Expedition Diskobucht - im Herzen Grönlands (10.07.2018 - 21.07.2018)

    • Grönland
    • 16.7.2018
      Heute sollte vormittags Camp Frieda besucht werden, das Eis hat eine Anlandung aber verhindert. Als Plan B gab es eine Anlandungsstelle weiter nordwestlich. Das hat ich aber nicht sonderlich zum Mitfahren bewogen, zumal das Wetter nicht so überzeugend war und der Eisberg auch ein ziemlich grimmiges Gesicht machte.



      Nachmittags ging es in einen verlassenen Ort auf der Diskoinsel – Qullissat. Dieser Ort war kein natürlich gewachsener, sondern eine Siedlung der Arbeiter einer dort vorhandenen Kohlemine, die aber später aufgegeben wurde. Langsam belebt sich der Ort wieder als Sommerwohnort. Einige Häuser wurden schon hergerichtet.



      Dieser Tag war so ein richtiger Tag, um die bisherigen Eindrücke zu verarbeiten und etwas zur Ruhe zu kommen.

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    • @rs1033
      Ich freue mich, dass die Fram offenbar unverändert schön geblieben ist. Nicht immer bedeuten Neuerungen eben etwas Gutes.
      Wie schon bei der Reise mit MS Hamburg finde ich es faszinierend, dass die Eisberge vor der Küste zu sehen sind und das Land dahinter ist grün, bunt oder auch grau (=felsig) auf jeden Fall ist kein Schnee und/oder Eis zu sehen. Wenn ich Deine Schilderungen der Landgänge und Ausflüge lese, merke ich erneut, was mir bei der genannten Reise mit MS Hamburg etwas gefehlt hat. Das lag sicherlich daran, dass die Aufenthalte in Grönland immer sehr kurz waren.
      Nun lese ich aber erst einmal interessiert und gespannt weiter.

      aus Leipzig grüßt BBe49
    • BBe49 wrote:

      was mir bei der genannten Reise mit MS Hamburg etwas gefehlt hat

      Die Kontakte zu den Einheimischen waren wirklich etwas Besonderes. Man konnte/musste da viel über unseren Lebensstil nachdenken, der sich aber auch langsam in die grönländische Welt hineindrängelt. Aber, wenn es in einem kleinen Ort, der keine Straßenverbindung zu einem Nachbarort hat, nur die Möglichkeiten gibt, in der Fischfabrik oder im Supermarkt zu arbeiten oder selbständiger Fischer zu sein, wünscht man sich das nicht. Das Jagen mit den Hunden wird auch langsam aussterben, weil ja auch das Hundefutter erjagt werden muss. Royal Canin macht zwar heftig Reklame für Hundefutter, aber wer kann das bezahlen? Die Hunde brauchen Futter das ganze Jahr über, der Schneescooter braucht nur Treibstoff, wenn er auch fährt.
      Ich hatte auf der Fahrt den Eindruck, dass HR auch die Gemeinden, in denen man anlandet, unterstützt.

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    • 17.07.2018
      Geplant war für heute die Fahrt zum Eqip Sermia Gletscher. Wegen der Eislage war das Ziel aber nicht zu erreichen. Wenn man sich die Bilder, die von diesem Geltscher im Netz existieren, anschaut, dann hätte es ein unvergesslicher Eindruck werden können.



      Stattdessen wurde ein Ersatzprogramm auf die Beine gestellt.
      • Vorträge über Eis, „Die Vögel des Nordatlantik“ (in drei Sprachen) und „Docs of the Arctic“
      • Treffen in der Mikrosskopierecke mit Sam, dem Meeresbiologen, der zuvor zusammen mit einer Helferin aus dem Expeditionsteam Material aus dem Meer geholt hat
      • Ein Grönland-Quiz für Teams von 4-6- Mitgliedern, mit dem das Wissen zu Grönland und der MS FRAM getestet werden sollte.


      Das am meisten Beeindruckende war eine Filmvorführung: INUK. Der Film handelt von einem grönländischen Jungen, der mit seinem Leben mit der alkoholabhängigen Mutter in Nuuk nicht klar kommt und von der dänischen Behörde in ein Heim in Uummannaq eingewiesen wird.

      Den Trailer zu diesem Film findet ihr unter youtube.com/watch?v=1lxyR-afCEQ

      den ganzen Film mit Spielfilmlänge unter youtube.com/watch?v=5ahsUH8mVQk

      Am Nachmittag zeigte der aus dem Panoramasalon sich über das Schiff verbreitende Duft an, dass dort am Breitenwachstum der Passagiere gearbeitet wurde.



      Das Abendprogramm bestand aus einer Vorführung von Crew-Mitgliedern im Serviettenfalten, Obst-/Gemüseschnitzen und im Eisfigurenschnitzen.



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    • Das Breitenwachstum liess mich gerade losprusten... :laugh1: Oder wie sagte eine Bekannte immer - immer rinn in die Figur, die Haut gibt nach...
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
      Jan13 LO B-Alta ~ Feb14 KH B-K ~ Jan16 LO B-K-B ~ Feb18 LO B-K ~ Jan20 LO B (T)-Alta-B

      Reiseberichte siehe Profil !

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      18.07.2018
      Für diesen Tag stand Illulisat auf dem Programm. Leider hat uns auch hier das Eis einen Strich durch die Rechnung gemacht .Meine geplante Ortserkundung musste ausfallen. Stattdessen wurde mir eine Tour mit einem Fischerboot durchs Eis angeboten, was ich dann auch angenommen habe.
      Die FRAM fuhr weiter bis Ilimanaq (dänisch Claushavn). Die kleinen Ausflugs-/Fischerboote kamen aus Ilulissat durch Nebel und Eis.



      Es waren drei Boote (auf dem Bild sind nur zwei), die unabhängig von einander ihren Weg suchten, Experten im Panoramasalon hätten den Schiffsführern viele gute Tipps geben können.
      Für die ersten Gruppen waren die Wetterbedingungen nicht optimal, aber einige hatte die Gelegenheit zur Walbeobachtung etwas weiter draußen. Dadurch, dass ich von der Ilulissat-Tour auf die Bootstour umgebucht wurde, war ich in einer der beiden letzten Touren bei herrlichem Sonnenschein. Für den heutigen Tag ist es mir besonders schwer gefallen, aus meinen Bildern 20 auszuwählen. Die Fahrt durchs Eis war so beeindruckend.











      Abends gab es ein Philippinisches Buffet und zum Abschluss des Tages die Crew-Show im Panoramasalon.

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      19.07.2018
      Am Vormittag mussten die Stiefel zurückgegeben werden, d.h. das Ende der Reise wurde einem bewusst.

      Am Informationsstand lag viel Materiel zur Flora und Fauna unserer Reise aus. Diese Blätter sollten wir alle später per Mail zugesandt bekommen.



      Der Kapitän lud zu einem 15. minütigen Besuch der Brücke ein (8 Gruppen).



      Die „24/7-Stunden-Crew“ am Seitenfenster guckte immernoch aufmerksam nach vorn.



      Gegen Mittag erreichten wir den kleinen Ort Itilleq, wo wir von den Einwohnern zu einem Kaffemik und zu einem Fußballspiel (Crew/Passagiere ./. Einwohner) eingeladen wurden, bei dem der "Hurtigruten Wold Cup" ;) - Angabe bei der Informationsveranstaltun an Bord am Vorabend - ausgespielt werden sollte. Die Crew oder HR spendierte als Gastgeschenk einen neuen Fußball.



      Für die Kanufahrer stand heute eine Tour in geschützten Gefilden, dem Itilleq-Fjord, auf dem Programm. Dazu wurden die Kanus in einer Kette in eine kleine Bucht geschleppt und die Kanufahrer anschließend zu diesem Startplatz gebracht.



      Die heutige Kirche stand ursprünglich bis zur Zwangsumsiedlung im alten Thule. Die Kirche wurde 1930 erbaut und 1962 nach Itilleq verlegt.



      Zu dem Kaffemik hatten die Familien, die sich beteiligten, dies durch Schilder am Haus kundgetan. Es konnten jeweils 10 Personen für eine halbe Stunde ins das Heim der Familie kommen. Innen durfte zwar fotografiert werde, aber ich werde hier keines der Fotos posten, weil mir das zu privat ist. Es gab Kaffee oder Tee und Kuchen und Gebäck.



      Danach wollte ich mir noch das Fußballspiel ansehen, aber trotz Mückenschutz über dem Kopf haben die Tierchen so genervt, dass ich lieber zur FRAM zurückgefahren bin.



      Vor dem Abendessen (Menü „MS Lofoten Anno 1964“) gab es dann noch den Captains Abschiedscocktail im Panoramasalon.



      Leider gab es für mich auf dieser Reise keine Gelegenheit, die Papageientaucher in natürlicher Umgebung zu beobachten. Deshalb musste dieser kleine Freund aus dem Bordshop die Weiterreise mit mir antreten.



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      20.07.2018
      Der Vormittag war verplant durch das Abgeben der Koffer verbunden mit dem Einchecken für den Flug mit Airgreenland. Das Gepäck wurde durchgecheckt bis zum Zielflughafen. Durch die straffe Organisation war leider kein Verhandeln über den Sitzplatz in der Maschine möglich.
      Nach dem Mittagsbuffet begann gegen 13:00 Uhr die Ausschiffung für die erste Hälfte der Passagiere. Mit dem Truck fuhren wir dann die längste Straße Grönlands fast komplett ab bis zur Eiskappe. Mit einigen interessanten Zwischenhalten kamen wir dann zum Gletscher.







      Gegen 18:00 Uhr sollten wir dann die andere Gruppe, die zuerst einen Ausflug zur Tundra unternommen hatte, im Ruderklub ablösen. Dort angekommen gab es ersteinmal eine sehr angespannte Situation vor den Toiletten. Die erste Gruppe hatte seit der Abfahrt am Hafen keine Gelegenheit ein Örtchen aufzusuchen, die zweite Gruppe sollte nach dem BBQ mit den Trucks zur Eiskappe starten, wollte also auch noch einmal aufs Örtchen. (227 Paxe insgesamt)

      Das Essen wurde in einem Zelt gereicht – Plastikteller, Plastikbesteck, Plastiktrinkbecher gerade zu dem Zeitpunkt, als die Kampagne „Hurtigruten sagt Plastik den Kampf an“ lief. Das bezog sich aber wohl nur auf die Schiffe, nicht auf Veranstaltungen, die von Subunternehmern durchgeführt wurden.
      Danach bestieg die erste Gruppe die Busse, um in die Tundra zu fahren und eventuell Moschusochsen zu sehen. Die Fahrt ging später zum Flughafen entlang einer mit „Leitplanken“ gesicherten Straße.






      Um 23:10 Uhr sollte der Flieger starten. Die Maschine landete aber erst um 23:07 Uhr. In der Wartezeit war ich bei den grönländischen Ansagen etwas irritiert, dass sich die Zeit auf Dänisch dazwischen gemogelt hat. Später hab ich dann herausgefunden, dass es in der grönländischen Sprache keine Namen für Zahlen ab 20 gibt, es werden die dänischen Zahlennamen benutzt, deren Logik sich den Norwegern und Schweden nicht so ohne weiteres erschließt. Grundlage für das System ist die Zahl 20, die Zahl 50 (halvtreds) ist dann 3 x 20 minus ½ von 20 (also 60-10).



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      lynghei wrote:

      also sowas wie 10 Minuten vor Viertel vor 10= 9h35

      Ich arbeitete ja mal am Flughafen auf einer Wechselstube. Oft werden die Kurse auf drei oder vier Stellen hinter dem Komma angegeben. So auch an einem Tag der US-Dollarkurs mit X,075 DM. Ein Kunde kam einfach nicht klar damit und eine Kollegin versuchte, es ihm zu erklären - bis sie verzweifelt rief "3/4 zehn Pfennig".

      Zurück zum Rückflug...
      Jan09 FM B-K ~ Jan10 NL B-K-B ~ Jan11 FRAM (Antarctica) ~ Apr11 NN B-K-B ~ Mrz12 LO B-K-B ~
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      21.07.2018
      Mit mehr als einer Stunde Verspätung starteten wir dann in Richtung CPH. Ich hatte das Pech einen der inneren Plätze von den vier Sitzen im Mittelblock zu bekommen. Der Herr zwischen mir und dem Gang hatte einen sehr festen Schlaf, so dass an ein Rauskommen nicht zu denken war. Die Armlehne hatte er auch belegt. Dieser Flug war für mich Horror pur. Ich war schweißgebadet, als wir in CPH landeten.
      Durch die Verspätung gab es in CPH auch keine Möglichkeit, durch die Shops zu streifen. Die restlichen Dänischen Krönchen blieben also bei mir.
      Auch in FRA blieb nur etwas Zeit, um einen Snack als Frühstück (schließlich war es grönlandische Frühstückszeit) zu kaufen. Dafür gelang es mir aber dann, fast den gesamten Flug auszublenden, der Schlaf schlug zu.
      In meinem Fotobuch gab es für diesen Tag nur die grafische Darstellung des gesamten Ablaufs der Rückreise. Ihr müsst beachten, dass in der Flugzeit von SFJ nach CPH noch die Zeitverschiebung von 4 Stunden enthalten ist.
      Das Ŕesumée der Reise folgt morgen.



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      Das erinnert mich alles direkt wieder an meine Grönlandreise. :thumbsup: Wobei es bei uns damals genau umgekehrt war. Wir konnten zum Epiq Sermia, aber der Eisfjord und Illulisat waren nicht möglich, weil zuviel Eis. ;(
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

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      @Jobo
      Ilulissat war für uns leider auch nicht erreichbar - zuviel Eis im Norden des Eisfjords, deshalb wurde uns die Annäherung von Süden angeboten. Die Fischerboote aus Ilulissat brauchten über 2 Stunden bis zum Liegeplatz der FRAM vor Ilimanaq.

      Resumée
      Gleich am nächsten Tag begann ich - um nicht sofort in den Alltag einzutauchen - mit dem Sichten der Bilder auf dem Computer. Mit der Fotokamera habe ich 674 Aufnahmen und mit dem Smartphone 505 Aufnahmen gemacht. Zu Zeiten der Analogfotografie wären das knapp 33 Kleinbildfilme gewesen. Aber die Eisberge verlocken so zum Drücken des Auslösers, weil sie auch aus jedem Winkel anders aussehen. Leider hatte ich nie die Lichtverhältnisse, die in dem HR-Katalog die Eisberge rot-orange einfärbten.
      Das Abtauchen mit den Bildern führte auch dazu, die Strapazen der Rückreise zu vergessen.
      Der Plüschpapageientaucher wurde als Mitbringsel liebevoll aufgenommen und wird seit nun fast zwei Jahren beschützt (Foto vom Zustand heute). Menschen werden zurecht gewiesen, wenn sie ihn aufnehmen.



      Fünf Wochen nach dem Ende der Reise - mein Fotobuch war schon längst fertig - kam in einer Mail von HR der Link zum Logbuch "20 FR Discover the Heart of Greenland 10-20 JUL 2018 Voyage Portfolio.pdf" mit 35MB. Darin wurde die Reise nocheinmal ausführlich dokumentiert. Das war eine schöne Überraschung. Ich habe die französischen und englischen Seiten aussortiert, die ausgedruckten Seiten dann in einem Klemmordner eingebunden und habe jetzt zwei "Reisebücher", bei denen man in Erinnerungen schwelgen kann.



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      @rs1033
      Herzlichen Dank fürs Mitreisen-Dürfen. Mit deinem Bericht und den Bildern hast du unserer Vorfreude auf die Gönlandreise wieder Nahrung gegeben, so wie @Laminaria mit ihrem Bericht, denn im August 2021 soll es für uns auch nach Grönland gehen, wenn auch nicht mit der Fram, aber auch nicht mit so einem schwimmenden Hochhaus. :)
      Liebe Grüße von Trollebo