut gestärkt schnappe ich mir meine Fotoausrüstung aus dem Zimmer und starte meine heutige Tour.



      Zuerst nehme ich die Autobahn bis zu deren westlichem Ende bei Bensafrim und fahre dann auf der N120 nordwärts. Die Straße führt hier über die Serra do Espinhaço do Cão, einem kleinen Höhenzug ganz im Westen. Auf der Höhe biegt links eine Nebenstraße nach Westen ab und nach etwa fünf Kilometer erreiche ich die N268, die ich nun wieder südwärts fahre.



      Erst bei Bordeira gelangt man auf dieser Straße wieder in Küstennähe. Im kleinen Ort Carrapateira biege ich auf die Rua da Padaria ab und halte hier zu einem Stopp an. Direkt über der Straße steht eine alte Windmühle und nur wenige Meter weiter kann man bis hinunter zum Praia da Bordeira blicken :search: . Die Strände an der Westküste sind meist selbst in der Hochsaison nicht überlaufen, allerdings hat der Atlantik hier eine sehr starke Strömung und man sollte keinesfalls zu weit hinaus schwimmen.



      Von Carrapateira aus bleibe ich auf der Nebenstraße die mich direkt an die Küste führt. Entlang der Küste führt der Weg nun in südlicher Richtung. Dann passiert man das Restaurante Sítio do Forno und wenige Meter danach kann man zu einem Aussichtsplatz auf einer Klippe fahren. Von hier lässt sich die felsige Küste in beiden Richtungen gut überblicken.



      Ich fahre die Straße weiter und sie biegt bald wieder ab, um dann kurz unterhalb Carrapateira wieder in die N268 zu münden. Ich folge der N268 bis kurz hinter Vila do Bispo. Hier führt die N268 weiter nach Sagres, aber ich biege auf eine Nebenstraße ab, die mich ziemlich geradeaus zum Cabo de São Vicente führt. Wie die Ecke von oben aussieht, kann man sehr schön in meinem Bericht von der Kapverden-Reise sehen. :pleasantry:



      Etwa zehn Kilometer zieht sich die Straße hin, dann liegt der Leuchtturm des Cabo de São Vicente vor mir. Relativ wenige Besucher sehe ich hier, in der Hochsaison zieht sich die Kette der parkenden Fahrzeuge auch gerne mehrere Kilometer in die Länge. :fie:
      Das Cabo de São Vicente stellt den südwestlichsten Festlandpunkt Europas dar. Wo heute der 22 m hohe Leuchtturm gut 60 m über dem Meer steht, befand sich einst ein Kloster mit Befestigungsanlage. Die Flotte des Sir Francis Drake zerstörte das Kloster und große Teile der Befestigung im Jahr 1587. Die heutige Anlage geht auf das Jahr 1846 zurück.
      Als ich zum Auto zurückgehe werfe ich natürlich noch einen Blick auf den berühmten Imbisswagen „letzte Bratwurst vor Amerika“. :mosking:



      Noch in Sichtweite des Cabo de São Vicente stoppe ich noch einmal an der Fortaleza do Beliche. Eine kleine Festungsanlage, deren Ursprung bis heute nicht bekannt ist. Sicher ist nur, dass auch diese Anlage einst von Sir Francis Drake zerstört und erst 1632 wieder aufgebaut wurde. In der Anlage gibt es ein Restaurant und einige Hotelzimmer. Da das gesamte Bauwerk jedoch stark absturzgefährdet ist, ist der Betrieb schon seit Jahren eingestellt (auch heutzutage noch). ;(



      Das Stichwort Restaurant erinnert mich daran, dass es langsam Zeit wird mich nach einem solchen fürs Mittagessen umzuschauen. Ich fahre also weiter auf der Küstenstraße bis Sagres. Sagres, der als Startpunkt für viele Seefahrer und Entdecker so berühmte Ort, ist eigentlich kein wirklich zusammenhängender Ort. Seine rund 2.000 Einwohner verteilen sich großflächig auf mehrere kleine Siedlungen.
      Die Straße führt mich geradewegs zum Porto de Pesca da Baleeira, dem kleinen Hafen von Sagres. Hier finde ich das, auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisierte, Restaurante A Tasca mit seiner großen Terrasse mit Blick auf den Hafen. Ich gönne mir ein leckeres Oktopus-Gericht. :good3:



      Erst später sehe ich diese herrlichen Riesengarnelen am Spieß. Die hätten mir sicherlich auch geschmeckt, sind allerdings auch eine wirklich große Portion.
      Nach dem Essen spaziere ich noch eine Weile auf den Molen und am Hafen herum, um mein Essen ein wenig zu verdauen, bevor ich weiterfahre.



      Zuerst fahre ich wieder zurück um auf die, zwei Kilometer südlich von Sagres, Ponta de Sagres zu gelangen, eine weit ins Meer ragende Halbinsel. Auf ihr befindet sich das Fortaleza de Sagres, eine große Festungsanlage in der sich im Seefahrerzeitalter während des 15. und 16.Jahrhunderts wohl ein Wissenschaftszentrum befunden haben soll. Das Fort in seiner heutigen Form stammt aus dem Jahr 1793.



      Von der Ponta de Sagres führt die N268 wieder zurück nach Vila do Bispo. Hier wechsle ich auf die N125, auf der ich nach 22 Kilometer den Ortsrand von Lagos erreiche. Mein Ziel ist aber noch nicht die Stadt selbst, sondern die Landzunge, die rund zwei Kilometer südlich von Lagos ins Meer ragt, die Ponta da Piedade. ;)



      Die Ponta da Piedade gilt als die wohl schönste Felsformation der gesamten Algarveküste und ist auch ein beliebtes Ausflugsziel. Die bizarren Felsformationen, Felsnase, -zacken, -bögen und -höhlen, haben von den Einheimischen längst alle spezielle Namen, wie „Küche“ oder „Damenschuh“ und ähnliches bekommen. Sehr beliebt sind auch Bootstouren zu diesen Formationen, die die eigentlichen Attraktionen der Stadt Lagos sind.



      Von hier aus fahre ich in Richtung Lagos und stehe bald vor der großen Stadtmauer, die schon in der Urform von den Mauren im 8.Jahrhundert errichtet wurde. Die heutige Mauer, die fast die gesamte Innenstadt umgibt, stammt aus dem 16.Jahrhundert.
      Ich parke an der Ecke Rua da Gafaria und Rua José Afonso und schaue mir die Mauer von nahem an. Heute befindet sich an der Ecke ein Skatepark und der Parkplatz, auf dem ich geparkt habe, wurde inzwischen in ein Parkhaus umgewandelt, auf dessen Dach sich eine Minigolfanlage befindet. :laugh1:



      Irgendwie komme ich dann auf die geniale Idee, durch die Innenstadt zum Hafen zu fahren. Kaum habe ich die dicke Stadtmauer passiert, werden die Straßen schnell zu Gasen und in der Folge zu sehr engen Gassen. Das war sicherlich nicht eine meiner besseren Ideen :nono: . Nur mühsam schleiche ich vorsichtig durch die extrem engen Gassen und schaffe es dann doch tatsächlich irgendwelche Kratzer am Auto zu vermeiden, einmal muss ich sogar die Außenspiegel einklappen, um heil an der Uferpromenade anzukommen.



      Trotzdem umrunde ich den Mietwagen, nachdem ich am Ufer geparkt habe, noch einmal und inspiziere ihn genau. :search: Danach gönne ich mir noch einen erholsamen Bummel auf der schönen Uferpromenade. Gegenüber befinden sich zwei große Hafenbecken mit vielen Segel- und Motorbooten. Eine Klappbrücke dazwischen ermöglicht es auch Segelbooten mit hohen Masten in das hintere Becken zu gelangen.

      Von Lagos, dass ich mir definitiv noch einmal genauer ansehen werde, bis zu meinem Hotel ist es nicht mehr sehr weit. Den Abend beende ich bei einem kleinen Snack am Pool, ich hatte ja am Mittag gut gegessen, und danach auf meinem Balkon, den ich heute sogar für mich alleine habe.


      Wird fortgesetzt …...
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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      Ich bin es inzwischen von portugiesischen Innenstädten durchaus gewonnt, dass es eng zugeht, aber in Lagos war es extrem. Ich musste einige Male, als ich den direkten Weg zum Ufer wählen wollte, geradeaus durch den Ort weiterfahren, weil die Gasse die direkt zum Ufer führte für den Ford Focus definitiv zu schmal war. Mit einem Fiat Panda hätte ich es vielleicht geschafft. :whistling:
      Gruß Jobo,

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      Freitag 18.April 2008 – Ruhetag


      Fast hätte ich heute verschlafen, so spät werde ich erst wach. Auf den letzten Drücker schaffe ich es noch zum Frühstück, bevor hier abgeräumt wird. So richtige Lust heute eine Tour zu machen verspüre ich auch nicht, also entscheide ich mich den Tag mit Entspannen zu verbringen.



      Vormittags unten am Pool lesen und ab und zu mal ins Wasser springen, am Mittag in Gesellschaft von Jonathan auf dem Balkon eine kleine Brotzeit und am Nachmittag ein wenig unten an den Strand. Der kurze Test mit den Füßen ergibt keine wesentliche Erwärmung des Meeres in den letzten zwei Tagen, daher verzichte ich auf ein Bad in den Wellen und nutze lieber wieder den Pool.

      Schließlich den Tag im Restaurante O Grelhador bei einem leckeren Essen ausklingen lassen. :hut:


      Samstag 19.April 2008 – Silves

      Heute bin ich wieder pünktlicher zum Frühstück. Ich hatte gestern noch einiges über Silves gelesen, der kleinen Stadt die ich ja auf meinem Rückweg von der Serra de Monchique vor drei Tagen noch kurz besucht hatte, daher möchte ich diese Stadt noch einmal besuchen. Auch die große Kathedrale und die Festung daneben haben mich neugierig gemacht.



      Von Armação de Pêra bis Silves ist es nicht weit und ich parke diesmal unten am Fluss in der Nähe der Ponte Romana de Silves, einer Brücke aus dem Mittelalter, die an der Stelle errichtet wurde, an der einst die Römer einen Übergang geschaffen hatten.
      Es hat hier kurz zuvor noch geregnet, was man aber nur noch an der Straße erkennen kann. Hoch über der Stadt ist die Kathedrale Sé und die Festung schon zu sehen.



      Vom Ufer aus benutze ich die Rua Mousinho de Albuquerque um wieder in die Rua 5 de Outubro zu gelangen. Ein Blick zurück in die Rua José Estevão zeigt mir, dass hier Freitag Vormittag auch ein Markt stattfindet. :search:
      Auf den Mauern des Torreão das Portas da Cidade haben sich die Störche schon häuslich eingerichtet.
      Silves hat heute rund 11.000 Einwohner, das war aber nicht immer so. Die Phönizier hatten Silves einst im 4.Jahrhundert v. Chr. als Handelsplatz gegründet, aber wahrscheinlich reicht der Ursprung der Stadt noch viel weiter zurück.



      Vorbei am Rathausplatz spaziere ich hinauf auf den Largo do Hospital, von dem man eine schöne Aussicht hat.
      Silves wurde im 8.Jahrhundert von den Arabern übernommen und erhielt den Namen Xelb (auch Chelb) und wurde bald die Hauptstadt der Region. Über 30.000 Einwohner (wahrscheinlich sogar fast 40.000) hatte die Stadt damals und war damit bedeutender und reicher als Lissabon. :rolleyes:
      Unter den Mauren erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Gut 20 Moscheen hatte die Stadt damals und die Mauren erbauten eine Festung und eine massive Stadtbefestigung, die sogar den Angriff von Wikingern im Jahre 922 standhielt.



      Vom Largo do Hospital führt die Rua da Misericórdia zu der gleichnamigen, eher unscheinbaren Kirche, die direkt vor der großen Sé, der Catedral de Silves steht. Die Kathedrale, die den Largo José Correiro Lobo fast vollständig einnimmt, wurde in der zweiten Hälfte des 13.Jahrhunderts auf den Mauern einer zerstörten Moschee errichtet.



      Im Jahr 1189 eroberte der portugiesische König Sancho I., mit einem Heer von Kreuzrittern (darunter auch Friedrich Barbarossa und Richard Löwenherz), die Stadt von den Mauren zurück. Dies gelang jedoch nur mit einem Verrat. Man hatte den Mauren freien Abzug versprochen, sie jedoch dann niedergemetzelt (rund 6.000 Opfer gab es damals) und ihre Bauwerke in der Stadt zerstört.



      Eine Statue von Sancho I. steht am Eingang zum Castelo de Silves, welches ebenfalls auf den Mauern der maurischen Festung, die der Zerstörungswut der Kreuzritter anheim fiel, erbaut wurde.
      Nur zwei Jahre später eroberten die Mauren die Stadt wieder zurück, und verloren sie endgültig 1242 an die Portugiesischen Santiagoritter unter Dom Pelayo Pérez Correia.
      In der Folge wurde die Stadt sogar Bischofssitz , doch durch die ständig voranschreitende Versandung des Rio Arade, der dadurch als Handelsweg wegfiel, verlor die Stadt massiv an Bedeutung.
      In der Festung kann man auf der großen Festungsmauer einmal um die ganze Anlage laufen.



      Auf dem im Norden liegenden Hügel gegenüber der Stadt kann ich eine alte Windmühle erkennen. Genutzt werden sie hier nicht mehr, aber sie sind ein gern genommenes Ziel für Wanderer.
      Im Innern hat man bei Ausgrabungen auch Reste der Mauern aus der Zeit der Mauren freigelegt. Direkt unterhalb der südlichen Mauer blickt man auf die Fábrica do Inglés, eine stillgelegte Korkfabrik, die heute ein einziges Freizeitzentrum mit vielen Cafés und Restaurants ist. :dance3:



      Die Stadt verlor in den Jahrhunderten nach den Mauren so stark an Bedeutung, dass sie im Jahr 1577 nur noch ein Dorf mit 150 Einwohnern war :fie: . Erst die aufstrebende Korkindustrie im 19.Jahrhundert ließ sie wieder zu einer Stadt werden.
      Die Korkfabrik sorgte damals für Arbeit und Wohlstand. 1995 musste dann die Fabrik, die seit 1894 bestand, geschlossen werden. Der Name der Fabrik geht auf die ursprünglichen englischen Besitzer zurück.
      Ich verlasse das Kastell wieder und wandere hinunter zur Sé de Santa Maria, die aber leider heute verschlossen ist.



      Schade, ich hätte mir die Kirche gerne von innen angeschaut, da sie laut Reiseführer sehr interessant sein soll.
      Schräg unterhalb der Sé befindet sich noch eine kleine Aussichtsplattform. Von dieser Plattform führen schmale Fußgängerwege und Treppen hinunter auf die Rua do Mirante, die dann in die Rua Cândido dos Reis mündet. Von hier aus schlängle ich mich durch die Gassen wieder bis zum Flussufer.



      Bei einem Blick zurück kann ich erneut sehen, dass die hiesigen Störche nur zu gerne alte, hohe Schornsteine für den Nestbau bevorzugen.
      Der Rio Arade hat jetzt erheblich mehr Wasser, als bei meiner Ankunft am Morgen. Da muss es wohl im Norden erheblich stärker geregnet haben, jedenfalls schwimmt das Boot, das am Morgen noch auf Grund lag, jetzt im Fluss.



      Ich mache mich jetzt auf den Rückweg nach Armação de Pêra und werde dort auf dem Balkon schon erwartet. Jonathan wirkt dann ein wenig beleidigt, als ich, statt meine Brotzeit auszupacken, mich nur kurz frisch mache und dann ins O Grelhador zum Abendessen gehe.
      Heute erfreue ich mich an leckeren gegrillten Garnelen und dazu Weißwein . Es ist schon dunkel, als ich dann wieder zurück im Hotel auf meinem Zimmer bin.


      Wird fortgesetzt …...
      Gruß Jobo,

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      @Jobo
      durch diesen Reisebericht werde ich ganz weit zurück in meine Vergangenheit katapultiert, genauer gesagt in das Jahr 1975. GöGa und ich waren mit einem befreundeten Paar ein Jahr nach der Nelkenrevolution mit dem Auto in Portugal unterwegs, Albufeira war noch kein Touristenort, wir haben in Lagos in der Markthalle gemeinsam mit einem jungen Portugiesen Sardinen gekauft, sie unterwegs an einem Brunnen gesäubert und gesalzen und sie in der Serra de Monchique an einer der öffentlichen Grillplätze gegrillt und sie mit einer portugiesischen Großfamilie verspeist. Es gab auch Oktupussalat (in der Tinte) und viele, viele andere hausgemachte Leckereien.
      Nun bin ich auf die weiteren Schilderungen der Veränderungen gespannt und reise weiter in die Vergangenheit.
      aus Leipzig grüßt BBe49
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      Da musste ich jetzt erst mal überlegen, was ich 1975 gemacht habe. Da war gerade meine Lehre zu Ende und ich im ersten Gesellenjahr. ^^
      Urlaub habe ich damals nicht gemacht, ich hatte mir gerade nach bestandenem Führerschein Ende 1974 mein erstes Mototrrad, eine Honda CB 250 zugelegt und war damit und den Kumpels immer am Wochenende unterwegs. :D
      Gruß Jobo,

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      Sonntag 20.April 2008 – Faro, Olhão


      Bisher gingen meine Touren ja immer entweder nach Westen, oder ins Hinterland. Für den heutigen Tag steht daher der Osten auf dem Plan, genauer gesagt Faro, seit 1756 Hauptstadt des Algarve. Also ein Jahr nach dem großen Erdbeben, das Epizentrum lag wahrscheinlich rund 210 km südwestlich der Iberischen Halbinsel, mit anschließenden Tsunami, dass neben der Region Lissabon und dem Targus-Tal auch massiv den Algarve getroffen hatte. :fie:
      Die meisten Touristen kennen Faro nur als Tor zum Algarve, bei der Ein- oder Ausreise, aber Faro ist durchaus eine Besichtigung wert.
      Bevor ich allerdings nach Faro durchstarten kann, benötigt das linke Hinterrad meines Ford Focus erneut Luft.



      In Faro angekommen, steuere ich den großen Parkplatz auf dem Largo de São Francisco an. Der Platz wird auf der einen Seite von einem Teil der alten Stadtmauer aus dem 13.Jahrhundert begrenzt, die aber wahrscheinlich sogar römischen Ursprungs ist, und an den anderen Seiten vom Ufer und von einem ehemaligen Mönchskloster, in dem sich heute eine Schule für Hotellerie und Tourismus befindet.
      Gleich daneben steht die Igreja de São Francisco, die ursprünglich aus dem 17.Jahrhundert stammt, aber nach dem Erdbeben von 1755 teilweise neu aufgebaut werden musste.



      Gleich hinter der Stadtmauer beginnt das Centro Histórico, die historische Altstadt Cidade Velha mit ihren kleinen, verwinkelten Gassen. Auch Faro geht auf die Phönizier zurück, die hier einen Handelsplatz gründeten. Später ließen sich die Römer hier nieder und nannten den Ort Ossonoba. Der Name Faro stammt vermutlich aus der Zeit der Mauren, ab 714, die die Stadt Harum oder Harune nannten, woraus sich Faro abgeleitet haben soll. Allerdings könnte auch die Ähnlichkeit zum portugiesischen Farol (Leuchtturm) hier eine namensgebende Rolle gespielt haben. :hmm:



      Durch die Rua do Tren und die Rua Prof. Norberto da Silva erreiche ich den Praça do Alfonso III., dessen Statue auf der Mitte des Platzes steht. An der Südseite befindet sich ein ehemaliges Nonnenkloster, das Klarissenkloster Nossa Senhora da Assunção, in dem sich heute ein Archäologisches Museum befindet.
      Am Ende der Rua Domingos Guieiro kann man das Câmara Municipal de Faro, das Rathaus der Stadt, sehen. Hier beginnt auch der Largo da Sé, der große Platz vor der Kathedrale Sé.



      Die Westgoten, die die Römer hier 418 ablösten, nannten die Stadt dann Santa Maria de Ossonoba, aufgrund des damaligen Marienkultes. Sie errichteten hier eine gleichnamige Kirche an deren Stell die Mauren dann eine Moschee setzten, bevor die Portugiesen, nach der Rückeroberung durch Alfonso III., hier 1251 auf den Resten der Moschee die Kathedrale erbauten. :wacko1:
      Auf dem Glockenturm der Sé haben sich Störche häuslich nieder gelassen, was im Frühjahr hier nicht unüblich ist. Auf der Westseite des Platzes befindet sich der lange Paço Episcopal, der Bischofspalast. Nachdem Silves Ende des 16.Jahrhunderts zum Dorf verfallen war, wurde der Bischofssitz nach Faro verlegt.



      Ich verlasse den Platz wieder und spaziere durch die Rua Domingos Guieiro und die Rua Rasquinho zum Arco do Repouso, dem Torbogen der Ruhe, einem von drei großen Toren in der alten Stadtmauer. Zwischen den beiden Torbögen befindet sich auch eine, im 18.Jahrhundert eingebaute, Gebetskapelle. Hinter dem Tor, in der Rua José Maria Brandeiro, stehen auf beiden Seiten des Tores große Azulejos.
      Dort wo die Straße auf den Praça Dom Marcelino Franco trifft, steht der Palacete Belmarço, ein 1912 erbautes Stadtpalais, auf dessen Turm ebenfalls die Störche brüten. Vom Praça aus folge ich der Rua Manuel Belmarço in die Rua 1° de Dezembro.



      Vorbei an der Rua de Santo António erreiche ich einige Querstraßen weiter den Largo de São Pedro mit der Igreja Matriz de São Pedro. Auf den Resten einer Einsiedelei wurde diese Kirche in der Mitte des 16.Jahrhunderts erbaut.
      Nahtlos schließt der Largo do Carmo an den Largo de São Pedro an. Hier steht die wuchtige Igreja do Carmo. Der 1719 gebauten Barockkirche ist eine Knochenkapelle angegliedert. Die Capela dos Ossos besteht im Innern aus Knochen und Schädeln von Toten. Die schaurig, makabere Kapelle ist weithin bekannt. Da in der Kirche gerade eine Messe stattfindet, verzichte ich auf eine Besichtigung.



      Nur wenige Meter westlich befindet sich der Convento de Santo António dos Capuchos, ein aus dem 17.Jahrhundert stammendes, ehemaliges Kapuzinerkloster.
      Faro hatte nicht nur unter den Erdbeben zu leiden, schon 1722 gab es hier ein schweres Erdbeben, sondern auch unter verschiedenen Eroberern. So plünderte 1596 Robert Devereux, der 2.Earl of Essex und ein Günstling von Königin Elizabeth I. die Stadt, obwohl man mit den Portugiesen verbündet war. Er war auf dem Weg Cádiz zu erobern. Im Jahr 1808 fielen Napoleonische Truppen hier ein, die aber noch im gleichen Jahr, nach der Befreiung Portugals, die Stadt wieder räumen mussten.



      Durch mehrere kleine Gassen gelange ich wieder zum Ufer, zur Doca de Faro, dem Bootshafen der Stadt. Faro hat keinen direkten Strand, sondern vorgelagerte Inseln und eine Art Wattenmeer. Zum Baden muss man mit Booten hinaus an die schönen Strände fahren, was vielleicht auch ein Grund für wenig Tourismus hier ist. :pleasantry_1:
      Hier am Hafen mit seiner schönen Promenade finden sich zahlreiche große Bankgebäude, so auch die Banco de Portugal in ihrem historischen Gebäude. Über den Praça Dom Francisco Gomes, am Ende steht dessen Denkmal, zieht sich der Jardim Manuel Bivar, ein kleiner Stadtpark. An der Ecke zur Rua da Misericórdia steht die gleichnamige Igreja, die aber zur Zeit leider komplett eingerüstet ist.



      Dann steht man vor einem der Wahrzeichen der Stadt, dem Stadttor Arco da Villa. Das ursprüngliche Tor wurde 1755 beim schweren Erdbeben weitestgehend zerstört. Der italienische Architekt Franscisco Xavier Fabri zeichnete verantwortlich für das heutige Tor mit dem Glockentoraufsatz. Die Figur in der Nische über dem Tor stellt den Stadtheiligen Thomas von Aquin dar. 1812 war der Bau vollendet, in dessen Durchgang sich noch ein Hufeisenbogen aus der maurischen Zeit befindet.



      Vom Arco da Vila geht es geradeaus weiter und ich stehe bald wieder auf dem Largo da Sé vor der Kathedrale, die im Laufe der Jahrhunderte die unterschiedlichsten Baustile bekam. Wie auf dem Arco, so fallen auch hier wieder die Storchennester auf. Ich habe seitdem nie wieder eine Stadt gesehen, die so viele Störche auf ihren Dächern beherbergte. Überall in der Stadt, die einst die letzte Bastion der Mauren war, bevor sie ganz aus Portugal vertrieben wurden, flatterte und klapperte es über den Dächern.
      Über die kleinen Gassen und durch das dritte Tor, das eher unscheinbare Porta Nova, erreiche ich das Ufer mit seinen vorgelagerten Inseln und gehe wieder zurück zu meinem Auto.



      Bis nach Olhão sind es gerade mal acht Kilometer. Hier parke ich direkt am Porto de Pesca, am Fischereihafen. Die Ursprünge von Olhão datieren im 14.Jahrhundert, aber die eigentliche Stadt ist erst im 18.Jahrhundert entstanden.
      Vorbei am Jachthafen schlendere ich die Uferpromenade entlang bis zum Mercado de Olhão mit seinen auffälligen Markthallen. Tagsüber ein riesiger Verkaufsbereich laden abends hier Cafés, Bars und Restaurants zum gemütlichen Nachtleben ein.



      Direkt vor dem Mercado de Olhão ist der Liegeplatz einer Replik des kleinen Fischerbootes O BOM SUCESSO, mit dem Fischer nach dem Aufstand und der erfolgreichen Vertreibung der napoleonischen Truppen nach Brasilien segelten, um ihrem geflüchteten König João VI. die gute Nachricht der Befreiung zu überbringen. Überall auf der Uferpromenade finden sich dazu auch große Azulejos. Daraufhin erteilte der König der Stadt den Titel „Olhão da Restauração“, Olhão der Wiederherstellung. :good3:
      Über die Uferstraße Avenida 5 de Outubro, Portugal rief am 5.Oktober 1910 die Republik aus, erstreckt sich der Praça Patrão Joaquim Lopes.



      Olhão hat über 20.000 Einwohner und lebt hauptsächlich vom Fischfang. Nach Portimão hat Olhão die größte Fangflotte und Fischindustrie des Algarve. Die Fischer hatten die Fangrechte vor der nordafrikanischen Küste und brachten von dort auch den kubischen Baustil mit, für den Olhão mit seinen vielen, durch Innen- und Außentreppen verbundenen Flachdächer, den Açoteias, bekannt ist. Dadurch unterscheidet sich Olhão wesentlich von allen anderen Algarvestädten.

      Durch die engen Gassen von Olhão spaziere ich wieder bis zum Fischereihafen zurück und fahre anschließend zurück ins Hotel.



      Zurück im Hotel faulenze ich noch ein wenig auf meinem Zimmer, bevor am Abend wieder das O Grelhador herhalten muss, wie immer äußerst lecker. :dance3:


      Wird fortgesetzt …..
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
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