Grönland und Inseln im Nordatlantik mit der MS Hamburg – 22.07. bis 06.08.2013

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    • Grönland und Inseln im Nordatlantik mit der MS Hamburg – 22.07. bis 06.08.2013



      Im Jahre 2013 war ich leider noch nicht Mitglied hier im Forum. Nun ist die Corona-Pause Ursache dafür, dass ich den Bericht von dieser schönen Kreuzfahrt doch noch schreibe.

      Grönland mit der MS Hamburg – das war 2012 eine Weihnachtsüberraschung meines Göga für mich gewesen. So hatte ich 7 Monate lang Zeit mich darauf zu freuen, dass mein lang gehegter Traum tatsächlich wahr werden sollte.

      Tag 1 – Von Hamburg nach Berlin – 22.07.2013

      Air Berlin bot damals Charterflüge zur MS Hamburg ab Hamburg und Düsseldorf an. Für den Flug nach Longyearbyen hatten wir 2012 auch schon davon Gebrauch gemacht. Zurück nach Hamburg kommt man dann ja praktischerweise mit dem gleichnamigen Schiff. Kurzfristig hat Air Berlin aber den Zubringerflug dann leider nach Berlin verlegt. So beginnt die Reise für uns also zwangsläufig einen Tag früher als geplant mit der Bahnfahrt von Hamburg nach Berlin. Es ist ein 34 Grad heißer Julitag, als wir in Winterstiefeln und mit dicken Jacken über dem Arm unser Hotel nahe dem Flughafen Tegel erreichen. Diese Erkennungszeichen führen dazu, dass wir gleich von anderen Mitreisenden ausgemacht und begrüßt werden.

      Tag 2 – Von Berlin nach Kangerlussuaq – 23.07.2013

      Früh morgens treffen wir am Flughafen Tegel unsere Freunde, die sich ein familiäres Vorprogramm in Berlin gegönnt hatten. Ab jetzt sind wir zu viert unterwegs. Die Maschine startet pünktlich um 8:00 Uhr und ich genieße sehr meinen Fensterplatz: Freie Sicht über die Küste Mecklenburgs und die dänischen Inseln, sogar auf die Brücke über den Großen Belt.
      Dann nicke ich ein und wache leider erst wieder auf, als wir uns schon über Island befinden. Mein Blick fällt dabei auf einen Krater, den ich später als Aksja identifiziere.



      Weiter geht es über das gebirgige Inland, bis ich die Westfjorde in den Wolken verschwinden sehe.



      Es dauert nicht lange, bis sich vor Grönland die ersten Eisberge zeigen. Einige davon scheinen ganz schön groß zu sein.



      An der Ostküste bekommen wir Berge und Gletscher zu sehen, die sich bis ins Meer und in Fjorde hinunter erstrecken.





      Über dem Inlandseis fallen mir zahlreiche türkisfarbene Flecke auf. Es sind Schmelzwasserseen.



      Wenn sie in der Nähe unserer Flugbahn sind, bieten sie einen wunderschönen Anblick.



      Auch die raue Oberfläche des Eispanzers ist beeindruckend.



      Beim Landeanflug haben wir leider starkes Gegenlicht, weshalb sich die bräunliche Landschaft mit den zahllosen Seen nicht gut durch das Fenster aufnehmen lässt. Einen Eindruck mögen diese beiden Bilder geben. Das zweite zeigt schon den Kangerlussuaq-Fjord.



      Zehn Minuten später, um 12:45 Uhr, landen wir auf dem Flughafen des gleichnamigen Ortes und mein Göga und ich betreten zum ersten Mal grönländischen Boden.




      Dieser Tag wird fortgesetzt.


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    • Tag 2 – Kangerlussuaq – 23.07.2013 – Fortsetzung

      Kangerlussuaq bedeutet „langer Fjord“. Die Ortschaft (früher Søndre Strømfjord) liegt entsprechend an einem großen Fjord gleichen Namens, in dem die MS Hamburg vor Anker liegt. Mit kleinen Bussen, wohl umgebauten Lastwagen, werden wir Flugpassagiere zum Hafen gebracht. Tenderboote fahren hier schon eifrig hin und her, um alle Passagiere an Bord zu bringen. Bald sind auch wir an der Reihe.



      Für uns ist es ein klein wenig wie nach Hause kommen, denn wir haben im Jahr zuvor mit diesem Schiff schon die Spitzbergen-Island-Reise gemacht. Auch 2018 werden wir noch einmal Großbritannien mit der MS Hamburg umrunden. Bei dem entsprechenden Reisebericht habe ich das Schiff schon beschrieben, weshalb es mir nun spare.

      Wir sind geradezu euphorisch, als wir bei Sekt und Bratwurst und herrlichem Sonnenschein an Deck sitzen und die Zeit genießen, bis alle Ankömmlinge aus Berlin und Düsseldorf an Bord sind.



      Was wir damals nicht wussten, aber inzwischen im Forum bemerkt haben: Ein ebenfalls zukünftiger Forie war mit an Bord. @BBe49 , über Ergänzungen von dir würde ich mich freuen.

      Bald geht es los und ich nehme meinen Lieblingsplatz am Bug über der Brücke ein.



      Die anfänglich flache Landschaft wird allmählich dramatischer. Immer wieder sehen wir Geröllschutt, Gletscher und interessante Strukturen im Gebirge.



      Dieses Gletschertal ist aus jeder Perspektive schön.



      Manche Berge wurden während der Eiszeit rund geschliffen, gelegentlich sieht man Spitzen, die wohl damals hervorragten.



      Hoch oben sehen wir hin und wieder eindrucksvolle Abbruchkanten.



      Zum Glück müssen wir erst um 22 Uhr zum Abendessen. An unserem Tisch direkt am Heck können wir sowohl die Landschaft als auch das Essen genießen.



      Wir sind glücklich über das großartige Wetter, das wir an diesem Tag hatten.


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    • @Laminaria, was für eine Überraschung! Gerade habe ich meine Reise mit der MS Hamburg für dieses Jahr storniert und auf das nächste Jahr verschoben, da fliege ich schon mit dir über diese gewaltige Urlandschaft. Phantastische Bilder sind dir da gelungen.
      Ich habe die MS Hamburg-Reise auch schon im letzten Jahr gemacht. Fast jedes Bild löst Erinnerungen an diese phantastische Reise aus. Nun bin ich gespannt auf eure Route und freue mich auf die Fortsetzung.

      Viele Grüße

      omlia :)


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    • Na dann will ich meinen persönlichen 'Lockdown' und das lediglich stille Mitlesen beenden. Fotos, Reisetagebuch und Fotobuch sowie Erinnerungen an diese Reise sind hervorgeholt. Ich bin gespannt, wie es mit der Schilderung dieser Reise von @Laminaria weitergeht.
      Es ist ja schon spannend, den Reiseverlauf aus anderer Sicht zu lesen. Wenn es sich ergibt, werde ich den Bericht ergänzen, versprochen!

      aus Leipzig grüßt BBe49
    • Danke, dass du das Reisetagebuch erwähnst. Fast hätte ich vergessen, dass wir am Ende der Kreuzfahrt ja ein Logbuch des Reiseleiter-Teams bekommen konnten. Die Datei habe ich nun auch auf meinem PC wiedergefunden. Sie wird hilfreich sein.
      Schade, dass wir uns nicht in Leipzig beim Stammtisch über die Reise austauschen konnten. Das wird bestimmt irgendwann nachgeholt. :)

      Viele Grüße aus Schleswig-Holstein
      Laminaria


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    • @Laminaria
      Gestern Abend bin ich in Gedanken noch einmal von Berlin über das Inlandeis nach Kangerlussuaq geflogen und an Bord der MS Hamburg gegangen, wo ich nach dem Abendessen noch sehr, sehr lange an Deck war und staunend die beeindruckenden Felsformationen betrachte, die die Ufer des Fjords säumen.
      Wie Du schreibst, es war ein Tag mit großartigem Wetter.

      Danke für den Anstoß, sich wieder einmal an diese Reise zu erinnern! Na und der Stammtisch in Leipzig ist doch 'nur' um ein Jahr verschoben.

      Einen schönen Pfingstmontag wünscht aus Leipzig BBe49
    • Albatross wrote:

      Den Transferbus kenne ich, mit so einem sind wir letzten Herbst zum Inlandseis gefahren


      Da wir schon um 12 Uhr in Kangerlussuaq landen sollten und die Abfahrt des Schiffes erst für 18 Uhr geplant war, hatten unsere Freunde sich bei einem örtlichen Veranstalter erkundigt, ob die Möglichkeit bestünde, in der Zwischenzeit zum Inlandseis zu fahren. Das konnte man uns leider nicht zusagen, da alle Fahrzeuge für den Transfer vom Flughafen benötigt würden. :( Die Hamburg ist dann aber schon vorzeitig um 14 Uhr ausgelaufen, damit wir am nächsten Tag mehr Zeit in Aasiaat haben sollten. Es wäre also ohnehin nichts daraus geworden. Eigentlich schade, dass so ein attraktiver Programmpunkt nicht gleich eingeplant wurde.


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    • Tag 3 – Aasiaat – 24.07.2013

      Der Fjord Kangerlussuaq schneidet den Polarkreis . Mit dem Schiff haben wir ihn gestern erst in südlicher und dann noch einmal in nördlicher Richtung überquert. Während der Nacht und am Vormittag fuhren wir beständig in nördlicher Richtung.
      Gegen Mittag können wir vom Schiff aus die ersten faszinierenden Eisberge entdecken. Das Wetter ist immer noch schön; das genießen auch die Einheimischen.



      Um 12 Uhr wirft das Schiff Anker vor Aasiaat. Der frühere, dänische Name lautet Egedesminde zum Gedenken an einen bedeutenden Missionar der Gegend.
      Nach dem Mittagessen beginnt das Ausbooten der Passagiere und wir können an Land gehen. Aasiaat ist ein wichtiges Versorgungszentrum für Nordgrönland. Deshalb sind im Hafen ziemlich viele Container zu sehen.



      Im Zentrum des Ortes, auf einer felsigen Anhöhe, befindet sich die Kirche. Oben gibt es eine Gedenkstätte für Seeleute und eine Torfhütte. Außerdem bekommen wir einen schönen Blick zum Hafen und auch auf unser Schiff.



      Es ergibt sich, dass Göga und ich hinuntersteigen und den Weg in Ufernähe gehen, während unsere Freunde die obere Strecke wählen. Als erstes kommen wir durch eine Siedlung relativ gleichförmiger Mietshäuser, deren Fassaden durch Graffiti aufgelockert werden.



      Als wir zu einer Brache kommen, wundern wir uns über den besonders riesig gewachsenen Löwenzahn. Zur anderen Seite hin ersteckt sich ein mooriger Tümpel mit viel Wollgras. Windstärke 5 steht im Logbuch – das sieht man den flauschigen Büschelchen an.



      Bald führt der Weg über eine Brücke und etlichen Treppenstufen zu einer Ansiedlung hinauf, wo ich die Vielzahl der Rohrleitungen bemerkenswert finde.



      Weiter geht es an vielen bunten Häuschen vorbei. Meine Schwäche für Hauseingänge und Fenster bekommt hier Nahrung. Fast überall hängt Wäsche, die sicher schnell im Wind trocken wird. An einem Haus sehen wir drei typische Dinge auf dem Dach des Schuppens: Wäsche, Fische und einen Holzschlitten.



      Am Ende der Felskuppe blicken wir hinüber zu einer besonders pittoresken Ansiedlung auf der gegenüber liegenden Seite der Bucht.



      Dort wollen wir unbedingt hin. Außerdem schimmern in der Ferne die weißen Kreuze eines Friedhofs. Auch das finden wir sehr interessant.




      Der Tag wird fortgesetzt.


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    • Tag 3 – Aasiaat – 24.07.2013 Fortsetzung

      Der Weg führt immer wieder an teils hübschen, teils verfallenden Häusern vorbei. Dazwischen sehen wir Spielgeräte und oft auch angekettete Schlittenhunde.



      Malerisch finden wir die Szenerie an der Bucht, wo viele kleine Boote liegen.



      Wir folgen der Straße bis zur Küste und genießen das maritime Flair.





      Dann kehren wir um in Richtung Friedhof. Dort sehen wir die Nationalpflanze Grönlands, das Arktische Weidenröschen.



      Gräber werden in Grönland üppig mit künstlichen Blumen geschmückt und Grabpflege bedeutet hier vor allen Dingen das Anstreichen der Kreuze und kleinen Zäune mit weißer Farbe. Wir sehen ein Paar nach getaner Arbeit in den Ort zurück gehen. Wir schlagen die selbe Richtung ein.



      Die Straße führt lange Zeit aufwärts und bietet noch einmal einen schönen Blick zurück.



      Wir schauen uns noch ein wenig im Hafen um, bevor wir an Bord zurückkehren.



      Um 18 Uhr gibt es einen Sektempfang mit Kapitän und Crew und das anschließende Abendessen ist natürlich besonders hervorragend. Um 22:30 lichtet die MS hamburg den Anker.


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    • @Laminaria, danke, dass du so ausführlich und anschaulich über Aasiaat berichtest. Der Ort wird nicht oft angelaufen, und auch das Linienschiff, die Sarfaq Ittuk, hält nicht sehr lange. Ich bin vor einigen Jahren mit einem der kleinen Linienboote der Diskoline von Ilulissat aus dorthin gefahren, in atemberaubendem Tempo über die ganze Diskobucht! Das Boot fuhr noch weiter und hat mich auf dem Rückweg wieder "eingesammelt". Ich hatte zwar viel Zeit, habe mich aber so lange bei den Gemälden von Per Kirkeby im Gemeindehaus de.wikipedia.org/wiki/Per_Kirkeby , dem Museum und der Fischhalle, in der gerade Robben zerlegt wurden, aufgehalten, dass für einen Rundgang keine Zeit mehr blieb. Das kann ich nun mit deinen Bildern nachholen. Vielen Dank dafür. :thumbsup:


      Viele Grüße

      omlia :)

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    • Aasiaat war mein Lieblingsort von der ganzen Reise. Es sollte leider auch die einzige wirklich arktische Gemeinde Grönlands bleiben, wo ein Landgang für uns möglich war. Wir beide haben über 600 Bilder dort gemacht. Die Qual der Wahl war groß. ;)

      Eine Fahrt mit dem Linienboot die grönländische Küste entlang fände ich spannend. Der Nachteil sind nur immer die oft sehr kurzen Aufenthalte, wenn man nicht zwischenübernachten will. Im Fernsehen gab es sogar kürzlich einen Bericht über eine solche Tour.

      Viele Grüße
      Laminaria


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